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Rezension: »Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Schleier aus Schatten« von Erin Hunter

Kurzfristig habe ich in zwei Tagen auch den dritten Teil der siebten Warrior Cats Staffel gelesen. Anfangs war ich nervös, weil ich zwar hohe Erwartungen an die siebte Staffel habe, mir der zweite Teil eben dieser aber leider nicht sonderlich gut gefallen hat.

Da es sich um den dritten Teil der siebten Staffel Warrior Cats handelt, treten in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Teilen und Staffeln auf.


Inhalt

Im Wald herrscht tiefes Misstrauen unter den Clans. Jede Katze hat Angst, gegen das Gesetz der Krieger zu verstoßen und angeklagt zu werden. Allein der SchattenClan-Anführer Tigerstern hat den Mut, sich dem tyrannischen Brombeerstern zu widersetzen und gibt den verstoßenen Katzen eine neue Heimat in seinem Territorium. Doch dann verschwindet sein geliebter Sohn Schattenhelle – wurde er getötet? Es kommt zur Zerreißprobe im Wald. Wer wird gewinnen und die Clans in die Zukunft führen – Brombeerstern oder Tigerstern?

Quelle: Thalia


Bibliographische Daten

Bildquelle: Thalia

Titel: Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Schleier aus Schatten
Originaltitel: Warriors. The Broken Code – Veil of Shadows
Autorin: Erin Hunter
Übersetzung: Friederike Levin
Genre: Jugendfantasy
Einband: Hardcover
Seiten: 314
Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats VII. / Bd. 3
Sprache: Deutsch
Preis: 14,95
ISBN: 978-3-407-75853-8


Meine Meinung

Glücklicherweise hat mir der dritte Teil der siebten Staffel wieder besser gefallen als der zweite. Was ich genauso gut fand wie bereits in den vorherigen Bänden ist der Schreibstil der Autorinnen (Erin Hunter ist das Pseudonym mehrerer Autorinnen). Das Buch macht einfach Spaß zu lesen, ist dabei nicht sonderlich anspruchsvoll und einfach schön zum Abschalten.

Ebenfalls gut gefallen hat mir die Handlung an sich. Sie war spannend von der ersten bis zur letzten Seite und ich hatte nie das Gefühl, dass sich etwas zu sehr in die Länge gezogen hätte. Ich konnte endlich mal wieder mit den Charakteren mitfiebern, auch wenn sich mein Verdacht, wer der Betrüger ist, der in Brombeersterns Körper sitzt, bisher weder bestätigt noch als falsch erwiesen hat, denn genau auf der letzten Seite, als es eigentlich zur Auflösung kommt – Cliffhanger. Zwar echt fies an genau dieser Stelle, aber auch ein sehr gutes Mittel, um die Vorfreude auf den nächsten Band zu steigern. Ich kann es kaum erwarten, auch das nächste Buch endlich zu lesen.

Des Weiteren habe ich keinerlei Logikfehler entdecken können, und soweit ich mich jetzt noch richtig erinnere, gab es nur ein einziges Mal eine Verwechslung der Charaktere, also schon sehr viel weniger als in den vorherigen beiden Teilen. Auch die Protagonist*innen konnten mich von sich überzeugen, ich mochte alle sehr gerne. Dennoch fehlt mir dieses mal ein bisschen die Differenzierbarkeit der einzelnen Persönlichkeiten … keine Ahnung, ob ich das jetzt verständlich ausdrücke, aber irgendwie wirkt es so, als hätten die Protagonist*innen alle eine unterschiedliche Vergangenheit, aber komplett die gleichen Ansichten, Werte, Stärken und Schwächen … Da war in den letzten Staffeln noch mehr Abwechslung drin.

Besonders auffällig ist auch Nebelsterns Verhalten in diesem Teil … Sie entwickelt sich immer mehr in die Richtung, die auch Kurzstern vor seinem Tod eingeschlagen hat und benimmt sich meiner Meinung nach einfach unmöglich. Ich würde das aber nicht unbedingt als Kritikpunkt auffassen, weil sie ja auch in der sechsten Staffel schon begonnen hat, sich von ihrer ursprünglichen Art wegzuentwickeln. Ich bin einfach gespannt, ob sie noch zu Verstand kommt oder nicht.

Der einzige Kritikpunkt, den ich sonst noch habe, bezieht sich auf den Kampf, der relativ am Ende des Buches stattfindet. Dieser war zwar eine logische Konsequenz aus dem, was zuvor passiert ist, der Ablauf selbst war aber doch sehr verwirrend. Im Grunde genommen war das einfach nur ein unübersichtliches Chaos, das die Autorinnen sicherlich noch besser hätten schreiben können.


Fazit

Alles in einem fand ich den dritten Teil der siebten Staffel Warrior Cats wieder sehr angenehm und mitreißend zu lesen, ich konnte mitfiebern und habe nur wenige Kritikpunkte.

Top

Rezension: »Leichenblässe« von Simon Beckett

Teil 3 der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter ist somit auch beendet. Und er war meines Erachtens mal wieder richtig gut!!

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »David Hunter«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen beiden Bänden, »Die Chemie des Todes« (Teil 1) und »Kalte Asche« (Teil 2), auftreten.


Inhalt

Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …


Bibliographische Daten

(Quelle: Weltbild)

Titel: Leichenblässe
Originaltitel: Whispers of the Dead
Autor: David Hunter
Übersetzung: Andree Hesse
Erzähler: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 46 Min.
Verlag: argon Hörbuch
ASIN: B00DL7ITWU
Reihe: David Hunter / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 7,99 €


Inhalt

Die einzelnen Teile der Reihe bauen chronologisch aufeinander auf und greifen nur in einigen Kleinigkeiten das Privatleben des Protagonisten David Hunter betreffend ineinander. Dementsprechend lassen sich die einzelnen Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es sein kann, dass dadurch einige Anekdoten nicht ihren eigentlichen Sinn entfalten.

David selbst ist mir mittlerweile ein liebgewonnener Charakter geworden, auch wenn ich einige seiner Gedanken nicht teilen kann und er im Grunde genommen keine großartige Entwicklung durchmacht. Er hat einige Schicksalsschläge erlitten, die insbesondere in Band 1 »Die Chemie des Todes« tiefgründiger behandelt werden.

Zu Beginn des Buches hat David gerade erst die Trennung von seiner Freundin Jenny hinter sich, die er in »Die Chemie des Todes« kennengelernt hat. David selbst hadert deshalb noch mit sich, einerseits ist da seine Liebe zu Jenny, andererseits sein Beruf, welcher der Grund für die Trennung ist. Leider kam mir in diesem Teil aber sein Privatleben irgendwie zu kurz, der Trennungsschmerz wurde nur kurz mal erwähnt, ansonsten wurde nicht näher darauf eingegangen, wo doch die ersten zwei Teile schon recht tiefgründig für Thriller waren.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch zum Einen der Schreibstil von Simon Beckett bzw. allgemein die Art, wie er die Geschichte übermittelt. Er schafft eine einzigartige, beklemmende Atmosphäre mit Charakteren, bei denen ich mich sofort wohlgefühlt habe. Außerdem werden durch Davids Spezialgebiet der forensischen Anthropologie immer wieder Fakten und Informationen geliefert, die meist den Tod selbst betreffen, aber natürlich den Umständen geschuldet auch den Verwesungsprozess des Menschen. Das hatte auf der einen Seite einen bitteren Beigeschmack, weil ich als Leserin immer wieder mit dem konfrontiert wurde, das die Menschen seit jeher am meisten fürchten, nämlich dem Tod. Andererseits fand ich diese nüchternen Informationen in ihrer morbiden Art schon wieder faszinierend.

Ein scheinbar wiederkehrendes Muster in den Büchern der Reihe ist der eine Polizist, der die Ermittlungen führt und sich durch Davids Anwesenheit in seiner Machtposition angegriffen fühlt, weil er plötzlich nicht mehr derjenige ist, der die Kontrolle über die Situation hat und sich auf die Ratschläge eines anderen verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich dieses Muster auch in den weiteren Teilen noch fortführt.

Die Handlung selbst konnte mich sehr von sich überzeugen. Ich habe keine der Wendungen erahnen können, und das, obwohl ich im Gegensatz zu David bereits wusste, welches Ziel und welche Gedanken der Mörder die ganze Zeit über verfolgt hat, weil es zwischendurch immer mal wieder kurze Kapitel gab, in denen der Mörder der Erzähler war. Besonders an diesen Kapiteln war, dass ich als Leserin direkt angesprochen wurde, als stecke ich selbst in der Haut des Täters, was sofort für Gänsehauteffekte gesorgt hat.

Die letzte Wendung zum Schluss hat mich noch mal völlig umgehauen, auch wenn ich sagen muss, dass das Ende insgesamt runder abgeschlossen war als das der vorherigen zwei Teile, bei denen es schon eher mehr oder weniger fiese Cliffhanger waren.

Das einzige, was ich so richtig kritisieren kann, ist die Art, mit der von einigen Menschen gesprochen wird – gerade bezüglich Äußerlichkeiten -, sowie die Verwirrung meinerseits im Mittelteil, als so viele unterschiedliche Charaktere vorkamen, dass ich ein- oder zweimal den Überblick verloren habe.


Fazit

Ich mochte den dritten Teil der Reihe rund um Dr. David Hunter wirklich sehr gerne. »Leichenblässe« ist eine gelungene Fortsetzung mit einem weiteren mysteriösen und gleichzeitig faszinierenden Mordfall, dessen Auflösung mich von Anfang an gefesselt hat.

Rezension: »Scherbenmond« von Bettina Belitz

»Scherbenmond« habe ich im Juni gelesen (ich weiß, ist schon etwas her …), aber da ich Anfang Juli in den Urlaub gefahren bin, hatte ich keine Gelegenheit mehr dazu, die Rezension zu schreiben … also gibt es sie heute, ungefähr einen Monat später. Die anderen Rezensionen folgen dann die Tage noch.

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in der Rezension zu Spoilern kommen, die den ersten Band betreffen. Hier geht es zu Teil 1: Splitterherz


Inhalt

(ACHTUNG, SPOILER ZU TEIL 1 DER REIHE!!)

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen.

Umauf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …

(Quelle: Goodreads)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Scherbenmond
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 688
Verlag: Script 5
ISBN: ‎ 978-3839001226
Reihe: Splitterherz / Bd. 2
Preis (Hardcover): 19,95 €


Inhalt

Zugegeben, nach den ersten Kapiteln war ich recht geschockt und habe erst mal darüber nachdenken müssen, ob ich das Buch weiterlesen möchte. Zum einen gab es im ersten oder zweiten Kapitel einen – für mich eindeutigen – Fall von Fatshaming, also Fettfeindlichkeit. Es ging um einen übergewichtigen Polizisten, über den sich Ellie und ihre Mutter lustig gemacht haben – zwar nicht ihm gegenüber, aber untereinander. Und Ellie hat im Gedanken einige sehr gehässige Dinge von sich gegeben, die meiner Meinung nach schon grenzwertig waren. Dies ist auch ein Kritikpunkt, den ich so stehen lassen möchte. Vielleicht könnt ihr ja in den Kommentaren mal verraten, ob ihr selbst schon Fatshaming in Büchern (oder auch in der Realität) erlebt habt und wie ihr damit umgeht. Ich persönlich ziehe dem Buch allein deshalb schon Punkte von meiner Bewertungsskala ab. Denn in diesem Fall gab es keinen Interpretationsfreiraum diesbezüglich.

Zudem stellt Ellie fest, als sie in Hamburg ankommt, dass ihr Bruder in der Zeit, in der sie ihn nicht gesehen hat, schwul geworden ist. Also. Zum einen wird man nicht mal eben schwul, entweder man ist es oder man ist es nicht. Und nur, weil Paul vorher bereits eine Freundin hatte, heißt das ja nicht automatisch, dass er nicht trotzdem schwul sein kann. Dass er möglicherweise gar bisexuell ist, stand gar nicht zur Debatte, genauso wenig wie es für Ellie zur Debatte stand, dass Paul auf Männer* steht. Auf ihrer Webseite hat die Autorin, Bettina Belitz, einen Post verfasst, in dem es unter anderem genau um diese Kritik geht. Und auch, wenn sie nicht die Absicht hatte, homophobe Äußerungen zu machen (und immer noch nicht erkennen kann, wo genau es der Fall ist in ihrem Buch), kann ich persönlich die Kritikpunkte gut verstehen, denn mir ging es am Anfang genauso. Ich habe mir auch gedacht: Hui, das klingt jetzt aber schon echt homophob.
Pauls Freund, Francois, wird zudem nicht gerade freundlich dargestellt. Ellie kann ihn auf den Tod nicht ausstehen, er sie ebenfalls nicht, er ist besitzergreifend und das, was heutzutage in unserer Gesellschaft leider immer noch häufig als „typisch schwul“ angesehen wird. Also mal ganz von Ellies Reaktion auf den angeblich plötzlichen Wandel von Pauls Sexualität abgesehen, wird nicht gerade das beste und vorurteilsfreiste Bild von Homosexualität dargestellt.
Am Ende klärt sich das meiste auf. Dazu muss ich jetzt aber mal spoilern, weil das ein Kritikpunkt ist, den ich ohne Spoiler nicht beschreiben kann (um den Spoiler zu sehen, einfach den leeren Abschnitt markieren):

Paul ist letztendlich tatsächlich nicht schwul. Er wurde von seinem Freund Francois, einem Mahr, besessen, weshalb er selbst dachte es zu sein, und mit Colins und Ellies Hilfe wird er davon „geheilt“. Ich denke, ihr habt gerade alle die gleichen Gedanken wie ich. Ich bin mir sehr sicher, dass die Autorin nicht beabsichtigt hat, diese Message zu vermitteln, als sie das Buch geschrieben hat. Trotzdem finde ich diesen Punkt schon echt grenzwertig, zumal Francois selbst am Ende ja nicht schwul war, sondern sich nur so ausgegeben hat und stattdessen der Bösewicht der Geschichte war. Ich weiß auch nicht, aber ein paar J. K. Rowling – Vibes kamen da schon rüber bei mir.

Abgesehen von diesen Punkten fand ich das Buch aber wirklich richtig gut. Es war spannend und zutiefst nervenaufreibend, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Außerdem gab es da diese unterschwellig düstere Atmosphäre, die mich total gefesselt hat. Ich kann es nicht gut beschreiben, aber so war es. Auch die Charaktere waren alle – bis auf Francois – sehr authentisch dargestellt und haben mir wirklich gut gefallen. Ellie macht es sich und ihren Mitmenschen echt nicht leicht, weil sie so gerne und viel streitet. Na ja, und Gianna ist einfach nur toll, ich glaube, sie ist mein Lieblingscharakter aus dem Buch. Tillmann ist auch irgendwie cool drauf, auch wenn seine politische Unkorrektheit mich manchmal echt fassungslos gemacht hat. Weil er einfach so gar kein Blatt vor den Mund nimmt und damit häufig mal andere verletzt … Aber das ist eben irgendwie auch sein Charakter. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben kann.


Fazit

»Scherbenmond« ist eine größtenteils echt gelungene Fortsetzung von »Splitterherz«, wenn auch meiner Meinung nach der schwächste Teil der Trilogie. Einige Aussagen darin hätten so nicht sein müssen, und ein bisschen genaueres Hinsehen hätte ich mir da sowohl von Autorinnen- als auch von Verlagsseite gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich das komplette Buch lang mitgefiebert und -gerätselt, was das Zeug hielt. Es war teils wirklich spannend bis zum Gehtnichtmehr, von daher also durchaus kein schlechtes Buch.

Rezension: »Wie Sterne so golden« von Marissa Meyer

Hallo!

Auch vom dritten Teil der Luna-Chroniken konnte ich meine Finger nicht lassen. Nicht nur, weil ich ihn für meine Facharbeit in Deutsch brauche, sondern auch, weil es sich um eine großartige dystopische Reihe handelt, die mich schon nach den ersten zwei Bänden in ihren Bann gezogen hat.


Inhalt

Von ihrem Fenster aus kann Cress den Mond sehen – und die Erde, denn das Mädchen mit den meterlangen blonden Haaren lebt seit ihrer Kindheit in einem Satelliten, allein, gefangen gehalten von der bösen Königin Levana. Doch in all den Jahren der Einsamkeit hat sie sich zu einer begnadeten Hackerin entwickelt. Als eines Tages Cinder und ihre Gefährten zu ihr Kontakt aufnehmen, scheint der Traum von einer Flucht zum Greifen nah. Aber die Rettung per Raumschiff misslingt und Cress rast in ihrem Satelliten auf die Erde zu. Diesmal jedoch ist sie nicht allein, denn der charmante Thorne ist an ihrer Seite. Wird er sie retten können, wie der edle Ritter, von dem Cress ihr Leben lang geträumt hat?

»Umwerfend!«

Los Angeles Times

Bibliografie

Titel: Wie Sterne so golden
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzung: Astrid Becker
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 569
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58288-1
Reihe: Luna-Chroniken / Bd. 3
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Als sie noch ein Kind war, schloss die Zauberin sie in einen Turm, der weder Treppe noch Türe hatte.

Der dritte Teil der Luna-Chroniken ist eine Rapunzel-Adaption und gleichzeitig mein liebster Band der Reihe, da er für mich einfach extrem stimmig war.

Überzeugen können die Luna-Chroniken nicht nur aufgrund der Anlehnung an Märchen der Brüder Grimm, sondern auch wegen der super Charaktere. Marissa Meyer hat so unglaublich viele Persönlichkeiten geschaffen, und keine ähnelt so richtig der anderen, was eindeutig ein großes Lob verdient.

Denn auch Cress, die Protagonistin, ist ganz anders als Cinder oder Scarlet. Sie ist nämlich sehr schüchtern und zurückhaltend, gleichzeitig aber auch die beste Hackerin von Luna. Weshalb sie die Gruppe auch perfekt ergänzt, meiner Meinung nach.

Thorne, den männlichen Protagonisten, haben wir schon im zweiten Teil kennengelernt, aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass er nicht so hohlköpfig ist wie man anfangs den Anschein hat. Tatsächlich habe ich ihn in diesem Teil unheimlich lieb gewonnen, zumal er und Cress wirklich toll zusammenpassen. Ob sie das selbst auch merken, ist aber eine ganz andere Frage …

In ihrem Zorn packte die Hexe die goldenen Haare und schnitt sie ritsch, ratsch ab. Sie war so unbarmherzig, dass sie das arme Mädchen in eine Wüstenei brachte.

Mein größer Kritikpunkt bisher war bei der Reihe, dass die Geschichten sehr nah am Märchen sind und deshalb auch recht vorhersehbar sind. Das ist hier jedoch meiner Meinung nach nicht der Fall. Zwar finden sich auch wichtige Elemente aus Rapunzel wieder, aber trotzdem nicht so extrem viele, als dass ich den Handlungsstrang hätte vorhersehen können.

Ein großer Pluspunkt ist mal wieder, dass sich das Buch nicht an den Disney-Verfilmungen orientiert, sondern an den originalen Märchen und somit auch die Aspekte der Verbannung in eine Wüste sowie die Blindheit des Prinzen mit eingebracht wurden.

Der schöne Vogel sitzt nicht mehr im Nest und singt nicht mehr, die Katze hat ihn geholt und wird dir auch noch die Augen auskratzen.

Das Setting der Geschichte war mal wieder großartig. Erst die Atmosphäre in Cress‘ Satelliten, dann die Sahara, und schließlich das Dorf Farafrah mitten im nördlichen Afrika. Nicht zu vergessen natürlich die Albatros, die war auch einfach klasse, zumal ich die Atmosphäre in dem Raumschiff wirklich mochte.

Cool finde ich außerdem an der ganzen Reihe, dass es nicht extrem viele unterschiedliche Bösewichte gibt, sondern dass Königin Levana tatsächlich das Bindeglied zwischen den einzelnen Charakteren ist. Im Grunde hat sie es sich also selbst zuzuschreiben, dass die Gruppe rund um Cinder sich gegen sie auflehnt.

Als sie den Prinzen erkannte, fiel sie ihm um den Hals und weinte. Ihre Tränen aber benetzten seine Augen.

Trotzdem habe ich auch hier einen klitzekleinen Kritikpunkt. Und zwar war mir Cress stellenweise doch ein bisschen zu weinerlich. Aber immerhin ist eine deutliche Entwicklung bei ihr festzustellen, die eindeutig größer ist als bei Cinder oder Scarlet zuvor. Und der Showdown am Ende hat sowieso noch mal super viel aus der Geschichte rausgeholt.


Fazit

Ich könnte jetzt ganz viele Punkte aufzählen, weshalb „Wie Sterne so golden“ zu meinem liebsten Teil der Luna-Chroniken zählt, aber das würde den Rahmen sprengen, weshalb ich es einfach dabei belasse.

Rezension: »Wie Blut so rot« von Marissa Meyer

Hey!

Natürlich habe ich nach dem ersten Teil auch den zweiten Band der Luna-Chroniken gelesen. Der mir sogar insgesamt besser gefallen hat, aber lest selbst.


Inhalt

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grand-mère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

»Fans von Wie Monde so silbern werden diese absolut gelungene Fortsetzung nur so verschlingen.«

Publishers Weekly

Bibliografie

Titel: Wie Blut so rot
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzung: Astrid Becker
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 432
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58287-4
Reihe: Luna-Chroniken / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Wie sie nun in den Wald kam, begegnete ihr der Wolf. Sie aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war, und fürchtete sich nicht vor ihm.

„Wie Blut so rot“ ist der zweite Teil der Luna-Chroniken und eine Adaption des Grimmschen Märchen „Rotkäppchen“. Allein das ist schon eine Erwähnung wert, denn ich finde, das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf wird viel zu selten in Märchenadaptionen thematisiert, dabei ist es eins von den Schönsten der Brüder Grimm.

Tatsächlich ist die Adaption wirklich gut umgesetzt worden. Vor allem, weil die Geschichte in der Zukunft spielt und das Märchen von Rotkäppchen somit auf „neu“ gemacht wurde. Mich fasziniert einfach dieser Einfallsreichtum, wie Marissa Meyer es geschafft hat, verschiedene Elemente aus dem originalen Märchen mit in ihre eigene Geschichte einzubauen.

Das junge, zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte.

Scarlets Charakter unterscheidet sich sehr von Cinders. Letztere hat in dem Buch auch immer noch Auftritte und fungiert sozusagen als zweite Protagonistin. Scarlet Benoit ist etwas älter als Cinder und mir persönlich sehr sympathisch. Sie weiß, was sie will und hat ein unschlagbares Temperament, das auch schon mal für lustige oder gefährliche Situationen verantwortlich ist.

Wolf ist auch ein toller Charakter, den man so nicht aus Büchern kennt. Er hat eine sehr düstere Ausstrahlung, aber man erkennt mit der Zeit, dass er eigentlich einen eher weichen Kern hat. Ob der jedoch gespielt oder echt ist, das kann ich euch nicht verraten, weil ich sonst spoilern würde. Auf jeden Fall bringt Wolf frischen Wind in die Geschichte – und er harmoniert wirklich gut mit Scarlet, finde ich.

Da auch immer noch Kapitel aus Cinders und Kais Sicht erzählt werden, erfährt man auch, wie es mit den beiden weitergeht, nachdem „Wie Monde so silbern“ ein so unschönes Ende für Cinder hatte … An der Stelle muss ich auch noch mal sagen, wie sehr ich Thorne mag, der zu einem von Cinders Komplizen wird.

»Großmutter, was hast du so große Zähne?«

Die Geschichte rund um Scarlet und Wolf spielt größtenteils in dem kleinen französischen Dorf Rieux und der Großstadt Paris, die jedoch im Krieg fast zerstört wurde. Dorthin zieht es das Duo auf der Suche nach Scarlets Großmutter und da nimmt alles sein Ende … Auf jeden Fall wurde das Setting sehr eindrucksvoll dargestellt und ich konnte mir die ganze Zeit über bildlich vorstellen, wie es im zerstörten Paris oder im idyllischen Rieux aussieht.

Der Handlungsstrang selbst wird immer verzwickter. Er bezieht sich häufig auf den ersten Teil, weshalb man den auf jeden Fall vorher gelesen haben sollte, wobei es auch nicht allzu schlimm sein sollte, wenn man es nicht getan hat, weil die Autorin gekonnt den Inhalt zusammengefasst hat, wenn es gerade gepasst hat – und das, ohne dass Längen entstanden sind.

Am Ende fügt sich mal wieder alles zusammen, auch wenn noch einige offene Fragen bleiben, die im nächsten Teil erläutert werden. Das Ende selbst besteht aus einem eher seichten Cliffhanger, da er nicht allzu dramatisch ist, aber trotzdem neugierig auf mehr macht.

»Dass ich dich besser fressen kann.«

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich teilweise schon vorhersehen konnte, wie das Ganze endet und was es tatsächlich mit Wolf auf sich hat. Das lag aber daran, dass ich das Märchen von Rotkäppchen kenne und es sehr offensichtlich ist, dass Wolf an den bösen Wolf im originalen Märchen angelehnt ist.


Fazit

„Wie Blut so rot“ hat mir ungemein besser gefallen als der erste Teil, da es spannend und emotionsgeladen war und ich es zudem sehr schnell weggelesen habe. Den Cliffhanger hätte ich mir trotzdem ein bisschen dramatischer gewünscht, und eine etwas weniger vorhersehbare Storyline wäre auch ganz nett gewesen.

Rezension: »Two can keep a secret« von Karen M. McManus

Hey alle zusammen!

Mitunter habe ich mir für 2021 auch vorgenommen, mehr Buddy-reads zu machen, und einer davon ist jetzt auch schon geschafft. Zusammen mit Daniel von Lesemagie habe ich „Two can keep a secret“ gelesen – in der Rezension erfahrt ihr, wie es mir gefallen hat.


Inhalt

Eine Kleinstadt. Eine Mordserie. Und der Killer ist zurück.

Ellery kennt die dunkle Vergangenheit von Echo Ridge nur allzu gut. Dort verschwand ihre Tante spurlos und vor fünf Jahren wurde die Homecoming Queen der Highschool ermordet. Der »Murderland-Killer« machte landesweit Schlagzeilen. Ausgerechnet dorthin zieht Ellery nun, zu einer Großmutter, die fast eine Fremde für sie ist. Als aus dem Nichts Morddrohungen gegen die zukünftige Homecoming Queen zirkulieren, ermittelt Ellery auf eigene Faust. Dabei lernt sie Malcolm kennen, den jüngeren Bruder des Hauptverdächtigen. Dann verschwindet wieder ein Mädchen und plötzlich steht jeder unter Verdacht …


Bibliografie

Titel: Two can keep a secret
Autorin: Karen M. McManus
Übersetzung: Anja Galić
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 413
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16538-6
Reihe: Der Murderland-Killer / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Wie bereits in der Bibliografie erwähnt, ist „Two can keep a secret“ der zweite Teil der Murderland-Reihe, obwohl er nicht mit dem ersten Teil „One of us is lying“ in Verbindung steht. Sie haben nichts miteinander zu tun und können daher sehr gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Der Schreibstil von Karen M. McManus ist schlicht und dadurch flüssig zu lesen. So konnten auch kleinere Längen gut überbrückt werden, ohne dass man sich durch die Geschichte quälen musste. Auffallend ist besonders, dass es in dem Buch sehr viele Dialoge gibt, allerdings eher wenige und dann eher kurzgefasste Monologe. Trotzdem kommen die Gedanken und Gefühle von Ellery und Malcolm nicht zu kurz. Dennoch hätte ich mir zwischendurch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Ellery und Malcolm waren sehr sympathische Protagonisten, die gut miteinander harmonieren. Aber auch Ellerys Zwillingsbruder Ezra und Malcolms beste Freundin Mia sind gut ausgearbeitet und haben die Geschichte auf jeden Fall aufgefrischt. Zudem wird kein großes Ding daraus gemacht, dass Ezra schwul und Mia bisexuell ist. Das ist ein weiterer Pluspunkt, weil ich es einfach lästig finde, wenn immer wieder darauf herumgeritten wird.

Es gab aber auch ein paar Passagen, die ich ein wenig grenzwertig fand, da man sie leicht missverstehen konnte. Beispielsweise bei diesem Zitat:

»Außerdem gehört sie zu den vier Quotenschülern hier, die eine andere Hautfarbe haben. Wer für sie stimmt, kann sich also besonders progressiv fühlen.«

Seite 117-118

Wer da nicht genau liest und erkennt, dass Mia diesen Satz gesagt hat, die selbst zu den „Quotenschülern“ gehört, ist das sehr leicht misszuverstehen und kann durchaus rassistisch betitelt werden. Weiß man jedoch, dass Mia das gesagt hat, ist auch zu erkennen, dass da ihre eigene Verbitterung rausspricht. Deutlicher wäre das noch durch beschreibende Adjektive geworden, also „verbittert“. Doch wenn es um die Sprache ging, musste man sich häufig selbst Schlüsse ziehen, wie die Charaktere was ausgedrückt haben.

Vom Plot her hat mir das Buch allerdings ganz gut gefallen. Zwar gab es zwischendurch immer mal ein paar Längen, aber die wurden schnell überbrückt. Die Spannung war eher unterschwellig, aber vorhanden und ich habe die ganze Zeit über mitgefiebert und -gerätselt, wer denn jetzt der Mörder ist. Mit der Auflösung am Ende hätte ich nicht gerechnet, das habe ich erst verstanden, als auch Ellery und Malcolm mit der Nase draufgefallen sind. Und auch, was das Verschwinden von Ellerys Tante Sarah mit der ganzen Sache zu tun hatte, blieb lange ein Rätsel, bis es im allerletzten Satz endlich verraten wurde. Und dieser Satz hat noch mal einiges aus der Geschichte rausgeholt und ließ mich mit klopfendem Herzen zurück.


Fazit

„Two can keep a secret“ hat mir insgesamt ein wenig besser gefallen als „One of us is lying“, wo ich das Ende so oder in der Art schon vorhersehen konnte. Hier kam das Ende jedoch völlig überraschend und hat mich wirklich von den Socken geholt. Trotzdem habe ich einige Kritikpunkte, die ich unter gar keinen Umständen missachten kann.

Rezension: »Märchenfluch – Die Rache der Fee« von Claudia Siegmann

Hey!

Mit diesem Hörbuch habe ich diesen Monat schon 7 Bücher beendet. Beachtet einfach nicht, dass dieser Monat bisher erst 9 Tage hatte, das ist unwichtig. Aber es macht mich schon irgendwie happy.

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der „Märchenfluch“-Reihe von Claudia Siegmann, weshalb Spoiler zum ersten Band auftreten können.


Inhalt

Floras Leben steht Kopf und dafür gibt es drei gute Gründe:

  1. Sie ist die Nachfahrin von Dornröschen und kann Flüche brechen.
  2. Eine böse Fee hat es auf sie abgesehen.
  3. Wenn Hektor Falkenfeder sie anlächelt, schlägt ihr Herz Purzelbäume.

Allerdings ist Hektor nicht nur unglaublich süß, er hat auch viele Geheimnisse – und eins davon trägt den Namen Lavina Tiefenbach und weicht neuerdings nicht von seiner Seite. Doch auch Flora verbirgt Dinge vor den anderen Märchennachfahren. Zum Beispiel, dass sie Tipps von einem hochnäsigen sprechenden Spiegel bekommt, dass sie plötzlich eine fast gleichaltrige Schwester namens Vicky hat – und dass ein gefährlicher junger Mann hartnäckig versucht, ihr Vertrauen zu gewinnen. Flora und ihre Freunde ahnen nicht, dass ihre Probleme gerade erst begonnen haben. Denn eine uralte dunkle Macht sammelt im Verborgenen ihre Kräfte …


Bibliografie

Titel: Märchenfluch – Die Rache der Fee
Autorin: Claudia Siegmann
Sprecherin: Katja Sallay
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 9 Std. 7 Min.
Verlag: Wunderkind
Reihe: Märchenfluch / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Den ersten Teil der Reihe habe ich 2019 als Hörbuch gehört, die Rezension dazu hatte ich aber auf meinem alten Blog verfasst, der mittlerweile gar nicht mehr existiert. Ich wusste aber noch, dass ich dem Hörbuch damals 4 Sterne gegeben habe, was heute vermutlich einer Bewertung von 3 bis 3,5 Sternen entspricht – ich bin ein bisschen strenger geworden, was das betrifft.

Na ja, obwohl es schon so lange zurückliegt, dass ich den ersten Teil gehört habe, kam ich gut wieder in die Geschichte rein. Die Einzelheiten aus dem ersten Teil kamen nach und nach wieder in mein Gedächtnis zurück, da auch Flora und alle anderen Charaktere sich nicht an alles erinnern konnten, das passiert war, weshalb werde ich hier nicht verraten, weil das schon ein zu großer Spoiler wäre.

Das Cover ist zugeben nicht mein Fall, aber das tut jetzt hier nicht großartig was zur Sache, denn der Schreibstil von Claudia Siegmann ist flüssig und so ließ sich die Geschichte locker-fluffig weghören. Zwar waren einige Stimmlagen der Sprecherin teilweise ein wenig nervtötend, aber dafür hatte sie für jeden einzelnen Charakter eine individuelle Stimme drauf, was das also wieder ausgleicht.

Größtenteils wurde das Buch aus der Sicht von Flo erzählt, zwischendurch gab es aber auch immer mal wieder Abschnitte aus der Sicht von Jonathan, alias der Rosenkavalier – derjenige, der Flo im ersten Teil beinahe umgebracht hätte. Diese PoV-Wechsel haben frischen Wind und mehr Spannung in die Geschichte gebracht und ihr somit auf jeden Fall gut getan.

Die Charaktere waren mir (fast) alle sympathisch, allerdings fehlte es mir hier eindeutig an Tiefe. Die meisten Figuren wurden nur oberflächlich angeschnitten und nicht weiter berücksichtigt – da wäre auf jeden Fall noch Luft nach oben gewesen. Flo war aber trotzdem gut ausgearbeitet und ihre Entscheidungen sowie Gedanken waren allesamt nachvollziehbar. Manchmal wusste man als Leser durch die Kapitel aus Jonathans Sicht aber schon mehr als Flo, wodurch einige Wendungen durchaus vorhersehbar waren – trotzdem blieb das Ende spannend durch und durch und wegen des Cliffhangers werde ich sofort mit Band 3 weitermachen.


Fazit

„Märchenfluch – Die Rache der Fee“ ist eine tolle Fortsetzung einer großartigen Märchenadaption, wobei auch hier noch Luft nach oben ist. Dennoch hat mir der zweite Teil besser gefallen als der erste, weshalb ich schon gespannt auf den dritten und letzten bin.