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Rezension: »Der Kinderflüsterer« von Alex North

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Hey ihr Lieben!

Ausnahmsweise gibt es heute mal keine Rezension zu einem Print, sondern zu einem Hörbuch. Ich hab „Der Kinderflüsterer“ über das Bloggerportal von Random House zur Verfügung gestellt bekommen und freue mich riesig, dass ich es rezensieren durfte! Bereits als das Buch rausgekommen ist, habe ich mir eine Hörprobe angehört und war direkt fasziniert von der Geschichte. Nur leider sind Hörbücher ja so teuer, weshalb ich bisher noch nicht dazu gegriffen habe … aber jetzt brauche ich das ja auch gar nicht mehr!

Bei dem Hörbuch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir über das Bloggerportal vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Wenn die Tür halb offen steht,
ein Flüstern zu dir rüberweht,
denn jedes Kind, das einsam ist,
holt der Flüsterer gewiss.

Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau will Tom Kennedy mit seinem kleinen Sohn Jake neu anfangen. Ein neues Haus, eine neue Stadt – Featherbank. Doch der beschauliche Ort hat eine düstere Vergangenheit. Vor 20 Jahren wurden in Featherbank fünf Kinder entführt und getötet. Der Mörder wurde unter dem Namen „Kinderflüsterer“ bekannt und schließlich gefasst. Die alten Geschichten interessieren Tom nicht. Als jedoch ein kleiner Junge aus der Stadt verschwindet, machen Gerüchte die Runde, dass der Täter von damals einen Komplizen gehabt habe. Und der kleine Jake beginnt, sich merkwürdig zu benehmen. Er sagt, er hört ein Flüstern an seinem Fenster …


Allgemeine Informationen

Titel: Der Kinderflüsterer

Autor: Alex North

Sprecher: Stefan Kaminski

Genre: Psychothriller

Format: Hörbuch

Dauer: ca. 9 Std. 20 Min.

Verlag: Random House Audio

gehört: 18.03.20 bis 25.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Da es sich bei dem „Buch“ ja um kein Print handelt, sondern um zwei MP3-CDs, kann ich hier nur etwas zum Cover erzählen (okay, und auch ein bisschen was zur Gestaltung der CDs). Und was das angeht, hat mich das Buch schon bei seiner Erscheinung angesprochen. Ich mag die Farben auf jeden Fall schon mal sehr gerne – gelb ist auch in der Tierwelt eine Warnfarbe, die zeigt, wenn beispielsweise ein Tier (nehmen wir mal einen Feuersalamander) gefährlich ist. Das heißt natürlich nicht, dass jedes gelbe Tier giftig ist. Eigentlich will ich gar nicht mehr zu dem Schmetterling sagen, der auf dem Cover abgebildet ist … und die Knochen, die auf seinen Flügeln zu erkennen sind, möchte ich auch nicht näher erleutern, um nicht zu spoilern.

Die CDs sind passend zum Cover gestaltet – komplett in dieser grauen Musterung, mit einem gelben Schmetterling darauf.


Der Erzählstil

Stefan Kaminski ist wirklich ein sehr guter Hörbuch-Sprecher. Er hat auch in diesem Buch perfekt die unterschiedlichen Charaktere betont, hat jeder Person eine eigene Stimme gegeben, so wie meine Eltern es immer getan haben, als sie mir Abends noch Gutenacht-Geschichten vorgelesen haben. Dadurch fiel es mir nie schwer, herauszufinden, wer gerade sprach, auch wenn mehr als nur zwei Personen in einer Szene vorgekommen sind.

Und auch sonst fand ich den Erzählstil sehr ansprechend. Alex North hat eine große Spannung erzeugt und es geschafft, für jede Situation die richtigen Worte zu finden – was mir an einigen Stellen auf jeden Fall sehr schwer gefallen wäre.

„Mut war nicht die Abwesenheit von Angst. Mut erforderte Angst.“

Das einzige, was ich ein bisschen schade fand, ist, dass man teilweise rausgehört hat, wo das Audio gekürzt wurde. Da fehlte dann vielleicht die erste Silbe eines Wortes und ich denke, das hätte man auch ein bisschen besser hinbekommen können – obwohl das ja bei vielen Hörbüchern so ist.


Die Handlung

Hier habe ich keine Kritikpunkte. Ich bin langsam mit Tom und Jake warmgeworden und habe im Laufe der Zeit immer mehr über die beiden und ihre Vergangenheit herausgefunden, was wirklich spannend war. Nebenbei wurden dann noch Kapitel aus Petes Sicht eingeführt, wo auch die Polizeiarbeit näher in den Vordergrund gerückt ist. Die Kapitel aus Petes Sicht wurden immer häufiger, je mehr sich die Situation zuspitzte. Was mir allerdings besonders gut gefiel, waren die Kapitel aus der Sicht des Täters. Hier wurde nie bekannt, wer die Person tatsächlich war, bis es ganz zum Schluss letztlich aufgelöst wurde.

Während des Hörens hatte ich einige Male wirklich Gänsehaut. Das Grauen vor einem leisen Flüstern, das nur noch verstärkt wurde, weil es sich ja um ein Hörbuch handelte, hat mich vollends gepackt. Der Gruselfaktor war also auf jeden Fall da.

„Es geht immer dort zuende, wo es angefangen hat.“

Die Storyline ist sehr gut konstruiert und ich bin wirklich froh, dass ich das Hörbuch bei Random House angefragt habe. Ich habe zu keinem Zeitpunkt wirklich erwartet, wer der Täter ist, der hinter dem Flüstern an Jakes Fenster steckt, bis es aufgelöst wurde. Was für eine Verbindung zwischen dem Kinderflüsterer Frank Carter, der in der Vergangenheit fünf kleine Jungen ermordet hat und dafür seine Gefängnisstrafe absitzt, und dem Täter, der es auf den kleinen Jake abgesehen zu haben scheint, habe ich schon recht früh erkannt – auf jeden Fall früher als die Polizisten in dem Buch, aber dafür habe ich nie geahnt, was es mit der Beziehung zwischen Pete und Tom auf sich hatte, bis diese aufgelöst wurde.

Auch, was es mit Jakes kleiner imaginärer Freundin auf sich hatte, habe ich keinen Augenblick lang geahnt. Und dann die ganzen anderen Rätsel, die Jakes Verhalten aufgeworfen hat … im Nachhinein ist alles wirklich logisch aufgeklärt und ich frage mich wirklich, warum ich nicht früher gemerkt habe, was hinter alledem steckt.


Die Charaktere

Tom war mir sehr sympathisch. Nach dem Tod seiner Frau hat er das Gefühl, allein gelassen worden zu sein. Er zweifelt sehr an sich selbst und seinen Fähigkeiten als Vater für Jake und es macht ihm sehr zu schaffen, dass Jake so viel in sich hineinfrisst und kaum mit ihm spricht. Doch die beiden wissen eins genau: Sie lieben sich immer, auch, wenn sie manchmal streiten. Dessen ist sich auch Jake bewusst und das ist oft eine Art Antrieb für ihn, etwas, das ihm Kraft gibt.

Pete hatte ebenfalls eine sehr harte Vergangenheit. Tom und er hadern zunächst, was die Begegnung zwischen ihnen tatsächlich bedeutet, und was das Ende angeht, so bin ich wirklich traurig, aber irgendwie auch melancholisch froh … letztlich ist ja jeder glücklich geworden, auch wenn ich mir wirklich gewünscht hatte, die beiden hätten sich einmal richtig untereinander ausgesprochen. Aber das war vermutlich gar nicht nötig und ich kann nur vermuten, wie Tom im Nachhinein von Pete denkt.


Fazit

„Der Kinderflüsterer“ ist zugegeben ein recht seichter Thriller, der mich jedoch trotzdem komplett in seinen Bann ziehen konnte. Gänshaut ist garantiert bei dieser nervenaufreibenden Geschichte.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 4,5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an Random House für das Rezensionsexemplar!


Alles Liebe,

Rezension: »The Hate U Give« von Angie Thomas (gekürzte englische Ausgabe)

In der Schule im Englischunterricht haben wir die (leider) gekürzte Version von „The Hate U Give“ gelesen, allerdings hat mir das nicht viel ausgemacht, weil ich das Buch ja bereits gelesen und für gut befunden habe (mehr sogar, denn es war eines meiner Jahreshighlights 2019!). Trotzdem war ich froh, es mal wieder zu lesen, da es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt.


Inhalt

Sixteen-year-old Starr’s world comes crashing down when she witnesses a police officer fatally shoot her unarmed best friend, Khalil. Following the shooting, she finds herself having a difficult time balancing the two worlds she lives in: the underprivileged African American neighborhood she grew up and still lives in, and the predominantly white high school she attends in an upscale neighborhood. Inspired by the Black Lives Matter movement, this novel follows a young woman whose personal relationships and safety could be jeopardized by her desire to defend Khalil and her community.


Allgemeine Informationen

Titel: The Hate U Give

Autorin: Angie Thomas

Genre: Young Adult

Format: Taschenbuch

Seiten: 371

Verlag: Cornelsen

gelesen: 27.01.20 bis 23.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich bin bei diesem Punkt wirklich enttäuscht von dem Buch. Das Cover ist einfach nicht so schön wie das des Originaltitels … Da hätte sich der Cornelsen-Verlag meiner Meinung nach ruhig noch ein bisschen was anderes ausdenken können, das dem Original ähnlicher ist.

„I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down.
Now I am that person, and I’m too afraid to speak.“

Seite 37

Vom Inneren her ist die Gestaltung genau wie erwartet nichts Besonderes. Es gibt Vokabelangaben, doch manchmal frage ich mich wirklich, für wie dumm Schüler gehalten werden … gerade in den letzten drei Kapiteln wurde einmal das Wort „squirrel“ angegeben … ähm, hallo? Welcher Schüler aus der 10. oder 11. Klasse weiß denn nicht, was squirrel heißt?


Der Erzählstil

Tatsächlich habe ich in dieser Ausgabe einige Zeit gebraucht, um reinzukommen. Ich war nicht auf den offensichtlichen Slang von Starr vorbereitet, weil ich da im Deutschen glaub ich generell weniger Probleme mit habe. Na ja, nach ein paar Kapiteln hab ich mich dann aber daran gewöhnt und ich finde es wirklich außergewöhnlich, wie Angie Thomas die beiden Welten, in denen Starr lebt, miteinander vereint – allein durch die Sprache.

„Good-byes hurt the most when the other person’s already gone.“

Seite 62

Also ja, der Schreibstil hat mich wirklich auf dem kalten Fuß erwischt. Genau dieses Gefühl hatte ich auch schon, als ich das Buch zum ersten Mal auf Deutsch gelesen habe (das war letzten Sommer). Ich habe eben erwähnt, dass ich es toll finde, wie Angie Thomas die zwei Welten von Starr miteinander vereint. Gleichzeitig zeigt sie aber auch mit den Unterschieden in der Sprache der Protagonistin die große Kluft, die Starr jedes Mal überschreiten musste, wenn sie zur Schule oder zu ihren Schulfreunden gegangen ist.

„I can’t change where I come from or what I’ve been through, so why should I be ashamed of what makes me, me? That’s like being ashamed of myself.“

Seite 354

Die Handlung

Von der Handlung kann ich hier wirklich nur schwärmen, genau wie auch letztes Jahr schon. Angie Thomas hat dieses sehr gesellschaftskritisches Thema sehr feinfühlig umgesetzt und ich bewundere den Mut, dass sie sich als amerikanische Autorin trotzdem getraut hat, das Buch zu veröffentlichen.

„Sometimes the shit just happens, and one day you realize there’s a leader among you and your friends and it’s not you.“

Seite 96

Die Thematik des Buches ist sehr wichtig und auch noch immer brandaktuell, trifft aber gleichzeitig bei sehr vielen auch auf einen wunden Punkt, zumindest bin ich davon überzeugt. Und ich denke auch, dass es genau das ist, was die Geschichte rund um Starr so besonders macht. Man sieht mal die andere Seite der ganzen Geschehnisse rund um das Thema Police brutality. Während in den Nachrichten nämlich oft von den Verschulden des Opfers die Rede ist um die Tat zu rechtfertigen, ist Starr eine Augenzeugin und weiß aus nächster Nähe, was wirklich passiert ist – sie lässt sich nicht von der ganzen Propaganda der Polizei und der Presse eines Besseren belehren, denn sie weiß, was sie gesehen hat.

„Funerals aren’t for dead people. They’re for the living.“

Seite 107

Nicht so gut hingegen fand ich, dass das Buch an einigen Stellen wirklich sehr heftig gekürzt wurde. Besonders zum Ende hin wurden teilweise einige Wochen übersprungen, die im Original noch beschrieben wurden, wodurch einfach zwischendurch auch der Zusammenhang ein bisschen fehlt.


Die Charaktere

Starr war mir allein schon aufgrund ihres Slangs sympathisch, aber auch, weil sie sich nicht so einfach unterkriegen lässt. Sie hat Selbstzweifel, das schon, aber das ist denke ich auch normal in ihrer Situation. Auch ihre Reaktionen in bestimmten Szenen hat mir sehr gut gefallen. Sicherlich hätten viele Autoren den Protagonisten so eines Buches zum großen Helden der Story gemacht, und somit zu sehr übertrieben. So war das hier gar nicht – ich konnte Starrs Verhaten komplett nachvollziehen und es fühlte mich so an, als wären ihre Reaktionen völlig authentisch und keineswegs überzogen gewesen. Auch wenn ich da zum Glück nicht aus eigener Erfahrung mitreden kann.

„Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.“

Seite 132

Khalil fand ich ebenfalls sehr gut umgesetzt. Zwar stirbt er beinahe direkt am Anfang des Buches, aber trotzdem wird immer mehr über ihn und seine Vergangenheit aufgedeckt, sodass er mir sofort sympathisch war. Ich bin nämlich der Meinung, dass Erinnerungen mehr über einen Charakter aussagen als dessen Taten. So war für Starr und auch für mich von vornherein klar, dass er unmöglich ein typischer Gangbanger und Drogendealer war (ob sich diese Vermutungen bestätigt haben, werde ich hier nicht weiter ausführen, um nicht zu spoilern), sondern dass sein Verhalten einen bestimmten Grund haben musste.

„Brave doesn’t mean you’re not scared, Starr,“ she says. „It means you go on even though you’re scared. And you’re doing that.“

Seite 271

Auch alle anderen Charaktere waren sehr gut umgesetzt, sodass ich hier wirklich nichts zu bemängeln habe.


Fazit

Das Buch eignet sich wirklich sehr gut für den Englischunterricht, da den Schülern so nicht nur die englische Sprache ein bisschen nähergebracht wird, sondern auch, weil die Thematik so unfassbar wichtig und feinfühlig überbracht wurde.

Beinahe ganz am Ende ist mir übrigens noch ein Zitat von Prof. Dr. Christopher Ribbat ins Auge gefallen:

„It’s a novel that’s entertaining and political at the same time. And that I think, is a really spectacular feat.“

Seite 368

Das kann ich so unterschreiben. Also bitte, bitte, bitte, lest das Buch – nur eben nicht in der gekürzten Ausgabe.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Rezension: »Verity« von Colleen Hoover

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Hi ihr Lieben!

Heute mal wieder eine Rezension zu einem Buch, das ich nicht kaufen musste xD. Ich habe mich nämlich bei der Leserunde zu „Verity“ auf Lovelybooks beworben und hab entgegen aller Wahrscheinlichkeit tatsächlich gewonnen! Deshalb vielen Dank an den bold-Verlag für das Bereitstellen des Rezensionsexemplars.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir über Lovelybooks vom Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Ein unmoralisches Angebot.
Eine unmögliche Liebe.
Und ein Tagebuch, das Unvorstellbares enthüllt …

Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die erfolggekrönten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf den Tod ihrer beiden Töchter folgte, nicht mehr ansprechbar und zum Pflegefall geworden.
Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy stark hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und liest darin Erschreckendes …

„Warnung: Verity wird Ihr Herz nicht erweichen. Es wird Ihnen die Seele erstarren lassen.“

Kindle Crack Book Reviews

Allgemeine Informationen

Titel: Verity

Autorin: Colleen Hoover

Genre: Psychothriller

Format: Paperback

Seiten: 357

Verlag: bold

gelesen: 18.03.20 bis 19.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Hier kann ich kaum etwas anderes sagen, als dass mir das Cover unglaublich gut gefällt. Ich mag die Farben und das, was darauf zu sehen ist. Die Wolken spiegeln etwas sehr Düsteres wider, was für mich schon ein perfekter Bezug zur Handlung ist. Die Vögel lassen alles gleichzeitig irgendwie leicht erscheinen, nicht so schwer, wie diese Geschichte mir tatsächlich auf den Magen gegangen ist. Und der Titel ist wirklich perfekt gewählt. Wer von dem Cover noch nicht angetan ist, der ist es spätestens bei der Geschichte.


Der Erzählstil

Der erste Satz hat mich direkt umgehauen: „Erst höre ich das Geräusch seines berstenden Schädels, dann spritzt mir sein Blut entgegen.“ Wow. Ernsthaft jetzt, so ein Anfang macht doch direkt neugierig auf mehr, oder? Colleen Hoovers Schreibstil ist einfach der Wahnsinn. Ich weiß nicht, wie sie das geschafft hat, aber ich bin geradezu durch die Seiten geflogen. In einer Stunde habe ich so viele Seiten gelesen wie noch nie, das könnt ihr mir glauben. Die Wortwahl ist wirklich perfekt, die Ausarbeitung, die Art, Spannung zu erzeugen.

„Manche Familien haben das große Glück, in ihrem Leben nie auch nur eine einzige Tragödie erleben zu müssen. Und dann gibt es welche, bei denen die Tragödien geradezu Schlange zu stehen scheinen. Was schiefgehen kann, geht schief. Und zuletzt kommt alles noch mal schlimmer.“

Seite 41

Im ersten Abschnitt der Leserunde hat mich Colleen Hoover sehr liebevoll und einfühlsam in die Welt von Lowen, Verity und Jeremy eingeführt und schon da habe ich den leisen Nervenkitzel gefühlt, von dem ich wusste, dass er bald noch schlimmer werden würde. Die Autorin hat Spannung aufgebaut, obwohl auf den ersten Seiten noch nicht so viel passiert ist, sodass ich nur kurz meine Meinung zu dem Leseabschnitt aufschreiben konnte, bevor ich mich wieder ins Buch stürzen musste.

So zieht sich der Schreibstil durch das ganze Buch. Die Spannung hat immer weiter zugenommen, der Nervenkitzel hat mich beinahe um den Verstand gebracht, und obwohl das ganze Thema der Geschichte schwer zu verdauen war, konnte ich doch nicht ein einziges Mal meinen Blick von den Seiten abwenden.


Die Handlung

Ihr merkt schon, wie begeistert ich von dem Buch bin. Mein Herz klopft immer noch, wenn ich an dieses Ende zurückdenke … Aber fangen wir vorne an.

Auf den ersten Seiten habe ich sofort Lowen besser kennengelernt, etwas über sie und ihr Leben, ihre Vergangenheit, erfahren. Auch Jeremy hatte seinen ersten Auftritt und ich mochte es, wie erst ganz langsam und ganz allmählich immer mehr über ihn, sein Leben und seine Schicksalsschläge bekannt geworden ist. Ich hätte wirklich zu keiner Zeit mit dem gerechnet, was in dem Buch passiert ist.

„Wer nicht den Mut hat, auf jegliche schützende Schicht zu verzichten, wenn er über sich selbst schreibt, sollte erst gar nicht anfangen, seine Seele zu Papier bringen zu wollen.“

Seite 75

Der zweite Leseabschnitt war dann schon heftiger. Zwischendurch ist mir richtig übel geworden, besonders, als Lowen dann das erste Kapitel aus Veritys Manuskript zu ihrer Autobiographie gelesen hat … ernsthaft, diese Entdeckungen können niemanden kalt lassen, der ein Herz hat. Ich habe in keinem Moment an dem gezweifelt, was in der Autobiographie geschrieben stand. Mir kam Verity einfach von vornherein wie eine zutiefst gestörte Frau vor, die einfach nur eine Psychopathin ist. Hinzu kommt, dass Lowen ganz eindeutig Dinge gesehen hat, die eigentlich unmöglich sein sollten. Ich meine, wenn eine Wachkomapatientin plötzlich am anderen Ende der Treppe steht und dich ansieht, dann wirst du doch auch paranoid, oder? An dieser Stelle hatte ich auf jeden Fall eine ziemlich heftige Gänsehaut, und auch ich habe Angst vor dem bekommen, was wohl noch so passieren wird …

„Von Liebe auf den ersten Blick kann man in Wirklichkeit nur dann sprechen, wenn man so lange zusammenbleibt, dass sie dazu geworden ist.“

Seite 88

Nach dem dritten Leseabschnitt fiel es mir unglaublich schwer, mir eine kurze Pause zu nehmen und meine Gedanken zur Geschichte aufzuschreiben. Lowens Schlafwandlereien haben den Gruseleffekt noch verstärkt, den ich sowieso noch hatte, und ehrlich, ich habe zwar selbst schon geschlafwandelt, aber was ihr passiert ist, das übersteigt meine Erfahrungen bei Weitem, und ich will auch hoffen, dass das so bleibt.

Der nervenaufreibendste Leseabschnitt war der vierte. Dort hat sich die Beziehung zwischen Lowen und Jeremy langsam angenähert und ich fand von Anfang an, dass die beiden gut zusammenpassen. Auch wenn ich irgendwie das Gefühl hatte, dass Jeremy zu perfekt ist und deshalb einfach etwas zu verbegen haben muss, so wie ich Colleen Hoover kenne. Ob das wirklich so ist oder nicht, das müsst ihr selbst herausfinden, wenn ihr das Buch lest.

„Mittlerweile denke ich, dass Verity aus dem Blickwinkel dieser bösen Menschen geschrieben hat, weil das Böse etwas war, womit sie sich auskannte.“

Seite 157

Am Ende war ich einfach nur noch ein Wrack. Ehrlich jetzt. Ich kann gar nicht glauben, wie ich es gerade schaffe, meine ganzen Gedanken in dieser Rezension aufzuschreiben, und wahrscheinlich merke ich ein paar Stunden später, dass ich ganz viel vergessen habe, was ich eigentlich noch schreiben wollte. Aber das ist ja das tolle bei Büchern. Wenn sie gut sind, dann nehmen sie dich mit und lassen dich nie wieder los, und ich glaube wirklich, dass „Verity“ so ein Buch für mich ist. Über diese Geschichte werde ich wahrscheinlich nie wieder hinwegkommen. Diese unglaublich vielen Plot-Twists und unerwarteten Wendungen, und dann dieses Ende, dass BAM! einfach eingeschlagen ist und plötzlich war die Story vorbei … Ehrlich, Leute, lest dieses Buch!!!


Die Charaktere

Lowen war mir sehr sympathisch als Protagonistin. Ich konnte sie von Anfang an sehr gut nachvollziehen. Sie ist eine Einzelgängerin und als sie plötzlich den Auftrag bekommt, eine Buchreihe für Starautorin Verity Crawford zu beenden, weil diese nach einem Autounfall nicht mehr dazu in der Lage ist, ist sie mega verunsichert. Ich wäre es wahrscheinlich auch, denn obwohl Lowen selbst Schriftstellerin ist, verkaufen sich ihre Bücher bei Weitem nicht so gut und es gibt auch wirklich nicht so viele Menschen, die sie überhaupt gelesen haben. Lowen macht in dem Buch auf jeden Fall eine sehr große Entwicklung durch, die sehr realistisch und authentisch wirkte, genau wie alle ihre Handlungen. Ich selbst wäre genauso paranoid und neugierig gewesen, wie sie es in dem Buch manchmal war, besonders wenn es um Verity ging.

„Ein Kind zu verlieren, oder sogar zwei, bedeutet nicht, dass einem alle weiteren egal sind.“

Seite 330

Jeremy war einer meiner Lieblingscharaktere. Okay, bis das Ende kam, da wurde er von einer anderen Person abgelöst, aber ich werde nichts verraten, was spoilern könnte. Er war einfach perfekt und wirklich der perfekte Bookboyfriend … aber ja. Mehr kann ich zu ihm einfach nicht sagen, ohne zu spoilern, und ihr sollt ja schließlich selbst das Buch lesen und die gleichen Leseerfahrungen machen, die ich dabei gemacht habe.

Ich war mir schon früh sicher, dass mit Verity etwas nicht stimmt. In dem Sinne hat sie mich an Maddy aus „Golden Dynasty“ von Jennifer L. Armentrout erinnert. Obwohl ihre Geschichte doch tatsächlich ganz anders ist, und es mir in keinem Augenblick wie irgendeine Nachmache oder so vorkam. Ich weiß nach diesem heftigen Ende wirklich nicht, was ich von Verity halten soll … Hat sie gelogen oder war alles doch die Wahrheit?


Fazit

„Verity“ ist ein absolutes Jahreshighlight. Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir dieses Jahr noch mal irgendein Buch derartige emotionale und sowohl psychisch als auch physisch nervenaufreibende Lesestunden beschert. Colleen Hoover hat sich wirklich selbst übertroffen und ich kann das Buch wirklich absolut jedem nur empfehlen, auch wenn das Thema keinesfalls leicht zu schlucken ist.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an den bold-Verlag und an das Lovelybooks-Team für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,