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Rezension: »Gut gegen Nordwind« von Daniel Glattauer

Hallöchen alle zusammen!

Jetzt habe ich tatsächlich auch schon das nächste Buch beendet, nämlich „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Und dabei handelt es sich um ein sehr außergewöhnliches Buch, so viel vorweg!


Inhalt

»Schreiben Sie mir, Emmi. Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.«

Emmi Rothner möchte per Mail ihr Abo der Zeitschrift »Like« kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder Emails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

»… einer der zauberhaftesten und klügsten Liebesdialoge der Gegenwartsliteratur …«

DER SPIEGEL

Bibliografie

Titel: Gut gegen Nordwind
Autor: Daniel Glattauer
Genre: Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 223
Verlag: CLUB Taschenbuch
Reihe: Gut gegen Nordwind / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Es fiel mir anfangs schwer, in das Buch und die Geschichte von Emmi und Leo reinzukommen. Das liegt unter Anderem daran, dass das Buch in Dialog-Form geschrieben ist, man also nur die E-Mails zwischen den beiden Protagonisten zu lesen bekommt und mehr nicht. So ist es anfangs auch schwierig, die Charaktere besser kennenzulernen und einschätzen zu können. Das habe ich bis zum Ende nicht richtig hinbekommen.

Tatsächlich nahm die Geschichte dann ab dem dritten Kapitel auch etwas an Fahrt auf. Dennoch fehlte mir häufig der Antrieb, weiterzulesen. Ich habe dann immer ausgezählt, in welchem meiner beiden CRs ich weiterlesen sollte, und habe das dann nach jedem Kapitel so gemacht, also nach jedem Kapitel neu ausgezählt, immer mit einem anderen Reim. So habe ich dann jetzt auch endlich „Gut gegen Nordwind“ beendet, wobei mir gerade die letzten 100 Seiten nicht mehr so langatmig vorkamen wie die vorherigen.

Da das Buch nun einmal so geschrieben ist, wie es geschrieben ist, hatte ich nur die E-Mails der Protagonisten, um diese kennenzulernen. Dabei ist mir besonders die Sprache aufgefallen, denn die war sehr unterschiedlich – je nachdem, ob Emmi oder Leo die Mail geschrieben hatte. Dennoch meine ich, die beiden zumindest in etwa einschätzen zu können, nachdem ich das Buch nun beendet habe. Und da fällt mir auf, dass ich Emmi eigentlich gar nicht so wirklich sympathisch finde. Viel eher sympathisiere ich mit Leo, da er eine gewisse Faszination ausübt, die Emmi leider nicht so rüberbringt. Bei seinen E-Mails gab es immer mal wieder Überraschungen, während die von Emmi irgendwie immer recht vorhersehbar waren. Allerdings kam ich schon recht schnell dahinter, was tatsächlich zwischen Leo und Mia lief.

Das Ende hingegen kam dann wieder recht überraschend. Ich hatte erwartet, dass das alles anders ausgehen würde, mit einem Happy End, und jetzt ist es doch ein offenes Ende. Auch, wenn zumindest die Sache zwischen Emmi und Leo abgeschlossen scheint. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich den zweiten Teil „Alle sieben Wellen“ auch noch lesen muss. In der Hoffnung, dass mich dessen Ende eher zufriedenstellt.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings noch: Ich fand es schon sehr merkwürdig, wie Bernhard das eine Mal reagiert hat. Ich verrate nicht noch mehr, weil das spoilern würde. Aber die Reaktion kann ich mir einfach nicht vorstellen und ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand so handeln würde. Auch Emmi fand ich teilweise echt nicht realitätsnah, was aber hauptsächlich daran lag, dass sie in ihren E-Mails so unbefangen und teilweise streitsüchtig klang, was ich persönlich niemals abgeschickt hätte. Aber so unterscheiden sich die Menschen auch.


Fazit

„Gut gegen Nordwind“ ist auf jeden Fall ein sehr außergewöhnliches Buch, das es zu lesen lohnt. Ich bin nicht ganz warm geworden mit Emmi, und auch fand ich ein paar andere Dinge eher unzureichend ausgeführt, aber ich freue mich dennoch auf den zweiten Teil.

Rezension: »Leben des Galilei« von Bertolt Brecht

Hey ihr Lieben!

Schullektüre, wer kennt’s nicht? Wahrscheinlich ahnt ihr schon, dass ich mir niemals das Buch bzw. das Drama gekauft hätte, wenn ich es nicht für den Deutschunterricht gebraucht hätte.

Die Rezension ist sehr kurz ausgefallen, aber ich wusste einfach nicht, was ich noch mehr darüber hätte schreiben können … lest selbst, wie es mir gefallen hat:


Inhalt

Leider gibt es im Buch selbst keine Inhaltsangabe, aber grob gesagt geht es um den Physiker Galileo Galilei, der an der Universität in Padua (Italien) Astronomie lehrt. Zunächst möchte er das Kopernikanische Weltsystem beweisen, stößt dann jedoch auf ganz neue astronomische Erkenntnisse.

„Das Leben des Galilei wird vermutlich neben der „Heiligen Johanna der Schlachthöfe“ und dem „Kaukasischen Kreidekreis“ und einigen Stücken Lyrik Brechts größten Anspruch auf Unsterblichkeit begründen.“

W. E. Süskind

Allgemeine Informationen

Titel: Leben des Galilei
Autor: Bertolt Brecht
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 131
Verlag: Suhrkamp
gelesen: 10.02.20 bis 30.03.20


Über den Autor

Bertolt Brecht, geboren am 10. Februar 1898 in Augsburg, starb am 14. August 1956 in Berlin.

Das Schauspiel Leben des Galilei wurde 1938/39 im Exil in Dänemark geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht. – Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet Theatre).


Meine Meinung

Die Gestaltung

Na ja, eigentlich könnte ich diese Kategorie auch auslassen, weil das Cover jetzt wirklich nichts Besonderes ist und die Innengestaltung … tja, alles wirkt eben sehr altbacken und das hat mir von vornherein ein bisschen den Spaß am Lesen verdorben, obwohl das Thema an sich schon recht interessant ist.


Der Erzählstil

Wie bei Dramen gewöhnlich, ist „Leben des Galilei“ in Dialogen geschrieben. Hier fand ich die Sprache der Charaktere sehr typisch für das siebzehnte Jahrhundert, weshalb ich wenig daran auszusetzen habe.

Anders als bei den typischen Klassikern habe ich hier aber doch zwischendurch mit einigen Ausdrücken und besonders mit Formulierungen gehadert. Ich bin es einfach nicht gewohnt, Dramen zu lesen, und werde dies außerhalb des Unterrichts wohl auch nie tun.

Durch die sehr schwierigen Ausdrücke, die teilweise verwendet wurden und den auch ebenso schwierig zu lesenden, sehr verschachtelten Satzbau bin ich oft abgeschweift beim Lesen. Ich denke, einige von euch kennen das auch, wenn man liest, aber nicht bei der Sache ist und gar nicht richtig mitbekommt, was passiert. So ging es mir oft in dem Drama, was ich schade fand – bei „Der Besuch der alten Dame“ ist mir das Lesen insgesamt zum Beispiel einfacher gefallen.


Die Handlung

Das Drama erzählt sozusagen die Geschichte des Physikers Galileo Galilei. Insgesamt spielt die Geschichte mehrere Jahrzehnte lang, wodurch öfter mal größere Zeitsprünge da waren, die aber nicht sonderlich gestört haben, weil das Buch sonst einfach viel zu lang gewesen wäre.

Trotzdem fehlten mir zwischendurch einfach die Zusammenhänge – zwar bin ich mir darüber bewusst, dass Galilei verhaftet wurde, aber allein aus der Handlung des Dramas ist mir nicht klargeworden, weshalb. Das konnte ich mir nur zusammenreimen durch meinen vorherigen Wissensstand.


Die Charaktere

Ich fand es interessant, dass Galilei in dem Drama nicht die Rolle des Helden eingenommen hat, wie es ja oft der Fall ist. Bertolt Brecht hat sich nicht darauf berufen, Galileis Handlungen vor dem Publikum zu rechtfertigen, sondern seine Entscheidungen konsequent zu hinterfragen und sich so ein eigenes Bild von ihm als Protagonist zu machen. Für mich wirkte Galilei wie ein sehr jähzorniger Wissenschaftler, der seine guten und auch seine schlechten Eigenschaften hatte, wobei gerade zum Ende hin die schlechten weitaus überwogen, wodurch es mir schwerfiel, mich in ihn hineinzuversetzen.

Über die anderen Charaktere erfährt man auch viel, und meine Deutschlehrerin wäre sicherlich enttäuscht, weil ich nicht zu jedem einzelnen etwas aufschreiben werde. Alle wirkten sehr vielschichtig, und trotzdem waren einige dabei, die nur so wenig Auftritte hatten, dass ich sie nur oberflächlich kennenlernen konnte.


Fazit

„Leben des Galilei“ ist ein Drama, das mich zwiegespalten zurücklässt. Einerseits fand ich die Thematik sehr interessant, andererseits bin ich einfach kein Fan von Dramen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 1/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐



Alles Liebe,