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Rezension: »Unchained« von Jennifer L. Armentrout

Liebe Jennifer, warum musstest du mich mit diesem Buch so sehr enttäuschen? Ich hatte hohe Erwartungen, wirklich, aber leider konnte die Autorin diese nicht erfüllen. Ich hoffe sehr, dass sich das mit ihren neuen Büchern wieder ändert, denn eigentlich bin ich Besseres von ihr gewohnt.


Inhalt

Das Leben von Dämonenjägerin Lily Marks ist nicht leicht. Obwohl sie weiß, dass der gefallene Engel Julian ihr Todfeind sein sollte, ertappt sie sich dabei, dass sie nicht aufhören kann, an ihn zu denken – genauso wenig wie an die Gefühle, die er in ihr auslöst. Als Lily beschuldigt wird, eine Verräterin zu sein, droht ihr die komplizierte Beziehung zu Julian zum Verhängnis zu werden. Lilys einzige Chance, ihr altes Leben zurückzubekommen, besteht darin, den wahren Verräter unter den Jägern zu enttarnen. Wird der gefallene Engel ihr dabei helfen … oder ihr Leben zerstören?

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Thalia)

Titel: Unchained
Originaltitel: Unchained – Nephilim Rising
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzung: Michaela Link
Genre: Urban Fantasy
Format: Paperback
Seiten: 432
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28246-8
Preis: 15,00€
Deutsche Ersterscheinung: April 2021


Meine Meinung

Es tut echt weh, diese Rezension zu schreiben, weil ich bisher noch kein Buch von Jennifer L. Armentrout so schlecht wie dieses fand. Als Begründung reicht das aber nicht, deshalb werde ich einfach mal versuchen, meine Meinung irgendwie in Worte zu fassen.

Zunächst einmal mag ich Jennifers Schreibstil normalerweise echt gerne. In diesem Buch kam er mir allerdings sehr holprig vor, weniger ausgefeilt als in ihren anderen Büchern. Ich gehe davon aus, das liegt daran, dass »Unchained« eines ihrer ersten Bücher ist, im Original ist es nämlich schon 2013 erschienen. Trotzdem muss ich das mit bewerten, denn ich wurde einfach nicht ganz warm mit dem Schreibstil.

Dann ist mir sofort im ersten Kapitel aufgefallen, dass »Unchained« scheinbar eine Art Vorgänger der »Dark Elements«-Reihe war. Also unabhängig von dieser, aber in einigen Details sehr ähnlich. Schon das erste Kapitel fängt fast genauso an, und auch die Thematik ähnelt sich bis zu einem gewissen Punkt. Mit dem Unterschied, dass »Dark Elements« sehr viel besser ist, von Schreibstil und Handlung her. Aus dem Grund kam es mir ein bisschen so vor, als würde ich einen schlechteren Abklatsch der »Dark Elements«-Reihe lesen, was ziemlich schade war.

Die Handlung an sich war nicht grauenhaft, versteht mich bitte nicht falsch. Aber sie blieb irgendwie zu flach. Es ging einfach nicht in die Tiefe, alles blieb sehr oberflächlich und geradlinig, ohne jeglichen Interpretationsspielraum. Zwar wurde nach und nach etwas Spannung aufgebaut, gerade Julian und dessen Absichten betreffend, aber mehr Thrill gab es leider nicht wirklich. Rechtschreibfehler gab es zum Glück wenn überhaupt nur so kleine, dass ich sie mittlerweile wieder vergessen habe, sonst wäre mein negatives Bild dieses Buches noch negativer gewesen.

Nun aber zu Lily, der Protagonistin. Ich mochte an ihr, dass sie offensichtlich eine starke Frau ist, die sich zu behaupten weiß und nichts einfach so auf sich sitzen lässt. Dass sie zu Beginn des Buches noch Jungfrau ist, setzt zudem ein Zeichen, dass es überhaupt nicht schlimm ist, auch mit 20, 30, 40 oder bis ans Lebensende jungfräulich zu bleiben, weil das jede*r für sich selbst zu entscheiden hat. Womit wir auch schon bei ihren negativen Eigenschaften wären, die vermuglich tough wirken sollten, ihre Wirkung bei mir aber leider verfehlt haben. Denn Lily ist nicht dazu in der Lage, ein normales Gespräch zu führen, ohne jemanden anzuschreien, aggressiv und handgreiflich dabei zu werden oder gleich jemanden ernsthaft zu verletzen. Dies gepaart mit ihrer Unfähigkeit logisch zu denken, wenn es um Julian geht, war nach vier Kapiteln bereits genug für mich; von da an fand ich es einfach nur nervig, weshalb ich teilweise ganze Absätze übersprungen habe.

Ihre Beziehung zu Julian ist noch so eine Sache, die mir negativ aufgestoßen ist. Denn Julian ist seit geschlagenen 11 Jahren ihr persönlicher Schatten und verfolgt sie, wohin sie auch geht, treibt sie damit in den Wahnsinn und versucht, sie zu verführen. Ein richtig mieser Stalker also. Lily fühlt sich aber trotzdem immer direkt zu ihm hingezogen, wenn er ihr so nahe kommt, dass es ihr bereits unangenehm ist. Diese Reaktion vermittelt ein sehr problematisches Selbstbild, zumal die Beziehung, die Julian und Lily entwickeln, der Inbegriff von toxisch ist.

Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem die Tatsache, dass Lily die einzige weibliche Figur in dem Buch ist. Sie ist eine Seltenheit unter den Nephilim (Dämonenjäger*innen) und wickelt ihre männlichen Kollegen mit ihrer geringen Körpergröße und äußerlich anzunehmenden Zerbrechlichkeit ständig um den Finger. Wenn das mal kein veraltetes Frauenbild ist, dann weiß ich auch nicht.


Fazit

»Unchained« kann ich leider nicht weiterempfehlen. Ich frage mich ehrlich gesagt, wie man zu dem Entschluss gekommen ist, dieses Buch auf Deutsch zu veröffentlichen, wo es doch so viele unglaublich gute englische Bücher gibt, die noch nicht übersetzt wurden. Aber das ist auch wieder nur meine subjektive Meinung, es gibt sicherlich auch Menschen, denen das Buch super gut gefallen hat. Nur gehöre ich leider nicht dazu.

Rezension: »Madly« von Ava Reed

Ebenso wie »Truly«, habe ich auch »Madly« im Urlaub gelesen. Nachdem ich den ersten Teil der »In Love«-Reihe von Ava Reed so gut fand, habe ich etwas Ähnliches von »Madly« erwartet … und wurde maßlos enttäuscht.


Inhalt

June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht – aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quellle: Thalia

Titel: Madly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 414
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1297-5
Reihe: In Love / Bd. 2
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Fangen wir zunächst mit etwas Positivem an, nämlich Avas Schreibstil. Er ist flüssig zu lesen und vor allem humorvoll, was eine gewisse Leichtigkeit mitbringt, gleichzeitig kann er aber auch mal ernst sein. So kamen Emotionen gut rüber und ich konnte wenigstens größtenteils mit June und Mason mitfühlen. Dennoch bin ich der Meinung, dass »Madly« mit dem ersten Teil nicht mithalten kann, und das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, denn es geht um Selbstzweifel und Bodyshaming. Zwei Themen, die eigentlich in so gut wie jedem NA-Roman auftauchen sollten, weil es die Zielgruppe einfach stark betrifft.

June war mir bereits in »Truly« sympathisch, zumindest als Andies beste Freundin. In »Madly« stehe ich ihr jetzt eher zwiegespalten gegenüber. Einerseits kann ich ihre Selbstzweifel sehr gut verstehen, da ich selbst einige Probleme mit meiner Haut habe (wenn auch in anderem Sinne, denn ich habe Akne). Diese Probleme, die June mit sich selbst hat, wurden – zumindest meiner Ansicht nach – realitätsnah, aber zu nebensächlich abgehandelt. Insbesondere, wenn ich bedenke, dass es ein so emotionales Vorwort gibt, in welchem eine Triggerwarnung steht, etc.

Auf der anderen Seite ist June aufmüpfig, respektlos, in den unpassendsten Situationen unfreundlich und macht sich nichts daraus, ob sie mit ihren Worten andere Menschen verletzen könnte. Diese Eigenschaften kann ich an Menschen überhaupt nicht leiden, und genauso wenig an Buchfiguren. Zwar ist die positive Lebenseinstellung, die sie äußerlich zu haben scheint, sehr bewundernswert, und auch ihre Freundschaft zu Andie finde ich klasse. Trotzdem kann ich genau die Charakterzüge an ihr nicht leiden, die in diesem Buch so extrem hervorgetreten sind.

Zudem ist ihre Entwicklung für mich nicht ganz greifbar. Nach ihrer heftigen Kindheit, in der sie immer das Gefühl vermittelt bekommen hat, nicht gut genug zu sein, wäre es glaube ich realistischer gewesen, wenn sie sich zu einer schüchternen, zurückhaltenden Person entwickelt hätte, die nicht groß aus der Masse hervorstechen will. Möglicherweise fehlte aber an der Stelle auch einfach ein bisschen die Tiefe, die mir geholfen hätte, ihre Persönlichkeitsentwicklung nachzuvollziehen.

Na ja, Mason konnte ich in »Truly« schon nicht leiden, und das hat sich auch leider nicht geändert. Er ist zwar zu seinen Freund*innen ein echt guter Kumpel, auf den sie sich immer verlassen können, aber er akzeptiert einfach kein Nein. Er bedrängt June, belästigt sie in ihrer Freizeit und lässt dabei einfach nicht locker, dabei gibt sie ihm immer wieder deutlich zu verstehen, dass sie nicht mit ihm ausgehen möchte. Aber nein, ihr Körper scheint eine andere Sprache zu sprechen als ihr Mund, und an dem Glitzern in ihren Augen kann Mason natürlich sofort verstehen, dass sie ihn eigentlich doch ganz anziehend finde. Tut mir leid, wenn ich ein bisschen ausfallend wirke, aber so etwas geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. Nein heißt Nein. Da gibt es keinen Handlungs- oder Diskussionsspielraum. Wieso und weshalb June Nein sagt, spielt dabei auch keine Rolle. Sie ist nicht bereit dazu, in Mason mehr zu sehen als einen Freund, also sollte er das auch akzeptieren. Ehrlich gesagt verstehe ich ja schon nicht, warum sie ihn nach alldem noch als Freund sehen kann.

Aber noch einmal zu June zurück. Gerade, wo sie so große Probleme mit ihrem Aussehen hat, kann ich einfach nicht verstehen, wie sich trotzdem teilweise über Äußerlichkeiten geäußert wird, in einem Buch, dessen Message doch eigentlich lauten sollte: Du bist schön, so wie du bist und nicht anders. Beispielsweise wünscht June sich einmal, Mason würden Monobrauen wachsen, um ihm seine Attraktivität zu nehmen. I mean, dann berühren sich eben die Brauen in der Mitte, na und? Das macht einen Menschen doch nicht gleich hässlich! Oder auch zum Thema Akne: Es wird über die richtige Wahl des Make-ups geschrieben, damit man nicht durch die Verwendung des falschen eine „zweite Pubertät“ durchlaufen muss. Klar, ich kann verstehen, weshalb Akne nicht wünschenswert erscheint, aber dennoch ist es eine Hautkrankheit, die nicht nur Teenager betrifft und die sich oft nicht leicht behandeln lässt. Wenn man als Autor*in schon ein Buch schreibt, in dem es um Selbstakzeptanz geht, dann sollten solche Dinge einfach nicht darin auftauchen.

Ach ja, und was ich an June noch nicht leiden kann, ist, dass sie Mason mehrfach eine Geschlechtskrankheit wünscht. Das ist genauso ein No-Go wie jemandem den Tod zu wünschen. Egal, wie sehr ich bestimmte Personen nicht leiden kann, wünsche ich ihnen doch keine Geschlechtskrankheit oder den Tod!

Auch bei der Schlussszene, die genau wie in »Truly« wieder eine Sexszene ist (Warum muss es immer gleich Versöhnungssex sein, warum nicht einfach ein klärendes Gespräch am Ende? Meinetwegen auch danach!), habe ich den Kopf schütteln müssen, denn Mason sagt einmal eindeutig, dass June aufhören soll – und auch hier gilt: Nein heißt Nein. Allerdings scheinbar nicht für June, denn Masons Körper spricht ja eine andere Sprache. Danach ist zwar keine Rede mehr davon, dass June aufhören soll, aber dennoch ist es in dem Moment eine Vergewaltigung gewesen, weil Mason June gesagt hat, dass sie aufhören soll. Ob nur, weil er es anders möchte oder überhaupt nicht, ist in diesem Augenblick vollkommen egal – sollte es zumindest sein.

Ich hoffe, ich konnte euch verständlich machen, weshalb ich das Buch trotz der schönen Stellen, des Schreibstils, etc. nicht mochte.


Fazit

Von mir gibt es für »Madly« keine Leseempfehlung. Ich selbst habe es nur zu Ende gelesen, weil ich doch noch Hoffnung hatte, zumal es so hoch gelobt wurde überall. Vielleicht hätte ich es doch einfach abbrechen sollen.

Rezension: »Wer heute lügt, ist morgen tot« von Thomas Enger

Hallo ihr Lieben!

Der Juni neigt sich zum Ende zu, und ich habe es tatsächlich noch geschafft, dieses Buch am Sonntag zu beenden – so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich habe „Wer heute lügt, ist morgen tot“ zu meinem 16. Geburtstag (also im Dezember 2019) bekommen und war schon sehr gespannt darauf … Aber leider konnte es mich nicht so sehr überzeugen wie erhofft.


Allgemeine Informationen

Titel: Wer heute lügt, ist morgen tot
Autor: Thomas Enger
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Jugendthriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
ISBN: 978-3-570-31266-7
Verlag: cbt
gelesen: 26.06.20 bis 28.06.20


Inhalt

DEINE FREUNDIN IST TOT UND DU STEHST UNTER MORDVERDACHT …

Der 18-jährige Even wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hatte gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Even gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evens Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Even nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen lässt. Auch der Titel passt so semi-gut zum Buch, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Da hätte man sich auf jeden Fall etwas Kreativeres ausdenken können.

Und bevor ich zur Innengestaltung komme, habe ich noch zwei Dinge, die ich beim Klappentext anmerken muss: Erstens, heißt der Protagonist nicht Evan, sondern Even – das ist ein norwegischer Name, denn das Buch spielt in Norwegen (der Übersicht halber habe ich bei der Inhaltsangabe sofort den richtigen Namen eingesetzt). Außerdem steht im Klappentext, Even habe sich mit dem ermordeten Bandkollegen gestritten. Davon war im Buch aber nie die Rede, weshalb sich mir die Frage stellt, wieso das im Klappentext steht …

Jetzt aber zum Inneren. Dort hat mir sehr gut gefallen, dass durch einen Wechsel der Schriftart gleichzeitig der Wechsel der Zeit deutlich wurde. So wurden die Abschnitte, die aus der Gegenwart erzählt wurden, in einer ähnlichen Schrift wie Calibri geschrieben, während die Vergangenheits-Erzählungen in kleinerer Schrift geschrieben wurden, die eben aussieht wie die Schrift in fast jedem anderen Buch auch. Das hat die Zeitsprünge irgendwie natürlicher wirken lassen.


Der Erzählstil

Vorab sei gesagt, dass ich den Schreibstil von Thomas Enger an sich nicht schlecht finde. Dennoch hat mich aber auch Vieles daran gestört, weshalb die folgenden Abschnitte recht negativ klingen könnten.

Aus diesem Grund fangen wir mit den Dingen an, die mir positiv aufgefallen sind. Denn das Buch ist, wie auch zuvor schon erwähnt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Allein das erinnert schon sehr an die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“, denn der Gegenwart-Teil spielt während einer Gerichtsverhandlung, während in dem Vergangenheit-Teil die Geschichte von vorn erzählt wird. Das hat zumindest schon mal neugierig gemacht.

Außerdem war der Schreibstil von Thomas Enger einfach und flüssig zu lesen. Alles war sehr schlicht gehalten, es gab wenig Ausschweifungen, alles wurde möglichst simpel beschrieben. Genau das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn dadurch wirkte das ganze Buch eher wie ein Bericht denn wie ein Jugendthriller. Es gab sehr wenig bis überhaupt keine Ortsbeschreibungen, und auch Charaktere wurden nur einmal kurz beschrieben – zumindest die Nebencharaktere, denn vom Protagonisten weiß ich bis jetzt noch nicht, wie er aussieht, außer, dass er wohl recht attraktiv sein soll. Super Beschreibung, wirklich.

Zudem waren Emotionen eher nebensächlich. Es gab außer Angst und Wut keine Gefühle des Protagonisten, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn nie wirklich kennengelernt zu haben. Er sagt zwar über seine umgebrachte Freundin, dass er sie geliebt hat, aber davon merkt man herzlich wenig. Insgesamt war das Buch also sehr nüchtern geschrieben.

Was mich jedoch am allermeisten am Schreibstil gestört hat, war diese gewollt wirkende Umgangssprache, die besonders in Dialogen mit Evens Freunden vorkam. Ich meine, ich kenne keine Person – wirklich, keine einzige – die mit den Worten „What’s up?“ ein Telefongespräch annimmt. Genauso wenig wie ich jemanden kenne, der einen fragt: „Läuft ’n so?“. Ganz ehrlich, wenn ich bedenke, dass der Autor im Alter meiner Eltern ist und selbst Kinder hat, frage ich mich, ob die da oben in Norwegen vielleicht anders sprechen – aber selbst dann hätte man das in der Übersetzung abändern können.


Die Handlung

Zuerst einmal entschuldige ich mich, falls meine Sprache ein bisschen umgangssprachlich sein sollte. Aber ich möchte alles so erklären, dass man es auch verstehen kann und nicht um den heißen Brei herumreden, wenn ihr versteht, was ich meine.

Also fange ich direkt so an, denn die Idee der Geschichte ist schon ziemlich ausgelutscht und einfallslos. Ich meine, es gibt so viele Geschichten á la „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „One of us is lying“, dass sie mir jetzt mittlerweile einfach aus Ohren, Nase, Mund, etc. raushängen. Oder ein bisschen freundlicher formuliert: ich hab genug von diesen Storys, die alle gleich sind.

Jetzt könnt ihr euch vermutlich schon denken, dass ich die Geschichte sehr vorhersehbar fand. Das hat mir schon mal einen Großteil meiner Motivation genommen, das Buch nicht doch abzubrechen, aber da ich ja schon ein paar positive Entdeckungen bezüglich des Schreibstils gemacht habe, hätte ich das irgendwie mies und nicht fair gefunden. Also habe ich weitergelesen, aber es wurde einfach nicht spannend. Ich habe mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, wo überall von den ach so tollen Plottwists die Rede ist – kann es sein, dass ich die einfach überlesen habe? Denn bis auf die letztliche Auflösung der Geschichte (die noch dazu ziemlich weit hergeholt ist) hat mich keine Wendung irgendwie überrascht.

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat mich nicht angeödet oder so. Es war mir einfach gleichgültig, ob ich jetzt weiterlese oder nicht. Die Geschichte konnte mich nicht catchen, dabei habe ich ihr mehr als nur eine Chance gegeben. Stattdessen war ich immer enttäuschter, je mehr Dinge wirklich so geschehen sind, wie ich es bereits vorhergesehen hatte.

Da ich eben schon auf das Ende zu sprechen gekommen bin: Ja, das war vermutlich der einzige Plottwist, der mich überraschen konnte, aber das war’s auch schon, was ich da positiv anmerken könnte. Denn wie kann es sein, dass trotz Mund-zu-Mund-Beatmung nach dem Mord an Mari keine DNA an der Leiche gefunden wurden? Oder hat die Polizei einfach unfassbar schlampige Arbeit geleistet und deshalb keinen DNA-Abgleich an den Verdächtigen vorgenommen? Demnach wirkte die Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen.

Weiterhin bleiben nach dem Ende immer noch offene Fragen. Ich spoilere nicht, wenn ich mich jetzt hier frage, ob Even wirklich von der Person verfolgt ist, von der er geglaubt hat, dass sie es ist. Auch bleibt mir unklar, was wirklich mit Evens Vater passiert ist. Hat Evens Mutter Mitschuld? Warum ist ihm am Steuer unwohl geworden?

Auch scheinen einige Aktionen der Charaktere, insbesondere von Even keine weiteren Folgen zu haben, obwohl sie eigentlich Hinweise für die Polizei sind. Ich meine, warum wurde er nie nach der SMS gefragt, die er Mari geschickt hat, nachdem sie einfach mit ihm Schluss gemacht hat? Hätte diese nicht eigentlich als Drohung verstanden werden können? So klang sie zumindest für mich.

Das einzige Positive, das ich jetzt noch hier anmerken kann, ist das Setting, das gewählt wurde. Der Autor ist selbst norwegisch, weshalb ich es auch gut fand, dass das Buch in einem Dorf in Norwegen spielt. Zwar gab es keine Ortsbeschreibungen, die mir irgendeinen Hinweis darauf gegeben haben könnten, wie Fredheim aussieht, aber zumindest ist das Setting mal etwas Anderes.


Die Charaktere

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass ich auch hier rummeckern werde. Denn mir wurde Even als Protagonist überhaupt nicht sympathisch. Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil seine Emotionen irgendwie nicht rüberkamen und ich einige seiner Handlungen einfach widersprüchlich fand. Zudem handelt er wie ein sechzehnjähriger Teenager, obwohl er bereits achtzehn ist. Davon merkt man überhaupt nichts.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich flach ausgearbeitet. Man erfährt zwar ein bisschen über Mari, Kaiss, Fredrik und Oskar, sowie über Evens Onkel Imo und seine Mutter Susanne, aber über seinen Bruder Tobias zum Beispiel habe ich kaum etwas erfahren, außer, dass er mich an den Sohn der Lebensgefährtin meines Vaters erinnert. Wobei selbst der noch aufgeweckter ist als Tobias.


Fazit

Nachdem ich die Rezension hier abgetippt habe, kann ich nur einmal tief durchatmen und fühlen, wie der ganze Frust, den ich während des Lesens verspürt habe, einfach weggeschrieben ist. Das ist das Gute am Rezensionen schreiben xD

Na ja, ich würde jetzt zumindest nicht sagen, dass das Buch überhaupt keine Leseempfehlung ist, denn Teilstücke haben mir ja doch ganz gut gefallen. Die Umsetzung ist einfach nicht das Gelbe vom Ei, und vielleicht finden Leser, die eben mehr auf seichte Thriller stehen, das Buch unterhaltender als ich, die ich ja liebend gern möglichst psychisch gestörte und blutige Thriller lese. So ist jeder anders gestrickt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3/5 ⭐

Erzählstil: 2,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 2,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Abgründig« von Arno Strobel

Hallo ihr Lieben!

Ich habe mir als Monatsvorsatz gesetzt, dieses Buch endlich von meinem SuB zu befreien. Ehrlich gesagt, hatte ich schon vor dem Lesen eher niedrige Erwartungen, weil ich schon viel Negatives über den Jugendthriller gehört habe – aber lest selbst!


Allgemeine Informationen

Titel: Abgründig
Autor: Arno Strobel
Genre: Jugendthriller
Format: Paperback
Seiten: 236
ISBN: 978-3-7855-7864-3
Verlag: Loewe
gelesen: 30.04.20 bis 08.05.20


Inhalt

Eine Bergtour. Ein Unwetter. Ein Mord.
Eingesperrt auf engstem Raum, ohne Aussicht auf Rettung, erkennt man ganz neue Seiten an seinen „Freunden“. Manche Seiten sind hässlich … andere tödlich.

Geplant war eine lässige Bergtour – auf eigene Faust zur Zugspitze und wieder zurück. Doch als die kleine Gruppe um Tim am Morgen aufbricht, scheint das Unglück vorprogrammiert. Sie geraten in ein heftiges Unwetter und müssen in einer verlassenen Hütte Unterschlupf suchen. Sie wissen nicht, wo sie sind, sie haben keine Möglichkeit, mit dem Rest der Welt Kontakt aufzunehmen, und sie sitzen fest. Solange Sturm und Regen toben, ist an einen Abstieg nicht zu denken. Zunehmend liegen die Nerven blank und Vorwürfe machen die Runde, schließlich kommt es sogar zur Prügelei.
Am nächsten Morgen ist einer von ihnen verschwunden. Zurück bleibt eine Blutlache – und die Frage, ob es unter ihnen einen Mörder gibt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover passt ganz gut zur Geschichte, ist aber eigentlich nicht so mein Fall. Ich bin einfach kein Fan von dem Gesamteindruck, und jeder hat ja auch schließlich einen eigenen Geschmack.

Die Kapitelüberschriften sind unglaublich fett und groß geschrieben, was ein bisschen gestört hat. Ich persönlich mag es lieber, wenn dort ein wenig Einfallsreichtum gezeigt wird, anstatt einfach eine Blockschrift und Großbuchstaben zu verwenden.


Der Erzählstil

„Abgründig“ war das erste Buch, das ich von Arno Strobel gelesen habe, und vorerst vermutlich auch das letzte. Als ich die ersten zwei Kapitel gelesen habe, war die Motivation zu lesen schon am Ende. Der Schreibstil wirkte einfach langweilig und viel zu einfach auf mich, es gab nichts Besonderes daran und ich hatte das Gefühl, die Geschichte hätte auch von einem Grundschüler geschrieben worden sein, der perfekte Rechtschreibung Grammatik beherrscht.

Aus diesem Grund habe ich einige Tage lang gar nichts in dem Buch gelesen, was meine gesamte Lesemotivation sehr runtergezogen hat. In den letzten beiden Tagen hab ich mich dann aber aufgerafft und mir eingeredet, dass dies nicht das erste Buch sein soll, das ich abbreche, weshalb ich abends viel gelesen habe und auch recht schnell vorangekommen bin. Trotzdem gab es einige sehr schleppende Stellen im Buch, gerade in der Mitte, da sich alles immer wieder um die eigene Achse gedreht hat. Es gab kaum neue Entwicklungen, die irgendwie Spannung hätten hervorrufen können, weshalb ich mich irgendwann nur noch gelangweilt habe. Vieles hat sich wiederholt, auch von den verwendeten Wörtern her, wodurch es auch wenig Abwechslung gab.


Die Handlung

Ich habe ja eben schon ein bisschen was zur Handlung geschrieben, aber jetzt möchte ich noch ein bisschen was hinzufügen.

Zuerst einmal war die ganze Geschichte rund um die 10 Jugendlichen aus dem Bergcamp sehr klischeehaft und mit Vorurteilen behaftet. Dazu aber gleich bei den Charakteren mehr. Die Entwicklungen waren alle sehr vorhersehbar für mich. Vielleicht habe ich schon zu viele Thriller gelesen, aber dieser hat wirklich alle Klischees erfüllt, die es so geben kann. Da fängt es schon mit der Idee an, dass die Gruppe in einer einsamen Hütte auf einem Berg eingeschneit wird und einer von ihnen verschwindet.

Sobald die Jugendlichen es auf die Hütte geschafft hatten, drehte sich alles nur noch im Kreis. Ein paar haben ein bisschen über sich selbst ausgepackt, und dann gab es immer eine Diskussion, daraufhin eine Versöhnung, dann eine Prügelei und dann wieder eine Diskussion. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte dem Buch nicht schaden können, zumal auch Tims Gedankengänge viel zu oft wiederholt wurden und dann auch noch in fast demselben Wortlaut.

Wie für viele Jugendthriller typisch hatte das Buch keine Gewaltszenen, aber auch so würde ich es nicht als Thriller bezeichnen, sondern vielmehr als Abenteuergeschichte. Ein großer Nachteil war außerdem der Prolog in dem Buch. Dieser hat meiner Meinung nach zwar neugierig gemacht, aber trotzdem auch schon zu viel verraten. Ich hätte mich gerne mehr überraschen lassen.


Die Charaktere

Hier gab es ein bisschen mehr Abwechslung als in der Handlung. Jeder Charakter hatte eigene Dinge, mit denen er zu kämpfen hatte, aber trotzdem war keiner von ihnen wirklich tiefgründig gestaltet. Man erfährt eigentlich nichts über sie, als das, was für die Geschichte wirklich von Belang ist. Besonders über Lena, Jenny, Janik, Julia und Sebastian hat man sehr wenig erfahren. Gut, bei Tim, Ralf, Lucas und Denis gab es ein paar Dinge, die überrascht haben, aber auch nicht sonderlich schwer zu erkennen waren. Es war auf jeden Fall sehr schnell erkennbar, welcher Charakter welcher stereotypen Schublade zuzuordnen ist, bspw. „der Streber“, „der Angeber“, „der Aggressive“, „der Eifersüchtige“, „der Psycho“, etc.

Zudem waren einige Handlungen einfach nicht authentisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand aus meiner Altersgruppe an meiner Schule auf die Idee käme, jemanden einfach nur in eine stinkende, mit Mäusekot vollgestopfte Kammer zu sperren, und das auch noch über Nacht, weil er eventuell etwas getan haben könnte. Das ist einfach nur ekelerregend und ab da war mir keiner der Charaktere mehr sympathisch, weil ich dieses Verhalten niemals verzeihen könnte.


Fazit

„Abgründig“ hat mich sehr enttäuscht. Zwar kann ich nicht sagen, dass das ganze Buch langweilig war, aber Spannung hat sich auch keine aufgebaut. Aus diesem Grund kann ich das Buch einfach nicht empfehlen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 2/5 ⭐


Alles Liebe,

Lara

Rückblick: März 2020

Im März hat sich bei mir sowohl auf dem Blog als auch in der Schule einiges verändert. Beispielsweise habe ich mich dazu entschlossen, mich bei diversen Portalen anzumelden, über die man unter Anderem auch Rezensionsexemplare anfragen kann, und dadurch habe ich im März bereits ein paar Exemplare bekommen, aber dazu gleich mehr 😉


Privates

Sooo … Ihr ahnt schon, dass ich hier nicht allzu viel über mein Privatleben schreiben werde, weil einfach durch die Corona-Krise nicht wirklich viel passiert ist. Anfangs lief ja noch alles gut und ich bin in der Schule auch tatsächlich mehr aus mir herausgekommen, obwohl ich noch lange nicht auf dem gleichen Stand war wie vor ein paar Jahren noch – aber klein anfangen, dachte ich mir. Tja, und dann kamen die Meldungen, dass bis zu den Osterferien keine Schule mehr stattfinden wird. So viel also zu meinem Vorsatz, mich in der Schule zu bessern. Da ich auf eine Schule gehe, die sehr digital unterwegs ist, habe ich trotzdem Unterricht gemacht – teilweise mit Videokonferenzen, mal über Microsoft Teams und natürlich auch über unsere Schulplattform „Nerdl“. Einziger Nachteil: Die Lehrer dürfen die Sachen, die wir in den Unterrichtsstunden erarbeiten, nicht bewerten. Ich hatte eigentlich gehofft, durch das Homeschooling meine mündliche Note aufbessern zu können, und dann so was. Nicht sehr optimal, finde ich, aber ändern kann ich da jetzt sowieso nichts mehr dran.

Das Wochenende bevor die Schulen geschlossen wurden, habe ich mich aber noch mit einer Freundin getroffen (ja, wieder mit Isabella – die mit den Twilight-Filmen xD). Mit ihr war ich nicht allzu lange wach, aber trotzdem haben wir ein paar Filme gesehen.

Ansonsten ist kaum etwas passiert. Meine Schwester und ich konnten an den Wochenenden nicht zu unserem Vater, weil mein Stiefvater zur Risikogruppe gehört und als er dann noch eine Grippe bekommen hat, durften wir einige Tage auch das Haus nicht verlassen – der Corona-Test fiel jedoch zum Glück negativ aus.


Buchiges

Neuzugänge

Dadurch, dass ich mich bei verschiedenen Portalen angemeldet habe, über die man Rezensionsexemplare anfragen kann, habe ich auch ein paar mehr Neuzugänge als noch vorher – aber eben ein Großteil Rezensionsexemplare xD.

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  1. Drachendunkel – Die Legende von Illestia von Eyrisha Summers (Rezensionsexemplar)
  2. Girl Detective von Victoria Herz (Rezensionsexemplar)
  3. Der Kinderflüsterer von Alex North (Rezensionsexemplar)
  4. Verity von Colleen Hoover (Rezensionsexemplar)
  5. Warrior Cats: Das gebrochene Gesetz – Verlorene Sterne von Erin Hunter (geschenkt)
  6. Begin again von Mona Kasten (durch Einlösen von Gutschein)
  7. Trust again von Mona Kasten (durch Einlösen von Gutschein)
  8. Achtsam Morden von Karsten Dusse (geschenkt)
  9. Wie der Klang deines Herzens von C. S. Bieber (Rezensionsexemplar)
  10. Secret Souls von Kira Borchers (Rezensionsexemplar)

Lesemonat

Vielleicht glaubt ihr, dass ich mich mit den Rezensionsexemplaren diesen Monat übernommen habe, aber ich kann euch versichern, dass ich nur welche angefragt habe, wenn ich auch wirklich Zeit und Kapazität für eins hatte – und in einem Fall hat mich auch die Autorin selbst angeschrieben und gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihr Buch zu lesen (ich rede von Victoria Herz, die mir „Girl Detective“ zur Verfügung gestellt hat). Für die Rezensionen klickt einfach auf das jeweilige Bild.

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  1. Drachendunkel – Die Legende von Illestia von Eyrisha Summers (4/5 ⭐)
  2. Shadow Dragon – Die falsche Prinzessin von Kristin Briana Otts (4/5 ⭐)
  3. Girl Detective von Victoria Herz (4/5 ⭐)
  4. Emma von Jane Austen (4,5/5 ⭐)
  5. Verity von Colleen Hoover (5/5 ⭐)
  6. Golden Dynasty – Stärker als Begehren von Jennifer L. Armentrout (4,5/5 ⭐)
  7. The Hate U Give von Angie Thomas (3,5/5 ⭐)
  8. Shadow Dragon – Der dunkle Thron von Kristin Briana Otts (3,5/5 ⭐)
  9. Der Kinderflüsterer von Alex North (4,5/5 ⭐)
  10. Secret Souls von Kira Borchers (1,5/5 ⭐)
  11. Leben des Galilei von Bertolt Brecht (2/5 ⭐)

Meine beiden Schullektüren konnte ich endlich beenden. Da ich jedoch teilweise schon im Januar mit diesen begonnen habe, wurde es auch wirklich mal Zeit dafür. In „The Hate U Give“ habe ich diesen Monat insgesamt 187/371 Seiten gelesen und in „Leben des Galilei genau 81/131 Seiten. Und auch mit „Wie der Klang deines Herzens“ von C. S. Bieber habe ich angefangen, bin da jedoch nur bis Seite 35/275 gekommen.

Mein Highlight diesen Monat war eindeutig „Verity“ von Colleen Hoover. Und nicht nur das, denn das Buch hat eindeutig Potenzial für ein Jahreshighlight! Die Geschichte hat mich komplett umgehauen und ich habe wirklich lange nicht mehr so ein gutes Buch gelesen. Der größte Flop diesen Monat war „Secret Souls“ von Kira Borchers, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt. Das fand ich ziemlich schade, weil das Buch ein Rezensionsexemplar war, das ich sogar selbst angefragt habe (beziehungsweise, ich habe bei einem Gewinnspiel dazu teilgenommen) … ich hatte hohe Erwartungen, weil ich so viel Gutes über das Buch gehört habe, und dann so was. Na ja, ich bin ja der Meinung, dass man nicht nur gute Bücher lesen kann, denn sonst vergisst man irgendwann, welche Geschichten wirklich richtig gut sind und welche nicht.


Schreib-Projekte

Man sollte meinen, dass ich aufgrund von der Corona-Krise und dem allgemeinen Kontaktverbot insgesamt mehr zum Schreiben gekommen bin. Hatte ich auch erst gedacht, aber leider lag ich damit so richtig falsch. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie fehlte mir diesen Monat einfach die Motivation – stattdessen habe ich mehr gelesen als sonst, was auch ein kleiner Fortschritt ist. Erst zum Ende hin wurde ich schreibtechnisch wieder aktiver. Ich habe die letzten Kapitel zu meinem aktuellen Projekt „Shadow Hearts“ beendet und dann mit der Überarbeitung angefangen. Da bin ich jetzt aber erst bei Kapitel 4 angelangt, weshalb da auch noch ein langer Weg vor mir liegt.


Statistik

gelesene Bücher: 11

gelesene Seiten: 3.131

durchschnittliche Bewertung: 3,5/5 ⭐


Filme & Serien

Beim Filmeabend mit Isabella haben wir „nur“ die drei letzten Teile von Twilight gesehen, und außerdem 4 Folgen aus Shadowhunters sowie eine aus den Vampire Diaries. Ansonsten habe ich noch mehrere James Bond-Filme gesehen (welche, weiß ich nicht mehr genau, aber die liefen ja diesen Monat zwischendurch immer im Fernsehen) und Serien-technisch bin ich in Vampire Diaries jetzt bei Staffel 6 irgendwo in der Mitte, habe da also auch noch einiges vor mir.


Wie lief euer Monat März denn so? Ihr könnt mir gerne euren Lesemonat in den Kommentaren verlinken, ich schau da gerne mal vorbei!


Alles Gute und bleibt gesund,

Rezension: »Leben des Galilei« von Bertolt Brecht

Hey ihr Lieben!

Schullektüre, wer kennt’s nicht? Wahrscheinlich ahnt ihr schon, dass ich mir niemals das Buch bzw. das Drama gekauft hätte, wenn ich es nicht für den Deutschunterricht gebraucht hätte.

Die Rezension ist sehr kurz ausgefallen, aber ich wusste einfach nicht, was ich noch mehr darüber hätte schreiben können … lest selbst, wie es mir gefallen hat:


Inhalt

Leider gibt es im Buch selbst keine Inhaltsangabe, aber grob gesagt geht es um den Physiker Galileo Galilei, der an der Universität in Padua (Italien) Astronomie lehrt. Zunächst möchte er das Kopernikanische Weltsystem beweisen, stößt dann jedoch auf ganz neue astronomische Erkenntnisse.

„Das Leben des Galilei wird vermutlich neben der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ und dem „Kaukasischen Kreidekreis“ und einigen Stücken Lyrik Brechts größten Anspruch auf Unsterblichkeit begründen.“

W. E. Süskind

Allgemeine Informationen

Titel: Leben des Galilei
Autor: Bertolt Brecht
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 131
Verlag: Suhrkamp
gelesen: 10.02.20 bis 30.03.20


Über den Autor

Bertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, starb am 14. August 1956 in Berlin.

Das Schauspiel Leben des Galilei wurde 1938/39 im Exil in Dänemark geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht. – Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet Theatre).


Meine Meinung

Die Gestaltung

Na ja, eigentlich könnte ich diese Kategorie auch auslassen, weil das Cover jetzt wirklich nichts Besonderes ist und die Innengestaltung … tja, alles wirkt eben sehr altbacken und das hat mir von vornherein ein bisschen den Spaß am Lesen verdorben, obwohl das Thema an sich schon recht interessant ist.


Der Erzählstil

Wie bei Dramen gewöhnlich, ist „Leben des Galilei“ in Dialogen geschrieben. Hier fand ich die Sprache der Charaktere sehr typisch für das siebzehnte Jahrhundert, weshalb ich wenig daran auszusetzen habe.

Anders als bei den typischen Klassikern habe ich hier aber doch zwischendurch mit einigen Ausdrücken und besonders mit Formulierungen gehadert. Ich bin es einfach nicht gewohnt, Dramen zu lesen, und werde dies außerhalb des Unterrichts wohl auch nie tun.

Durch die sehr schwierigen Ausdrücke, die teilweise verwendet wurden und den auch ebenso schwierig zu lesenden, sehr verschachtelten Satzbau bin ich oft abgeschweift beim Lesen. Ich denke, einige von euch kennen das auch, wenn man liest, aber nicht bei der Sache ist und gar nicht richtig mitbekommt, was passiert. So ging es mir oft in dem Drama, was ich schade fand – bei „Der Besuch der alten Dame“ ist mir das Lesen insgesamt zum Beispiel einfacher gefallen.


Die Handlung

Das Drama erzählt sozusagen die Geschichte des Physikers Galileo Galilei. Insgesamt spielt die Geschichte mehrere Jahrzehnte lang, wodurch öfter mal größere Zeitsprünge da waren, die aber nicht sonderlich gestört haben, weil das Buch sonst einfach viel zu lang gewesen wäre.

Trotzdem fehlten mir zwischendurch einfach die Zusammenhänge – zwar bin ich mir darüber bewusst, dass Galilei verhaftet wurde, aber allein aus der Handlung des Dramas ist mir nicht klargeworden, weshalb. Das konnte ich mir nur zusammenreimen durch meinen vorherigen Wissensstand.


Die Charaktere

Ich fand es interessant, dass Galilei in dem Drama nicht die Rolle des Helden eingenommen hat, wie es ja oft der Fall ist. Bertolt Brecht hat sich nicht darauf berufen, Galileis Handlungen vor dem Publikum zu rechtfertigen, sondern seine Entscheidungen konsequent zu hinterfragen und sich so ein eigenes Bild von ihm als Protagonist zu machen. Für mich wirkte Galilei wie ein sehr jähzorniger Wissenschaftler, der seine guten und auch seine schlechten Eigenschaften hatte, wobei gerade zum Ende hin die schlechten weitaus überwogen, wodurch es mir schwerfiel, mich in ihn hineinzuversetzen.

Über die anderen Charaktere erfährt man auch viel, und meine Deutschlehrerin wäre sicherlich enttäuscht, weil ich nicht zu jedem einzelnen etwas aufschreiben werde. Alle wirkten sehr vielschichtig, und trotzdem waren einige dabei, die nur so wenig Auftritte hatten, dass ich sie nur oberflächlich kennenlernen konnte.


Fazit

„Leben des Galilei“ ist ein Drama, das mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits fand ich die Thematik sehr interessant, andererseits bin ich einfach kein Fan von Dramen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 1/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐



Alles Liebe,

Rezension: »Secret Souls« von Kira Borchers

*Werbung | Rezensionsexemplar*

Hallo meine Lieben!

Bei einem bookstagram-Gewinnspiel auf Kiras Account habe ich ein E-Book-Exemplar ihres Debütromanes „Secret Souls“ bekommen – und ich war schon sehr gespannt, wie mir das Buch gefallen würde!

Bevor ihr die Rezension lest, möchte ich aber noch etwas anmerken: Kira ist eine sehr junge Autorin und das Buch ist ihr Debüt. Ich habe viele Rezensionen gelesen, in denen das Buch deshalb besser bewertet wurde, weil die Autorin noch nicht so erfahren ist … und das meine ich jetzt nicht als Kritik oder verallgemeinernd. Es gibt viele Blogger, in deren Rezension ist einfach gelesen habe, dass sie einige Punkte nicht so ernst nehmen, weil es sich bei dem Buch um ein Debüt handeln. Ich selbst möchte mir selbst ehrlich bleiben und das mitunter auch Kira zuliebe, denn ich bin der Meinung, dass man sich nur durch ehrliche Kritik verbessern kann.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Jolines größter Traum ist es, einmal bei Olympia den 5000m Lauf mitrennen zu können und für diesen Traum tut sie alles. Als ihr jedoch die Qualifikation zum Entscheidungslauf für eine Aufnahme für eines der besten Sportinternate des Landes misslingt, ist Joline am Boden zerstört. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt beschließt der gutaussehende und wohlhabende Jason Taylor, mit ihr in Kontakt zu treten und sie als Trainer zu unterstützen. Wird Joline es mit seiner HIlfe schaffen, beim Entscheidungslauf teilzunehmen und siegen zu können? Oder benutzt Jason sie bloß, um seine Ex-Freundin, und gleichzeitig Jolines Rivalin, eifersüchtig zu machen? Die Situation spitzt sich zu, als immer mehr Menschen in Jolines Alter verschwinden und nach wenigen Tagen als Leichen wieder auftauchen.


Allgemeine Informationen

Titel: Secret Souls

Autorin: Kira Borchers

Genre: Urban Fantasy

Format: E-Book

Seiten: 331

Verlag: Amrûn

gelesen: 24.03.20 bis 25.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist das, was mir am ganzen Buch am meisten gefällt. Da ich es als E-Book gelesen habe, kam das bei mir nicht so ganz rüber, aber ihr könnt ja oben das Bild des Covers sehen … einfach magisch. Hätte ich das Buch in einer Buchhandlung entdeckt, wäre es eindeutig ein Coverkauf gewesen, also habe ich hier wirklich nichts auszusetzen. Außerdem sieht man auf dem Cover auch gut, dass das Buch im Genre Fantasy liegt, was aus dem Klappentext selbst nicht ersichtlich ist. Na ja, beides zusammen funktioniert ja schließlich perfekt xD.

Bei der Innengestaltung hat mich gestört, dass es so große Absätze gab, obwohl kein Zeitunterschied da war. Das heißt, der eine sagt etwas, und wenn der andere antwortet, ist da ein großer Absatz wie bei einem Zeitsprung. Dadurch war das Buch trotz des einfachen Schreibstils leider nicht so flüssig zu lesen wie es für mich wünschenswert gewesen wäre.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kira konnte mich leider nicht so sehr von sich überzeugen. Er war sehr einfach gehalten und sicherlich ist das für einige ein Pluspunkt, mich hat er jedoch zeitweise eher an meine Fanfictions aus der fünften Klasse erinnert – was keine Beleidigung sein soll, aber ich glaube einfach, dass da noch Luft nach oben gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz mochte ich die vielen Vergleiche und Metaphern, die Kira verwendet hat, wirklich gerne. Dadurch wurde alles sehr anschaulich erklärt und ich konnte mir bildhaft die einzelnen Szenen vorstellen.

Die Kapitel sind immer aus anderen Perspektiven geschrieben. Das heißt, manchmal wird aus der Sicht von Joline und Jason erzählt (in der Ich-Perspektive), und dann wieder aus der Sicht von Jolines Onkel Steve oder ihrem Vater Enry (in der 3. Person). Ich fand es gut, das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen, obwohl dadurch auch schon einiges vorweggenommen wurde – da hätte man mehr Spannung einbauen können, indem nicht direkt zu Anfang das ganze Geheimnis aufgedeckt worden wäre. Über den Kapiteln stand auch immer, aus wessen Sicht erzählt wurde. Das war ein Pluspunkt für mich, obwohl da wahrscheinlich auch der Vorname gereicht hätte.

Ich mochte allerdings den Humor, der sich durch das ganze buch zieht. Einige Male musste ich wirklich schmunzeln – besonders, wenn Jason und Joline wieder mit Sprüchen um sich geschlagen haben.

„Deine Angst regiert dich. Lerne endlich, deinem Umfeld ein wenig mehr zu vertrauen.“

Seite 66

Auch einige Tippfehler und Formatierungsfehler waren drin, die mich gestört haben (was aber auch daran liegen kann, dass ich ein regelrechter Rechschreib- und Grammatikfrak bin), beispielsweise wurden manchmal nur Teile eines Wortes kursiv gedruckt, und manchmal stattdessen das gewollte Wort und dazu noch ein Teil vom nächsten. Und ja, ich weiß, dass einige so sprechen, weil meine Freundin auch so redet, aber wenn irgendwo geschrieben steht „Sie hatte es vergessen gehabt“, dann ist das für mich ein ganz klarer Grammatikfehler, bei dem es mir kalt den Rücken runterläuft. Richtig würde es heißen „Sie hatte es vergessen“. Und auch so Dinge wie der Unterschied zwischen „Nachdem“ und „Nach dem“ müssen für mich in einem Buch einfach gegeben sein. Zwischendurch waren auch ein paar Fehler in der Groß- und Kleinschreibung dabei, was man in der Grundschule lernt und was wirklich zu vermeiden gewesen wäre. In dieser Hinsicht war ich also vom Schreibstil überhaupt nicht angetan. Auch einige Kommafehler waren sehr offensichtlich. Ich weiß nicht, warum das bei so vielen ein Problem ist, aber die Person, die korrektur gelesen hat (falls es eine gab, das weiß ich natürlich nicht), hätte das auf jeden Fall erkennen müssen.

Eines der Dinge, die mich ebenfalls sehr irritiert haben, war die beinahe zwanghafte Nennung der einzelnen Namen. Ich finde es schon irgendwie komisch, wenn die Charaktere an ihre Eltern denken und dabei deren vollen Namen verwenden, aber wenn sie mit den Eltern reden, sagen sie ganz normal Mama oder Papa.

Nachtrag: Bei den Formatierungs- und Rechtschreibfehlern habe ich von Kira im Nachhinein noch erfahren, dass das mitunter daran liegt, dass das Lektorat bei ihr nicht so optimal lief und vieles hinterher fehlerhafter war als in ihrer eigenen Fassung. Ich mache hier also niemanden für das alles verantwortlich, und vielleicht werde ich dazu auch mal einen eigenen Blogbeitrag schreiben, wie viel im Lektorat eigentlich schiefgehen kann. In dem Sinne ist es natürlich sehr schade um das Buch gewesen und ich hoffe, ihr seht meine Worte nicht als Kritik an der Autorin an.


Die Handlung

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Nur die Umsetzung … tja, da hat es an einigen Stellen wirklich noch gehakt.

Kommen wir zuerst zur Beziehung zwischen Joline und Jason. Joline ist in meinem Alter und Jason macht bald das Abitur, und ich habe nicht das Gefühl, dass die beiden ihrem Alter entsprechend handeln. Die beiden kannten sich nicht einmal eine Woche und schon stand das Wort „Liebe“ in der Luft. Meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch, weil die beiden sich vorher kaum eines Blickes gewürdigt haben. Die Beziehung hat sich also für die gegebenen Verhältnisse viel zu schnell entwickelt.

Ich war gespannt auf die Geschichte, weil schon auf dem Cover zu erkennen ist, dass sie irgendwas mit einem Einhorn zu tun hat und ich solche Storys bisher einfach noch nie gelesen habe. Auch hier: die Idee fand ich gut, die Umsetzung hat Luft nach oben. Die Fantasy-Aspekte wurden zu schnell erklärt, alles wirkte irgendwie, als wäre es keine große Sache, und die Charaktere glauben viel zu schnell, was sie gesagt bekommen.

„Loslassen fiel mir bereits schwer, aber sich mit ausgebreiteten Armen in die Tiefe zu stürzen, hatte ich bisher nicht vorgehabt. Das war Selbstmord. Vor allem bei einem Typ wie Jason.“

Seite 67

Dadurch, dass ich alles relativ vorhersehbar fand, konnte mich das Buch auch nicht wirklich mit Spannung catchen. Es gab zwar einige Plot-twists, die unerwartet kamen, aber so wirklich schockieren konnten mich die Entdeckungen einfach nicht.

Schade fand ich außerdem, dass nicht erkenntlich wird, ob das Buch in Deutschland spielt (wie es aufgrund der Redewendungen sowie vielen anderen Dingen den Anschein hat – die Charaktere sagen „Mama“ und „Papa“) oder in einem englischsprachigen Land, was wiederum wegen der Namen irgendwie mehr Sinn ergeben hätte.

Insgesamt kam es mir so vor, als wäre ich durch das Buch hindurchgerast, und das nicht im positiven Sinne, weil ich so schnell gelesen habe. Alles ging mir einfach viel zu schnell, alles wurde viel zu schnell aufgeklärt: neue Handlungsstränge, neue Probleme, neue Entdeckungen. Ein paar Pausen hätten der Geschichte sehr gut getan, und wenn dann noch alles ein bisschen anschaulicher erklärt gewesen wäre (also beispielsweise mit den Fantasy-Aspekten), dann hätte mir das Buch auch mehr gefallen.


Die Charaktere

Ich weiß nicht recht, was ich mit Jolines Charakter anfangen soll. Sie ist ehrgeizig, aber ansonsten kann ich sie einfach nicht einschätzen. Viele ihrer Handlungen werden einfach nicht weiter erklärt, wodurch ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte, und ich finde, sie nimmt alles viel zu gelassen hin, nur um später dann komplett durchzudrehen und alle in ihrem Umfeld zu beleidigen (wenn auch unbeabsichtigt). Tut mir leid, wenn die Autorin das anders beabsichtigt hat, nur kam es für mich leider so rüber. Ich finde, Joline vergibt einfach viel zu schnell. Ihre Eltern haben sie nie wirklich beachtet und sie wohnt den ganzen Sommer lang bei ihrem Onkel, weil die beiden sie nicht bei sich haben wollen – natürlich hat das einen Grund, aber irgendwie war mir das dann doch zu viel.

„Eine Kämpferin hat es verdient, eine Gelegenheit angeboten zu bekommen, die sie ergreifen kann, um dem Sieg wieder ein Stück näher zu sein.“

Seite 74

Jason mochte ich schon lieber, obwohl ich auch ihn irgendwie nicht verstehen konnte. Klar, er gibt Joline endlich das Gefühl gemocht zu werden, aber doch schafft er es immer wieder, sie zu verletzen. Er ist erwachsen, da sollte man eigenständig handeln können und ich glaube nicht wirklich, dass er keine Chance hat, gegen seinen korrupten Vater anzukommen. Natürlich sind solche Verhältnisse innerhalb der Familie schwierig, aber das war mir doch viel zu weit hergeholt. Außerdem war es mir schleierhaft, wie Jason nach einem so tragischen Todesfall (wer stirbt, werde ich nicht verraten) einfach so ganz locker mit Joline auf einen Ball gehen kann. Ich hätte mich danach wahrscheinlich erst mal selbst in eine Psychiatrie eingewiesen.

Die Charaktere und besonders die Jugendlichen, die alle ungefähr in meinem Alter sind, waren nicht sehr authentisch gestaltet – meiner Meinung nach. Es kann natürlich sein, dass einige das anders sehen. Irgendwie kam es mir jedoch so vor, als wären ihnen Charaktereigenschaften zugeschrieben worden, nur weil sie gerade so in die Story gepasst haben, ohne wirklich darüber nachzudenken, wieso das so sein könnte. Es gab keine Erklärungen für das Verhalten der Charaktere (abgesehen von der Familie Thompson und der Familie Taylor). Da hätte man noch viel rausholen können.


Fazit

„Secret Souls“ hat mich leider nicht überzeugen können. Klar, das ist schade, aber da kann ich auch nichts dran ändern. Ich bin froh, wenn das Buch anderen Lesern gefällt, ich gehöre jedoch nicht dazu.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 2/5 ⭐

Handlung: 1/5 ⭐

Charaktere: 1/5 ⭐


Gesamt: 1,5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an Kira für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,