Schlagwort-Archive: Jugendthriller

Rezension: »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski

Etwas verspätet kommt heute die Rezension zu »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der Eleria-Trilogie handelt, kommen Spoiler zu Band 1 (»Die Verratenen«) vor.


Bibliographische Daten

Titel: Die Verschworenen
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7547-5
Reihe: Eleria-Trilogie / Bd. 2

Erster Satz: »Die Kinder sind ein bebender Schatten im ersten Licht der Morgendämmerung.«


Inhalt

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Schon der erste Teil der Trilogie hat mir recht gut gefallen, weshalb ich auch nicht unbedingt niedrige Erwartungen an dieses Buch hatte. Diese wurden auch größtenteils erfüllt, und der Schreibstil von Ursula Poznanski hat sein Übriges dazu getan, denn der ist einfach nur großartig. Jedes ihrer Bücher lässt sich wunderbar schnell und flüssig lesen, ohne dass ich jemals das Gefühl hatte, über bestimmte Formulierungen zu stolpern, etc.

Hinzu kommt, dass ich recht schnell wieder in die Geschichte reingekommen bin, da das Buch direkt an den Vorgänger anschließt. Dadurch konnte ich mir die letzten Geschehnisse aus Band 1 sofort wieder ins Gedächtnis rufen und hatte keine Schwierigkeiten, mit Teil 2 zu starten. Des Weiteren gab es in diesem Buch viel mehr unerwartete Wendungen und Plot-Twists, wodurch es insgesamt auch spannender war. Einzig einen Cliffhanger am Ende hätte ich mir gewünscht, um noch ein bisschen die Spannung auf den nächsten Teil zu erhöhen. Ich meine, das Buch hat zwar an sich so eine Art Cliffhanger, aber eben doch nicht ganz, weil danach noch eine kurze Szene kam, die das Ende ein bisschen »lasch« hat werden lassen.

Ansonsten kann ich nur den Mittelteil kritisieren, weil es sich dort dann doch ein bisschen gezogen hat. Beziehungsweise, nicht richtig gezogen, aber da ist die Geschichte dann eher so dahin geplätschert. Was natürlich dazu geführt hat, dass ein Großteil der zuvor aufgebauten Spannung wieder zunichte gemacht wurde. Einige Dinge waren aber auch im MIttelteil anders als erwartet, weshalb ich nicht das Gefühl hatte, dass ich langsamer mit dem Lesen vorankomme als vorher.

Fazit

Alles in allem ist »Die Verschworenen« trotzdem ein sehr gutes Buch, das mich auf jeden Fall auf den dritten Teil der Eleria-Trilogie hoffen lässt. Jetzt muss der nur noch in mein Regal einziehen, auch wenn ich ja eigentlich ein Kaufverbot habe … selbstauferlegt, versteht sich, wegen SuB-Abbau und so. Ihr wisst, was ich meine

Rezension: »Pretty Dead« von Stefanie Hasse

Nach längerer Zeit bin ich endlich zum Bloggen zurückgekommen. Die zwei Monate Pause haben mir gut getan und ich habe für mich beschlossen, dass ich ab jetzt ein bisschen mehr auf mich selbst achte und vor allem meine Aktivität auf Instagram ein bisschen verringere. Aus dem Grund gibt es ab jetzt auf meinem Instagram-Account vorerst nur Rezensionen, was aber nicht heißt, dass ich euch in den Stories nicht ab und zu mal ein paar Updates gebe.

In den letzten zwei Monaten habe ich nicht nur wenig gebloggt, sondern auch so gut wie gar nicht gelesen. Gestern habe ich allerdings »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« von Stefanie Hasse beendet und freue mich, euch endlich mal wieder eine Rezension liefern zu können!


Inhalt

Wer hat die Ballkönigin ermordet?

Die noble Fairchild-Academy wird von einem Skandal erschüttert: die Schülerin Sarah Matthews – wunderschön, geliebt, beneidet – ist auf einem Schulball in den Armen ihres Freundes Chase zusammengebrochen und gestorben. War es ein schrecklicher Unfall – oder Mord? Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ändert sich für fünf Jugendliche aus Sarahs Umfeld alles. Denn schnell ist klar, dass jeder von ihnen ein Motiv hatte. Allen voran Chase, Sarahs Freund, und Brooke, ihre beste Freundin …

Für Fans von Secret Game und Beautiful Liars: der neue Highschool-Thriller von Stefanie Hasse

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte
Autorin: Stefanie Hasse
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 371
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40195-6
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Bald.«


Meine Meinung

Der erste Eindruck des Buches ist auf jeden Fall schon mal gelungen. Das Cover passt perfekt zu den zurzeit so beliebten Highschool-Thrillern; schlicht und eher clean gehalten, dafür werden mit wenigen Farben Akzente gesetzt. So auch hier, wo das Buch an sich eher weiß ist, jedoch durch die dicken schwarzen Titel und die pinken Merkmale aufgepeppt wird. Durch die Fotos der Personen bekommt das Ganze sofort einen »Pretty little liars«-Touch. Auch der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte, die sich womöglich auch mit »One of us is lying« vergleichen lässt.

Nun zum Inhalt selbst. Die Idee ist nichts Neues und obwohl ich recht hohe Erwartungen hatte, auch leider nichts Besonderes. Das größte Manko für mich ist, dass der Klappentext falsche Hoffnungen an das Buch weckt, denn dort wird von Sarahs mysteriösem Tod gesprochen. Es wird jedoch relativ schnell klar, dass der Fokus der Geschichte auf den beiden Protagonisten Chase und Brooke liegt, die – was man bereits im ersten Kapitel erfährt – eine Liebesbeziehung zueinander haben.

Tatsächlich erinnert das Ganze ziemlich an »Pretty little liars«, denn die vier Protagonisten Chase, Brooke, Jam und Devin finden schnell heraus, dass Sarah nicht die gute Freundin war, die sie gekannt haben, sondern stattdessen eine intrigante und ich-bezogene Person. Klingt zumindest nach einer Menge Potenzial, das jedoch leider meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde.

Mein erster Kritikpunkt sind die ersten beiden Kapitel. In diesen bekommt man schon mal einen kleinen Einblick in die Hauptcharaktere, da aus jeder Sicht ein paar Seiten geschrieben wurden. Leider kam dadurch aber auch ziemlich viel auf einmal. Beispielsweise wurden mir als Leserin im ersten Kapitel so viele Namen um die Ohren geworfen, dass ich diese erst einmal alle auf die Reihe kriegen musste und dachte, im zweiten Kapitel würde das ja dann gehen. Da kamen dann aber wieder neue Namen dazu, weshalb ich mir da auf jeden Fall ein etwas behutsameres Vorgehen gewünscht hätte. Nach diesen beiden Kapiteln fand ich jedoch das Gesamtbild recht stimmig, zumal ich es auch wirklich gut fand, dass man durch die Perspektivwechsel auch mal gut mitten in einem Kapitel aufhören konnte zu lesen.

Im ersten Kapitel ist mir außerdem aufgefallen, dass die Autorin sich erst noch ein an die Geschichte herantasten musste. Ich weiß selbst, dass es häufig sehr schwierig ist, das erste Kapitel genauso gut zu schreiben wie die darauffolgenden. Hier wäre vielleicht aber eine nochmalige Korrektur schön gewesen, denn so wirkte vieles sehr gestellt und es fehlte teilweise der Zusammenhang zu weiteren Geschehnissen. Auch bin ich der Meinung, dass es nicht schadet, einfach mal einen Punkt zu setzen, bevor die von vermutlich allen Deutschlehrer*innen gehassten Bandwurmsätze entstehen.

Ansonsten fand ich den Schreibstil von Stefanie Hasse sehr angenehm zu lesen. Ich bin flüssig und schnell durch das Buch gekommen, was mitunter auch daran lag, dass vieles eher in Umgangssprache geschrieben wurde, anstatt in akademischem Hochdeutsch. Das hat auch das Setting der Geschichte in einer Highschool sehr gut widergespiegelt und somit für ein stimmiges Gesamtbild gesorgt. Ein oder zwei kleine Fehler sind mir beim Lesen aufgefallen, die sind aber nicht weiter tragisch gewesen.

»Komplexe waren wie ein in geringen Dosen verabreichtes Gift. Man konnte damit leben, aber irgendwann war der kritische Punkt erreicht und der Körper brach zusammen.« – Seite 174 f.

Tatsächlich kam bei mir jedoch trotz des Potenzials zu wenig Spannung auf. Ein Grund dafür ist, dass gerade die erste Hälfte des Buches eher nüchtern erzählt wird und die dort vorherrschenden negativen Gefühle in den Charakteren zu wenig zum Ausdruck gebracht wurden. Gerade nach Sarahs Tod hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht, um die Personen und ihre Gefühle besser nachvollziehen zu können. Somit plätscherte die Geschichte so vor sich hin und die Twists wurden immer vorhersehbarer, da ich mir durch die kleinen Hinweise schon recht früh das Ganze zusammenreimen konnte.

Da ab der zweiten Hälfte größtenteils nur noch aus Brookes oder Chase‘ Sicht erzählt wurde, ist die Aufklärung von Sarahs Todesfall immer weiter in den Hintergrund gerückt. Es kam mir ein bisschen so vor wie eine ganz normale Highschool-Romanze mit ein paar Mystery-Elementen.

Womit wir jetzt auch schon bei den Charakteren wären. Ich muss sagen, dass mir die Ausarbeitung von vielen Nebencharakteren, wie beispielsweise Sarah, Nate, Piper, Nolan und Emily, ziemlich gut gefallen hat. Sie waren alle unterschiedlich und hatten ihre eigene Persönlichkeit. Bei den Hauptcharakteren war das aber eher nicht der Fall. Brooke, die beste Freundin von Sarah, blieb mir ein bisschen zu oberflächlich, da gerade ihre Trauer total überspielt wurde und kaum Aufmerksamkeit bekommen hat. Einzig ihre Beziehung zu Chase wurde meiner Meinung nach glaubwürdig und gefühlvoller dargestellt, denn in den Szenen zwischen den beiden konnte ich tatsächlich auch mal mitfühlen. Chase, Jam und Devin haben sich von der Persönlichkeit her einfach zu wenig voneinander unterschieden. Klar, jeder von den Dreien hatte eine eigene Geschichte, aber sie hatten alle irgendwie die gleichen Ansichten und Vorstellungen. Trotzdem waren sie mir sympathisch, was immerhin ein positiver Punkt ist.

Was ich mitunter am meisten mochte an dem Buch, sind die verstrickten Handlungen. Auch, wenn ich das Ende und die vorherigen Wendungen schon in etwa so vorhersehen konnte, habe ich doch mit den Charakteren mitgerätselt, was es mit Sarahs Todesfall sowie den Drohnachrichten auf sich hatte, die irgendwann aufgetaucht sind.

Fazit

Alles in allem würde ich sagen, dass »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« zwar ein ganz gutes Buch ist, jedoch meiner Meinung nach nicht als Highschool-Thriller bezeichnet werden sollte, da es größtenteils um die Liebesbeziehung zwischen zwei der Hauptcharaktere geht. Aufgrund dessen kam auch nicht so viel Spannung auf, wie ich mir erhofft hätte. Alles in allem ist das Buch mal ganz schön für zwischendurch, jedoch nicht optimal nach einer längeren Leseflaute.

Rezension: »Two can keep a secret« von Karen M. McManus

Hey alle zusammen!

Mitunter habe ich mir für 2021 auch vorgenommen, mehr Buddy-reads zu machen, und einer davon ist jetzt auch schon geschafft. Zusammen mit Daniel von Lesemagie habe ich „Two can keep a secret“ gelesen – in der Rezension erfahrt ihr, wie es mir gefallen hat.


Inhalt

Eine Kleinstadt. Eine Mordserie. Und der Killer ist zurück.

Ellery kennt die dunkle Vergangenheit von Echo Ridge nur allzu gut. Dort verschwand ihre Tante spurlos und vor fünf Jahren wurde die Homecoming Queen der Highschool ermordet. Der »Murderland-Killer« machte landesweit Schlagzeilen. Ausgerechnet dorthin zieht Ellery nun, zu einer Großmutter, die fast eine Fremde für sie ist. Als aus dem Nichts Morddrohungen gegen die zukünftige Homecoming Queen zirkulieren, ermittelt Ellery auf eigene Faust. Dabei lernt sie Malcolm kennen, den jüngeren Bruder des Hauptverdächtigen. Dann verschwindet wieder ein Mädchen und plötzlich steht jeder unter Verdacht …


Bibliografie

Titel: Two can keep a secret
Autorin: Karen M. McManus
Übersetzung: Anja Galić
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 413
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16538-6
Reihe: Der Murderland-Killer / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Wie bereits in der Bibliografie erwähnt, ist „Two can keep a secret“ der zweite Teil der Murderland-Reihe, obwohl er nicht mit dem ersten Teil „One of us is lying“ in Verbindung steht. Sie haben nichts miteinander zu tun und können daher sehr gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Der Schreibstil von Karen M. McManus ist schlicht und dadurch flüssig zu lesen. So konnten auch kleinere Längen gut überbrückt werden, ohne dass man sich durch die Geschichte quälen musste. Auffallend ist besonders, dass es in dem Buch sehr viele Dialoge gibt, allerdings eher wenige und dann eher kurzgefasste Monologe. Trotzdem kommen die Gedanken und Gefühle von Ellery und Malcolm nicht zu kurz. Dennoch hätte ich mir zwischendurch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Ellery und Malcolm waren sehr sympathische Protagonisten, die gut miteinander harmonieren. Aber auch Ellerys Zwillingsbruder Ezra und Malcolms beste Freundin Mia sind gut ausgearbeitet und haben die Geschichte auf jeden Fall aufgefrischt. Zudem wird kein großes Ding daraus gemacht, dass Ezra schwul und Mia bisexuell ist. Das ist ein weiterer Pluspunkt, weil ich es einfach lästig finde, wenn immer wieder darauf herumgeritten wird.

Es gab aber auch ein paar Passagen, die ich ein wenig grenzwertig fand, da man sie leicht missverstehen konnte. Beispielsweise bei diesem Zitat:

»Außerdem gehört sie zu den vier Quotenschülern hier, die eine andere Hautfarbe haben. Wer für sie stimmt, kann sich also besonders progressiv fühlen.«

Seite 117-118

Wer da nicht genau liest und erkennt, dass Mia diesen Satz gesagt hat, die selbst zu den „Quotenschülern“ gehört, ist das sehr leicht misszuverstehen und kann durchaus rassistisch betitelt werden. Weiß man jedoch, dass Mia das gesagt hat, ist auch zu erkennen, dass da ihre eigene Verbitterung rausspricht. Deutlicher wäre das noch durch beschreibende Adjektive geworden, also „verbittert“. Doch wenn es um die Sprache ging, musste man sich häufig selbst Schlüsse ziehen, wie die Charaktere was ausgedrückt haben.

Vom Plot her hat mir das Buch allerdings ganz gut gefallen. Zwar gab es zwischendurch immer mal ein paar Längen, aber die wurden schnell überbrückt. Die Spannung war eher unterschwellig, aber vorhanden und ich habe die ganze Zeit über mitgefiebert und -gerätselt, wer denn jetzt der Mörder ist. Mit der Auflösung am Ende hätte ich nicht gerechnet, das habe ich erst verstanden, als auch Ellery und Malcolm mit der Nase draufgefallen sind. Und auch, was das Verschwinden von Ellerys Tante Sarah mit der ganzen Sache zu tun hatte, blieb lange ein Rätsel, bis es im allerletzten Satz endlich verraten wurde. Und dieser Satz hat noch mal einiges aus der Geschichte rausgeholt und ließ mich mit klopfendem Herzen zurück.


Fazit

„Two can keep a secret“ hat mir insgesamt ein wenig besser gefallen als „One of us is lying“, wo ich das Ende so oder in der Art schon vorhersehen konnte. Hier kam das Ende jedoch völlig überraschend und hat mich wirklich von den Socken geholt. Trotzdem habe ich einige Kritikpunkte, die ich unter gar keinen Umständen missachten kann.

Rezension: »Wer heute lügt, ist morgen tot« von Thomas Enger

Hallo ihr Lieben!

Der Juni neigt sich zum Ende zu, und ich habe es tatsächlich noch geschafft, dieses Buch am Sonntag zu beenden – so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich habe „Wer heute lügt, ist morgen tot“ zu meinem 16. Geburtstag (also im Dezember 2019) bekommen und war schon sehr gespannt darauf … Aber leider konnte es mich nicht so sehr überzeugen wie erhofft.


Allgemeine Informationen

Titel: Wer heute lügt, ist morgen tot
Autor: Thomas Enger
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Jugendthriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
ISBN: 978-3-570-31266-7
Verlag: cbt
gelesen: 26.06.20 bis 28.06.20


Inhalt

DEINE FREUNDIN IST TOT UND DU STEHST UNTER MORDVERDACHT …

Der 18-jährige Even wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hatte gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Even gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evens Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Even nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen lässt. Auch der Titel passt so semi-gut zum Buch, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Da hätte man sich auf jeden Fall etwas Kreativeres ausdenken können.

Und bevor ich zur Innengestaltung komme, habe ich noch zwei Dinge, die ich beim Klappentext anmerken muss: Erstens, heißt der Protagonist nicht Evan, sondern Even – das ist ein norwegischer Name, denn das Buch spielt in Norwegen (der Übersicht halber habe ich bei der Inhaltsangabe sofort den richtigen Namen eingesetzt). Außerdem steht im Klappentext, Even habe sich mit dem ermordeten Bandkollegen gestritten. Davon war im Buch aber nie die Rede, weshalb sich mir die Frage stellt, wieso das im Klappentext steht …

Jetzt aber zum Inneren. Dort hat mir sehr gut gefallen, dass durch einen Wechsel der Schriftart gleichzeitig der Wechsel der Zeit deutlich wurde. So wurden die Abschnitte, die aus der Gegenwart erzählt wurden, in einer ähnlichen Schrift wie Calibri geschrieben, während die Vergangenheits-Erzählungen in kleinerer Schrift geschrieben wurden, die eben aussieht wie die Schrift in fast jedem anderen Buch auch. Das hat die Zeitsprünge irgendwie natürlicher wirken lassen.


Der Erzählstil

Vorab sei gesagt, dass ich den Schreibstil von Thomas Enger an sich nicht schlecht finde. Dennoch hat mich aber auch Vieles daran gestört, weshalb die folgenden Abschnitte recht negativ klingen könnten.

Aus diesem Grund fangen wir mit den Dingen an, die mir positiv aufgefallen sind. Denn das Buch ist, wie auch zuvor schon erwähnt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Allein das erinnert schon sehr an die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“, denn der Gegenwart-Teil spielt während einer Gerichtsverhandlung, während in dem Vergangenheit-Teil die Geschichte von vorn erzählt wird. Das hat zumindest schon mal neugierig gemacht.

Außerdem war der Schreibstil von Thomas Enger einfach und flüssig zu lesen. Alles war sehr schlicht gehalten, es gab wenig Ausschweifungen, alles wurde möglichst simpel beschrieben. Genau das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn dadurch wirkte das ganze Buch eher wie ein Bericht denn wie ein Jugendthriller. Es gab sehr wenig bis überhaupt keine Ortsbeschreibungen, und auch Charaktere wurden nur einmal kurz beschrieben – zumindest die Nebencharaktere, denn vom Protagonisten weiß ich bis jetzt noch nicht, wie er aussieht, außer, dass er wohl recht attraktiv sein soll. Super Beschreibung, wirklich.

Zudem waren Emotionen eher nebensächlich. Es gab außer Angst und Wut keine Gefühle des Protagonisten, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn nie wirklich kennengelernt zu haben. Er sagt zwar über seine umgebrachte Freundin, dass er sie geliebt hat, aber davon merkt man herzlich wenig. Insgesamt war das Buch also sehr nüchtern geschrieben.

Was mich jedoch am allermeisten am Schreibstil gestört hat, war diese gewollt wirkende Umgangssprache, die besonders in Dialogen mit Evens Freunden vorkam. Ich meine, ich kenne keine Person – wirklich, keine einzige – die mit den Worten „What’s up?“ ein Telefongespräch annimmt. Genauso wenig wie ich jemanden kenne, der einen fragt: „Läuft ’n so?“. Ganz ehrlich, wenn ich bedenke, dass der Autor im Alter meiner Eltern ist und selbst Kinder hat, frage ich mich, ob die da oben in Norwegen vielleicht anders sprechen – aber selbst dann hätte man das in der Übersetzung abändern können.


Die Handlung

Zuerst einmal entschuldige ich mich, falls meine Sprache ein bisschen umgangssprachlich sein sollte. Aber ich möchte alles so erklären, dass man es auch verstehen kann und nicht um den heißen Brei herumreden, wenn ihr versteht, was ich meine.

Also fange ich direkt so an, denn die Idee der Geschichte ist schon ziemlich ausgelutscht und einfallslos. Ich meine, es gibt so viele Geschichten á la „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „One of us is lying“, dass sie mir jetzt mittlerweile einfach aus Ohren, Nase, Mund, etc. raushängen. Oder ein bisschen freundlicher formuliert: ich hab genug von diesen Storys, die alle gleich sind.

Jetzt könnt ihr euch vermutlich schon denken, dass ich die Geschichte sehr vorhersehbar fand. Das hat mir schon mal einen Großteil meiner Motivation genommen, das Buch nicht doch abzubrechen, aber da ich ja schon ein paar positive Entdeckungen bezüglich des Schreibstils gemacht habe, hätte ich das irgendwie mies und nicht fair gefunden. Also habe ich weitergelesen, aber es wurde einfach nicht spannend. Ich habe mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, wo überall von den ach so tollen Plottwists die Rede ist – kann es sein, dass ich die einfach überlesen habe? Denn bis auf die letztliche Auflösung der Geschichte (die noch dazu ziemlich weit hergeholt ist) hat mich keine Wendung irgendwie überrascht.

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat mich nicht angeödet oder so. Es war mir einfach gleichgültig, ob ich jetzt weiterlese oder nicht. Die Geschichte konnte mich nicht catchen, dabei habe ich ihr mehr als nur eine Chance gegeben. Stattdessen war ich immer enttäuschter, je mehr Dinge wirklich so geschehen sind, wie ich es bereits vorhergesehen hatte.

Da ich eben schon auf das Ende zu sprechen gekommen bin: Ja, das war vermutlich der einzige Plottwist, der mich überraschen konnte, aber das war’s auch schon, was ich da positiv anmerken könnte. Denn wie kann es sein, dass trotz Mund-zu-Mund-Beatmung nach dem Mord an Mari keine DNA an der Leiche gefunden wurden? Oder hat die Polizei einfach unfassbar schlampige Arbeit geleistet und deshalb keinen DNA-Abgleich an den Verdächtigen vorgenommen? Demnach wirkte die Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen.

Weiterhin bleiben nach dem Ende immer noch offene Fragen. Ich spoilere nicht, wenn ich mich jetzt hier frage, ob Even wirklich von der Person verfolgt ist, von der er geglaubt hat, dass sie es ist. Auch bleibt mir unklar, was wirklich mit Evens Vater passiert ist. Hat Evens Mutter Mitschuld? Warum ist ihm am Steuer unwohl geworden?

Auch scheinen einige Aktionen der Charaktere, insbesondere von Even keine weiteren Folgen zu haben, obwohl sie eigentlich Hinweise für die Polizei sind. Ich meine, warum wurde er nie nach der SMS gefragt, die er Mari geschickt hat, nachdem sie einfach mit ihm Schluss gemacht hat? Hätte diese nicht eigentlich als Drohung verstanden werden können? So klang sie zumindest für mich.

Das einzige Positive, das ich jetzt noch hier anmerken kann, ist das Setting, das gewählt wurde. Der Autor ist selbst norwegisch, weshalb ich es auch gut fand, dass das Buch in einem Dorf in Norwegen spielt. Zwar gab es keine Ortsbeschreibungen, die mir irgendeinen Hinweis darauf gegeben haben könnten, wie Fredheim aussieht, aber zumindest ist das Setting mal etwas Anderes.


Die Charaktere

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass ich auch hier rummeckern werde. Denn mir wurde Even als Protagonist überhaupt nicht sympathisch. Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil seine Emotionen irgendwie nicht rüberkamen und ich einige seiner Handlungen einfach widersprüchlich fand. Zudem handelt er wie ein sechzehnjähriger Teenager, obwohl er bereits achtzehn ist. Davon merkt man überhaupt nichts.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich flach ausgearbeitet. Man erfährt zwar ein bisschen über Mari, Kaiss, Fredrik und Oskar, sowie über Evens Onkel Imo und seine Mutter Susanne, aber über seinen Bruder Tobias zum Beispiel habe ich kaum etwas erfahren, außer, dass er mich an den Sohn der Lebensgefährtin meines Vaters erinnert. Wobei selbst der noch aufgeweckter ist als Tobias.


Fazit

Nachdem ich die Rezension hier abgetippt habe, kann ich nur einmal tief durchatmen und fühlen, wie der ganze Frust, den ich während des Lesens verspürt habe, einfach weggeschrieben ist. Das ist das Gute am Rezensionen schreiben xD

Na ja, ich würde jetzt zumindest nicht sagen, dass das Buch überhaupt keine Leseempfehlung ist, denn Teilstücke haben mir ja doch ganz gut gefallen. Die Umsetzung ist einfach nicht das Gelbe vom Ei, und vielleicht finden Leser, die eben mehr auf seichte Thriller stehen, das Buch unterhaltender als ich, die ich ja liebend gern möglichst psychisch gestörte und blutige Thriller lese. So ist jeder anders gestrickt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3/5 ⭐

Erzählstil: 2,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 2,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »One of us is lying« von Karen M. McManus

Hey ihr Lieben!

Dieser Monat ist sehr thrillerlastig, ich weiß, aber momentan bin ich einfach mehr im Thriller- als im Fantasy-Fieber. Also seht es mir nach^^

„One of us is lying“ habe ich von meiner Schwester zu meinem letzten Geburtstag bekommen, und da zurzeit ja der dritte Teil „One of us is next“ in aller Munde ist, wollte ich einfach mal schauen, wie mir der erste Band der Murderland-Killer-Reihe gefällt.


Allgemeine Informationen

Titel: One of us is lying
Autorin: Karen M. McManus
Übersetzung: Anja Galić
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 444
ISBN: 978-3-570-16512-6
Verlag: cbj
Reihe: Der Murderland-Killer / Bd. 1
gelesen: 16.06.20 bis 22.06.20


Inhalt

EIN TOTER, VIER VERDÄCHTIGE – UND EINER VON IHNEN LÜGT

An einem Nachmittag sind fünf Schüler zum Nachsitzen in der Bayview High versammelt.
Bronwyn: das Superhirn auf dem Weg nach Yale.
Addy: die klassische Homecoming-Queen.
Nate: der Drogendealer.
Cooper: der Baseball-Star.
Simon: Urheber der berüchtigten Gossip-App der Highschool.
Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier Jugendlichen hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv …

SPANNEND, SEXY, RAFFINIERT: DER NEW YORK TIMES-BESTSELLER!


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist sehr ansprechend und macht auf jeden Fall neugierig auf den Inhalt. Es ist zwar eher schlicht gehalten, aber auch nicht so minimalistisch wie bei vielen anderen schlichten Büchern. Die Farbgebung passt perfekt zum Inhalt und auch zum Genre – ich meine, ein buntes Buch passt jetzt nicht wirklich zu einem Thriller, oder? (*hust* Man denke an „Verity“ von Colleen Hoover *hust*)

Auch im Inneren ist die Gestaltung sehr ansprechend, da es mal etwas Anderes ist. Es gibt rechts oben am Kapitelrand immer einen kleinen grauen Kasten, in welchem der Name der Person, aus deren Sicht erzählt wird, steht, zusammen mit dem Wochentag, dem Datum und der Uhrzeit. Dadurch hat man als Leser gleich ein besseres Verständnis für das Setting der Handlung bekommen und war bei Zeitsprüngen weniger verwirrt.


Der Erzählstil

Das Buch wird aus vier Perspektiven erzählt – Bronwyn, Nate, Addy und Cooper. Außerdem sind die Kapitel aus der Ich-Perspektive geschrieben, was es mir erleichtert hat, mich mit den Charakteren zu identifizieren – obwohl ich zugegeen anfangs ein paar Schwierigkeiten mit Addy hatte. Und trotz der Ich-Perspektive ermöglichen es die verschiedenen Sichtweisen auch, andere Blickwinkel kennenzulernen, wodurch man sich sein eigenes Urteil bilden kann. Auch Emotionen wurden von Karen M. McManus sehr lebendig an den Leser weitergegeben, sodass ich immer mit den Hauptcharakteren mitfühlen konnte.

Der Schreibstil an sich ist jedoch eher einfach gehalten. Wenig Metaphern – wobei mich manche bei Addy schon verwirrt haben, weil sie mir nie der Typ für solche Gedanken schien – und auch wenig verschachtelte Sätze, also auch nicht so anspruchsvoll wie vielleicht andere Thriller. Aber es handelt sich ja auch gleichzeitig um ein Jugendbuch, weshalb ich den Schreibstil für die Zielgruppe perfekt und nicht zu schwierig finde.

Besonders gut fand ich, dass die Protagonisten nicht diese gefakte Umgangssprache hatten, von denen Erwachsene immer denken, dass wir Teenager sie sprechen – okay, es gibt natürlich trotzdem einige dieser Klischee-Kandidaten an meiner Schule, aber ihr wisst, was ich meine. Stattdessen sprachen die Charaktere so, wie meine Freunde und ich auch. Dadurch wirkten auch die Dialoge sehr realistisch – aber manchmal habe ich mich schon gefragt, ob Bronwyns Ausdrucksweise nicht doch ein bisschen zu hochgestochen ist, selbst wenn man bedenkt, dass sie die Streberin ist.


Die Handlung

Ich finde, von der Handlung her erinnert das Buch an „Tote Mädchen lügen nicht“. Es beginnt nicht so spannend wie ich erwartet hätte, denn nach dem Tod von Simon „entschleunigt“ sich die Handlung deutlich wieder. Teilweise wurde es mir dann doch ein bisschen zu langweilig, weil einfach zu wenig passiert ist. Das Augenmerk der Geschichte liegt nicht auf den Mordermittlungen, sondern auf dem gesellschaftlichen Leben der Schüler, was im Klappentext jedoch nirgends erwähnt wird.

Außerdem wird sich oft an den typischen Highschool-Klischees bedient. Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Einfallsreichtum von der Autorin gewünscht. Ich meine, die Streberin, der Drogendealer, der Sportler und die Schulschönheit sind die klassischen Stereotypen, die zwar charakterlich sehr unterschiedlich sind, aber trotzdem in gefühlt jedem schlechten Highschool-Film auftauchen.

Trotzdem gab es aber auch ein paar unerwartete Wendungen und Plot-Twists, wobei ich das Buch jetzt auch nicht als Pageturner beschreiben würde, denn dafür gab es zu viele Längen. Diese Twists waren zwar nicht sonderlich dramatisch, aber trotzdem eben unvorhersehbar – für mich jedenfalls. Das hätte ich mir vom Ende auch gern gewünscht.

Denn während ich am Anfang noch sehr überlegt habe, wer von den vier Protagonisten denn nun der Mörder sein könnte, war ich am Ende der festen Überzeugung, dass jemand anders etwas mit Simons Tod zu tun haben muss. Leider waren meine letztendlichen Vermutungen (die so ab dem zweiten Viertel auftauchten) goldrichtig und das Ende kam sehr vorhersehbar für mich.

Dennoch war die Handlung in sich schlüssig und abgeschlossen, weshalb ich auch gespannt bin, was es mit den anderen beiden Bänden der Reihe auf sich hat. Alles ergibt Sinn und wirkt authentisch, wobei die Polizei meiner Meinung nach manchmal wirklich ein bisschen bessere Arbeit hätte leisten können – aber dann wäre alles vermutlich viel zu schnell aufgelöst worden.


Die Charaktere

Die Geschichte glänzt vor Allem durch ihre fantastisch ausgearbeiteten Charaktere. Man bekommt einen sehr guten Einblick in ihr Leben und ihre Persönlichkeiten, und auch war am Ende sehr deutlich, dass sich die Personen weiterentwickelt haben. Besonders Addy und Cooper haben einiges an ihrer gewohnten Lebensweise geändert.

Zugegeben, am Anfang war Addy für mich unausstehlich, aber hinterher hat sie sich zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt, da sie endlich eingesehen hat, was sie aus ihrem Leben machen kann, wenn sie sich nur mal traut, ihre eigene Meinung offen zu sagen und nicht bloß die Mitläuferin zu sein.


Fazit

Trotz allem bin ich sehr gespannt auf die weiteren Teile der Reihe (auch, wenn sie nicht direkt zusammenhängen), weshalb ich mir vermutlich demnächst mal „Two can keep a secret“ anschaffen werde. Und trotz all meiner Kritikpunkte in der Handlung ist das Buch sehr empfehlenswert.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 4,5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Feuerschwester« von Emiko Jean

Hey ihr Lieben!

Nach langer Zeit habe ich mal wieder richtig Lust, ein englisches Buch zu lesen. Ich weiß nicht, wieso, aber es könnte daran liegen, dass ich mal die „Try a chapter“-Challenge selbst ausprobiert und „We’ll never be apart“ dabei verwendet habe. Das Buch selbst habe ich gemeinsam mit einem weiteren Buch im Dezember 2019 zu meinem 16. Geburtstag von meiner Tante bekommen, und ich bin schon unglaublich gespannt, wie es mir gefällt! „We’ll never be apart“ ist die englische Ausgabe des Buches „Feuerschwester“. Die Angaben in dieser Rezension entsprechen alle dem englischen Buch.


Allgemeine Informationen

Titel: We’ll never be apart
Autorin: Emiko Jean
Genre: Psychothriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 281
ISBN: 978-0-544-81320-5
Verlag: Houghton Mifflin Harcourt
gelesen: 15.05.20 bis 18.05.20


Inhalt

„Wherever you go, I’ll go too.“

„Do you promise?“ she asked.

„I promise,“ I said. „We’ll never be apart.“

MURDER. FIRE. REVENGE.

That’s all seventeen-year-old Alice Monroe thinks about. Locked in a mental ward at Savage Isle, Alice is haunted by memories of the fire that killed her boyfriend, Jason. A blaze her deranged and jealous sister, Cellie, set.
When whispers from other mental patients convince Alice that Cellie has also been committed to Savage Isle, Alice vows to avenge the life of the boy she loved. Aided by Chase, a mysterious, charismatic new patient, Alice stealthily combs Savage Isle for her sister by night, while by day she plays „the good girl,“ attending group therapy sessions and writing the story of her troubled past in foster care – a past she barely understands – in a journal. But nothing at Savage Isle is what it seems. And no one will leave the same.

„Realistic characters make good use of a gothic setting that will attract anyone with a taste for the edge.“

Kirkus Reviews

„A clever psychological thriller that had me holding my breath to the bitter end. More, please!“

Kimberly Derting, author of the Body Finder series

„Taut and disquieting, ‚We’ll Never Be Apart‘ will unsettle you long before it pulls the rug from under your feet. Like the institution that Alice and Cellie call home, this book comes with a warning: Once inside, be careful who you trust.“

Kat Rosenfield, author of ‚Amelia Anne Is Dead and Gone‘

Meine Meinung

Die Gestaltung

Um das Cover mit den Worten einer Freundin zu beschreiben (ja, Malin, du bist gemeint, falls du das hier liest xD): Das Buch sieht creepy aus 😮

Ich denke, das beschreibt das Cover schon ganz gut, denn es wirkt tatsächlich eher wie ein Horrorbuch anstatt wie ein Psychothriller … wobei ich mir auch nicht ganz sicher bin, ob Thriller das richtige Wort ist. Klar, es wird so beschrieben, aber der Inhalt ist so viel mehr. Dazu aber gleich noch ein bisschen was 😉

Nichtsdestotrotz passt das Cover sehr gut zur Story. Die Worte, die aussehen wie glühende Äste, bringen schon ganz gut das ganze Setting rüber, das, wie Kirkus Reviews bereits geschrieben hat, irgendwie „gothic“ ist. Der Buchrücken ist sehr schlicht gehalten, mit schwarzem Hintergrund und roter Schrift. Besonders begeistert bin ich auch noch von der Klappe. Dort wird das Bild auf dem Cover fortgesetzt, aber der Text ist auf schwarzem Hintergrund geschrieben, alles ist in schwarz, rot und weiß gestaltet, wodurch ein sehr einheitliches Bild entsteht.


Der Erzählstil

„We’ll never be apart“ war das erste Buch, das ich von Emiko Jean gelesen habe, aber es wird eindeutig auch nicht das letzte sein. Vom Schreibstil her ist das Buch sehr gut für Jugendliche geeignet, wobei ich es schon eher für Jugendliche empfehlen würde, die starke Nerven haben.

Ich war schon nach dem Prolog komplett hin und weg von der Geschichte, da der Schreibstil schön einfach und schlicht, aber auch nicht zu langweilig ist. Irgendwie hat Emiko Jean es geschafft, mich bereits auf den ersten vier Seiten mitzureißen, und das lag nicht nur an dem, was passiert ist.

Das Setting und die Emotionen sind mit wenigen Worten sehr bildhaft beschrieben, wodurch es mir noch mal leichter fiel, mich in der Geschichte rund um Alice und ihre geheimnisumwitterte Zwillingsschwester Celia einzufinden. Ich konnte durchgängig mit Alice mitfühlen, habe mich gefühlt als würde ich selbst in ihrer Haut stecken und dementsprechend ihre Verzweiflung, ihre Wut, ihre Liebe und ihre Rachegefühle nachvollziehen.


Die Handlung

Schon der Prolog startet sehr rasant und mit der allerwichtigsten Szene im ganzen Buch, nämlich dem Feuer, das schon im Klappentext angesprochen wird. Es wird aus Celias Sicht erzählt, ebenso wie der Epilog, wodurch an dieser Stelle schon mal eine klare Strukturierung erkennbar ist. Nach dem Beenden des Buches musste ich den Prolog noch mal lesen, einfach um noch mal alles zu verinnerlichen, und mit einem Mal hat das alles etwas ganz Großes ergeben, etwas, das man zum Anfang noch gar nicht erahnen konnte. Aber ich will euch nichts vorwegnehmen, denn dieses Buch ist es mehr als nur wert, gelesen zu werden.

Schon in den ersten Kapiteln bekommt der Leser dann auch einen ersten Einblick in die Vergangenheit und die Kindheit der Protagonistin Alice, da ihr Psychiater ihr zur Therapie rät, alles in ein Journal aufzuschreiben. Dadurch gibt es zwei Handlungsstränge, einmal einen in der Vergangenheit und einmal den in der Gegenwart, und beide waren gleichermaßen spannend zu lesen.

Zum Ende hin nahm die Geschichte dann noch mal richtig an Fahrt auf und es gab einige Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen. Besonders die letztendliche Auflösung, die durch einige vorherige Ereignisse sozusagen getriggert wurde, hat mich noch mal komplett umgehauen und ich hatte wirklich Herzrasen.

Die ganze Zeit über hat sich nichts zu schnell oder zu langsam entwickelt, obwohl das Buch recht dünn ist mit seinen 281 Seiten. Die letzten Kapitel und der Epilog haben noch mal ein rundes Ende geschaffen, wodurch die Story schön in sich abgeschlossen war und keine offenen Fragen übrig geblieben sind.


Die Charaktere

Von den Charakteren war ich positiv überrascht. Ich weiß aus vielen anderen Thrillern, dass die Personen, die der Autor oder die Autorin geschaffen haben, meist nicht sonderlich tiefgründig ausgearbeitet sind, aber das war hier überhaupt nicht der Fall.

Alice Monroe ist eine sehr vielseitige Protagonistin. Durch die Einträge aus ihrem Journal, die man neben dem Haupthandlungsstrang lesen kann, wurde vieles aus ihrer Vergangenheit erklärt, womit auch ihr Charakter nachvollziehbarer wurde. Sie war mir sehr sympathisch, und am Ende habe ich mich genauso erschüttert gefühlt wie sie selbst.

Chase ist wirklich ein absoluter Bookboyfriend geworden. Zuerst war er noch das typische Arschloch, aber nach und nach hat man ihn besser kennengelernt und ich fand es einfach süß, wie er sich um Alice gekümmert hat. So eine Person braucht jeder Mensch in seinem Leben, meiner Meinung nach.


Fazit

„We’ll never be apart“ konnte mich auf ganzer Strecke überrumpeln und mitreißen. Trotz anfänglicher Zweifel bin ich froh, das Buch endlich von meinem SuB befreit zu haben, weil es sich eindeutig um eins handelt, das viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Dieses Buch ist ein klares Jahreshighlight!

Empfehlen kann ich „We’ll never be apart“ oder eben die deutsche Übersetzung „Feuerschwester“ aus dem Ravensburger-Verlag sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen, solange sie nicht allzu zartbesaited sind, da schon einige schwierige und triggernde Inhalte angesprochen werden.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Alles Liebe,

Lara

Rezension: »Abgründig« von Arno Strobel

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mir als Monatsvorsatz gesetzt, dieses Buch endlich von meinem SuB zu befreien. Ehrlich gesagt, hatte ich schon vor dem Lesen eher niedrige Erwartungen, weil ich schon viel Negatives über den Jugendthriller gehört habe – aber lest selbst!


Allgemeine Informationen

Titel: Abgründig
Autor: Arno Strobel
Genre: Jugendthriller
Format: Paperback
Seiten: 236
ISBN: 978-3-7855-7864-3
Verlag: Loewe
gelesen: 30.04.20 bis 08.05.20


Inhalt

Eine Bergtour. Ein Unwetter. Ein Mord.
Eingesperrt auf engstem Raum, ohne Aussicht auf Rettung, erkennt man ganz neue Seiten an seinen „Freunden“. Manche Seiten sind hässlich … andere tödlich.

Geplant war eine lässige Bergtour – auf eigene Faust zur Zugspitze und wieder zurück. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei.
Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache – und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover passt ganz gut zur Geschichte, ist aber eigentlich nicht so mein Fall. Ich bin einfach kein Fan von dem Gesamteindruck, und jeder hat ja auch schließlich einen eigenen Geschmack.

Die Kapitelüberschriften sind unglaublich fett und groß geschrieben, was ein bisschen gestört hat. Ich persönlich mag es lieber, wenn dort ein wenig Einfallsreichtum gezeigt wird, anstatt einfach eine Blockschrift und Großbuchstaben zu verwenden.


Der Erzählstil

„Abgründig“ war das erste Buch, das ich von Arno Strobel gelesen habe, und vorerst vermutlich auch das letzte. Als ich die ersten zwei Kapitel gelesen habe, war die Motivation zu lesen schon am Ende. Der Schreibstil wirkte einfach langweilig und viel zu einfach auf mich, es gab nichts Besonderes daran und ich hatte das Gefühl, die Geschichte hätte auch von einem Grundschüler geschrieben worden sein, der perfekte Rechtschreibung Grammatik beherrscht.

Aus diesem Grund habe ich einige Tage lang gar nichts in dem Buch gelesen, was meine gesamte Lesemotivation sehr runtergezogen hat. In den letzten beiden Tagen hab ich mich dann aber aufgerafft und mir eingeredet, dass dies nicht das erste Buch sein soll, das ich abbreche, weshalb ich abends viel gelesen habe und auch recht schnell vorangekommen bin. Trotzdem gab es einige sehr schleppende Stellen im Buch, gerade in der Mitte, da sich alles immer wieder um die eigene Achse gedreht hat. Es gab kaum neue Entwicklungen, die irgendwie Spannung hätten hervorrufen können, weshalb ich mich irgendwann nur noch gelangweilt habe. Vieles hat sich wiederholt, auch von den verwendeten Wörtern her, wodurch es auch wenig Abwechslung gab.


Die Handlung

Ich habe ja eben schon ein bisschen was zur Handlung geschrieben, aber jetzt möchte ich noch ein bisschen was hinzufügen.

Zuerst einmal war die ganze Geschichte rund um die 10 Jugendlichen aus dem Bergcamp sehr klischeehaft und mit Vorurteilen behaftet. Dazu aber gleich bei den Charakteren mehr. Die Entwicklungen waren alle sehr vorhersehbar für mich. Vielleicht habe ich schon zu viele Thriller gelesen, aber dieser hat wirklich alle Klischees erfüllt, die es so geben kann. Da fängt es schon mit der Idee an, dass die Gruppe in einer einsamen Hütte auf einem Berg eingeschneit wird und einer von ihnen verschwindet.

Sobald die Jugendlichen es auf die Hütte geschafft hatten, drehte sich alles nur noch im Kreis. Ein paar haben ein bisschen über sich selbst ausgepackt, und dann gab es immer eine Diskussion, daraufhin eine Versöhnung, dann eine Prügelei und dann wieder eine Diskussion. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte dem Buch nicht schaden können, zumal auch Tims Gedankengänge viel zu oft wiederholt wurden und dann auch noch in fast demselben Wortlaut.

Wie für viele Jugendthriller typisch hatte das Buch keine Gewaltszenen, aber auch so würde ich es nicht als Thriller bezeichnen, sondern vielmehr als Abenteuergeschichte. Ein großer Nachteil war außerdem der Prolog in dem Buch. Dieser hat meiner Meinung nach zwar neugierig gemacht, aber trotzdem auch schon zu viel verraten. Ich hätte mich gerne mehr überraschen lassen.


Die Charaktere

Hier gab es ein bisschen mehr Abwechslung als in der Handlung. Jeder Charakter hatte eigene Dinge, mit denen er zu kämpfen hatte, aber trotzdem war keiner von ihnen wirklich tiefgründig gestaltet. Man erfährt eigentlich nichts über sie, als das, was für die Geschichte wirklich von Belang ist. Besonders über Lena, Jenny, Janik, Julia und Sebastian hat man sehr wenig erfahren. Gut, bei Tim, Ralf, Lucas und Denis gab es ein paar Dinge, die überrascht haben, aber auch nicht sonderlich schwer zu erkennen waren. Es war auf jeden Fall sehr schnell erkennbar, welcher Charakter welcher stereotypen Schublade zuzuordnen ist, bspw. „der Streber“, „der Angeber“, „der Aggressive“, „der Eifersüchtige“, „der Psycho“, etc.

Zudem waren einige Handlungen einfach nicht authentisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand aus meiner Altersgruppe an meiner Schule auf die Idee käme, jemanden einfach nur in eine stinkende, mit Mäusekot vollgestopfte Kammer zu sperren, und das auch noch über Nacht, weil er eventuell etwas getan haben könnte. Das ist einfach nur ekelerregend und ab da war mir keiner der Charaktere mehr sympathisch, weil ich dieses Verhalten niemals verzeihen könnte.


Fazit

„Abgründig“ hat mich sehr enttäuscht. Zwar kann ich nicht sagen, dass das ganze Buch langweilig war, aber Spannung hat sich auch keine aufgebaut. Aus diesem Grund kann ich das Buch einfach nicht empfehlen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 2/5 ⭐


Alles Liebe,

Lara