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Rezension: »Als die Stadt in Flammen stand« von Kimberly Jones und Gilly Segal

Herzlichen Dank an das Team vom Bloggerportal und der Verlangsgruppe Random House für dieses Rezensionsexemplar!


Inhalt

Ein schwarzes und ein weißes Mädchen. Eine Stadt in Flammen. Nur gemeinsam können sie überleben.

Lena hat Stil, einen coolen Freund und einen Plan. Campbell dagegen will einfach nur das Jahr an der neuen Schule schaffen. Als die Mädchen ein Footballmatch besuchen, geraten sie plötzlich in eine Auseinandersetzung der Zuschauer. Eine Eskalation, die von Hass und Gewalt getragen ist und bei der sich beide unverhofft Seite an Seite wiederfinden.

Lena und Campbell sind nicht befreundet. Doch das ist unwichtig, wenn die Stadt in Flammen steht und sie aufeinander angewiesen sind, wollen sie die Nacht überleben …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Als die Stadt in Flammen stand
Originaltitel: I’m Not Dying with You Tonight
Autorinnen: Kimberly Jones, Gilly Segal
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: Taschenbuch
Seiten: 271
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-31463-0
Deutsche Ersterscheinung: 13. September 2021


Meine Meinung

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen, weshalb ich es auch sofort beim Bloggerportal anfragen musste. Nach den ersten zwei Kapiteln war ich mir dann aber doch nicht mehr so sicher, ob mich dieses Buch würde begeistern können. Mit Campbell konnte ich sofort relaten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, aber Lena fand ich sehr schwierig. Besonders Lenas Beziehung zu ihrem Freund Black, die so offensichtlich toxisch war, dass ich es schon als Qual empfand, aus ihrer Sicht über ihn zu lesen.

Ich habe mich aber aufgerafft und weitergelesen – und das hat sich aber sowas von gelohnt! Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und wurde diesbezüglich auf ganzer Linie überrascht. Mit der Zeit habe ich Lena besser kennengelernt und mittlerweile ist sie mir sogar richtig ans Herz gewachsen – auch wenn ihre Beziehung zu Black immer noch toxisch ist. Und das ist auch ein Kritikpunkt meinerseits, denn das Thema wurde zwar zwischendurch via Campbell oder Lenas besten Freundin LaShunda angesprochen, jedoch nie abgehakt. So blieb also auch zuletzt offen, ob Lena Black sein Verhalten während dieser einen katastrophalen Nacht wie all die Male zuvor wieder verzeihen würde oder nicht.

Dennoch fand ich Black am Ende auch gar nicht mehr so schrecklich als Charakter. Bloß seine und Lenas Beziehung zueinander. Black selbst hat in den letzten paar Kapiteln noch mal bewiesen, dass er eigentlich ein ganz guter Kerl ist, aber das entschuldigt noch lange nicht sein Verhalten Lena gegenüber.

Besonders gut jedoch fand ich die Darstellung von (Alltags-)Rassismus und Vorurteilen im Allgemeinen. Campbell und Lena sind beide im Laufe der Geschichte über sich hinausgewachsen, haben Dinge an den Kopf geworfen bekommen und erkannt und sind – zumindest würde ich es so sagen – dadurch ein Stückweit zu reflektierteren, besseren Menschen geworden.

Auch den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Zwar kann ich mir vorstellen, dass Lenas Slang im Englischen noch besser rüberkommt, aber auch in der deutschen Übersetzung wurde das sehr gut gelöst, indem aus Lenas Sicht tatsächlich fast komplett in realistischer Jugendsprache geschrieben wurde. Dadurch wurde der Kontrast zu Campbell wieder deutlicher, der in dem Buch eine große Rolle spielt, damit beide zum Schluss ihre Differenzen überwinden können.


Fazit

Mich hat »Als die Stadt in Flammen stand« nach anfänglichen Startschwierigkeiten komplett mitgerissen und in seinen Bann gezogen, weshalb ich es auf jeden Fall als Empfehlung einstufen würde!

Rezension: »Und wenn es kein Morgen gibt« von Jennifer L. Armentrout

Guten Tag ihr Lieben!

Vor einiger Zeit, im Januar, habe ich „Und wenn es kein Morgen gibt“ gelesen. Ich weiß, ich bin spät dran mit der Rezension, aber besser spät als nie, nicht wahr?


Inhalt

Lena liebt Sebastian aus ganzem Herzen. Aber liebt Sebastian sie zurück? Die beiden sind zwar beste Freunde, doch mehr wird daraus nicht werden, glaubt Lena. Als sie Sebastian endlich die Wahrheit gesteht, schlägt das Schicksal zu: Von einem Moment auf den anderen ist nichts mehr, wie es war. Lena muss jetzt kämpfen – gegen die Schuld und für die Liebe mit Sebastian …


Bibliografie

Titel: Und wenn es kein Morgen gibt
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzung: Anja Hansen-Schmidt
Genre: Young Adult
Format: Paperback
Seiten: 412
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-31166-0
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

An sich ist dieses Buch wirklich perfekt. Wer also keine Rezension lesen möchte, in der ich über ein Buch einfach nur schwärme, der sollte dann einfach eine andere lesen. Denn ums Schwärmen werde ich hier nicht drum herum kommen.

Zuallererst einmal ist JLAs Schreibstil mal wieder großartig. Das Buch war dadurch flüssig zu lesen und vor Allem hat die Wortwahl perfekt zu den Charakteren gepasst. Dialoge wirkten nie überspitzt, und insgesamt war die Storyline gut nachvollziehbar und vor allem authentisch. Keine Entwicklung kam zu früh, keine zu spät, alles blieb im realistischen Rahmen und gleichzeitig wurden ungemein viele Emotionen geweckt.

Dabei handelt es sich gar nicht um ein typisches Romance-Buch, wie ich zuerst angenommen habe. Nur aus dem Grund lag es auch so lange auf meinem SuB. Aber ich habe schnell gemerkt, dass es um etwas viel Tieferes geht als eine locker-flockige Liebesgeschichte. Denn Trauer und Trauerbewältigung sind die beiden Themen, die dieses Buch ausmachen. Durch den Prolog hat man schon einen Eindruck bekommen, was wohl passiert, aber da man nicht wusste, wie es ausgeht und wann es so weit sein würde, hat sich die Spannung immer weiter gesteigert.

Lena war mir sehr sympathisch. Sie hat mich sehr oft an mich selbst erinnert, hatte teilweise die gleichen Gedanken und Gefühle und sogar sehr ähnliche Hobbys. Na ja, bis auf einige Kleinigkeiten, die mich dann doch von ihr unterscheiden. Ich konnte ihre Reaktion nach dem Unfall gut verstehen, weil ich selbst vermutlich genauso gehandelt hätte. Und ich fand es wirklich toll, dass man in Lenas Phase der Trauerbewältigung sowie ihrem Umgang mit den Schuldgefühlen „hautnah“ dabei war und alles mitbekommen hat.

Dabei entwickelte sich langsam auch die Beziehung zu Sebastian, die sich erst als recht holprig erwiesen hat. Sebastian ist kein Bad Boy und ich habe ihn wirklich lieb gewonnen, weil er so realistisch gewirkt hat, gerade wenn er mit Lena zusammen war.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass zwischendurch ein paar Tippfehler drin waren, die mich gestört haben.


Fazit

„Und wenn es kein Morgen gibt“ ist mein Highlight im Januar gewesen, weil es mich so sehr mitgenommen hat. Es gab Spannung, Gefühle und ernste Themen, die angesprochen wurden, was es für mich zu einem absolut empfehlenswerten Buch macht.

Rezension: »Das Mädchen im blauen Mantel« von Monica Hesse

Hallo ihr Lieben!

Heute mal die Rezension zu einem Buch, das mir wirklich die volle Bandbreite an Emotionen entlockt hat – ich war entsetzt, traurig, wütend, gespannt, nachdenklich und an einigen wenigen Stellen auch mal glücklich (bitte nicht falsch verstehen, denn das Thema ist alles andere als schön).

Ich hatte das Buch gar nicht wirklich auf dem Schirm, bis ich es zu meinem 16. Geburtstag im Dezember 2019 von meiner Tante bekommen habe. Und ich finde, dieses Buch sollte auf jeden Fall mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken!!!


Allgemeine Informationen

Titel: Das Mädchen im blauen Mantel
Autorin: Monica Hesse
Übersetzung: Cornelia Stoll
Genre: Historischer Roman
Format: Taschenbuch
Seiten: 381
ISBN: 978-3-570-31319-0
Verlag: cbt
gelesen: 11.07.20 bis 15.07.20


Inhalt

Schuld und Verrat,
Mut und Widerstand

Amsterdam ist von den Nazis besetzt. Hanneke trauert dort um ihren Freund, der an der Front gefallen ist. Als kleinen Akt der Rebellion gegen die Deutschen beschafft sie Schwarzmarktgüter. So hält sie sich und ihre Eltern über Wasser. Doch eines Tages erhält sie einen sehr ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll ein jüdisches Mädchen finden, das aus einem Geheimversteck verschwunden ist. Auf der Suche nach diesem Mädchen gerät Hanneke in ein Netz aus Lügen, Rätseln und Geheimnissen.

»Ein einfühlsames, packendes Buch … über den kleinen, alltäglichen Verrat in einem großen Krieg!«

Kinder- und Jugendmedien Aargau

Meine Meinung

Die Gestaltung

Allein das Cover hat mich bereits angesprochen, als ich mein Geburtstagsgeschenk ausgepackt habe. Es vermittelt direkt diesen ernsten, irgendwie wehmütigen Eindruck, der mich auch das ganze Buch über nicht verlassen hat.

Die Farben passen außerdem perfekt zum Inhalt – und natürlich zum Titel, der ebenfalls perfekt gewählt ist. Und auch im Inneren kann ich nicht über die Gestaltung klagen.


Der Erzählstil

„Das Mädchen im blauen Mantel“ wird von der Protagonistin Hanneke Bakker aus der Ich-Perspektive erzählt. Somit bekommt man sofort einen sehr authentischen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle und lernt sie das ganze Buch über immer besser kennen. Ich würde beinahe sagen, der Leser wächst mit ihr ein Stück über sich hinaus.

Monica Hesses Schreibstil ist sehr anschaulich und einfühlsam und dadurch relativ leicht zu lesen, was in einem krassen Gegensatz zu der Thematik steht. Es wird hier sehr viel mit Metaphern gearbeitet, wodurch das Buch auch sehr ausdrucksstark rüberkam.

Immer wieder hat die Autorin auch holländische Wörter mit einfließen lassen. So hieß das Theater beispielsweise durchgängig „Hollandsche Schouwburg“ und die Untergetauchten waren immer die „Onderduiker“. Das hat dem Ganzen zusätzlich noch etwas sehr Authentisches verliehen.


Die Handlung

Das Buch ist im Großen und Ganzen chronologisch erzählt, wobei es zwischendurch ein paar Rückblicke in Form von Erinnerungen gibt, wenn Hanneke beispielsweise an ihre Beziehung mit Bas zurückdenkt oder an ihre Freundschaft mit Elsbeth, die endete, als diese Rolf, einen deutschen Nationalsozialisten von der Gestapo, heiratete.

Historisches Vorwissen ist auf jeden Fall vorausgesetzt – zumindest die Grundlagen sollten hier bekannt sein wie beispielsweise, wann was passiert eund wie die Schlacht bei Stalingrad ausging. Denn nur mit diesem Vorwissen sind die Anekdoten und Kommentare in dem Buch auch wirklich verständlich. Trotzdem wird aber nicht erwartet, dass der Leser bereits alles weiß, denn auch Hanneke ahnt anfangs nur einen Bruchteil von dem, was tatsächlich hinter den Kulissen abgeht. So lernt der LEser gemeinsam mit Hanneke, was es mit der Hollandsche Schouwburg auf sich hat und wie der Widerstand gegen die Nazis arbeitet.

Insgesamt ist die Geschichte von Hanneke sehr nah am historischen Kontext, obwohl die Figuren größtenteils alle frei erfunden sind. Das erklärt die Autorin noch mal in einer Anmerkung am Ende des Buches. Dort werden Personen, Orte und historische Ereignisse genauer erläutert und man erkennt, dass wirklich sehr wenig abgeändert wurde.

Mirjam, das jüdische Mädchen, das Hanneke im Auftrag von Frau Janssen suchen soll, steht symbolisch für die Grausmakeiten des Holocaust, denn erst durch sie erkennt Hanneke langsam, was Lüge und was Wahrheit ist. Durch Mirjam erst entschließt sich Hanneke dazu, etwas zu unternehmen und auf ihre Art gegen die Nazis zu rebellieren, während sie gleichzeitig glaubt, dass das Finden von Mirjam ein paar ihrer privaten Probleme löst.

Aber auch andere Dinge werden angesprochen, beispielsweise die Rolle, die den Holländern während des Holocausts zufiel. So wird hier nicht nur beschrieben, dass die Niederlande ein Ofper der Nazis waren, sondern es wird auch angerissen, dass das Volk genauso zerrissen ist wie zum Beispiel Deutschland selbst. Denn auch in den Niederlanden gab es eine Gruppe Jugendlicher, die die Hitlerjugend als Beispiel hatte, und auch dort gab es Menschen, die einfach wegsahen.

Durch Hannekes Suche nach der fünfzehnjährigen Mirjam Roodveldt kommen auch ein paar Krimi-Elemente mit in die Geschichte, was die Handlung noch spannender macht, als sie ohnehin schon ist. Es ist ein klarer roter Faden erkennbar, der sich durch das ganze Buch zieht und die Liebesgeschichten spielen nur eine geringe Rolle, obwohl sie für die Handlung essentiell sind. Dennoch werden ihnen nicht zu viel Aufmerksamkeit zugesprochen, sodass das Hauptthema immer noch die Suche nach Mirjam und die Auseinandersetzung mit den Gräueltaten der Nazis bleibt.


Die Charaktere

Hannekes Leben und ihre inneren Konflikte wurden sehr feinfühlig zum Leben erweckt. Es wird sehr gut dargestellt, dass sie sich im Laufe der Geschichte persönlich weiterentwickelt, da sie sich in Gedanken keine Lügengeschichten mehr zurechtlegt, was an dem Tag passiert ist, an dem sie Bas das letzte Mal gesehen hat oder wann und wo die beiden sich kennengelernt haben. Das unterstreicht noch mal, dass Verdrängung eine der größten unbewussten Stärken der Menschheit ist.


Fazit

„Das Mädchen im blauen Mantel“ ist ein sehr aufwühlendes, spannendes Buch, das mich nachdenklich und geschockt zurückgelassen hat und das mir noch lange Zeit im Kopf herumspuken wird.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Zitate

»Die Arbeit im Theater ist wahrscheinlich ebenso begehrt wie die Arbeit im Jüdischen Hospital. Die Juden, die dort arbeiten, habe ich gehört, bekommen einen Sonderstempel in ihren Ausweis, mit dem sie während der Ausgangssperre unterwegs sein dürfen, ohne deportiert zu werden. Glück ist ein relativer Begriff geworden, heute bedeutet Glück schon, wenn man in seiner eigenen Heimat nicht wie ein Verbrecher behandelt wird.«

Seite 135

»Was habe ich nicht alles versucht, um mir einzureden, dass Bas nicht allein war, als er starb. Aber wenn es so weit ist, ist jeder von uns allein.«

Seite 313

»Wenn etwas völlig anders ausgeht, als man erwartet hätte, so, wie man es sich niemals hätte vorstellen können, ist es dann wirklich vorbei? Heißt das, man muss weitersuchen, nach besseren Antworten, nach Antworten, die einem nicht den Schlaf rauben? Oder bedeutet es, dass es an der Zeit ist, seinen Frieden zu machen?«

Seite 356

Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Wer heute lügt, ist morgen tot« von Thomas Enger

Hallo ihr Lieben!

Der Juni neigt sich zum Ende zu, und ich habe es tatsächlich noch geschafft, dieses Buch am Sonntag zu beenden – so wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich habe „Wer heute lügt, ist morgen tot“ zu meinem 16. Geburtstag (also im Dezember 2019) bekommen und war schon sehr gespannt darauf … Aber leider konnte es mich nicht so sehr überzeugen wie erhofft.


Allgemeine Informationen

Titel: Wer heute lügt, ist morgen tot
Autor: Thomas Enger
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Jugendthriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
ISBN: 978-3-570-31266-7
Verlag: cbt
gelesen: 26.06.20 bis 28.06.20


Inhalt

DEINE FREUNDIN IST TOT UND DU STEHST UNTER MORDVERDACHT …

Der 18-jährige Even wird über Nacht vom Schulschwarm zum Verdächtigen. Seine Freundin und ein Bandkollege werden nach dem Schulfest tot aufgefunden. Sie hatte gerade mit ihm Schluss gemacht, er sich mit Even gestritten. Als ein belastendes Video auftaucht und Evens Alibi infrage stellt, hält jeder in seinem Heimatort ihn für den Täter. Um seine Welt vor dem endgültigen Einsturz zu bewahren, sucht Even nach dem wahren Täter. Doch dann geschieht ein weiterer Mord …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt so mittelmäßig zur Geschichte. Das Motiv hat ein bisschen was vom Tatort-Vorspann, aber das ist gefühlt auch das Einzige, was auf den Inhalt der Geschichte schließen lässt. Auch der Titel passt so semi-gut zum Buch, wenn nicht sogar überhaupt nicht. Da hätte man sich auf jeden Fall etwas Kreativeres ausdenken können.

Und bevor ich zur Innengestaltung komme, habe ich noch zwei Dinge, die ich beim Klappentext anmerken muss: Erstens, heißt der Protagonist nicht Evan, sondern Even – das ist ein norwegischer Name, denn das Buch spielt in Norwegen (der Übersicht halber habe ich bei der Inhaltsangabe sofort den richtigen Namen eingesetzt). Außerdem steht im Klappentext, Even habe sich mit dem ermordeten Bandkollegen gestritten. Davon war im Buch aber nie die Rede, weshalb sich mir die Frage stellt, wieso das im Klappentext steht …

Jetzt aber zum Inneren. Dort hat mir sehr gut gefallen, dass durch einen Wechsel der Schriftart gleichzeitig der Wechsel der Zeit deutlich wurde. So wurden die Abschnitte, die aus der Gegenwart erzählt wurden, in einer ähnlichen Schrift wie Calibri geschrieben, während die Vergangenheits-Erzählungen in kleinerer Schrift geschrieben wurden, die eben aussieht wie die Schrift in fast jedem anderen Buch auch. Das hat die Zeitsprünge irgendwie natürlicher wirken lassen.


Der Erzählstil

Vorab sei gesagt, dass ich den Schreibstil von Thomas Enger an sich nicht schlecht finde. Dennoch hat mich aber auch Vieles daran gestört, weshalb die folgenden Abschnitte recht negativ klingen könnten.

Aus diesem Grund fangen wir mit den Dingen an, die mir positiv aufgefallen sind. Denn das Buch ist, wie auch zuvor schon erwähnt, sowohl aus der Gegenwart als auch aus der Vergangenheit erzählt. Allein das erinnert schon sehr an die zweite Staffel von „Tote Mädchen lügen nicht“, denn der Gegenwart-Teil spielt während einer Gerichtsverhandlung, während in dem Vergangenheit-Teil die Geschichte von vorn erzählt wird. Das hat zumindest schon mal neugierig gemacht.

Außerdem war der Schreibstil von Thomas Enger einfach und flüssig zu lesen. Alles war sehr schlicht gehalten, es gab wenig Ausschweifungen, alles wurde möglichst simpel beschrieben. Genau das ist aber auch einer meiner größten Kritikpunkte. Denn dadurch wirkte das ganze Buch eher wie ein Bericht denn wie ein Jugendthriller. Es gab sehr wenig bis überhaupt keine Ortsbeschreibungen, und auch Charaktere wurden nur einmal kurz beschrieben – zumindest die Nebencharaktere, denn vom Protagonisten weiß ich bis jetzt noch nicht, wie er aussieht, außer, dass er wohl recht attraktiv sein soll. Super Beschreibung, wirklich.

Zudem waren Emotionen eher nebensächlich. Es gab außer Angst und Wut keine Gefühle des Protagonisten, sodass ich irgendwie das Gefühl hatte, ihn nie wirklich kennengelernt zu haben. Er sagt zwar über seine umgebrachte Freundin, dass er sie geliebt hat, aber davon merkt man herzlich wenig. Insgesamt war das Buch also sehr nüchtern geschrieben.

Was mich jedoch am allermeisten am Schreibstil gestört hat, war diese gewollt wirkende Umgangssprache, die besonders in Dialogen mit Evens Freunden vorkam. Ich meine, ich kenne keine Person – wirklich, keine einzige – die mit den Worten „What’s up?“ ein Telefongespräch annimmt. Genauso wenig wie ich jemanden kenne, der einen fragt: „Läuft ’n so?“. Ganz ehrlich, wenn ich bedenke, dass der Autor im Alter meiner Eltern ist und selbst Kinder hat, frage ich mich, ob die da oben in Norwegen vielleicht anders sprechen – aber selbst dann hätte man das in der Übersetzung abändern können.


Die Handlung

Zuerst einmal entschuldige ich mich, falls meine Sprache ein bisschen umgangssprachlich sein sollte. Aber ich möchte alles so erklären, dass man es auch verstehen kann und nicht um den heißen Brei herumreden, wenn ihr versteht, was ich meine.

Also fange ich direkt so an, denn die Idee der Geschichte ist schon ziemlich ausgelutscht und einfallslos. Ich meine, es gibt so viele Geschichten á la „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „One of us is lying“, dass sie mir jetzt mittlerweile einfach aus Ohren, Nase, Mund, etc. raushängen. Oder ein bisschen freundlicher formuliert: ich hab genug von diesen Storys, die alle gleich sind.

Jetzt könnt ihr euch vermutlich schon denken, dass ich die Geschichte sehr vorhersehbar fand. Das hat mir schon mal einen Großteil meiner Motivation genommen, das Buch nicht doch abzubrechen, aber da ich ja schon ein paar positive Entdeckungen bezüglich des Schreibstils gemacht habe, hätte ich das irgendwie mies und nicht fair gefunden. Also habe ich weitergelesen, aber es wurde einfach nicht spannend. Ich habe mir ein paar Rezensionen zu dem Buch durchgelesen, wo überall von den ach so tollen Plottwists die Rede ist – kann es sein, dass ich die einfach überlesen habe? Denn bis auf die letztliche Auflösung der Geschichte (die noch dazu ziemlich weit hergeholt ist) hat mich keine Wendung irgendwie überrascht.

Versteht mich nicht falsch, das Buch hat mich nicht angeödet oder so. Es war mir einfach gleichgültig, ob ich jetzt weiterlese oder nicht. Die Geschichte konnte mich nicht catchen, dabei habe ich ihr mehr als nur eine Chance gegeben. Stattdessen war ich immer enttäuschter, je mehr Dinge wirklich so geschehen sind, wie ich es bereits vorhergesehen hatte.

Da ich eben schon auf das Ende zu sprechen gekommen bin: Ja, das war vermutlich der einzige Plottwist, der mich überraschen konnte, aber das war’s auch schon, was ich da positiv anmerken könnte. Denn wie kann es sein, dass trotz Mund-zu-Mund-Beatmung nach dem Mord an Mari keine DNA an der Leiche gefunden wurden? Oder hat die Polizei einfach unfassbar schlampige Arbeit geleistet und deshalb keinen DNA-Abgleich an den Verdächtigen vorgenommen? Demnach wirkte die Auflösung sehr an den Haaren herbeigezogen.

Weiterhin bleiben nach dem Ende immer noch offene Fragen. Ich spoilere nicht, wenn ich mich jetzt hier frage, ob Even wirklich von der Person verfolgt ist, von der er geglaubt hat, dass sie es ist. Auch bleibt mir unklar, was wirklich mit Evens Vater passiert ist. Hat Evens Mutter Mitschuld? Warum ist ihm am Steuer unwohl geworden?

Auch scheinen einige Aktionen der Charaktere, insbesondere von Even keine weiteren Folgen zu haben, obwohl sie eigentlich Hinweise für die Polizei sind. Ich meine, warum wurde er nie nach der SMS gefragt, die er Mari geschickt hat, nachdem sie einfach mit ihm Schluss gemacht hat? Hätte diese nicht eigentlich als Drohung verstanden werden können? So klang sie zumindest für mich.

Das einzige Positive, das ich jetzt noch hier anmerken kann, ist das Setting, das gewählt wurde. Der Autor ist selbst norwegisch, weshalb ich es auch gut fand, dass das Buch in einem Dorf in Norwegen spielt. Zwar gab es keine Ortsbeschreibungen, die mir irgendeinen Hinweis darauf gegeben haben könnten, wie Fredheim aussieht, aber zumindest ist das Setting mal etwas Anderes.


Die Charaktere

Vielleicht könnt ihr euch schon denken, dass ich auch hier rummeckern werde. Denn mir wurde Even als Protagonist überhaupt nicht sympathisch. Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, weil seine Emotionen irgendwie nicht rüberkamen und ich einige seiner Handlungen einfach widersprüchlich fand. Zudem handelt er wie ein sechzehnjähriger Teenager, obwohl er bereits achtzehn ist. Davon merkt man überhaupt nichts.

Auch die anderen Charaktere sind ähnlich flach ausgearbeitet. Man erfährt zwar ein bisschen über Mari, Kaiss, Fredrik und Oskar, sowie über Evens Onkel Imo und seine Mutter Susanne, aber über seinen Bruder Tobias zum Beispiel habe ich kaum etwas erfahren, außer, dass er mich an den Sohn der Lebensgefährtin meines Vaters erinnert. Wobei selbst der noch aufgeweckter ist als Tobias.


Fazit

Nachdem ich die Rezension hier abgetippt habe, kann ich nur einmal tief durchatmen und fühlen, wie der ganze Frust, den ich während des Lesens verspürt habe, einfach weggeschrieben ist. Das ist das Gute am Rezensionen schreiben xD

Na ja, ich würde jetzt zumindest nicht sagen, dass das Buch überhaupt keine Leseempfehlung ist, denn Teilstücke haben mir ja doch ganz gut gefallen. Die Umsetzung ist einfach nicht das Gelbe vom Ei, und vielleicht finden Leser, die eben mehr auf seichte Thriller stehen, das Buch unterhaltender als ich, die ich ja liebend gern möglichst psychisch gestörte und blutige Thriller lese. So ist jeder anders gestrickt.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3/5 ⭐

Erzählstil: 2,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 2,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Dämonentochter – Verzaubertes Schicksal« von Jennifer L. Armentrout

Ich habe wirklich auf das Finale der Dämonentochter-Reihe hingefiebert und kann kaum glauben, dass ich die Reihe rund um Alex jetzt tatsächlich beendet habe. Und ganz ehrlich: ich werde sie schrecklich vermissen.

Da es sich bei dem Buch um den finalen Band der Reihe handelt, treten in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen Teilen auf.

Zur Rezension von Band 1

Zur Rezension von Band 2

Zur Rezensino von Band 3

Zur Rezension von Band 4


Inhalt

Alex ist nach ihrem Kampf gegen Ares schwer gezeichnet. Doch sie muss noch einmal in den Krieg gegen den Gott ziehen, denn nicht nur die Covenants stehen vor der Vernichtung – Ares verwüstet die ganze Welt und will die Menschheit versklaven. Da erhält Alex Hilfe von völlig unerwarteter Seite. Manchmal muss eine Liebe eben stärker sein als der Tod …


Allgemeine Informationen

Titel: Dämonentochter – Verzaubertes Schicksal
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 446
Verlag: cbt
Reihe: Dämonentochter / Bd. 5
gelesen: 06.02.20 bis 08.02.20


Über die Autorin

Jennifer L. Armentrout schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Ihre Bücher klettern immer wieder auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und ihr Spiegelbestseller Obsidian wird derzeit verfilmt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund Loki in West Virginia. Wenn sie nicht gerade liest oder schlechte Zombie-Filme anschaut, arbeitet sie an ihrem neuesten Roman.


Meine Meinung

Das Cover

Dies ist bei Weitem das schönste Cover der Reihe. Zwar wirkt das Design auf mich immer noch nicht hochwertig genug für eine so tolle Geschichte, aber die Seerose passt einfach perfekt zur Geschichte, genau wie das weiße Licht, das höchstwahrscheinlich das fünfte Element Akasha darstellen soll.

Also ja, das Cover ist wirklich wunderschön, wenn auch nicht so hochwertig aussehend wie ich es mir gewünscht hätte.

„Es heißt, wenn das Leben dir Zitronen beschert, dann mach Limonade daraus. Aber wenn das Leben dir einen ernsthaft stinkigen Gott beschert, der dir ans Leder will, dann bereite dich auf einen Krieg vor und erhoffe dir das Paradies.“

Seite 5

Der Erzählstil

Wie fast immer habe ich an Jennifer L. Armentrouts Erzählstil nichts auszusetzen. Sie schreibt sehr anschaulich und gleichzeitig nicht zu detailreich, sodass es nicht langweilig wird, wenn auch mal die Umgebung beschrieben wird oder die Gefühle von Alex, die ja die Hauptperson ist.

Der einzige Kritikpunkt ist, dass mir in diesem Teil zwei-drei Rechtschreibfehler aufgefallen sind, weil Buchstaben am Ende eines Wortes vergessen wurden, aber die sind jetzt auch nur sehr vereinzelt und überhaupt nicht häufig aufgetaucht, weshalb das schon Meckern auf höchstem Niveau ist.

„Eifersucht ist etwas Hässliches.“

Seite 335

Die Handlung

Man sieht auf den ersten Blick, dass das Buch dünner ist als die anderen Teile der Reihe, was aber keinesfalls daran liegt, dass es für Alex, Aiden und Seth weniger zu erleben gibt als bisher. Denn es läuft letztlich alles auf das große Finale und den Kampf gegen Ares hinaus, was an sich ja schon eine ziemliche Nummer ist, die es zu bewältigen gilt. Doch nebenbei geschehen auch ein paar andere Dinge rund um Alex, die sie tief erschüttert zurücklassen und trotzdem bleibt ihr aufgrund der Bedrohung, die von Ares ausgeht, keine andere Möglichkeit, als ihre Gefühle zunächst zurückzudrängen und weiterzukämpfen. Außerdem fühlt sie sich anfangs noch ziemlich geschwächt von ihrem Kampf gegen den Kriegsgott und merkt zusätzlich, dass irgendetwas mit ihren Gefühlen nicht mehr stimmt, weil sie ständig Angst hat, geradezu Panik, und wie erstarrt ist.

Das einzige, was ich vielleicht bemängeln könnte, ist, dass mir einige Situationen, wo es um Alex‘ Gefühle ging, zu schnell vorübergingen, aber das ist ebenfalls Meckern auf hohem Niveau.

Ansonsten war alles sehr spannend, unglaublich klug gelöst und es gab auch immer wieder den ein oder anderen Überraschungsmoment, besonders was Seth angeht … aber ich will nichts vorwegnehmen.

„Vieles im Leben ist nicht gerecht und daraus kann man Lehren ziehen.“

Seite 437

Die Charaktere

Alle Charaktere in diesem Buch haben eine Sache miteinander gemeinsam, und zwar, dass sie für eine bestimmte Seite kämpfen. Dabei verlieren weder Alex noch Aiden die Charakterzüge, die einem aus den vorherigen Teilen bereits bekannt sind, wobei sich bei Alex trotzdem etwas tut, weil – wie ich ja bereits erwähnt habe – sie ständig vor Angst wie erstarrt ist und sich nicht rühren kann. Aber auch dieses Rätsel löst sich natürlich.

Seth ist jetzt nicht mehr der absolute Bösewicht, und im Nachhinein finde ich es wirklich traurig, was er alles durchstehen musste, auch wenn er dabei ja sozusagen noch bei vollem Verstand war, die Wahrheit allerdings vor lauter Machtgier nicht erkannt hat.

Stattdessen nimmt Ares jetzt die Rolle des Bösen ein, da der Kriegsgott es darauf abgesehen hat, die Menschheit erneut den Göttern zu unterwerfen und um das zu schaffen, benötigt er die Macht über den Göttermörder, der nur entsteht, wenn sich Alex und Seth auf mysteriöse Art und Weise miteinander verbinden und der eine die Energie aus dem anderen zieht. Denn nur so kann ein Gott von einer Person getötet werden, die nicht selbst ein Gott ist.

Marcus, Olivia, Solos, Luke, Deacon und sogar Apollo stellen sich als wirklich treue Freunde von Alex und Aiden heraus und ich kann nur jeden beneiden, der so tolle Freundschaften zu anderen Personen hegt. Wirklich, denn diese Charaktere sind es unter Anderem, die Alex die ganze Zeit über die Kraft gegeben haben, wieder aufzustehen und weiterzumachen.


Fazit

Das Finale der Dämonentochter-Reihe hat mich sehr von sich überzeugen können und ich hatte geradezu einen Rausch von unterschiedlichen Emozionen, während ich das Buch gelesen habe.


Meine Bewertung

Cover: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐



Welche Bücher von Jennifer L. Armentrout habt ihr schon gelesen?

Eure Lara

Rezension: »Dämonentochter – Verwunschene Liebe« von Jennifer L. Armentrout

Mittlerweile habe ich das Gefühl, komplett im „Dämonentochter“-Fieber zu sein. Aber wie bereits in den anderen Rezensionen zu den Büchern der Reihe erwähnt finde ich sie einfach so gut, dass ich mit dem Lesen kaum aufhören kann. Also freut euch auf diese Rezension!

Da es sich um den vierten Teil der Reihe handelt, treten Spoiler zu den Vorgängern auf.

Zur Rezension von Band 1

Zur Rezension von Band 2

Zur Rezension von Band 3

Zur Rezension von Band 5


Inhalt

Alex befindet sich allein im Nirgendwo, schicksalhaft gebunden an Seth … ihrer Erinnerungen, ihres Willens und selbst ihrer Gefühle zu Aiden beraubt – denn sie ist der Schlüssel, der Seth zum unbezwingbaren Vernichter der Götter machen soll. Doch Aidens Liebe widersetzt sich jeglicher Bestimmung, er ist nicht gewillt, Alex aufzugeben. Als ihr die Flucht gelingt, müssen sie einen Weg finden, Seth aufzuhalten – und der führt sie geradewegs in die Unterwelt …


Allgemeine Informationen

Titel: Dämonentochter – Verwunschene Liebe
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 511
Verlag: cbt
Reihe: Dämonentochter / Bd. 4
gelesen: 03.02.20 bis 06.02.20


Über die Autorin

Jennifer L. Armentrout schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. Ihre Bücher klettern immer wieder auf Platz 1 der New York Times-Bestsellerliste und ihr Spiegelbestseller Obsidian wird derzeit verfilmt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund Loki in West Virginia. Wenn sie nicht gerade liest oder schlechte Zombie-Filme anschaut, arbeitet sie an ihrem neuesten Roman.


Meine Meinung

Das Cover

Ich muss schon sagen, dass ich das Cover gar nicht so schlecht finde. Die ganze Sache mit den Blumen zieht sich ja bereits durch alle Bücher der Reihe und langsam erkenne ich auch den Sinn dahinter, weshalb es mir gar nicht mehr so viel ausmacht, dass die Cover an sich eher billig ausshenen. Denn das ist leider auch hier noch der Fall.

Das Feuer, das die Blume bildet, passt ziemlich gut zur Geschichte (*hust* Aiden *hust*), weshalb das auf jeden Fall noch einen Pluspunkt gibt. Außerdem harmonieren die Farben ziemlich gut miteinander, aber das schönste Cover der Reihe ist es trotzdem nicht 😉

„Manchmal war die Wahrheit nicht schön, politisch korrekt oder ethisch hochstehend. Sie war, wie sie war.“

Seite 465

Der Erzählstil

Jennifer L. Armentrout ist mir ein großes Vorbild. Und das vor Allem durch ihren Schreibstil, denn der hat mich bereits beim ersten Buch von ihr umgehauen und sie schafft es doch tatsächlich immer wieder, mich zu überraschen.

Insgesamt ist alles sehr anschaulich beschrieben und ich fand es anfangs auch ziemlich interessant, mal aus der Sicht von der von Seth besessenen Alex zu lesen, da ihre Sprache und ihre Gedanken da so anders waren, dass ich manchmal wirklich lachen musste. Trotzdem bin ich ganz froh, dass das nicht bis zum Schluss so war, denn das hätte mich auf Dauer wahrscheinlich noch umgebracht – man merke an, dass sie Seth in den ersten Kapiteln als „mein Seth“ bezeichnet, und zwar die ganze Zeit über!

Nachdem Alex es aber geschafft hat zu fliehen, blieben auch die Wortgefechte zwischen ihr und den anderen Charakteren nicht aus. Ehrlich, das Buch ist so humorvoll und gleichzeitig so spannend und ernst erzählt, dass ich eine ganze Flut von Emotionen hatte.

„Du bist für mich geschaffen worden, und ich werde dich finden. Wer sich mir in den Weg stellt, den werde ich ohne Zögern vernichten.“

Seite 192

Die Handlung

Wirklich, hier muss ich die Autorin noch einmal loben, denn diese Plot-Twists und insgesamt die ganze Story ist einfach der Wahnsinn. Es ist alles perfekt durchdacht – vom Anfang, als Alex noch in Seths Gewalt war, bis hin zum Ende, wo alles plötzlich einen Sinn ergibt.

„Niemand kann dem Krieg den Rücken kehren.“

Seite 474

Es war durchgängig spannend, da immer neue Erkenntnisse kamen, die natürlich auch neue Probleme mit sich gebracht haben. Besonders die Zeit, die Alex und Aiden auf der Suche nach dem Apollyon Solaris in der Unterwelt verbracht haben, fand ich einfach großartig, da ich mir alles ziemlich bildlich vorstellen konnte. Und mal ganz ehrlich: wer von uns hätte keine Angst vor riesigen Spinnen, die größer als man selbst sind?!

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich nach dem Hinweis von Solaris bereits eine Idee hatte, wer der Gott ist, der hinter Seth und Lucian steht, und dass sich diese Idee auch bewahrheitet hat, auch wenn Alex und Aiden zwischendurch wirklich andere Vermutungen hatten. Trotzdem kam dann noch ein ziemlicher Plot-Twists, als ich herausgefunden habe, wer tatsächlich hinter dem Gott steckte. Aber okay, mehr möchte ich wirklich nicht verraten.

„Der Tod wartet auf jeden, Alexandria“, sagte er nach einer Weile. „Am Ende kommt es darauf an, wofür man zu sterben bereit ist.“

Seite 355

Die Charaktere

Was soll ich zu Alex noch sagen? Sie ist einfach eine großartige Protagonistin, und ich weiß, dass ich sie nach Beenden des fünften Bandes schrecklich vermissen werde. Ich mochte sie bereits, als ich die Götterleuchten-Reihe gelesen habe (ja, ich weiß, dass man die eigentlich erst nach der Dämonentochter-Reihe lesen sollte), aber in diesen Büchern habe ich sie noch mehr geliebt. Ehrlich, sie ist vermutlich eine meiner liebsten Protagonistinnen, die ich kenne.

„Manchmal frage ich mich, ob das richtig ist, verstehst du … ob ich Glück und Liebe empfinden darf, obwohl alle so leiden.“

Seite 506

Aiden ist einfach der Hammer. Ehrlich, er ist immer so ernst und trotzdem witzig, liebevoll und kämpferisch. Er frisst ganz schön viel in sich hinein, aber ich finde es einfach so stark von ihm, wie er selbst in den schlimmsten Momenten die Hoffnung nicht aufgibt. Besonders, was Alex angeht, denn die stand im Laufe des Buches wirklich in vielen lebensbedrohlichen Situationen und musste sich da ganz allein rauskämpfen, ohne Hilfe von jemand anderem annehmen zu können.

„Was immer du tust, brich Aiden nicht das Herz. Du bist seine Welt. Wenn du sie verlässt, wird ihn das vernichten.“

Seite 381

Okay, Seth hatte in diesem Teil nicht so einen großen Anteil, aber trotzdem habe ich das Gefühl, ihn besser kennengelernt zu haben, zumal er ja über die Verbindung zu Alex zwischendurch auftritt und da auch erstaunlicherweise einiges über sich selbst offenbart. Mittlerweile glaube ich sogar, seine Handlungen zu verstehen. Trotzdem wäre ich selbst nicht so optimistisch wie Alex was seine Rettung angeht.

„Arroganz zieht große Blindheit nach sich.“

Seite 406

Fazit

Ich habe dieses Buch wirklich geliebt und kann die Reihe jedem nur weiterempfehlen! Wirklich, so gute Bücher gibt es selten und ich bin froh, dass ich sie lesen konnte. Besonders freue ich mich jetzt aber auf den finalen Band, besonders nach diesem fiesen Cliffhanger!


Meine Bewertung

Cover: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 4,5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐



Ich wünsche euch noch eine schöne Woche!

Eure Lara

Rezension: »Dämonentochter – Verführerische Nähe« von Jennifer L. Armentrout

Auch diesen Teil der Dämonentochter-Reihe habe ich sowohl als E-Book als auch als Taschenbuch bestellt (also, das E-Book hab ich ausgeliehen), weil ich nicht wusste, wie früh meine Bestellung ankommen würde. Aber nach dem Ende vom letzten Band musste ich einfach weiterlesen!

Da es sich um den dritten Teil der Reihe handelt, können in meiner Rezension Spoiler zu den vorherigen Bänden auftauchen.

Zur Rezension von Band 1

Zur Rezension von Band 2

Zur Rezension von Band 4

Zur Rezension von Band 5


Inhalt

Auch nach ihrer Flucht aus dem New Yorker Covenant wird Alex weiter von ihren Feinden gehetzt, die in der Hematoi-Gesellschaft an den Schalthebeln der Macht sitzen. Niemand darf erfahren, was sie in New York getan hat. Doch Alex hat hochrangige Fürsprecher: Ein leibhaftiger Gott rettet ihr das Leben. Die große Liebe zwischen Alex und Aiden ist in Gefahr. Während Alex‘ achtzehnter Geburtstag und ihr Erwachen näherkommen, überschlagen sich dramatische Ereignisse. Die Götter selbst greifen in das Geschehen ein, um einen machtgierigen Mann aufzuhalten, der an ihrer Herrschaft rüttelt. Gibt es noch eine Zukunft für Alex und Aiden?


Bibliografie

Titel: Dämonentochter – Verführerische Nähe
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 479
Verlag: cbt
Reihe: Dämonentochter / Bd. 3
gelesen: 02.02.20 bis 03.02.20


Meine Meinung

Das Cover

Dieses Cover zählt eindeutig nicht zu den schönsten der Reihe. Zwar wirkt alles wirklich sehr mysteriös (was die Story ja auch ist), aber trotzdem wirkt es eher wie das Cover zu einem Erotik-Buch statt zu dem, was es ist. Denn mit Erotik hat die Geschichte eigentlich nicht wirklich was zu tun. Es geht eher um die Anziehungskräfte zwischen Seth und Alex durch die Apollyon-Verbindung, die sie sich teilen und die die beiden miteinander verschweißt.

Trotzdem passen die Farben ganz gut zueinander und ich finde es gut, dass dieses Mal auch Alex teilweise zu sehen ist, auch wenn ich einige Zeit gebraucht habe, um zu erkennen, dass es einen Menschen darstellen soll. Außerdem ist die Rune auf ihrem Nacken sichtbar, die Alex im Laufe des Buches erhält und die eine große Wendung in der ganzen Story auslöst.


Der Erzählstil

So langsam fehlen mir für den Schreibstil von Jennifer L. Armentrout echt die Worte. Ich habe schon mehrere Rezensionen über Bücher von ihr geschrieben und habe gefühlt immer das gleiche über ihren Erzählstil gesagt, weshalb ich das jetzt einfach noch mal wiederholen werde, denn andere Worte fallen mir nicht wirklich dazu ein.

Jennifer L. Armentrout geht besonders auf Alex‘ Gedanken und Gefühle ein, was ich generell immer gern mag, weil ich so die Chance bekomme, die Protagonistin besser kennenzulernen. Außerdem wird dadurch eine ganz andere Spannung aufgebaut als beispielsweise bei bevorstehenden Kämpfen, weil man als Leser merkt, wenn etwas nicht stimmt.

Die Dialoge sollten aber auch nicht vernachlässigt werden. Wie immer gab es ziemlich lustige, ernste und emotionale Wortwechsel zwischen Alex, Aiden und Seth und einige Male hätte ich mich am liebsten kaputtgelacht, weil sie alle drei so schlagfertig sind.

Auch ansonsten war alles einfach fantastisch und sehr anschaulich beschrieben, weshalb Jennifer L. Armentrout auch eines meiner größten Vorbilder ist was Autoren angeht.


Die Handlung

Es gab einen klaren roten Faden, der sich durch das ganze Buch gezogen hat, und die Spannung erhöht sich mit jedem Mal, wenn sich Alex zwischen Aiden und Seth entscheiden muss. Außerdem gab es immer mal wieder Plot-Twists, die mich völlig unerwartet überrumpelt haben, und ich kann mich noch erinnern, dass ich einige Male wie blöd grinsen musste, weshalb meine Mutter mich angesehen hat, als wäre ich gestört.

Die komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen Alex, Aiden und Seth hat hier wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen als im vorherigen Teil. Man hat deutlich mitbekommen, wie sich besonders Seth verändert hat, aber trotzdem waren alle Handlungen der Charaktere irgendwie nachvollziehbar und erschreckend authentisch, wenn ich mal so darüber nachdenke.

Ich finde es ziemlich gut umgesetzt, wie auch die Geschichte der Vergangenheit mit in die Story eingeflossen ist, da man so noch einiges über die Welt der Hematoi und der Halbblüter erfahren hat, das man vorher noch nicht wusste oder nur geahnt hat.

Und dieses Ende erst! Ehrlich, dieser Cliffhanger ist so unglaublich fies, dass ich mich kaum traue, das nächste Buch zur Hand zu nehmen und weiterzulesen …


Die Charaktere

Wie immer war Alex eine sehr coole Protagonistin, die ich wirklich liebgewonnen habe. Ihre Entscheidungen beruhen alle auf ihren Gefühlen, denn sie achtet oftmals mehr auf ihr Herz als auf ihren Verstand, was sie mir super sympathisch macht. Sie lässt sich nichts gefallen, ist schlagfertig, hat einen ziemlich schwarzen Humor und weigert sich, Schwäche zu zeigen. Natürlich ist aber auch sie nicht perfekt und dadurch gerät sie einige Male an ihre Grenzen, was sie meiner Meinung nach aber nur noch stärker macht.

Aiden hat in diesem Band wieder mehr Auftritte bekommen und die Liebe zwischen ihm und Alex bekommt endlich eine Chance, auch wenn sie ziemlich riskant ist, da es ja eigentlich verboten ist, dass sich Halb- und Reinblüter lieben. Seit diesem Buch weiß ich auch, warum, aber das werde ich euch nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Seth hat eine ziemliche Entwicklung durchgemacht, allerdings nicht unbedingt zum Guten. Er hat in der Story immer mehr die Rolle des Bösen eingenommen, besonders zum Ende hin, obwohl Alex bis zum Schluss an ihn geglaubt hat. Na ja, und das Ende des Buches … darüber werde ich jetzt nichts verraten.


Fazit

Der dritte Band der Dämonentochter-Reihe ist sogar noch ein Stückchen spannender und nervenaufreibender als der zweite Teil, was schon was heißen will, und ich freue mich auf jeden Fall, weiterzulesen, obwohl ich auch ein bisschen Angst vor den neuen Entwicklungen habe …


Meine Bewertung

Cover: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐



Auch hier habe ich das Cover wieder nicht ganz so streng mit in die Gesamtbewertung einbezogen, weil ich es unfair fände, dem Buch nur deshalb eine schlechtere Bewertung zu geben als es verdient hat.

Eure Lara