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Rezension: »Warrior Cats. Short Adventure – Ahornschattens Vergeltung« von Erin Hunter

Hallo ihr Lieben!
Es folgt die nächste Kurzrezension, die eigentlich schon im Oktober angestanden hätte. Es handelt sich um die englische Ausgabe von dem Warrior Cats Short Adventure „Ahornschattens Vergeltung“, das von dem Autorinnenteam Erin Hunter geschrieben wurde. Da ich das Buch auf Englisch gelesen habe, entsprechen alle Daten in dieser Rezension dem englischen Buch.


Inhalt

Die DonnerClan-Katze Ahornschatten verstößt gegen das Gesetz der Krieger, als sie sich in Apfelnacht aus dem verfeindeten FlussClan verliebt und Junge bekommt. Schon bald fliegen Ahornschattens Lügen auf, und sie und ihre Jungen werden gnadenlos verstoßen. Auf der Flucht geraten die Katzen in einen reißenden Fluss und die Jungen ertrinken. Als Apfelnacht sie als seine Gefährtin verleugnet, schwört Ahornschatten den Clans ewige Vergeltung.


Bibliografie

Titel: Warriors – Mapleshade’s Vengeance
Autoren: Erin Hunter
Genre: Fantasy
Format: Taschenbuch (Sammelband)
Seiten: 80
Verlag: HarperCollins
ISBN (Sammelband): 978-0-062-34332-1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Ich habe das Buch im Sammelband „Warriors – Shadows of the Clans“ gelesen, in welchem neben „Mapleshade’s Vengeance“ noch zwei weitere Short Adventures (bzw. Novellen) abgedruckt sind. Einzeln (auf dem Bild bei Bibliografie zu sehen) gibt es nur als E-Book zu kaufen bzw. auszuleihen und nicht als Print.

Tatsächlich finde ich, dass „Mapleshade’s Vengeance“ zumindest im Englischen eines der besten Short Adventures der Warrior Cats Serie ist. Zuvor habe ich schon einige gelesen, mit denen ich es vergleichen kann, und auch nach einem Monat bin ich immer noch der Meinung, jeder Warrior Cats Fan sollte diese Kurzgeschichte zu Ahornschatten gelesen haben.

Und das nicht nur wegen der Handlung, obwohl auch die sehr gut gelungen ist und auf den 80 Seiten wirklich gut untergebracht wurde. Natürlich kann man zu jedem Charakter mehr als bloß eine Kurzgeschichte erzählen, doch das ist hier gar nicht nötig, da alle nötigen Informationen vorhanden waren, und man zudem noch einen kleinen Einblick in Ahornschattens Gefühlswelt vor und nach ihrer Verbannung aus dem DonnerClan bekommt.

Die Erins schreiben – im Englischen wie auch in der deutschen Übersetzung – wirklich großartig aus der Sicht der Kriegerkatzen. Für Menschen völlig normale Verben wie „lachen“, „weinen“ oder „sagen“ werden durch katzentypische Ausdrücke wie „schnurren“, „winseln“ und „miauen“ ersetzt, was dem Ganzen einen sehr authentischen und realistischen Eindruck verleiht.

Die Geschichte rund um Ahornschatten spielt im alten Wald, also noch vor der ersten Staffel und ist zeitlich zwischen „Wolkensterns Reise“ und „Riesensterns Rache“ einzuordnen. Dementsprechend hat man die Vorfahren der Donner- und FlussClan-Katzen kennengelernt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Der Fokus der Geschichte liegt allerdings auf Ahornschatten und dem, was ihr zu Lebzeiten alles widerfahren ist. Der Verrat durch ihre eigenen Clangefährten und dann der Verrat durch Apfelnacht haben ihr schwer zugesetzt, weshalb ihre Charakterentwicklung von einer treuen Kriegerin zu einer der bösesten Katzen der Warrior Cats relativ nachvollziehbar war.

Nur an einigen Stellen ging mir die Entwicklung von eben jener treuen Katze in die böse Ahornschatten, die vom Wald der Finsternis aus Rache an den Clan-Katzen übt, ein bisschen zu schnell. Da hätte ich mir manchmal einen noch etwas tieferen Einblick in ihren Kopf und ihre Gedanken gewünscht, wobei das wohl nur bei einer umfangreicheren Geschichte möglich gewesen wäre.


Fazit

Für mich gehört „Mapleshade’s Vengeance“ oder auf Deutsch „Ahornschattens Vergeltung“ zu einer der besten Kurzgeschichten aus der Welt der Warrior Cats. Ich kann sie jedem Fan der Reihe empfehlen, und auch Neueinsteiger sollten keine großartigen Probleme mit dieser Novelle haben. Auf jeden Fall sehr gelungen und eine klare Leseempfehlung!

Rezension: »17th Suspect« von James Patterson und Maxine Paetro

Hallo ihr Lieben!

Wie bereits erwähnt, habe ich mit diesem Buch Prag bereist – zumindest im Adventurer Readathon 2020, denn dort war die Aufgabe für Prag, ein Goldenes Buch zu lesen oder eben ein Buch über die Golden Twenties. Und da 17th Suspect das einzige Buch in meinem Regal, das relativ viel gold im Cover hat, habe ich es mir kurzerhand gegriffen – aber lest selbst, wie es mir gefallen hat:


Allgemeine Informationen

Titel: 17th Suspect
Autoren: James Patterson, Maxine Paetro
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 348
ISBN: 978-1-78-475369-6
Verlag: arrow books
Reihe: Women’s Murder Club / Bd. 17
gelesen: 01.07.20 bis 04.07.20


Inhalt

THE SUNDAY TIMES NO. 1 BESTSELLER

A SERIES OF SHOOTINGS BRINGS TERROR TO THE STREETS OF SAN FRANCISCO.

A reluctant informant puts her trust in Sergeant Lindsay Boxer, and the tip leads her to disturbing conclusions.
Her friends in the Women’s Murder Club warn Lindsay against taking the crimes to heart, but with lives at stake, the detective can’t stop herself from following the case into ever more terrifying terrain.
Lindsay is a decorated officer, loving wife, devoted mother and loyal friend, but she is confronting a killer who is determined to undermine it all.

‚No one gets this big without amazing natural storytelling talent – which is what Jim has, in spades.‘

Lee Child

Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich bin mir nicht ganz sicher, unter welchen Gesichtspunkten ich das Cover bewerten kann, weshalb ich einfach mal versuche, mich möglichst an ein „Urteil“ heranzutasten. Also, mich persönlich spricht das Cover jetzt nicht unbedingt an, da es recht nichtssagend ist und keinen Hinweis darauf hat, was in der Geschichte passiert. Ansonsten sind die Farben aber meiner Meinung nach ganz gut gewählt, da sie zusammenpassen und gut miteinander harmonieren.

Im Inneren … na ja. Die Seiten sind eben sehr dünn – wie es oft bei englischsprachigen Büchern ist – , wodurch man die Schrift von der nächsten Seite immer schon durchschimmern sieht. Außerdem hätte ich es ganz gut gefunden, wenn beim Kapitelanfang noch stehen würde, aus wessen Sicht erzählt wird, weil mich das oft verwirrt hat.


Der Erzählstil

Die Art, wie James Patterson und Maxine Paetro schreiben, gefällt mir ziemlich gut. Zwar würde ich das Buch jetzt keinem Englischanfänger oder so empfehlen, aber die Sprache ist auch nicht sonderlich schwierig und wirklich einfach zu lesen, sodass ich nur manchmal über die ein oder andere Vokabel gestolpert bin.

Was mich eher gestört hat, waren die ganzen Abkürzungen für die ganzen unterschiedlichen Ränge. Ich meine, wir haben hier eben SEK, LKA, BKA, etc. in Kriminalromanen, und im englischsprachigen Raum heißen die eben anders. Da musste ich mich erst mal ein bisschen reinfuchsen, aber meistens ließ sich auch schon im Kontext erschließen, welche Position oder welche „Institution“ gemeint war. Und mit CSI können die meisten vermutlich auch was anfangen^^.

Auch die Dialoge wirkten auf mich recht authentisch, wobei einige Charaktere schon oft herumgesprungen sind zwischen Umgangssprache und etwas gehobenerer Ausdrucksweise.


Die Handlung

Das Buch fing direkt sehr spannend an mit einem Kapitel aus der Sichtweise des Mörders, von dem auch schon im Klappentext die Rede ist. Dieser bringt scheinbar wahllos irgendwelche Obdachlosen um, aber man merkt schon recht schnell, dass er eigentlich nur seinen Frust damit abbaut, weil er auf der Suche nach einer ganz bestimmten Person ist, die er töten will. Und nein, auf Sergeant Lindsay Boxer wird er erst so ab der zweiten Hälfte des Buches aufmerksam, da greift der Klappentext also schon ein bisschen vor.

Jetzt aber zu dem ersten Punkt, der mich sehr verwirrt hat: Nachdem ein Kapitel aus der Sicht vom Täter kam, waren die nächsten 7 Kapitel (!) erst mal aus der Sicht von einer Anwältin namens Yuki Castellano. Ich hab mich gewundert, weil im Klappentext überhaupt keine Rede von ihr oder dem Fall ist, den sie gerade bearbeitet, und in dem es darum geht, dass ihr Mandant von seiner Vorgesetzten vergewaltigt wurde. Erst das 9. Kapitel war dann aus der Sicht von Lindsay, und da ist auch noch nicht sonderlich viel passiert, außer, dass man ein bisschen was zu ihrem Charakter gelernt hat.

Die Kapitel aus Lindsays Sicht wurden zwar mithilfe eines Ich-Erzählers von den anderen Kapiteln – unterschiedlich aus der Sicht von Michael, Yuki und manchmal auch Cindy – abgegrenzt, doch trotzdem musste ich mich erst immer wieder in die andere Person einfühlen.

Außerdem bin ich mir nicht so ganz sicher, weshalb im Klappentext gerade von Lindsay die Rede ist anstatt von Yuki, denn diese hat in dem Buch wesentlich mehr Auftritte als ihre Freundin. Auch brauchte ich erst ein bisschen, um zu verstehen, was der sogenannte „Women’s Murder Club“ ist, dem Yuki und Lindsay angehören und der aus 4 Frauen besteht: Yuki, Lindsay, Cindy und Claire. Alle haben jedoch eine Gemeinsamkeit, denn sie beschäftigen sich in ihrem Job mit Verbrechen aller Art – Yuki als Anwältin, Lindsay als Polizistin, Cindy als Journalistin und Claire als Pathologin. Und sie sind alle befreundet, weshalb sie ihrer Clique einfach den Namen „Women’s Murder Club“ gegeben haben. Ein bisschen unspektakulärer, als ich es erwartet hätte, aber gut. So viel nur zum Verständnis des Klappentextes ;).

Das ganze Buch ist in drei Teile geteilt, und zugegeben wirkten die ersten beiden Teile auf mich eher wie eine Art Vorgeschichte, damit es endlich zum eigentlichen Geschehen kommen kann. Ich dachte mir: Irgendwie müssen ja Yukis und Lindsays Fälle etwas gemeinsam haben, und am Ende gibt es dann bestimmt eine gaaanz tolle Auflösung, die ich so niemals erwartet hätte, aber wisst ihr was? Die Fälle sind und bleiben einfach nur einzelne Fälle ohne jeglichen Zusammenhang.

Insgesamt habe ich das Gefühl, in dem Buch geht es mehr um die Leben von Yuki und Lindsay als um die Kriminalfälle, die es zu lösen gilt, weshalb ich das Buch jetzt auch nicht wirklich als Thriller, sondern eher als Roman bzw. Kriminalroman beschreiben würde.


Die Charaktere

Da man sich in dem Buch wie bereits erwähnt sehr viel mit den Leben von Yuki und Lindsay beschäftigt, wirkten die Charaktere auf mich auf jeden Fall sehr authentisch und vor Allem ungewöhnlich tiefgründig ausgearbeitet für einen Krimi / Thriller.

Ich hatte sowohl bei Yuki als auch bei Lindsay nie ein Problem damit, mich in ihre Lage hineinzuversetzen, und auch ihr Privatleben war wirklich interessant, da sie jede für sich ein paar Bürden zu tragen hat. Doch neben den beiden Hauptcharakteren konnten mich die Charaktere nicht sonderlich für sich gewinnen. Vielleicht wäre das anders, wenn ich auch die anderen Teile der Reihe gelesen hätte, aber irgendwie hat mir zu denen der Bezug gefehlt, wenn ihr versteht, was ich meine.


Fazit

Ich habe eine gespaltene Meinung zu „17th Suspect“, da ich einfach mehr von dem Buch erwartet hätte und ich an einigen Stellen ziemlich verwirrt war, aber trotzdem ist es sehr gut geschrieben und es hat mir einige schöne Lesestunden bereitet.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Ich werde als Nächstes im Rahmen des Adventurer Readathons 2020 „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ lesen und damit virtuell die Stadt Amsterdam bereisen.


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »The Hate U Give« von Angie Thomas (gekürzte englische Ausgabe)

In der Schule im Englischunterricht haben wir die (leider) gekürzte Version von „The Hate U Give“ gelesen, allerdings hat mir das nicht viel ausgemacht, weil ich das Buch ja bereits gelesen und für gut befunden habe (mehr sogar, denn es war eines meiner Jahreshighlights 2019!). Trotzdem war ich froh, es mal wieder zu lesen, da es zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt.


Inhalt

Sixteen-year-old Starr’s world comes crashing down when she witnesses a police officer fatally shoot her unarmed best friend, Khalil. Following the shooting, she finds herself having a difficult time balancing the two worlds she lives in: the underprivileged African American neighborhood she grew up and still lives in, and the predominantly white high school she attends in an upscale neighborhood. Inspired by the Black Lives Matter movement, this novel follows a young woman whose personal relationships and safety could be jeopardized by her desire to defend Khalil and her community.


Allgemeine Informationen

Titel: The Hate U Give

Autorin: Angie Thomas

Genre: Young Adult

Format: Taschenbuch

Seiten: 371

Verlag: Cornelsen

gelesen: 27.01.20 bis 23.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich bin bei diesem Punkt wirklich enttäuscht von dem Buch. Das Cover ist einfach nicht so schön wie das des Originaltitels … Da hätte sich der Cornelsen-Verlag meiner Meinung nach ruhig noch ein bisschen was anderes ausdenken können, das dem Original ähnlicher ist.

„I always said that if I saw it happen to somebody, I would have the loudest voice, making sure the world knew what went down.
Now I am that person, and I’m too afraid to speak.“

Seite 37

Vom Inneren her ist die Gestaltung genau wie erwartet nichts Besonderes. Es gibt Vokabelangaben, doch manchmal frage ich mich wirklich, für wie dumm Schüler gehalten werden … gerade in den letzten drei Kapiteln wurde einmal das Wort „squirrel“ angegeben … ähm, hallo? Welcher Schüler aus der 10. oder 11. Klasse weiß denn nicht, was squirrel heißt?


Der Erzählstil

Tatsächlich habe ich in dieser Ausgabe einige Zeit gebraucht, um reinzukommen. Ich war nicht auf den offensichtlichen Slang von Starr vorbereitet, weil ich da im Deutschen glaub ich generell weniger Probleme mit habe. Na ja, nach ein paar Kapiteln hab ich mich dann aber daran gewöhnt und ich finde es wirklich außergewöhnlich, wie Angie Thomas die beiden Welten, in denen Starr lebt, miteinander vereint – allein durch die Sprache.

„Good-byes hurt the most when the other person’s already gone.“

Seite 62

Also ja, der Schreibstil hat mich wirklich auf dem kalten Fuß erwischt. Genau dieses Gefühl hatte ich auch schon, als ich das Buch zum ersten Mal auf Deutsch gelesen habe (das war letzten Sommer). Ich habe eben erwähnt, dass ich es toll finde, wie Angie Thomas die zwei Welten von Starr miteinander vereint. Gleichzeitig zeigt sie aber auch mit den Unterschieden in der Sprache der Protagonistin die große Kluft, die Starr jedes Mal überschreiten musste, wenn sie zur Schule oder zu ihren Schulfreunden gegangen ist.

„I can’t change where I come from or what I’ve been through, so why should I be ashamed of what makes me, me? That’s like being ashamed of myself.“

Seite 354

Die Handlung

Von der Handlung kann ich hier wirklich nur schwärmen, genau wie auch letztes Jahr schon. Angie Thomas hat dieses sehr gesellschaftskritisches Thema sehr feinfühlig umgesetzt und ich bewundere den Mut, dass sie sich als amerikanische Autorin trotzdem getraut hat, das Buch zu veröffentlichen.

„Sometimes the shit just happens, and one day you realize there’s a leader among you and your friends and it’s not you.“

Seite 96

Die Thematik des Buches ist sehr wichtig und auch noch immer brandaktuell, trifft aber gleichzeitig bei sehr vielen auch auf einen wunden Punkt, zumindest bin ich davon überzeugt. Und ich denke auch, dass es genau das ist, was die Geschichte rund um Starr so besonders macht. Man sieht mal die andere Seite der ganzen Geschehnisse rund um das Thema Police brutality. Während in den Nachrichten nämlich oft von den Verschulden des Opfers die Rede ist um die Tat zu rechtfertigen, ist Starr eine Augenzeugin und weiß aus nächster Nähe, was wirklich passiert ist – sie lässt sich nicht von der ganzen Propaganda der Polizei und der Presse eines Besseren belehren, denn sie weiß, was sie gesehen hat.

„Funerals aren’t for dead people. They’re for the living.“

Seite 107

Nicht so gut hingegen fand ich, dass das Buch an einigen Stellen wirklich sehr heftig gekürzt wurde. Besonders zum Ende hin wurden teilweise einige Wochen übersprungen, die im Original noch beschrieben wurden, wodurch einfach zwischendurch auch der Zusammenhang ein bisschen fehlt.


Die Charaktere

Starr war mir allein schon aufgrund ihres Slangs sympathisch, aber auch, weil sie sich nicht so einfach unterkriegen lässt. Sie hat Selbstzweifel, das schon, aber das ist denke ich auch normal in ihrer Situation. Auch ihre Reaktionen in bestimmten Szenen hat mir sehr gut gefallen. Sicherlich hätten viele Autoren den Protagonisten so eines Buches zum großen Helden der Story gemacht, und somit zu sehr übertrieben. So war das hier gar nicht – ich konnte Starrs Verhaten komplett nachvollziehen und es fühlte mich so an, als wären ihre Reaktionen völlig authentisch und keineswegs überzogen gewesen. Auch wenn ich da zum Glück nicht aus eigener Erfahrung mitreden kann.

„Sometimes you can do everything right and things will still go wrong. The key is to never stop doing right.“

Seite 132

Khalil fand ich ebenfalls sehr gut umgesetzt. Zwar stirbt er beinahe direkt am Anfang des Buches, aber trotzdem wird immer mehr über ihn und seine Vergangenheit aufgedeckt, sodass er mir sofort sympathisch war. Ich bin nämlich der Meinung, dass Erinnerungen mehr über einen Charakter aussagen als dessen Taten. So war für Starr und auch für mich von vornherein klar, dass er unmöglich ein typischer Gangbanger und Drogendealer war (ob sich diese Vermutungen bestätigt haben, werde ich hier nicht weiter ausführen, um nicht zu spoilern), sondern dass sein Verhalten einen bestimmten Grund haben musste.

„Brave doesn’t mean you’re not scared, Starr,“ she says. „It means you go on even though you’re scared. And you’re doing that.“

Seite 271

Auch alle anderen Charaktere waren sehr gut umgesetzt, sodass ich hier wirklich nichts zu bemängeln habe.


Fazit

Das Buch eignet sich wirklich sehr gut für den Englischunterricht, da den Schülern so nicht nur die englische Sprache ein bisschen nähergebracht wird, sondern auch, weil die Thematik so unfassbar wichtig und feinfühlig überbracht wurde.

Beinahe ganz am Ende ist mir übrigens noch ein Zitat von Prof. Dr. Christopher Ribbat ins Auge gefallen:

„It’s a novel that’s entertaining and political at the same time. And that I think, is a really spectacular feat.“

Seite 368

Das kann ich so unterschreiben. Also bitte, bitte, bitte, lest das Buch – nur eben nicht in der gekürzten Ausgabe.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,