Schlagwort-Archive: Schullektüre

Rezension: »Unter der Drachenwand« von Arno Geiger

Dieses Buch musste ich für den Deutschunterricht über die Ferien lesen. Jetzt habe ich es beendet, bevor morgen die Schule wieder beginnt, und habe ein Highlight gefunden, womit ich vorher nie gerechnet hätte. Also, wer das Buch noch nicht gelesen hat: Lest es! Und falls ihr noch Überzeugungsarbeit braucht, könnt ihr euch ja meine nachfolgende Rezension durchlesen.


Inhalt

Wie lebt sich das Leben – nach fünf Jahren Krieg?

Drei junge Leute wissen nicht mehr, wie es weitergeht. Der Soldat Veit, ausgelaugt vom Krieg. Die Lehrerin Margarete mit ihren aus Wien verschickten Mädchen. Und die junge Margot mit ihrem Baby. Sie treffen am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand aufeinander. Was sie teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg fast sicher verloren, doch wie lang dauert er noch?

Ein Roman des Jahres 1944, über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und über die Lebenden.


Bibliographische Daten

Titel: Unter der Drachenwand
Autor: Arno Geiger
Genre: Historischer Roman
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Seiten: 479
ISBN: 978-3-423-14701-9
Preis: 12,90 € [D]

Erster Satz: »Im Himmel, ganz oben, konnte ich einige ziehende Wolken erkennen, und da begriff ich, ich hatte überlebt.«


Meine Meinung

Hauptsächlich wird das Buch aus der Sicht von Veit erzählt, zwischendurch gibt es aber auch Briefe von anderen Personen; Briefe von der Mutter der Darmstädterin Margot an eben diese, Briefe zwischen Kurt und seiner Cousine Nanni, die eine verbotene Liebesbeziehung führen, und zu guter Letzt Briefe des sich auf der Flucht befindenden Juden Oskar Meyer an seine Cousine Jeannette, die in Südafrika lebt. All diese zunächst scheinbar willkürlich ausgewählten Schriftstücke binden sich zum Ende hin immer mehr in den eigentlichen Handlungsstrang ein, was im Rückblick eine sehr facettenreich ausgearbeitete, berührende und ehrliche Erzählung erzeugt. Somit wirkt die Geschichte wie aus dem Leben damals gegriffen, super realistisch und irgendwie echt.

Einige Charaktere wirkten teils naiv, aber immer sehr glaubhaft, nie wirkte etwas überspitzt oder überromantisiert. Man konnte gut erkennen, wie die einzelnen Figuren zum Krieg stehen, was sie sich von ihm erhofften, wie ihre Erwartungen an die Kriegsführung der Deutschen lauten und wie diese zum Ende hin immer schwieriger aufrecht zu erhalten sind.

Der Schreibstil ist sicherlich nicht für jeden etwas, ich fand ihn aber einfach großartig! Er hat auf jeden Fall großen Wiedererkennungswert und bietet einen tieferen Einblick in Veits Persönlichkeit, seine Gedanken und Gefühle.

Eine ganz eigene Atmosphäre beherrscht das Buch, immer etwas zwischen Hoffnungslosigkeit und purem Glück, mal düsterer, mal fröhlicher, aber immer ein stimmiges Zusammenspiel, das mich selbst die zeitliche Distanz zum zweiten Weltkrieg manches Mal hat vergessen lassen.

Dabei ist der Roman aber ganz und gar nicht belehrend, es gibt keine Wertung im eigentlichen Sinne. Stattdessen wird dem Leser selbst überlassen, was er aus der Geschichte mitnehmen möchte.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass das Buch keinesfalls etwas für schwache Nerven ist! Anfangs geht Veit noch sehr distanziert durch die Geschichte, ist sich nicht sicher, ob das, was in Deutschland gerade passiert, richtig oder falsch ist. Nach und nach und mit zunehmenden Panikattacken nach seiner Zeit im Krieg beginnt jedoch auch er, sich eine Meinung zu bilden, anfangs noch zögerlich, am Ende immer unausweichlicher wird ihm bewusst, wie falsch dieser Krieg eigentlich ist.


Fazit

Für mich ist »Unter der Drachenwand« eines der besten Bücher, die in der NS-Zeit spielen, das ich je gelesen habe. Wer sich für das Thema interessiert, sollte diesen Roman auf jeden Fall lesen!

Highlight

Rezension: »Die Bestimmung« von Veronica Roth

Hallo ihr Lieben!

Im Februar habe ich als allererstes meine Schullektüre beendet, nämlich „Divergent“ von Veronica Roth. Das ist die englische Ausgabe von der bekannten dystopischen Reihe „Die Bestimmung“. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob der erste Teil einer Reihe sich so gut als Schullektüre eignen würde, aber das war tatsächlich kein Problem. Vielmehr entsprach das Buch nicht ganz meinen Erwartungen …

Die Rezension ist natürlich auf Deutsch geschrieben, auch wenn ich den Klappentext und die allgemeinen Angaben aus dem Englischen übernommen habe. Viel Spaß beim Lesen!


Inhalt

Three flying birds … One for each member of the family I left behind.

Sixteen-year-old Tris is forced to make a terrible choice. In a divided society where everyone must conform, Tris does not fit. So she ventures out alone, determined to discover where she truly belongs. Shocked by her brutal new life, Tris can trust no one. And yet she is drawn to a boy who seems to both threaten and protect her. The hardest choice lies ahead.

»Taut and shiveringly exciting«

MELISSA MARR, bestselling author of WICKED LOVELY

»A heart-pounding debut«

KIERSTEN WHITE, bestselling author of PARANORMALCY

»Haunting vision of the future«

JAMES DASHNER, bestselling author of THE MAZE RUNNER

Bibliografie

Titel: Divergent
Autorin: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Seiten: 487
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0-00-742042-1
Reihe: Divergent / Bd. 1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Um fair zu sein, das Buch ist im Grunde nicht mal schlecht. Vermutlich gefällt es mir nicht so extrem gut, weil ich mich im Unterricht viel damit beschäftigt habe und gefühlt alles durchanalysieren musste, bis es mir nicht mehr gefiel, weil mir mal wieder negative Dinge aufgefallen sind.

Der Anfang fiel mir etwas schwer, weil ich mich erst mit dem Schreibstil von Veronica Roth anfreunden musste. Nach einigen Kapiteln war ich dann aber auch drin in der Geschichte, da der Schreibstil an sich wirklich einfach gehalten ist – trotzdem würde ich jemandem, der noch nicht so viele englische Bücher gelesen hat, nicht raten, zu diesem zu greifen. Bei Dystopien und Fantasy-Büchern tauchen gleichermaßen viele neue Begriffe auf, die meist nicht direkt erklärt werden, sondern die man sich selbst irgendwie anhand des Geschriebenen herleiten muss. Und da es sich bei „Divergent“ um eine Dystopie handelt, waren diese ganzen Begrifflichkeiten am Anfang noch recht verwirrend, und erst ca. ab der Hälfte habe ich komplett verstanden, welche Fraktion für welche Eigenschaften steht, etc.

Damit ihr gleich nicht auch in meiner Rezension verwirrt seid, was denn die ganzen Begriffe bedeuten, möchte ich kurz die dystopische Welt erklären, in der Tris lebt. Und zwar lebt sie im futuristischen Chicago (was man im Buch nicht erfährt – das musste ich googlen). Dort herrscht ein vollkommen anderes Bild der Gesellschaft als noch heute, denn die Bevölkerung ist in sogenannte Fraktionen (engl. Factions) aufgeteilt worden. Jede einzelne Fraktion zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus. Demnach ist Abnegation eine Fraktion, deren Mitglieder selbstlos sind und keinen Gedanken an sich selbst verschwenden. Tris ist in Abnegation aufgewachsen, doch bei einer Zeremonie (engl. Choosing Ceremony) muss jeder Teenager wählen, welcher Fraktion er letztendlich beitreten möchte. In der neuen Fraktion sind die Teenager noch keine offiziellen Mitglieder. Vorher müssen sie die Initiation durchlaufen, was im Grunde so etwas wie ein Aufnahmetest ist.

An sich ist die Idee dieser futuristischen Welt gar nicht so schlecht, nur leider etwas zu schlecht durchleuchtet. So erfährt man kaum etwas darüber, wie genau es zu der Aufteilung in unterschiedliche Fraktionen kam – das wird nur manchmal kurz angerissen, aber nie detailliert erklärt. Somit war diese Gesellschaftsordnung für mich nicht plausibel genug und ich konnte sie nicht mit der heutigen Welt in Verbindung setzen, weil das Zwischenstück gefehlt hat; das zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wie sie in „Divergent“ dargestellt wird.

Zugegeben, die erste Hälfte des Buches war auch ziemlich … nichtssagend. Ich gestehe, dass ich da mehr erwartet habe, aber das ginge vermutlich jedem von uns so. Ich hatte gehofft, dass sich die Geschichte nach den ersten eher langweiligen Kapiteln ein bisschen bessern würde, doch das ist dann eben erst ab der zweiten Hälfte passiert. Vorher war alles irgendwie ein Hin und Her, das keinen Mehrwehrt für den Verlauf der Handlung hatte.

Trotzdem fiel es mir leicht, mich mit Tris als Protagonistin zu identifizeren. Einerseits, weil sie ungefähr in meinem Alter ist (nur ein Jahr jünger), und andererseits, weil ich sie im Grunde recht sympathisch fand. Zumindest anfangs. Hinterher dann nicht mehr, weil sie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl hatte und von sich selbst immer nur schlecht gedacht hat, während gleichzeitig gefühlt alle Jungs um sie herum auf sie standen und sie wirklich gute Fortschritte während der drei Phasen der Initiation gemacht hat.

Doch während Tris recht tiefgründig ausgearbeitet war, genau wie Four, wirkten die Nebencharaktere ziemlich eindimensional. Über sie wurde nicht viel geschrieben, sodass ich auch nicht viel über sie erfahren konnte. Wäre das anders gewesen, dann hätte ich mich vielleicht auch mit Christina, Will oder Al anfreunden können, doch so blieben sie mir zu flach, während sich die Freundschaft zwischen Christina und Tris immer mehr in etwas Toxisches verändert hat.

Dennoch wurde die ganze Geschichte ab der zweiten Hälfte des Buches endlich spannender, was nicht nur daran lag, dass es einige Plot-Twists gab, die ich so nicht erwartet habe. Man hat mehr über Four erfahren (auch wenn ich schon vorhersehen konnte, wie sein richtiger Name lautete und wer er tatsächlich ist), und die Beziehung zwischen ihm und Tris ging tiefer. Und das meiner Meinung nach nicht zu schnell und nicht zu langsam, wobei Tris gerade gegen Ende hin sehr authentisch war, wie ich finde, als sie mit Four über ihre Beziehung gesprochen hat.

Der Showdown wirkte auf mich dann wieder etwas zu gehetzt, als hätte die Autorin keine Lust mehr, dem Buch ein wirklich würdiges Ende zu geben. Im Grunde spielte sich der ganze Krieg an nur einem einzigen Tag ab, was nicht sehr realistisch ist, wie ich finde, da trotzdem so unglaublich viele Dinge passiert sind.

Eines der wichtigsten Merkmale von Dystopien ist, dass sie eine futuristische Welt beschreiben, während gleichzeitig etwas in der Gegenwart kritisiert wird. Diese Kritik an der Gegenwart kam in „Divergent“ leider nicht gut zur Geltung, und war insgesamt auch eher schwach. Ich kann im Nachhinein nur aus dem Plot ableiten, dass wohl die Ständegesellschaften und das Schubladendenken Hauptaugenmerk der Kritik sein sollten, aber wie schon erwähnt, kam das nicht deutlich genug rüber.

Ich weiß natürlich nicht, ob einige der Dinge, die ich hier kritisiert habe, in den nächsten beiden Teilen der Reihe erläutert werden. Ich bin mir aber auch gar nicht so sicher, ob ich das noch erfahren möchte. Vermutlich werde ich einfach nur die Filme schauen, denn weder der zweite noch der dritte Teil der Reihe reizen mich zurzeit. Vielleicht kann mich ja jemand vom Gegenteil überzeugen?


Fazit

Ich glaube, das Hauptproblem, das ich mit „Divergent“ hatte, war, dass es mir insgesamt zu flach für eine richtig gute, mitreißende Dystopie war. Viele hypen das Buch, ich gehöre aber nicht dazu, denn ich habe einfach zu viele Kritikpunkte, und die Hälfte des Buches war ich einfach nur gelangweilt von der Geschichte.

Rezension: »Woyzeck« von Georg Büchner

Hallöchen ihr Lieben!

Ich wünsche euch nachträglich einen schönen ersten Advent! Auf Instagram gibt es auf meinem Acc übrigens zurzeit eine SuB-Challenge für den Dezember, vielleicht wollt ihr da ja mal vorbeischauen – alle Infos findet ihr in den Highlights.

Heute gibt es von mir die Rezension zu einer Schullektüre. In meinem Deutsch Leistungskurs haben wir „Woyzeck“ von Georg Büchner gelesen, ein Drama, das ziemlich bekannt ist. Tatsächlich mochte ich „Woyzeck“ im Gegensatz zu anderen Dramen sogar ganz gerne.


Inhalt

Ähnlich wie bei „Dantons Tod“ und „Lenz“ ist es wieder ein historischer Fall, der Büchner im „Woyzeck“ interessiert und ihn, literarisch aufbereitet, Geschichte erzählen lässt. Den 1821 von Johann Christian Woyzeck an seiner Geliebten verübten Mord nimmt Büchner 1836 zum Anlass, die gesellschaftliche Mitverantwortung an der menschlichen Tragödie zu diskutieren. Der Fall erregte seinerzeit großes Interesse, da infolge der Halluzinationen und Depressionen, die der Soldat und Perückenmacher Woyzeck im Vorfeld der Tat hatte, dessen Schuldfähigkeit in Fachkreisen kontrovers diskutiert wurde. Büchners Drama zeigt nun wohl das Verbrechen Woyzecks, aber es zeigt vor allen Dingen, wie dieser von der Gesellschaft zuvor sozial gebrochen wird.

(aus: EinFach Deutsch – Woyzeck, Georg Büchner, Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Seite 43)


Bibliografie

Titel: Woyzeck
Autor: Georg Büchner
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 124
Verlag: Schöningh Westermann
ISBN: 978-3-14-022314-0
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Anfangs war ich nicht so überzeugt von dem Drama, obwohl ich zumindest den geschichtlichen Hintergrund – also den historischen Woyzeck, aber auch die Epoche des Vormärzes – ziemlich interessant fand und auch immer noch finde. Aber bevor ich weiter mit meiner eigenen Meinung mache, erzähle ich euch lieber kurz, worum es geht:

Woyzeck ist ein einfacher Soldat, der mit Marie zusammen ist – die beiden sind nicht verheiratet, haben allerdings ein Kind zusammen. Woyzeck selbst verdient als Soldat nicht allzu viel, weshalb er sich ein bisschen was dazu verdient, indem er als Proband an einem Experiment teilnimmt. In diesem Experiment ernähren sich die Probanden ausschließlich von Erbsen und sind vertraglich dazu verpflichtet, dem Doktor (in diesem Fall kein normaler Arzt, sondern eher ein Wissenschaftler mit Doktortitel) Bericht über ihr Wohlergehen zu erstatten sowie Urinproben zukommen zu lassen. Das Experiment hat auf Woyzeck allerdings bisher noch unerforschte Ursachen; er bekommt Halluzinationen und allerlei weitere physische sowie psychische Probleme. Als wäre das noch nicht genug, betrügt Marie ihn auch noch vor aller Augen mit dem Tambourmajor (das ist ein Dienstgrad in der Armee; er steht in der Hierarchie weiter oben als Woyzeck).

So viel also zum Hintergrund, jetzt kommen wir zu meiner eigenen Meinung xD

Ich fand es ziemlich gut, dass wir das Drama im Deutschunterricht so ausführlich analysiert haben, weil ich dadurch die Botschaft dahinter viel besser verstanden habe. Zudem ist erst dann, wenn man sich näher mit dem Werk beschäftigt hat, erkennbar, wie clever Georg Büchner es geschafft hat, in diesem Drama eine Gesellschaftskritik zu äußern, ohne diese direkt anzusprechen. Stattdessen wurden die obersten in der Hierarchie mit ihren Rängen angesprochen (Tambourmajor, Hauptmann, Doktor), wohingegen die unteren richtige Namen bekamen (Woyzeck, Marie, Andres). Außerdem gibt es Unterschiede in der Sprache, die die Charaktere benutzen. So wird die Umgangssprache von den unteren Ständen verwendet, während die oberen eher hochgestochen reden und mit vielen Fachbegriffen um sich werfen.

Zudem wird sehr deutlich, dass die Gesellschaft in der literarischen Epoche des Vormärzes (1830-1848) durch materialistische Zwänge geprägt war. Entgegen Schillers Auffassung beweist Georg Büchner, dass der Mensch nicht über der Natur steht, sondern dass er vielmehr äußeren Sachzwängen (wie beispielsweise Verträgen, wie im Fall des Woyzeck) unterworfen ist.

Der Schreibstil ist auch gar nicht mehr so schwierig zu verstehen, wenn man erst mal in der Geschichte drin ist. Klar, es ist die Umgangssprache um 1836 herum, aber es ist trotzdem Deutsch – etwas komplizierter zu lesen, aber trotzdem ausdrucksstark.


Fazit

„Woyzeck“ ist eine der besseren Schullektüren, die ich bisher gelesen habe. Die Analysen im Deutsch-LK haben zu einem guten Verständnis beigetragen, sodass ich das Drama jedem empfehlen kann, der bereit ist, ein bisschen Zeit dafür zu opfern, hinter das Geschriebene zu blicken.

Rückblick: März 2020

Im März hat sich bei mir sowohl auf dem Blog als auch in der Schule einiges verändert. Beispielsweise habe ich mich dazu entschlossen, mich bei diversen Portalen anzumelden, über die man unter Anderem auch Rezensionsexemplare anfragen kann, und dadurch habe ich im März bereits ein paar Exemplare bekommen, aber dazu gleich mehr 😉


Privates

Sooo … Ihr ahnt schon, dass ich hier nicht allzu viel über mein Privatleben schreiben werde, weil einfach durch die Corona-Krise nicht wirklich viel passiert ist. Anfangs lief ja noch alles gut und ich bin in der Schule auch tatsächlich mehr aus mir herausgekommen, obwohl ich noch lange nicht auf dem gleichen Stand war wie vor ein paar Jahren noch – aber klein anfangen, dachte ich mir. Tja, und dann kamen die Meldungen, dass bis zu den Osterferien keine Schule mehr stattfinden wird. So viel also zu meinem Vorsatz, mich in der Schule zu bessern. Da ich auf eine Schule gehe, die sehr digital unterwegs ist, habe ich trotzdem Unterricht gemacht – teilweise mit Videokonferenzen, mal über Microsoft Teams und natürlich auch über unsere Schulplattform „Nerdl“. Einziger Nachteil: Die Lehrer dürfen die Sachen, die wir in den Unterrichtsstunden erarbeiten, nicht bewerten. Ich hatte eigentlich gehofft, durch das Homeschooling meine mündliche Note aufbessern zu können, und dann so was. Nicht sehr optimal, finde ich, aber ändern kann ich da jetzt sowieso nichts mehr dran.

Das Wochenende bevor die Schulen geschlossen wurden, habe ich mich aber noch mit einer Freundin getroffen (ja, wieder mit Isabella – die mit den Twilight-Filmen xD). Mit ihr war ich nicht allzu lange wach, aber trotzdem haben wir ein paar Filme gesehen.

Ansonsten ist kaum etwas passiert. Meine Schwester und ich konnten an den Wochenenden nicht zu unserem Vater, weil mein Stiefvater zur Risikogruppe gehört und als er dann noch eine Grippe bekommen hat, durften wir einige Tage auch das Haus nicht verlassen – der Corona-Test fiel jedoch zum Glück negativ aus.


Buchiges

Neuzugänge

Dadurch, dass ich mich bei verschiedenen Portalen angemeldet habe, über die man Rezensionsexemplare anfragen kann, habe ich auch ein paar mehr Neuzugänge als noch vorher – aber eben ein Großteil Rezensionsexemplare xD.

undefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefined

  1. Drachendunkel – Die Legende von Illestia von Eyrisha Summers (Rezensionsexemplar)
  2. Girl Detective von Victoria Herz (Rezensionsexemplar)
  3. Der Kinderflüsterer von Alex North (Rezensionsexemplar)
  4. Verity von Colleen Hoover (Rezensionsexemplar)
  5. Warrior Cats: Das gebrochene Gesetz – Verlorene Sterne von Erin Hunter (geschenkt)
  6. Begin again von Mona Kasten (durch Einlösen von Gutschein)
  7. Trust again von Mona Kasten (durch Einlösen von Gutschein)
  8. Achtsam Morden von Karsten Dusse (geschenkt)
  9. Wie der Klang deines Herzens von C. S. Bieber (Rezensionsexemplar)
  10. Secret Souls von Kira Borchers (Rezensionsexemplar)

Lesemonat

Vielleicht glaubt ihr, dass ich mich mit den Rezensionsexemplaren diesen Monat übernommen habe, aber ich kann euch versichern, dass ich nur welche angefragt habe, wenn ich auch wirklich Zeit und Kapazität für eins hatte – und in einem Fall hat mich auch die Autorin selbst angeschrieben und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihr Buch zu lesen (ich rede von Victoria Herz, die mir „Girl Detective“ zur Verfügung gestellt hat). Für die Rezensionen klickt einfach auf das jeweilige Bild.

undefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefinedundefined

  1. Drachendunkel – Die Legende von Illestia von Eyrisha Summers (4/5 ⭐)
  2. Shadow Dragon – Die falsche Prinzessin von Kristin Briana Otts (4/5 ⭐)
  3. Girl Detective von Victoria Herz (4/5 ⭐)
  4. Emma von Jane Austen (4,5/5 ⭐)
  5. Verity von Colleen Hoover (5/5 ⭐)
  6. Golden Dynasty – Stärker als Begehren von Jennifer L. Armentrout (4,5/5 ⭐)
  7. The Hate U Give von Angie Thomas (3,5/5 ⭐)
  8. Shadow Dragon – Der dunkle Thron von Kristin Briana Otts (3,5/5 ⭐)
  9. Der Kinderflüsterer von Alex North (4,5/5 ⭐)
  10. Secret Souls von Kira Borchers (1,5/5 ⭐)
  11. Leben des Galilei von Bertolt Brecht (2/5 ⭐)

Meine beiden Schullektüren konnte ich endlich beenden. Da ich jedoch teilweise schon im Januar mit diesen begonnen habe, wurde es auch wirklich mal Zeit dafür. In „The Hate U Give“ habe ich diesen Monat insgesamt 187/371 Seiten gelesen und in „Leben des Galilei genau 81/131 Seiten. Und auch mit „Wie der Klang deines Herzens“ von C. S. Bieber habe ich angefangen, bin da jedoch nur bis Seite 35/275 gekommen.

Mein Highlight diesen Monat war eindeutig „Verity“ von Colleen Hoover. Und nicht nur das, denn das Buch hat eindeutig Potenzial für ein Jahreshighlight! Die Geschichte hat mich komplett umgehauen und ich habe wirklich lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Der größte Flop diesen Monat war „Secret Souls“ von Kira Borchers, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt. Das fand ich ziemlich schade, weil das Buch ein Rezensionsexemplar war, das ich sogar selbst angefragt habe (beziehungsweise, ich habe bei einem Gewinnspiel dazu teilgenommen) … ich hatte hohe Erwartungen, weil ich so viel Gutes über das Buch gehört habe, und dann so was. Na ja, ich bin ja der Meinung, dass man nicht nur gute Bücher lesen kann, denn sonst vergisst man irgendwann, welche Geschichten wirklich richtig gut sind und welche nicht.


Schreib-Projekte

Man sollte meinen, dass ich aufgrund von der Corona-Krise und dem allgemeinen Kontaktverbot insgesamt mehr zum Schreiben gekommen bin. Hatte ich auch erst gedacht, aber leider lag ich damit so richtig falsch. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie fehlte mir diesen Monat einfach die Motivation – stattdessen habe ich mehr gelesen als sonst, was auch ein kleiner Fortschritt ist. Erst zum Ende hin wurde ich schreibtechnisch wieder aktiver. Ich habe die letzten Kapitel zu meinem aktuellen Projekt „Shadow Hearts“ beendet und dann mit der Überarbeitung angefangen. Da bin ich jetzt aber erst bei Kapitel 4 angelangt, weshalb da auch noch ein langer Weg vor mir liegt.


Statistik

gelesene Bücher: 11

gelesene Seiten: 3.131

durchschnittliche Bewertung: 3,5/5 ⭐


Filme & Serien

Beim Filmeabend mit Isabella haben wir „nur“ die drei letzten Teile von Twilight gesehen, und außerdem 4 Folgen aus Shadowhunters sowie eine aus den Vampire Diaries. Ansonsten habe ich noch mehrere James Bond-Filme gesehen (welche, weiß ich nicht mehr genau, aber die liefen ja diesen Monat zwischendurch immer im Fernsehen) und Serien-technisch bin ich in Vampire Diaries jetzt bei Staffel 6 irgendwo in der Mitte, habe da also auch noch einiges vor mir.


Wie lief euer Monat März denn so? Ihr könnt mir gerne euren Lesemonat in den Kommentaren verlinken, ich schau da gerne mal vorbei!


Alles Gute und bleibt gesund,

Rezension: »Leben des Galilei« von Bertolt Brecht

Hey ihr Lieben!

Schullektüre, wer kennt’s nicht? Wahrscheinlich ahnt ihr schon, dass ich mir niemals das Buch bzw. das Drama gekauft hätte, wenn ich es nicht für den Deutschunterricht gebraucht hätte.

Die Rezension ist sehr kurz ausgefallen, aber ich wusste einfach nicht, was ich noch mehr darüber hätte schreiben können … lest selbst, wie es mir gefallen hat:


Inhalt

Leider gibt es im Buch selbst keine Inhaltsangabe, aber grob gesagt geht es um den Physiker Galileo Galilei, der an der Universität in Padua (Italien) Astronomie lehrt. Zunächst möchte er das Kopernikanische Weltsystem beweisen, stößt dann jedoch auf ganz neue astronomische Erkenntnisse.

„Das Leben des Galilei wird vermutlich neben der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ und dem „Kaukasischen Kreidekreis“ und einigen Stücken Lyrik Brechts größten Anspruch auf Unsterblichkeit begründen.“

W. E. Süskind

Allgemeine Informationen

Titel: Leben des Galilei
Autor: Bertolt Brecht
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 131
Verlag: Suhrkamp
gelesen: 10.02.20 bis 30.03.20


Über den Autor

Bertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, starb am 14. August 1956 in Berlin.

Das Schauspiel Leben des Galilei wurde 1938/39 im Exil in Dänemark geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht. – Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet Theatre).


Meine Meinung

Die Gestaltung

Na ja, eigentlich könnte ich diese Kategorie auch auslassen, weil das Cover jetzt wirklich nichts Besonderes ist und die Innengestaltung … tja, alles wirkt eben sehr altbacken und das hat mir von vornherein ein bisschen den Spaß am Lesen verdorben, obwohl das Thema an sich schon recht interessant ist.


Der Erzählstil

Wie bei Dramen gewöhnlich, ist „Leben des Galilei“ in Dialogen geschrieben. Hier fand ich die Sprache der Charaktere sehr typisch für das siebzehnte Jahrhundert, weshalb ich wenig daran auszusetzen habe.

Anders als bei den typischen Klassikern habe ich hier aber doch zwischendurch mit einigen Ausdrücken und besonders mit Formulierungen gehadert. Ich bin es einfach nicht gewohnt, Dramen zu lesen, und werde dies außerhalb des Unterrichts wohl auch nie tun.

Durch die sehr schwierigen Ausdrücke, die teilweise verwendet wurden und den auch ebenso schwierig zu lesenden, sehr verschachtelten Satzbau bin ich oft abgeschweift beim Lesen. Ich denke, einige von euch kennen das auch, wenn man liest, aber nicht bei der Sache ist und gar nicht richtig mitbekommt, was passiert. So ging es mir oft in dem Drama, was ich schade fand – bei „Der Besuch der alten Dame“ ist mir das Lesen insgesamt zum Beispiel einfacher gefallen.


Die Handlung

Das Drama erzählt sozusagen die Geschichte des Physikers Galileo Galilei. Insgesamt spielt die Geschichte mehrere Jahrzehnte lang, wodurch öfter mal größere Zeitsprünge da waren, die aber nicht sonderlich gestört haben, weil das Buch sonst einfach viel zu lang gewesen wäre.

Trotzdem fehlten mir zwischendurch einfach die Zusammenhänge – zwar bin ich mir darüber bewusst, dass Galilei verhaftet wurde, aber allein aus der Handlung des Dramas ist mir nicht klargeworden, weshalb. Das konnte ich mir nur zusammenreimen durch meinen vorherigen Wissensstand.


Die Charaktere

Ich fand es interessant, dass Galilei in dem Drama nicht die Rolle des Helden eingenommen hat, wie es ja oft der Fall ist. Bertolt Brecht hat sich nicht darauf berufen, Galileis Handlungen vor dem Publikum zu rechtfertigen, sondern seine Entscheidungen konsequent zu hinterfragen und sich so ein eigenes Bild von ihm als Protagonist zu machen. Für mich wirkte Galilei wie ein sehr jähzorniger Wissenschaftler, der seine guten und auch seine schlechten Eigenschaften hatte, wobei gerade zum Ende hin die schlechten weitaus überwogen, wodurch es mir schwerfiel, mich in ihn hineinzuversetzen.

Über die anderen Charaktere erfährt man auch viel, und meine Deutschlehrerin wäre sicherlich enttäuscht, weil ich nicht zu jedem einzelnen etwas aufschreiben werde. Alle wirkten sehr vielschichtig, und trotzdem waren einige dabei, die nur so wenig Auftritte hatten, dass ich sie nur oberflächlich kennenlernen konnte.


Fazit

„Leben des Galilei“ ist ein Drama, das mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits fand ich die Thematik sehr interessant, andererseits bin ich einfach kein Fan von Dramen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 1/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐



Alles Liebe,

Rezension: »The Hate U Give« von Angie Thomas (gekürzte englische Ausgabe)

In der Schule im Englischunterricht haben wir die (leider) gekürzte Version von „The Hate U Give“ gelesen, allerdings hat mir das nicht viel ausgemacht, weil ich das Buch ja bereits gelesen und für gut befunden habe (mehr sogar, denn es war eines meiner Jahreshighlights 2019!). Trotzdem war ich froh, es mal wieder zu lesen, da es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt.


Inhalt

Sixteen-year-old Starr’s world comes crashing down when she witnesses a police officer fatally shoot her unarmed best friend, Khalil. Following the shooting, she finds herself having a difficult time balancing the two worlds she lives in: the underprivileged African American neighborhood she grew up and still lives in, and the predominantly white high school she attends in an upscale neighborhood. Inspired by the Black Lives Matter movement, this novel follows a young woman whose personal relationships and safety could be jeopardized by her desire to defend Khalil and her community.


Allgemeine Informationen

Titel: The Hate U Give

Autorin: Angie Thomas

Genre: Young Adult

Format: Taschenbuch

Seiten: 371

Verlag: Cornelsen

gelesen: 27.01.20 bis 23.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich bin bei diesem Punkt wirklich enttäuscht von dem Buch. Das Cover ist einfach nicht so schön wie das des Originaltitels … Da hätte sich der Cornelsen-Verlag meiner Meinung nach ruhig noch ein bisschen was anderes ausdenken können, das dem Original ähnlicher ist.

„I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down.
Now I am that person, and I’m too afraid to speak.“

Seite 37

Vom Inneren her ist die Gestaltung genau wie erwartet nichts Besonderes. Es gibt Vokabelangaben, doch manchmal frage ich mich wirklich, für wie dumm Schüler gehalten werden … gerade in den letzten drei Kapiteln wurde einmal das Wort „squirrel“ angegeben … ähm, hallo? Welcher Schüler aus der 10. oder 11. Klasse weiß denn nicht, was squirrel heißt?


Der Erzählstil

Tatsächlich habe ich in dieser Ausgabe einige Zeit gebraucht, um reinzukommen. Ich war nicht auf den offensichtlichen Slang von Starr vorbereitet, weil ich da im Deutschen glaub ich generell weniger Probleme mit habe. Na ja, nach ein paar Kapiteln hab ich mich dann aber daran gewöhnt und ich finde es wirklich außergewöhnlich, wie Angie Thomas die beiden Welten, in denen Starr lebt, miteinander vereint – allein durch die Sprache.

„Good-byes hurt the most when the other person’s already gone.“

Seite 62

Also ja, der Schreibstil hat mich wirklich auf dem kalten Fuß erwischt. Genau dieses Gefühl hatte ich auch schon, als ich das Buch zum ersten Mal auf Deutsch gelesen habe (das war letzten Sommer). Ich habe eben erwähnt, dass ich es toll finde, wie Angie Thomas die zwei Welten von Starr miteinander vereint. Gleichzeitig zeigt sie aber auch mit den Unterschieden in der Sprache der Protagonistin die große Kluft, die Starr jedes Mal überschreiten musste, wenn sie zur Schule oder zu ihren Schulfreunden gegangen ist.

„I can’t change where I come from or what I’ve been through, so why should I be ashamed of what makes me, me? That’s like being ashamed of myself.“

Seite 354

Die Handlung

Von der Handlung kann ich hier wirklich nur schwärmen, genau wie auch letztes Jahr schon. Angie Thomas hat dieses sehr gesellschaftskritisches Thema sehr feinfühlig umgesetzt und ich bewundere den Mut, dass sie sich als amerikanische Autorin trotzdem getraut hat, das Buch zu veröffentlichen.

„Sometimes the shit just happens, and one day you realize there’s a leader among you and your friends and it’s not you.“

Seite 96

Die Thematik des Buches ist sehr wichtig und auch noch immer brandaktuell, trifft aber gleichzeitig bei sehr vielen auch auf einen wunden Punkt, zumindest bin ich davon überzeugt. Und ich denke auch, dass es genau das ist, was die Geschichte rund um Starr so besonders macht. Man sieht mal die andere Seite der ganzen Geschehnisse rund um das Thema Police brutality. Während in den Nachrichten nämlich oft von den Verschulden des Opfers die Rede ist um die Tat zu rechtfertigen, ist Starr eine Augenzeugin und weiß aus nächster Nähe, was wirklich passiert ist – sie lässt sich nicht von der ganzen Propaganda der Polizei und der Presse eines Besseren belehren, denn sie weiß, was sie gesehen hat.

„Funerals aren’t for dead people. They’re for the living.“

Seite 107

Nicht so gut hingegen fand ich, dass das Buch an einigen Stellen wirklich sehr heftig gekürzt wurde. Besonders zum Ende hin wurden teilweise einige Wochen übersprungen, die im Original noch beschrieben wurden, wodurch einfach zwischendurch auch der Zusammenhang ein bisschen fehlt.


Die Charaktere

Starr war mir allein schon aufgrund ihres Slangs sympathisch, aber auch, weil sie sich nicht so einfach unterkriegen lässt. Sie hat Selbstzweifel, das schon, aber das ist denke ich auch normal in ihrer Situation. Auch ihre Reaktionen in bestimmten Szenen hat mir sehr gut gefallen. Sicherlich hätten viele Autoren den Protagonisten so eines Buches zum großen Helden der Story gemacht, und somit zu sehr übertrieben. So war das hier gar nicht – ich konnte Starrs Verhaten komplett nachvollziehen und es fühlte mich so an, als wären ihre Reaktionen völlig authentisch und keineswegs überzogen gewesen. Auch wenn ich da zum Glück nicht aus eigener Erfahrung mitreden kann.

„Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.“

Seite 132

Khalil fand ich ebenfalls sehr gut umgesetzt. Zwar stirbt er beinahe direkt am Anfang des Buches, aber trotzdem wird immer mehr über ihn und seine Vergangenheit aufgedeckt, sodass er mir sofort sympathisch war. Ich bin nämlich der Meinung, dass Erinnerungen mehr über einen Charakter aussagen als dessen Taten. So war für Starr und auch für mich von vornherein klar, dass er unmöglich ein typischer Gangbanger und Drogendealer war (ob sich diese Vermutungen bestätigt haben, werde ich hier nicht weiter ausführen, um nicht zu spoilern), sondern dass sein Verhalten einen bestimmten Grund haben musste.

„Brave doesn’t mean you’re not scared, Starr,“ she says. „It means you go on even though you’re scared. And you’re doing that.“

Seite 271

Auch alle anderen Charaktere waren sehr gut umgesetzt, sodass ich hier wirklich nichts zu bemängeln habe.


Fazit

Das Buch eignet sich wirklich sehr gut für den Englischunterricht, da den Schülern so nicht nur die englische Sprache ein bisschen nähergebracht wird, sondern auch, weil die Thematik so unfassbar wichtig und feinfühlig überbracht wurde.

Beinahe ganz am Ende ist mir übrigens noch ein Zitat von Prof. Dr. Christopher Ribbat ins Auge gefallen:

„It’s a novel that’s entertaining and political at the same time. And that I think, is a really spectacular feat.“

Seite 368

Das kann ich so unterschreiben. Also bitte, bitte, bitte, lest das Buch – nur eben nicht in der gekürzten Ausgabe.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

*Booktalk* Schullektüre – Immer nur langweilig?

Hallo ihr Lieben!

Ich bin mir sicher, jeder von euch kennt es: Schullektüre. Die Langeweile scheint bei diesem Thema im Deutschunterricht oft schon vorprogrammiert zu sein, besonders wenn es um die Analyse von Dramen oder Ähnlichem geht. Aber ich kann euch versichern: Schullektüre muss nicht immer langweilig sein. Denn das ist sie nur, wenn man zulässt, dass es langweilig wird.


Die richtige Einstellung

In der achten und neunten Klasse habe ich mich oft gefragt, warum die Lehrer immer die langweiligsten Bücher für den Unterricht aussuchen. Mittlerweile habe ich etwas mehr verstanden und lese das Buch nicht mehr mit dem Gefühl, es für den Unterricht tun zu müssen, sondern weil ich es wirklich will und weil ich Bücher liebe. Gut, denjenigen unter euch, die nicht so ein großer Bücherfan sind wie ich, wird diese Einstellung vermutlich schwerfallen, aber mir hilft sie auf jeden Fall.

Ich lese, schreibe und rezensiere gerne, genauso gerne, wie ich hier auf diesem Blog Themen rund um Bücher veröffentliche. Wenn ich also ein Drama für die Schule lesen muss, um hinterher eine Inhaltsangabe dazu zu schreiben, dann lese ich dieses Drama in aller Ruhe zu Hause und mache mir zwischendurch Notizen und markiere schöne Zitate – genauso, wie ich es bei jedem anderen Buch mache, das ich lese. Meistens vergesse ich dabei, dass ich das Buch eigentlich für die Schule lesen muss und verstehe die Handlung somit auch viel besser. Im Unterricht kann ich mich besser einbringen, weil ich meine eigene Meinung bereits entwickelt habe, und es fällt mir auch nicht mehr schwer, Charakterisierungen, Analysen oder Inhaltsangaben zu schreiben.

Nervig wird es erst dann, wenn die Lehrer der Meinung sind, man müsse zu jedem Kapitel sogenannte „Reading Logs“ ausfüllen. Also quasi eine Tabelle, in der man sich Notizen zu jedem einzelnen Kapitel des Buches macht – zu den Charakteren, zur Handlung, zu aufgeworfenen Fragen. Das stört den Lesefluss extrem, weshalb ich die Reading Logs meistens erst dann ausfülle, wenn ich das Buch fertig gelesen habe.


Die besten Schullektüren

Hier findet ihr eine kleine Liste mit den besten Schullektüren, die ich bereits durchgenommen habe:

  1. Die Kinder aus Theresienstadt von Kathy Kacer
  2. *The Hate U Give von Angie Thomas
  3. Ketchup Clouds von Annabel Pitcher (deutscher Titel: Ketchuprote Wolken)
  4. Der Schatten an meiner Wand von Kerstin Lundberg Hahn
  5. Leben des Galilei von Bertolt Brecht
  6. *The Adventures of Tom Sawyer von Mark Twain (deutscher Titel: Die Abenteuer des Tom Sawyer)
  7. *The Pit von David Fermer
  8. Tschick von Wolfgang Herrndorf
  9. Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt
  10. Nennt mich nicht Ismael! von Michael Gerard Bauer

*Hierbei handelt es sich um gekürzte Bücher, die extra für Schulen mit Vokabelangaben o.Ä. ausgestattet sind.


Ich hoffe, ich habe einigermaßen verständlich erklärt, wie selbst Schullektüre spannender werden kann, wenn man sich nur darauf einlässt. Habt ihr noch andere Strategien? Wie geht ihr mit Schullektüre um?

Eure