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Rezension: »The Upper World – Ein Hauch Zukunft« von Femi Fadugba

»The Upper World – Ein Hauch Zukunft« ist das Debüt des Autors Femi Fadugba und wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Inhalt

Esso, ein schwarzer Teenager aus der Londoner Südstadt, verliert bei einem Autounfall das Bewusstsein und sieht plötzlich Szenen aus der Zukunft. Darin ist sein Leben in Gefahr, das seiner Freunde – und das Leben seiner großen Liebe Nadia. Das will er um jeden Preis verhindern. Doch dazu braucht er die Hilfe eines Mädchens aus der Zukunft…

Femi Fadugbas spektakuläres Debüt: ein hoch spannender Zeitreise-Thriller mit politischer Botschaft, der alle Genregrenzen sprengt.


Bibliographische Daten

Titel: The Upper World – Ein Hauch Zukunft
Autor: Femi Fadugba
Übersetzung: Alexandra Ernst
Genre: Science Fiction
Format: Hardcover
Seiten: 414
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16622-2


Meine Meinung

Wer das Bloggerportal kennt, weiß, dass Blogger*innen dort Bücher, die innerhalb der Verlagsgruppe Random House erschienen sind oder noch erscheinen, als Rezensionsexemplar anfragen können. Meine Anfrage für »The Upper World« rührt daher, dass mich Cover und Klappentext des Buches sofort angesprochen haben. Sofort habe ich auf eine vielversprechende Geschichte gehofft, wobei ich eigentlich dachte, dass sie eher in die Fantasy-Richtung geht.

Letztendlich wurde mir aber etwas ganz anderes aufgetischt als ich erwartet hatte, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Tatsächlich würde ich das Buch im Bereich Science Fiction einordnen, denn Wissenschaften – insbesondere Physik und Philosophie – spielen eine sehr große Rolle in dem Buch.

Da ich auf so gut wie allen Gebieten der Physik unzureichend bewandert bin, um es mal vorsichtig auszudrücken, war das Buch dann schon anspruchsvoll für mich. Ab der zweiten Hälfte dann in Teilen auch schon wieder zu anspruchsvoll. Zwar wurden alle physikalischen Erklärungen durch Skizzen sowohl mitten im Buch als auch im Anhang – und in letzterem Fall durch Fußnoten gekennzeichnet – veranschaulicht und zudem auch vereinfacht dargestellt, aber gegen Ende des Buches hin nahm der physikalische Aspekt der Geschichte dann die Überhand, sodass ich mehrfach Verständnisprobleme hatte und der Storyline nicht mehr 100%ig folgen konnte.

Genau deshalb kam die Spannung teilweise nicht ganz bei mir an, obwohl sie mit jedem Kapitel gesteigert wurde. Sobald ich dann aber wieder durch irgendwelche Formeln aus dem Konzept gekommen bin, war auch die Spannung wieder dahin.

Was mich allerdings immer hat weiterlesen lassen, waren die Charaktere. Obwohl die Nebencharaktere etwas zu flach geblieben sind, konnte mich die Ausarbeitung der beiden Protagonist*innen Esso und Rhia überzeugen. Esso mit seinem selbstironischen Humor war sehr erfrischend und hat zudem einen sehr realitätsnahen Einblick in die Welt (und die Schwierigkeiten) der heutigen Jugend geboten. Rhia auf der anderen Seite steht stellvertretend für die Generation Jugendlicher in 15 Jahren. Auch wenn sie mir zum Ende hin etwas zu schnell Zusammenhänge begreift, die mir nicht mal in den Sinn gekommen wären, war sie mir sogar ein klitzekleines Bisschen sympathischer als Esso.

Fazit

Alles in einem würde ich das Buch zwar weiterempfehlen, aber mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass zumindest physikalische Grundlagen da sein sollten sowie ein Vermögen von abstraktem Denken, da es sonst schnell – wie bei mir – zu Verständnisschwierigkeiten kommen könnte.

Rezension: »Red Rising« von Pierce Brown

Hallo ihr Lieben!

Heute habe ich endlich mal das Hörbuch zu „Red Rising“ beendet. Ich hatte hohe Erwartungen, weil es mir von einer Bekannten empfohlen wurde, aber leider wurde ich maßlos enttäuscht … Aber lest selbst:


Inhalt

Der junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erde verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der in Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche des Mars bewohnbar zu machen.

Doch dann erkennt er, dass er und seine Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden. Denn der mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt ihn sein Weg zunächst ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss er einer von ihnen werden.


Bibliografie

Titel: Red Rising
Autor: Pierce Brown
Übersetzung: Bernhard Kempen
Sprecher: Marco Sven Reinbold
Genre: Dystopie
Format: Hörbuch
Verlag: Ronin Hörverlag
Dauer: 16 Std. 49 Min.
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Es fällt mir ziemlich schwer, diese Rezension zu schreiben, weil ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Deshalb schreibe ich jetzt einfach drauf los, egal ob es hinterher von der Reihenfolge her irgendeinen Sinn ergibt oder nicht xD

Aaalso. Ich habe das Hörbuch im September angefangen zu hören, kurz nachdem die neue Deezer Audiobooks App erschienen ist. Weil ich ein Deezer Konto habe, hab ich Luftsprünge gemacht, als ich erfahren habe, dass ich mir weder Bookbeat noch Audible kaufen muss, um zwischendurch mal legal Hörbücher zu hören. Na ja, aber das tut hier jetzt eigentlich nichts zur Sache.

Zwei meiner Freundinnen (fühlt euch angesprochen, Isabella und Sophie!) waren dabei, als ich das Hörbuch zu „Red Rising“ angefangen habe, und wir alle haben uns schon nach den ersten Minuten fremdgeschämt. Ernsthaft jetzt. Dieser unfassbar vulgäre Schreibstil hat uns zutiefst erschüttert und angeekelt. Ganz ehrlich, wer will schon in jedem zweiten Satz etwas über „Pisse“ lesen?! Übrigens wurde alles irgendwie mit „Pisse“ verglichen, egal wie wenig Sinn so ein Vergleich ergeben hat. Na ja, die „Pisse“ wurde nur noch übertroffen, als der Protagonist von „alten rammelnden Männern“ gesprochen hat. Mal ganz ehrlich, da hätte ich mich auch beim Lesen schon fast übergeben müssen. Weitere noch abschreckendere Beispiele möchte ich hier lieber nicht nennen, die haben in einer Rezension nichts zu suchen – schon bei diesen beiden Beispielen hab ich eine Ausnahme gemacht.

Letztendlich hab ich das Hörbuch dann alleine weitergehört, weil ich es nicht haben kann, ein Hörbuch noch vor der ersten Stunde abzubrechen. Tatsächlich wurde es dann allmählich doch noch ein bisschen besser. Zwar war die Stimme des Sprechers auf Dauer recht nervig – besonders, wenn er versucht hat, Mädchenstimmen zu imitieren. Das klang dann teilweise wie ein erkältetes Meerschweinchen. Ich meine, da kann der Sprecher natürlich auch nichts für, aber ich bewerte hier nun mal, wie ich persönlich das Hörerlebnis empfunden habe. Und diese Kritik gehört zu meiner Meinung dazu.

Sobald Darrow das Institut betreten hat, wurde es dann wieder langweiliger. Die Spannung hat ihren Tiefpunkt erreicht und konnte auch zum Ende hin nicht wieder aufgebaut werden. Es ging die ganze Zeit um Dasselbe, Darrows Gedanken haben sich ständig wiederholt und die Wendungen waren für mich absolut vorhersehbar. Selbst das Ende konnte dann nichts mehr rausreißen und hat mich nur noch darin bestärkt, dass ich die Reihe mit diesem Buch hier abbrechen werde.

Die Handlung an sich ist ganz okay, nur fehlte mir wie bereits gesagt eine Menge Spannung. Es hatte ein bisschen was von „Die Tribute von Panem“, allerdings sehr viel unorganisierter und verwirrender. Ich hatte auch Schwierigkeiten, die Charaktere alle auseinanderzuhalten, weil sie nicht wirklich tiefgründig ausgearbeitet waren, selbst diejenigen, die wichtig für die Geschichte waren. Die Welt ist allerdings ganz gut durchdacht und das System ist schon interessant, nur leider gefällt mir die Umsetzung nicht.


Fazit

An sich ist „Red Rising“ nicht super schlecht, aber es entspricht überhaupt nicht meinem Geschmack und meine recht hohen Erwartungen wurden wirklich sehr enttäuscht. Ab dem zweiten Drittel fand ich das Hörbuch einfach nur vorhersehbar und langweilig, weshalb ich die Reihe hiermit abbrechen werde.

Rezension: »Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?« von Lina Frisch

Hey-ho alle zusammen!
Die Rezensionen kommen jetzt alle ein bisschen vermischt, weil ich die letzten ausstehenden noch nicht geschrieben habe, aber dieses Buch habe ich zuletzt beendet und ich möchte gerne jetzt schon die Rezi dazu veröffentlichen. Seht es mir nach 😉


Inhalt

Bist du rational oder emotional?

Die Frage, die über dein Leben entscheidet …

Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen.
Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht.
Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst …


Bibliografie

Titel: Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?
Autorin: Lina Frisch
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63344-0
Reihe: Falling Skye / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Hält man das Buch das erste Mal in den Händen, fällt sofort dieses wunderschöne Cover auf. Die Farben harmonieren großartig miteinander und der Kristall, der abgebildet ist, passt perfekt zum Hintergrund der Geschichte. Auch die Schrift sieht hervorragend aus und das umgekehrte E verleiht dem ganzen noch einen eigenen Touch. Das einzige, was ich nicht so mag, ist, dass die Person auf dem Kristall uns den Kopf zudreht. Ich bin nur manchmal ein Fan von Gesichtern auf Covern und dieses Mal finde ich es leider ein wenig unpassend.

Lina Frisch ist eine sehr junge Autorin – umso mehr überrascht hat mich ihr großartiger Schreibstil. Zwar hält Lina Frisch sich von ausschweifenden Erklärungen und komplizierten Satzgebilden fern, aber dadurch ist ihr Buch auch sehr flüssig und schnell zu lesen. Man muss sich nicht sonderlich anstrengen, um mitzubekommen, was genau passiert, was ein großer Pluspunkt für das Leseerlebnis ist. Insgesamt sind mir im ganzen Buch nur ein oder zwei kleine Rechtschreib- beziehungsweise Grammatikfehler aufgefallen, die aber auch Tippfehler sein können und nicht allzu dramatisch sind.

Von der Handlung her finde ich „Falling Skye“ wirklich gut gelungen. Unsere Protagonistin Skye Anderson lebt in den Gläsernen Nationen, die ehemals die USA waren. Geführt werden die Nationen von der Kristallisierungspartei; diese hat sich während des sogenannten großen Skandals vor einigen Jahren durchgesetzt und bewegt, dass sich jede/r Jugendliche der Gläsernen Nationen ab einem bestimmten Alter kristallisieren lassen muss. Dazu wird er/sie einen Monat lang in einem bestimmten Zentrum in verschiedenen Kategorien getestet, um festzustellen, ob er/sie entweder rational oder emotional ist. So soll Diskriminierung vermieden werden und ein besseres Zusammenleben und Ergänzen in der Gesellschaft entstehen.

Die Welt, die Lina Frisch erschaffen hat, ist fantastisch und sehr detailreich ausgearbeitet, weshalb es mir großen Spaß gemacht hat, mit Skye mehr über die Geschichte der Gläsernen Nationen zu erfahren. Dabei wurde auch Rücksicht auf die fortgeschrittene Zeit genommen, wobei nie ein bestimmtes Jahr genannt wird, was die Geschichte zu einem zeitlosen Vergnügen macht. Auf der einen Seite gibt es bereits hochintelligente neue Erfindungen wie beispielsweise die Checks, die jede/r Expektant/in im Zentrum erhält, auf der anderen jedoch auch noch Smartphones und Technologien, die wir heute ebenfalls benutzen.

Zwischendurch gab es in der Geschichte jedoch ein paar kleine Ungereimtheiten, die mir aufgefallen sind. Zum einen fand ich es merkwürdig, wie schnell Skye ihr Misstrauen gegenüber dem Testleiter Alexander abgelegt hat, wobei sie vorher doch wirklich nicht wusste, ob er nicht vielleicht auch einfach ein Test für sie sein soll, um sie in ihrem Glauben an die Gläsernen Nationen zu erschüttern. Auch fand ich es sehr merkwürdig, dass sie auf der einen Seite so intelligent dargestellt wurde, auf der anderen Seite aber die ganzen Zusammenhänge erst so viel später als ich als Leserin entdeckt hat. Dadurch war das Ende für mich weniger spannend als vielmehr vorherzusehen.

Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Während sich in „Falling Skye“ alles darum dreht, wie Skye die Wahrheit über die Machenschaften der Regierung erfährt, gehe ich mal davon aus, dass der Fokus in „Rising Skye“ eher auf dem Widerstand durch Skye und einige andere Charaktere liegt, die wir im ersten Teil bereits kennenlernen durften.


Fazit

„Falling Skye“ ist eine spannende Dystopie, die mitreißend und detailreich von Lina Frisch erzählt wird. Es gibt ein-zwei kleine Kritikpunkte, die ich an der Geschichte rund um Skye habe, doch diese liegen im Auge des Betrachters und sind für einige wahrscheinlich weniger deutlich als vielleicht für mich. Besonders das Setting konnte mich umhauen und ich freue mich schon, irgendwann einmal den zweiten Teil „Rising Skye“ zu lesen.

Rezension: »Cryptos« von Ursula Poznanski

Hallo ihr Lieben!

Kommen wir nun zur ersten Rezension diesen Monat! Es handelt sich um die Hörbuchfassung von „Cryptos“, dem neuesten Werk von Ursula Poznanski. Vielen Dank an das Bloggerportal für das Bereitstellen dieses tollen Rezensionsexemplares!


Allgemeine Informationen

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Titel: Cryptos
Autorin: Ursula Poznanski
Specherin: Laura Maire
Genre: Dystopie
Format: Hörbuch (MP3-CDs)
Länge: 12h 53min
ISBN: 978-3-8445-3939-4
Verlag: der Hörverlag (als Print: Loewe)
gehört: 12.08.20 bis 08.09.20


Inhalt

Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün, geduckten Häuschen und einer Burgruine. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn an ihrem Arbeitsplatz mal wieder die Kühlung ausfällt und es schon vor elf Uhr so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

Jana ist Weltendesignerin. Auf ihrem Desktopf entstehen die alternativen Realitäten, in denen jeder spannende Abenteuer erleben kann, w#hrend er sich eigentlich in einer Art VR-Kapsel befindet. Denn in einer Wirklichkeit, in der das Klimasystem bereits gekippt ist, bleibt für die meisten Menschen nur die Flucht ins Virtuelle …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Genau wie auch in der gesamten Geschichte, findet sich im Cover die Liebe zum Detail wieder, die das Buch unter anderem so besonders macht. Das Motiv passt haargenau zum Inhalt.

Auch im Inneren kann das Hörbuch von der Gestaltung her punkten. Ein besonderes Highlight ist für mich das Kapitelregister – dort steht, welche Tracks zu welchem Kapitel gehören, was einen besseren Überblick ermöglicht.


Der Erzählstil

Wie immer kann ich vom Schreibstil der Autorin nur schwärmen. Ursula Poznanski hat es geschafft, alles so detailreich und gleichzeitig nie zu ausschweifend auszubauen. Es baut sich schon von Anfang an Spannung auf und ich wollte kaum mehr aufhören zu hören – leider hat mir die Zeit einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht xD.

Die Sprecherin ist perfekt gewählt. Laura Maires Ausdrucksweise passte perfekt zur Protagonistin Jana und ich habe sofort rausgehört, wenn sich etwas um Gesagtes oder um Gedachtes handelte. Nur, dass die Anfänge jedes Tracks ein bisschen mit rausgeschnitten wurden, hat leicht gestört – nichts Dramatisches, meist wurde ein Wort oder so rausgeschnitten.


Die Handlung

Ursula Poznanski hat mit „Cryptos“ mal wieder großen Einfallsreichtum bewiesen. Allein schon die Idee, dass das Buch mit topaktuellen Themen wie Klimawandel und virtuellen Realitäten spielt, hat mich neugierig gemacht.

Vielleicht fragt man sich nun, ob denn alles wirklich realistisch dargestellt wurde. Das ist dann eine wirklich unbegründete Sorge. Poznanski hat sich sehr viele Gedanken gemacht und es letztlich hinbekommen, alles so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Es wurde auf so viele kleine Details geachtet, es wurde so vieles verständlich erklärt. Und trotz der Tatsache, dass ich ein Großteil des Buches in der virtuellen Realität abspielt, blieb der Bezug zur Wirklichkeit vorhanden.

Mit der Gestaltung der unterschiedlichen Welten wurde eine sehr behagliche und gleichzeitig ein bisschen faszinierende Atmosphäre geschaffen – auch wenn nicht alle Welten so angenehm zum Leben sind wie Janas Kerrybrook.

Zudem gab es immer mal wieder gleichermaßen schockierende wie glaubwürdige Wendungen, die nicht vorhersehbar waren und das Lese- bzw. Hörerlebnis spannender gemacht haben. Die abwechslungsreiche Storyline hat dies noch einmal unterstrichen, sodass ich nie das Gefühl hatte, irgendwas an der Geschichte hätte noch ausgebessert werden können.

Das Ende war für mich noch ein kleines Highlight. Anders als erwartet ist es eher offen und lässt einen als Leser noch eine Weile grübelnd zurück. Man weiß nicht, ob Jana und ihre Komplizen es hinterher schaffen, die Drahtzieher zu stoppen, aber gerade das machte das Ende so realistisch für mich. Es hat noch weitere zwei Stunden gebraucht, bis ich mich getraut habe, diese Rezension zu schreiben, weil ich noch so lange über die Geschichte nachgedacht habe.


Die Charaktere

Ich hatte Jana als Protagonistin sofort liebgewonnen. Ihr Charakter wurde durch ihre Taten und Aussagen sehr hervorgehoben, und dadurch, dass das ganze Buch aus ihrer Perspektive geschrieben ist, habe ich einen sehr deutlichen Einblick in ihre Gedanken bekommen. Obwohl sie vielleicht für einige etwas naiv scheinen könnte, fand ich gerade das so sympathisch an ihr – ich kenne keine Person, die nicht ein kleines Bisschen blauäugig ist, und so wirkte Jana auf mich noch viel authentischer. Sie hat einen sehr ausgeprägten, starken Charakter, der mich sofort von sich überzeugt hat.

Auch die anderen Charaktere in dem Buch klingen noch lange nach. Jeder hatte eine eigene Persönlichkeit, die genau zu ihm passte, und ich liebe einfach diese facettenreiche Ansammlung von Menschen, die Ursula Poznanski da geschaffen hat.


Fazit

Für mich ist „Cryptos“ sehr nahe an einem Highlight dran. Einzig, dass die Anfangsworte in der Hörbuchfassung rausgeschnitten wurden, fand ich ein bisschen lästig, ansonsten gibt es von mir keine Kritikpunkte!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Der Hof der Wunder« von Kester Grant

Hey ihr Lieben!

Ich habe „Der Hof der Wunder“ eher zufällig beim Bloggerportal als Rezensionsexemplar angefragt, weshalb ich umso erfreuter war, als ich das Hörbuch kurz darauf zugeschickt bekommen habe. Und ich verrate zumindest schon mal so viel: Ich hatte einige Stunden sehr tolles Hörvergnügen!

Bei dem Hörbuch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir vom Verlag über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Der Hof der Wunder
Autorin: Kester Grant
Übersetzung: Andreas Decker
Sprecherin: Marie Bierstedt
Genre: Dystopie (historisch)
Format: Hörbuch
Spielzeit: ca. 9 Std. 25 Min.
ISBN: 978-3-8371-4946-3
Verlag: Random House Audio
Reihe: Der Hof der Wunder / Bd. 1
gehört: 19.06.20 bis 27.06.20


Inhalt

Zwei Diebinnen in Paris

In einem alternativen Paris des Jahres 1823 ist die Französische Revolution fehlgeschlagen. Skrupellose Aristokraten teilen sich die Stadt mit neun kriminellen Gilden, die die Unterwelt regieren. Zwischen den Gilden herrscht ein brüchiger Frieden. Nina, Angehörige der Diebesgilde, will ihre Schwester Azelma retten. Kaplan, der Oberste der Gilde des Fleisches, spezialisiert auf Menschenhandel und Prostitution, hat sie an sich gerissen. Aber die Diebe wollen sich nicht mit Kaplan anlegen. Die junge Waise Ettie soll Nina bei einem verzweifelten Befreiungsplan helfen. Doch eine Hungersnot und neue Revolutionäre zwingen die ungleichen Verbündeten dazu, sich den verfeindeten Gilden anzudienen und bis zur großen Zusammenkunft der Gilden, dem legendären Hof der Wunder, zu überleben. Und als Kaplan den beiden auf die Spur kommt, droht in ganz Paris ein Krieg auszubrechen …

Wunderbar gelesen von Marie Bierstedt


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist wirklich großartig. Die Farben, die Formen und die Verzierungen passen so perfekt zum Inhalt, dass ich mir das Hörbuch die ganze Zeit über anschauen könnte und nicht müde davon werden würde.

Auch die CDs selbst sind schön gestaltet, und wie immer bei Random House Audio passend zum Cover. Klappt man das Hörbuch auf, sieht man direkt den Klappentext, und innen gibt es außerdem kurze Infos zur Autorin und zur Sprecherin. Ihr merkt schon, ich kann nur von der Aufmachung schwärmen.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kester Grant ist sehr bildhaft und auf jeden Fall einzigartig. Ehrlich, dieses Buch ist so unglaublich gut geschrieben, dass ich in jedem einzelnen Moment alles vor Augen hatte und mich kaum auf das Puzzle konzentrieren konnte, das ich nebenbei eigentlich machen wollte.

Außerdem möchte ich hier einmal Marie Bierstedt als Sprecherin loben. Ich habe zuvor noch nie ein Buch gehört, das von ihr gelesen wurde, doch das wird sich ab jetzt auf jeden Fall ändern. Ich glaube ehrlich gesagt, kein Buch, das sie liest, könnte langweilig sein, denn sie hat die Emotionen und die einzelnen Stimmen der Charaktere unfassbar gut rübergebracht. Teilweise hatte man wirklich das Gefühl, dass Nina selbst die Geschichte erzählt – allein deshalb ist das Hörbuch schon ein absolutes Highlight für mich.


Die Handlung

Das Setting hat mich sofort fasziniert. Das BUch spielt in einem alternativen Paris, in dem die Französische Revolution fehlgeschlagen ist und wo neun Gilden, die sich nur am sogenannten Hof der Wunder treffen, über die Stadt herrschen. Außerdem ist die ganze Geschichte sehr düster und teilweise grausam, da sie nichts beschönigt. Die ganze Story über werden Gewalt, Skrupellosigkeit, Tod, Hunger, Intrigen und Misshandlung sowie Prostitution thematisiert. Keine leichte Kost, aber gerade das fand ich an diesem Buch so großartig, denn die Realität bzw. die alternative Realität wurde hier sehr authentisch dargestellt und nicht in schöne Worte verpackt. Also definitiv nichts für eher zartbesaitete Menschen.

Insgesamt habe ich an der Handlung so gut wie nichts auszusetzen. Anfangs brauchte ich ein paar Anläufe, um wirklich in die Geschichte einzusteigen, aber das geht mir Hörbüchern oft so. Ansonsten war ich durchweg gefesselt und habe die ganze Zeit über mit Nina mitgefiebert. Ihre Emotionen und Gefühle waren alle sehr gut nachzuvollziehen – was nicht zuletzt an Marie Bierstedt lag, die ihren Job wirklich grandios gemacht hat – und es gab immer mal wieder Plottwists und unerwartete Wendungen, die mich dazu getrieben haben, immer weiterzuhören.


Die Charaktere

Nina ist eine unglaublich starke Protagonistin, an der sich so manch einer ein Beispiel nehmen kann. Sie ist schlagfertig, temperamentvoll, lässt sich nicht unterkriegen und hat einen unglaublich ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Sie ist selten auf die Hilfe anderer angewiesen und will immer alles selbst schaffen, aber im Laufe der Geschichte lernt auch sie, sich ihre Schwächen einzugestehen. Außerdem wird sie nicht umsonst die Schwarze Katze der Diebesgilde genannt …

Der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf Nina und dem, was sie alles erlebt. Während sie wirklich eine großartig ausgearbeitete Hauptfigur ist, verblassen die anderen Charaktere neben ihr. Bei Letzteren wurden mir ihre Charaktereigenschaften nicht so ganz klar, und insgesamt kam ich auch oft mit den Namen durcheinander. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass ich überhaupt kein Französisch spreche und mich auf dem Gebiet deshalb nicht so wirklich auskenne.


Fazit

„Der Hof der Wunder“ ist kein seichtes Buch, sondern eine Dystopie, die in einem alternativen Paris spielt und keine Wahrheit auslässt, sei sie noch so grausam. Zartbesaitete Menschen sollten lieber die Finger von diesem Buch lassen, doch ich bin mir sicher, dass die meisten anderen diese Geschichte lieben werden.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 3,5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange« von Suzanne Collins

Hey ihr Lieben!

Oh Gott, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll … Also, am Montag hab ich das Buch angefangen, am Mittwoch beendet, und ich hab nicht mal dran gedacht, mir Zitate zu markieren, so gefesselt war ich von der Geschichte! Aber gut, ich will ja nicht der eigentlichen Rezension vorweggreifen, also macht euch doch selbst ein Bild, wie mir das Buch gefallen hat!


Allgemeine Informationen

Titel: Die Tribute von Panem X – Das Lied von Vogel und Schlange
Autorin: Suzanne Collins
Übersetzung: Sylke Hachmeister, Peter Klöss
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 607
ISBN: 978-3-7891-2002-2
Verlag: Oetinger
Reihe: Die Tribute von Panem / Prequel
gelesen: 01.06.20 bis 03.06.20


Inhalt

Ehrgeiz treibt ihn an.
Rivalität beflügelt ihn.
Aber Macht hat ihren Preis.

Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.

Die Chancen stehen jedoch schlecht. Er hat die demütigende Aufgabe bekommen, ausgerechnet dem weiblichen Tribut aus dem heruntergekommenen Distrikt 12 als Mentor zur Seite zu stehen: Lucy Gray, das Mädchen im Regenbogenkleid, das zwar singen kann, aber für den Kampf ungeeignet zu sein scheint. Jede Entscheidung, die Coriolanus trifft, könnte über Erfolg oder Misserfolg seines zukünftigen Lebens entscheiden und Lucys Leben vorzeitig beenden. Es beginnt ein brutaler Kampf in der Arena, bei dem Coriolanus schnell feststellt, dass sein Schicksal untrennbar mit Lucy Grays verbunden ist.


Meine Meinung

Die Gestaltung

An sich habe ich am Cover überhaupt nichts auszusetzen. Ich mag die Aufmachung einfach, weil sie bereits erahnen lässt, dass sich in dem Buch etwas ganz Besonderes befindet. Es ist sehr modern gehalten, mit dem flachen Buchrücken, dem sehr kantigen Aussehen und den goldenen Verzierungen auf schwarzem Grund. Man könnte auch sagen, es sieht sehr edel und eben … besonders aus.

Das einzige, was mich ein bisschen ärgert, ist, dass es das Buch nicht auch in ähnlicher Aufmachung wie die vorherigen Bände gibt. Klar, diese wurden jetzt auch noch mal neu aufgelegt, mit zu dem neuen Buch passendem Cover, aber ich bin eben ein Mensch, der es liebt, wenn das Bücherregal ordentlich aussieht, und jetzt steht da eben ein Teil in meinem Regal herum, der nicht zum Rest passt. Und um die anderen Bände ebenfalls in der neuen Ausgabe zu kaufen, fehlt mir einfach das Geld, denn sie sind schon sehr teuer. Beim dritten Band lohnt es sich aber wenigstens von der Geschichte her, das Geld auszugeben.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Suzanne Collins ist sehr ausführlich, viel detailreicher als in der Trilogie. Dadurch werden viele Extras geboten, andererseits mag es einigen aber auch so vorkommen, als würde sich die Geschichte ein bisschen in die Länge ziehen. Dieser Auffassung bin ich selbst nicht, denn für mich war die Geschichte trotz allem sehr mitreißend – es hat schon seinen Grund, weshalb ich die ersten 400 Seiten an einem Tag gelesen habe.

Nur am Anfang sind mir ein oder zwei kleine Tippfehler aufgefallen, und ja, ich weiß, ich bin diesbezüglich sehr pingelig. Ich meine, zwei Mini-Fehler in einem Buch über sechshundert Seiten sind jetzt wirklich nicht tragisch, zumal sie nur am Anfang vorkommen. Trotzdem möchte ich das hier aufschreiben, weil das für mich einfach mit dazugehört und ich fair bleiben möchte.


Die Handlung

Vorweg sei gesagt, dass man sich auf die Geschichte und vor allem auf Coriolanus als Protagonist einlassen muss, denn sonst wird das alles kein Lesevergnügen. Aber so geht uns das ja schließlich oft mit Büchern, weshalb ich das hier einfach mal so stehenlasse.

Wenn ich jetzt sage, dem Buch fehlt die Tiefe der ersten drei Bände, klingt das gleich so abwertend. DAbei meine ich damit nicht, dass die Charaktere und die ganze Geschichte nicht tiefgründig ausgearbeitet worden sind, sondern vielmehr, dass bei mir die Gefühle nicht so ganz aufkamen. Ich konnte alle Emotionen verstehen und nachvollziehen, aber eben nicht selbst mitfühlen, wenn ihr versteht, was ich meine. Das ist aber wirklich Meckern auf höchstem Niveau und sollte für niemanden ein Grund sein, das Buch nicht zu lesen, denn es überzeugt auf ganz anderer Linie!

Falls jemand von dem BUch richtige Action erwartet, wird diese Person enttäuscht sein. Es ist eine gewisse Spannung da, die aber nicht durch die Action entsteht, die in der Trilogie rund um Katniss so groß geschrieben wird. VIelmehr geht die Spannung von der Entwicklung von Coriolanus aus, und sie ist auch nicht das Wichtigste am Buch, sondern kommt eben ein bisschen untergründig noch dazu.

Die Hungerspiele sind 64 Jahre vor der Trilogie noch nicht so ausgereift. Sie finden in einem alten Amphitheater statt, das von Bombeneinschlägen zerstört wurde, und es sind lediglich ein paar Parallelen zu den folgenden Hungerspielen erkennbar, wie beispielsweise die neu eingeführten Wetten und das Zuschicken von Lebensmitteln (das in der Trilogie sogar noch um andere Gegenstände erweitert wurde). Snow hat schon in seiner Jugend viele neue Ideen, die HUngerspiele auszuarbeiten und spannender zu gestalten, und obwohl die Spiele selbst vielleicht grausam erscheinen, ist der Luxus, den Katniss vor ihren eigenen Hungerspielen erlebt, etwas, das ganz allein Snows Verdienst ist. Er konnte es von Anfang an nicht haben, dass Kinder in einem Affengehege verhungerten, bevor die eigentlichen Spiele überhaupt begannen.

Richtig gut gefallen hat mir außerdem, dass eine Verbindung zur Trilogie aufgebaut wird. So ist zum Beispiel von der Pflanze Katniss die Rede, nach der Katniss Everdeen benannt ist, der Spotttölpel bekommt Aufmerksamkeit (ebenso wie der Schnattertölpel), und das Lied vom Henkersbaum, an das sich vielleicht einige von euch noch erinnern, spielt auch eine ganz zentrale Rolle. Die Bedeutung des Liedes wird im Laufe der Geschichte klar, denn Lucy Gray hat das Lied eigens verfasst.


Die Charaktere

Kommt am besten Weg von der Vorstellung, dass Snow immer der Böse ist und sein wird, denn nur dann werdet ihr keine Schwierigkeiten haben, euch in ihn hineinzuversetzen und ihn als Charakter liebzugewinnen. Ich finde, Suzanne Collins hat es perfekt gelöst, seinen Charakter und dessen Entwicklung in den Vordergrund zu stellen, aber nicht auf die ganz offensichtliche Art und Weise, sondern eher im Verdeckten. Es kommt so viel zusammen und ich kann mir gut vorstellen, wie seine ganze Abneigung gegen Katniss, die Distrikte, und vor allem gegen den Spotttölpel zustande kam. Ich habe eine Rezension gelesen, in der geschrieben wurde, es schimmere schon in diesem Buch durch, dass Snow nicht zu Liebe fähig sei. Das ärgert mich, denn dieses Gefühl hatte ich überhaupt nicht, schließlich war seine LIebe sozusagen der Auslöser für alles, was geschehen ist.

Lucy Gray ist ein sehr interessanter Charakter, der mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken gebracht hat. Anfangs ist sie so aufgeweckt und lebhaft, und ich kann gut verstehen, weshalb Coriolanus sich in sie verliebt. Als dann jedoch ihr wahrer Charakter ans Licht kam, war ich einfach nur sprachlos, da ich das nie von ihr erwartet hätte, aber andererseits hat es dann im Nachhinein auch Sinn ergeben.

Mein Lieblingscharakter wird neben Coriolanus aber auf jeden Fall die Oberste Spielmacherin Dr. Gaul sein. Sie ist diejenige, die die Hungerspiele zu dem gemacht hat, was sie sind, und ihre Ranghöhe ist nicht zu unterschätzen. Sie mischt auf jeden Fall ganz oben in den Reihen des Präsidenten mit. Außerdem ist sie schon ein bisschen gestört, vor allem psychisch, aber gerade deshalb fand ich ihren Charakter einfach unglaublich faszinierend. Ehrlich, ihre Unterrichtsstunden waren trotz dieser wirklich heiklen und verstörenden Themen sehr interessant und vor allem aufschlussreich.


Fazit

Ich bin der Meinung, dass man aus der Geschichte von Coriolanus Snow eine ganz eigene Reihe hätte schaffen können, die seinen Werdegang thematisiert. Ich habe noch lange nicht genug und spinne die Geschichte in meinem eigenen Kopf weiter. Teilweise spiele ich sogar mit der Idee einer Fanfiction, aber das muss ich mir noch mal durch den Kopf gehen lassen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes« von Tim J. Radde

Hey ihr Lieben!

Jetzt mal wieder zu einem Rezensionsexemplar, das mich sehr angesprochen hat, nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte. Umso mehr hat es mich gefreut, es endlich zu lesen!

Zur Rezension von Band 2

Zur Rezension von Band 3

Zur Rezension von Band 4

Zur Rezension der Gesamtausgabe

Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes
Autor: Tim J. Radde (https://www.timjradde.de/)
Genre: High Fantasy
Format: E-Book
Seiten: 340 (auf meinem E-Reader)
ISBN: 978-3741842726
Reihe: Die rogodanischen Schriften / Bd. 1
gelesen: 08.05.20 bis 14.05.20


Inhalt

Der junge Krieger Endrael gerät durch die Vergangenheit seiner ihm unbekannten Eltern und die Verbundenheit zu seinem Lehrmeister in einen aufkommenden Krieg zwischen den herrschenden Mächten und einem wachsenden Widerstand. Er muss sich bewusst werden, ob er sich dem Kampf nach Gerechtigkeit widmen will oder den Pfad der Rache einschlägt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt sehr gut zur Geschichte, obwohl ich auf den ersten Blick vermutlich eine Dystopie erwartet hätte und kein High Fantasy Buch. Aber Tim hat mich ja in seiner Anfrage bereits aufgeklärt, weshalb das kein Problem für mich war.

Man sieht auf dem Cover die grüne Iris eines Auges, was ebenfalls einen engen Bezug zur Geschichte hat. Ich werde nicht spoilern, aber wer das Buch kennt, wird wissen, wovon ich rede. Der Bogen in der Mitte passt ebenfalls perfekt. Er verdeutlicht sowohl den Widerstand, von dem ja bereits im Titel die Rede ist, als auch die Kampfkunst unseres Protagonisten Endrael, der von seinem Mentor Calansir als Krieger ausgebildet wurde.

Demnach finde ich das Cover also wirklich nicht schlecht, um im Inneren gibt es jetzt auch nicht wirklich etwas, das ich anzumerken hätte.


Der Erzählstil

Anfangs fiel es mir ein bisschen schwer, in die Geschichte und den Schreibstil reinzukommen. Die Sätze sind oft sehr lang und verschachtelt, woran ich mich erst gewöhnen musste. Außerdem hätte zwischendurch auch der ein oder andere Punkt nicht geschadet.

„Die Menschen haben verdient, dass man gut zu ihnen ist. Wer wenig hat und davon noch etwas abgibt, ist großzügiger als ein reicher Mann, der von viel nur wenig verschenkt.“

Seite 99

Ansonsten habe ich hier eigentlich kaum etwas anzumerken. Tim hat einen sehr ausführlichen und detailreichen Schreibstil, obwohl er auch an einigen Stellen das ein oder andere Detail auslässt, um den Leser dann an anderer Stelle damit zu überraschen. Schon im Prolog wird Spannung aufgebaut, was überhaupt erst der Grund war, weshalb ich der Rezensionsanfrage zugestimmt habe – ich mag es nicht, unvorbereitet in ein Rezensionsexemplar einzusteigen und dann zu erkennen, dass mir das Buch schon am Anfang eher nicht so zusagt. Dem war hier zum Glück nicht so.

Der ausführliche Schreibstil hat jedoch an einigen Stellen auch dafür gesorgt, dass sich die Geschichte ein bisschen gezogen hat. Gerade der Hauptteil zog sich sehr in die Länge, wobei auch das irgendwie zu dem Buch dazugehört. Ich bin mir gar nicht sicher, wie ich das jetzt beschreiben soll, aber ohne diese Ausführlichkeit wäre das Buch eben nicht das, was es ist.


Die Handlung

Zuallererst einmal will ich hier das für das Buch gewählte Setting loben. Ich liebe Geschichten, die in einer mitteralterlich angehauchten Welt leben, wobei mich diese hier auch ein bisschen an das antike Rom erinnert hat, mit den Soldaten, die überall herumlaufen. Die düstere Atmosphäre hatte etwas an sich, das mich gefesselt und neugierig auf mehr gemacht hat.

„Nur, weil wir etwas nicht verstehen, bedeutet das nicht, dass wir es fürchten müssten.“

Seite 164

Gerade am Anfang war ich aber ein bisschen überfordert mit den Sichtwechseln. Der Prolog ist sehr geheimnisvoll und aus der Sicht eines gewissen Lukrim geschrieben, weshalb ich dachte, dass dieser im Laufe des Buches noch ein wichtiger Charakter wird. Doch im Buch an sich ist nie die Rede von irgendeinem Lukrim, und erst im Epilog erfährt man mehr darüber, und jetzt habe ich auch so langsam eine Idee, wer dieser Lukrim sein könnte. Vielleicht erfahre ich ja im zweiten Band mehr darüber, und wenn nicht, dann sicherlich im dritten. Na ja, nach dem Prolog ging es auf jeden Fall erst mal aus der Perspektive der Diebin Pensa weiter, die auch ein etwas wichtigerer Charakter der Geschichte ist. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, weshalb ich sehr verwirrt war, weil im Klappentext ganz klar von einem Endrael die Rede ist. Erst in den weiterfolgenden Kapiteln erfährt man dann mehr von Endrael und wie sein Schicksal und das aller anderen Personen, die zwischendurch noch ein paar Kapitel bekommen, miteinander verbunden ist.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht alles nur schwarz und weiß ist.“

Seite 236

Zwischendurch gab es immer wieder Rückblicke in Endraels Vergangenheit und das, was er erlebt hat. Diese waren jedoch oft sehr ausschweifend und haben mich von der restlichen Geschichte abgelenkt, sodass ich danach manchmal ein bisschen verwirrt war, wo sich die Charaktere in der Gegenwart noch mal befinden und was geschehen ist, bevor dieser sehr lange Rückblick kam. Danach brauchte ich dann wieder ein bisschen, um in den Haupthandlungsstrang reinzukommen, und ich bin mir sicher, dass man da ein bisschen was hätte kürzen können, um es dem Leser ein bisschen einfacher zu machen.

Ansonsten war die Handlung spannend und machte neugierig auf mehr. Einzig das Ende ging mir ein bisschen schnell.

/leichter SPOILER für das Ende/
Ich fand es sehr verwirrend, dass Endrael und Vandrato im einen Moment noch auf dem Schlachtfeld stehen und Vandrato versucht, Endrael wegzubringen, und gefühlt ohne Vorwarnung wacht Endrael plötzlich an einem fremden Ort auf. Es wurde nicht gesagt, ob er nun verblutet ist oder einfach in Ohnmacht gefallen und das Bewusstsein verloren hat. Ich bin mir bewusst, dass das Ende einen spannenden Cliffhanger darstellen sollte, aber an dieser Stelle war gar keiner nötig.
/Spoiler ENDE/


Die Charaktere

Die Charaktere sind alle sehr faccettenreich ausgearbeitet und ich mochte die Freundschaft zwischen Endrael, Vandrato, Pensa und Calansir sehr, obwohl sie sehr ungewöhnlich war.

„Endrael, mein Junge, Furcht ist nur ein anderes Wort für Grenzen. Sie zeigt dir deine Einschränkungen. Besiege deine Furcht und du gehst über deine Grenzen.“

Seite 294

Ich werde hier nicht allzu viel über die Charaktere verraten, weil ich nicht spoilern möchte. Eines kann ich jedoch anmerken, und zwar wirkte es auf mich irgendwie, als seien die Charaktere allesamt nicht allzu tiefgründig ausgearbeitet worden. Das könnte daran liegen, dass das Augenmerk in der Geschichte mehr auf der Handlung als auf den Emotionen und Gefühlen der Charaktere lag.


Fazit

Der erste Teil der rogodanischen Schriften hat mir trotz ein paar Schwächen gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil, um zu erfahren, wie es mit Endrael und seiner Gruppe weitergeht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal etwas Neues ausprobieren möchte und eine Mischung aus High Fantasy und „Die Tribute von Panem“ mag.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


An dieser Stelle bedanke ich mich noch mal herzlich bei Tim für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Lara