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Rezension: »Tell me no lies« von A. V. Geiger

Hallo ihr Lieben!

Da ich zurzeit besser mit Hörbüchern zurechtkomme, lese ich insgesamt weniger Prints – deshalb habe ich auch erst jetzt „Tell me no lies“ beendet. Wobei es hier auch daran lag, dass ich von der Geschichte nicht ganz überzeugt werden konnte …


Allgemeine Informationen

Titel: Tell me no lies
Autorin: A. V. Geiger
Übersetzung: Katrin Reichardt
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 333
ISBN: 978-3-7363-1045-2
Verlag: LYX
Reihe: Follow me back / Bd. 2
gelesen: 09.08.20 bis 26.09.20


Inhalt

WAS IST MIT ERIC THORN GESCHEHEN?

Wo ist Eric Thorn? Ist er am Leben? Tessa Hart ist die Einzige, die die Wahrheit kennt. Aber sie hat beschlossen, ihre Eric-Thorn-Fangirl-Zeiten ein für alle Mal hinter sich zu lassen – und nie wieder in die Nähe einer Twitter-App zu kommen. Denn auch wenn sie sich inzwischen traut, ihr Zimmer zu verlassen, so fürchtet sie sich noch immer vor der Vergangenheit. Doch genau dieser muss sich Tessa früher stellen als gedacht …

»Von Anfang bis Ende ein fesselnder Pageturner!«

Anna Todd über „Follow me back“

Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist mal wieder wirklich schön, wie bei fast allen LYX-Büchern. Keine Ahnung, was ich noch groß dazu sagen kann. Die Farben harmonieren toll miteinander und der Titel passt ebenfalls perfekt zur Geschichte. Nur ein bisschen Glitzer wäre schön gewesen, also quasi ein bisschen Struktur auf dem Cover.

Von der Innengestaltung her kann ich auch nicht meckern. Die Kapitel sind nummeriert, haben aber gleichzeitig auch Überschriften, die das Ganze ein bisschen mysteriöser und geheimnisvoller wirken lassen. Da das Buch aus mehreren Sichtweisen geschrieben wurde, wäre es allerdings noch ganz schön gewesen, wenn die Namen der jeweiligen Erzählperspektive noch drübergestanden hätten.


Der Erzählstil

A. V. Geigers Schreibstil war wie auch im ersten Band „Follow me back“ schon sehr schlicht und einfach zu lesen. An den richtigen Stellen wurden Fachbegriffe verwendet, die verschiedenste psychische Erkrankungen erklärt haben. So wurde beispielsweise ständig von Agoraphobie, Priming und Projektion gesprochen – wer den ersten Band nicht gelesen hat, wäre mit diesen Wörtern gnadenlos überfordert gewesen.

Die Vernehmungsprotokolle, die ungefähr jedes zweite Kapitel auftauchten, waren sachlich geschrieben und es wurden keine Gedanken der Protagonisten ersichtlich. Dadurch wurde Spannung aufgebaut – zum Glück, denn das war auch das einzige, was spannungsmäßig in der Geschichte passiert ist.


Die Handlung

Das Buch knüpft direkt an den Cliffhanger vom ersten Band an, der zugegeben recht fies war, aber auch nicht überrascht hat. Er wirkte auf mich schon vor zwei Monaten sehr gewollt. Dieses Gefühl hatte ich auch den ganzen zweiten Teil über. Die Story wirkte an den Haaren herbeigezogen und war in sich nicht sehr stimmig.

Der Klappentext hat mich zunächst wirklich in die Irre geführt, denn schon im ersten Kapitel erfährt man, wo Eric Thorn sich aufhält. Das war eine Enttäuschung, weil ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass man genau das erst im Laufe der Story herausfindet. Auch der Grund für sein angebliches Verschwinden wirkte auf mich einfach unrealistisch und nicht nachvollziehbar. Beide Protagonisten haben unglaublich naiv gehandelt und sich keine Gedanken darum gemacht, was ihre Entscheidungen für Folgen mit sich bringen könnten.

Dann hat sich die Geschichte gefühlt unendlich in die Länge gezogen. Es ist nichts passiert, außer dass Erics und Tessas Romanze immer wieder am gleichen Punkt zum Stillstehen kam.

Am meisten gestört hat mich jedoch der Umgang mit Tessas psychischen Erkrankungen. Im ersten Band wurde ganz gut mit ihrer Agoraphobie umgegangen, doch hier wirkt es, als wäre diese nur ein Hirngespinst und nichts Ernstes. Sie wird als unwichtig abgetan und verharmlost dargestellt. Auch wundert es mich sehr, dass Tessa ihre Agoraphobie auf einmal komplett überwunden hat. Die Heilung von psychischen Krankheiten erfolgt langsam und nicht von heute auf morgen, was in dem Buch ganz falsch dargstellt wurde.

Am Ende nahm die Geschichte dann noch mal ein bisschen an Fahrt auf. Allerdings gab es dann auch immer wieder Hinweise darauf, wer der Bösewicht ist, die so offensichtlich waren, dass mich die Auflösung am Ende nicht mehr überraschen konnte. Zwar ist mir klar, dass die Autorin eigentlich beabsichtigt hatte, den Spieß einmal komplett umzudrehen, aber genau das war es, das nicht hätte passieren dürfen.

Die letzten dreißig Seiten waren dann auch nur noch dazu da, dass die Leser wussten, was später mit Eric und Tessa passiert. Also war auch das ziemlich langweilig und nicht relevant für die Geschichte – da hätte man einiges kürzerfassen können, zumal sich Erics Gedanken durchgängig wiederholt haben und er keine neuen Erkenntnisse gewonnen hat.


Die Charaktere

In „Tell me no lies“ ist Tessa ein ganzes Stück über sich hinaus gewachsen. Sie hat einiges dazugelernt und gewöhnt sich schnell an die neue Situation, in die sie hereingeworfen wird. Leider aber auch zu schnell in Anbetracht ihrer Angststörungen und ihrer Paranoia. Ihre Handlungen wirken sehr unbedacht und sie reagiert unglaublich naiv. Ständig regt sie sich darüber auf, dass die ganze Welt sie wie eine Mörderin sieht, obwohl es doch ihre Idee war, Erics Tod vorzutäuschen und mit ihm durchzubrennen.

Auch Eric ist mir hier unsympathischer. Zwar wird langsam deutlich, dass auch an ihm nicht alles spurlos vorbeigeht, aber erst gegen Ende hin. Er ist noch naiver als Tessa und nicht mehr die Person, die ich im ersten Band so gemocht habe. Im Grunde genommen ist alles Schlimme, was im zweiten Teil passiert, nur seine Schuld, weil er so ein eingeschränktes Denkvermögen hat. Sorry für die Ausdrucksweise, anders kann und will ich es nicht beschreiben.

(Um den Spoiler anzeigen zu lassen, markiere den nächsten Abschnitt)

Auch ist für mich unverständlich, warum Eric erst ganz zum Schluss auf die Idee kommt, aus seinem Vertrag mit der Plattenfirma auszusteigen, wo doch er und Tessa beide so extrem unglücklich mit ihrer Situation sind. Aber wie gesagt: ich konnte die Aktionen der beiden sowieso nicht nachvollziehen.

(Spoiler Ende)


Fazit

„Tell me no lies“ konnte nicht ganz an den ersten Teil reichen, obwohl selbst der mir schon nicht extrem gut gefallen hat. Diese beiden Bücher hätte ich mir getrost ersparen können, auch wenn ich sie nicht wirklich schlecht fand.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Das Magische Messer« von Philip Pullman

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mir für den Juni das Ziel gesetzt, zwölf Bücher zu lesen, und mit dem zweiten Teil der „His Dark Materials“-Reihe von Philip Pullman habe ich diese 12 Bücher gerade so noch geschafft. Natürlich geht es nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität, aber ich möchte unbedingt meinen SuB abbauen, weshalb ich zurzeit so sehr auf die Quantität fokussiert bin.

Zur Rezension von Band 1


Allgemeine Informationen

Titel: Das Magische Messer
Autor: Philip Pullman
Übersetzung: Wolfram Ströle
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch (Schuber-Exemplar)
Seiten: 381
ISBN (Schuber): 978-3-551-35720-5
Verlag: Carlsen
Reihe: His Dark Materials / Bd. 2
gelesen: 28.06.20 bis 30.06.20


Inhalt

Alles war da. Alles verlief planmäßig. Nur dass er jemanden umgebracht hatte.

Zehn Jahre ist es her, dass Wills Vater bei einer Polarexpedition verschwand. Jetzt plötzlich interessieren sich zwielichtige Gestalten für den Forscher – und für Will. Doch der Junge findet durch Zufall das perfekte Versteck: eine andere Welt. Hier begegnet er Lyra, die wie er einem großen Geheimnis auf der Spur ist. Gemeinsam geraten die Kinder in einen erbitterten Kampf, bei dem die Zukunft ihrer Welten auf dem Spiel steht …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Na ja, vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass das Cover nicht mein All Time Favourite ist. Ich finde einfach, es sieht viel zu sehr nach einem Kinderbuch aus – besonders in Anbetracht der Tatsache, dass das Buch an sich schon recht brutal ist und nicht unbedingt angebracht für 10-jährige Kinder.


Der Erzählstil

Ich hatte schon in „Der Goldene Kompass“ Schwierigkeiten mit Philip Pullmans Schreibstil. Er ist mir einfach zu ausführlich, wodurch das Buch oft sehr langwierig erscheint. Es hat ein bisschen was von den Büchern von Michael Ende, finde ich, was nicht so gut mit der Story in Einklang ist.

Gut hat mir allerdings gefallen, dass Pullmans Schreibstil auf jeden Fall einzigartig ist und dadurch großen Wiedererkennungswert hat. Ich denke, ich könnte ein Buch von ihm jederzeit von anderen Büchern unterscheiden, obwohl ich erst zwei Bücher von ihm gelesen habe.

Außerdem fand ich es gut, dass durch unterschiedliche Sichtweisen ein bisschen mehr Abwechslung in die Geschichte kam. Es wurde nicht nur aus Wills und Lyras Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht von unterschiedlichen Hexen und weiteren Personen, die in der Geschichte eine große Rolle spielen. Ein bisschen gestört hat mich zwar hier, dass manchmal ohne einen Hinweis plötzlich die Sichtweise gewechselt wurde, sodass ich mich erst wieder ein bisschen sammeln musste, bevor ich das gecheckt habe. Da hätte man sicherlich einen kleinen Hinweis geben können.

Allerdings war der Schreibstil von Pullman teilweise schon arg wissenschaftlich. Da wurde von physikalischen Erscheinungen gesprochen, die zwar größtenteils verständlich waren, weil ich ja bis zur neunten Klasse Physikunterricht hatte, aber einige Dinge haben mir einfach überhaupt nichts gesagt, weshalb ich bezweifle, dass auch Lyra, die in der Story erst 12 ist, alles verstanden haben kann.


Die Handlung

Der Start in die Geschichte fiel mir etwas schwer, weil die Kapitel schon sehr lang waren und meinen Lesefluss ein bisschen gestört haben. So habe ich immer nur darauf hingefiebert, dass das Kapitel endlich zu Ende geht, anstatt dass ich mich komplett auf die Geschichte einlassen konnte. Aber daran habe ich mich im Laufe des Lesens auch gewöhnt, weshalb das jetzt nicht allzu dramatisch ist.

Im Großen und Ganzen war die Geschichte recht vorhersehbar, da man einfach schon zu Beginn wusste, in welche Richtung sich die Story entwickeln wird. Zudem war – wie bereits erwähnt – die Geschichte manchmal schon sehr brutal und nicht mehr angemessen für ein Buch ab 10 Jahren. Es wurde misshandelt, Finger wurden „aus Versehen“ abgehackt, und Blut ist geflossen – mal ganz davon abgesehen, dass Kinder zu gewalttätigen Mördern wurden. Mich hätte das als zehnjähriges Mädchen doch ziemlich verstört, weshalb ich irgendwie finde, dass das ein bisschen widersprüchlich mit dem Alter der Charaktere und dem Schreibstil ist.

Zudem glaube ich nicht, dass zehnjährige Kinder schon die ganzen gesellschaftskritischen Aspekte verstehen, auf die in dem Buch angespielt werden. Beispielsweise die Kirche, die in Lyras Welt und auch in jeder anderen Welt, die sie besucht, noch immer viel zu große Macht hat.

Trotzdem hat mich die Geschichte manchmal sehr zum Schmunzeln gebracht, vor allem wenn Lyra und Will aneinandergeraten sind. Die Unterschiede zwischen ihren Welten zu erfassen fand ich ziemlich interessant, und ich finde, da hat Pullman wirklich ganze Arbeit geleistet.

Außerdem hat Pullman für eine geschickte Verknüpfung von Ereignissen gesorgt, die augenscheinlich keine Gemeinsamkeiten haben. Dadurch gab es einige Plottwists, die die Spannung beim Lesen vergrößert haben. Trotzdem fand ich einige dieser Verknüpfungen doch sehr verwirrend und irgendwie aus den Haaren gezogen. Da hätte ich mir noch ein bisschen mehr Feinfühligkeit gewünscht.

Ein weiterer Punkt, der mir jedoch sehr gut gefallen hat, ist, dass es in dem Buch nicht das personifizierte Böse gibt wie in vielen anderen Jugendbüchern der Fall. Zwar ist uns allen nach „Der Goldene Kompass“ klar, dass Mrs Coulter nicht das Richtige tut, aber man versteht mit der Zeit auch ihre Beweggründe. Genauso weiß man nicht so ganz, ob es wirklich richtig ist, Lord Asriel bei seinen Machenschaften zu unterstützen und ob die Engel nicht doch auf der falschen Seite stehen. Das alles wird man wohl erst im dritten Teil herausfinden.

Zum Ende hin nahm die Geschichte außerdem immer mehr Fahrt auf und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Und dann erst dieser fiese Cliffhanger! Ich werde auf jeden Fall bald mit dem dritten Band der „His Dark Materials“-Reihe weitermachen!


Die Charaktere

An sich gibt es hier nicht allzu viel zu sagen. Lyra und Will sind beide erst zwölf Jahre alt, haben dafür aber schon ein ziemlich ausgeprägtes Denkvermögen und eine Weitsicht, die man Kindern oft nicht zutraut. Trotzdem handeln sie meiner Meinung nach oft nicht altersgemäß. Auch waren manche Gedankengänge für mich nicht ganz verständlich. Als Lyra beispielsweise ihr Alethiometer fragt, was es mit Will auf sich hat und die Antwort lautet, dass er ein Mörder ist, denkt sie sich nur: Ach gut, dem kann ich vertrauen. Ich meine, hallo?!

Dadurch konnte ich einfach nicht ganz erkennen, was für eine Persönlichkeit Will und Lyra haben, und das hat es mir schwergemacht, mich mit ihnen zu identifizieren und die Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu betrachten.


Fazit

„Das Magische Messer“ ist eine würdige Fortsetzung der „His Dark Materials“-Reihe, wobei immer noch viel Luft nach oben ist. Ich hoffe, alle meine Fragen werden im dritten Teil der Reihe beantwortet.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2,5/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Das Kind in mir will achtsam morden« von Karsten Dusse

Hallo ihr Lieben!

Vorgestern habe ich „Das Kind in mir will achtsam morden“ beendet und obwohl ich eine Nacht drüber geschlafen habe, bin ich mir immer noch unsicher, was ich in die Rezension schreiben könnte … aber bevor meine ganzen Erinnerungen sich vermischen, schreibe ich sie lieber trotzdem schon.

Das Buch wurde mir vom Verlag über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.

Zur Rezension von Band 1


Titel: Das Kind in mir will achtsam morden
Autor: Karsten Dusse
Genre: Psychothriller
Format: Paperback
Seiten: 478
ISBN: 978-3-453-42444-9
Verlag: Heyne
Reihe: Achtsam morden / Bd. 2
gelesen: 08.06.20 bis 12.06.20


Inhalt

»Es ist nie zu spät für eine unglückliche Kindheit.«

Joschka Breitner, Das innere Wunschkind

Björn hat das Prinzip der Achtsamkeit erlernt und mit dessen Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller seines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind!

Kindlich. Tödlich. Ganzheitlich. Der achtsame Mörder Björn Diemel optimiert sich weiter.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Hier habe ich nichts auszusetzen. Das Cover mit dem Steinmännchen, das sozusagen das wackelige Lügengerüst, das Björn sich aufstellt, erkennbar macht, passt sehr gut zur Geschichte. Außerdem gibt es am Anfang jedes Kapitels wieder ein Zitat aus dem fiktiven Ratgeber von Björns Achtsamkeits-Therapeuten Joschka Breitner. Also sehr stimmig zu Band 1 gestaltet.


Der Erzählstil

Auch im zweiten Teil überrascht Karsten Dusse den Leser erneut mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor und Sarkasmus. Seine parodierende Art zu erzählen, bringt einem als Leser einfach Spaß, und obwohl ein paar kleine Tippfehler dabei waren, gab es einige Stellen im Buch, die einfach nur zum Lachen waren.

Außerdem werden die Begebenheiten sehr ausführlich und detailreich beschrieben, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte, wenn es beispielsweise um einen Tathergang oder einen bestimmten Ort ging. Zwar kamen mir einige Ausführungen manchmal ein bisschen zu langwierig vor, aber das ist auch nichts allzu Tragisches, weshalb ich da nicht weiter drauf rumhacken will.


Die Handlung

Die Geschichte knüpft direkt an das Ende von Band 1 an, weshalb ich auf jeden Fall empfehlen würde, diesen zuerst zu lesen. Auch, obwohl immer noch extra Beschreibungen der Charaktere dabei waren, um die Hintergründe noch einmal zu erklären, ist das Vorwissen, das man im ersten Teil erlangt, einfach sehr wichtig für das Verständnis dieses Buches.

Der Handlungsverlauf ähnelt in seiner Struktur sehr dem von „Achtsam morden“, sodass es jetzt diesbezüglich keine großartigen Überraschungen gab. Das Grundkonzept war das gleiche, aber natürlich gab es auch ein paar Abweichungen und unerwartete Wendungen, die mich kurz haben innehalten lassen. Dennoch gibt es in „Das Kind in mir will achtsam morden“ deutlich weniger Plot-Twists und Konflikte, die es zu lösen gilt. Dadurch kam es mir besonders in der Mitte so vor, als würde sich die Geschichte unnötig in die Länge ziehen.

Durch die ähnliche Struktur war das Buch auch relativ vorhersehbar für mich. Ich habe wirklich nur an ein oder zwei Stellen wirklich einen Überraschungsmoment gehabt, denn ansonsten hatte ich immer von Anfang an die richtige Vermutung, was genau hinter den ganzen Sachen steckte.

Jetzt aber zu dem, was die Reihe rund um Strafverteidiger Björn Diemel überhaupt ausmacht, nämlich dem Humor. Karsten Dusse parodiert – wie in Band 1 auch schon – sehr gesellschaftsrelevante Themen, unter anderem Political Correctness oder auch den Klimastreit. Zudem ist das Buch kein typischer Psychothriller, da es eher lustig als spannend ist, und das ist auch genau so gewollt. Leider waren mir aber einige Charaktere und Handlungsstränge viel zu überzogen und unrealistisch dargestellt, sodass diese nicht annähernd authentisch auf mich wirkten. Trotzdem war diese alberne Art aber auch das, was für ein sehr amüsantes Lesevergnügen bei mir gesorgt hat.

Besonders gut hat mir die Darstellung der einzigen Sexszene im Buch gefallen, da diese einerseits jugendfrei beschrieben, andererseits aber auch sehr geschickt umgesetzt wurde. Ich kann das jetzt nicht so gut beschreiben, weil das schon sehr viel spoilern würde, aber sagen wir mal so, während des Sexualakts hat Björns inneres Kind danach verlangt, eine Geschichte erzählt zu bekommen …

Insgesamt wird in dem Buch weniger auf Achtsamkeit, sondern vielmehr auf Björns inneres Kind eingegangen, welches der Protagonist in einer seiner Therapiesitzungen mit Joschka Breitner „kennenlernt“. Das Prinzip des inneren Kindes wird sowohl von Björn als auch vom Autor sehr ernst genommen, wobei das ganze Drumherum oft ins Lächerliche gezogen wurde. Das hat aber – wie bereits erwähnt – auch den Charme des Buches ausgemacht. Gleichzeitig habe ich auch viele Erkenntnisse aus der Geschichte mitnehmen können, die sich sicherlich auch im realen Leben anwenden lassen.


Die Charaktere

Der Protagonist des Buches ist immer noch Björn Diemel, bei dem es sich ganz offensichtlich um einen Psychopathen handelt. Dennoch hat Karsten Dusse es irgendwie geschafft, ihn nicht wie den typischen Psychopathen aussehen zu lassen, sondern vielmehr wie ein Mensch wie du und ich, der dem Leser sofort sympathisch vorkommt. Ehrlich gesagt, mich hat Björn immer ein bisschen an meinen Vater erinnert o_o

Die anderen Charaktere wurden teilweise schon sehr übertrieben albern dargestellt. Ich habe einfach viele ihrer Handlungen nicht verstehen können, weil sie sehr unrealistisch waren, und einfach nicht mit dem Bild zusammenpassten, das ich mir über die beiden Bände bisher von den Charakteren gemacht habe.


Fazit

„Das Kind in mir will achtsam morden“ ist ein wieder mal sehr amüsanter Thriller, der erfrischend amüsant und witzig, aber auch eine Spur gesellschaftskritisch geschrieben ist. Dennoch ist er meiner Meinung nach nicht so stark wie sein Vorgänger.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Friends without benefits« von Penny Reid

Hey ihr Lieben!

Und zum Ende des Monats Mai noch mal eine leichte Lektüre, nämlich der zweite Teil von „Knitting in the City“. Der erste Teil (Love factually) hat mir ganz gut gefallen, und ich war sehr gespannt auf den zweiten!

Zur Rezension von Band 1

Dieses E-Book wurde mir über NetGalley vom Verlag zur Verfügung gestellt. Das ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

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Titel: Friends without benefits
Autorin: Penny Reid
Übersetzung: Sybille Uplegger
Genre: Liebesroman
Format: E-Book
Seiten: 421 (auf meinem E-Reader)
ISBN: 978-3548062648
Verlag: Forever (Ullstein)
Reihe: Knitting in the City / Bd. 2
gelesen: 23.05.20 bis 26.05.20


Inhalt

Elizabeth Finney hat fast immer recht: Damit, dass der musikalische Wert von Boybands unterschätzt wird, dass „gewisse Vorzüge“ besser ohne die Freundschaft sind, und dass die Chance auf die eine große Liebe inzwischen gegen Null geht. Aber als ihr Plan von eben jenen gewissen Vorzügen ohne jegliche Freundschaft von dem schrecklich charmanten und zugleich chauvinistischen Nico Mangniello durchkreuzt werden, versucht sie mit aller Macht den Elektrozaun um ihr Herz aufrecht zu erhalten. Sonst verfällt sie am Ende noch Nicos Charisma und holt sich einen tödlichen Stromschlag. Oder noch schlimmer: Sie verliebt sich.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Dieses Cover ist wirklich der Hammer. Schon der erste Teil hat mir diesbezüglich ziemlich gut gefallen, aber der zweite toppt das noch mal um ein Großes. Die Farben harmonieren perfekt miteinander, und ich liebe generell Cover, die blau sind. Könnte daran liegen, dass es meine Lieblingsfarbe ist xD.

Die Innengestaltung ist nichts Besonderes. Wie im ersten Teil auch sind die Absätze sehr groß, und wenn es zu Zeitsprüngen kommt, findet man statt eines noch größeren Absatzes einfach einen durchgezogenen Strich, der diese kennzeichnet.


Der Erzählstil

Das Markanteste an der ganzen Reihe ist wahrscheinlich der unfassbar witzige Humor. Schon im ersten Band hatte ich Probleme damit, mein Grinsen zu verstecken, und in „Friends without benefits“ war das noch mehr der Fall. Es gab so viele witzige Dialoge zum Totlachen, dass ich zwischenzeitlich Tränen in den Augen hatte, und wenn ich meiner Schwester die Dialoge vorgelesen habe, musste auch sie anfangen zu lachen. Die Dialoge hätten nämlich auch uns beiden entspringen können.

Auch ansonsten ist der Schreibstil von Penny Reid sehr flüssig und leicht zu lesen. Da es in diesem Band um Elizabeth geht und nicht um Janie, hatte ich kein Problem damit, die vielen Fachbegriffe zu verstehen, die Janie oft um sich geworfen hat. Demnach fiel mir das Lesen auch leichter und ich konnte mich von vornherein auf die Geschichte einlassen.


Die Handlung

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich hier schreiben soll. An sich hat mir die Handlung wirklich mega gut gefallen, sie war witzig, größtenteils authentisch und es gab auch ein paar erotische Szenen. Trotzdem stört mich eine Sache an der Geschichte, weil ich da einfach gern mehr drüber erfahren hätte. Dazu muss ich aber ein bisschen weiter vorne zu erklären anfangen.

Also, Nico ist ein weltberühmter Comedian und hat eine sehr … interessante Show am Laufen. In dieser Show tanzen vorne im Publikum nackte Frauen, die zwischendurch auch auf die Bühne geholt werden und sich augenscheinlich erhoffen, damit Nicos Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Außerdem steht am Ende jeder Show eine Sache an, die mich zutiefst verstört hat, und zwar springt Nico da nur mit Unterhose mit anderen halbnackten Frauen in Wackelpudding. Ja, richtig gehört.

An sich wäre das auch gar nicht so eine große Sache für mich gewesen, wenn näher auf die Show eingegangen worden wäre. Stattdessen wird immer nur um Erklärungen herumgeschlichen, Elizabeth selbst scheint irgendwann nichts mehr daran auszusetzen haben, ohne dass irgendwas passiert ist, und Nico spricht auch nie von seiner Arbeit. Mir als Leserin kam das alles einfach zu absurd vor, um das irgendwie nachvollziehen zu können.

Ansonsten mochte ich die Storyline der Geschichte wirklich gern. Man erfährt etwas über Elizabeths und Nicos gemeinsame Vergangenheit, und bekommt damit auch die Handlungen und Aktionen der beiden Hauptcharaktere erklärt. Elizabeths Emotionen wurden sehr gut und bildhaft beschrieben, weshalb ich mit ihr mitfühlen und über einige Dinge nachgrübeln konnte.


Die Charaktere

Elizabeth ist mir schon im ersten Teil aufgrund von ihrer Art aufgefallen und das war auch der ausschlaggebende Grund dafür, weshalb ich den zweiten Teil aus ihrer Sicht angefragt habe. Wie bereits im letzten Absatz beschrieben, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen und obwohl ich manchmal nur den Kopf über sie und ihre Naivität schütteln musste, konnte ich diese anhand von ihren traumatischen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit nachvollziehen, weshalb es mich auch überhaupt nicht gestört hat.

Auch Nico war mir von Anfang an irgendwie sympathisch. Er ist so ganz anders als die ganzen anderen Bookboyfriends, und doch hat er sich mit seiner Art in mein Herz geschlichen. Obwohl sein Humor manchmal schon ziemlich albern ist und er auch gern impulsiv und irrational handelt, ist er eine liebe Seele, die nur geliebt werden möchte.


Fazit

„Friends without benefits“ hat mich mehr von sich überzeugen können als der erste Teil, allerdings gab es besonders Nicos Karriere betreffend einiges, das mich gestört hat.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara