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Rezension: »Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Verlorene Sterne« von Erin Hunter

Hallo ihr Lieben!

Ursprünglich wollte ich den ersten Teil der siebten „Warrior Cats“-Staffel bereits vorher gelesen haben, aber ich habe doch immer zu anderen Büchern gegriffen, weil … Keine Ahnung. Baum. Nein, ich wollte glaube ich einfach erst ein paar Reihen beenden.

Na ja, ich verfolge die Warrior Cats jetzt ja schon seit über fünf Jahren und bin dementsprechend immer super happy, wenn ein neues Buch der Reihe rauskommt. Als ich eingestiegen bin, waren erst zwei Staffeln vollkommen fertig geschrieben, und heute würde ich mich wahrscheinlich gar nicht mehr trauen, damit anzufangen – so kann ich aber einfach nicht mehr damit aufhören!

Da es sich bei dem Buch um den ersten Teil der siebten Staffel handelt, können in der Rezension Spoiler zu vorherigen Büchern auftauchen.


Allgemeine Informationen

Titel: Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Verlorene Sterne
Autorin: Erin Hunter
Übersetzung: Friederike Levin
Genre: Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 298
ISBN: 978-3-407-75559-9
Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats / Staffel 7 / Bd. 1
gelesen: 25.04.20 bis 29.04.20


Inhalt

„Die Clans haben das Gesetz der Krieger vergessen. Sie haben es immer wieder verletzt, und wegen dieser Gesetzesbrecher muss jeder Clan büßen.“

In der bitterkalten Blattleere hoffen die Katzen dringend auf den Rat des SternenClans. Der Kontakt ist jedoch abgebrochen – haben sich die Urahnen von ihnen abgewandt? Einzig der junge Heilerschüler Schattenpfote hat noch Visionen. Als er eine mysteriöse Nachricht von einem der SternenClan-Krieger empfängt, bricht unter den Katzenclans ein erbitterter Streit über das Gesetz der Krieger aus.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich liebe allein schon die Aufmachung der Warrior Cats Bücher. Ich meine, sieht das Cover nicht einfach wahnsinnig aus? Zumal die Farben in diesem Teil wirklich perfekt zu dem verschneiten und vereisten Setting der Geschichte passt. Die Katze, die darauf abgebildet ist, hat schon sehr starke Ähnlichkeiten mit der Beschreibung von Schattenpfote, weshalb ich mal davon ausgehe, dass das so sein soll. Ebenfalls unfassbar passend, weil Schattenpfote einer der drei Protagonisten in dem Buch ist.

Außerdem bin ich mega happy darüber, dass in den neuen Warrior Cats Büchern ab jetzt immer zwei Karten drin sind. Ganz vorne die Karte der Katzen, und hinten dieselbe noch mal für „Zweibeiner“, wie die Menschen in den Büchern genannt werden. Ich finde es immer super interessant, mir die ganzen Orte bildlich vorzustellen, sowohl aus Menschensicht, als auch aus der der Katzen.

Natürlich sind an den Kapitelanfängen auch immer die Symbole der mittlerweile sechs Clans abgebildet: DonnerClan, SchattenClan, WolkenClan, WindClan, FlussClan und SternenClan. In letzterem weilen die verstorbenen Clan-Katzen nach ihrem Tod.


Der Erzählstil

Ich liebe ja die Art, wie das Autorinnenteam Erin Hunter Geschichten schreibt. Zwar reizen mich die anderen Reihen der Autorinnen nicht so sehr, weil ich einfach nicht so daran interessiert bin, aber Warrior Cats steht für mich dafür ganz oben auf der Liste. Obwohl es zunächst schwierig sein mag, aus der Sicht einer Katze zu schreiben, haben sie das hier wieder fantastisch umgesetzt. Es gibt Verben und Begrifflichkeiten, die wir im normalen Leben nicht benutzen würden, denn wir schnurren, knurren, fauchen und kratzen eher selten. Wenn ihr mehr darüber wissen wollt, kann ich euch nur empfehlen, das Warrior Cats Fandom mal anzuschauen, das vermutlich eines der ausfsührlichsten Fandoms ist, die existieren.

Der einzige Kritikpunkt, den ich aber auch nicht allzu schwer nehme, ist, dass manchmal Namen vertauscht wurden. Das kann schon mal vorkommen, denn in den bisherigen sechs Staffeln gab es immerhin mehr als 100 Charaktere, die geboren, am Leben gewesen und gestorben sind, und die alle individuelle Namen hatten. Zwar wurden einige Charaktere im Deutschen anders übersetzt, aber ich kann trotzdem nicht sagen, dass mich das großartig stört, denn wieso sollte es nicht auch bei Katzen mal welche geben, die den gleichen Namen haben? Na ja, ich schweife ab. Also, einmal wurde statt Nadelpfote Schattenpfote gesagt, und mehrere Male, wenn von dem Streunerkater Dunkelschweif gesprochen wurde, stand dort der Name von Dunkelstreif, welcher ja in der ersten Staffel gestorben ist.


Die Handlung

Nachdem ich die sechste Staffel von der Handlung her nicht ganz so mochte, ist hier wieder ein sehr faszinierendes Thema aufgeworfen worden, das für eine große Portion an Spannung gesorgt hat. Ich werde noch nicht verraten, worum genau es geht, denn das erfährt man noch nicht so ganz, aber ich habe schon eine düstere Vorahnung, die mich gespannt auf den zweiten Teil der siebten Staffel hinfiebern lässt.

Dadurch, dass die Geschichte von drei unterschiedlichen Charakteren aus unterschiedlichen Clans erzählt wurde, habe ich einen guten Eindruck in die Konflikte zwischen den Clans bekommen. Zwar würde ich mir wünschen, auch mal aus der Sicht einer Fluss- oder WindClan-Katze zu lesen, aber vielleicht kommt das ja irgendwann noch.

Die Geschehnisse fangen langsam und sachte an, bis sich die Lage immer mehr zuspitzt. Und ich habe das Gefühl, dass das Schicksal von Schattenpfote, Wurzelpfote und Stachelpfote sehr eng miteinander verknüpft ist und dass sie diejenigen sind, die das Rätsel um Brombeerstern lösen.


Die Charaktere

Schattenpfote ist ein wirklich toller Charakter. Ich finde ihn sehr realistisch dargestellt (soweit das in so einem Buch überhaupt möglich ist) und finde es sehr rührend, wie er ständig aufgrund von seiner anderen Behandlung im SchattenClan an sich selbst zweifelt. Er hatte schon als Junges in der Kinderstube Visionen vom SternenClan, wobei im Buch langsam deutlich wird, dass die Visionen zu deutlich sind, um vom SternenClan zu kommen. Wer oder was wirklich dahintersteckt, erfahren wir wohl erst in einem der folgenden Bände.

Auch Wurzelpfote ist nicht der glücklichste Schüler im WolkenClan. Von seinen Baugefährten Milanpfote und Schildkrötenpfote wird er ständig getriezt und seine Schwester Nadelpfote kommt mit ihrem Leben viel besser klar als er. Sein größtes Problem ist sein Vater Baum, für den er sich unglaublich schämt. Wobei mich das Ende des Buches hoffen lässt, dass sich das bald noch ändert. Seine inneren Konflikte, die er mit sich selbst austrägt, wirken sehr authentisch und er ist mir sehr sympathisch, weshalb ich schon gespannt bin, wie es mit ihm in den nächsten Teilen weitergeht.

Auch Stachelpfote bzw. Stachelfrost ist eine sehr coole Protagonistin. Sie hat mich auch dazu inspiriert, wieder eine neue Fanfiction zu schreiben, denn ich kann sie völlig verstehen. Sie ist unglücklich in Zweigblatt, einen Krieger des DonnerClans verliebt, der jedoch nur Augen für seine große Liebe Punktfell hat. Sie hat das Gefühl, ständig etwas beweisen zu müssen, und da sie noch sehr jung ist, braucht es seine Zeit, bis sie einsehen kann, dass man die Liebe nicht beeinflussen kann.


Fazit

Mir hat der erste Teil der siebten Warrior Cats Staffel besser gefallen als die gesamte sechste Staffel. Die Charaktere wirkten auf mich viel sympathischer und authentischer und ich freue mich schon, in den nächsten Bänden mit ihnen Abenteuer zu erleben.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Flying high« von Bianca Iosivoni

Hey ihr Lieben!

Ich muss zugeben, dass ich mir meinen Lesemonat ursprünglich ein bisschen anders vorgestellt habe, aber ich hoffe trotzdem, dass ich noch mit jedem Buch fertig werde, das ich im April lesen will. Flying high habe ich nun beendet – schaut doch, wie es mir gefallen hat!

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der „Hailee & Chase“-Reihe, weshalb in der Rezension Spoiler auftreten können.

Zur Rezension von Band 1


Allgemeine Informationen

Titel: Flying high
Autorin: Bianca Iosivoni
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 412
ISBN: 978-3-7363-0989-0
Verlag: LYX
Reihe: Hailee & Chase / Bd. 2
gelesen: 23.04.20 bis 25.04.20


Inhalt

Mutig zu sein – das war Hailee DeLucas Plan für diesen Sommer. Sie wollte einen Roadtrip durch die USA machen und all die Dinge tun, vor denen sie sich bislang immer viel zu sehr gefürchtet hat. Niemals hätte sie erwartet, dass sie sich auf ihrer Reise verlieben würde – bis sie in der kleinen Stadt Fairwood mitten im Nirgendwo auf Chase Whittaker traf. Mit seinem Lächeln, seinem Humor und der Art, wie er sie besser als jeder andere Mensch auf dieser Welt zu verstehen schien, hat Chase ihr Herz im Sturm erobert. Dabei wusste Hailee vom ersten Moment an, dass es für sie beide keine Zukunft geben würde. Der Sommer war beinahe vorbei und Hailee fest entschlossen, ihren Plan bis zum Ende durchzuziehen. Doch je mehr Zeit sie in Fairwood verbrachte und je näher sie und Chase sich kamen, desto größer wurde ihr Wunsch, Chase nicht verlassen zu müssen. Mutig genug zu sein, nicht zu gehen. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder haben Hailee und Chase keine andere Wahl, als einsehen zu müssen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?


Meine Meinung

Die Gestaltung

Es gibt kaum LYX-Bücher, die nicht schön aussehen. Und so verhält es sich auch bei den beiden Büchern der „Hailee & Chase“-Dilogie von Bianca Iosivoni. Ich kann mich kaum entscheiden, ob ich Falling fast oder Flying high schöner finde … ich glaube aber, ich tendiere zu Flying high, weil die Farben so wunderschön sind.

An der Innengestaltung habe ich hier genauso wenig auszusetzen wie im ersten Teil schon. Die Kapitelanfänge sind schlicht gehalten, wobei die Schriftart, in der geschrieben steht, ob das Kapitel aus Hailees oder Chase‘ Sicht erzählt wird, der des Titels auf dem Cover angepasst wurde.


Der Erzählstil

Biancas Schreibstil ist wie immer locker leicht und angenehm sowie flüssig zu lesen. Ihre Wortwahl ist in diesem Teil noch um einiges sensibler, und ich liebe sowohl die vielen Passagen, in denen sich Chase und Hailee Gedanken machen, als auch die ausdrucksstarken Dialoge.

Es ist so leicht, anderen Menschen Vorwürfe zu machen. Sich über sie aufzuregen. Sich mit ihnen zu streiten. Aber wir denken nie daran, dass es das letzte Mal sein könnte. Die letzte Umarmung. Das letzte Wort. Der letzte Blick.

Seite 87

Die Geschichte wird aus der Sicht von Hailee und Chase erzählt – nicht immer abwechselnd, aber dennoch so, dass es nicht langweilig wird. Zudem sind die Beschreibungen von Emotionen und Orten sehr detailreich, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte.


Die Handlung

„Flying high“ schließt direkt an das Ende von Band 1 an. Obwohl ich zwischendurch noch zwei andere Bücher gelesen bzw. gehört habe, bin ich unfassbar schnell wieder in die Geschichte von Hailee und Chase eingestiegen, wodurch ich sofort gefangen war.

Bianca zeigt hier mal wieder einen sehr sensiblen Umgang mit ernsten Themen wie Depression, Suizidalität, Angststörung, Tod, Verlust und Trauerbewältigung. Dadurch war die Story hoch emotional und hat mich sehr berühren können. Und auch, wenn die angesprochenen Themen vielleicht das Bild einer traurigen, nachdenklichen Geschichte im Kopf entstehen lassen, waren die Szenen auch unheimlich schön, manchmal witzig und zutiefst rührend. Trotzdem regen die Themen, die angesprochen werden und sehr im Hauptaugenmerk der Geschichte stehen, zum Nachdenken an und so konnte mich das Buch nachhaltig beeindrucken.

Wie macht man weiter, wenn man die letzten drei Monate so gelebt hat, als gäbe es kein Morgen? Wie macht man weiter, wenn man den wichtigsten Menschen in seinem Leben verloren hat?

Seite 178

Das Leseerlebnis an sich war also sehr … intensiv. Ich hatte fast durchgängig Tränen in den Augen und die ein oder andere ist auch mal meine Wange runtergelaufen, in meiner Brust war ein Engegefühl vorhanden, ich hatte Gänsehaut, und zwischendurch musste ich auch ein kleines Schmunzeln oder Kichern unterdrücken.

Und ganz ehrlich? Wie beschissen wäre es von mir, diesem vorgefertigten Plan zu folgen, statt das zu tun, was ich wirklich will, wenn mein bester Freund es gerne getan hätte, aber nicht konnte?

Seite 319

Obwohl das Buch nicht von Spannung geprägt ist, handelt es sich bei „Flying high“ um einen absoluten Pageturner. Action ist hier völlig unnötig, denn die Botschaft, die die Geschichte von Hailee und Chase ausdrücken soll, ist auch so vollkommen verständlich: Sei mutig. Nicht durch waghalsige Aktionen, sondern durch die Entscheidungen, die zu treffen einem manchmal Angst einjagen können. Das lernt auch Chase nach und nach und schneidet sich so eine Scheibe von Hailee ab. Und trotz der Tatsache, dass es keine Action gab, waren auch einige Plot-Twists vorhanden; es hat mich hier einfach nicht gestört, dass einige Dinge vorhersehbar waren, denn dadurch wirkte alles noch viel authentischer und realistischer.

„Du kannst alles fühlen, was du willst, Schatz. Auch Freude und Trauer gleichzeitig. Nichts davon ist richtig oder falsch. Es sind deine Gefühle.“

Seite 342

Außerdem fand ich es sehr passend, dass sich einige Gedanken von Hailee immer wiederholt haben – wie in einem Gedankenkarussell -, weil damit auch ihre Depressionen und Gefühle und ihr tiefstes Innerstes deutlicher wurden. Und obwohl das der Kritikpunkt von vielen Lesern ist, kann ich von mir selbst ehrlich behaupten, dass ich keine einzige Stelle langweilig oder zu langgezogen fand.

Mit dem Epilog hat das Buch noch einen sehr gelungenen Abschluss bekommen. Natürlich sind mit ein paar Gesprächen nicht alle Probleme wie weggefegt, aber es geht eben darum, sich nicht einfach unterkriegen zu lassen, und das wird sehr deutlich.


Die Charaktere

Jeder einzelne Charakter im Buch wurde sehr authentisch, liebevoll und tiefgründig ausgearbeitet. Die Handlungen und Reaktionen waren nachvollziehbar, ebenso wie die Gefühle.

Der nach außen hin glücklichste Mensch kann die meisten Träume vergossen haben. Die unbeschwerteste Person kann die schlimmsten Verluste erlitten haben. Und das Mädchen mit dem strahlendsten Lächeln kann jeden Lebenswillen verloren haben. Jeder von uns hat innere Kämpfe auszufechten, von denen andere vielleicht nie etwas erfahren.

Seite 405

Hailee und Chase sind mir unheimlich sympathisch. Man leidet mit ihnen mit, und ihre Freundschaft zu Lexi, Clayton, Eric, Charlotte und sogar Shaine (!) hat mich oft zu Tränen gerührt. Das sind wahre Freunde! Sogar Hailees Eltern konnte ich verstehen und ich glaube, dass ihre Handlungsweisen unglaublich authentisch, wenn auch nicht immer richtig waren. Jeder Mensch hat Fehler und ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, wieso sie so und nicht anders gehandelt haben.


Fazit

„Flying high“ konnte mich noch mehr von sich überzeugen als „Falling fast“. Obwohl insgesamt weniger im Buch passiert, hat es mich zu Tränen gerührt wie sonst kaum ein Buch zuvor, weshalb es für mich ein absolutes Jahreshighlight ist!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Vanitas – Schwarz wie Erde« von Ursula Poznanski

Hey ihr Lieben!

Ich hatte mal wieder Lust auf ein Hörbuch, und deshalb habe ich gemeinsam mit meiner Schwester „Vanitas – Schwarz wie Erde“ von Ursula Poznanski gehört. Es ist der erste Teil der Vanitas-Reihe, die ja in den letzten Monaten immer wieder auf Bookstagram aufgetaucht ist.


Allgemeine Informationen

Titel: Vanitas – Schwarz wie Erde
Autorin: Ursula Poznanski
Sprecherin: Luise Helm
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Hörzeit: 07:56:41
ISBN: 978-3-8398-1697-4
Verlag: argon Hörbuch
Reihe: Vanitas / Bd. 1
gehört: 04.04.20 bis 24.04.20


Inhalt

Manchmal sehe ich mir die Fotos meiner eigenen Beerdigung an

Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht, verschlüsselt in der Sprache der Blumen – denn ihre größte Angst ist es, gefunden zu werden. Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel in Frankfurt einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruß, der sie fürchten lässt, dass sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist großartig gestaltet. Sowohl die Blumen, die darauf abgebildet sind, als auch die Libelle sowie der Titel bekommen im Verlauf der Geschichte eine Bedeutung, die dem Leser erst nach und nach bewusst wird. Außerdem passen die Farben extrem gut zusammen und deshalb hat mich das Cover auch sofort angesprochen.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wie immer sehr angenehm und flüssig gewesen. Während des Hörens habe ich kaum bemerkt, wie die Zeit verging. Das Buch wird größtenteils aus Carolins Sicht erzählt, wodurch man ihre Gedanken und Gefühle gut verstehen konnte.

Luise Helm hat eine sehr schöne Stimmfarbe und es hat sehr großes Spaß gemacht, ihr zuzuhören, wie sie die Geschichte von Carolin vorliest. Man hat ihr angehört, dass auch sie großen Spaß bei der Sache hatte. Außerdem hat sie die unterschiedlichen Personen sehr gut betont; besonders der sächsische Akzent, den sie bei Saskia angelegt hat, brachte mich das ein oder andere Mal zum Schmunzeln.


Die Handlung

Eine Idee des Buches ist mal was ganz neues, und die Blumensprache zu verwenden, ist genial ausgedacht und zudem auch richtig gut umgesetzt worden.

Zu Carolins Vorgeschichte erfährt man nur die Fakten, die wohl auch die Presse bekommen würde, nichts zu dem Verlauf und den Geschehnissen. Man weiß, dass da etwas war, das sie so tief in ihre Paranoia gestürzt hat, aber man erfährt nie, was eigentlich wirklich passiert ist. Da gibt der Klappentext am meisten Aufschluss drüber; im Buch selbst erfährt man leider kaum etwas. Die Hintergrundgeschichte hat einen großen Teil der Spannung ausgemacht, da man als Zuhörer immer darauf hingefiebert hat, mehr zu erfahren, und letztendlich ist man doch nicht klüger als am Anfang. Hoffentlich wird das im zweiten Teil noch besser erklärt.

Die Handlung an sich ist recht langsam vorangeschlichen, sodass es zwischenzeitlich sehr viele Wiederholungen gab, was aber gleichzeitig auch dazu geführt hat, alles mit Carolin zusammen überdenken und seine eigenen Schlüsse ziehen zu können. Ein paar Szenen wirkten ein bisschen befremdlich, was ich aber nicht verwirrend, sondern irgendwie unterhaltsam fand … an einigen Stellen musste ich leicht grinsen, also blieb der Humor trotz des Genres als Thriller nicht auf der Strecke.

In den letzten 30 Kapiteln gab es noch mal ein paar Plot-Twists, die mich wirklich überrascht haben, sodass die Spannung noch mal aufgebaut wurde. Der Rest war jedoch relativ vorhersehbar. Dadurch war kein Nervenkitzel, sondern vielmehr neugieriges Interesse beim Zuhören vorhanden.

Am Ende gab es dann noch keinen Cliffhanger, der nicht allzu tragisch ist, aber dennoch neugierig auf den zweiten Teil der Reihe macht.


Die Charaktere

Carolin ist eine sympathische Protagonistin, aber sie hat auch sehr viele Schwächen. Beispielsweise ist sie aufgrund von ihrer Vergangenheit sehr paranoid, was zwar nachvollziehbar ist, aber nicht sehr verständlich, weil man über diese Vergangenheit überhaupt nichts erfährt. Außerdem sind einige ihrer Handlungen überhaupt nicht nachvollziehbar gewesen, zumindest gemessen an der schweren Paranoia, die sie entwickelt hat. Ich meine, wer geht auf eine Gala, wo überall lauter Kameras rumstehen, wenn man nicht will, dass man entdeckt wird?! Auch ansonsten waren viele ihrer Aktionen sehr leichtsinnig, und sie war auch leider nicht sehr tiefgründig ausgearbeitet – hoffentlich erfährt man im zweiten Teil ein bisschen mehr über sie.

Man lernt die gesamte Familie Lambert kennen, und obwohl die Familienmitglieder nicht die Protagonisten sind, waren sie viel tiefgründiger gestaltet als Carolin selbst. Die Entscheidungen, die die Familie getroffen hat, waren nicht immer gut, aber dennoch viel nachvollziehbarer und verständlicher als jede Entscheidung von Carolin.


Fazit

„Vanitas – Schwarz wie Erde“ hat mich ein bisschen enttäuscht. Ich bin von Ursula Poznanski Besseres gewohnt und hoffe, dass mich der zweite Teil mehr von sich überzeugen kann als es dieser getan hat.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Schicksalsfäden« von Stephanie Pinkowsky

Hallo ihr Lieben!

Heute mal eine Rezension zu einem ganz besonderen Buch, das mir die Autorin selbst zur Verfügung gestellt hat. Ich muss zugeben, dass ich von mir aus wahrscheinlich nicht zu dem Buch gegriffen hätte, weil mir das Cover schlichtweg nicht aufgefallen wäre. Aber seht selbst, wie es mir gefallen hat!

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Schicksalsfäden
Autorin: Stephanie Pinkowsky
Genre: Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 644
ISBN: 9781095981566
gelesen: 17.04.20 bis 23.04.20


Inhalt

Was ist Liebe, wenn sie Leid und Zorn hervorruft?

Marleen ist ein kreatives und hochbegabtes Mädchen. Sie wächst behütet auf, bis ein traumatisches Erlebnis alles verändert. Am tiefsten Punkt ihrer Verzweiflung trifft sie auf die Witwe Linda, welche ebenfalls harte Schicksalsschläge erleiden musste. Zwischen beiden knüpft sich ein seelisches Band.

Selbst, als Marleen erwachsen wird und glaubt, an der Seite eines besonderen Mannes ihr Glück gefunden zu haben, löst sich diese Verbindung nicht. Die seelischen Narben beider Frauen scheinen glatt, doch unter der Oberfläche schwelen alte Verletzungen.
Was geschieht, wenn die Naht reißt?
Und was, wenn die unsichtbaren Fäden, die Marleen und Linda aneinander binden, eine Bestimmung haben?

Eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Verlust und das große Glück.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich muss hier direkt ein Geständnis machen zu einer Sache, die ich mittlerweile eigentlich schon gelernt haben müsste in der langen Zeit, die ich nun schon lese, aber immer noch falle ich oft darauf hinein. Am liebsten würde ich mir dann manchmal (so wie auch jetzt nach dem Beenden von „Schicksalsfäden“) die Hand vor die Stirn schlagen. Wenn ihr euch fragt, was ich meine: Ich habe mich vom Cover völlig täuschen lassen. Und zwar in dem Moment, in dem Stephanies Rezensionsanfrage bei mir im Postfach gelandet ist. Ehrlich – das Cover hat mich anfangs überhaupt nicht angesprochen, weshalb ich beinahe abgelehnt hätte. Glücklicherweise habe ich mich in dem Moment an meinen Vorsatz erinnert, den ich schon in ein paar anderen Rezensionen hier angesprochen habe: „Don’t judge a book by its cover“. Und jetzt im Nachhinein bin ich unendlich glücklich, dass ich doch noch zugesagt habe, weil mich das Buch so fesseln konnte. Und ich muss zugeben, dass das Cover trotz der unscheinbaren Farben perfekt zur Story passt, auch wenn es nicht unbedingt meinen Geschmack trifft – aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

So düster die Wege auch waren, auf die sie ihre Protagonisten schickte, einen Ausweg sollte es immer geben. Schließlich wollte Marleen den Lesern vermitteln, dass es selbst in belastenden Situationen immer einen Hoffnungsschimmer gab. Man musste ihn nur erkennen.

Seite 69

Dadurch, dass im Buch Blocksatz verwendet wurde, jedoch keine Silbentrennung vorhanden war, sind die Abstände zwischen den Wörtern teilweise sehr groß geraten, was dem Lesefluss an sich zwar keinen Abbruch getan, das Erscheinungsbild jedoch ein klein bisschen gestört hat.


Der Erzählstil

Stephanies Erzählstil unterscheidet sich auf jeden Fall von dem Stil vieler anderer Autoren. Mit wenigen Worten schafft sie es ganz deutlich, Gefühle zu beschreiben, die ich persönlich wohl nie so ausdrucksstark aufs Papier werde bannen können, obwohl auch ich leidenschaftlich gerne schreibe.

Es war kein Band, das sich zwischen Linda Weber und Marleen Peters knüpfte, sondern eine Fessel.

Seite 99

Bei „Schicksalsfäden“ handelt es sich zudem nicht um einen spannungsgeladenen Roman, den der Leser mit überwältigendem Herzklopfen und heftigen Emotionen verschlingt, sondern um etwas Vorsichtigeres, das den Leser dazu bringt, sein Herz langsam zu öffnen und sich auf die recht schwierigen und kontroversen Themen einzulassen, bis sein Herz letztlich mit einem Satz oder einem Wort von irgendeiner Person wieder gebrochen wird. Und zwar nicht auf die abrupte Art und Weise, sondern langsam und ziehend und dadurch umso berührender.

„Wenn es dein Traum ist, dann kämpfe dafür. Egal, was passiert. Du darfst es niemals aus den Augen verlieren. Nur dann wirst du bestehen.“

Seite 445

Gleichzeitig konnte mich Stephanie jedoch auch mit ihrem flüssig zu lesenden Erzählstil umhauen, der so im Gegensatz zu der teilweise sehr ernsten Geschichte steht, dass das Buch in seiner Gesamtheit etwas ganz Besonderes ist, wie ich auch in der Einleitung schon einmal erwähnt habe. Zudem wurde die Geschichte noch ein bisschen vielfältiger gestaltet durch die unterschiedlichen Perspektiven. Gerade am Anfang kam noch sehr viel aus Lindas Sichtweise hinzu, später auch aus der anderer Charaktere. So wurden den Charakteren einerseits viel Tiefe verliehen, und dem Leser andererseits auch andere Blickwinkel ermöglicht, um sich eine eigene Meinung zu bilden. Dies wurde auch dadurch noch untermauert, indem die Geschichte nicht in der Ich-Perspektive erzählt wurde, sondern von einem außenstehenden Erzähler.

Eines wusste Marleen: Sie konnte schreiben. Sie war geboren worden, um Geschichten zu erzählen.

Seite 182

Das einzige, was mir hier aufgefallen ist – das mich in diesem Buch aber erstaunlicherweise kaum gestört hat – ist, dass zum Ende hin vermehrt Tippfehler aufgetaucht sind; nicht so schlimm wie bei einigen anderen Büchern, aber ein paar waren trotzdem da. Doch wie gesagt: einige hätte ich auch beinahe überlesen, weil mich die Geschichte so sehr fesseln konnte.


Die Handlung

Kurz nach der Veröffentlichung hat Stephanie mal erwähnt (ich glaube, ich hab das auf ihrer Insta-Seite gelesen), dass das Buch sich von ihren anderen Romanen unterscheidet, weil es mehr zum Hineinträumen gedacht ist. In dieser Aussage muss ich ihr kräftig nickend zustimmen, weil der Prozess des Lernens, den die Charaktere im Buch erfahren haben, schleichend und beinahe versteckt von Statten ging, ebenso wie alles andere, das im Buch passiert.

„In meinem Kopf befindet sich eine riesige Kinoleinwand, die ständig mit neuen Eindrücken und Inspirationen geflutet wird. So kannst du es dir in etwa vorstellen. Und ich bin die Regisseurin dieses Films.“

Seite 236

Außerdem ist die Geschichte von Marleen Peters und Linda Weber unfassbar einzigartig; ich habe wirklich noch nie von einer Geschichte gehört, die ähnliche Themen aufgreift und gleichzeitig Tabus bricht wie dieses Buch. Besonders gut hat mir hier ein Thema gefallen, das in der heutigen Gesellschaft gerne totgeschwiegen wird und deshalb als Tabuthema gilt – nämlich unkonventionelle Beziehungen. Nicht nur, was Altersunterschiede betrifft, sondern auch eine monogame (oder eben nicht monogame) Lebensweise.

„Wenn man liebt, dann will man nicht fortgehen. Man zieht keinen Schlussstrich. Ganz gleich, wie sehr man verletzt wird und leidet.“

Seite 377

Nach dem Lesen haben sich die einzelnen Handlungsstränge und Probleme wie Puzzleteile ineinandergefügt, sodass keine offenen Fragen mehr blieben und alles einen Sinn ergeben hat, wodurch auch das Ende komplett geglückt ist.


Die Charaktere

Vorab möchte ich ein großes Lob an Stephanie ausdrücken. Denn dadurch, dass man die Charaktere in diesem Buch über viele Jahre hinweg begleitet, in allen Höhen und Tiefen des Lebens und der Liebe (ich glaube, insgesamt mehr als dreißig, wenn nicht vierzig Jahre), hatte ich als Leserin die Möglichkeit, eine ganz enge Bindung zu ihnen aufzubauen. Besonders Marleen und Linda sind mir sehr ans Herz gewachsen. Und die Schicksalsschläge, die einige Charaktere erleiden mussten, haben mich dadurch noch mehr getroffen als es ohnehin der Fall gewesen wäre.

Reichtum und Schönheit waren so unwichtig, doch Liebe, Gesundheit und Glück waren unbezahlbar.

Seite 581

Auch ansonsten sind die Charaktere sehr individuell gestaltet, sodass sie unglaublich authentisch wirken. Beim Lesen fühlte es sich manchmal fast so an, als wären Marleen, Linda und alle anderen Charaktere wirklich echte, reale Personen, und als würde das Buch eine Art Autobiographie dieser Menschen sein. Stephanie hat für die Handlungen und Gedanken der Charaktere auch keine Entschuldigungen gesucht, obwohl ich mir vorstellen könnte, dass viele andere Autoren dies getan hätten, um der Thematik ein bisschen die Schwere zu nehmen. Sie hat sowohl die Charaktere als auch den Leser mit der harten und manchmal schmerzhaften Wahrheit konfrontiert, was jeden Satz, der gesprochen wurde, vollkommen nachvollziehbar gemacht hat.


Fazit

„Schicksalsfäden“ ist für mich ein ganz besonderes, einzigartiges Leseerlebnis gewesen, an das ich mich wahrscheinlich noch lange erinnern werde, weil es mich so berühren konnte. Zwar ist das Buch kein Jahreshighlight geworden, aber das Potenzial dieser Geschichte wurde von Stephanie auf jeden Fall bis ins kleinste Detail genutzt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Vielen Dank, liebe Stephanie, für dieses fantastische Buch! Ich bin so froh, dass du mir das Vertrauen entgegen gebracht hast, es als Rezensionsexemplar lesen zu dürfen!


Alles Liebe,

Lara

Rezension: »Wie der Klang deines Herzens« von C. S. Bieber

*Werbung | Rezensionsexemplar*

Hallo meine Lieben!

Im März habe ich mich zu einer Leserunde für „Wie der Klang deines Herzens“ beworben, nachdem ich schon so viele gute Meinungen über das Buch gehört hatte, und ich habe tatsächlich ein Rezensionsexemplar bekommen und konnte es eben gerade beenden! Nachdem ich die letzten Tage nicht die Motivation hatte, über das vierte Kapitel hinauszulesen (fragt mich bitte nicht warum – ich glaube, es lag an meiner Netflix-Sucht xD), habe ich mir heute extra Zeit genommen und konnte das Buch wirklich schnell beenden.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir über Lovelybooks von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Die Balletttänzerin Leah hat das Gefühl, nirgendwo hineinzupassen. Bis sie den Cellisten John kennenlernt. John, der ihren Traum an der Juilliard zu studieren teilt. Doch nicht nur seine Musik lässt ihr Herz höherschlagen, sondern auch seine eisblauen Augen lösen ein verbotenes Kribbeln in ihrem Bauch aus. Verboten, weil Leah einen Freund hat.

Der Cellist John hat bisher nur für die Musik gelebt und sich zu verlieben gehörte nicht zu seinen Plänen. Als Leah jedoch zum ersten Mal zu seiner Musik tanzt, ist es um ihn geschehen. John weiß, dass er Leah seine Gefühle nicht gestehen darf, doch als ihr Herz in tausend Stücke bricht und das Schicksal sie auseinanderreißt, fasst er den Mut, um sie zu kämpfen.

Aber hat ihre zarte Liebe überhaupt eine Chance?


Allgemeine Informationen

Titel: Wie der Klang deines Herzens

Autorin: C. S. Bieber

Genre: New Adult

Format: E-Book

Seiten: 275 (auf meinem E-Reader)

Verlag: Self-Publisher

Reihe / Band: Arts and Love / Band 1

gelesen: 26.03.20 bis 01.04.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist wunderschön und passt auch wunderbar zur Geschichte. Ich liebe die Farben, die gut miteinander Harmonieren, den Titel, und das Gesamtbild einfach. Von außen gibt es also schon mal nichts zu bemängeln. Und auch von innen macht das Buch etwas her. Die Kapitelanfänge sind sehr schön und passend zum Cover gestaltet – die kleine Abbildung passt perfekt dazu, wobei die Kapitelüberschriften für mich ein bisschen zu klein waren. Glücklicherweise habe ich keine großartigen Augenprobleme, weshalb ich trotzdem lesen konnte, um welches Kapitel es sich handelt.

Was mich ein wenig gestört hat, ist ein winziger Teil, der zur Formatierung dazugehört; es gab keine Absätze bei Szenenwechseln, wodurch ich oft ein wenig verwirrt war und erst wieder erkennen musste, dass ein paar Stunden vergangen sind und die Charaktere sich jetzt an unterschiedlichen Orten aufhalten. Aber C. S. Bieber hat einem anderen Teilnehmer in der Leserunde bereits erklärt, dass sich diese Fehler bei der Formatierung der ePubs eingeschlichen hat, und so etwas kann vorkommen.


Der Erzählstil

Nachdem ich zuvor einen riesigen Flop beendet hatte, musste ich mich erst wieder an den Schreibstil gewöhnen, weil er auf jeden Fall besser als der meiner vorherigen Lektüre war. Er war sehr einfach und flüssig zu lesen, weshalb ich nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten (die nichts mit dem Buch zu tun hatten) sehr schnell durch die Geschichte geflogen bin.

Die Geschichte wird sowohl aus Leahs als auch aus Johns Perspektive erzählt, wodurch ich als Leserin einen Einblick in die Leben der beiden bekommen konnte. Dadurch wurde alles sehr viel vielschichtiger und auch interessanter gestaltet. Alles war wunderbar bildhaft und auch emotional beschrieben, sodass ich in den richtigen Momenten mit den Charakteren mitfühlen konnte.

„Bilder gaben nicht unbedingt immer die Realität wieder. Sie waren nur der Ausdruck eines einzigen Momentes und das Leben um diesen Augenblick herum könnte ganz anders ausgesehen haben.“

Seite 23

Trotzdem war ich zeitweise ein bisschen verwirrt vom Satzbau. Ich weiß nicht, ob es mir nur so vorkam, aber an einigen Stellen wäre es für mich einfach stimmiger gewesen, die Satzstellung ein bisschen zu verändern (und teilweise hätte ich es auch ganz schön gefunden, wenn nicht so viele Beiordnungen im Text dominiert hätten, um mehr Abwechslung zu schaffen). Zudem gab es zwischendrin immer mal wieder ein paar kleine Tippfehler, die jedoch nicht großartig gestört haben. Ein- oder zweimal gab es einen kleinen Struggle mit der Zeit; damit meine ich, dass an einer Stelle aus Versehen Präsens verwendet wurde, obwohl das gesamte Buch im Präteritum geschrieben ist. Na ja, wie immer ist das bei mir Meckern auf höchstem Niveau und ich weiß, dass es viele gibt, die über solche Dinge einfach hinwegsehen. Ich würde das auch gerne können, aber irgendwie bleibe ich immer an solchen unwichtigen Kleinigkeiten hängen.


Die Handlung

Hier gab es einen klaren roten Faden, der sich durch die gesamte Story gezogen hat. Alles war gut strukturiert und in Anfang, Hauptteil und Ende aufgeteilt – also an sich klassisch, aber das ist kein Kritikpunkt, sondern eher ein Pluspunkt für die gute Umsetzung. Mir gefällt, dass der erste Teil in sich abgeschlossen ist, da der zweite Teil ja von Leahs Schwester Chiara handeln wird, die mir wirklich unglaublich nett vorkam.

Die Geschichte selbst war spannend, obwohl ich wie bereits erwähnt ein bisschen gebraucht habe, um reinzukommen. Anfangs klang mir alles sehr klischeehaft, doch das hat sich schon vor der Hälfte des Buches geändert, was mich sehr erleichtert hat. Sonst säße ich heute wohl immer noch an den ersten Kapiteln und hätte keine Lust, weiterzulesen.

„Die Wahrheit brachte nicht immer Glück mit sich, aber sie befreite.“

Seite 119

Die Reaktionen der Charaktere konnte ich oft, aber nicht immer nachvollziehen. Besonders den Struggle zwischen Leah und John, der ja den Großteil der Geschichte ausmacht, habe ich immer wieder hinterfragen müssen. Entweder, weil es mir unrealistisch vorkam, wie Leah gehandelt hat, oder aber ich habe mich über die Aktionen von John aufgeregt, weil er die Wahrheit vor seinen Augen nicht bemerkt hat. Na ja, das ist jetzt nicht weiter tragisch, denn dadurch wurde die Atmosphäre noch ein wenig angespannter und ich habe wirklich auf das Ende hingefiebert.

Das einzige, was mir ein bisschen fehlte, waren die Gefühle, die das Buch bei vielen anderen Lesern hervorgerufen hat. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich zuvor noch ein nicht ganz so tolles Buch gelesen hatte oder an etwas anderem, aber irgendwie kamen die Emotionen bei mir nicht ganz an. Deshalb hatte ich auch oft das Gefühl, dass noch etwas komplett Schockierendes passiert, aber als es dann wieder einen Plot-Twists gab (und von denen gab es einige unerwartete), hat er mich nicht so sehr umgehauen wie ich gehofft hätte. Wer weiß, vielleicht ist das ja anders, wenn ich das Buch irgendwann noch mal rereade.


Die Charaktere

Leah war mir eine sehr sympathische Protagonistin. Sie musste wirklich viel durchmachen und hatte ziemlich viel zu verdauen, und dann auch noch dieser Stress innerhalb ihrer Familie … Ich denke, da ist es nachvollziehbar, dass sie John so lange warten lässt. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit ihrem Freund Adam, wegen der sie sich weitaus mehr Gedanken hätte machen sollen. Da sie das nicht getan hat und in dieser toxischen Beziehung festsaß, kam mir Leah manchmal leider sehr naiv und irgendwie auch scheinheilig vor, obwohl sie im Grunde genommen vollkommen gut war und niemandem etwas Böses wollte. Als sie in einer Stelle im Buch behauptet hat, dass sie sich selbst lieben lernen müsse, hatte sie wirklich recht gehabt.

„Menschen machen Fehler. Sie enttäuschen einander, auch wenn sie es nicht wollen.“

Seite 178

John ist ein toller Protagonist gewesen und passte sehr gut zu Leah. Ich mochte seine schüchterne Art am Anfang, und finde die Entwicklung, die er aufgrund seiner Karriere durchmacht, mehr als nur bemerkenswert. Er ist hinterher viel selbstsicherer und traut sich, Gefühle zu zeigen, was nicht jeder Mann von sich behaupten kann. Wie jedoch bereits erwähnt, konnte ich seine Handlungen teilweise einfach nicht verstehen. Zum Beispiel, wenn er Leah mal wieder mit ihren voreiligen Schlüssen allein gelassen hat und meinte, dass sie das selbst mit sich ausmachen müsse – so etwas gehört sich für einen besten Freund einfach nicht, auch wenn er von Anfang an in Leah verliebt war.

Chiara und ihre Geschichte hat mich sehr neugierig gemacht und ich freue mich schon, im zweiten Teil mehr über sie zu erfahren. Am Ende war sie beinahe gebrochen, weil sie so viel durchmachen musste, und dieser große Verlust, den sie hatte, tat mir aufrichtig leid.

„Wir ernten, was wir säen.“

Seite 214

Das einzige, was ich ein bisschen merkwürdig fand, war, dass Leah augenscheinlich keine Freunde hatte. Klar, sie hatte später ihre Mitbewohnerin Aria, aber was war davor? Da hatte sie anscheinend nur John, obwohl sie ganz am Anfang noch zur Schule ging und dann später an der Uni war. Von ihren Freundinnen hat man aber irgendwie überhaupt nichts erfahren.


Fazit

„Wie der Klang deines Herzens“ ist eine sehr schöne Liebesgeschichte, die mich zwischendurch wirklich aus dem Dunkeln überrascht hat, aber leider hat der kleine Funken gefehlt, der normalerweise bewirkt, dass ich die Emotionen der Charaktere selbst mitfühle.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal für das Rezensionsexemplar!


Alles Liebe,

Rezension: »Leben des Galilei« von Bertolt Brecht

Hey ihr Lieben!

Schullektüre, wer kennt’s nicht? Wahrscheinlich ahnt ihr schon, dass ich mir niemals das Buch bzw. das Drama gekauft hätte, wenn ich es nicht für den Deutschunterricht gebraucht hätte.

Die Rezension ist sehr kurz ausgefallen, aber ich wusste einfach nicht, was ich noch mehr darüber hätte schreiben können … lest selbst, wie es mir gefallen hat:


Inhalt

Leider gibt es im Buch selbst keine Inhaltsangabe, aber grob gesagt geht es um den Physiker Galileo Galilei, der an der Universität in Padua (Italien) Astronomie lehrt. Zunächst möchte er das Kopernikanische Weltsystem beweisen, stößt dann jedoch auf ganz neue astronomische Erkenntnisse.

„Das Leben des Galilei wird vermutlich neben der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ und dem „Kaukasischen Kreidekreis“ und einigen Stücken Lyrik Brechts größten Anspruch auf Unsterblichkeit begründen.“

W. E. Süskind

Allgemeine Informationen

Titel: Leben des Galilei
Autor: Bertolt Brecht
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 131
Verlag: Suhrkamp
gelesen: 10.02.20 bis 30.03.20


Über den Autor

Bertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, starb am 14. August 1956 in Berlin.

Das Schauspiel Leben des Galilei wurde 1938/39 im Exil in Dänemark geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht. – Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet Theatre).


Meine Meinung

Die Gestaltung

Na ja, eigentlich könnte ich diese Kategorie auch auslassen, weil das Cover jetzt wirklich nichts Besonderes ist und die Innengestaltung … tja, alles wirkt eben sehr altbacken und das hat mir von vornherein ein bisschen den Spaß am Lesen verdorben, obwohl das Thema an sich schon recht interessant ist.


Der Erzählstil

Wie bei Dramen gewöhnlich, ist „Leben des Galilei“ in Dialogen geschrieben. Hier fand ich die Sprache der Charaktere sehr typisch für das siebzehnte Jahrhundert, weshalb ich wenig daran auszusetzen habe.

Anders als bei den typischen Klassikern habe ich hier aber doch zwischendurch mit einigen Ausdrücken und besonders mit Formulierungen gehadert. Ich bin es einfach nicht gewohnt, Dramen zu lesen, und werde dies außerhalb des Unterrichts wohl auch nie tun.

Durch die sehr schwierigen Ausdrücke, die teilweise verwendet wurden und den auch ebenso schwierig zu lesenden, sehr verschachtelten Satzbau bin ich oft abgeschweift beim Lesen. Ich denke, einige von euch kennen das auch, wenn man liest, aber nicht bei der Sache ist und gar nicht richtig mitbekommt, was passiert. So ging es mir oft in dem Drama, was ich schade fand – bei „Der Besuch der alten Dame“ ist mir das Lesen insgesamt zum Beispiel einfacher gefallen.


Die Handlung

Das Drama erzählt sozusagen die Geschichte des Physikers Galileo Galilei. Insgesamt spielt die Geschichte mehrere Jahrzehnte lang, wodurch öfter mal größere Zeitsprünge da waren, die aber nicht sonderlich gestört haben, weil das Buch sonst einfach viel zu lang gewesen wäre.

Trotzdem fehlten mir zwischendurch einfach die Zusammenhänge – zwar bin ich mir darüber bewusst, dass Galilei verhaftet wurde, aber allein aus der Handlung des Dramas ist mir nicht klargeworden, weshalb. Das konnte ich mir nur zusammenreimen durch meinen vorherigen Wissensstand.


Die Charaktere

Ich fand es interessant, dass Galilei in dem Drama nicht die Rolle des Helden eingenommen hat, wie es ja oft der Fall ist. Bertolt Brecht hat sich nicht darauf berufen, Galileis Handlungen vor dem Publikum zu rechtfertigen, sondern seine Entscheidungen konsequent zu hinterfragen und sich so ein eigenes Bild von ihm als Protagonist zu machen. Für mich wirkte Galilei wie ein sehr jähzorniger Wissenschaftler, der seine guten und auch seine schlechten Eigenschaften hatte, wobei gerade zum Ende hin die schlechten weitaus überwogen, wodurch es mir schwerfiel, mich in ihn hineinzuversetzen.

Über die anderen Charaktere erfährt man auch viel, und meine Deutschlehrerin wäre sicherlich enttäuscht, weil ich nicht zu jedem einzelnen etwas aufschreiben werde. Alle wirkten sehr vielschichtig, und trotzdem waren einige dabei, die nur so wenig Auftritte hatten, dass ich sie nur oberflächlich kennenlernen konnte.


Fazit

„Leben des Galilei“ ist ein Drama, das mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits fand ich die Thematik sehr interessant, andererseits bin ich einfach kein Fan von Dramen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 1/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐



Alles Liebe,

Rezension: »Secret Souls« von Kira Borchers

*Werbung | Rezensionsexemplar*

Hallo meine Lieben!

Bei einem bookstagram-Gewinnspiel auf Kiras Account habe ich ein E-Book-Exemplar ihres Debütromanes „Secret Souls“ bekommen – und ich war schon sehr gespannt, wie mir das Buch gefallen würde!

Bevor ihr die Rezension lest, möchte ich aber noch etwas anmerken: Kira ist eine sehr junge Autorin und das Buch ist ihr Debüt. Ich habe viele Rezensionen gelesen, in denen das Buch deshalb besser bewertet wurde, weil die Autorin noch nicht so erfahren ist … und das meine ich jetzt nicht als Kritik oder verallgemeinernd. Es gibt viele Blogger, in deren Rezension ist einfach gelesen habe, dass sie einige Punkte nicht so ernst nehmen, weil es sich bei dem Buch um ein Debüt handeln. Ich selbst möchte mir selbst ehrlich bleiben und das mitunter auch Kira zuliebe, denn ich bin der Meinung, dass man sich nur durch ehrliche Kritik verbessern kann.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Jolines größter Traum ist es, einmal bei Olympia den 5000m Lauf mitrennen zu können und für diesen Traum tut sie alles. Als ihr jedoch die Qualifikation zum Entscheidungslauf für eine Aufnahme für eines der besten Sportinternate des Landes misslingt, ist Joline am Boden zerstört. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt beschließt der gutaussehende und wohlhabende Jason Taylor, mit ihr in Kontakt zu treten und sie als Trainer zu unterstützen. Wird Joline es mit seiner HIlfe schaffen, beim Entscheidungslauf teilzunehmen und siegen zu können? Oder benutzt Jason sie bloß, um seine Ex-Freundin, und gleichzeitig Jolines Rivalin, eifersüchtig zu machen? Die Situation spitzt sich zu, als immer mehr Menschen in Jolines Alter verschwinden und nach wenigen Tagen als Leichen wieder auftauchen.


Allgemeine Informationen

Titel: Secret Souls

Autorin: Kira Borchers

Genre: Urban Fantasy

Format: E-Book

Seiten: 331

Verlag: Amrûn

gelesen: 24.03.20 bis 25.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist das, was mir am ganzen Buch am meisten gefällt. Da ich es als E-Book gelesen habe, kam das bei mir nicht so ganz rüber, aber ihr könnt ja oben das Bild des Covers sehen … einfach magisch. Hätte ich das Buch in einer Buchhandlung entdeckt, wäre es eindeutig ein Coverkauf gewesen, also habe ich hier wirklich nichts auszusetzen. Außerdem sieht man auf dem Cover auch gut, dass das Buch im Genre Fantasy liegt, was aus dem Klappentext selbst nicht ersichtlich ist. Na ja, beides zusammen funktioniert ja schließlich perfekt xD.

Bei der Innengestaltung hat mich gestört, dass es so große Absätze gab, obwohl kein Zeitunterschied da war. Das heißt, der eine sagt etwas, und wenn der andere antwortet, ist da ein großer Absatz wie bei einem Zeitsprung. Dadurch war das Buch trotz des einfachen Schreibstils leider nicht so flüssig zu lesen wie es für mich wünschenswert gewesen wäre.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kira konnte mich leider nicht so sehr von sich überzeugen. Er war sehr einfach gehalten und sicherlich ist das für einige ein Pluspunkt, mich hat er jedoch zeitweise eher an meine Fanfictions aus der fünften Klasse erinnert – was keine Beleidigung sein soll, aber ich glaube einfach, dass da noch Luft nach oben gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz mochte ich die vielen Vergleiche und Metaphern, die Kira verwendet hat, wirklich gerne. Dadurch wurde alles sehr anschaulich erklärt und ich konnte mir bildhaft die einzelnen Szenen vorstellen.

Die Kapitel sind immer aus anderen Perspektiven geschrieben. Das heißt, manchmal wird aus der Sicht von Joline und Jason erzählt (in der Ich-Perspektive), und dann wieder aus der Sicht von Jolines Onkel Steve oder ihrem Vater Enry (in der 3. Person). Ich fand es gut, das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen, obwohl dadurch auch schon einiges vorweggenommen wurde – da hätte man mehr Spannung einbauen können, indem nicht direkt zu Anfang das ganze Geheimnis aufgedeckt worden wäre. Über den Kapiteln stand auch immer, aus wessen Sicht erzählt wurde. Das war ein Pluspunkt für mich, obwohl da wahrscheinlich auch der Vorname gereicht hätte.

Ich mochte allerdings den Humor, der sich durch das ganze buch zieht. Einige Male musste ich wirklich schmunzeln – besonders, wenn Jason und Joline wieder mit Sprüchen um sich geschlagen haben.

„Deine Angst regiert dich. Lerne endlich, deinem Umfeld ein wenig mehr zu vertrauen.“

Seite 66

Auch einige Tippfehler und Formatierungsfehler waren drin, die mich gestört haben (was aber auch daran liegen kann, dass ich ein regelrechter Rechschreib- und Grammatikfrak bin), beispielsweise wurden manchmal nur Teile eines Wortes kursiv gedruckt, und manchmal stattdessen das gewollte Wort und dazu noch ein Teil vom nächsten. Und ja, ich weiß, dass einige so sprechen, weil meine Freundin auch so redet, aber wenn irgendwo geschrieben steht „Sie hatte es vergessen gehabt“, dann ist das für mich ein ganz klarer Grammatikfehler, bei dem es mir kalt den Rücken runterläuft. Richtig würde es heißen „Sie hatte es vergessen“. Und auch so Dinge wie der Unterschied zwischen „Nachdem“ und „Nach dem“ müssen für mich in einem Buch einfach gegeben sein. Zwischendurch waren auch ein paar Fehler in der Groß- und Kleinschreibung dabei, was man in der Grundschule lernt und was wirklich zu vermeiden gewesen wäre. In dieser Hinsicht war ich also vom Schreibstil überhaupt nicht angetan. Auch einige Kommafehler waren sehr offensichtlich. Ich weiß nicht, warum das bei so vielen ein Problem ist, aber die Person, die korrektur gelesen hat (falls es eine gab, das weiß ich natürlich nicht), hätte das auf jeden Fall erkennen müssen.

Eines der Dinge, die mich ebenfalls sehr irritiert haben, war die beinahe zwanghafte Nennung der einzelnen Namen. Ich finde es schon irgendwie komisch, wenn die Charaktere an ihre Eltern denken und dabei deren vollen Namen verwenden, aber wenn sie mit den Eltern reden, sagen sie ganz normal Mama oder Papa.

Nachtrag: Bei den Formatierungs- und Rechtschreibfehlern habe ich von Kira im Nachhinein noch erfahren, dass das mitunter daran liegt, dass das Lektorat bei ihr nicht so optimal lief und vieles hinterher fehlerhafter war als in ihrer eigenen Fassung. Ich mache hier also niemanden für das alles verantwortlich, und vielleicht werde ich dazu auch mal einen eigenen Blogbeitrag schreiben, wie viel im Lektorat eigentlich schiefgehen kann. In dem Sinne ist es natürlich sehr schade um das Buch gewesen und ich hoffe, ihr seht meine Worte nicht als Kritik an der Autorin an.


Die Handlung

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Nur die Umsetzung … tja, da hat es an einigen Stellen wirklich noch gehakt.

Kommen wir zuerst zur Beziehung zwischen Joline und Jason. Joline ist in meinem Alter und Jason macht bald das Abitur, und ich habe nicht das Gefühl, dass die beiden ihrem Alter entsprechend handeln. Die beiden kannten sich nicht einmal eine Woche und schon stand das Wort „Liebe“ in der Luft. Meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch, weil die beiden sich vorher kaum eines Blickes gewürdigt haben. Die Beziehung hat sich also für die gegebenen Verhältnisse viel zu schnell entwickelt.

Ich war gespannt auf die Geschichte, weil schon auf dem Cover zu erkennen ist, dass sie irgendwas mit einem Einhorn zu tun hat und ich solche Storys bisher einfach noch nie gelesen habe. Auch hier: die Idee fand ich gut, die Umsetzung hat Luft nach oben. Die Fantasy-Aspekte wurden zu schnell erklärt, alles wirkte irgendwie, als wäre es keine große Sache, und die Charaktere glauben viel zu schnell, was sie gesagt bekommen.

„Loslassen fiel mir bereits schwer, aber sich mit ausgebreiteten Armen in die Tiefe zu stürzen, hatte ich bisher nicht vorgehabt. Das war Selbstmord. Vor allem bei einem Typ wie Jason.“

Seite 67

Dadurch, dass ich alles relativ vorhersehbar fand, konnte mich das Buch auch nicht wirklich mit Spannung catchen. Es gab zwar einige Plot-twists, die unerwartet kamen, aber so wirklich schockieren konnten mich die Entdeckungen einfach nicht.

Schade fand ich außerdem, dass nicht erkenntlich wird, ob das Buch in Deutschland spielt (wie es aufgrund der Redewendungen sowie vielen anderen Dingen den Anschein hat – die Charaktere sagen „Mama“ und „Papa“) oder in einem englischsprachigen Land, was wiederum wegen der Namen irgendwie mehr Sinn ergeben hätte.

Insgesamt kam es mir so vor, als wäre ich durch das Buch hindurchgerast, und das nicht im positiven Sinne, weil ich so schnell gelesen habe. Alles ging mir einfach viel zu schnell, alles wurde viel zu schnell aufgeklärt: neue Handlungsstränge, neue Probleme, neue Entdeckungen. Ein paar Pausen hätten der Geschichte sehr gut getan, und wenn dann noch alles ein bisschen anschaulicher erklärt gewesen wäre (also beispielsweise mit den Fantasy-Aspekten), dann hätte mir das Buch auch mehr gefallen.


Die Charaktere

Ich weiß nicht recht, was ich mit Jolines Charakter anfangen soll. Sie ist ehrgeizig, aber ansonsten kann ich sie einfach nicht einschätzen. Viele ihrer Handlungen werden einfach nicht weiter erklärt, wodurch ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte, und ich finde, sie nimmt alles viel zu gelassen hin, nur um später dann komplett durchzudrehen und alle in ihrem Umfeld zu beleidigen (wenn auch unbeabsichtigt). Tut mir leid, wenn die Autorin das anders beabsichtigt hat, nur kam es für mich leider so rüber. Ich finde, Joline vergibt einfach viel zu schnell. Ihre Eltern haben sie nie wirklich beachtet und sie wohnt den ganzen Sommer lang bei ihrem Onkel, weil die beiden sie nicht bei sich haben wollen – natürlich hat das einen Grund, aber irgendwie war mir das dann doch zu viel.

„Eine Kämpferin hat es verdient, eine Gelegenheit angeboten zu bekommen, die sie ergreifen kann, um dem Sieg wieder ein Stück näher zu sein.“

Seite 74

Jason mochte ich schon lieber, obwohl ich auch ihn irgendwie nicht verstehen konnte. Klar, er gibt Joline endlich das Gefühl gemocht zu werden, aber doch schafft er es immer wieder, sie zu verletzen. Er ist erwachsen, da sollte man eigenständig handeln können und ich glaube nicht wirklich, dass er keine Chance hat, gegen seinen korrupten Vater anzukommen. Natürlich sind solche Verhältnisse innerhalb der Familie schwierig, aber das war mir doch viel zu weit hergeholt. Außerdem war es mir schleierhaft, wie Jason nach einem so tragischen Todesfall (wer stirbt, werde ich nicht verraten) einfach so ganz locker mit Joline auf einen Ball gehen kann. Ich hätte mich danach wahrscheinlich erst mal selbst in eine Psychiatrie eingewiesen.

Die Charaktere und besonders die Jugendlichen, die alle ungefähr in meinem Alter sind, waren nicht sehr authentisch gestaltet – meiner Meinung nach. Es kann natürlich sein, dass einige das anders sehen. Irgendwie kam es mir jedoch so vor, als wären ihnen Charaktereigenschaften zugeschrieben worden, nur weil sie gerade so in die Story gepasst haben, ohne wirklich darüber nachzudenken, wieso das so sein könnte. Es gab keine Erklärungen für das Verhalten der Charaktere (abgesehen von der Familie Thompson und der Familie Taylor). Da hätte man noch viel rausholen können.


Fazit

„Secret Souls“ hat mich leider nicht überzeugen können. Klar, das ist schade, aber da kann ich auch nichts dran ändern. Ich bin froh, wenn das Buch anderen Lesern gefällt, ich gehöre jedoch nicht dazu.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 2/5 ⭐

Handlung: 1/5 ⭐

Charaktere: 1/5 ⭐


Gesamt: 1,5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an Kira für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,