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Rezension: »Percy Jackson – Die letzte Göttin« von Rick Riordan

Endlich habe ich die »Percy Jackson«-Reihe beendet! Der letzte Teil hat mir ebenfalls gut gefallen, mehr dazu erfahrt ihr natürlich in dieser Rezension.

Da es sich bei »Percy Jackson – Die letzte Göttin« um den letzten Teil der Reihe handelt, treten in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auf.

Meine Rezensionen zu den anderen Teilen:
Percy Jackson – Diebe im Olymp (#1)
Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen (#2)
Percy Jackson – Der Fluch des Titanen (#3)
Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth (#4)


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Die letzte Göttin
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 461
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551312464
Reihe: Percy Jackson / Bd. 5

Erster Satz: »Das Ende der Welt begann damit, dass ein Pegasus auf der Motorhaube meines Wagens landete.«


Inhalt

Jetzt ist Percy gefragt: Sein Todfeind Kronos holt zum letzten Schlag aus und marschiert auf den Olymp zu, mitten ins Herz von New York. Dabei sind doch die olympischen Götter alle ausgezogen, um gegen das wiedererstandene Monster Typhon zu kämpfen! Und zu allem Unglück haben Percys Freunde einen Spion in den eigenen Reihen …

(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung

Da dies ja der fünfte und damit finale Band der Reihe rund um Percy Jackson und die griechischen Göttersagen ist, hatte ich schon recht hohe Erwartungen an das Buch. Glücklicherweise wurden diese fast alle erfüllt, jedoch leider auch nicht übertroffen.

Der Schreibstil von Rick Riordan lässt sich leicht und flüssig lesen, wie es sich für ein Jugendbuch gehört. Ich bin schnell durch die Geschichte gekommen und habe trotzdem nichts verpasst. Auch Riordans Humor kam in diesem Teil der Reihe wieder deutlicher hervor als in Teil 4, wie ich finde. So konnte ich einige Male mitgrinsen und musste in jedem Kapitel mindestens einmal schmunzeln.

Auch von der Spannung her mochte ich das Buch sehr gerne. Im Grunde geht es direkt auf der ersten Seite so richtig los, und das Ganze steigert sich dann bis zum Ende hin. Das Fieber der Schlacht wurde meiner Meinung nach gut dargestellt, wenn auch natürlich mit einer gehörigen Portion Humor und Witz dahinter. Trotzdem ließ sich alles mit der griechischen Mythologie erklären, egal wie merkwürdig die unterschiedlichen Monster auf einen wirkten (besonders die geflügelte Sau fand ich persönlich urkomisch).

Percy und seine Freunde sind jetzt auch um die 16 Jahre alt, was sehr angenehm war, weil ich allgemein lieber Bücher lese, in denen die Protagonsit*innen schon etwas älter als 13 sind. Die Unbeholfenheit von Percy, gleichzeitig aber auch seine Intelligenz und Voraussicht wirkten keinesfalls überzogen und passten meiner Meinung nach perfekt zu einem 15-jährigen Jungen. Auch Rachel, Grover und Tyson haben sich charakterlich weiterentwickelt, wenn auch Grover aus meiner Sicht am stärksten. Bei Annabeth hätte ich mir noch ein wenig mehr Charakterentwicklung gewünscht, im Grunde hat sie sich mit Hinblick auf den ersten Teil der Reihe kaum verändert.

Das ein oder andere Mal gab es auch ein paar kleinere Tippfehler, an einer Stelle fehlte ein Verb, aber ansonsten war auch vom Format her alles gut so, wie es war.


Fazit

»Percy Jackson – Die letzte Göttin« ist auf jeden Fall ein würdiges Finale der Reihe. Zwar gab es ein-zwei kleine Dinge, die meiner Meinung nach ein wenig verbesserungswürdig waren, aber ansonsten kann ich das Buch wirklich nur empfehlen – genau wie die ganze Reihe!

Rezension: »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« von Rick Riordan

Vor kurzem habe ich »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« beendet. Ob und wie es mir gefiel, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Da es sich bei dem Buch um den vierten Teil der »Percy Jackson«-Reihe handelt, treten höchstwahrscheinlich ein paar Spoiler zu vorherigen Bänden auf.


Inhalt

Die Armee des Titanen Kronos wird immer stärker! Nun ist auch Camp Half-Blood nicht mehr vor ihr sicher, denn das magische Labyrinth des Dädalus hat einen geheimen Ausgang mitten im Camp. Nicht auszudenken, was passiert, wenn Kronos und seine Verbündeten den Weg dorthin finden! Das müssen Percy und seine Freunde unbedingt verhindern. Unerschrocken treten sie eine Reise ins Unbekannte an, hinunter in das unterirdische Labyrinth, das ständig seine Form verändert. Und hinter jeder Biegung lauern neue Gefahren …

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 432
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31156-6
Reihe: Percy Jackson / Bd. 4

Erster Satz: »Das Letzte, was ich in meinen Sommerferien wollte, war, noch eine Schule in die Luft fliegen zu lassen.«


Meine Meinung

Der Schreibstil von Rick Riordan war mal wieder sehr schön zu lesen. Durch den darin mitschwingenden Humor und die für ein Jugendbuch angemessene Wortwahl bin ich sehr schnell durch die Geschichte zu kommen, ohne irgendwas zu verpassen. Im Vergleich mit den vorherigen Teilen muss ich allerdings sagen, dass »Die Schlacht um das Labyrinth« weniger lustig war. In den ersten drei Bänden musste ich oft schmunzeln, an den unmöglichsten Stellen, was hier leider nur gegen Ende hin der Fall war.

Auch das Setting hat mir sehr gut gefallen. Durch die Ortsbeschreibungen konnte ich immer sofort ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen lassen, was dafür gesorgt hat, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt komplett in der Geschichte rund um Percy und seine Freunde vertieft war.

Apropos Percy und seine Freunde: Die Charaktere waren ebenfalls richtig toll ausgearbeitet. Ich konnte mich sowohl in Percy, als auch in Annabeth, Nico, Rachel, Grover oder sogar Tyson hineinversetzen, da die Emotionen ziemlich gut rüberkamen. Nur manchmal – gerade zum Ende hin oder wenn er mit Nico gesprochen hat – hat Percy Sprüche rausgehauen, die nicht so klangen, als würde ein 14-Jähriger sie sagen, sondern eher ein weiser alter Mann.

Mein größter Kritikpunkt ist aber die Spannung. Leider konnte mich die Geschichte nämlich erst nach Seite 200 so richtig packen, und auch da war der Nervenkitzel jetzt nicht sooo riesig wie erhofft. Das Ende war dann wieder etwas vorhersehbar, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auskennt.

Fazit

Bisher war »Die Schlacht um das Labyrinth« der für mich schwächste Teil der Reihe. Es gab mir zu wenig Witz, Spannung und Wendungen, weshalb das Buch leider nicht mit seinen drei Vorgängern mithalten kann.

Rezension: »Percy Jackson – Der Fluch des Titanen« von Rick Riordan

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »Percy Jackson«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auftauchen.


Inhalt

Bei den Göttern des Olymp herrscht Untergangsstimmung, denn die Titanen rüsten zum Krieg! Percy muss unbedingt bis zur Sonnenwende die Göttin Artemis befreien, die in die Klauen der finsteren Mächte geraten ist. Ein Abenteuer, das ihn und seine Freunde den gefährlichsten Kreaturen der griechischen Mythologie gegenübertreten lässt – und tödliche Gefahren birgt. Aber die Titanen haben offensichtlich vergessen, dass Percy mit allen Wassern gewaschen ist. Schließlich ist er der Sohn des Poseidon!


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Der Fluch des Titanen
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 368
Verlag: Carlsen
ISBN (Schuber): 978-3-551313690
Reihe: Percy Jackson / Bd. 5


Meine Meinung

Die »Percy Jackson«-Bücher von Rick Riordan zu lesen, macht einfach Spaß und ist zusätzlich noch mit unglaublich viel Spannung verbunden. Riordans Schreibstil finde ich nach wie vor einfach toll, allein schon deshalb lohnt es sich, die Reihe zu lesen. Ich finde, dieser Mix aus Humor und unterschwelliger Ernsthaftigkeit in einigen Situationen kam sehr gut rüber und hat das Ganze irgendwie zu etwas Besonderem gemacht.

Allerdings, wie man es vielleicht schon von mir erwartet, habe ich auch ein-zwei kleine Kritikpunkte zum dritten Teil dieser weltberühmten Reihe. Und zwar fand ich die Handlung ein wenig zu vorhersehbar, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auskennt. Ich würde mich selbst jetzt nicht als Profi in dem Thema ansehen, aber ein bisschen was weiß ich doch, teils einfach durch andere Bücher mit griechischer Mythologie als Fantasy-Element, teils aus dem Lateinunterricht. Ja, in Latein lernt man tatsächlich auch etwas Spannendes! Aber nur manchmal.

Außerdem wirkte die Geschichte auf mich an manchen Stellen einfach zu gestellt. Quasi, als müsste jetzt unbedingt diese eine Reaktion erfolgen, damit die Story ihren Verlauf nehmen kann. Teilweise passte das meiner Meinung nach nicht hundertprozentig zu den Charakteren, wobei das auch wirklich nur an seltenen Stellen im Buch der Fall war.

Ansonsten haben die Charaktere auch in diesem Teil wieder weitestgehend altersgerecht gehandelt, was ich ziemlich gut finde. Mir ist sowohl im ersten »Percy Jackson«-Band als auch in den ersten drei »Harry Potter«-Büchern aufgefallen, dass die Charaktere, insbesondere die Protagonist*innen, oft nicht ihrem Alter entsprechend handeln, reden, etc. Das war im dritten Teil der Reihe rund um Percy Jackson zum Glück nicht der Fall, so konnte ich mich sehr gut auf die Geschichte einlassen und immer wieder ein paar Parallelen zum „echten“ Leben ziehen.


Fazit

Alles in einem würde ich sagen, dass »Percy Jackson – Der Fluch des Titanen« zwar noch Luft nach oben hat, an sich aber auf jeden Fall ein richtig gutes Buch ist, das man auf jeden Fall – genau wie den Rest der Reihe – lesen sollte. Shame on me, dass ich das noch nicht gemacht habe, aber die beiden letzten Teile werden auf jeden Fall bald folgen!

Rezension: »Percy Jackson – Diebe im Olymp« von Rick Riordan

Hey ihr Lieben!

Mit „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ breche ich im Rahmen des Adventurer Readathon 2020 auf nach Athen! Und mir hat das Buch tatsächlich besser gefallen als ich erwartet hätte!

Eigentlich hätte ich mir den Percy Jackson Schuber niemals gekauft, wenn meine Freunde und die meiner Schwester mich nicht die ganze Zeit dazu gedrängt hätten. Ich dachte immer, ich wäre für Percy Jackson schon zu alt, genau wie für Harry Potter. Tja, so wie ich mich bei Harry Potter diesbezüglich getäuscht habe, habe ich mich auch bei Percy Jackson getäuscht!


Allgemeine Informationen

Titel: Percy Jackson – Diebe im Olymp
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch (Schuber-Exemplar)
Seiten: 448
ISBN (Schuber): 978-3-551313690
Verlag: Carlsen
Reihe: Percy Jackson / Bd. 1
gelesen: 15.07.20 bis 16.07.20


Inhalt

»Ich glaube nicht an Götter«, sagte ich.
»Dann fang lieber schnell damit an«, murmelte Mr D. »Ehe einer von ihnen dich einäschert.«

Percy dachte immer, er sei ein ganz normaler, legasthenischer Junge. Falsch gedacht: Sein Vater ist der Meeresgott Poseidon – und die fiesesten Gestalten der griechischen Mythologie haben Percy ins Visier genommen! Zu seinem Glück gibt es noch andere Halbgottkinder wie ihn, und gemeinsam haben sie eine Chance – vielleicht.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover der Schuber-Ausgabe ist zwar sehr schlicht gehalten, gefällt mir deshalb aber noch besser als die ursprüngliche Auflage. Auch die Farben harmonieren meiner Meinung nach besser miteinander.

Die Innengestaltung ist auch nach meinem Geschmack. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Besonders gut finde ich die Kapitelüberschriften, die dort statt Zahlen stehen. Am Anfang fragt man sich noch, was es damit auf sich haben könnte, und hinterher erkennt man, dass sie ziemlich genau den Inhalt des jeweiligen Kapitels wiedergeben.


Der Erzählstil

Nach diesem Buch weiß ich endlich, weshalb so viele von Rick Riordans Schreibstil schwärmen. Zugegeben, das erste Kapitel wirkte auf mich noch ein bisschen holprig, aber danach war ich voll und ganz begeistert.

Denn Rick Rioradns Schreibstil ist sehr humorvoll und vor allem auch flüssig zu lesen. Besonders in Dialogen musste ich oft schmunzeln, weil einige Dialoge zwischen Percy und Annabeth auch Dialoge zwischen mir und meiner jüngeren Schwester hätten sein können. Nichts für ungut, Mila.

Schnell wurde es spannend und besonders gut haben mir die detaillierten Action- und Kampfszenen gefallen, die mich haben mitfiebern lassen. Auch die Unterwelt wurde sehr anschaulich beschrieben – sowohl den Asphodeliengrund als auch die Felder der Bestrafung und den Palast des Hades konnte ich mir bildlich vorstellen.


Die Handlung

Ich kenne viele Bücher, in denen es um griechische Mythologie geht (bspw. Dämonentochter, Götterleuchten und die Götterfunke-Saga, aber auch der Selfpublisher Mythos – Klinge der Freiheit von Joachim Wältermann), und ich fand es ziemlich interessant zu sehen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen. Besonders zur Götterfunke-Saga von Marah Woolf gibt es einige Parallelen, wobei sich Marah Woolf wohl eher an den Percy Jackson Büchern orientiert hat als andersherum. Aber ich weiche vom Thema ab.

Dadurch, dass ich bereits recht viel über die griechische Mythologie weiß, weil ich schon viel darüber gelesen und auch für ein eigenes Buch recherchiert habe, kenne ich viele der Götter und Sagengestalten und konnte auch schnell vorhersehen, wer sich bspw. hinter Mr D. versteckt und wer die Göttereltern welcher Kinder sind. Auch die Wendungen am Ende kamen für mich daher nicht ganz so überraschend, da ich sehr schnell eins und eins zusammengezählt habe. Sei es nun, wer der Dieb der Göttersymbole von Zeus und Hades ist oder wer überhaupt erst der Auftraggeber von Ares und dem Dieb ist – beide Plottwists habe ich vorhergesehen, wodurch sich die Spannung ein klein wenig abgeflacht hat.

Dennoch werden die Leser sehr gekonnt in die griechische Mythologie eingeführt, sodass selbst LeserInnen, die sich bisher nicht mit Göttersagen beschäftigt haben, kein Problem haben sollten, die Geschichte zu verstehen. An dieser Stelle fällt mir noch ein, dass der Latein-Unterricht ziemlich unrealistisch dargestellt wurde. Na gut, Mr Brunner ist kein normaler Latein-Lehrer, aber an meiner Schule werden Texte übersetzt und manchmal wird vielleicht auch kurz über die ein oder andere Heldensage gesprochen, aber das wars dann auch schon. Was bin ich froh, dass ich jetzt mein Latinum habe und dieses Kapitel abschließen kann.

Und schon wieder bin ich vom Thema abgewichen. Ich wollte noch sagen, dass viele Kritiker die Geschichte vermutlich albern finden (ich meine, wer denkt sich aus, dass der Olymp im 600. Stockwerk des Empire State Buildings ist?), aber ich finde, genau dieser Humor und diese teilweise schon recht übertrieben dargestellten Details machen das Buch aus.


Die Charaktere

Percy ist mir sofort sympathisch gewesen. Ich habe ihn mit seiner Legasthenie und seinem ADHD sofort in mein Herz geschlossen. Und er hat wirklich unglaubliche Charakterstärken, die er selbst noch nicht erkennt. Dennoch wirkt er nicht übertrieben perfekt, da auch er Schwächen hat, bei denen er noch lernen muss, sie sich einzugestehen.

Na ja, was soll ich noch groß zu Grover sagen? Er ist einfach der Beste! Ich fand es so rührend, wie er sich gemeinsam mit Percy verhalten hat und auch er hat einen Platz in meinem Herzen eingenommen. Auch Annabeth ist eine sehr coole Begleiterin für Percy und erinnert mich mit ihren sarkastischen Kommentaren oft an mich selbst.

Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, dass Percy und Annabeth sich nicht wirklich wie 12-jährige Teenies verhalten, aber im Großen und Ganzen blieben auch sie ihrem Alter und Charakter gerecht.


Fazit

Ich bin positiv überrascht, wie gut mir „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ gefallen hat. Der Hype hat jetzt auch mich erwischt und ich kann es kaum erwarten, endlich weiterzulesen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 4,5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Alles Liebe,

Lara

Rezension: »Wer heute lügt, ist morgen tot« von Thomas Enger

Hallo ihr Lieben!

Der Juni neigt sich zum Ende zu, und ich habe es tatsächlich noch geschafft, dieses Buch am Sonntag zu beenden – so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich habe „Wer heute lügt, ist morgen tot“ zu meinem 16. Geburtstag (also im Dezember 2019) bekommen und war schon sehr gespannt darauf … Aber leider konnte es mich nicht so sehr überzeugen wie erhofft.


Allgemeine Informationen

Titel: Wer heute lügt, ist morgen tot
Autor: Thomas Enger
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Jugendthriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
ISBN: 978-3-570-31266-7
Verlag: cbt
gelesen: 26.06.20 bis 28.06.20


Inhalt

DEINE FREUNDIN IST TOT UND DU STEHST UNTER MORDVERDACHT …

Der 18-jährige Even wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hatte gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Even gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evens Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Even nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen lässt. Auch der Titel passt so semi-gut zum Buch, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Da hätte man sich auf jeden Fall etwas Kreativeres ausdenken können.

Und bevor ich zur Innengestaltung komme, habe ich noch zwei Dinge, die ich beim Klappentext anmerken muss: Erstens, heißt der Protagonist nicht Evan, sondern Even – das ist ein norwegischer Name, denn das Buch spielt in Norwegen (der Übersicht halber habe ich bei der Inhaltsangabe sofort den richtigen Namen eingesetzt). Außerdem steht im Klappentext, Even habe sich mit dem ermordeten Bandkollegen gestritten. Davon war im Buch aber nie die Rede, weshalb sich mir die Frage stellt, wieso das im Klappentext steht …

Jetzt aber zum Inneren. Dort hat mir sehr gut gefallen, dass durch einen Wechsel der Schriftart gleichzeitig der Wechsel der Zeit deutlich wurde. So wurden die Abschnitte, die aus der Gegenwart erzählt wurden, in einer ähnlichen Schrift wie Calibri geschrieben, während die Vergangenheits-Erzählungen in kleinerer Schrift geschrieben wurden, die eben aussieht wie die Schrift in fast jedem anderen Buch auch. Das hat die Zeitsprünge irgendwie natürlicher wirken lassen.


Der Erzählstil

Vorab sei gesagt, dass ich den Schreibstil von Thomas Enger an sich nicht schlecht finde. Dennoch hat mich aber auch Vieles daran gestört, weshalb die folgenden Abschnitte recht negativ klingen könnten.

Aus diesem Grund fangen wir mit den Dingen an, die mir positiv aufgefallen sind. Denn das Buch ist, wie auch zuvor schon erwähnt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Allein das erinnert schon sehr an die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“, denn der Gegenwart-Teil spielt während einer Gerichtsverhandlung, während in dem Vergangenheit-Teil die Geschichte von vorn erzählt wird. Das hat zumindest schon mal neugierig gemacht.

Außerdem war der Schreibstil von Thomas Enger einfach und flüssig zu lesen. Alles war sehr schlicht gehalten, es gab wenig Ausschweifungen, alles wurde möglichst simpel beschrieben. Genau das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn dadurch wirkte das ganze Buch eher wie ein Bericht denn wie ein Jugendthriller. Es gab sehr wenig bis überhaupt keine Ortsbeschreibungen, und auch Charaktere wurden nur einmal kurz beschrieben – zumindest die Nebencharaktere, denn vom Protagonisten weiß ich bis jetzt noch nicht, wie er aussieht, außer, dass er wohl recht attraktiv sein soll. Super Beschreibung, wirklich.

Zudem waren Emotionen eher nebensächlich. Es gab außer Angst und Wut keine Gefühle des Protagonisten, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn nie wirklich kennengelernt zu haben. Er sagt zwar über seine umgebrachte Freundin, dass er sie geliebt hat, aber davon merkt man herzlich wenig. Insgesamt war das Buch also sehr nüchtern geschrieben.

Was mich jedoch am allermeisten am Schreibstil gestört hat, war diese gewollt wirkende Umgangssprache, die besonders in Dialogen mit Evens Freunden vorkam. Ich meine, ich kenne keine Person – wirklich, keine einzige – die mit den Worten „What’s up?“ ein Telefongespräch annimmt. Genauso wenig wie ich jemanden kenne, der einen fragt: „Läuft ’n so?“. Ganz ehrlich, wenn ich bedenke, dass der Autor im Alter meiner Eltern ist und selbst Kinder hat, frage ich mich, ob die da oben in Norwegen vielleicht anders sprechen – aber selbst dann hätte man das in der Übersetzung abändern können.


Die Handlung

Zuerst einmal entschuldige ich mich, falls meine Sprache ein bisschen umgangssprachlich sein sollte. Aber ich möchte alles so erklären, dass man es auch verstehen kann und nicht um den heißen Brei herumreden, wenn ihr versteht, was ich meine.

Also fange ich direkt so an, denn die Idee der Geschichte ist schon ziemlich ausgelutscht und einfallslos. Ich meine, es gibt so viele Geschichten á la „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „One of us is lying“, dass sie mir jetzt mittlerweile einfach aus Ohren, Nase, Mund, etc. raushängen. Oder ein bisschen freundlicher formuliert: ich hab genug von diesen Storys, die alle gleich sind.

Jetzt könnt ihr euch vermutlich schon denken, dass ich die Geschichte sehr vorhersehbar fand. Das hat mir schon mal einen Großteil meiner Motivation genommen, das Buch nicht doch abzubrechen, aber da ich ja schon ein paar positive Entdeckungen bezüglich des Schreibstils gemacht habe, hätte ich das irgendwie mies und nicht fair gefunden. Also habe ich weitergelesen, aber es wurde einfach nicht spannend. Ich habe mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, wo überall von den ach so tollen Plottwists die Rede ist – kann es sein, dass ich die einfach überlesen habe? Denn bis auf die letztliche Auflösung der Geschichte (die noch dazu ziemlich weit hergeholt ist) hat mich keine Wendung irgendwie überrascht.

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat mich nicht angeödet oder so. Es war mir einfach gleichgültig, ob ich jetzt weiterlese oder nicht. Die Geschichte konnte mich nicht catchen, dabei habe ich ihr mehr als nur eine Chance gegeben. Stattdessen war ich immer enttäuschter, je mehr Dinge wirklich so geschehen sind, wie ich es bereits vorhergesehen hatte.

Da ich eben schon auf das Ende zu sprechen gekommen bin: Ja, das war vermutlich der einzige Plottwist, der mich überraschen konnte, aber das war’s auch schon, was ich da positiv anmerken könnte. Denn wie kann es sein, dass trotz Mund-zu-Mund-Beatmung nach dem Mord an Mari keine DNA an der Leiche gefunden wurden? Oder hat die Polizei einfach unfassbar schlampige Arbeit geleistet und deshalb keinen DNA-Abgleich an den Verdächtigen vorgenommen? Demnach wirkte die Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen.

Weiterhin bleiben nach dem Ende immer noch offene Fragen. Ich spoilere nicht, wenn ich mich jetzt hier frage, ob Even wirklich von der Person verfolgt ist, von der er geglaubt hat, dass sie es ist. Auch bleibt mir unklar, was wirklich mit Evens Vater passiert ist. Hat Evens Mutter Mitschuld? Warum ist ihm am Steuer unwohl geworden?

Auch scheinen einige Aktionen der Charaktere, insbesondere von Even keine weiteren Folgen zu haben, obwohl sie eigentlich Hinweise für die Polizei sind. Ich meine, warum wurde er nie nach der SMS gefragt, die er Mari geschickt hat, nachdem sie einfach mit ihm Schluss gemacht hat? Hätte diese nicht eigentlich als Drohung verstanden werden können? So klang sie zumindest für mich.

Das einzige Positive, das ich jetzt noch hier anmerken kann, ist das Setting, das gewählt wurde. Der Autor ist selbst norwegisch, weshalb ich es auch gut fand, dass das Buch in einem Dorf in Norwegen spielt. Zwar gab es keine Ortsbeschreibungen, die mir irgendeinen Hinweis darauf gegeben haben könnten, wie Fredheim aussieht, aber zumindest ist das Setting mal etwas Anderes.


Die Charaktere

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass ich auch hier rummeckern werde. Denn mir wurde Even als Protagonist überhaupt nicht sympathisch. Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil seine Emotionen irgendwie nicht rüberkamen und ich einige seiner Handlungen einfach widersprüchlich fand. Zudem handelt er wie ein sechzehnjähriger Teenager, obwohl er bereits achtzehn ist. Davon merkt man überhaupt nichts.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich flach ausgearbeitet. Man erfährt zwar ein bisschen über Mari, Kaiss, Fredrik und Oskar, sowie über Evens Onkel Imo und seine Mutter Susanne, aber über seinen Bruder Tobias zum Beispiel habe ich kaum etwas erfahren, außer, dass er mich an den Sohn der Lebensgefährtin meines Vaters erinnert. Wobei selbst der noch aufgeweckter ist als Tobias.


Fazit

Nachdem ich die Rezension hier abgetippt habe, kann ich nur einmal tief durchatmen und fühlen, wie der ganze Frust, den ich während des Lesens verspürt habe, einfach weggeschrieben ist. Das ist das Gute am Rezensionen schreiben xD

Na ja, ich würde jetzt zumindest nicht sagen, dass das Buch überhaupt keine Leseempfehlung ist, denn Teilstücke haben mir ja doch ganz gut gefallen. Die Umsetzung ist einfach nicht das Gelbe vom Ei, und vielleicht finden Leser, die eben mehr auf seichte Thriller stehen, das Buch unterhaltender als ich, die ich ja liebend gern möglichst psychisch gestörte und blutige Thriller lese. So ist jeder anders gestrickt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3/5 ⭐

Erzählstil: 2,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 2,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara