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Rezension: »Das Wunschspiel« von Patrick Redmond

Da ich mal wieder Lust auf einen Psychothriller hatte, habe ich mir einen vorgenommen, der schon eine längere Zeit auf meinem SuB vor sich hin vegetiert hat: »Das Wunschspiel« von Patrick Redmond. Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gekommen – und wurde auf ganzer Linie überrascht!


Inhalt

England 1954: In einem Elite-Internat kommen unter mysteriösen Umständen mehrere Schüler und ein Lehrer ums Leben. Die englische Oberschicht ist geschockt und setzt alles daran, die Vorfälle zu vertuschen. Jahre später stößt ein Journalist auf die alte Geschichte und erfährt von einer gefährlichen Freundschaft zwischen zwei Jungen, die mit dem Feuer spielten …

Jonathan ist ein einsames Kind. In dem englischen Knabeninternat Kirkston Abbey fühlt er sich unglücklich, denn seine Klassenkameraden hänseln ihn wegen seiner einfachen Herkunft. Nur allzu oft ist er Zielscheibe von Spott und Hohn – bis zu jenem Vormittag, als sein Mitschüler Richard ihm in der Lateinstunde aus der Patsche hilft. Richard ist auch ein einsames Kind – doch im Gegensatz zu Jonathan sondert er sich bewusst von den anderen ab. Seine Altersgenossen bewundern ihn dafür, wirkt er doch stark und unabhängig. Nichts scheint ihn anzufechten, auch nicht das Internatssystem, das nach menschenverachtenden Gesetzen funktioniert und für viele die Hölle auf Erden bedeutet.

Jonathan fühlt sich von Richards Interesse geschmeichelt. Die beiden werden unzertrennlich. Jonathan lernt, wie er sich gegen den Psychoterror der anderen wehren kann, und seine Macht über andere wächst. Doch Richard ist das nicht genug. Er überzeugt Jonathan, dass sie ihre geheimnisvollen Kräfte nicht nur gegen jene richten sollen, die einst Jonathan gedemütigt haben, sondern gegen alle, die versuchen, sich ihrer immer enger werdenden Freundschaft in den Weg zu stellen. Ein tödliches Spiel nimmt seinen Lauf …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Das Wunschspiel
Originaltitel: The Wishing Game
Autor: Patrick Redmond
Übersetzung: Birgit Moosmüller
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Seiten: 447
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-45135-3
Preis: 9,00€
Deutsche Ersterscheinung: 2000


Meine Meinung

»Das Wunschspiel« ist ein großartiges Buch, das ich allerdings nicht wirklich als Psychothriller inordnen würde, obwohl es auf dem Klappentext als solcher gekennzeichnet ist. Tatsächlich taucht nämlich ca. ab der zweiten Hälfte eine paranormale Komponente auf, weshalb sich das Buch eher in Richtung Horror bewegt und weg von einem „gewöhnlichen“ Psychothriller. Horror aber auch eher auf eine subtile Art und Weise, also beschreibt Mystery das Ganze vielleicht etwas besser.

Das Buch startet mit einer Art Disclaimer, in dem aus der Sicht des im Klappentext bereits erwähnten Journalisten erzählt wird. Er interviewt einen älteren Mann und fragt diesen nach den Todesfällen an dem Kirkston Abbey Internat aus. Daraufhin beginnt die eigentliche Geschichte von Jonathan und Richard im Jahr 1954. Nach und nach erfährt man mehr über das Leben der Schüler des Internats sowie über die Entstehung dieser besonderen Freundschaft zwischen Jonathan und Richard, der mit seiner düsteren Ausstrahlung selbst den Lehrern Angst einjagt.

Obwohl in der ersten Hälfte des Buches sehr wenig passiert, bleibt es durchweg spannend und ist nie langatmig. Es geht gemächlich zur Sache, plätschert dabei aber nicht einfach so vor sich hin, sondern bleibt trotzdem interessant und auf subtile Art spannend. Am interessantesten dabei ist die Ausarbeitung der Charaktere für mich gewesen, denn genau das ist es, was die Geschichte meiner Meinung nach nie langweilig werden lässt, obwohl es keine richtige Action gibt. Das Drama, das sich sowohl zwischen den Schülern als auch zwischen den Lehrern und deren Frauen aufbaut, lässt immer weitere Handlungsstränge entstehen, die am Ende ineinandergreifen und ein großes Ganzes bilden, das Sinn ergibt, obwohl es am Anfang scheinbar keine Verbindung zwischen den einzelnen Handlungssträngen gibt.

Hinzu kommt, dass das Buch wirklich sehr schnell gelesen ist. Das liegt mitunter am Schreibstil des Autors, der weder zu emotionalisierend noch zu distanziert wirkt. Trotz der verhältnismäßig langen Kapitel habe ich das ganze Buch an nur zwei Nachmittagen durchgelesen. Dennoch muss ich zugeben, dass ein paar Seiten weniger in der ersten Hälfte und ein paar mehr zum Ende hin das Buch noch mal aufgewertet hätten – zumindest meiner Meinung nach. Denn gerade das Ende kam mir zu abrupt und war mir irgendwie zu „einfach“ im Vergleich mit der komplexen Storyline zuvor. Es gab mir von jetzt auf gleich einfach zu viele Tote, was sich für mich nicht ganz mit dem Rest des Buches vereinbaren ließ.


Fazit

»Das Wunschspiel« ist ein Buch, das sich auf jeden Fall lohnt zu lesen! Gerade für Leser*innen, die sich erst mal an das Genre Horror herantasten wollen, würde ich dieses Buch empfehlen, da es wirklich nur auf eine sehr subtile Art horrormäßig, aber trotzdem packend und mitreißend ist.

Rezension: »Die Chemie des Todes« von Simon Beckett

Hallöchen ihr Lieben!

Es war eher eine spontane Entscheidung, mit dem Hörbuch zu „Die Chemie des Todes“ anzufangen, aber ich kann euch sagen: Es hat sich gelohnt und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen!


Inhalt

»DIE CHEMIE DES TODES ist auf jeden Fall der beste Thriller, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen.«

Tess Gerritsen

David Hunter war der beste forensische Anthropologe Englands, bis ein tragischer Unfall sein Leben für immer veränderte. Aber der Tod lässt David einfach keinen Frieden …

»Ich fand DIE CHEMIE DES TODES einfach überwältigend gut – und so wunderbar unheimlich …«

Mo Hayder

Bibliografie

Titel: Die Chemie des Todes
Autor: Simon Beckett
Übersetzung: Andree Hesse
Sprecher: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: ca. 10 Std. 55 Min.
Verlag: Audiobuch Verlag OHG
Reihe: David Hunter / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Der Klappentext ist eher weniger aussagekräftig, weshalb ich für euch einfach noch mal kurz zusammenfasse, worum es tatsächlich in dem Buch geht:

David Hunter zieht in das englische Dorf Manham weit ab vom Schuss, um seiner schrecklichen Vergangenheit zu entfliehen und arbeitet dort von nun an als Dorfarzt. Doch es kommt, wie es kommen musste: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Frauen brutal zugerichtet und tot im Wald gefunden, wobei der Täter eine morbide Faszination für tote Tiere zur Schau stellt. Die Morde stellen sowohl David Hunter als ehemaligen forensischen Anthropologen als auch die örtliche Polizei vor ein Rätsel, das es zu lösen gilt, bevor der Täter sein neues Opfer auswählt.

Simon Becketts Schreibstil ist wirklich großartig – flüssig und einfach zu folgen, während der Erzählstil von Sprecher Johannes Steck noch den besonderen Touch hinzubringt, der das Buch zu einem einmaligen Hörerlebnis macht.

Durch die Ich-Perspektive fühlt man sich sofort mit David verbunden und versucht ebenso verzweifelt zu ergründen, wer denn jetzt der Täter ist. Gleichzeitig bleibt aber auch Davids Privatleben nicht auf der Strecke, was einen tieferen Einblick in seinen Charakter gibt als bei anderen Thrillern.

Zwischendurch gab es auch Passagen, in denen aus der Sicht des derzeitigen oder zukünftigen Opfers erzählt wird. Dadurch wurde Spannung aufgebaut und man hat ein paar zusätzliche Informationen erhalten, die David verwehrt geblieben sind. Manchmal gab es auch kleine Andeutungen á la „Erst später sollte ihm klarwerden …“, die die Spannung nochmals gesteigert haben.

Manham ist ein gut gewähltes Setting für die Geschichte, da das Dorf tatsächlich dem typischen Dorf entspricht: ruhig, jeder kennt jeden und Neuankömmlinge werden als Außenseiter betrachtet. Dabei unterscheiden sich aber auch noch die Persönlichkeiten der einzelnen Bewohner, was sehr realistisch wirkte und somit noch beeindruckender war.

Durch Davids Vergangenheit als forensischer Anthropologe gab es außerdem viel Input aus diesem Bereich der Forensik. So erfährt man Genaueres über die unterschiedlichen Stadien der Verwesung eines toten Menschen und welche Faktoren mit in diese „Chemie des Todes“ einspielen – wie beispielsweise das Wetter.

Zeitweise hatte ich schon die richtige Vermutung, wer der Täter ist, doch diese wurde dann relativ schnell wieder abgelöst von einer anderen. Die Auflösung kam jedoch trotzdem sehr überraschend, und gerade was Jenny angeht, weiß man erst ganz zum Schluss, was los ist. Mehr sage ich dazu nicht, um nicht zu spoilern, so leid es mir tut.


Fazit

„Die Chemie des Todes“ ist ein großartiger Thriller, der mit morbiden Informationen und einer großen Portion Spannung um sich wirft, weshalb ich kaum aufhören konnte, bis das Buch beendet war.

Rezension: »Der Heimweg« von Sebastian Fitzek

Hallo an alle!

Puh, meine Leseflaute ist wie man merkt vorbei und ich starte wieder voll durch beim Lesen und Rezensieren! Es war eigentlich gar nicht geplant von mir, „Der Heimweg“ anzufangen, weil ich vorher noch ein anderes Buch lesen wollte … Aber mein Vater hat es gekauft und ich habe mir gedacht, ich kann ja zumindest schon mal kurz reinlesen. Daraus wurde dann innerhalb von zwei Tagen das ganze Buch. Passiert.

Zuerst einmal möchte ich aber eins klarstellen, wobei ich es eigentlich schon traurig finde, dass man das mittlerweile wirklich klarstellen muss, wenn man nicht angefeindet werden möchte: Nur, weil ich „Der Heimweg“ als Buch wirklich grandios fand, heißt das AUF GAR KEINEN FALL, dass ich mit dem Thema häuslicher Gewalt einverstanden bin oder es womöglich sogar gutheiße. Das ist nicht so. In meiner Rezension beziehe ich mich auf das Kunstwerk, das hier geschaffen wurde, nicht auf das, was dort behandelt wird.


Inhalt

Wer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen …

Samstag, kurz vor Mitternacht. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon, ein Service für Frauen, die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen und eine beruhigende Stimme brauchen. So wie Klara. Die junge Frau glaubt, von einem Psychopathen verfolgt zu werden, der vor Wochen mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte. Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht gerade an …


Bibliografie

Titel: Der Heimweg
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Hardcover
Seiten: 400
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426281550
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Das Buch ist auf den ersten Blick eher unauffällig, einfach weil keiner vermuten würde, dass es wirklich ein Buch ist. Ich meine, auf den ersten Blick kein Titel, keine Seiten (der Buchschnitt ist schwarz gefärbt), nur ein Viereck mit dem Bild einer Frau darin. Es mutet erst mal an wie ein Kästchen. Im Licht kann man dann jedoch sehen, dass die schwarze Schrift erhabener ist und im Gegensatz zum Rest des Buches glänzt, sodass man Titel und Klappentext ganz gut lesen kann. Natürlich etwas schwierig zu fotografieren, aber wenn man es erst mal entdeckt hat, auf jeden Fall ein Blickfang!

Wer schon mal ein Buch von Sebastian Fitzek gelesen hat, kann sagen, was er will, der Schreibstil ist immer genauso großartig. Er schreibt nicht allzu ausschweifend, lässt manchmal einen Tacken Humor bei rumschwingen und kommt scheinbar direkt auf den Punkt. Was wiederum in krassem Gegensatz zu der Handlung steht, denn dort nimmt der Leser bloß an, der Autor käme auf den Punkt, bis am Ende einmal alles durcheinandergeworfen wurde und dann tatsächlich klipp und klar gesagt wird, was Sache ist. Aber genau das machen ja schließlich die Bücher des Königs der Psychothriller aus.

Vermutlich ahnt ihr jetzt schon, was ich noch sagen werde, aber ich will es trotzdem einmal versuchen, in Worte zu fassen. Fitzek hat es nämlich mal wieder geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich immer weiter aufbaut, bis man glaubt „mehr geht doch gar nicht“ und dann eines Besseren belehrt wird. Mein Herzschlag war während des Lesens durchgängig auf Höchsttempo und auch, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt habe, brauchte ich erst mal eine Verschnaufpause.

Ich muss allerdings auch sagen, dass „Der Heimweg“ keinesfalls etwas für schwache Nerven ist. Zwar werden Gewalttaten nicht explizit und detailgenau beschrieben, aber eben doch angerissen. Das macht die Story brutal und teilweise echt krank. Aber das gehört zu Psychothrillern schließlich dazu 😉

Tja, was gibt es ansonsten noch zu sagen? Das Thema ist finde ich ziemlich authentisch und somit auch sehr schockierend dargestellt. Die Handlung an sich ist natürlich nicht realistisch und das ist auch wirklich gut so, aber trotzdem finde ich, dass die Thematik der Häuslichen Gewalt nicht verherrlichend o.Ä. rüberkommt. Stattdessen bekommt man als Leser sofort die Wahrheit in all ihrer Brutalität und Grausamkeit geschluckt, und wenn die einen nicht schockiert, dann läuft irgendwas falsch mit einem.


Fazit

Für mich ist „Der Heimweg“ ein absolutes Jahreshighlight. Fitzek hat es mal wieder geschafft, einen großartigen Psychothriller mit Gänsehauteffekt und einer ordentlichen Portion an Spannung zu schaffen, der sich zusätzlich mit einer sehr aktuellen und wichtigen Thematik beschäftigt, die in der Gesellschaft leider noch immer als Tabuthema gilt.

Rezension: »Vanitas – Grau wie Asche« von Ursula Poznanski

Helloo zusammen!

Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich während der Schulzeit sehr gut mit Hörbüchern zurechtkomme, besser als mit Prints oder E-Books. Deshalb habe ich mir gleich nach „Cryptos“ ein weiteres Buch von Ursula Poznanski vorgenommen, und zwar den zweiten Teil von „Vanitas“, das ich ebenfalls dieses Jahr gehört habe.


Allgemeine Informationen

Titel: Vanitas – Grau wie Asche
Autorin: Ursula Poznanski
Sprecherin: Luise Helm
Genre: Psychothriller
Format: Hörbuch (Audio)
Dauer: ca. 10 Std, 33 Min
EAN: 978-3-839817223
Verlag: Argon Hörbuch
Reihe: Vanitas / Bd. 2
gehört: 09.09.20 bis 23.09.20


Inhalt

Seit wann muss man auf dem Friedhof um sein Leben fürchten?

Carolin ist zurück in der Blumenhandlung am Wiener Zentralfriedhof. Ihre Verfolger wissen: Sie ist am Leben. Nichts wünscht sie sich jetzt so sehr wie etwas Langeweile – da wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Nachts werden Gräber geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und die Grabsteine mit satanistischen Symbolen beschmiert. Nicht lange, und auf einem der Gräber liegt eine frische Leiche. Doch fast noch irritierender ist ein junger Mann, der täglich den Blumenladen besucht und sich seltsam verhält, wenn er sich unbeobachtet glaubt. In Carolin wächst die Angst. Sie entschließt sich zu einem folgenreichen Schritt …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover vom ersten Teil hat mir bereits gut gefallen, das vom zweiten Band finde ich sogar noch ein bisschen besser. Einfach, weil es so gut das ganze Gefühl von der Geschichte widerspiegelt. Düster, trostlos, gleichzeitig aber sehr mysteriös. Und der Tod spielt natürlich auch eine große Rolle.

Die Farben harmonieren sehr gut miteinander, nur meiner Meinung nach hätte schon beim ersten Band eher ein Cover mit Blumen darauf gepasst. Einfach wegen der Blumennachrichten, die Carolin so manches Mal schon von Robert zugeschickt worden sind und die in der Reihe eine wichtige Rolle spielen. Im ersten Band mehr als im zweiten, aber trotzdem.


Der Erzählstil

Wer die Bücher von Ursula Poznanski kennt, weiß mittlerweile vermutlich, weshalb sie eine so bekannte Autorin ist. Ich selbst kann kaum an einem ihrer Bücher vorbeigehen, ohne vorher mindestens die ersten fünf Seiten zu lesen und es dann zu kaufen.

Ihr Schreibstil ist auch in „Vanitas – Grau wie Asche“ wieder sehr locker, leicht und vor allem flüssig. Zudem ist es mal wieder aus Carolins Sicht erzählt, was den Leser tiefer in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen lässt. Dazu aber mehr unter „Charaktere“.

Luise Helm ist eine tolle Sprecherin, die ich sofort mit Carolin identifizieren konnte. Ihre Stimme passt so gut zu ihr und ich finde es wirklich bemerkenswert, wie sie es schafft, die richtigen Wörter zu betonen und zudem die Stimmlage anzupassen, wenn eine andere Person spricht.


Die Handlung

Zuerst einmal sei gesagt: Ich finde „Vanitas – Grau wie Asche“ wirklich nicht schlecht, sondern relativ gut. Besonders dafür, dass mir die Protagonistin und einige Teile der Handlung eher suspekt vorkamen. Es war wirklich unterhaltend zu hören und an einigen Stellen auch amüsant und zudem gab es zwischendurch immer mal wieder ein bisschen Spannung.

Der Einstieg war auch sehr gut, aber von da an ging die Geschichte eher schleppend voran. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass sie sich nur noch um sich selbst gedreht hat, bis es am Ende dann wieder etwas zügiger ging.

Die Thematik an sich, die erst am Ende ernsthaftig aufgegriffen wird, ist an sich wirklich interessant und für einen Thriller sehr gut ausgewählt, weil sie wirklich viel Stoff bietet. Leider hat Ursula Poznanski dieses Potenzial nicht ganz umgesetzt.

(Um den Spoiler zu lesen, den folgenden Abschnitt bitte markieren)

Das Thema war mir einfach nicht feinfühlig genug ausgearbeitet, insbesondere, weil Kinderpornographie noch heute sehr aktuell und leider nicht sonderlich selten ist.

Außerdem waren die Wendungen sehr vorhersehbar. Schon als Carolin Alex entführt hat, war mir klar, wie alles enden würde. Da wäre sicherlich noch ein bisschen Einfallsreichtum gut für die Geschichte gewesen!

(Spoiler Ende)


Die Charaktere

Tja. Nun zu Carolin selbst. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sie schon im ersten Teil nicht sonderlich gern hatte. Sie hätte sich so viele Dinge ersparen können, und auch hier, im zweiten Teil, war sie an ihren Problemen ausnahmslos immer selbst Schuld.

Einerseits beschwert sie sich darüber, dass der Polizist Tassani ihr so viel Aufmerksamkeit schenkt und sie als Verdächtige behandelt, andererseits beginnt sie aber gleichzeitig damit, selbst zu ermitteln und der Polizei damit ins Handwerk zu pfuschen. Zudem wurden ihre Aktionen äußerst unverständlich und unrealistisch dargestellt. Zwar hat sie Panikattacken und nachvollziehbare Ängste, weil sie ein Trauma hat, aber sie fordert ihr Schicksal auch immer wieder heraus, indem sie sich in ausweglose Situationen begibt. Und das, obwohl sie weiß, dass sie sich damit noch mehr in ihr Lügennetz verstrickt!


Fazit

Ich bin zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Einerseits hat es mir einige sehr unterhaltende und amüsante Stunden bereitet, andererseits waren mir Carolins Charakter und ihre damit einhergehenden Reaktionen nicht plausibel genug. Es fehlte der Geschichte einfach an Glaubwürdigkeit.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Der Insasse« von Sebastian Fitzek

Hey ihr Lieben!

Weil ich es meinem Vater versprochen habe, habe ich direkt nach Percy Jackson 1 angefangen, „Der Insasse“ zu lesen. Letzten Monat habe ich ja zwei Fitzeks gelesen und auch davor habe ich zwischendurch mal das ein oder andere Buch von ihm verschlungen, und weil mir bis auf eins alle sehr gut gefallen haben, war ich schon unglaublich gespannt auf dieses!


Allgemeine Informationen

Titel: Der Insasse
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Paperback
Seiten: 378
ISBN: 978-3-426-51944-8
Verlag: Droemer Knaur
gelesen: 17.07.20 bis 20.07.20


Inhalt

Zwei entsetzliche Kindermorde hat er bereits gestanden und die Berliner Polizei zu den grausam entstellten Leichen geführt. Doch jetzt schweigt der psychisch kranke Häftling Guido T. auf Anraten seiner Anwältin. Die Polizei ist sicher: Er ist auch der Entführer des sechsjährigen Max, der seit drei Monaten spurlos verschwunden ist. Die Ermittler haben jedoch keine belastbaren Beweise, nur Indizien. Und ohne die Aussage des Häftlings werden Max‘ Eltern keine Gewissheit haben und niemals Abschied von ihrem Sohn nehmen können.

Drei Monate nach dem Verschwinden von Max macht ein Ermittler der Mordkommission dem verzweifelten Vater ein unglaubliches Angebot: Er schleust ihn in das psychiatrische Gefängniskrankenhaus ein, in dessen Hochsicherheitstrakt Guido T. eingesperrt ist. Als falscher Patient, ausgestattet mit einer fingierten Krankenakte. Damit er dem Kindermörder so nahe wie nur irgend möglich ist und ihn zu einem Geständnis zwingen kann.

Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
Dachte er.
Bis er als Insasse die grausame Wahrheit erfährt …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ein großer Pluspunkt geht hier erst einmal an die Aufmachung. Das Buch hat nämlich die Optik einer Gummizelle, was an sich schon irgendwie neugierig macht. Auch die rote und schwarze Schrift, die wie hingekritzelt aussieht, macht etwas her.

Während in der Hardcover-Ausgabe der Buchschnitt rot gefärbt ist, gibt es in der Paperback-Ausgabe eine weitere Klappe, die sich so falten lässt, dass damit der Buchschnitt sozusagen zugeklappt werden kann. Dort drauf steht in weißen Lettern ebenfalls wie hingekrakelt „Holt mich raus!“. Demnach verspricht schon die Gestaltung ein sehr interessantes und eventuell psychopathisches Leseerlebnis (keine Ahnung, ob es so was gibt. Aber „psychopathisch“ passt so gut zu dem, was ich ausdrücken will).


Der Erzählstil

Für Fitzek typisch ist der abwechslungsreiche, flotte Schreibstil. Auch wenn er in „Der Insasse“ zugegebenermaßen öfter mal den ein oder anderen Ausdruck wiederholt hat, was ich ein bisschen störend fand und mich im Lesefluss abgelenkt hat. Aber was meckere ich hier rum, ich selbst hab es in meinem Buch ja auch nicht besser gemacht.

Besonders gut gefallen haben mir mal wieder die Perspektivwechsel. Fitzeks Thriller haben fast alle sehr kurze Kapitel und die aufeinanderfolgenden werden meist aus der Sicht von unterschiedlichen Charakteren erzählt. Demnach endet das eine Kapitel mit einem Cliffhanger und man will schnell im nächsten weiterlesen, was passiert, aber dieses ist dann wieder aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, und am Ende gibt es wieder einen Cliffhanger. Das ist ein Teufelskreis, aus dem man erst herauskommt, wenn man das Buch beendet hat.

Na ja, was ich eigentlich sagen wollte, war, dass ich besonders die Perspektive des psychopathischen Kindermörders Guido T. (ich weiß jetzt auch, weshalb im Klappentext der Nachname nicht genannt wird, weshalb ich das auch nicht tun werde, um nicht zu spoilern) mochte. Das heißt, natürlich mochte ich nicht, was der Psychopath für Gedanken hat, aber ich fand es irgendwie faszinierend, wie Fitzek es geschafft hat, auch dessen Empfindungen authentisch einfließen zu lassen. Das muss man erst mal schaffen, sich in den Kopf eines Kindermörders hineinversetzen zu können.

Bis ich die Hälfte gelesen hatte, kam es immer mal wieder zu ein paar Längen in der Handlung, die es mir dann auch mal gestattet haben, das Buch aus er Hand zu legen. Nicht schlimm, weil ich so wenigstens die Möglichkeit hatte, ruhig schlafen zu gehen, aber ihr wisst, was ich meine.


Die Handlung

Vielleicht habt ihr ja schon gehört, dass „Der Insasse“ nicht der beste von Fitzeks Psychothrillern sein soll. Diesen Aussagen kann ich zustimmen, auch wenn ich ihn wirklich nicht schlecht fand – auf jeden Fall hat er mir besser gefallen als „Das Geschenk“ (hier geht’s zur Rezension).

Aber ich bin mir sicher, ihr alle kennt es: Alle sagen immer, der erste Eindruck zählt, auch bei Büchern, und das ist auch so, denn wenn der erste Eindruck nicht stimmt, dann würde man das Buch vermutlich gar nicht erst in die Hand nehmen. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, dass das Ende letztlich den bleibenden Eindruck hinterlässt, den man in Erinnerung behält. Wenn einem also das Ende eines Buches nicht gefällt, dann denkt man im Nachhinein meist negativer an die Geschichte zurück, als wenn der Start ein bisschen holpriger war.

Aus diesem Grund will ich in der Rezension mit dem Ende anfangen und mich dann zu den Punkten vorarbeiten, die mir besser gefallen haben. So ist der bleibende Eindruck dieser Rezension nicht ganz so negativ 😉

Also, ja, die Auflösung war überraschend, wie man es von Fitzek gewohnt ist. Allerdings nicht wirklich eine neue Idee, weshalb ich irgendwie mehr erwartet hatte. Letztlich wurde alles sehr raffiniert zusammengefügt (auch wenn es für mich immer noch ein paar Unklarheiten gibt), aber das Ende war eben auch sehr typisch für einen Thriller dieser Art. Wirklich, ich bin mir sicher, jeder dritte Thriller-Autor hat bereits ein Buch mit diesem Ende geschrieben, einfach weil sie denken, es sei eine super-originelle Idee.

Okay, dann kommen wir jetzt zum Rest der Handlung. Die war nämlich spannend und grauenvoll zugleich. Ich fand einige Szenen wirklich zutiefst verstörend und habe mich beim Lesen regelrecht geekelt – da war nichts mit freudigen Gefühlen oder so. Ich war entsetzt, aufgewühlt und geschockt, und das aus gutem Grund, denn Fitzek ist die ganze Zeit über gnadenlos ehrlich – da läuft nichts mit „schonend beibringen“. Nein, die Handlung geht an die Psyche des Lesers, was nicht zuletzt mit dem Thema Kindermord und Folter zu tun hat.

Auch hat das Setting nicht wirklich Wohlfühlcharakter – eine einfache Bettlektüre ist „Der Insasse“ daher nicht. Mittlerweile gibt es viele Krimis und Thriller, die in psychiatrischen Einrichtungen, teilweise eben auch in der Geschlossenen, spielen – nicht nur in Büchern, auch im Fernsehen bekommt man diese Art von Handlung immer wieder mit, denn irgendwie hat dieses Setting schon etwas Faszinierendes an sich. Vermutlich, weil nicht allzu viele Menschen jemals eine Geschlossene von innen zu Gesicht bekommen.

Manchmal gibt es Rückblicke in die Kindheit einiger Personen – auch in die von dem Psychopathen Guido T. Damit sollten wahrscheinlich seine Fantasien und seine Entwicklung nachvollziehbarer gemacht werden, und das wurde teilweise auch geschafft. Aber eben nur teilweise, denn Fragen bleiben trotzdem noch, die sicherlich noch hätten beantwortet werden können.

Natürlich gab es auch wieder unerwartete Wendungen und vor Allem unvorhersehbare Plottwists, die mir manchmal eine Gänsehaut verschafft haben. Dann fing auch mein Herz an, schneller zu klopfen und ich konnte meine Augen gar nicht mehr vom Text lösen.

Bereits der Anfang ist sehr dramatisch und macht neugierig auf mehr; damit wäre also auch die Sache mit dem ersten Eindruck geklärt. Das größte Highlight am ganzen Buch war für mich allerdings die Danksagung. Wenn ihr euch fragt, weshalb mir gerade eine Danksagung so gut gefallen hat: Lest das Buch selbst. Mehr will ich hier nicht darüber erzählen.


Die Charaktere

Das ganze Buch über hat man geglaubt, Till immer besser kennenzulernen und sein Wesen zu verstehen. Bis die Auflösung konnt und man sich vor die Stirn klopft und sich fragt, was man jetzt von dem Protagonisten des Buches halten soll.

Ansonsten waren die Charaktere aber nicht sehr tiefgründig, sondern eher oberflächlich gestaltet. Die Rückblicke sollten zwar vermutlich ein paar Erklärungen für das Verhalten einiger Charaktere geben, aber so ganz geklappt hat das meiner Meinung nach nicht. Da ist also auf jeden Fall noch Verbesserungsbedarf.


Fazit

„Der Insasse“ ist nicht der beste Fitzek, den ich je gelesen habe, aber auch nicht der schlechteste. Er ist so ein Mittelding, von meinem Gefühl her liegt er so zwischen „Das Geschenk“ und „Das Paket“. Ersteres hat mir von Fitzek bisher am wenigsten gefallen, Letzteres am meisten.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Flugangst 7A« von Sebastian Fitzek

Hey ihr Lieben!

Ja, genau, ihr habt richtig gelesen, schon wieder ein Thriller, und schon wieder ein Fitzek. Ich habe mir für den Juni nämlich vorgenommen, endlich mal die ganzen Spannungsromane von meinem SuB zu befreien (okay, alle werde ich nicht schaffen, aber zumindest ein paar sind drin).


Titel: Flugangst 7A
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 394
ISBN: 978-3-426-51019-3
Verlag: Droemer Knaur
gelesen: 22.06.20 bis 24.06.20


Inhalt

WIE VIELE MENSCHENLEBEN IST DEIN KIND DIR WERT?

An Bord des Nachtflugs Buenos Aires-Berlin befindet sich der renommierte Psychiater Mats Krüger. Voll Vorfreude, bald seine hochschwangere Tochter wiederzusehen.
Doch schon kurz nach dem Start gerät er in die entsetzlichste Situation seines Lebens. Ein unbekannter Anrufer eröffnet ihm, dass ein ehemaliger Patient mit im Flugzeug sitzt. Jemand, den Mats einst von mörderischen Gewaltfantasien befreite. Und den er nun dazu bringen soll, über 600 Passagiere – und sich selbst – in den Tod zu reißen.
Sollte Mats es nicht tun, stirbt seine Tochter noch in derselben Nacht …

Der Thriller, der mit all unseren Urängsten spielt.

»Dieser Sebastian Fitzek kann Spannung!«

Südwest Presse

Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich denke, zu dem Cover muss ich nicht sonderlich viel sagen. Ich habe die Neuauflage, und die gefällt mir eindeutig viel besser als die vorherige. Ich finde es einfach genial gemacht, dass man aus einem Flugzeug-Fenster nach draußen sieht und die Regentropfen die Scheiben heruntertropfen. Diese Tropfen finden sich auch auf dem Schriftzug wieder, wenn man genau hinsieht, was ein kleines minimalistisches Detail ist, das mich aus irgendeinem Grund sehr begeistert.

Im Inneren ist die Gestaltung jetzt nichts Besonderes und anfangs war ich von dieser eher klobigen Aufmachung ein bisschen abgeschreckt, weil ich es mittlerweile gewöhnt bin, immer neues im Inneren zu entdecken. Aber im Grunde genommen ist das doch auch egal, wenn einem die Geschichte gefällt, nicht wahr?

Die Kapitel sind kurz und immer mit Cliffhangern am Ende gestaltet, wodurch man immer weiterlesen musste, egal, was gerade passiert ist. Das hat den Spannungsfaktor ebenfalls erhöht.


Der Erzählstil

Das Buch ist sehr flüssig zu lesen, eben ein typischer Fitzek. Ich hatte nie das Gefühl, dass sich die Geschichte an irgendeiner Stelle unnötig in die Länge zieht, und ich hatte durchgängig ein unbehgaliches Flattern in der Brust, wie ich es nur selten beim Lesen eines Thrillers habe. Dafür kommt es bei Fitzeks immer häufiger vor.

Irgendwie hat Fitzek diese Kunst zu wissen, wie man einerseits nicht zu abgehoben, aber auch nicht zu locker schreibt. Er verwendet immer die richtigen Formulierungen, die Dialoge sind mir immer authentisch erschienen.


Die Handlung

Wie auch alle anderen Fitzeks beginnt „Flugangst 7A“ packend und konnte mich schon zu Beginn völlig in die Geschichte hineinziehen. Durch die immer wechselnden Handlungsstränge gab es eine permanente Spannung – wenn man ein Kapitel aus der Sicht des einen Charakters fertig hatte, das mit einem Cliffhanger endete, musste man unbedingt weiterlesen, aber vorher kam noch ein Kapitel aus der Sicht eines anderen Charakters, das ebenfalls mit einem Cliffhanger endete. So war ich gefangen in diesem endlosen Kreislauf aus Cliffhangern und gnadenloser Spannung.

Es werden immer wieder Themen angesprochen, die an die Psyche gehen und etwas in meiner eigenen Denkweise verändert haben. Demnach habe ich auch einiges über ein paar der angesprochenen Dinge dazugelernt.

Leider wirkten einige Aktionen der Charaktere sehr gewollt, sodass ich mich das ein oder andere Mal fragen musste, weshalb eine Person genau so handelt wie sie es tut. Das ist aber auch das einzige, was mich an der Geschichte gestört hat, denn es gibt umso mehr positive Anmerkungen, die ich hier machen kann.

Zum einen ergibt alles einen Sinn, obwohl die einzelnen Sachen ein bisschen weithergeholt sind, aber das ist bei Fitzeks schließlich fast immer der Fall. Auf jeden Fall habe ich keine Logikfehler finden können.

Weiterhin gab es so unglaublich viele Wendungen und Plot-Twists, dass ich irgendwann einfach nicht mehr anders konnte als weiterzulesen und weiterzulesen und weiterzulesen und – oh, Mist, das Buch ist zu Ende. So ungefähr war mein Lesegefühl bei diesem Buch.

Außerdem konnte mich das ganze Ausmaß der Tat, von der ich vorher nicht einmal eine Ahnung gehabt habe, wirklich auf dem kalten Fuß erwischen. Da wurde ich mal wieder völlig im Kreis herumgescheucht, bis ich am Ende an der Stelle gelandet bin, an der ich die ganze Zeit dran vorbeigelaufen war.


Die Charaktere

Trotz der wechselnden Perspektiven würde ich von Mats Krüger auf jeden Fall als Protagonist sprechen. Er hat Schwächen und Stärken und wirkt dadurch sehr authentisch auf mich. Auch war er mir von Anfang an sympathisch und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass ich in seiner Situation anders gehandelt hätte.

Auch alle anderen Charaktere, besonders Feli und Nele, waren mir unglaublich sympathisch und haben trotz der düsteren Geschehnisse die Geschichte mit ihrem Charakter ein bisschen aufgelockert.


Fazit

Flugangst 7A ist auf jeden Fall eines der besten Fitzeks, die ich je gelesen habe, wobei es auch einen kleinen Kritikpunkt meinerseits gab. Wer Fitzeks mag und genauso gern inhaliert wie ich, der ist mit diesem Buch eindeutig an der richtigen Adresse. Für alle anderen, die Fitzek vielleicht nicht so gern oder oft lesen: solltet ihr eher zartbesaitet sein, könnte es sein, dass das Buch ein wenig triggert. Gerade Menschen mit Flugangst würde ich nicht empfehlen, das Buch in einem Flugzeug zu lesen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Das Geschenk« von Sebastian Fitzek

Hallo ihr Lieben!

Es wurde mal wieder Zeit für einen Buddy-read. Und da meine Freundin Alina „Das Geschenk“ ebenfalls auf ihrem SuB liegen hatte, haben wir uns entschlossen, es gemeinsam zu lesen – eine wirklich gute Idee, denn so konnten wir uns nach jedem Leseabschnitt immer so richtig über das Buch auslassen. So, jetzt aber zur Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Das Geschenk
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Hardcover
Seiten: 367
ISBN: 978-3-426-28154-3
Verlag: Droemer Knaur
gelesen: 06.06.20 bis 17.06.20


Inhalt

Alles wirklich Böse beginnt in Unschuld

Ernest Hemingway

Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.

Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiterzuleben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Was das Cover und die Gestaltung betrifft, kann ich von dem Buch nur schwärmen. Der Droemer Knaur Verlag hat sich selbst übertroffen mit der Idee, das Buch wirklich als eine Art Geschenk zu verpacken … Zumindest die Limitierte Hardcover-Ausgabe, die ich besitze. Und selbst, wenn man die Hülle „abstreift“, macht das Buch etwas her. Auf jeden Fall fällt es durch die rote Farbe auf!

Am Anfang stehen noch Zitate zum Thema Psychopathie, die im Laufe der Geschichte auch noch eine große Rolle spielen werden. Und auch, dass die Worte, die Milan als Analphabet nicht entschlüsseln kann, in irgendwelchen Hyroglyphen dargestellt wurden – trotzdem ist an der Form der Nachrichten nach einigem Grübeln zu erkennen, was dort steht – war für mich ein großes Highlight.


Der Erzählstil

Fitzeks Art zu schreiben ist wie keine andere. Das sagen viele seiner Leser, und das sage auch ich, denn auch, wenn mir „Das Geschenk“ insgesamt nicht so gut gefallen hat wie andere Fitzek-Bücher, bin ich trotzdem noch großer Fan von dem Autor.

Das liegt größtenteils an seinem Schreibstil. Ich weiß nicht, wie ich ihn beschreiben kann, aber irgendwie findet Fitzek immer die richtigen Worte für den jeweiligen Charakter. So kann man sehr gut zwischen Gesellschaftsschichten und Persönlichkeiten unterscheiden, selbst wenn man das Buch nur liest. Auch seine detaillierten Beschreibungen lassen wenig Platz für Fantasie, wodurch ich immer sofort ein klares Bild vor Augen hatte. Dabei waren die Beschreibungen des Settings gar nicht so ellenlang, dass es irgendwie langweilig wurde.

Bereits nach den ersten fünf Kapiteln nimmt das Buch ordentlich an Spannung auf, aber das hatte ich auch schon erwartet – schließlich handelt es sich bei dem Buch um einen Fitzek. Dennoch gab es an ein paar wenigen Stellen auch Längen, die mich sehnsüchtig auf die nächste Wendung warten ließen, die mich dann häufig wie kaltes Wasser erwischt hat.


Die Handlung

Das Buch fängt an, als Milan im Gefängnis sitzt. Die Leser erfahren sozusagen nach und nach, wie es bis dahin kommen konnte, was natürlich schon mal für ordentlich Neugierde gesorgt hat. Leider waren gerade die Rückblicke für mich eher verwirrend als aufschlussreich. Ich habe einfach das „System“ nicht so ganz verstanden ,wobei im Nachhinein alles etwas klarer geworden ist. Dadurch fiel mir jedoch der Start in die Geschichte schwerer, als ich es von Fitzek-Büchern gewöhnt bin.

Meine Hoffnungen wurden also gleich zu Beginn zumindest teilweise kaputt gemacht, wobei sie auch gleich darauf wieder zurückgekommen sind, weil die Geschichte an Fahrt aufgenommen hat. Es wurde spannender und sowohl Alina als auch ich waren sehr gehypt auf das Buch, weshalb wir auch beständig weitergelesen haben.

Ab der Hälfte hatte ich dann irgendwie das Gefühl, dass sich die Geschichte unnötig in die Länge zieht. Klar, es gab immer wieder neue Entdeckungen, aber irgendwann kam ich einfach nicht mehr klar mit den ganzen Rätseln. Alina und ich haben über WhatsApp und beim Telefonieren beide unsere Vermutungen geäußert, aber keine war wirklich schlüssig, sodass wir fast am Verzweifeln waren. Natürlich war das so von Fitzek gewollt, aber vielleicht hätte er doch schon die ein oder andere Kleinigkeit vorher auflösen können, einfach, um die Story ein bisschen aufzulockern.

Dafür gab es dann am Ende sehr viele Informationen auf einmal. Zugegeben, diesen Abschluss hätte ich nicht erwartet und ich war auch ein wenig geflasht, aber irgendwie war das Ende trotzdem nicht so meins. Es war einfach nicht so ganz schlüssig für mich, da es nicht mit dem zusammenpassen wollte, was bereits geschehen war, und da hätte man sicherlich einiges noch ein wenig verständlicher erklären können.

Stattdessen wurde ich quasi umgehauen von dieser Welle an Informationen, was mich einfach überfordert hat. Einige Dinge waren für mich einfach unrealistisch und nicht wirklich logisch bzw. authentisch erklärt …


Die Charaktere

Milan war mir wirklich sympathisch, wie bei größtenteils allen Protagonisten. Trotzdem konnte ich einige seiner Handlungen nicht ganz nachvollziehen und auch seine Vergangenheit wirkte auf mich nicht sonderlich authentisch, weshalb ich oft Schwierigkeiten hatte, mich mit ihm zu identifizieren. Allerdings ist mir schon aufgefallen, dass er weitaus tiefgründiger gestaltet wurde als viele andere Protagonisten in Thrillern.

Auch Andra war mir unglaublich sympathisch, aber ich finde, die Erklärung, warum sie tut was sie tut, wirkte irgendwie, als hätte man sie an den Haaren herbeigezogen, einfach, damit die Story schlüssig wird. Demnach bin ich mit ihrer Ausarbeitung nicht ganz so zufrieden.

Die anderen Charaktere waren jedoch gut nachzuvollziehen – obwohl ich bei einigen Kandidaten zugegeben Schwierigkeiten hatte – und sie waren auch allesamt möglichst tiefgründig ausgearbeitet, sodass ihre Handlungen und Aktionen auf ihre Vergangenheit abgestimmt waren.


Fazit

„Das Geschenk“ hat mir gut gefallen, aber es kommt bei Weitem nicht an die anderen Fitzeks dran, die ich bereits gelesen bzw. gehört habe. Es ist eine Erfahrung gewesen, und ich bereue auch nicht, das Buch gelesen zu haben, aber es wird kein Highlight werden.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara