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Rezension: »Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Eisiges Schweigen« von Erin Hunter

Hallöle ihr Lieben!

Das 100. Buch im Jahr 2020 ist gelesen und damit habe ich meine Goodreads Challenge geschafft!!! Ich kann es selbst gar nicht glauben, dass ich dieses Jahr so unglaublich viel gelesen habe – die Corona-Pandemie hatte da mit Sicherheit auch ein bisschen Schuld dran. Jetzt aber zur Rezension, ich hoffe, sie gefällt euch!


Inhalt

»Als er ein Leben verlor, hat der Geist einer anderen Katze seinen Körper gestohlen. Brombeerstern kann nicht mehr zurück.«

Endlich ist der Mondsee aufgetaut – der SternenClan jedoch hüllt sich weiterhin in eisiges Schweigen. Und der einst so gütige DonnerClan-Anführer Brombeerstern verhält sich merkwürdig: Streng kontrolliert er seinen Clan und die junge Kriegerin Stachelfrost soll ihm als seine Spionin Gesetzesverstöße melden. Es kommt zu einem Eklat unter den Clans. Nur der WolkenClan-Schüler Wurzelpfote ahnt, dass sich ein Betrüger eingeschlichen hat, während Brombeersterns Geist verzweifelt im Wald umherwandelt.


Bibliografie

Titel: Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Eisiges Schweigen
Autorinnen: Erin Hunter
Übersetzung: Anja Hansen-Schmidt
Genre: Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 377
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-75582-7
Reihe: Warrior Cats / St. 7 / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Ich finde es schwierig, meine Meinung zu diesem Buch hier aufzuschreiben, weil ich doch arg enttäuscht wurde. Normalerweise macht es mir Spaß, mal so richtig Dampf abzulassen, wenn ich ein Buch gelesen habe, das mir nicht so gefallen hat (kritisiert mich nicht dafür, manchmal braucht man sowas eben), aber hier tut es mir beinahe in der Seele weh. Womit ich nicht behaupten will, dass das Buch schlecht ist! Am besten lest ihr euch die Rezension komplett durch um zu verstehen, was genau ich meine.

Also, zuerst einmal spoilert der Klappentext im Grunde genommen schon die gesamte Story. Hätte der Verlag das anders gemacht und nicht erwähnt, dass in Brombeersterns Körper ein Betrüger steckt, hätte das eine Menge Frustration beim Lesen erspart. Wobei, das stimmt nicht. Auch die Autorinnen hätten den Prolog anders gestalten müssen, denn auch darin wird sofort erklärt, dass Brombeerstern einem Betrüger zum Opfer gefallen ist. Das hat leider die Spannung für beinahe das gesamte Buch zerstört.

Trotzdem finde ich das Buch nicht schlecht. Klar, die ersten zwei Drittel waren teilweise recht langatmig und nicht sonderlich spannend zu lesen, aber die Geschichte ist wirklich locker-flockig wegzulesen und der Schreibstil macht auch einfach Spaß.

Dennoch passiert insgesamt seeehr wenig während der knapp 380 Seiten. Erst im letzten Drittel, als Schattenpfote (später Schattenhelle) endlich erkennt, was es mit seinen Visionen auf sich hat, nimmt die ganze Geschichte an Fahrt auf. Auf einmal rebellieren Katzen, es kommt zu geheimen Plänen, und so weiter und so fort. In diesem letzten Teil konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Die Gefühle der Charaktere wurden ebenfalls sehr gut und anschaulich rübergebracht, wenn auch nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar. So hätte ich beispielsweise in vielen Situationen komplett anders gehandelt, was mich wieder ein bisschen frustriert hat, aber das hat sicherlich auch mit den Persönlichkeiten der Charaktere zu tun.

Schattenhelle, Wurzelpfote und Stachelfrost sind nämlich ziemlich coole Protagonisten und ich habe sie schon tausendmal lieber gewonnen als Zweigast in der letzten Staffel. Aber das heißt nicht viel, denn Zweigast mochte ich nie so richtig. Nun gut, auf jeden Fall sind sie ziemlich gut ausgearbeitet, ihre Handlungen werden größtenteils begründet erklärt, und sie handeln auch ihrem Alter entsprechend, denn alle drei sind noch sehr jung und damit auch eher unerfahren.

Ach ja, das hätte ich eigentlich schon eher schreiben wollen, aber egal, dann schließe ich eben mit etwas Negativem ab. Ihr wisst ja jetzt zumindest, dass das Buch an sich nicht schlecht ist, ich nur ein paar Probleme damit hatte. Also, die Geschichte war für mich schon recht vorhersehbar. Und das bedeutet nicht, dass sie für jede Person vorhersehbar ist, denn ich habe von mehreren gehört, die überhaupt keine Ahnung hatten, was da so abgeht. Ich aber leider schon. Na gut, die Sache mit Schattenhelles Visionen hat wohl so gut wie jeder recht früh durchschaut, und dafür hat es doch arg lange gebraucht, bis er selbst auch mal dahinter gekommen ist. Aber das meine ich gar nicht, denn ich bin mir zu 90% sicher, wer der Betrüger ist, der Brombeersterns Körper gestohlen hat. Wenn das am Ende tatsächlich stimmen sollte, verliere ich die Hoffnung an die Erins – ihre Bücher würde ich aber trotzdem noch weiterhin kaufen und durchsuchten, egal wie schlecht.

Okay, genug ausgeschweift. An sich gab es in der Geschichte keine Logikfehler. Nur, wenn sich mein Verdacht, was den Betrüger angeht, bewahrheitet, hätte ich einen gefunden. Aber das kann ich natürlich erst dann beurteilen, wenn aufgelöst wird, wer der Betrüger ist. Und das wird hoffentlich nicht mehr die gesamte Staffel dauern. Statt Logikfehlern gab es allerdings wieder ein paar Vertauschungen von Charakteren und teilweise wurden die Namen verwechselt – so wurde aus Tigerstern plötzlich Tigerherz, was sein Kriegername gewesen ist. Wenigstens hielten sich diese Fehler aber noch in Grenzen, nicht so wie in der sechsten Staffel.

Das Ende hat mich leider recht enttäuscht zurückgelassen, obwohl es zugegeben ein richtig, richtig fieser Cliffhanger war. Im Grunde genommen ein klarer Schnitt mitten an einem Punkt, an dem sich die Spannung gerade zum Höhepunkt zugespitzt hat. Tja. Ich hätte aber wenigstens erwartet, dass man erfährt, wie die anderen Clans so reagieren – und DANN den Cliffhanger. Aber ich bin schließlich nicht die Autorin der Bücher (schade, eigentlich), weshalb ich nicht weiß, was sie sich dabei gedacht haben.


Fazit

Der zweite Teil der siebten „Warrior Cats“-Staffel ist keinesfalls schlecht, aber auch nicht so gut wie der vorherige Band. Eigentlich wäre er gar nicht zwingend für die Reihe notwendig gewesen, das hätte vermutlich auch gut noch in den vorherigen und den danachfolgenden Teil aufgeteilt werden können. Aber ich will nicht zu lange herumphilosophieren, was ich als Autorin anders gemacht hätte, weil es das Buch ja schon gibt, wie es eben ist. Aus dem Grund liegt meine Bewertung in der goldenen Mitte: