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Rezension: »Als die Stadt in Flammen stand« von Kimberly Jones und Gilly Segal

Herzlichen Dank an das Team vom Bloggerportal und der Verlangsgruppe Random House für dieses Rezensionsexemplar!


Inhalt

Ein schwarzes und ein weißes Mädchen. Eine Stadt in Flammen. Nur gemeinsam können sie überleben.

Lena hat Stil, einen coolen Freund und einen Plan. Campbell dagegen will einfach nur das Jahr an der neuen Schule schaffen. Als die Mädchen ein Footballmatch besuchen, geraten sie plötzlich in eine Auseinandersetzung der Zuschauer. Eine Eskalation, die von Hass und Gewalt getragen ist und bei der sich beide unverhofft Seite an Seite wiederfinden.

Lena und Campbell sind nicht befreundet. Doch das ist unwichtig, wenn die Stadt in Flammen steht und sie aufeinander angewiesen sind, wollen sie die Nacht überleben …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Als die Stadt in Flammen stand
Originaltitel: I’m Not Dying with You Tonight
Autorinnen: Kimberly Jones, Gilly Segal
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: Taschenbuch
Seiten: 271
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-31463-0
Deutsche Ersterscheinung: 13. September 2021


Meine Meinung

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen, weshalb ich es auch sofort beim Bloggerportal anfragen musste. Nach den ersten zwei Kapiteln war ich mir dann aber doch nicht mehr so sicher, ob mich dieses Buch würde begeistern können. Mit Campbell konnte ich sofort relaten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, aber Lena fand ich sehr schwierig. Besonders Lenas Beziehung zu ihrem Freund Black, die so offensichtlich toxisch war, dass ich es schon als Qual empfand, aus ihrer Sicht über ihn zu lesen.

Ich habe mich aber aufgerafft und weitergelesen – und das hat sich aber sowas von gelohnt! Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und wurde diesbezüglich auf ganzer Linie überrascht. Mit der Zeit habe ich Lena besser kennengelernt und mittlerweile ist sie mir sogar richtig ans Herz gewachsen – auch wenn ihre Beziehung zu Black immer noch toxisch ist. Und das ist auch ein Kritikpunkt meinerseits, denn das Thema wurde zwar zwischendurch via Campbell oder Lenas besten Freundin LaShunda angesprochen, jedoch nie abgehakt. So blieb also auch zuletzt offen, ob Lena Black sein Verhalten während dieser einen katastrophalen Nacht wie all die Male zuvor wieder verzeihen würde oder nicht.

Dennoch fand ich Black am Ende auch gar nicht mehr so schrecklich als Charakter. Bloß seine und Lenas Beziehung zueinander. Black selbst hat in den letzten paar Kapiteln noch mal bewiesen, dass er eigentlich ein ganz guter Kerl ist, aber das entschuldigt noch lange nicht sein Verhalten Lena gegenüber.

Besonders gut jedoch fand ich die Darstellung von (Alltags-)Rassismus und Vorurteilen im Allgemeinen. Campbell und Lena sind beide im Laufe der Geschichte über sich hinausgewachsen, haben Dinge an den Kopf geworfen bekommen und erkannt und sind – zumindest würde ich es so sagen – dadurch ein Stückweit zu reflektierteren, besseren Menschen geworden.

Auch den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Zwar kann ich mir vorstellen, dass Lenas Slang im Englischen noch besser rüberkommt, aber auch in der deutschen Übersetzung wurde das sehr gut gelöst, indem aus Lenas Sicht tatsächlich fast komplett in realistischer Jugendsprache geschrieben wurde. Dadurch wurde der Kontrast zu Campbell wieder deutlicher, der in dem Buch eine große Rolle spielt, damit beide zum Schluss ihre Differenzen überwinden können.


Fazit

Mich hat »Als die Stadt in Flammen stand« nach anfänglichen Startschwierigkeiten komplett mitgerissen und in seinen Bann gezogen, weshalb ich es auf jeden Fall als Empfehlung einstufen würde!

Rezension: »Unter der Drachenwand« von Arno Geiger

Dieses Buch musste ich für den Deutschunterricht über die Ferien lesen. Jetzt habe ich es beendet, bevor morgen die Schule wieder beginnt, und habe ein Highlight gefunden, womit ich vorher nie gerechnet hätte. Also, wer das Buch noch nicht gelesen hat: Lest es! Und falls ihr noch Überzeugungsarbeit braucht, könnt ihr euch ja meine nachfolgende Rezension durchlesen.


Inhalt

Wie lebt sich das Leben – nach fünf Jahren Krieg?

Drei junge Leute wissen nicht mehr, wie es weitergeht. Der Soldat Veit, ausgelaugt vom Krieg. Die Lehrerin Margarete mit ihren aus Wien verschickten Mädchen. Und die junge Margot mit ihrem Baby. Sie treffen am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand aufeinander. Was sie teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg fast sicher verloren, doch wie lang dauert er noch?

Ein Roman des Jahres 1944, über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und über die Lebenden.


Bibliographische Daten

Titel: Unter der Drachenwand
Autor: Arno Geiger
Genre: Historischer Roman
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Seiten: 479
ISBN: 978-3-423-14701-9
Preis: 12,90 € [D]

Erster Satz: »Im Himmel, ganz oben, konnte ich einige ziehende Wolken erkennen, und da begriff ich, ich hatte überlebt.«


Meine Meinung

Hauptsächlich wird das Buch aus der Sicht von Veit erzählt, zwischendurch gibt es aber auch Briefe von anderen Personen; Briefe von der Mutter der Darmstädterin Margot an eben diese, Briefe zwischen Kurt und seiner Cousine Nanni, die eine verbotene Liebesbeziehung führen, und zu guter Letzt Briefe des sich auf der Flucht befindenden Juden Oskar Meyer an seine Cousine Jeannette, die in Südafrika lebt. All diese zunächst scheinbar willkürlich ausgewählten Schriftstücke binden sich zum Ende hin immer mehr in den eigentlichen Handlungsstrang ein, was im Rückblick eine sehr facettenreich ausgearbeitete, berührende und ehrliche Erzählung erzeugt. Somit wirkt die Geschichte wie aus dem Leben damals gegriffen, super realistisch und irgendwie echt.

Einige Charaktere wirkten teils naiv, aber immer sehr glaubhaft, nie wirkte etwas überspitzt oder überromantisiert. Man konnte gut erkennen, wie die einzelnen Figuren zum Krieg stehen, was sie sich von ihm erhofften, wie ihre Erwartungen an die Kriegsführung der Deutschen lauten und wie diese zum Ende hin immer schwieriger aufrecht zu erhalten sind.

Der Schreibstil ist sicherlich nicht für jeden etwas, ich fand ihn aber einfach großartig! Er hat auf jeden Fall großen Wiedererkennungswert und bietet einen tieferen Einblick in Veits Persönlichkeit, seine Gedanken und Gefühle.

Eine ganz eigene Atmosphäre beherrscht das Buch, immer etwas zwischen Hoffnungslosigkeit und purem Glück, mal düsterer, mal fröhlicher, aber immer ein stimmiges Zusammenspiel, das mich selbst die zeitliche Distanz zum zweiten Weltkrieg manches Mal hat vergessen lassen.

Dabei ist der Roman aber ganz und gar nicht belehrend, es gibt keine Wertung im eigentlichen Sinne. Stattdessen wird dem Leser selbst überlassen, was er aus der Geschichte mitnehmen möchte.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass das Buch keinesfalls etwas für schwache Nerven ist! Anfangs geht Veit noch sehr distanziert durch die Geschichte, ist sich nicht sicher, ob das, was in Deutschland gerade passiert, richtig oder falsch ist. Nach und nach und mit zunehmenden Panikattacken nach seiner Zeit im Krieg beginnt jedoch auch er, sich eine Meinung zu bilden, anfangs noch zögerlich, am Ende immer unausweichlicher wird ihm bewusst, wie falsch dieser Krieg eigentlich ist.


Fazit

Für mich ist »Unter der Drachenwand« eines der besten Bücher, die in der NS-Zeit spielen, das ich je gelesen habe. Wer sich für das Thema interessiert, sollte diesen Roman auf jeden Fall lesen!

Highlight

Rezension: »Behind your Scars« von Tanya Bush

Endlich, endlich, endlich gibt es ein neues Buch von der wunderbaren Autorin Tanya Bush! Ich durfte dieses Mal wieder eine ihrer Ninja Readers sein und freue mich so, so sehr, dass ich das Buch gemeinsam mit ein paar anderen Bloggerinnen lesen durfte und jetzt auch rezensieren kann. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich es schon kaum mehr erwarten, bis »Promise you’ll be there« erscheint, Tanyas neuer Urban Fantasy Roman. Ach ja, und auf den zweiten Teil von »Behind your Scars« freue ich mich natürlich ebenfalls!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir kostenlos von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Das ändert nichts an meiner Bewertung.


Inhalt

Ein Neuanfang – das ist es, was Holly sich von ihrem Studium am Winterdale College erhofft, nachdem ein tragischer Unfall ihrem scheinbar perfekten Leben ein Ende gesetzt hat. Als sie dort auf Tyler trifft, der sich mit seiner offenen und warmherzigen Art immer mehr in ihr gebrochenes Herz schleicht, scheinen sich tatsächlich all ihre Hoffnungen zu erfüllen. Wäre da nicht noch Simon, Hollys einstige große Liebe, der in Tylers dunkelster Vergangenheit wühlt, um dieses Glück zu zerstören …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Behind your Scars
Autorin: Tanya Bush
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 392
Verlag: Selbstverlag
ASIN: B098B34L7J
Reihe: Behind your Past / Bd. 1
Preis (E-Book): 3,99 €


Meine Meinung

Also, wo soll ich anfangen? Schreibstil, Handlung, Charaktere? Eigentlich egal, weil es alles aufs gleiche hinausläuft, nämlich dass ich das Buch einfach nur großartig fand! Aber gut, irgendwie muss ich meine Meinung ja begründen, wegen konstruktive Kritik und so. Und natürlich, weil ich möchte, dass ALLE dieses Buch hier lesen!

»Behind your Scars« ist das, was ich selbst als richtig guten New Adult Liebesroman bezeichnen würde. Die Geschichte von Holly und Tyler ist herzzerreißend und fesselnd und auf ihre ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Ich würde sogar sagen, dass sie einzigartig ist – was man von vielen anderen New Adult Romanen nicht gerade behaupten kann (was an sich aber auch nichts Schlimmes ist, sofern man keine andere Ansprüche hat).

Mit Holly hat Tanya eine starke Protagonistin erschaffen, die ich gerne mal im echten Leben treffen würde. Sie hat natürlich an dem zu knabbern, was ihr in der Vergangenheit zugestoßen ist, aber sie lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, bleibt stark und richtet sich nach Tiefschlägen immer wieder auf, und das ist wirklich bewundernswert. Viele von uns können sich an Holly eine Scheibe abschneiden.

Na ja, und Tyler ist eben nicht der Bad Boy, sondern vielmehr ein Good Guy. Und zwar einer von der tollen Seite, überhaupt nicht klischeebehaftet, liebenswert und ebenso wie Holly mit einer Vergangenheit, die ihn stark geprägt hat. Auch er ist ein sehr starker Charakter, und ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht aus seiner Perspektive zu lesen (obwohl ich mich bei manchen Szenen schon gefragt habe, was er so gerade denkt xD).

Kurzum: Von den Charakteren konnte mich Tanya auf jeden Fall überzeugen. Ach ja, Ashley und Jayden sollte ich auch noch kurz erwähnen, damit die beiden sich nicht hinter meinem Rücken zusammentun und einen Eimer Wasser über mir ausleeren. Ashley ist Hollys beste Freundin und ich glaube, als solche macht sie sich auch ziemlich gut. Sie unterstützt Holly auch dann, wenn sie wütend auf sie ist, und sie stupst sie häufig in die richtige Richtung. Genau wie Jayden das bei Tyler macht.

So, jetzt zum Schreibstil. Eigentlich sollte Tanya bereits wissen, wie sehr ich ihren Schreibstil mag, aber ich schreibe das hier ja nicht nur für sie, sondern auch für mich und alle, die diese Rezension lesen. Von daher wiederhole ich mich gerne: Tanya schreibt einfühlsam und super humorvoll, weshalb ich während des Lesens oft lachen, aber auch weinen musste. Ach ja, und verzweifelt bin ich auch das ein oder andere Mal, wie es sich gehört. Nur am Anfang sind mir zwei-drei Tippfehler aufgefallen, die aber überhaupt nicht dramatisch sind.


Fazit

Ich denke, man kann über »Behind your Scars« sagen, dass es eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen ist, authentisch, mit allen Höhen und Tiefen und natürlich auch spannend und emotionsgeladen. Nur wegen der kleinen Tippfehler gibt es einen halben Stern Abzug hier auf meinem Blog, aber da sie für mich nicht so extrem schwer ins Gewicht fallen, werde ich auf Goodreads und Co. aufrunden. (Mehr dazu im Menü unter „Bewertungssystem“).

Rezension: »Dark Heroine – Autumn Rose« von Abigail Gibbs

Ende Juni habe ich noch mal ordentlich Gas gegeben, um wenigstens die Bücher noch zu beenden, die ich mir für den Monat vorgenommen hatte. Dazu zählte auch »Autumn Rose« von Abigail Gibbs. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der »Dark Heroine«-Reihe handelt, kommt es im Laufe dieses Beitrags zu Spoilern bezüglich des ersten Bandes (»Dark Heroine«).


Bibliographische Daten

Titel: Dark Heroine – Autumn Rose
Autorin: Abigail Gibbs
Übersetzung: Diana Bürgel
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 477
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28083-9
Reihe: Dark Heroine / Bd. 2

Erster Satz: »Ich habe wohl immer gewusst, dass ich anders bin; dass mein Schicksal in Stein geschrieben ist und dass ein kalter, harter Thron einst der meine sein würde.«


Inhalt

Autumn Rose ist anders. Als Kriegerin mit magischen Kräften führt sie ein Leben voller Verpflichtungen. Das macht es nicht gerade einfach, Freundschaften zu schließen. Und dass ausgerechnet der gut aussehende Prinz Fallon ständig ihre Nähe sucht, verstärkt ihre Außenseiterposition nur noch. Doch Autumn bleibt keine Zeit für Grübeleien. Oder für Liebe. Denn finstere Mächte versuchen die Welt ins Chaos zu stürzen. Eine Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen: Neun dunkle Heldinnen sollen das Universum retten. Und die erste ist gerade erwacht …

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Teil der Reihe so unglaublich gut fand, hatte ich sehr hohe Erwartungen an »Autumn Rose« – zumal ich häufig Rezensionen gelesen habe, in denen das Buch als noch besser als Band 1 angepriesen wurde. Leider kann ich diese Einschätzung nicht ganz teilen, was ganz unterschiedliche Gründe hat.

Fangen wir aber erst mal mit dem Schreibstil von Abigail Gibbs an. Die Reihe hat ihren Ursprung tatsächlich auf Wattpad. Dort hat Abigail den ersten Teil komplett geschrieben, wobei natürlich bei der richtigen Veröffentlichung als Print dann noch Sachen geändert wurden, im Lektorat, etc. Das merkt man ihrem Schreibstil finde ich nicht an, wobei sie natürlich mit »Autumn Rose« auch schon ihren zweiten Roman geschrieben hat und somit auf ein bisschen Erfahrung zurückgreifen konnte.

Die Charaktere an sich mag ich auch gerne. Autumn ist eine starke Protagonistin, sie erinnert mich jedoch auch sehr an eine meiner Freundinnen, was ich in einigen Szenen eher als Zumutung empfand. Denn Autumn ist eine unglaublich temperamentvolle, wechselseitige und sprunghafte Persönlichkeit. Außerdem gerät sie schnell mal mit anderen aneinander, ist schnell gereizt und oft impulsiv – denkt gleichzeitig aber auch so viel nach, dass ich mich frage, was für ein riesiges Fassungsvermögen ihr Gehirn haben muss. Leider konnte ich dadurch aber auch nicht ganz warm mit Autumn werden – ich konnte sie einfach nicht einschätzen, weil sie im einen Moment super freundlich war, im nächsten wieder schlecht gelaunt und danach geradezu aggressiv gestimmt. Abgesehen von bereits erwähnter Freundin von mir kenne ich keine Person, die so schnell von einer Stimmung zur nächsten wechselt wie Autumn.

Fallon mochte ich ebenfalls gerne. Er ist einfach das komplette Gegenteil zu Kaspar (der in diesem Buch ZUM GLÜCK auch Auftritte hat, wenn auch erst am Ende). Er ist ruhig, aber nicht introvertiert, in den richtigen Situationen forsch, und dann wieder liebenswürdig-schüchtern. Einzig die Beziehung zwischen Autumn und ihm konnte ich nicht hundertprozentig nachvollziehen. Auf der einen Seite gab es da die Ablehnung, die Autumn gegenüber Fallons Familie allgemein empfand, auf der anderen Seite dann ihre Schwärmerei für ihn. Im einen Moment fand sie ihn nett, im nächsten hat sie ihn wieder von sich geschubst. Somit ging mir alles irgendwie zu sprunghaft von Statten. Ab einem gewissen Punkt hat sich die Beziehung zwischen Autumn und Fallon dann aber auch wieder kaum weiterentwickelt, bis es zum Ende kam. An diesem Punkt konnte ich nicht mal mehr nachvollziehen, wie die beiden so eng miteinander geworden sind, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Also leider ein wenig unauthentisch.

Auch die Handlung konnte mich nicht hundertprozentig von sich überzeugen. Größtenteils mochte ich die Handlung sehr, bloß gab es für meinen Geschmack zu wenig Action. Irgendwie ging es sehr viel um Politik, was so überhaupt nicht meins ist, zumal ich mich ja in dem System von Athenea (der Welt, in der das Buch teilweise spielt) nicht wirklich auskenne. So kam ich einige Male nicht ganz mit, und nicht immer war alles wirklich schlüssig für mich.

Anfangs – und im zweiten Drittel – gefiel mir der Umgang mit Depressionen und Suizidalität auch überhaupt nicht. Und auch zum Ende hin wurde das Thema meiner Meinung nach zu nebensächlich aufgegriffen. Immerhin wurde Psychotherapie als Weg zur Genesung genutzt, aber trotzdem finde ich, dass gerade so ein ernstes Thema nicht verharmlost werden sollte und mehr Aufmerksamkeit bekommen muss.

Fazit

Insgesamt ist »Autumn Rose« für mich zwar kein Highlight, aber an sich trotzdem ein ganz gutes Buch, bei dem der Autorin jedoch einige Fehler unterlaufen sind – bzw. Unzulänglichkeiten -, die in hoffentlich noch erscheinenden Teilen der Reihe besser gemacht werden.

Rezension: »Sakrileg« von Dan Brown

Endlich mal wieder ein Buch von Dan Brown. Ich habe ja »Illuminati« ziemlich geliebt, weshalb ich sehr froh war, als meine Freundin mir den zweiten Teil der Reihe rund um Symbolologe und Harvardprofessor Robert Langdon ausgeliehen hat.


Inhalt

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte – Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Sakrileg
Autor: Dan Brown
Übersetzung: Piet van Poll
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 618
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-15485-2
Reihe: Robert Langdon / Bd. 2

Erster Satz: »In der Grande Galerie stürzte Jacques Saunière, der Museumsdirektor, zu einem der kostbaren alten Meister, einem Caravaggio, klammerte sich an den schweren Goldrahmen und hängte sich mit seinem ganzen Gewicht daran, bis das Gemälde sich von seiner Aufhängung löste.«


Meine Meinung

Zwar kannte ich den Film zum Buch schon, bevor ich das Buch gelesen habe, aber ich muss sagen, dass sich das Lesen trotzdem sehr gelohnt hat. Zunächst einmal ist Dan Browns Schreibstil das, was ich besonders an seinen Büchern schätze. Man erfährt ziemlich viel über Kunst, Architektur, Geschichte und Religion, während man gleichzeitig aufgefordert wird, mitzurätseln und mit Robert Langdon mitzufiebern.

Dadurch, dass Gemälde und Orte so detailliert, aber nicht allzu ausschweifend beschrieben wurden, hatte ich immer ein klares Bild vor Augen und habe mich gefühlt, als sei ich selbst in Paris. Gefallen hat mir auch, dass man nicht nur den historischen Bezug zu vielen Dingen mitbekommt, sondern dass auch die Gegenwart nicht aus dem Blick verloren wird – so werden aktuelle Geschehnisse mit denen aus der Vergangenheit verknüpft und in Verbindung gebracht.

Robert Langdon ist auch ein ziemlich toller Protagonist, auch wenn ich eine seiner Aussage Homosexuelle betreffend schon bedenklich fand. Es ging darum, dass seine Komplizin Sophie Neveu gesagt hat, dass Leonardo da Vinci schwul gewesen sei, und Robert daraufhin meinte, dass man es so »drastisch« nicht ausdrücken müsse, aber ja, der Maler sei homosexuell gewesen. Da frage ich mich, was denn so »drastisch« daran ist, wenn man sagt, jemand sei schwul … ?

Tatsächlich konnte ich aber durchgängig mit Robert und Sophie mitfiebern, habe mich mit ihnen gemeinsam auf der Flucht vor der französischen Polizei befunden und versucht, das Rätsel von Jacques Saunière zu lösen. Einige Wendungen waren da schon relativ vorhersehbar, andere wiederum kamen völlig aus dem Nichts.

Das Ende selbst habe ich so schon vorhersehen können, auch wenn es sich deutlich von dem aus dem Film unterscheidet. Es war einfach schon ab der Hälfte offensichtlich, worauf diese Schnitzeljagd hinauslaufen würde.

Fazit

»Sakrileg« ist auf jeden Fall eine würdige Fortsetzung von »Illuminati«, auch wenn es seinem Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann. Trotzdem eine große Leseempfehlung von mir!

Rezension: »Grisha – Goldene Flammen« von Leigh Bardugo

Sollte mich in dieser letzten Maiwoche nicht doch noch ein unglaublich gutes Buch erwarten, dann habe ich mit dem ersten Teil der Grisha-Trilogie auf jeden Fall mein Monatshighlight gefunden!


Inhalt

Alina ist eine einfache Kartografin in der Ersten Armee des Zaren von Ravka. Jemand, der entbehrlich ist – ganz anders als ihr Kindheitsfreund Malyen, der erfolgreiche Fährtenleser und Frauenschwarm. Doch als Alina Mal bei einem Überfall auf unerklärliche Weise das Leben rettet, ändert sich alles für sie, denn sie findet heraus, dass sie eine Grisha ist, die über große Macht verfügt.

Alina wird ins Trainingslager der Grisha versetzt, der magischen und militärischen Elite Ravkas. Dort findet sie einen ganz besonderen Mentor: Den ältesten und mächtigsten der Grisha, der nur der »Dunkle« genannt wird und der schon bald ganz eigene Pläne mit Alina verfolgt.

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Grisha – Goldene Flammen
Autorin: Leigh Bardugo
Übersetzung: Henning Ahrens
Genre: High Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 352
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-52444-2
Reihe: Grisha-Trilogie / Bd. 1

Erster Satz: »Die Diener nannten sie Malenchki, Geisterchen, denn die Kleinsten und Jüngsten suchten das Haus des Herzogs heim wie kichernde Phantome, rannten durch die Zimmer, versteckten sich in Schränken, um zu lauschen, und stahlen die letzten Pfirsiche des Sommers aus der Küche.«


Meine Meinung

Ich weiß gar nicht, was ich vor dem Lesen erwartet habe, aber DAS garantiert nicht! Zugegeben, die ersten Kapitel waren noch ein wenig mühselig. Ich musste mich erst noch in der Welt einfinden, die neuen Begriffe verinnerlichen, die Ränge in der Gesellschaft verstehen, und so weiter und so fort. Da kam in den ersten drei Kapiteln schon einiges Neues dazu, was mich am Anfang ein bisschen eingeschüchtert hat. Danach wurde es aber umso besser!

Nach den ersten Kapiteln konnte ich gar nicht anders, als mit Alina mitzufiebern. Die Spannung hat sich von der ersten bis zur letzten Seite durchgezogen, es gab Hoch- und Tiefpunkte, unerwartete Wendungen, etc., die das Buch zu einem richtigen Pageturner gemacht haben.

Der Schreibstil von Leigh Bardugo ist einfach großartig! Nicht zu kompliziert, aber auch nicht zu schlicht, beschreibt sie alle möglichen Dinge, von Emotionen bis hin zu besonderen Orten und Gegenständen. Ich hatte durchgängig ein Bild vor Augen und konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen, so gefangen war ich von der Geschichte.

Auch die Charaktere fand ich großartig. Alina ist eine toughe Protagonistin, die einiges drauf hat und an der sich so manch eine*r eine Scheibe abschneiden kann. Mal fand ich am Anfang ein bisschen unsympathisch, wobei sich das zum Ende hin, als er mehr Auftritte bekommen hat, auch wieder geändert hat. Na ja, und der Dunkle … Was soll ich sagen? Er ist einfach ein toller Charakter, mal ganz anders und von der Ausstrahlung her ein bisschen wie Rhysand aus »Das Reich der sieben Höfe«. Natürlich kommt auch die Lovestory nicht zu kurz. Trotzdem ist es so, dass es der Geschichte keinen Abzug tut, dass Alina anfängt, Gefühle für eine gewisse Person zu entwickeln. Die Romanze fügt sich perfekt in das Gesamtbild ein, es ist ein roter Faden erkennbar, und sie entwickelt sich auch weder zu schnell noch zu langsam, sondern eben genau richtig.

Fazit

Da ich mich nur am Anfang ein bisschen schwer damit getan habe, in die Geschichte einzufinden, gibt es auch nur einen halben Stern Abzug von mir. Allgemein ist das Buch eine absolute Leseempfehlung, wer es noch nicht gelesen hat, sollte das schleunigst ändern!

Rezension: »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« von Rick Riordan

Vor kurzem habe ich »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« beendet. Ob und wie es mir gefiel, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Da es sich bei dem Buch um den vierten Teil der »Percy Jackson«-Reihe handelt, treten höchstwahrscheinlich ein paar Spoiler zu vorherigen Bänden auf.


Inhalt

Die Armee des Titanen Kronos wird immer stärker! Nun ist auch Camp Half-Blood nicht mehr vor ihr sicher, denn das magische Labyrinth des Dädalus hat einen geheimen Ausgang mitten im Camp. Nicht auszudenken, was passiert, wenn Kronos und seine Verbündeten den Weg dorthin finden! Das müssen Percy und seine Freunde unbedingt verhindern. Unerschrocken treten sie eine Reise ins Unbekannte an, hinunter in das unterirdische Labyrinth, das ständig seine Form verändert. Und hinter jeder Biegung lauern neue Gefahren …

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 432
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31156-6
Reihe: Percy Jackson / Bd. 4

Erster Satz: »Das Letzte, was ich in meinen Sommerferien wollte, war, noch eine Schule in die Luft fliegen zu lassen.«


Meine Meinung

Der Schreibstil von Rick Riordan war mal wieder sehr schön zu lesen. Durch den darin mitschwingenden Humor und die für ein Jugendbuch angemessene Wortwahl bin ich sehr schnell durch die Geschichte zu kommen, ohne irgendwas zu verpassen. Im Vergleich mit den vorherigen Teilen muss ich allerdings sagen, dass »Die Schlacht um das Labyrinth« weniger lustig war. In den ersten drei Bänden musste ich oft schmunzeln, an den unmöglichsten Stellen, was hier leider nur gegen Ende hin der Fall war.

Auch das Setting hat mir sehr gut gefallen. Durch die Ortsbeschreibungen konnte ich immer sofort ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen lassen, was dafür gesorgt hat, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt komplett in der Geschichte rund um Percy und seine Freunde vertieft war.

Apropos Percy und seine Freunde: Die Charaktere waren ebenfalls richtig toll ausgearbeitet. Ich konnte mich sowohl in Percy, als auch in Annabeth, Nico, Rachel, Grover oder sogar Tyson hineinversetzen, da die Emotionen ziemlich gut rüberkamen. Nur manchmal – gerade zum Ende hin oder wenn er mit Nico gesprochen hat – hat Percy Sprüche rausgehauen, die nicht so klangen, als würde ein 14-Jähriger sie sagen, sondern eher ein weiser alter Mann.

Mein größter Kritikpunkt ist aber die Spannung. Leider konnte mich die Geschichte nämlich erst nach Seite 200 so richtig packen, und auch da war der Nervenkitzel jetzt nicht sooo riesig wie erhofft. Das Ende war dann wieder etwas vorhersehbar, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auskennt.

Fazit

Bisher war »Die Schlacht um das Labyrinth« der für mich schwächste Teil der Reihe. Es gab mir zu wenig Witz, Spannung und Wendungen, weshalb das Buch leider nicht mit seinen drei Vorgängern mithalten kann.