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Rezension: »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski

Etwas verspätet kommt heute die Rezension zu »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der Eleria-Trilogie handelt, kommen Spoiler zu Band 1 (»Die Verratenen«) vor.


Bibliographische Daten

Titel: Die Verschworenen
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7547-5
Reihe: Eleria-Trilogie / Bd. 2

Erster Satz: »Die Kinder sind ein bebender Schatten im ersten Licht der Morgendämmerung.«


Inhalt

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Schon der erste Teil der Trilogie hat mir recht gut gefallen, weshalb ich auch nicht unbedingt niedrige Erwartungen an dieses Buch hatte. Diese wurden auch größtenteils erfüllt, und der Schreibstil von Ursula Poznanski hat sein Übriges dazu getan, denn der ist einfach nur großartig. Jedes ihrer Bücher lässt sich wunderbar schnell und flüssig lesen, ohne dass ich jemals das Gefühl hatte, über bestimmte Formulierungen zu stolpern, etc.

Hinzu kommt, dass ich recht schnell wieder in die Geschichte reingekommen bin, da das Buch direkt an den Vorgänger anschließt. Dadurch konnte ich mir die letzten Geschehnisse aus Band 1 sofort wieder ins Gedächtnis rufen und hatte keine Schwierigkeiten, mit Teil 2 zu starten. Des Weiteren gab es in diesem Buch viel mehr unerwartete Wendungen und Plot-Twists, wodurch es insgesamt auch spannender war. Einzig einen Cliffhanger am Ende hätte ich mir gewünscht, um noch ein bisschen die Spannung auf den nächsten Teil zu erhöhen. Ich meine, das Buch hat zwar an sich so eine Art Cliffhanger, aber eben doch nicht ganz, weil danach noch eine kurze Szene kam, die das Ende ein bisschen »lasch« hat werden lassen.

Ansonsten kann ich nur den Mittelteil kritisieren, weil es sich dort dann doch ein bisschen gezogen hat. Beziehungsweise, nicht richtig gezogen, aber da ist die Geschichte dann eher so dahin geplätschert. Was natürlich dazu geführt hat, dass ein Großteil der zuvor aufgebauten Spannung wieder zunichte gemacht wurde. Einige Dinge waren aber auch im MIttelteil anders als erwartet, weshalb ich nicht das Gefühl hatte, dass ich langsamer mit dem Lesen vorankomme als vorher.

Fazit

Alles in allem ist »Die Verschworenen« trotzdem ein sehr gutes Buch, das mich auf jeden Fall auf den dritten Teil der Eleria-Trilogie hoffen lässt. Jetzt muss der nur noch in mein Regal einziehen, auch wenn ich ja eigentlich ein Kaufverbot habe … selbstauferlegt, versteht sich, wegen SuB-Abbau und so. Ihr wisst, was ich meine

Rezension: »Der Zwillingscode« von Margit Ruile

Hallo ihr Lieben!

Etwas verspätet kam mein Rezensionsexemplar von „Der Zwillingscode“ bei mir an. Ich habe es dann sofort angefangen zu lesen, um den Loewe-Verlag nicht noch länger auf meine Rezension warten zu lassen. Das Buch ist eine Dystopie, die im Januar 2021 erschienen ist, also noch ganz neu. Zugegeben lese ich ja eher selten Neuerscheinungen, aber da ich zurzeit so im Dystopien-Fieber bin, hat sich das hier ganz gut angeboten.

Das Buch ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Loewe-Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Das beeinflusst weder meine Meinung noch den Inhalt der Rezension.


Inhalt

Was passiert, wenn die Dinge, die wir erschaffen, uns gar nicht mehr brauchen?

Vincent ist siebzehn und eine Doppel-C-Seele. Sein Sozialpunktestand ist so niedrig, dass an ein Studium nicht zu denken ist. Stattdessen repariert er heimlich die mechanischen Haustiere der Firma Copypet. Eines Tages bringt eine alte Frau eine Katze zur Reparatur. Und die führt Vincent geradewegs in die Simulation – eine virtuelle Welt, in der alle unsere Gegenstände ihr digitales Leben führen. Verborgen in dieser Zwillingswelt aber liegt ein Code. Vincent muss ihn finden, denn davon hängt die Zukunft der Menschheit ab.

Ein außergewöhnliches Zukunftsszenario im Stil von Black Mirror.


Bibliografie

Titel: Der Zwillingscode
Autorin: Margit Ruile
Genre: Dystopie
Format: Paperback
Seiten: 315
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7432-0324-2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Dieses Buch ist eine seltene Enttäuschung für mich gewesen. Der Inhalt klingt wirklich interessant, und auch das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Umsetzung konnte mich aber leider auf keiner Ebene überzeugen …

Die Welt aus dem Buch ist im Grunde genommen unsere, aber im Jahr 2057. Die Digitalisierung hat ganz andere Ausmaße angenommen – alles ist vernetzt, jeder hat ein Handy, echte Tiere sind teils schon komplett ausgestorben und werden durch künstliche Tiere der Firma Copypet ersetzt. Das alles ist in der Gesellschaft völlig normal. Genau wie der Sozialpunktestand, den jeder Mensch besitzt. Je besser der Sozialpunktestand, desto mehr Privilegien und Rechte hat man. Das Buch beschäftigt sich mit einer sehr aktuellen Thematik, nämlich der Künstlichen Intelligenz. In der Geschichte hat sich eine K.I. nun weiterentwickelt, ohne dass die Menschen davon wissen.

Wie gesagt: Gute Idee, aber die Umsetzung leider nicht mein Fall. Die Storyline an sich ist ganz in Ordnung. Es gibt einen roten Faden und am Ende einen halbwegs überraschenden Showdown. Allerdings gab es auch keine anderen Handlungsstränge, was das ganze sehr einfach und irgendwie eindimensional hat wirken lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schlicht und einfach und dadurch angenehm und schnell zu lesen. Trotzdem war er nicht sonderlich aussagekräftig oder gar bildgewaltig. Es haben auch viele Beschreibungen und Erklärungen gefehlt, wodurch vieles ein Rätsel für mich blieb und ich auch jetzt noch eine ganze Menge offener Fragen habe. Zudem gab es eine Menge Logikfehler, was ich persönlich ziemlich schade finde, weil zumindest im Lektorat genau auf solche Dinge noch mal geachtet werden sollte. So frage ich mich jetzt aber zum Beispiel, wie es sein kann, dass sich Vincent in seinen Erinnerungen selbst sieht. Oder dass ein Programm, dass durch Lippenlesen Töne in Stummfilme spielt, Windgeräusche einblenden kann.

Außerdem konnte ich weder zu Vincent noch zu irgendeinem anderen Charakter eine Bindung aufbauen. Zwar war zumindest Vincent in der Theorie recht tiefgründig ausgearbeitet, aber da seine Emotionen und Gedanken so extrem auf der Strecke geblieben sind, konnte ich mich einfach nicht in ihn hineinversetzen.

Stattdessen kam es mir so vor, als wäre ich eine Zuschauerin in einem Kinofilm. Tatsächlich stelle ich mir die Geschichte als Film auch besser vor als als Buch. Da merkt man meiner Meinung nach auch deutlich, dass die Autorin vorher in der Filmbranche tätig war und Drehbücher geschrieben hat.

Die ganze Handlung spielte sich sehr temporeich ab, und irgendwie wirkte das Buch extrem komprimiert, weil viele Informationen fehlten, die das Verständnis einfacher gemacht hätten. So blieb alles irgendwie oberflächlich und ich konnte nie in die Geschichte abtauchen. Einige Seiten mehr, vielleicht sogar um die 100, hätten dem Buch sicher nicht geschadet.

Obwohl ich auf den ersten hundert Seiten das Gefühl hatte, es könnte endlich mal was passieren, muss ich jetzt im Nachhinein zugeben, dass die ersten hundert Seiten weitaus weniger temporeich waren als der Rest. Dort hat sich nichts zu schnell entwickelt, was ich jetzt mal als Pluspunkt zähle.

Das offene Ende ist hier ausnahmsweise ebenfalls mal ein Pluspunkt. Zwar bin ich ein großer Fan von Happy Ends, aber hier hätte das gar nicht gepasst und wäre viel zu vorhersehbar gekommen. Stattdessen wurde alles irgendwie noch realistischer und hat zumindest noch ein bisschen was aus der Geschichte rausgeholt.


Fazit

Leider war dieses Buch der erste richtige Flop in diesem Jahr. Ich hatte so große Hoffnungen und vor allem hohe Erwartungen, aber keine einzige wurde erfüllt. Stattdessen muss ich eingestehen, dass es dem Buch nicht geschadet hätte, noch ein paar Mal überarbeitet zu werden, sodass noch mindestens 100 Seiten an Ausführungen hinzugekommen wären.

Rezension: »Die Verratenen« von Ursula Poznanski

Hallöle ihr Lieben!

Ich habe ja schon des Öfteren hier erwähnt, dass ich in letzter Zeit sehr gerne Dystopien lese (und auch schaue), weshalb ich auch schon zu einer weiteren gegriffen habe, dieses Mal zum ersten Teil der Eleria-Trilogie von Ursula Poznanski, die ganz nebenbei eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen ist. Bisher hat mir keins ihrer Bücher nicht gefallen (nur Thalamus fand ich eher mittelmäßig, es war aber trotzdem nicht schlecht), also war ich sehr gespannt auf dieses Buch …


Inhalt

Vertraue niemandem. Denn jemand will deinen Tod. Es könnte jeder sein.

Eine Welt, die perfekt und gerecht erscheint. Sechs Studenten, die dachten, sie kennen die Wahrheit. Doch plötzlich sind sie auf der Flucht, verraten, verfolgt und dem Schicksal ausgeliefert.

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlichen gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Aber sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.


Bibliografie

Titel: Die Verratenen
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 461
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7546-8
Reihe: Eleria-Trilogie / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

„Die Verratenen“ ist der Auftakt der Eleria-Trilogie von Ursula Poznanski, und die Reihe lag schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Unter anderem, weil ich die Bücher von der Autorin so gut finde und mich das Thema sofort angesprochen hat.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wie immer grandios und einfach sowie flüssig zu lesen. Ihre Wortwahl hat perfekt zur Geschichte sowie dem Setting gepasst, das übrigens richtig gut gewählt wurde. Die futuristische Welt, die Ursula Poznanski geschaffen hat, mit ihrem Sphärenbund und den „Prims“, den Außenbewohnern, ist einfach sehr gut ausgearbeitet, wodurch keine Lücken oder Logikfehler vorhanden sind.

Am Anfang war es allerdings schon ein bisschen verwirrend, weil man sich erst noch in der Welt von Ria, Aureljo, Tomma und Co. zurechtfinden musste. Da wurde man quasi unvorbereitet in die Geschichte geworfen und musste sich alles selbst zusammenreimen, wobei das an sich gar nicht mal soo schlecht war. Ein bisschen das Gehirn anstrengen und so. Na ja, trotzdem wäre es ganz schön gewesen, ein bisschen mehr erklärt zu bekommen – beispielsweise habe ich erst ab der Hälfte verstanden, was genau ein Vitro ist, aber was es mit den Abstammungsklassen auf sich hat, habe ich mir immer noch nicht ganz zusammengereimt. Es blieben also durchaus ein paar offene Fragen, die hoffentlich in den nächsten zwei Teilen beantwortet werden.

Die Charaktere waren bis auf Ria selbst eher oberflächlich ausgearbeitet, was aber gar nicht mal so schlimm war. Schließlich sollte man sich als Leser selbst Gedanken darum machen, wer jetzt der Verräter in der Gruppe bestehend aus Ria, Aureljo, Tomma, Dantorian, Tycho und Fleming ist. Tatsächlich habe ich auch durchgängig damit gerechnet, dass eine bestimmte Person der Verräter ist, aber letztendlich war es dennoch jemand anderes.

Ria selbst war mir sympathisch, auch wenn ich ihr Verhalten gegenüber Tomma oft grenzwertig und nicht sonderlich einfühlsam fand. Aber das lag eben auch an ihrer Erziehung. Tomma war mir eher so semi-sympathisch, während ich Aureljo überhaupt nicht mochte. Tycho fand ich cool, er erinnert mich ein bisschen an Luc aus der Lux-Reihe. Was Dantorian und Fleming angeht, habe ich die beiden nie so richtig durchschauen können, vielleicht erfahren wir ja in den nächsten zwei Teilen noch ein bisschen was über sie.

Die Gefühle von Ria waren sehr bildlich beschrieben und somit auch nachvollziehbar, insbesondere, weil man wusste, wie sie aufgewachsen ist. Die Beziehung zwischen Ria und Aureljo hat wenig Platz eingenommen, obwohl sie auf jeden Fall vorhanden war – allerdings habe ich nicht ganz verstanden, weshalb die beiden ein Paar sind, weil da eben so wenig drüber geschrieben wurde.

Ich würde nicht behaupten, das Buch sei super spannend gewesen, weil das nicht so ganz stimmt. Ich finde, „interessant“ trifft es eher. Oder auch „faszinierend“. Die Spannung selbst war irgendwie unterdrückt, als wolle sie nicht ganz an die Oberfläche treten, und so hat das ganze Drumherum viel mehr ausgemacht als in anderen Büchern. Das fand ich wirklich gut von der Umsetzung her, da mir die Spannung auch gar nicht gefehlt hat. Trotzdem war es auch mal möglich, das Buch ein-zwei Stunden aus der Hand zu legen oder womöglich sogar noch länger.


Fazit

Der Auftakt der Eleria-Trilogie ist wirklich gut, wenn auch nicht überragend. Ich mochte es sehr, in die Geschichte abzutauchen und diese neue Welt zu erkunden, aber komplett packen konnte sie mich nicht. Ich freue mich aber trotzdem sehr auf den zweiten Band, weil am Ende etwas passiert ist, das mich neugierig auf mehr macht.

Rezension: »Cryptos« von Ursula Poznanski

Hallo ihr Lieben!

Kommen wir nun zur ersten Rezension diesen Monat! Es handelt sich um die Hörbuchfassung von „Cryptos“, dem neuesten Werk von Ursula Poznanski. Vielen Dank an das Bloggerportal für das Bereitstellen dieses tollen Rezensionsexemplares!


Allgemeine Informationen

Werbung | Rezensionsexemplar

Titel: Cryptos
Autorin: Ursula Poznanski
Specherin: Laura Maire
Genre: Dystopie
Format: Hörbuch (MP3-CDs)
Länge: 12h 53min
ISBN: 978-3-8445-3939-4
Verlag: der Hörverlag (als Print: Loewe)
gehört: 12.08.20 bis 08.09.20


Inhalt

Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün, geduckten Häuschen und einer Burgruine. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn an ihrem Arbeitsplatz mal wieder die Kühlung ausfällt und es schon vor elf Uhr so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

Jana ist Weltendesignerin. Auf ihrem Desktopf entstehen die alternativen Realitäten, in denen jeder spannende Abenteuer erleben kann, w#hrend er sich eigentlich in einer Art VR-Kapsel befindet. Denn in einer Wirklichkeit, in der das Klimasystem bereits gekippt ist, bleibt für die meisten Menschen nur die Flucht ins Virtuelle …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Genau wie auch in der gesamten Geschichte, findet sich im Cover die Liebe zum Detail wieder, die das Buch unter anderem so besonders macht. Das Motiv passt haargenau zum Inhalt.

Auch im Inneren kann das Hörbuch von der Gestaltung her punkten. Ein besonderes Highlight ist für mich das Kapitelregister – dort steht, welche Tracks zu welchem Kapitel gehören, was einen besseren Überblick ermöglicht.


Der Erzählstil

Wie immer kann ich vom Schreibstil der Autorin nur schwärmen. Ursula Poznanski hat es geschafft, alles so detailreich und gleichzeitig nie zu ausschweifend auszubauen. Es baut sich schon von Anfang an Spannung auf und ich wollte kaum mehr aufhören zu hören – leider hat mir die Zeit einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht xD.

Die Sprecherin ist perfekt gewählt. Laura Maires Ausdrucksweise passte perfekt zur Protagonistin Jana und ich habe sofort rausgehört, wenn sich etwas um Gesagtes oder um Gedachtes handelte. Nur, dass die Anfänge jedes Tracks ein bisschen mit rausgeschnitten wurden, hat leicht gestört – nichts Dramatisches, meist wurde ein Wort oder so rausgeschnitten.


Die Handlung

Ursula Poznanski hat mit „Cryptos“ mal wieder großen Einfallsreichtum bewiesen. Allein schon die Idee, dass das Buch mit topaktuellen Themen wie Klimawandel und virtuellen Realitäten spielt, hat mich neugierig gemacht.

Vielleicht fragt man sich nun, ob denn alles wirklich realistisch dargestellt wurde. Das ist dann eine wirklich unbegründete Sorge. Poznanski hat sich sehr viele Gedanken gemacht und es letztlich hinbekommen, alles so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Es wurde auf so viele kleine Details geachtet, es wurde so vieles verständlich erklärt. Und trotz der Tatsache, dass ich ein Großteil des Buches in der virtuellen Realität abspielt, blieb der Bezug zur Wirklichkeit vorhanden.

Mit der Gestaltung der unterschiedlichen Welten wurde eine sehr behagliche und gleichzeitig ein bisschen faszinierende Atmosphäre geschaffen – auch wenn nicht alle Welten so angenehm zum Leben sind wie Janas Kerrybrook.

Zudem gab es immer mal wieder gleichermaßen schockierende wie glaubwürdige Wendungen, die nicht vorhersehbar waren und das Lese- bzw. Hörerlebnis spannender gemacht haben. Die abwechslungsreiche Storyline hat dies noch einmal unterstrichen, sodass ich nie das Gefühl hatte, irgendwas an der Geschichte hätte noch ausgebessert werden können.

Das Ende war für mich noch ein kleines Highlight. Anders als erwartet ist es eher offen und lässt einen als Leser noch eine Weile grübelnd zurück. Man weiß nicht, ob Jana und ihre Komplizen es hinterher schaffen, die Drahtzieher zu stoppen, aber gerade das machte das Ende so realistisch für mich. Es hat noch weitere zwei Stunden gebraucht, bis ich mich getraut habe, diese Rezension zu schreiben, weil ich noch so lange über die Geschichte nachgedacht habe.


Die Charaktere

Ich hatte Jana als Protagonistin sofort liebgewonnen. Ihr Charakter wurde durch ihre Taten und Aussagen sehr hervorgehoben, und dadurch, dass das ganze Buch aus ihrer Perspektive geschrieben ist, habe ich einen sehr deutlichen Einblick in ihre Gedanken bekommen. Obwohl sie vielleicht für einige etwas naiv scheinen könnte, fand ich gerade das so sympathisch an ihr – ich kenne keine Person, die nicht ein kleines Bisschen blauäugig ist, und so wirkte Jana auf mich noch viel authentischer. Sie hat einen sehr ausgeprägten, starken Charakter, der mich sofort von sich überzeugt hat.

Auch die anderen Charaktere in dem Buch klingen noch lange nach. Jeder hatte eine eigene Persönlichkeit, die genau zu ihm passte, und ich liebe einfach diese facettenreiche Ansammlung von Menschen, die Ursula Poznanski da geschaffen hat.


Fazit

Für mich ist „Cryptos“ sehr nahe an einem Highlight dran. Einzig, dass die Anfangsworte in der Hörbuchfassung rausgeschnitten wurden, fand ich ein bisschen lästig, ansonsten gibt es von mir keine Kritikpunkte!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Abgründig« von Arno Strobel

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mir als Monatsvorsatz gesetzt, dieses Buch endlich von meinem SuB zu befreien. Ehrlich gesagt, hatte ich schon vor dem Lesen eher niedrige Erwartungen, weil ich schon viel Negatives über den Jugendthriller gehört habe – aber lest selbst!


Allgemeine Informationen

Titel: Abgründig
Autor: Arno Strobel
Genre: Jugendthriller
Format: Paperback
Seiten: 236
ISBN: 978-3-7855-7864-3
Verlag: Loewe
gelesen: 30.04.20 bis 08.05.20


Inhalt

Eine Bergtour. Ein Unwetter. Ein Mord.
Eingesperrt auf engstem Raum, ohne Aussicht auf Rettung, erkennt man ganz neue Seiten an seinen „Freunden“. Manche Seiten sind hässlich … andere tödlich.

Geplant war eine lässige Bergtour – auf eigene Faust zur Zugspitze und wieder zurück. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei.
Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache – und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover passt ganz gut zur Geschichte, ist aber eigentlich nicht so mein Fall. Ich bin einfach kein Fan von dem Gesamteindruck, und jeder hat ja auch schließlich einen eigenen Geschmack.

Die Kapitelüberschriften sind unglaublich fett und groß geschrieben, was ein bisschen gestört hat. Ich persönlich mag es lieber, wenn dort ein wenig Einfallsreichtum gezeigt wird, anstatt einfach eine Blockschrift und Großbuchstaben zu verwenden.


Der Erzählstil

„Abgründig“ war das erste Buch, das ich von Arno Strobel gelesen habe, und vorerst vermutlich auch das letzte. Als ich die ersten zwei Kapitel gelesen habe, war die Motivation zu lesen schon am Ende. Der Schreibstil wirkte einfach langweilig und viel zu einfach auf mich, es gab nichts Besonderes daran und ich hatte das Gefühl, die Geschichte hätte auch von einem Grundschüler geschrieben worden sein, der perfekte Rechtschreibung Grammatik beherrscht.

Aus diesem Grund habe ich einige Tage lang gar nichts in dem Buch gelesen, was meine gesamte Lesemotivation sehr runtergezogen hat. In den letzten beiden Tagen hab ich mich dann aber aufgerafft und mir eingeredet, dass dies nicht das erste Buch sein soll, das ich abbreche, weshalb ich abends viel gelesen habe und auch recht schnell vorangekommen bin. Trotzdem gab es einige sehr schleppende Stellen im Buch, gerade in der Mitte, da sich alles immer wieder um die eigene Achse gedreht hat. Es gab kaum neue Entwicklungen, die irgendwie Spannung hätten hervorrufen können, weshalb ich mich irgendwann nur noch gelangweilt habe. Vieles hat sich wiederholt, auch von den verwendeten Wörtern her, wodurch es auch wenig Abwechslung gab.


Die Handlung

Ich habe ja eben schon ein bisschen was zur Handlung geschrieben, aber jetzt möchte ich noch ein bisschen was hinzufügen.

Zuerst einmal war die ganze Geschichte rund um die 10 Jugendlichen aus dem Bergcamp sehr klischeehaft und mit Vorurteilen behaftet. Dazu aber gleich bei den Charakteren mehr. Die Entwicklungen waren alle sehr vorhersehbar für mich. Vielleicht habe ich schon zu viele Thriller gelesen, aber dieser hat wirklich alle Klischees erfüllt, die es so geben kann. Da fängt es schon mit der Idee an, dass die Gruppe in einer einsamen Hütte auf einem Berg eingeschneit wird und einer von ihnen verschwindet.

Sobald die Jugendlichen es auf die Hütte geschafft hatten, drehte sich alles nur noch im Kreis. Ein paar haben ein bisschen über sich selbst ausgepackt, und dann gab es immer eine Diskussion, daraufhin eine Versöhnung, dann eine Prügelei und dann wieder eine Diskussion. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte dem Buch nicht schaden können, zumal auch Tims Gedankengänge viel zu oft wiederholt wurden und dann auch noch in fast demselben Wortlaut.

Wie für viele Jugendthriller typisch hatte das Buch keine Gewaltszenen, aber auch so würde ich es nicht als Thriller bezeichnen, sondern vielmehr als Abenteuergeschichte. Ein großer Nachteil war außerdem der Prolog in dem Buch. Dieser hat meiner Meinung nach zwar neugierig gemacht, aber trotzdem auch schon zu viel verraten. Ich hätte mich gerne mehr überraschen lassen.


Die Charaktere

Hier gab es ein bisschen mehr Abwechslung als in der Handlung. Jeder Charakter hatte eigene Dinge, mit denen er zu kämpfen hatte, aber trotzdem war keiner von ihnen wirklich tiefgründig gestaltet. Man erfährt eigentlich nichts über sie, als das, was für die Geschichte wirklich von Belang ist. Besonders über Lena, Jenny, Janik, Julia und Sebastian hat man sehr wenig erfahren. Gut, bei Tim, Ralf, Lucas und Denis gab es ein paar Dinge, die überrascht haben, aber auch nicht sonderlich schwer zu erkennen waren. Es war auf jeden Fall sehr schnell erkennbar, welcher Charakter welcher stereotypen Schublade zuzuordnen ist, bspw. „der Streber“, „der Angeber“, „der Aggressive“, „der Eifersüchtige“, „der Psycho“, etc.

Zudem waren einige Handlungen einfach nicht authentisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand aus meiner Altersgruppe an meiner Schule auf die Idee käme, jemanden einfach nur in eine stinkende, mit Mäusekot vollgestopfte Kammer zu sperren, und das auch noch über Nacht, weil er eventuell etwas getan haben könnte. Das ist einfach nur ekelerregend und ab da war mir keiner der Charaktere mehr sympathisch, weil ich dieses Verhalten niemals verzeihen könnte.


Fazit

„Abgründig“ hat mich sehr enttäuscht. Zwar kann ich nicht sagen, dass das ganze Buch langweilig war, aber Spannung hat sich auch keine aufgebaut. Aus diesem Grund kann ich das Buch einfach nicht empfehlen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 2/5 ⭐


Alles Liebe,

Lara