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Rezension: »Behind your Scars« von Tanya Bush

Endlich, endlich, endlich gibt es ein neues Buch von der wunderbaren Autorin Tanya Bush! Ich durfte dieses Mal wieder eine ihrer Ninja Readers sein und freue mich so, so sehr, dass ich das Buch gemeinsam mit ein paar anderen Bloggerinnen lesen durfte und jetzt auch rezensieren kann. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich es schon kaum mehr erwarten, bis »Promise you’ll be there« erscheint, Tanyas neuer Urban Fantasy Roman. Ach ja, und auf den zweiten Teil von »Behind your Scars« freue ich mich natürlich ebenfalls!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir kostenlos von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Das ändert nichts an meiner Bewertung.


Inhalt

Ein Neuanfang – das ist es, was Holly sich von ihrem Studium am Winterdale College erhofft, nachdem ein tragischer Unfall ihrem scheinbar perfekten Leben ein Ende gesetzt hat. Als sie dort auf Tyler trifft, der sich mit seiner offenen und warmherzigen Art immer mehr in ihr gebrochenes Herz schleicht, scheinen sich tatsächlich all ihre Hoffnungen zu erfüllen. Wäre da nicht noch Simon, Hollys einstige große Liebe, der in Tylers dunkelster Vergangenheit wühlt, um dieses Glück zu zerstören …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Behind your Scars
Autorin: Tanya Bush
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 392
Verlag: Selbstverlag
ASIN: B098B34L7J
Reihe: Behind your Past / Bd. 1
Preis (E-Book): 3,99 €


Meine Meinung

Also, wo soll ich anfangen? Schreibstil, Handlung, Charaktere? Eigentlich egal, weil es alles aufs gleiche hinausläuft, nämlich dass ich das Buch einfach nur großartig fand! Aber gut, irgendwie muss ich meine Meinung ja begründen, wegen konstruktive Kritik und so. Und natürlich, weil ich möchte, dass ALLE dieses Buch hier lesen!

»Behind your Scars« ist das, was ich selbst als richtig guten New Adult Liebesroman bezeichnen würde. Die Geschichte von Holly und Tyler ist herzzerreißend und fesselnd und auf ihre ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Ich würde sogar sagen, dass sie einzigartig ist – was man von vielen anderen New Adult Romanen nicht gerade behaupten kann (was an sich aber auch nichts Schlimmes ist, sofern man keine andere Ansprüche hat).

Mit Holly hat Tanya eine starke Protagonistin erschaffen, die ich gerne mal im echten Leben treffen würde. Sie hat natürlich an dem zu knabbern, was ihr in der Vergangenheit zugestoßen ist, aber sie lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, bleibt stark und richtet sich nach Tiefschlägen immer wieder auf, und das ist wirklich bewundernswert. Viele von uns können sich an Holly eine Scheibe abschneiden.

Na ja, und Tyler ist eben nicht der Bad Boy, sondern vielmehr ein Good Guy. Und zwar einer von der tollen Seite, überhaupt nicht klischeebehaftet, liebenswert und ebenso wie Holly mit einer Vergangenheit, die ihn stark geprägt hat. Auch er ist ein sehr starker Charakter, und ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht aus seiner Perspektive zu lesen (obwohl ich mich bei manchen Szenen schon gefragt habe, was er so gerade denkt xD).

Kurzum: Von den Charakteren konnte mich Tanya auf jeden Fall überzeugen. Ach ja, Ashley und Jayden sollte ich auch noch kurz erwähnen, damit die beiden sich nicht hinter meinem Rücken zusammentun und einen Eimer Wasser über mir ausleeren. Ashley ist Hollys beste Freundin und ich glaube, als solche macht sie sich auch ziemlich gut. Sie unterstützt Holly auch dann, wenn sie wütend auf sie ist, und sie stupst sie häufig in die richtige Richtung. Genau wie Jayden das bei Tyler macht.

So, jetzt zum Schreibstil. Eigentlich sollte Tanya bereits wissen, wie sehr ich ihren Schreibstil mag, aber ich schreibe das hier ja nicht nur für sie, sondern auch für mich und alle, die diese Rezension lesen. Von daher wiederhole ich mich gerne: Tanya schreibt einfühlsam und super humorvoll, weshalb ich während des Lesens oft lachen, aber auch weinen musste. Ach ja, und verzweifelt bin ich auch das ein oder andere Mal, wie es sich gehört. Nur am Anfang sind mir zwei-drei Tippfehler aufgefallen, die aber überhaupt nicht dramatisch sind.


Fazit

Ich denke, man kann über »Behind your Scars« sagen, dass es eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen ist, authentisch, mit allen Höhen und Tiefen und natürlich auch spannend und emotionsgeladen. Nur wegen der kleinen Tippfehler gibt es einen halben Stern Abzug hier auf meinem Blog, aber da sie für mich nicht so extrem schwer ins Gewicht fallen, werde ich auf Goodreads und Co. aufrunden. (Mehr dazu im Menü unter „Bewertungssystem“).

Rezension: »Madly« von Ava Reed

Ebenso wie »Truly«, habe ich auch »Madly« im Urlaub gelesen. Nachdem ich den ersten Teil der »In Love«-Reihe von Ava Reed so gut fand, habe ich etwas Ähnliches von »Madly« erwartet … und wurde maßlos enttäuscht.


Inhalt

June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht – aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quellle: Thalia

Titel: Madly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 414
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1297-5
Reihe: In Love / Bd. 2
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Fangen wir zunächst mit etwas Positivem an, nämlich Avas Schreibstil. Er ist flüssig zu lesen und vor allem humorvoll, was eine gewisse Leichtigkeit mitbringt, gleichzeitig kann er aber auch mal ernst sein. So kamen Emotionen gut rüber und ich konnte wenigstens größtenteils mit June und Mason mitfühlen. Dennoch bin ich der Meinung, dass »Madly« mit dem ersten Teil nicht mithalten kann, und das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, denn es geht um Selbstzweifel und Bodyshaming. Zwei Themen, die eigentlich in so gut wie jedem NA-Roman auftauchen sollten, weil es die Zielgruppe einfach stark betrifft.

June war mir bereits in »Truly« sympathisch, zumindest als Andies beste Freundin. In »Madly« stehe ich ihr jetzt eher zwiegespalten gegenüber. Einerseits kann ich ihre Selbstzweifel sehr gut verstehen, da ich selbst einige Probleme mit meiner Haut habe (wenn auch in anderem Sinne, denn ich habe Akne). Diese Probleme, die June mit sich selbst hat, wurden – zumindest meiner Ansicht nach – realitätsnah, aber zu nebensächlich abgehandelt. Insbesondere, wenn ich bedenke, dass es ein so emotionales Vorwort gibt, in welchem eine Triggerwarnung steht, etc.

Auf der anderen Seite ist June aufmüpfig, respektlos, in den unpassendsten Situationen unfreundlich und macht sich nichts daraus, ob sie mit ihren Worten andere Menschen verletzen könnte. Diese Eigenschaften kann ich an Menschen überhaupt nicht leiden, und genauso wenig an Buchfiguren. Zwar ist die positive Lebenseinstellung, die sie äußerlich zu haben scheint, sehr bewundernswert, und auch ihre Freundschaft zu Andie finde ich klasse. Trotzdem kann ich genau die Charakterzüge an ihr nicht leiden, die in diesem Buch so extrem hervorgetreten sind.

Zudem ist ihre Entwicklung für mich nicht ganz greifbar. Nach ihrer heftigen Kindheit, in der sie immer das Gefühl vermittelt bekommen hat, nicht gut genug zu sein, wäre es glaube ich realistischer gewesen, wenn sie sich zu einer schüchternen, zurückhaltenden Person entwickelt hätte, die nicht groß aus der Masse hervorstechen will. Möglicherweise fehlte aber an der Stelle auch einfach ein bisschen die Tiefe, die mir geholfen hätte, ihre Persönlichkeitsentwicklung nachzuvollziehen.

Na ja, Mason konnte ich in »Truly« schon nicht leiden, und das hat sich auch leider nicht geändert. Er ist zwar zu seinen Freund*innen ein echt guter Kumpel, auf den sie sich immer verlassen können, aber er akzeptiert einfach kein Nein. Er bedrängt June, belästigt sie in ihrer Freizeit und lässt dabei einfach nicht locker, dabei gibt sie ihm immer wieder deutlich zu verstehen, dass sie nicht mit ihm ausgehen möchte. Aber nein, ihr Körper scheint eine andere Sprache zu sprechen als ihr Mund, und an dem Glitzern in ihren Augen kann Mason natürlich sofort verstehen, dass sie ihn eigentlich doch ganz anziehend finde. Tut mir leid, wenn ich ein bisschen ausfallend wirke, aber so etwas geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. Nein heißt Nein. Da gibt es keinen Handlungs- oder Diskussionsspielraum. Wieso und weshalb June Nein sagt, spielt dabei auch keine Rolle. Sie ist nicht bereit dazu, in Mason mehr zu sehen als einen Freund, also sollte er das auch akzeptieren. Ehrlich gesagt verstehe ich ja schon nicht, warum sie ihn nach alldem noch als Freund sehen kann.

Aber noch einmal zu June zurück. Gerade, wo sie so große Probleme mit ihrem Aussehen hat, kann ich einfach nicht verstehen, wie sich trotzdem teilweise über Äußerlichkeiten geäußert wird, in einem Buch, dessen Message doch eigentlich lauten sollte: Du bist schön, so wie du bist und nicht anders. Beispielsweise wünscht June sich einmal, Mason würden Monobrauen wachsen, um ihm seine Attraktivität zu nehmen. I mean, dann berühren sich eben die Brauen in der Mitte, na und? Das macht einen Menschen doch nicht gleich hässlich! Oder auch zum Thema Akne: Es wird über die richtige Wahl des Make-ups geschrieben, damit man nicht durch die Verwendung des falschen eine „zweite Pubertät“ durchlaufen muss. Klar, ich kann verstehen, weshalb Akne nicht wünschenswert erscheint, aber dennoch ist es eine Hautkrankheit, die nicht nur Teenager betrifft und die sich oft nicht leicht behandeln lässt. Wenn man als Autor*in schon ein Buch schreibt, in dem es um Selbstakzeptanz geht, dann sollten solche Dinge einfach nicht darin auftauchen.

Ach ja, und was ich an June noch nicht leiden kann, ist, dass sie Mason mehrfach eine Geschlechtskrankheit wünscht. Das ist genauso ein No-Go wie jemandem den Tod zu wünschen. Egal, wie sehr ich bestimmte Personen nicht leiden kann, wünsche ich ihnen doch keine Geschlechtskrankheit oder den Tod!

Auch bei der Schlussszene, die genau wie in »Truly« wieder eine Sexszene ist (Warum muss es immer gleich Versöhnungssex sein, warum nicht einfach ein klärendes Gespräch am Ende? Meinetwegen auch danach!), habe ich den Kopf schütteln müssen, denn Mason sagt einmal eindeutig, dass June aufhören soll – und auch hier gilt: Nein heißt Nein. Allerdings scheinbar nicht für June, denn Masons Körper spricht ja eine andere Sprache. Danach ist zwar keine Rede mehr davon, dass June aufhören soll, aber dennoch ist es in dem Moment eine Vergewaltigung gewesen, weil Mason June gesagt hat, dass sie aufhören soll. Ob nur, weil er es anders möchte oder überhaupt nicht, ist in diesem Augenblick vollkommen egal – sollte es zumindest sein.

Ich hoffe, ich konnte euch verständlich machen, weshalb ich das Buch trotz der schönen Stellen, des Schreibstils, etc. nicht mochte.


Fazit

Von mir gibt es für »Madly« keine Leseempfehlung. Ich selbst habe es nur zu Ende gelesen, weil ich doch noch Hoffnung hatte, zumal es so hoch gelobt wurde überall. Vielleicht hätte ich es doch einfach abbrechen sollen.

Rezension: »Truly« von Ava Reed

Während ich im Urlaub war, habe ich »Truly« von Ava Reed gelesen und damit den ersten Teil der »In Love«-Reihe, die so groß gehyped wird in den Medien. Sei es auf Booktube, Bookstagram oder anderswo. Ob ich den Hype rund um »Truly« gerechtfertigt finde, erfahrt ihr in der Rezension hier.


Inhalt

Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Thalia

Titel: Truly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 383
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1296-8
Reihe: In Love / Bd. 1
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Tatsächlich konnte ich mich schon nach den ersten Seiten für »Truly« begeistern. Es ist einfach eine richtig tolle, gefühlvolle NA-Liebesgeschichte, die ein bisschen frischen Wind bringt – genau wie das Cover.

Die Geschichte von Andie und Cooper war mitreißend und authentisch. Ich konnte Andie völlig nachvollziehen, habe mit ihr gefühlt und sie als Protagonistin echt liebgewonnen. Ihre tollpatschige und humorvolle Art fand ich sehr erfrischend – sie und Cooper gleichen sich wirklich perfekt aus zusammen.

Auch June, Andies beste Freundin, mochte ich ganz gerne. Sie war viel lauter und aufgeweckter und hat mich mit ihrer Art manchmal ein bisschen an Gianna aus der Splitterherz-Trilogie erinnert. Auf jeden Fall hat sie mich auf ihre eigene Liebesgeschichte neugierig gemacht, um die es im zweiten Teil der Reihe, »Madly«, geht.

Doch so toll ich auch Andie, Cooper und June fand, konnte mich Mason nicht von sich überzeugen. Er ist Coopers bester Freund und Mitbewohner und gleichzeitig Andies Chef. Ich weiß, dass viele Leser*innen gerade von ihm so begeistert waren, ich konnte aber irgendwie nicht so richtig was mit ihm anstellen, auch wenn er eigentlich wirkte wie ein ganz netter Kerl. Dennoch fand ich seine Haltung Frauen gegenüber gerade am Anfang mehr als fragwürdig. Als es darum geht, ob Andie den Job in seinem Club bekommt, sagt er zu June, ohne Andie auch nur zu beachten: »Lernfähig, hübsch […] Und freundlich. […] Sie hat den Job.« (S. 46). Zudem nennt er sie, scheinbar aufgrund ihrer geringen Körpergröße, ständig »Kleines«. Ich weiß nicht, aber irgendwie klingt das für mich ziemlich herabwürdigend. Mal sehen, ob er mich in »Madly« von sich begeistern kann oder nicht.

Jetzt aber zu der Schlussszene, welche leider dann auch direkt eine Sexszene ist. Ich habe an sich nichts dagegen, es handelt sich schließlich um New Adult und da gehört das einfach irgendwie mit dazu. Dass diese Szene aber tatsächlich die Schlussszene ist, wirkt so, als seien alle Probleme zwischen Andie und Cooper dadurch gelöst. Danach kommt zwar noch ein Epilog, aber ich finde, ein Kapitel danach hätte dem Buch so gut getan! Ein klärendes Gespräch, etc. noch drangehängt, und dieser Kritikpunkt wäre für mich weggefallen. So aber leider nicht. Trotzdem muss ich noch erwähnen, dass ich es toll finde, wie Ava es schafft, Äußerlichkeiten, die viele Frauen* an sich zweifeln lassen, in dieser Szene als total normal darzustellen und nicht groß hervorzuheben. Das ist für mich auf jeden Fall noch ein großer Pluspunkt!


Fazit

»Truly« ist eine schöne New Adult Liebesgeschichte, voller Emotionen und Witz. An ein paar wenigen Stellen konnte sie mich nicht ganz von sich überzeugen, insgesamt kann ich das Buch aber nur empfehlen.

Rezension: »Dornenkuss« von Bettina Belitz

Mein Vorsatz, dieses Jahr viele angefangene Reihen zu beenden, scheint aufzugehen. Mit Dornenkuss habe ich die Splitterherz-Trilogie beendet und kann im Gegenzug eine neue Reihe anfangen!

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in dieser Rezension zu Spoilern kommen, welche die vorherigen beiden Teile, »Splitterherz« (Band 1) und »Scherbenmond« (Band 2) betreffen.


Inhalt

Achtung, Spoiler zu Teil 1 + 2 der Reihe!

Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern – und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht.

In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Dornenkuss
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 813
Verlag: script5
ISBN: 978-3-8390-0161-5
Reihe: Splitterherz / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 12,00 €


Meine Meinung

Mit »Dornenkuss« habe ich endlich auch die Splitterherz-Trilogie von Bettina Belitz beendet und kann sie auf meiner Liste der unbeendeten Reihen abhaken. Nachdem ich von Scherbenmond etwas mehr erwartet hätte (und gleichzeitig weniger problematische Aussagen), hat mir Dornenkuss wieder richtig gut gefallen. Wie gut, versuche ich im Folgenden ein bisschen zu erklären, in der Hoffnung, mit dieser Rezension auch andere (vielleicht ja auch euch?) für die Reihe begeistern zu können.

Wenn ich an das Buch zurückdenke bzw. an meine Lesezeiten damit, dann erinnere ich mich zuallererst daran, dass ich die Geschichte von Ellie, Colin und ihren Freund*innen Tillmann, Gianna und Paul sehr genossen habe und spannend fand. Es ist ein klarer roter Faden erkennbar, ohne dass dadurch Plot-twists und Wendungen vorhersehbar waren. Es kam so oft wieder was dazwischen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (ein bisschen suboptimal im Urlaub). Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht!

Die Charaktere aus der Reihe sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Ellie mit ihrem einnehmenden und aufbrausenden Temperament, Colin mit seiner düsteren Ausstrahlung, Gianna mit ihrer aufgeweckten, sturen und lauten Art, Paul mit seiner Gelassenheit und Ruhe, und Tillmann mit seiner Treue und seinem Einfallsreichtum. Bezüglich Ellie habe ich aber trotzdem die einzigen Kritikpunkte am ganzen Buch, denn ich konnte ihre Gefühle oft nicht ganz nachvollziehen, genauso wie ihre emotionalen Ausbrüche. Von einem auf den anderen Moment war sie plötzlich stinksauer und hat einen richtigen Tobsuchtanfall bekommen, das fand ich etwas befremdlich. Hinzu kommt, dass negative Gefühle in dem Buch eine sehr einnehmende Rolle spielen und positive eher nebensächlich abgehandelt wurden. Dadurch war bald die gesamte Atmosphäre in der Geschichte negativ geladen.

Mit Angelo kommt ein weiterer, interessanter Charakter mit ins Spiel. Er war mir von Anfang an suspekt, und Ellies Freundschaft zu ihm fand ich irgendwie merkwürdig. Zudem habe ich schon früh geahnt, was es mit ihm auf sich hat, nur die ganzen Ausmaße waren neu und überraschend für mich.


Fazit

»Dornenkuss« ist das grandios aufgearbeitete Finale der Splitterherz-Trilogie und absolut lesenswert. Ich spreche hiermit auf jeden Fall eine Empfehlung aus!

Rezension: »Leichenblässe« von Simon Beckett

Teil 3 der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter ist somit auch beendet. Und er war meines Erachtens mal wieder richtig gut!!

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »David Hunter«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen beiden Bänden, »Die Chemie des Todes« (Teil 1) und »Kalte Asche« (Teil 2), auftreten.


Inhalt

Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …


Bibliographische Daten

(Quelle: Weltbild)

Titel: Leichenblässe
Originaltitel: Whispers of the Dead
Autor: David Hunter
Übersetzung: Andree Hesse
Erzähler: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 46 Min.
Verlag: argon Hörbuch
ASIN: B00DL7ITWU
Reihe: David Hunter / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 7,99 €


Inhalt

Die einzelnen Teile der Reihe bauen chronologisch aufeinander auf und greifen nur in einigen Kleinigkeiten das Privatleben des Protagonisten David Hunter betreffend ineinander. Dementsprechend lassen sich die einzelnen Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es sein kann, dass dadurch einige Anekdoten nicht ihren eigentlichen Sinn entfalten.

David selbst ist mir mittlerweile ein liebgewonnener Charakter geworden, auch wenn ich einige seiner Gedanken nicht teilen kann und er im Grunde genommen keine großartige Entwicklung durchmacht. Er hat einige Schicksalsschläge erlitten, die insbesondere in Band 1 »Die Chemie des Todes« tiefgründiger behandelt werden.

Zu Beginn des Buches hat David gerade erst die Trennung von seiner Freundin Jenny hinter sich, die er in »Die Chemie des Todes« kennengelernt hat. David selbst hadert deshalb noch mit sich, einerseits ist da seine Liebe zu Jenny, andererseits sein Beruf, welcher der Grund für die Trennung ist. Leider kam mir in diesem Teil aber sein Privatleben irgendwie zu kurz, der Trennungsschmerz wurde nur kurz mal erwähnt, ansonsten wurde nicht näher darauf eingegangen, wo doch die ersten zwei Teile schon recht tiefgründig für Thriller waren.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch zum Einen der Schreibstil von Simon Beckett bzw. allgemein die Art, wie er die Geschichte übermittelt. Er schafft eine einzigartige, beklemmende Atmosphäre mit Charakteren, bei denen ich mich sofort wohlgefühlt habe. Außerdem werden durch Davids Spezialgebiet der forensischen Anthropologie immer wieder Fakten und Informationen geliefert, die meist den Tod selbst betreffen, aber natürlich den Umständen geschuldet auch den Verwesungsprozess des Menschen. Das hatte auf der einen Seite einen bitteren Beigeschmack, weil ich als Leserin immer wieder mit dem konfrontiert wurde, das die Menschen seit jeher am meisten fürchten, nämlich dem Tod. Andererseits fand ich diese nüchternen Informationen in ihrer morbiden Art schon wieder faszinierend.

Ein scheinbar wiederkehrendes Muster in den Büchern der Reihe ist der eine Polizist, der die Ermittlungen führt und sich durch Davids Anwesenheit in seiner Machtposition angegriffen fühlt, weil er plötzlich nicht mehr derjenige ist, der die Kontrolle über die Situation hat und sich auf die Ratschläge eines anderen verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich dieses Muster auch in den weiteren Teilen noch fortführt.

Die Handlung selbst konnte mich sehr von sich überzeugen. Ich habe keine der Wendungen erahnen können, und das, obwohl ich im Gegensatz zu David bereits wusste, welches Ziel und welche Gedanken der Mörder die ganze Zeit über verfolgt hat, weil es zwischendurch immer mal wieder kurze Kapitel gab, in denen der Mörder der Erzähler war. Besonders an diesen Kapiteln war, dass ich als Leserin direkt angesprochen wurde, als stecke ich selbst in der Haut des Täters, was sofort für Gänsehauteffekte gesorgt hat.

Die letzte Wendung zum Schluss hat mich noch mal völlig umgehauen, auch wenn ich sagen muss, dass das Ende insgesamt runder abgeschlossen war als das der vorherigen zwei Teile, bei denen es schon eher mehr oder weniger fiese Cliffhanger waren.

Das einzige, was ich so richtig kritisieren kann, ist die Art, mit der von einigen Menschen gesprochen wird – gerade bezüglich Äußerlichkeiten -, sowie die Verwirrung meinerseits im Mittelteil, als so viele unterschiedliche Charaktere vorkamen, dass ich ein- oder zweimal den Überblick verloren habe.


Fazit

Ich mochte den dritten Teil der Reihe rund um Dr. David Hunter wirklich sehr gerne. »Leichenblässe« ist eine gelungene Fortsetzung mit einem weiteren mysteriösen und gleichzeitig faszinierenden Mordfall, dessen Auflösung mich von Anfang an gefesselt hat.

Rezension: »Scherbenmond« von Bettina Belitz

»Scherbenmond« habe ich im Juni gelesen (ich weiß, ist schon etwas her …), aber da ich Anfang Juli in den Urlaub gefahren bin, hatte ich keine Gelegenheit mehr dazu, die Rezension zu schreiben … also gibt es sie heute, ungefähr einen Monat später. Die anderen Rezensionen folgen dann die Tage noch.

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in der Rezension zu Spoilern kommen, die den ersten Band betreffen. Hier geht es zu Teil 1: Splitterherz


Inhalt

(ACHTUNG, SPOILER ZU TEIL 1 DER REIHE!!)

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen.

Umauf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …

(Quelle: Goodreads)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Scherbenmond
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 688
Verlag: Script 5
ISBN: ‎ 978-3839001226
Reihe: Splitterherz / Bd. 2
Preis (Hardcover): 19,95 €


Inhalt

Zugegeben, nach den ersten Kapiteln war ich recht geschockt und habe erst mal darüber nachdenken müssen, ob ich das Buch weiterlesen möchte. Zum einen gab es im ersten oder zweiten Kapitel einen – für mich eindeutigen – Fall von Fatshaming, also Fettfeindlichkeit. Es ging um einen übergewichtigen Polizisten, über den sich Ellie und ihre Mutter lustig gemacht haben – zwar nicht ihm gegenüber, aber untereinander. Und Ellie hat im Gedanken einige sehr gehässige Dinge von sich gegeben, die meiner Meinung nach schon grenzwertig waren. Dies ist auch ein Kritikpunkt, den ich so stehen lassen möchte. Vielleicht könnt ihr ja in den Kommentaren mal verraten, ob ihr selbst schon Fatshaming in Büchern (oder auch in der Realität) erlebt habt und wie ihr damit umgeht. Ich persönlich ziehe dem Buch allein deshalb schon Punkte von meiner Bewertungsskala ab. Denn in diesem Fall gab es keinen Interpretationsfreiraum diesbezüglich.

Zudem stellt Ellie fest, als sie in Hamburg ankommt, dass ihr Bruder in der Zeit, in der sie ihn nicht gesehen hat, schwul geworden ist. Also. Zum einen wird man nicht mal eben schwul, entweder man ist es oder man ist es nicht. Und nur, weil Paul vorher bereits eine Freundin hatte, heißt das ja nicht automatisch, dass er nicht trotzdem schwul sein kann. Dass er möglicherweise gar bisexuell ist, stand gar nicht zur Debatte, genauso wenig wie es für Ellie zur Debatte stand, dass Paul auf Männer* steht. Auf ihrer Webseite hat die Autorin, Bettina Belitz, einen Post verfasst, in dem es unter anderem genau um diese Kritik geht. Und auch, wenn sie nicht die Absicht hatte, homophobe Äußerungen zu machen (und immer noch nicht erkennen kann, wo genau es der Fall ist in ihrem Buch), kann ich persönlich die Kritikpunkte gut verstehen, denn mir ging es am Anfang genauso. Ich habe mir auch gedacht: Hui, das klingt jetzt aber schon echt homophob.
Pauls Freund, Francois, wird zudem nicht gerade freundlich dargestellt. Ellie kann ihn auf den Tod nicht ausstehen, er sie ebenfalls nicht, er ist besitzergreifend und das, was heutzutage in unserer Gesellschaft leider immer noch häufig als „typisch schwul“ angesehen wird. Also mal ganz von Ellies Reaktion auf den angeblich plötzlichen Wandel von Pauls Sexualität abgesehen, wird nicht gerade das beste und vorurteilsfreiste Bild von Homosexualität dargestellt.
Am Ende klärt sich das meiste auf. Dazu muss ich jetzt aber mal spoilern, weil das ein Kritikpunkt ist, den ich ohne Spoiler nicht beschreiben kann (um den Spoiler zu sehen, einfach den leeren Abschnitt markieren):

Paul ist letztendlich tatsächlich nicht schwul. Er wurde von seinem Freund Francois, einem Mahr, besessen, weshalb er selbst dachte es zu sein, und mit Colins und Ellies Hilfe wird er davon „geheilt“. Ich denke, ihr habt gerade alle die gleichen Gedanken wie ich. Ich bin mir sehr sicher, dass die Autorin nicht beabsichtigt hat, diese Message zu vermitteln, als sie das Buch geschrieben hat. Trotzdem finde ich diesen Punkt schon echt grenzwertig, zumal Francois selbst am Ende ja nicht schwul war, sondern sich nur so ausgegeben hat und stattdessen der Bösewicht der Geschichte war. Ich weiß auch nicht, aber ein paar J. K. Rowling – Vibes kamen da schon rüber bei mir.

Abgesehen von diesen Punkten fand ich das Buch aber wirklich richtig gut. Es war spannend und zutiefst nervenaufreibend, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Außerdem gab es da diese unterschwellig düstere Atmosphäre, die mich total gefesselt hat. Ich kann es nicht gut beschreiben, aber so war es. Auch die Charaktere waren alle – bis auf Francois – sehr authentisch dargestellt und haben mir wirklich gut gefallen. Ellie macht es sich und ihren Mitmenschen echt nicht leicht, weil sie so gerne und viel streitet. Na ja, und Gianna ist einfach nur toll, ich glaube, sie ist mein Lieblingscharakter aus dem Buch. Tillmann ist auch irgendwie cool drauf, auch wenn seine politische Unkorrektheit mich manchmal echt fassungslos gemacht hat. Weil er einfach so gar kein Blatt vor den Mund nimmt und damit häufig mal andere verletzt … Aber das ist eben irgendwie auch sein Charakter. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben kann.


Fazit

»Scherbenmond« ist eine größtenteils echt gelungene Fortsetzung von »Splitterherz«, wenn auch meiner Meinung nach der schwächste Teil der Trilogie. Einige Aussagen darin hätten so nicht sein müssen, und ein bisschen genaueres Hinsehen hätte ich mir da sowohl von Autorinnen- als auch von Verlagsseite gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich das komplette Buch lang mitgefiebert und -gerätselt, was das Zeug hielt. Es war teils wirklich spannend bis zum Gehtnichtmehr, von daher also durchaus kein schlechtes Buch.

Rezension: »Dry« von Neal & Jarrod Shusterman

Vor kurzem habe ich überraschenderweise noch »Dry« von Neal und Jarrod Shusterman beenden können. Neal Shusterman hat schon einige sehr erfolgreiche Romane geschrieben, unter anderem auch die »Scythe«-Reihe, die ja sehr hoch gelobt wird. Jarrod ist sein Sohn und hat mit »Dry« seinen ersten Roman veröffentlicht.


Inhalt

Die Vorzeichen waren da. Zuerst durften Pools nicht mehr befüllt werden. Dann wurde es unter Strafe gestellt, den Rasen zu bewässern. Doch niemand hatte ernsthaft damit gerechnet, dass es so weiß kommen würde.

Als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert gar nichts. Kein einziger Tropfen kommt aus der Leitung. Und nicht nur ihr Haus und ihre Straße sind betroffen, halb Kalifornien sitzt auf dem Trockenen. Die Bevölkerung wird gebeten, Ruhe zu bewahren, die Situation sei bald wieder unter Kontrolle. Doch das stimmt nicht. Und aus einem ungewöhnlich heißen, trockenen Sommer wird plötzlich der Sommer, in dem Alyssa um ihr Leben kämpfen muss.


Bibliographische Daten

Titel: Dry
Autoren: Neal & Jarrod Shusterman
Übersetzung: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Genre: Dystopie
Format: Paperback
Seiten: 448
Verlag: Fischer Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-5638-1

Erster Satz: »Der Wasserhahn in der Küche gibt sehr bizarre Geräusche von sich.«


Meine Meinung

Eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, das mir so gut gefallen hat, dass ich es schlecht in Worte fassen kann, ist für mich schwieriger als eine negative Rezension zu verfassen. Trotzdem möchte ich es versuchen und hoffe, dass ihr ein bisschen versteht, was ich ausdrücken möchte.

Zunächst einmal zur Handlung allgemein, die ja schon mal sehr aktuell und auch gesellschaftskritisch ist, wie ich es von guten Dystopien immer erwarte. Die Klimapolitik auf der ganzen Welt wird hier infrage gestellt und unterschwellig kritisiert. Die Geschichte zeigt im Grunde nur eine von vielen möglichen Zukunftsszenarien im Sinne von Klimakatastrophen, was an sich schon erschreckend genug ist. Neal und Jarrod Shusterman haben zudem bewiesen, dass sie mit der Thematik einerseits sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch umso erbarmungsloser umgehen können, was das Ganze noch viel eindrucksvoller gemacht hat.

Außerdem fand ich es sehr faszinierend, dass das Buch um Grunde genommen genau heute, morgen oder aber auch erst in 50 Jahren spielen könnte. Es ist einfach zeitlos – zumindest zu diesem Zeitpunkt, man weiß ja nicht, wie das später noch so aussieht, aber angesichts der Tatsache, dass das Buch vor der Corona-Pandemie geschrieben wurde, ist schon erstaunlich, wie realistisch ein Krisenfall hier dargestellt wurde. Von einer plötzlich überforderten Regierung bis zu verzweifelten Hamsterkäufen, etc. war wirklich alles dabei, was dabei sein musste, um das Szenario realistisch wirken zu lassen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich das Setting bzw. die Ausarbeitung von eben diesem. Während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl, etwas trinken zu müssen, mein Mund wurde trocken, ich habe richtig Durst bekommen. Das zu schaffen, finde ich einfach nur beeindruckend – allein dafür haben also die beiden Autoren schon meinen allergrößten Respekt verdient. Des Weiteren haben die Charaktere für ordentlich frischen Wind gesorgt. Alle hatten eine eigene Persönlichkeit, wirkten mit all ihren Macken und Stärken aber sehr authentisch. Dadurch, dass mit der Zeit mehr Sichtweisen dazugekommen sind, kann man als Leser*in die Geschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und gleichzeitig überlegen, ob der jeweilige Charakter wirklich so ist, wie vorgegeben wird.

Auch, dass die beiden Shustermans die dunkelsten Seiten der Menschheit ans Licht gekehrt haben, hat der Geschichte Schwung gegeben und für ordentlich Spannung gesorgt. Das Ende war zudem nicht vorhersehbar, von Anfang an war ich mir nicht sicher, ob es ein Happy End wird oder wohl doch eher nicht.

Fazit

Wahrscheinlich habe ich sowieso die Hälfte von dem vergessen, was ich alles in diese Rezension packen wollte, aber was soll’s. Ich denke, es ist klar geworden, dass ich »Dry« großartig fand und nur empfehlen kann.