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Rezension: »Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?« von Lina Frisch

Hey-ho alle zusammen!
Die Rezensionen kommen jetzt alle ein bisschen vermischt, weil ich die letzten ausstehenden noch nicht geschrieben habe, aber dieses Buch habe ich zuletzt beendet und ich möchte gerne jetzt schon die Rezi dazu veröffentlichen. Seht es mir nach 😉


Inhalt

Bist du rational oder emotional?

Die Frage, die über dein Leben entscheidet …

Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen.
Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht.
Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst …


Bibliografie

Titel: Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?
Autorin: Lina Frisch
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63344-0
Reihe: Falling Skye / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Hält man das Buch das erste Mal in den Händen, fällt sofort dieses wunderschöne Cover auf. Die Farben harmonieren großartig miteinander und der Kristall, der abgebildet ist, passt perfekt zum Hintergrund der Geschichte. Auch die Schrift sieht hervorragend aus und das umgekehrte E verleiht dem ganzen noch einen eigenen Touch. Das einzige, was ich nicht so mag, ist, dass die Person auf dem Kristall uns den Kopf zudreht. Ich bin nur manchmal ein Fan von Gesichtern auf Covern und dieses Mal finde ich es leider ein wenig unpassend.

Lina Frisch ist eine sehr junge Autorin – umso mehr überrascht hat mich ihr großartiger Schreibstil. Zwar hält Lina Frisch sich von ausschweifenden Erklärungen und komplizierten Satzgebilden fern, aber dadurch ist ihr Buch auch sehr flüssig und schnell zu lesen. Man muss sich nicht sonderlich anstrengen, um mitzubekommen, was genau passiert, was ein großer Pluspunkt für das Leseerlebnis ist. Insgesamt sind mir im ganzen Buch nur ein oder zwei kleine Rechtschreib- beziehungsweise Grammatikfehler aufgefallen, die aber auch Tippfehler sein können und nicht allzu dramatisch sind.

Von der Handlung her finde ich „Falling Skye“ wirklich gut gelungen. Unsere Protagonistin Skye Anderson lebt in den Gläsernen Nationen, die ehemals die USA waren. Geführt werden die Nationen von der Kristallisierungspartei; diese hat sich während des sogenannten großen Skandals vor einigen Jahren durchgesetzt und bewegt, dass sich jede/r Jugendliche der Gläsernen Nationen ab einem bestimmten Alter kristallisieren lassen muss. Dazu wird er/sie einen Monat lang in einem bestimmten Zentrum in verschiedenen Kategorien getestet, um festzustellen, ob er/sie entweder rational oder emotional ist. So soll Diskriminierung vermieden werden und ein besseres Zusammenleben und Ergänzen in der Gesellschaft entstehen.

Die Welt, die Lina Frisch erschaffen hat, ist fantastisch und sehr detailreich ausgearbeitet, weshalb es mir großen Spaß gemacht hat, mit Skye mehr über die Geschichte der Gläsernen Nationen zu erfahren. Dabei wurde auch Rücksicht auf die fortgeschrittene Zeit genommen, wobei nie ein bestimmtes Jahr genannt wird, was die Geschichte zu einem zeitlosen Vergnügen macht. Auf der einen Seite gibt es bereits hochintelligente neue Erfindungen wie beispielsweise die Checks, die jede/r Expektant/in im Zentrum erhält, auf der anderen jedoch auch noch Smartphones und Technologien, die wir heute ebenfalls benutzen.

Zwischendurch gab es in der Geschichte jedoch ein paar kleine Ungereimtheiten, die mir aufgefallen sind. Zum einen fand ich es merkwürdig, wie schnell Skye ihr Misstrauen gegenüber dem Testleiter Alexander abgelegt hat, wobei sie vorher doch wirklich nicht wusste, ob er nicht vielleicht auch einfach ein Test für sie sein soll, um sie in ihrem Glauben an die Gläsernen Nationen zu erschüttern. Auch fand ich es sehr merkwürdig, dass sie auf der einen Seite so intelligent dargestellt wurde, auf der anderen Seite aber die ganzen Zusammenhänge erst so viel später als ich als Leserin entdeckt hat. Dadurch war das Ende für mich weniger spannend als vielmehr vorherzusehen.

Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Während sich in „Falling Skye“ alles darum dreht, wie Skye die Wahrheit über die Machenschaften der Regierung erfährt, gehe ich mal davon aus, dass der Fokus in „Rising Skye“ eher auf dem Widerstand durch Skye und einige andere Charaktere liegt, die wir im ersten Teil bereits kennenlernen durften.


Fazit

„Falling Skye“ ist eine spannende Dystopie, die mitreißend und detailreich von Lina Frisch erzählt wird. Es gibt ein-zwei kleine Kritikpunkte, die ich an der Geschichte rund um Skye habe, doch diese liegen im Auge des Betrachters und sind für einige wahrscheinlich weniger deutlich als vielleicht für mich. Besonders das Setting konnte mich umhauen und ich freue mich schon, irgendwann einmal den zweiten Teil „Rising Skye“ zu lesen.

Rezension: »Warrior Cats. Short Adventure – Rabenpfotes Abschied« von Erin Hunter

Hey!
Bald sind wir durch, versprochen – nach dieser Rezension fehlen noch drei, die ausstehen, dann hab ich vorerst nichts mehr zu tun. Wenn ich bis dahin nicht schon mein jetziges Currently Reading beendet habe, aber mal sehen. Erst mal hoffe ich natürlich, dass ich jetzt mit den nachgeholten Rezensionen schnell fertig werde. Die Angaben in dieser Rezension entsprechen alle dem englischen Buch.


Inhalt

In this novella from the world of Erin Hunter’s #1 nationally bestselling Warriors series, follow Ravenpaw on his final adventure, before the A Vision of Shadows series begins.

Since Ravenpaw chose to leave his life as a warrior behind, he has lived for many happy moons on the farm near the Clan’s old forest territories. But now two kits in need will send him on one last journey – in search of a long-lost warrior Clan.


Bibliografie

Titel: Warriors – Ravenpaw’s Farewell
Autoren: Erin Hunter
Genre: Fantasy
Format: Taschenbuch (Sammelband)
Seiten: 200
Verlag: HarperCollins
ISBN (Sammelband): 978-0-062-34332-1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Der Start in diese Kurzgeschichte fiel mir tatsächlich ein bisschen schwerer als bei den anderen Novellen der Reihe. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass Rabenpfote nicht im Clan lebte, sondern außerhalb mit seinem Freund Mikusch, aber wenn es so war, dann könnte es auch einfach an der Umstellung gelegen haben. Nichtsdestotrotz kamen mir die ersten paar Kapitel sehr langwierig vor, aber zum Glück hat die Story danach weiter an Fahrt aufgenommen und konnte mich doch noch catchen.

Rabenpfote ist einer meiner Lieblingscharaktere der Reihe. Einige mögen ihn vielleicht für einen Feigling halten, ich jedoch bewundere ihn für seinen Mut, seinem Herzen zu folgen und alles hinter sich zu lassen, das er gekannt hat. Außerdem würde ich es wirklich schätzen, ihn als Freund zu haben, so wie Feuerstern und Graustreif.

Anders als bei den meisten anderen Büchern hatte ich hier nur eine sehr vage Vermutung, in welche Richtung sich die Geschichte drehen wird. So ganz bin ich aber bis kurz vorm Ende nicht dahintergekommen, was den Spannungsfaktor auf jeden Fall noch mal erhöht hat.

Der WolkenClan wurde hier als sehr eigenbrödlerisch und unabhängig dargestellt, wenn auch dennoch recht zuvorkommend für einen Clan voller für den Kampf ausgebildeten Katzen.

Zudem fand ich es sehr toll zu lesen, wie sich Rabenpfotes Charakter in der Zeit, die er mit Mikusch in der Scheune gelebt hat, weiterentwickelt hat. Er ist nicht mehr der ängstliche Schüler, der vor seinem brutalen Mentor Tigerkralle fliehen musste, sondern ein erfahrener Kater, der einiges miterlebt hat und dies immer im Hinterkopf behält, um nicht wieder Fehler zu begehen. Trotzdem wurde er hier nicht beschönigt dargestellt, denn er macht einen gravierenden Fehler in dem Buch, der beinahe seine Freundschaft zu Mikusch zerstört hätte. Was genau das allerdings war, werde ich nicht verraten, das würde ja die ganze Spannung nehmen^^.


Fazit

Trotz des eher zähflüssigen Einstiegs in die Geschichte hat mir auch „Ravenpaw’s Farewell“ wirklich gut gefallen. Die Art und Weise, wie die Erins die Bücher erzählen, mochte ich schon immer, und Rabenpfote wurde hier wirklich sehr authentisch dargestellt.

Rezension: »One of us is lying« von Karen M. McManus

Hey ihr Lieben!

Dieser Monat ist sehr thrillerlastig, ich weiß, aber momentan bin ich einfach mehr im Thriller- als im Fantasy-Fieber. Also seht es mir nach^^

„One of us is lying“ habe ich von meiner Schwester zu meinem letzten Geburtstag bekommen, und da zurzeit ja der dritte Teil „One of us is next“ in aller Munde ist, wollte ich einfach mal schauen, wie mir der erste Band der Murderland-Killer-Reihe gefällt.


Allgemeine Informationen

Titel: One of us is lying
Autorin: Karen M. McManus
Übersetzung: Anja Galić
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 444
ISBN: 978-3-570-16512-6
Verlag: cbj
Reihe: Der Murderland-Killer / Bd. 1
gelesen: 16.06.20 bis 22.06.20


Inhalt

EIN TOTER, VIER VERDÄCHTIGE – UND EINER VON IHNEN LÜGT

An einem Nachmittag sind fünf Schüler zum Nachsitzen in der Bayview High versammelt.
Bronwyn: das Superhirn auf dem Weg nach Yale.
Addy: die klassische Homecoming-Queen.
Nate: der Drogendealer.
Cooper: der Baseball-Star.
Simon: Urheber der berüchtigten Gossip-App der Highschool.
Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier Jugendlichen hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv …

SPANNEND, SEXY, RAFFINIERT: DER NEW YORK TIMES-BESTSELLER!


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist sehr ansprechend und macht auf jeden Fall neugierig auf den Inhalt. Es ist zwar eher schlicht gehalten, aber auch nicht so minimalistisch wie bei vielen anderen schlichten Büchern. Die Farbgebung passt perfekt zum Inhalt und auch zum Genre – ich meine, ein buntes Buch passt jetzt nicht wirklich zu einem Thriller, oder? (*hust* Man denke an „Verity“ von Colleen Hoover *hust*)

Auch im Inneren ist die Gestaltung sehr ansprechend, da es mal etwas Anderes ist. Es gibt rechts oben am Kapitelrand immer einen kleinen grauen Kasten, in welchem der Name der Person, aus deren Sicht erzählt wird, steht, zusammen mit dem Wochentag, dem Datum und der Uhrzeit. Dadurch hat man als Leser gleich ein besseres Verständnis für das Setting der Handlung bekommen und war bei Zeitsprüngen weniger verwirrt.


Der Erzählstil

Das Buch wird aus vier Perspektiven erzählt – Bronwyn, Nate, Addy und Cooper. Außerdem sind die Kapitel aus der Ich-Perspektive geschrieben, was es mir erleichtert hat, mich mit den Charakteren zu identifizieren – obwohl ich zugegeen anfangs ein paar Schwierigkeiten mit Addy hatte. Und trotz der Ich-Perspektive ermöglichen es die verschiedenen Sichtweisen auch, andere Blickwinkel kennenzulernen, wodurch man sich sein eigenes Urteil bilden kann. Auch Emotionen wurden von Karen M. McManus sehr lebendig an den Leser weitergegeben, sodass ich immer mit den Hauptcharakteren mitfühlen konnte.

Der Schreibstil an sich ist jedoch eher einfach gehalten. Wenig Metaphern – wobei mich manche bei Addy schon verwirrt haben, weil sie mir nie der Typ für solche Gedanken schien – und auch wenig verschachtelte Sätze, also auch nicht so anspruchsvoll wie vielleicht andere Thriller. Aber es handelt sich ja auch gleichzeitig um ein Jugendbuch, weshalb ich den Schreibstil für die Zielgruppe perfekt und nicht zu schwierig finde.

Besonders gut fand ich, dass die Protagonisten nicht diese gefakte Umgangssprache hatten, von denen Erwachsene immer denken, dass wir Teenager sie sprechen – okay, es gibt natürlich trotzdem einige dieser Klischee-Kandidaten an meiner Schule, aber ihr wisst, was ich meine. Stattdessen sprachen die Charaktere so, wie meine Freunde und ich auch. Dadurch wirkten auch die Dialoge sehr realistisch – aber manchmal habe ich mich schon gefragt, ob Bronwyns Ausdrucksweise nicht doch ein bisschen zu hochgestochen ist, selbst wenn man bedenkt, dass sie die Streberin ist.


Die Handlung

Ich finde, von der Handlung her erinnert das Buch an „Tote Mädchen lügen nicht“. Es beginnt nicht so spannend wie ich erwartet hätte, denn nach dem Tod von Simon „entschleunigt“ sich die Handlung deutlich wieder. Teilweise wurde es mir dann doch ein bisschen zu langweilig, weil einfach zu wenig passiert ist. Das Augenmerk der Geschichte liegt nicht auf den Mordermittlungen, sondern auf dem gesellschaftlichen Leben der Schüler, was im Klappentext jedoch nirgends erwähnt wird.

Außerdem wird sich oft an den typischen Highschool-Klischees bedient. Da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Einfallsreichtum von der Autorin gewünscht. Ich meine, die Streberin, der Drogendealer, der Sportler und die Schulschönheit sind die klassischen Stereotypen, die zwar charakterlich sehr unterschiedlich sind, aber trotzdem in gefühlt jedem schlechten Highschool-Film auftauchen.

Trotzdem gab es aber auch ein paar unerwartete Wendungen und Plot-Twists, wobei ich das Buch jetzt auch nicht als Pageturner beschreiben würde, denn dafür gab es zu viele Längen. Diese Twists waren zwar nicht sonderlich dramatisch, aber trotzdem eben unvorhersehbar – für mich jedenfalls. Das hätte ich mir vom Ende auch gern gewünscht.

Denn während ich am Anfang noch sehr überlegt habe, wer von den vier Protagonisten denn nun der Mörder sein könnte, war ich am Ende der festen Überzeugung, dass jemand anders etwas mit Simons Tod zu tun haben muss. Leider waren meine letztendlichen Vermutungen (die so ab dem zweiten Viertel auftauchten) goldrichtig und das Ende kam sehr vorhersehbar für mich.

Dennoch war die Handlung in sich schlüssig und abgeschlossen, weshalb ich auch gespannt bin, was es mit den anderen beiden Bänden der Reihe auf sich hat. Alles ergibt Sinn und wirkt authentisch, wobei die Polizei meiner Meinung nach manchmal wirklich ein bisschen bessere Arbeit hätte leisten können – aber dann wäre alles vermutlich viel zu schnell aufgelöst worden.


Die Charaktere

Die Geschichte glänzt vor Allem durch ihre fantastisch ausgearbeiteten Charaktere. Man bekommt einen sehr guten Einblick in ihr Leben und ihre Persönlichkeiten, und auch war am Ende sehr deutlich, dass sich die Personen weiterentwickelt haben. Besonders Addy und Cooper haben einiges an ihrer gewohnten Lebensweise geändert.

Zugegeben, am Anfang war Addy für mich unausstehlich, aber hinterher hat sie sich zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt, da sie endlich eingesehen hat, was sie aus ihrem Leben machen kann, wenn sie sich nur mal traut, ihre eigene Meinung offen zu sagen und nicht bloß die Mitläuferin zu sein.


Fazit

Trotz allem bin ich sehr gespannt auf die weiteren Teile der Reihe (auch, wenn sie nicht direkt zusammenhängen), weshalb ich mir vermutlich demnächst mal „Two can keep a secret“ anschaffen werde. Und trotz all meiner Kritikpunkte in der Handlung ist das Buch sehr empfehlenswert.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 4,5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes« von Tim J. Radde

Hey ihr Lieben!

Jetzt mal wieder zu einem Rezensionsexemplar, das mich sehr angesprochen hat, nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte. Umso mehr hat es mich gefreut, es endlich zu lesen!

Zur Rezension von Band 2

Zur Rezension von Band 3

Zur Rezension von Band 4

Zur Rezension der Gesamtausgabe

Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes
Autor: Tim J. Radde (https://www.timjradde.de/)
Genre: High Fantasy
Format: E-Book
Seiten: 340 (auf meinem E-Reader)
ISBN: 978-3741842726
Reihe: Die rogodanischen Schriften / Bd. 1
gelesen: 08.05.20 bis 14.05.20


Inhalt

Der junge Krieger Endrael gerät durch die Vergangenheit seiner ihm unbekannten Eltern und die Verbundenheit zu seinem Lehrmeister in einen aufkommenden Krieg zwischen den herrschenden Mächten und einem wachsenden Widerstand. Er muss sich bewusst werden, ob er sich dem Kampf nach Gerechtigkeit widmen will oder den Pfad der Rache einschlägt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt sehr gut zur Geschichte, obwohl ich auf den ersten Blick vermutlich eine Dystopie erwartet hätte und kein High Fantasy Buch. Aber Tim hat mich ja in seiner Anfrage bereits aufgeklärt, weshalb das kein Problem für mich war.

Man sieht auf dem Cover die grüne Iris eines Auges, was ebenfalls einen engen Bezug zur Geschichte hat. Ich werde nicht spoilern, aber wer das Buch kennt, wird wissen, wovon ich rede. Der Bogen in der Mitte passt ebenfalls perfekt. Er verdeutlicht sowohl den Widerstand, von dem ja bereits im Titel die Rede ist, als auch die Kampfkunst unseres Protagonisten Endrael, der von seinem Mentor Calansir als Krieger ausgebildet wurde.

Demnach finde ich das Cover also wirklich nicht schlecht, um im Inneren gibt es jetzt auch nicht wirklich etwas, das ich anzumerken hätte.


Der Erzählstil

Anfangs fiel es mir ein bisschen schwer, in die Geschichte und den Schreibstil reinzukommen. Die Sätze sind oft sehr lang und verschachtelt, woran ich mich erst gewöhnen musste. Außerdem hätte zwischendurch auch der ein oder andere Punkt nicht geschadet.

„Die Menschen haben verdient, dass man gut zu ihnen ist. Wer wenig hat und davon noch etwas abgibt, ist großzügiger als ein reicher Mann, der von viel nur wenig verschenkt.“

Seite 99

Ansonsten habe ich hier eigentlich kaum etwas anzumerken. Tim hat einen sehr ausführlichen und detailreichen Schreibstil, obwohl er auch an einigen Stellen das ein oder andere Detail auslässt, um den Leser dann an anderer Stelle damit zu überraschen. Schon im Prolog wird Spannung aufgebaut, was überhaupt erst der Grund war, weshalb ich der Rezensionsanfrage zugestimmt habe – ich mag es nicht, unvorbereitet in ein Rezensionsexemplar einzusteigen und dann zu erkennen, dass mir das Buch schon am Anfang eher nicht so zusagt. Dem war hier zum Glück nicht so.

Der ausführliche Schreibstil hat jedoch an einigen Stellen auch dafür gesorgt, dass sich die Geschichte ein bisschen gezogen hat. Gerade der Hauptteil zog sich sehr in die Länge, wobei auch das irgendwie zu dem Buch dazugehört. Ich bin mir gar nicht sicher, wie ich das jetzt beschreiben soll, aber ohne diese Ausführlichkeit wäre das Buch eben nicht das, was es ist.


Die Handlung

Zuallererst einmal will ich hier das für das Buch gewählte Setting loben. Ich liebe Geschichten, die in einer mitteralterlich angehauchten Welt leben, wobei mich diese hier auch ein bisschen an das antike Rom erinnert hat, mit den Soldaten, die überall herumlaufen. Die düstere Atmosphäre hatte etwas an sich, das mich gefesselt und neugierig auf mehr gemacht hat.

„Nur, weil wir etwas nicht verstehen, bedeutet das nicht, dass wir es fürchten müssten.“

Seite 164

Gerade am Anfang war ich aber ein bisschen überfordert mit den Sichtwechseln. Der Prolog ist sehr geheimnisvoll und aus der Sicht eines gewissen Lukrim geschrieben, weshalb ich dachte, dass dieser im Laufe des Buches noch ein wichtiger Charakter wird. Doch im Buch an sich ist nie die Rede von irgendeinem Lukrim, und erst im Epilog erfährt man mehr darüber, und jetzt habe ich auch so langsam eine Idee, wer dieser Lukrim sein könnte. Vielleicht erfahre ich ja im zweiten Band mehr darüber, und wenn nicht, dann sicherlich im dritten. Na ja, nach dem Prolog ging es auf jeden Fall erst mal aus der Perspektive der Diebin Pensa weiter, die auch ein etwas wichtigerer Charakter der Geschichte ist. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, weshalb ich sehr verwirrt war, weil im Klappentext ganz klar von einem Endrael die Rede ist. Erst in den weiterfolgenden Kapiteln erfährt man dann mehr von Endrael und wie sein Schicksal und das aller anderen Personen, die zwischendurch noch ein paar Kapitel bekommen, miteinander verbunden ist.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht alles nur schwarz und weiß ist.“

Seite 236

Zwischendurch gab es immer wieder Rückblicke in Endraels Vergangenheit und das, was er erlebt hat. Diese waren jedoch oft sehr ausschweifend und haben mich von der restlichen Geschichte abgelenkt, sodass ich danach manchmal ein bisschen verwirrt war, wo sich die Charaktere in der Gegenwart noch mal befinden und was geschehen ist, bevor dieser sehr lange Rückblick kam. Danach brauchte ich dann wieder ein bisschen, um in den Haupthandlungsstrang reinzukommen, und ich bin mir sicher, dass man da ein bisschen was hätte kürzen können, um es dem Leser ein bisschen einfacher zu machen.

Ansonsten war die Handlung spannend und machte neugierig auf mehr. Einzig das Ende ging mir ein bisschen schnell.

/leichter SPOILER für das Ende/
Ich fand es sehr verwirrend, dass Endrael und Vandrato im einen Moment noch auf dem Schlachtfeld stehen und Vandrato versucht, Endrael wegzubringen, und gefühlt ohne Vorwarnung wacht Endrael plötzlich an einem fremden Ort auf. Es wurde nicht gesagt, ob er nun verblutet ist oder einfach in Ohnmacht gefallen und das Bewusstsein verloren hat. Ich bin mir bewusst, dass das Ende einen spannenden Cliffhanger darstellen sollte, aber an dieser Stelle war gar keiner nötig.
/Spoiler ENDE/


Die Charaktere

Die Charaktere sind alle sehr faccettenreich ausgearbeitet und ich mochte die Freundschaft zwischen Endrael, Vandrato, Pensa und Calansir sehr, obwohl sie sehr ungewöhnlich war.

„Endrael, mein Junge, Furcht ist nur ein anderes Wort für Grenzen. Sie zeigt dir deine Einschränkungen. Besiege deine Furcht und du gehst über deine Grenzen.“

Seite 294

Ich werde hier nicht allzu viel über die Charaktere verraten, weil ich nicht spoilern möchte. Eines kann ich jedoch anmerken, und zwar wirkte es auf mich irgendwie, als seien die Charaktere allesamt nicht allzu tiefgründig ausgearbeitet worden. Das könnte daran liegen, dass das Augenmerk in der Geschichte mehr auf der Handlung als auf den Emotionen und Gefühlen der Charaktere lag.


Fazit

Der erste Teil der rogodanischen Schriften hat mir trotz ein paar Schwächen gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil, um zu erfahren, wie es mit Endrael und seiner Gruppe weitergeht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal etwas Neues ausprobieren möchte und eine Mischung aus High Fantasy und „Die Tribute von Panem“ mag.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


An dieser Stelle bedanke ich mich noch mal herzlich bei Tim für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Lara

Buch vs. Film: »Inferno«

Hey ihr Lieben!

Ich habe mich jetzt mit dem neuen Design meines Blogs dazu entschieden, auch mehr Beiträge zu schreiben, die nicht unbedingt etwas mit Büchern zu tun haben. Gut, in diesem Beitrag hier werde ich schon etwas zum Buch schreiben, aber beispielsweise werde ich mehr DIY-Posts machen, und außerdem auch mehr Berichte über Ausflüge, Reisen, etc.


Ganz zum Anfang hier einmal der Filmtrailer auf YouTube:

Jetzt aber zum Vergleich von Buch und Film. Wie im Titel bereits steht, geht es um „Inferno“, einen Thriller von Dan Brown, den ich diese Woche erst beendet habe. Kurz darauf musste ich mir auch den Film ansehen, und was soll ich sagen? Ich war ziemlich enttäuscht.

Sicherlich ist es schwierig, ein so ausführliches Buch wie „Inferno“ zu verfilmen, zumal zwischendurch sehr viele Informationen über die Architektur und Kunstgeschichte vorkommen – das kann man im Film natürlich nicht zu sehr berücksichtigen, um den Zuschauer nicht zu langweilen. Trotzdem ging mir die Handlung im Film einfach viel zu schnell voran. In der Rezension, die ich zum Buch geschrieben habe, hab ich ja bereits erklärt, dass mir dort alles ein bisschen zu schleppend voranging, im Film war es genau das Gegenteil. Was mich überrascht hat, weil mir beispielsweise „Illuminati“ als Verfilmung genauso gut gefallen hat wie das Buch und das will was heißen.

Besonders den Anfang des Filmes fand ich bei „Inferno“ mehr als verwirrend. Großes Wirrwarr, unverständliche Gedankenschnipsel, immer dieses laute Piepen wie bei einem Tinitus. Und zwar so realitätsnah, dass man sich als Zuschauer die Ohren zuhalten musste. Auch die Halluzinationen bzw. Visionen, die Robert Langdon aufgrund von seiner Kopfverletzung hat, waren viel zu unverständlich und gerade für einen Zuschauer, der das Buch nicht kennt, unglaublich durcheinander und kompliziert zu verstehen.

Während des Films kam es mir außerdem so vor, als würde man nur so durch die Rätsel rasen, ohne eine genaue Erklärung zu bekommen, wie Langdon jetzt auf die nächste Lösung gekommen ist. Es ging alles so schnell, dass man schon vor der Hälfte des Filmes an einer Stelle angelangt war, wo Robert alle Rätsel gelöst hat und nur noch Twists kamen, die völlig unnötig waren und eher alles noch verwirrender statt spannender gemacht haben.


Ihr merkt also, dass ich die Verfilmung von „Inferno“ auf keinen Fall dem Buch vorziehen würde. Jemandem, der das Buch nicht gelesen hat, ist der Film trotz des sehr aktuellen Themas leider überhaupt nicht zu empfehlen, da vieles unerklärt bleibt und außerdem so viel abgeändert wurde, dass es kaum Bezüge zum Buch gab.


Habt ihr „Inferno“ schon gesehen oder gelesen? Was haltet ihr davon?


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Secret Souls« von Kira Borchers

*Werbung | Rezensionsexemplar*

Hallo meine Lieben!

Bei einem bookstagram-Gewinnspiel auf Kiras Account habe ich ein E-Book-Exemplar ihres Debütromanes „Secret Souls“ bekommen – und ich war schon sehr gespannt, wie mir das Buch gefallen würde!

Bevor ihr die Rezension lest, möchte ich aber noch etwas anmerken: Kira ist eine sehr junge Autorin und das Buch ist ihr Debüt. Ich habe viele Rezensionen gelesen, in denen das Buch deshalb besser bewertet wurde, weil die Autorin noch nicht so erfahren ist … und das meine ich jetzt nicht als Kritik oder verallgemeinernd. Es gibt viele Blogger, in deren Rezension ist einfach gelesen habe, dass sie einige Punkte nicht so ernst nehmen, weil es sich bei dem Buch um ein Debüt handeln. Ich selbst möchte mir selbst ehrlich bleiben und das mitunter auch Kira zuliebe, denn ich bin der Meinung, dass man sich nur durch ehrliche Kritik verbessern kann.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Inhalt

Jolines größter Traum ist es, einmal bei Olympia den 5000m Lauf mitrennen zu können und für diesen Traum tut sie alles. Als ihr jedoch die Qualifikation zum Entscheidungslauf für eine Aufnahme für eines der besten Sportinternate des Landes misslingt, ist Joline am Boden zerstört. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt beschließt der gutaussehende und wohlhabende Jason Taylor, mit ihr in Kontakt zu treten und sie als Trainer zu unterstützen. Wird Joline es mit seiner HIlfe schaffen, beim Entscheidungslauf teilzunehmen und siegen zu können? Oder benutzt Jason sie bloß, um seine Ex-Freundin, und gleichzeitig Jolines Rivalin, eifersüchtig zu machen? Die Situation spitzt sich zu, als immer mehr Menschen in Jolines Alter verschwinden und nach wenigen Tagen als Leichen wieder auftauchen.


Allgemeine Informationen

Titel: Secret Souls

Autorin: Kira Borchers

Genre: Urban Fantasy

Format: E-Book

Seiten: 331

Verlag: Amrûn

gelesen: 24.03.20 bis 25.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist das, was mir am ganzen Buch am meisten gefällt. Da ich es als E-Book gelesen habe, kam das bei mir nicht so ganz rüber, aber ihr könnt ja oben das Bild des Covers sehen … einfach magisch. Hätte ich das Buch in einer Buchhandlung entdeckt, wäre es eindeutig ein Coverkauf gewesen, also habe ich hier wirklich nichts auszusetzen. Außerdem sieht man auf dem Cover auch gut, dass das Buch im Genre Fantasy liegt, was aus dem Klappentext selbst nicht ersichtlich ist. Na ja, beides zusammen funktioniert ja schließlich perfekt xD.

Bei der Innengestaltung hat mich gestört, dass es so große Absätze gab, obwohl kein Zeitunterschied da war. Das heißt, der eine sagt etwas, und wenn der andere antwortet, ist da ein großer Absatz wie bei einem Zeitsprung. Dadurch war das Buch trotz des einfachen Schreibstils leider nicht so flüssig zu lesen wie es für mich wünschenswert gewesen wäre.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kira konnte mich leider nicht so sehr von sich überzeugen. Er war sehr einfach gehalten und sicherlich ist das für einige ein Pluspunkt, mich hat er jedoch zeitweise eher an meine Fanfictions aus der fünften Klasse erinnert – was keine Beleidigung sein soll, aber ich glaube einfach, dass da noch Luft nach oben gewesen wäre.

Nichtsdestotrotz mochte ich die vielen Vergleiche und Metaphern, die Kira verwendet hat, wirklich gerne. Dadurch wurde alles sehr anschaulich erklärt und ich konnte mir bildhaft die einzelnen Szenen vorstellen.

Die Kapitel sind immer aus anderen Perspektiven geschrieben. Das heißt, manchmal wird aus der Sicht von Joline und Jason erzählt (in der Ich-Perspektive), und dann wieder aus der Sicht von Jolines Onkel Steve oder ihrem Vater Enry (in der 3. Person). Ich fand es gut, das Buch aus unterschiedlichen Perspektiven zu lesen, obwohl dadurch auch schon einiges vorweggenommen wurde – da hätte man mehr Spannung einbauen können, indem nicht direkt zu Anfang das ganze Geheimnis aufgedeckt worden wäre. Über den Kapiteln stand auch immer, aus wessen Sicht erzählt wurde. Das war ein Pluspunkt für mich, obwohl da wahrscheinlich auch der Vorname gereicht hätte.

Ich mochte allerdings den Humor, der sich durch das ganze buch zieht. Einige Male musste ich wirklich schmunzeln – besonders, wenn Jason und Joline wieder mit Sprüchen um sich geschlagen haben.

„Deine Angst regiert dich. Lerne endlich, deinem Umfeld ein wenig mehr zu vertrauen.“

Seite 66

Auch einige Tippfehler und Formatierungsfehler waren drin, die mich gestört haben (was aber auch daran liegen kann, dass ich ein regelrechter Rechschreib- und Grammatikfrak bin), beispielsweise wurden manchmal nur Teile eines Wortes kursiv gedruckt, und manchmal stattdessen das gewollte Wort und dazu noch ein Teil vom nächsten. Und ja, ich weiß, dass einige so sprechen, weil meine Freundin auch so redet, aber wenn irgendwo geschrieben steht „Sie hatte es vergessen gehabt“, dann ist das für mich ein ganz klarer Grammatikfehler, bei dem es mir kalt den Rücken runterläuft. Richtig würde es heißen „Sie hatte es vergessen“. Und auch so Dinge wie der Unterschied zwischen „Nachdem“ und „Nach dem“ müssen für mich in einem Buch einfach gegeben sein. Zwischendurch waren auch ein paar Fehler in der Groß- und Kleinschreibung dabei, was man in der Grundschule lernt und was wirklich zu vermeiden gewesen wäre. In dieser Hinsicht war ich also vom Schreibstil überhaupt nicht angetan. Auch einige Kommafehler waren sehr offensichtlich. Ich weiß nicht, warum das bei so vielen ein Problem ist, aber die Person, die korrektur gelesen hat (falls es eine gab, das weiß ich natürlich nicht), hätte das auf jeden Fall erkennen müssen.

Eines der Dinge, die mich ebenfalls sehr irritiert haben, war die beinahe zwanghafte Nennung der einzelnen Namen. Ich finde es schon irgendwie komisch, wenn die Charaktere an ihre Eltern denken und dabei deren vollen Namen verwenden, aber wenn sie mit den Eltern reden, sagen sie ganz normal Mama oder Papa.

Nachtrag: Bei den Formatierungs- und Rechtschreibfehlern habe ich von Kira im Nachhinein noch erfahren, dass das mitunter daran liegt, dass das Lektorat bei ihr nicht so optimal lief und vieles hinterher fehlerhafter war als in ihrer eigenen Fassung. Ich mache hier also niemanden für das alles verantwortlich, und vielleicht werde ich dazu auch mal einen eigenen Blogbeitrag schreiben, wie viel im Lektorat eigentlich schiefgehen kann. In dem Sinne ist es natürlich sehr schade um das Buch gewesen und ich hoffe, ihr seht meine Worte nicht als Kritik an der Autorin an.


Die Handlung

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen. Nur die Umsetzung … tja, da hat es an einigen Stellen wirklich noch gehakt.

Kommen wir zuerst zur Beziehung zwischen Joline und Jason. Joline ist in meinem Alter und Jason macht bald das Abitur, und ich habe nicht das Gefühl, dass die beiden ihrem Alter entsprechend handeln. Die beiden kannten sich nicht einmal eine Woche und schon stand das Wort „Liebe“ in der Luft. Meiner Meinung nach ziemlich unrealistisch, weil die beiden sich vorher kaum eines Blickes gewürdigt haben. Die Beziehung hat sich also für die gegebenen Verhältnisse viel zu schnell entwickelt.

Ich war gespannt auf die Geschichte, weil schon auf dem Cover zu erkennen ist, dass sie irgendwas mit einem Einhorn zu tun hat und ich solche Storys bisher einfach noch nie gelesen habe. Auch hier: die Idee fand ich gut, die Umsetzung hat Luft nach oben. Die Fantasy-Aspekte wurden zu schnell erklärt, alles wirkte irgendwie, als wäre es keine große Sache, und die Charaktere glauben viel zu schnell, was sie gesagt bekommen.

„Loslassen fiel mir bereits schwer, aber sich mit ausgebreiteten Armen in die Tiefe zu stürzen, hatte ich bisher nicht vorgehabt. Das war Selbstmord. Vor allem bei einem Typ wie Jason.“

Seite 67

Dadurch, dass ich alles relativ vorhersehbar fand, konnte mich das Buch auch nicht wirklich mit Spannung catchen. Es gab zwar einige Plot-twists, die unerwartet kamen, aber so wirklich schockieren konnten mich die Entdeckungen einfach nicht.

Schade fand ich außerdem, dass nicht erkenntlich wird, ob das Buch in Deutschland spielt (wie es aufgrund der Redewendungen sowie vielen anderen Dingen den Anschein hat – die Charaktere sagen „Mama“ und „Papa“) oder in einem englischsprachigen Land, was wiederum wegen der Namen irgendwie mehr Sinn ergeben hätte.

Insgesamt kam es mir so vor, als wäre ich durch das Buch hindurchgerast, und das nicht im positiven Sinne, weil ich so schnell gelesen habe. Alles ging mir einfach viel zu schnell, alles wurde viel zu schnell aufgeklärt: neue Handlungsstränge, neue Probleme, neue Entdeckungen. Ein paar Pausen hätten der Geschichte sehr gut getan, und wenn dann noch alles ein bisschen anschaulicher erklärt gewesen wäre (also beispielsweise mit den Fantasy-Aspekten), dann hätte mir das Buch auch mehr gefallen.


Die Charaktere

Ich weiß nicht recht, was ich mit Jolines Charakter anfangen soll. Sie ist ehrgeizig, aber ansonsten kann ich sie einfach nicht einschätzen. Viele ihrer Handlungen werden einfach nicht weiter erklärt, wodurch ich mich nicht in sie hineinversetzen konnte, und ich finde, sie nimmt alles viel zu gelassen hin, nur um später dann komplett durchzudrehen und alle in ihrem Umfeld zu beleidigen (wenn auch unbeabsichtigt). Tut mir leid, wenn die Autorin das anders beabsichtigt hat, nur kam es für mich leider so rüber. Ich finde, Joline vergibt einfach viel zu schnell. Ihre Eltern haben sie nie wirklich beachtet und sie wohnt den ganzen Sommer lang bei ihrem Onkel, weil die beiden sie nicht bei sich haben wollen – natürlich hat das einen Grund, aber irgendwie war mir das dann doch zu viel.

„Eine Kämpferin hat es verdient, eine Gelegenheit angeboten zu bekommen, die sie ergreifen kann, um dem Sieg wieder ein Stück näher zu sein.“

Seite 74

Jason mochte ich schon lieber, obwohl ich auch ihn irgendwie nicht verstehen konnte. Klar, er gibt Joline endlich das Gefühl gemocht zu werden, aber doch schafft er es immer wieder, sie zu verletzen. Er ist erwachsen, da sollte man eigenständig handeln können und ich glaube nicht wirklich, dass er keine Chance hat, gegen seinen korrupten Vater anzukommen. Natürlich sind solche Verhältnisse innerhalb der Familie schwierig, aber das war mir doch viel zu weit hergeholt. Außerdem war es mir schleierhaft, wie Jason nach einem so tragischen Todesfall (wer stirbt, werde ich nicht verraten) einfach so ganz locker mit Joline auf einen Ball gehen kann. Ich hätte mich danach wahrscheinlich erst mal selbst in eine Psychiatrie eingewiesen.

Die Charaktere und besonders die Jugendlichen, die alle ungefähr in meinem Alter sind, waren nicht sehr authentisch gestaltet – meiner Meinung nach. Es kann natürlich sein, dass einige das anders sehen. Irgendwie kam es mir jedoch so vor, als wären ihnen Charaktereigenschaften zugeschrieben worden, nur weil sie gerade so in die Story gepasst haben, ohne wirklich darüber nachzudenken, wieso das so sein könnte. Es gab keine Erklärungen für das Verhalten der Charaktere (abgesehen von der Familie Thompson und der Familie Taylor). Da hätte man noch viel rausholen können.


Fazit

„Secret Souls“ hat mich leider nicht überzeugen können. Klar, das ist schade, aber da kann ich auch nichts dran ändern. Ich bin froh, wenn das Buch anderen Lesern gefällt, ich gehöre jedoch nicht dazu.


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 2/5 ⭐

Handlung: 1/5 ⭐

Charaktere: 1/5 ⭐


Gesamt: 1,5/5 ⭐


Vielen Dank noch mal an Kira für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Rezension: »Shadow Dragon – Der dunkle Thron« von Kristin Briana Otts

Hey ihr Lieben!

Bei mir geht’s zügig weiter mit dem Lesen. Ich bin selbst erstaunt, wie viele Bücher ich in den letzten Tagen beendet habe ;).

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Shadow-Dragon-Reihe, weshalb in der Rezension Spoiler zum ersten Teil vorkommen können.

Zur Rezension von Band 1

Zur Rezension von Band 3


Inhalt

„Wie willst du die Dunkelheit bekämpfen, kleine Kriegerin?“

Was …
… wenn du die Dunkelheit gar nicht bekämpfen willst?
… wenn die Macht des Shadow Dragon zu verlockend ist?
… wenn du alles, was du je gelernt hast, infrage stellen musst?
… wenn du zu Höherem bestimmt bist?

Plötzlich schlug der Shadow Dragon die Augen auf und sah mich durchdringend an.

Kai ist dem Ruf des Shadow Dragon gefolgt und entflieht zusammen mit Aiko auf seinem Rücken dem Kaiserhof. Auf der Reise zurück ins River Kingdom stellt sie fest, dass sie immer mehr die Wesenszüge des mächtigen Geschöpfes annimmt. Ohne Vorwarnung verschwindet der Shadow Dragon und lässt die beiden Kämpferinnen in der Wüste zurück. Dort treffen sie auf Rebellen, die nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell zu Verbündeten werden. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um Prinzessin Noriko aus den Kerkern des Mountain Kingdom zu befreien. Nach einer spektakulären Rettungsaktion bringen sie die Prinzessin zurück in die Kaiserstadt, damit diese den Thron besteigen kann. Kaum gekrönt, zeigt Noriko ihr wahres Gesich, und Kai muss sich mehr denn je fragen, welche Seite die richtige ist …


Allgemeine Informationen

Titel: Shadow Dragon – Der dunkle Thron

Autorin: Kristin Briana Otts

Genre: High Fantasy

Format: Hardcover

Seiten: 430

Verlag: Oetinger

Reihe / Band: Shadow Dragon / Band 2

gelesen: 20.03.20 bis 24.03.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Bei diesem Punkt kann ich eigentlich nur die Punkte wiederholen, die ich bereits beim ersten Teil vorgebracht habe. Ich mag, dass der Shadow Dragon auf dem Cover zu sehen ist und auch Kai, wobei ich es wahrscheinlich nicht so gut gefunden hätte, wenn man Kais Gesicht vollständig sehen könnte. Bei genauerem Hinsehen habe ich auch erkannt, dass an Kais Fingern Blut klebt … ein Detail, das wirklich gut zur Geschichte passt.

Auch die Überschriften, sowohl beim Cover als auch bei den einzelnen Kapiteln, finde ich sehr schön gestaltet, weshalb ich hier nichts auszusetzen habe.


Der Erzählstil

Der Schreibstil von Kristin Briana Otts war wieder sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich hatte nie auch nur das Gefühl, dass sich das Buch durch den Schreibstil selbst in die Länge zog, obwohl ich die Länge der Kapitel nicht ganz optimal fand, da ich besonders abends gerne kürzere Kapitel lese, falls ich zu müde werde und schlafen will – und dann weigere ich mich immer konsequent, das Buch mitten in einem Kapitel zu beenden. Hier hätte ich mir also gewünscht, dass die einzelnen Kapitel ein wenig gekürzt worden wären, indem man bei einigen Absätzen einfach das Kapitel beendet und im nächsten weitererzählt.


Die Handlung

Von der Handlung her fand ich den zweiten Teil insgesamt ein wenig schwächer als den ersten. Der Nervenkitzel war auch da, und ich habe auch ständig mit Kai und ihren Begleitern mitgefiebert, aber doch war alles im Großen und Ganzen sehr verhersehbar, was auch am Klappentext liegt, der schon sehr viel von der Geschichte offenbart. Im Grunde genommen passiert nämlich kaum etwas Anderes als das, was dort bereits beschrieben wird, wodurch mir die Grundspannung genommen wurde.

Ich hätte mir ebenfalls noch gewünscht, dass es gerade wegen des sehr ausführlichen Klappentextes noch einige unerwartete Wendungen geben würde, aber das war leider nicht der Fall. Auch das Geheimnis um Kais Herkunft, das ganz am Ende zwar nicht offiziell gelüftet wurde, aber zumindest hat Kai dort etwas herausgefunden, war mir bereits im ersten Teil klar gewesen. Ich will nicht zu viel verraten, falls ihr das Buch noch nicht kennt, aber hier hätte ich mir doch ein paar Plot-Twists gewünscht.

„Wir müssen ihnen zeigen, wer wir sind und wer wir nicht sind. Und um das zu schaffen, müssen wir etwas richtig Großes vollbringen.“

Seite 191

Nachdem man im ersten Teil außerdem viel über die Onna-Bugeisha sowie über die politischen Konstellationen im Kaiserreich Chiwitlok erfahren hat, sind mir im zweiten Teil besonders die Onna-Bugeisha zu kurz gekommen, da sie nur noch nebenbei zu existieren schienen. Auch über den Shadow Dragon hätte ich in diesem Teil gerne mehr erfahren. Er taucht so gut wie gar nicht mehr auf, außer dadurch, dass er irgendeine mysteriöse Verbindung mit Kai hat, die nebenbei bemerkt auch echt furchteinflößend ist, weil sie dadurch manchmal überhaupt nicht mehr menschlich wirkt. In dieser Hinsicht bin ich aber umso gespannter, was die eigentlichen Absichten des Shadow Dragon sind und was es mit der magischen Verbindung zwischen ihm und Kai auf sich hat.

Bereits bei der Rezension zum ersten Band der Shadow-Dragon-Reihe habe ich erwähnt, wie unfassbar detailreich Kristin Briana Otts die Welt von Kai beschreibt und wie gut ich mir einige Sachen vorstellen konnte. In diesem Teil hat die Autorin dem noch einen draufgesetzt! Dadurch, dass Kai und Aiko so weit im Kaiserreich herumkommen, erfährt man sowohl einige Sachen über die Intrigen und Verhältnisse bei den anderen Königreichen (besonders was Samac und Shi angeht) als auch über das Leben des gemeinen Volkes, das in den meisten Königreichen ziemlich unglück wirkt. Auch die Welt wurde wieder sehr liebevoll gestaltet und beschrieben.

„Weisheit lauscht mehr, als dass sie redet.“

Seite 194

Während ich im letzten Teil noch etwas verwirrt war wegen der vielen Namen, die die Königreiche haben – das River-Kingdom heißt Mizu, das Mountain-Kingdom Shi, das Desert-Kingdom Samac, das Forest-Kingdom Namu, und dann gibt es noch das Kaiserreich Chiwitlok, zu dem all diese Königreiche gehören – wurde dies durch die Reisen von Kai und ihren Begleitern deutlicher und verständlicher, sodass ich jetzt gar nicht mehr nachdenken muss, wie welches Königreich eigentlich heißt. Trotzdem wäre eine Karte nicht schlecht gewesen, da mit dieser noch einiges hätte veranschaulicht werden können, aber das nur so als Bemerkung am Rande.

Dafür, dass Kai tagsüber außerdem kaum an Jao dachte, entwickelte sich die Beziehung zwischen den beiden auch zu schnell. Plötzlich ging es um Liebe, obwohl Kai nur zu ihm gelaufen kam, wenn sie Probleme hatte. Das war für mich sehr unverständlich.


Die Charaktere

Kai ist eine sehr starke Protagonistin und natürlich ist sie auch eine Onna-Bugeisha und damit eine Kriegerin, aber in diesem Teil kam mir das nicht mehr wie eine ihrer größten Stärken, sondern vielmehr wie eine ihrer größten Schwächen vor. Das liegt vor allem daran, dass sie durch ihre kriegerischen Anschauungen teilweise sehr naiv gehandelt hat und geradezu besessen von ihrer Pflicht gegenüber dem Königreich Mizu und ihrer Prinzessin Noriko war. Während des Lesens habe ich mich besonders zum Ende hin oft gefragt, warum Kai als einzige von allen nicht merkt, was ihre ganzen Entscheidungen eigentlich für den Rest des Kaiserreiches bedeuten. Trotzdem zeigt sie an einigen Stellen auch wieder eine sehr menschliche Seite, wo dann die mitfühlende und liebevolle Kai zum Vorschein kommt. Leider wird diese Seite ihres Charakters zunehmend von ihren Kriegerpflichten sowie dem Einfluss des Shadow Dragons auf ihren Geist verdrängt. Kais inneren Konflikte waren trotzdem sehr gut beschrieben, wodurch ich viele ihrer Entscheidungen auf den Einfluss des Shadow Dragons zuschieben konnte. Das ändert jedoch nichts daran, dass Kai mir unsympathischer wurde.

Jao mochte ich sehr gerne in diesem Teil. Er hatte nicht so viele Auftritte – wie auch im ersten Teil -, aber durch seine humorvolle Art war er doch eine willkommene Erfrischung nach Kais schwankendem Charakter. Einzig, was er an Kai so fand, konnte ich in diesem Band nicht mehr ganz so gut nachvollziehen, weil die beiden sich so gut wie gar nicht nähergekommen waren, und wenn, dann wurden diese Szenen übersprungen und im nächsten Absatz wurde nur kurz und knapp gesagt, was zwischen den beiden passiert ist.


Fazit

Ich bin hin- und hergerissen vom zweiten Teil der Shadow-Dragon-Reihe. Einerseits fand ich die Geschichte wirklich fesselnd und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, aber auf der anderen Seite gab es wirklich überhaupt keine Plot-Twists, die nicht schon im Klappentext erwähnt worden sind, und auch Kai wurde mir zunehmend unsympathischer.

Trotz allem bin ich sehr gespannt, wie die Geschichte im dritten Teil weitergeht und ich hoffe, dass die Autorin dort die ganzen offenen Fragen, die ich jetzt habe, zu meiner Befriedigung beantwortet.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 3,5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,