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Rezension: »Leichenblässe« von Simon Beckett

Teil 3 der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter ist somit auch beendet. Und er war meines Erachtens mal wieder richtig gut!!

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »David Hunter«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen beiden Bänden, »Die Chemie des Todes« (Teil 1) und »Kalte Asche« (Teil 2), auftreten.


Inhalt

Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …


Bibliographische Daten

(Quelle: Weltbild)

Titel: Leichenblässe
Originaltitel: Whispers of the Dead
Autor: David Hunter
Übersetzung: Andree Hesse
Erzähler: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 46 Min.
Verlag: argon Hörbuch
ASIN: B00DL7ITWU
Reihe: David Hunter / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 7,99 €


Inhalt

Die einzelnen Teile der Reihe bauen chronologisch aufeinander auf und greifen nur in einigen Kleinigkeiten das Privatleben des Protagonisten David Hunter betreffend ineinander. Dementsprechend lassen sich die einzelnen Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es sein kann, dass dadurch einige Anekdoten nicht ihren eigentlichen Sinn entfalten.

David selbst ist mir mittlerweile ein liebgewonnener Charakter geworden, auch wenn ich einige seiner Gedanken nicht teilen kann und er im Grunde genommen keine großartige Entwicklung durchmacht. Er hat einige Schicksalsschläge erlitten, die insbesondere in Band 1 »Die Chemie des Todes« tiefgründiger behandelt werden.

Zu Beginn des Buches hat David gerade erst die Trennung von seiner Freundin Jenny hinter sich, die er in »Die Chemie des Todes« kennengelernt hat. David selbst hadert deshalb noch mit sich, einerseits ist da seine Liebe zu Jenny, andererseits sein Beruf, welcher der Grund für die Trennung ist. Leider kam mir in diesem Teil aber sein Privatleben irgendwie zu kurz, der Trennungsschmerz wurde nur kurz mal erwähnt, ansonsten wurde nicht näher darauf eingegangen, wo doch die ersten zwei Teile schon recht tiefgründig für Thriller waren.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch zum Einen der Schreibstil von Simon Beckett bzw. allgemein die Art, wie er die Geschichte übermittelt. Er schafft eine einzigartige, beklemmende Atmosphäre mit Charakteren, bei denen ich mich sofort wohlgefühlt habe. Außerdem werden durch Davids Spezialgebiet der forensischen Anthropologie immer wieder Fakten und Informationen geliefert, die meist den Tod selbst betreffen, aber natürlich den Umständen geschuldet auch den Verwesungsprozess des Menschen. Das hatte auf der einen Seite einen bitteren Beigeschmack, weil ich als Leserin immer wieder mit dem konfrontiert wurde, das die Menschen seit jeher am meisten fürchten, nämlich dem Tod. Andererseits fand ich diese nüchternen Informationen in ihrer morbiden Art schon wieder faszinierend.

Ein scheinbar wiederkehrendes Muster in den Büchern der Reihe ist der eine Polizist, der die Ermittlungen führt und sich durch Davids Anwesenheit in seiner Machtposition angegriffen fühlt, weil er plötzlich nicht mehr derjenige ist, der die Kontrolle über die Situation hat und sich auf die Ratschläge eines anderen verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich dieses Muster auch in den weiteren Teilen noch fortführt.

Die Handlung selbst konnte mich sehr von sich überzeugen. Ich habe keine der Wendungen erahnen können, und das, obwohl ich im Gegensatz zu David bereits wusste, welches Ziel und welche Gedanken der Mörder die ganze Zeit über verfolgt hat, weil es zwischendurch immer mal wieder kurze Kapitel gab, in denen der Mörder der Erzähler war. Besonders an diesen Kapiteln war, dass ich als Leserin direkt angesprochen wurde, als stecke ich selbst in der Haut des Täters, was sofort für Gänsehauteffekte gesorgt hat.

Die letzte Wendung zum Schluss hat mich noch mal völlig umgehauen, auch wenn ich sagen muss, dass das Ende insgesamt runder abgeschlossen war als das der vorherigen zwei Teile, bei denen es schon eher mehr oder weniger fiese Cliffhanger waren.

Das einzige, was ich so richtig kritisieren kann, ist die Art, mit der von einigen Menschen gesprochen wird – gerade bezüglich Äußerlichkeiten -, sowie die Verwirrung meinerseits im Mittelteil, als so viele unterschiedliche Charaktere vorkamen, dass ich ein- oder zweimal den Überblick verloren habe.


Fazit

Ich mochte den dritten Teil der Reihe rund um Dr. David Hunter wirklich sehr gerne. »Leichenblässe« ist eine gelungene Fortsetzung mit einem weiteren mysteriösen und gleichzeitig faszinierenden Mordfall, dessen Auflösung mich von Anfang an gefesselt hat.

Rezension: »Kalte Asche« von Simon Beckett

Tatsächlich habe ich es am 31. Mai 2021 noch geschafft, um 20:00 Uhr das neunte Buch für den Monat zu beenden! Und zwar mit einem ganz einfachen Trick, ich habe nämlich einfach das Hörbuch in doppelter Geschwindigkeit gehört, und ganz ehrlich? Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt, ich habe trotzdem alles noch verstanden, Gefühle kamen rüber, etc. Werde ich ab jetzt also öfter so mit Hörbüchern machen.

»Kalte Asche« ist der zweite Teil der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter, kann aber auch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Trotzdem würde ich raten, zuerst »Die Chemie des Todes« zu lesen bzw. hören, weil in diesem Buch doch einige Anekdoten gemacht wurden, die im ersten Band erklärt werden. In dieser Rezension kommen jedoch keine Spoiler zu Band 1 vor.


Inhalt

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod

Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord …

»Gruseliger geht’s kaum.«

BILD

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Kalte Asche
Autor: Simon Beckett
Übersetzung: Andree Hesse
Sprecher: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: ca. 10 Std. 44 Min.
Verlag: argon Hörbuch
EAN: 978-3-839-89136-0
Reihe: David Hunter / Bd. 2

Erster Satz: »Bei entsprechender Temperatur brennt alles.«


Meine Meinung

Obwohl ich bei weitem lieber selbst lese, ist es zwischendurch doch mal ganz angenehm, ein Hörbuch zu hören. Dafür habe ich die App Audiobooks by Deezer, was sich anbietet, weil ich sowieso ein Deezer-Konto habe und die Audiobooks-App für mich somit kostenlos ist. Ein großer Vorteil der App ist auf jeden Fall, dass man die Geschwindigkeit einstellen kann, weshalb ich das Hörbuch zu »Kalte Asche« in höherer Geschwindigkeit hören konnte und es somit auch geschafft habe, es noch im Mai zu beenden.

Na ja, soviel also dazu. »Kalte Asche« musste ich einfach auch hören, weil ich den ersten Teil der Reihe, »Die Chemie des Todes«, schon so sehr mochte. Der zweite Teil hat mir zwar auch ziemlich gut gefallen und ist eindeutig eine klare Empfehlung von mir, allerdings kommt er meiner Meinung nach trotzdem nicht ganz an seinen Vorgänger ran.

Da ich zwischendurch einige Passagen des Hörbuchs in meiner Taschenbuch-Ausgabe mitgelesen habe, kann ich auch ein bisschen was zum Schreibstil sagen. Mir ist dabei aufgefallen, dass im Hörbuch einige Sätze nicht so vorgelesen wurden, wie sie im Buch stehen, zumindest nicht in meiner Ausgabe. Da die aber auch schon einige Jahre alt ist, kann es gut sein, dass es in neueren Auflagen der Wortlaut genauso ist wie der im Hörbuch. Also werde ich das nicht allzu streng bewerten.

Ansonsten gefällt mir sowohl die Art, wie Simon Beckett schreibt, als auch die Erzählweise von Johannes Steck. Die einzelnen Charaktere haben unterschiedliche Stimmlagen bekommen, die alle fast eindeutig einzuordnen waren. Nur manchmal konnte man bei den Stimmen durcheinandergeraten, insbesondere dann, wenn nicht dabeistand, wer was gesagt hat und beide Charaktere eine ähnliche Stimme hatten.

Natürlich kam auch hier wieder Spannung auf, und gerade zum Ende hin konnte mich kaum stoppen, weiterzuhören. Auch die Handlung war gut durchdacht, es war ein roter Faden erkennbar und es gab einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Genauso wenig wie ich diesen krassen Cliffhanger am Ende erwartet hätte, aaah. Jetzt bin ich auch noch gezwungen, den dritten Teil direkt im Anschluss zu hören, um herauszufinden, was mit David passiert!

Insgesamt gab es mir aber trotzdem ein bisschen viele Parallelen zur Handlung des ersten Teils. Mein größter Kritikpunkt allerdings ist der Umgang im Buch mit Akne. Ja, Akne ist vielleicht nicht so schön, aber es ist eine Hautkrankheit, für die niemand etwas kann. Wer Akne hat, ist nicht automatisch ungepflegt. Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich selbst von Akne betroffen bin und extrem auf Hygiene achten muss, damit es nicht noch schlimmer wird, als ohnehin schon. Ich trau mich schon kaum ohne Schminke aus dem Haus, auch wenn ich daran arbeite. Fotos ohne Schminke, die möglichst jeden Pickel und jede Unreinheit überdeckt, gehen überhaupt nicht, vielleicht später mal, aber so weit bin ich noch nicht. Und jemanden zu beschreiben, der bzw. die Akne hat, muss auch nicht gleich so sein, dass man sein bzw. ihr Gesicht mit einer „grässlichen Kraterlandschaft“ vergleicht. Und wer glaubt, Akne sei ja gar nicht so schlimm: Nein, im Vergleich zu manch anderen Hautkrankheiten vielleicht nicht, aber auch von Akne gibt es unterschiedliche Stadien, die mehr oder weniger schlimm sind. Und egal, welches Stadium man hat: Akne tut häufig weh, auch wenn das Menschen, die nicht betroffen sind, vielleicht nicht wissen oder wahrhaben wollen. Das musste jetzt einfach mal gesagt werden, tut mir leid für den Ausbruch.

Fazit

Ich will meine Bewertung nicht allein von meinem letzten Punkt abhängig machen, obwohl der für mich schon recht schwer wiegt, weil es nicht nur an einer, sondern an mindestens drei Stellen im Buch vorkam, dass Leute mit Akne als hässlich und unhygienisch dargestellt wurden. Trotzdem ist das Buch ansonsten absolut lesenswert und eine Empfehlung von mir, insbesondere als Hörbuch, da ich es sehr angenehm fand, Johannes Steck zuzuhören.

Rezension: »Die Chemie des Todes« von Simon Beckett

Hallöchen ihr Lieben!

Es war eher eine spontane Entscheidung, mit dem Hörbuch zu „Die Chemie des Todes“ anzufangen, aber ich kann euch sagen: Es hat sich gelohnt und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen!


Inhalt

»DIE CHEMIE DES TODES ist auf jeden Fall der beste Thriller, den ich in diesem Jahr gelesen habe. Ich konnte ihn nicht mehr aus der Hand legen.«

Tess Gerritsen

David Hunter war der beste forensische Anthropologe Englands, bis ein tragischer Unfall sein Leben für immer veränderte. Aber der Tod lässt David einfach keinen Frieden …

»Ich fand DIE CHEMIE DES TODES einfach überwältigend gut – und so wunderbar unheimlich …«

Mo Hayder

Bibliografie

Titel: Die Chemie des Todes
Autor: Simon Beckett
Übersetzung: Andree Hesse
Sprecher: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: ca. 10 Std. 55 Min.
Verlag: Audiobuch Verlag OHG
Reihe: David Hunter / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Der Klappentext ist eher weniger aussagekräftig, weshalb ich für euch einfach noch mal kurz zusammenfasse, worum es tatsächlich in dem Buch geht:

David Hunter zieht in das englische Dorf Manham weit ab vom Schuss, um seiner schrecklichen Vergangenheit zu entfliehen und arbeitet dort von nun an als Dorfarzt. Doch es kommt, wie es kommen musste: Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Frauen brutal zugerichtet und tot im Wald gefunden, wobei der Täter eine morbide Faszination für tote Tiere zur Schau stellt. Die Morde stellen sowohl David Hunter als ehemaligen forensischen Anthropologen als auch die örtliche Polizei vor ein Rätsel, das es zu lösen gilt, bevor der Täter sein neues Opfer auswählt.

Simon Becketts Schreibstil ist wirklich großartig – flüssig und einfach zu folgen, während der Erzählstil von Sprecher Johannes Steck noch den besonderen Touch hinzubringt, der das Buch zu einem einmaligen Hörerlebnis macht.

Durch die Ich-Perspektive fühlt man sich sofort mit David verbunden und versucht ebenso verzweifelt zu ergründen, wer denn jetzt der Täter ist. Gleichzeitig bleibt aber auch Davids Privatleben nicht auf der Strecke, was einen tieferen Einblick in seinen Charakter gibt als bei anderen Thrillern.

Zwischendurch gab es auch Passagen, in denen aus der Sicht des derzeitigen oder zukünftigen Opfers erzählt wird. Dadurch wurde Spannung aufgebaut und man hat ein paar zusätzliche Informationen erhalten, die David verwehrt geblieben sind. Manchmal gab es auch kleine Andeutungen á la „Erst später sollte ihm klarwerden …“, die die Spannung nochmals gesteigert haben.

Manham ist ein gut gewähltes Setting für die Geschichte, da das Dorf tatsächlich dem typischen Dorf entspricht: ruhig, jeder kennt jeden und Neuankömmlinge werden als Außenseiter betrachtet. Dabei unterscheiden sich aber auch noch die Persönlichkeiten der einzelnen Bewohner, was sehr realistisch wirkte und somit noch beeindruckender war.

Durch Davids Vergangenheit als forensischer Anthropologe gab es außerdem viel Input aus diesem Bereich der Forensik. So erfährt man Genaueres über die unterschiedlichen Stadien der Verwesung eines toten Menschen und welche Faktoren mit in diese „Chemie des Todes“ einspielen – wie beispielsweise das Wetter.

Zeitweise hatte ich schon die richtige Vermutung, wer der Täter ist, doch diese wurde dann relativ schnell wieder abgelöst von einer anderen. Die Auflösung kam jedoch trotzdem sehr überraschend, und gerade was Jenny angeht, weiß man erst ganz zum Schluss, was los ist. Mehr sage ich dazu nicht, um nicht zu spoilern, so leid es mir tut.


Fazit

„Die Chemie des Todes“ ist ein großartiger Thriller, der mit morbiden Informationen und einer großen Portion Spannung um sich wirft, weshalb ich kaum aufhören konnte, bis das Buch beendet war.

Rezension: »Märchenfluch – Der Kuss der Wahrheit« von Claudia Siegmann

Hallöchen ihr Lieben!

Tja, und schon habe ich auch den dritten und letzten Teil der Märchenfluch-Reihe von Claudia Siegmann beendet. Um ganz ehrlich zu sein, hab ich mir allerdings etwas mehr davon erhofft … Aber lest selbst, wie es mir gefallen hat.


Inhalt

Eigentlich könnten Flo und die anderen Märchennachfahren aufatmen: Schließlich haben sie ihre gefährlichste Feindin besiegt, die böse Fee Invidia. Doch die Herrscher über die Märchengemeinschaft haben große Pläne für Flo, die ihr Leben ins Chaos stürzen: Ausgerechnet sie soll die neue dreizehnte Fee werden und damit Unsterblichkeit erlangen. Ein Schicksal, das sie unwiederbringlich von allen Sterblichen trennen würde – nicht zuletzt von ihrem Freund Hektor und ihrer Schwester Vicky. Zu allem Überfluss scheint jemand den Märchenagenten Fallen zu stellen. Jemand, dem Flo mehr als jedem anderen vertraut hat …


Bibliografie

Titel: Märchenfluch – Der Kuss der Wahrheit
Autorin: Claudia Siegmann
Sprecherin: Katja Sallay
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 8 Std. 34 Min.
Verlag: Wunderkind Audiobooks
Reihe: Märchenfluch / Bd. 3
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Nach dem grandiosen zweiten Band hätte ich eigentlich erwartet, dass das Finale noch mal mit einigen Überraschungen auf mich wartet. Leider war dies nicht der Fall, aber dazu später mehr.

Die Sprecherin Katja Sallay hat ihren Job dieses Mal meiner Meinung nach nicht ganz so gut gemacht wie im zweiten Teil. Unter anderem, weil einige Charaktere plötzlich eine ganz andere Stimme bekommen haben als zuvor – so zum Beispiel Carlos, dessen zuvor dunkle Stimme in diesem Band ziemlich piepsig klang, als hätte er sich an einem Wollknäuel verschluckt – was ja wegen seiner katzenhaften Vorfahren auch kein Wunder gewesen wäre. Da hätte ich mir wirklich gerne einheitliche Stimmen gewünscht, da es in sich dann einfach stimmiger gewesen wäre.

Der Schreibstil von Claudia Siegmann ist nach wie vor flüssig, sodass man gut durch die Geschichte durchgekommen ist. Auch die Charaktere haben mir an sich wieder ganz gut gefallen, nur leider war Flora diejenige, die mindestens drei Viertel der Aufmerksamkeit bekommen haben, während sich die anderen das restliche Viertel untereinander aufteilen mussten. Dadurch war das Verhältnis ziemlich unausgeglichen und mir fehlte es generell, wie auch schon im letzten Teil, an Tiefe. Flora war mir in diesem Teil auch ein bisschen zu naiv. Im letzten hat sie noch so viel hinterfragt und immer wieder bewiesen, dass sie eine gute Auffassungsgabe hat (auch wenn Scitus immer etwas anderes behauptet), hier kam sie mir aber häufig seeehr schwer von Begriff vor. Auch hätte ich mir gewünscht, dass ihre Aktionen genauer erklärt werden. So gab es immer wieder Hinweise von Scitus, dann dachte Flora: „Scitus, du bist ein Genie!“, und es folgten Zeitsprünge, in denen wenig Inhalt vermittelt wurde, bis am Ende das Rätsel gelöst wurde. Da war ich manchmal wirklich aufgeschmissen, wie genau sie jetzt einige Dinge angestellt hatte.

Dieses Geflecht von Jonathan, Goldhaar und der bis zum Ende unbekannten Person, die Flo verrät, wurde auch nicht so stark beachtet wie wünschenswert gewesen wäre. Stattdessen war die ganze Sache, wer jetzt für was verantwortlich ist und warum einfach nur verwirrend und wurde auch nicht näher erklärt, da Flo diese Gedanken nie wirklich zu Ende geführt hat, bevor sie von irgendwas Wichtigem unterbrochen wurde.

Ich wusste eigentlich auch schon seit Scitus Offenbarung, dass Flo Gefahr läuft, einem Verräter in die Hände zu fallen, der aus ihrem engsten Umfeld kommt, wer damit gemeint ist. Die auffällige Verhaltensweise dieser Person war einfach zu offensichtlich und Flo war diesbezüglich extrem naiv. Ich könnte jetzt auch noch begründen, weshalb ich so empfinde, aber damit würde ich ziemlich krass spoilern, und das möchte ich lieber vermeiden. Ihr müsst euch also so mit meiner Einschätzung zufriedengeben.

Dennoch fand ich es ganz gut, wie mit den Märchen-Elementen gespielt und getrickst wurde, um immer wieder neue Ideen mit in die Geschichte einzubringen, die mal mehr, mal weniger Sinn ergeben haben, aber trotzdem immer faszinierend waren. Dadurch flachte die Spannung nicht noch weiter ab.

Das Ende ging mir einfach vieeel zu schnell. Alles kam mir extrem gewollt vor, und es gab keinen wirklichen Showdown wie im ersten und zweiten Teil, was mich ziemlich enttäuscht hat. Stattdessen gab es wie immer ein Happy End, woraufhin alles Friede-Freude-Eierkuchen war – so ganz märchenmäßig: Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Das kam mir dann doch ein bisschen übertrieben vor, gerade weil die meisten der Charaktere ja noch zur Schule gingen. Und dann wurde da teilweise schon übers Kinderkriegen gesprochen! Also bitte, mag zwar für manche realistisch sein, aber das ist doch eher unwahrscheinlich, würde ich mal sagen.


Fazit

Leider konnte mich der dritte Teil der Märchenfluch-Reihe nicht so richtig überzeugen. An sich hätte die Reihe gar keinen dritten Teil gebraucht, da in diesem viel geredet wurde, ohne irgendwelchen nennenswerten Inhalt zu vermitteln, wie es in den vorigen beiden Bänden der Fall gewesen ist.

Rezension: »Märchenfluch – Die Rache der Fee« von Claudia Siegmann

Hey!

Mit diesem Hörbuch habe ich diesen Monat schon 7 Bücher beendet. Beachtet einfach nicht, dass dieser Monat bisher erst 9 Tage hatte, das ist unwichtig. Aber es macht mich schon irgendwie happy.

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der „Märchenfluch“-Reihe von Claudia Siegmann, weshalb Spoiler zum ersten Band auftreten können.


Inhalt

Floras Leben steht Kopf und dafür gibt es drei gute Gründe:

  1. Sie ist die Nachfahrin von Dornröschen und kann Flüche brechen.
  2. Eine böse Fee hat es auf sie abgesehen.
  3. Wenn Hektor Falkenfeder sie anlächelt, schlägt ihr Herz Purzelbäume.

Allerdings ist Hektor nicht nur unglaublich süß, er hat auch viele Geheimnisse – und eins davon trägt den Namen Lavina Tiefenbach und weicht neuerdings nicht von seiner Seite. Doch auch Flora verbirgt Dinge vor den anderen Märchennachfahren. Zum Beispiel, dass sie Tipps von einem hochnäsigen sprechenden Spiegel bekommt, dass sie plötzlich eine fast gleichaltrige Schwester namens Vicky hat – und dass ein gefährlicher junger Mann hartnäckig versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen. Flora und ihre Freunde ahnen nicht, dass ihre Probleme gerade erst begonnen haben. Denn eine uralte dunkle Macht sammelt im Verborgenen ihre Kräfte …


Bibliografie

Titel: Märchenfluch – Die Rache der Fee
Autorin: Claudia Siegmann
Sprecherin: Katja Sallay
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 9 Std. 7 Min.
Verlag: Wunderkind
Reihe: Märchenfluch / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Den ersten Teil der Reihe habe ich 2019 als Hörbuch gehört, die Rezension dazu hatte ich aber auf meinem alten Blog verfasst, der mittlerweile gar nicht mehr existiert. Ich wusste aber noch, dass ich dem Hörbuch damals 4 Sterne gegeben habe, was heute vermutlich einer Bewertung von 3 bis 3,5 Sternen entspricht – ich bin ein bisschen strenger geworden, was das betrifft.

Na ja, obwohl es schon so lange zurückliegt, dass ich den ersten Teil gehört habe, kam ich gut wieder in die Geschichte rein. Die Einzelheiten aus dem ersten Teil kamen nach und nach wieder in mein Gedächtnis zurück, da auch Flora und alle anderen Charaktere sich nicht an alles erinnern konnten, das passiert war, weshalb werde ich hier nicht verraten, weil das schon ein zu großer Spoiler wäre.

Das Cover ist zugeben nicht mein Fall, aber das tut jetzt hier nicht großartig was zur Sache, denn der Schreibstil von Claudia Siegmann ist flüssig und so ließ sich die Geschichte locker-fluffig weghören. Zwar waren einige Stimmlagen der Sprecherin teilweise ein wenig nervtötend, aber dafür hatte sie für jeden einzelnen Charakter eine individuelle Stimme drauf, was das also wieder ausgleicht.

Größtenteils wurde das Buch aus der Sicht von Flo erzählt, zwischendurch gab es aber auch immer mal wieder Abschnitte aus der Sicht von Jonathan, alias der Rosenkavalier – derjenige, der Flo im ersten Teil beinahe umgebracht hätte. Diese PoV-Wechsel haben frischen Wind und mehr Spannung in die Geschichte gebracht und ihr somit auf jeden Fall gut getan.

Die Charaktere waren mir (fast) alle sympathisch, allerdings fehlte es mir hier eindeutig an Tiefe. Die meisten Figuren wurden nur oberflächlich angeschnitten und nicht weiter berücksichtigt – da wäre auf jeden Fall noch Luft nach oben gewesen. Flo war aber trotzdem gut ausgearbeitet und ihre Entscheidungen sowie Gedanken waren allesamt nachvollziehbar. Manchmal wusste man als Leser durch die Kapitel aus Jonathans Sicht aber schon mehr als Flo, wodurch einige Wendungen durchaus vorhersehbar waren – trotzdem blieb das Ende spannend durch und durch und wegen des Cliffhangers werde ich sofort mit Band 3 weitermachen.


Fazit

„Märchenfluch – Die Rache der Fee“ ist eine tolle Fortsetzung einer großartigen Märchenadaption, wobei auch hier noch Luft nach oben ist. Dennoch hat mir der zweite Teil besser gefallen als der erste, weshalb ich schon gespannt auf den dritten und letzten bin.

Rezension: »Vengeful – Die Rache ist mein« von V. E. Schwab

Hey ihr Lieben!

Kurz nachdem ich „Vicious“ beendet hatte, habe ich auch sofort mit dem Hörbuch zum zweiten Teil, „Vengeful“, angefangen. Und auch die Fortsetzung hat mich nicht enttäuscht!


Inhalt

Was ist besser, als die Frau des mächtigsten Mannes der Stadt zu sein? Die mächtigste Frau der Stadt zu sein – ohne Mann.

Nachdem Marcella von ihrem eigenen Ehemann, dem Unterweltboss Marcus Riggins, umgebracht wird, erwacht sie mit einer zerstörerischen Superkraft wieder zum Leben. Und schwört Rache. Mit der Hilfe anderer ExtraOrdniärer setzt sich Marcella an die Spitze des Verbrecherimperiums und merzt ihre Feinde gnadenlos aus.
Alles läuft wie am Schnürchen – bis die Todfeinde Victor Vale und Eli Ever auftauchen und die Stadt zum Schauplatz ihrer Auseinandersetzung machen.


Bibliografie

Titel: Vengeful – Die Rache ist mein
Autorin: V. E. Schwab
Übersetzung: Petra Huber, Sara Riffel
Sprecher: Jacob Weigert
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 14 Std. 55 Minuten
Verlag: Argon Hörbuch
Reihe: Villains / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Die Atmosphäre in „Vengeful“ ist noch immer düster und mysteriös, was der Geschichte sehr gut tut. Der Klappentext führt aber leider ein kleines Bisschen in die Irre, denn die Geschichte ist nicht ausschließlich aus Marcellas Sicht erzählt, sie fängt bloß mit ihrem Tod an. Stattdessen begleiten wir weiterhin Victor, Sydney und den Rest des Dreamteams mehrere Jahre nach den Geschehnissen in „Vicious“.

Die Charaktere sind auch in diesem Band wieder sehr gut ausgearbeitet, allerdings insgesamt ein bisschen tiefgründiger und gleichzeitig irgendwie oberflächlicher. Ich kann es schlecht beschreiben, aber auf der einen Seite kam Victor mir beispielsweise gefühlskälter und gleichzeitig herzlicher vor. Da wäre es mir schon ein bisschen lieber gewesen, wenn er nicht die ganze Zeit so schwankend unterwegs gewesen wäre.

Trotzdem konnte mich V. E. Schwab schon wieder mit ihrem unglaublichen Schreibstil überzeugen. Auch der Sprecher hat in diesem Hörbuch wieder fantastische Arbeit geleistet. Und erneut gibt es wieder viele Zeitsprünge und dadurch unterschiedliche Handlungsstränge, die sich am Ende alle zusammengeknüpft haben, auch wenn besonders bezüglich June ein paar offene Fragen blieben. Da hoffe ich auf jeden Fall noch auf einen dritten Teil oder zumindest ein Spin-off, denn das Ende hat mir leider auch nicht soooo gut gefallen.

In „Vengeful“ trifft man zudem neue EOs (ExtraOrdniäre) mit neuen Fähigkeiten. Durch das Zusatzmaterial am Ende wurde eine davon noch näher beleuchtet, wobei ich ihren Namen schon wieder vergessen habe … Was soll’s.


Fazit

„Vengeful“ ist eine würdige Fortsetzung von „Vicious“ und konnte mich ebenfalls überzeugen. Allerdings hat hier noch das gewisse Etwas gefehlt, das mich im ersten Band so gefesselt hat.

Rezension: »Vicious – Das Böse in uns« von V. E. Schwab

Hallöchen an alle!

Nachdem ich dieses Hörbuch im September angefangen habe, bin ich endlich durch! Ich habe einige Zeit schlicht nicht weitergehört, weil ich stattdessen mit anderen Dingen beschäftigt war, aber das ändert nichts daran, dass ich „Vicious“ einfach großartig finde!


Inhalt

V. E. Schwabs neue Bestseller-Serie ist ein übernatürlicher Fantasy-Thriller – düster, cool und blutig.

Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen.

Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …

»Eine brillante Erkundung des Superheldenmythos und ein fantastischer Rache-Thriller.«

The Guardian

Bibliografie

Titel: Vicious – Das Böse in uns
Autorin: V. E. Schwab
Übersetzung: Petra Huber, Sara Riffel
Sprecher: Jacob Weigert
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 21 Min.
Verlag: Argon Hörbuch
Reihe: Villains / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Zunächst einmal muss ich das Setting loben, das V. E. Schwab hier geschaffen hat. Zwar spielen die Bücher im 21. Jahrhundert, aber irgendwie hat es die Autorin geschafft, die ganze Atmosphäre düster und mysteriös wirken zu lassen. Das liegt mitunter auch an den eigentümlichen Charakteren, die sie hier erschaffen hat.

Jeder einzelne Charakter ist tiefgründig ausgearbeitet. Über jede neu hinzukommende Figur erfährt der Leser irgendwann aus deren Sicht mehr über die Vergangenheit; insbesondere über den Tod, der in einem zweiten Leben mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit resultierte. ExtraOrdniäre (EOs) werden sie dann genannt, und genau zu diesen EOs werden auch Victor und Eli nach einigen Experimenten.

Das Buch ist hauptsächlich aus Victors Sicht erzählt, allerdings nie aus der Ich-Perspektive. Zwischendurch kamen immer mal wieder andere PoVs dazu, aber der Schwerpunkt lag eindeutig auf Vic und Eli. Die beiden haben auf jeden Fall einen gewaltigen Knacks weg, aber ihre so schockierenden Ansichten haben die Geschichte erst noch geheimnisvoller gemacht. So konnte ich nie wirklich die Absichten des jeweils anderen erraten, auch wenn ich mehr auf Vics Seite stand als auf der von Eli. Wer das Buch kennt, weiß, was ich meine.

Durch viele Zeitsprünge und Zeitangaben vor den jeweiligen Kapiteln, die auf den Showdown am Ende hingewiesen haben (beispielsweise hieß es dann „2 Wochen vorher“ oder so), gab es sehr viele verschiedene Handlungsstränge aus der Vergangenheit, die sich aber alle in der Gegenwart zusammengefügt haben. Außerdem gab es einen durchgehenden Spannungsbogen und keine offenen Fragen am Ende.

Der Schreibstil von V. E. Schwab hat mich auf jeden Fall von sich überzeugen können, ebenso wieder der Sprecher des Hörbuchs, Jacob Weigert. Ich werde definitiv noch mehr Hörbücher hören, die er liest.


Fazit

„Vicious – Das Böse in uns“ ist der herausragende erste Teil der „Villains“-Reihe von V. E. Schwab und ist von mir eine absolute Leseempfehlung und ein Highlight!