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Rezension: »Warrior Cats. Die Welt der Clans – Von Helden und Verrätern« von Erin Hunter

Da so lange nichts mehr von mir kam, werde ich mal versuchen, die ganzen Rezensionen aufzuholen, die noch ausstehen. Als erstes kommen wir da zu diesem schicken Zusatzband der Warrior Cats: Von Helden und Verrätern.

Zudem werde ich mein Bewertungssystem wahrscheinlich auf Dauer ändern, und die folgenden Rezensionen werden eher Kurzrezensionen werden. Ich hoffe, das ist nicht allzu schlimm, aber das macht es für mich insgesamt einfacher.


Inhalt

Drei verirrte Wanderer, noch kleine Kätzchen, aber schon auf dem Weg zum SternenClan, treffen auf Stein, den Bewahrer der Welt. Der alte Kater erzählt ihnen die Geschichten der großen Krieger, Anführer, Beschützer, Heiler, Jäger, Feinde, der Verstorbenen und von den Katzen jenseits der Grenzen. Geschichten, die so noch nie zuvor erzählt wurden!

Das Buch ist voller fesselnder Details, ausführlicher Biografien und zeigt Bilder wichtiger Katzenkrieger, begleitend zu den ersten Staffeln – eine großartige Einführung in die Welt der Clans und ein unentbehrlicher Schatz für alle Fans der Serie!


Bibliografie

Autorinnenteam: Erin Hunter
Verlag: Beltz & Gelberg
Veröffentlichung: 15. August 2019
Genre: Fantasy
Altersempfehlung: ab 10
ISBN: 978-3407754653
Seiten: 107


Da es sich bei dem Buch um einen Zusatzband handelt, war mir schon beim Lesen klar, dass ich nicht wirklich etwas Neues über die einzelnen Charaktere erfahren würde, die ind em Buch vorgestellt werden. Dennoch empfehle ich, vor dem Lesen dieses Buches mindestens bis zur dritten Staffel der Warrior Cats gelesen zu haben, weil „Von Helden und Verrätern“ sonst ziemlich spoilert.

Das Buch ist sehr einfach aufgebaut, was mir sehr gut gefallen hat; auf eine Textseite folgt eine schöne Illustration zu dem jeweiligen Charakter, die einem ein bisschen das Gefühl gibt, ein Bilderbuch für Jugendliche zu lesen. Die Seiten sind schön dick und machen das Buch damit zu etwas Besonderem.

Auf den Textseiten wurden die Persönlichkeiten und Verdienste der jeweiligen Katzen vorgestellt. Dabei wurden sowohl die Helden der Serie, als auch die Bösewichte, berücksichtigt. Gleichzeitig hat man dann auch noch etwas über Stein (der in der dritten Staffel das erste Mal auftaucht – deshalb sollte man die schon gelesen haben) erfahren, der in der Reihe bisher immer eine sehr geheimnisvolle Rolle hatte. Auch bei den vermeintlichen Helden wurde nicht nur über ihre guten Charakterzüge, sondern auch über ihre Fehler berichtet, wodurch es möglich war, sich ein eigenes Bild zu schaffen, das auf der ganzen Warrior Cats Serie beruht.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass in jedem Clan auch von Bösewichten gesprochen wurde, außer im DonnerClan. Dabei wären da gerade Ahornschatten oder Stachelkralle es wert gewesen, vier weitere Seiten in dem kleinen Büchlein zu beanspruchen.

Wegen dieses kleinen Kritikpunktes gebe ich dem Buch insgesamt 4,5/5 ⭐.

Rezension: »Tell me no lies« von A. V. Geiger

Hallo ihr Lieben!

Da ich zurzeit besser mit Hörbüchern zurechtkomme, lese ich insgesamt weniger Prints – deshalb habe ich auch erst jetzt „Tell me no lies“ beendet. Wobei es hier auch daran lag, dass ich von der Geschichte nicht ganz überzeugt werden konnte …


Allgemeine Informationen

Titel: Tell me no lies
Autorin: A. V. Geiger
Übersetzung: Katrin Reichardt
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 333
ISBN: 978-3-7363-1045-2
Verlag: LYX
Reihe: Follow me back / Bd. 2
gelesen: 09.08.20 bis 26.09.20


Inhalt

WAS IST MIT ERIC THORN GESCHEHEN?

Wo ist Eric Thorn? Ist er am Leben? Tessa Hart ist die Einzige, die die Wahrheit kennt. Aber sie hat beschlossen, ihre Eric-Thorn-Fangirl-Zeiten ein für alle Mal hinter sich zu lassen – und nie wieder in die Nähe einer Twitter-App zu kommen. Denn auch wenn sie sich inzwischen traut, ihr Zimmer zu verlassen, so fürchtet sie sich noch immer vor der Vergangenheit. Doch genau dieser muss sich Tessa früher stellen als gedacht …

»Von Anfang bis Ende ein fesselnder Pageturner!«

Anna Todd über „Follow me back“

Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover ist mal wieder wirklich schön, wie bei fast allen LYX-Büchern. Keine Ahnung, was ich noch groß dazu sagen kann. Die Farben harmonieren toll miteinander und der Titel passt ebenfalls perfekt zur Geschichte. Nur ein bisschen Glitzer wäre schön gewesen, also quasi ein bisschen Struktur auf dem Cover.

Von der Innengestaltung her kann ich auch nicht meckern. Die Kapitel sind nummeriert, haben aber gleichzeitig auch Überschriften, die das Ganze ein bisschen mysteriöser und geheimnisvoller wirken lassen. Da das Buch aus mehreren Sichtweisen geschrieben wurde, wäre es allerdings noch ganz schön gewesen, wenn die Namen der jeweiligen Erzählperspektive noch drübergestanden hätten.


Der Erzählstil

A. V. Geigers Schreibstil war wie auch im ersten Band „Follow me back“ schon sehr schlicht und einfach zu lesen. An den richtigen Stellen wurden Fachbegriffe verwendet, die verschiedenste psychische Erkrankungen erklärt haben. So wurde beispielsweise ständig von Agoraphobie, Priming und Projektion gesprochen – wer den ersten Band nicht gelesen hat, wäre mit diesen Wörtern gnadenlos überfordert gewesen.

Die Vernehmungsprotokolle, die ungefähr jedes zweite Kapitel auftauchten, waren sachlich geschrieben und es wurden keine Gedanken der Protagonisten ersichtlich. Dadurch wurde Spannung aufgebaut – zum Glück, denn das war auch das einzige, was spannungsmäßig in der Geschichte passiert ist.


Die Handlung

Das Buch knüpft direkt an den Cliffhanger vom ersten Band an, der zugegeben recht fies war, aber auch nicht überrascht hat. Er wirkte auf mich schon vor zwei Monaten sehr gewollt. Dieses Gefühl hatte ich auch den ganzen zweiten Teil über. Die Story wirkte an den Haaren herbeigezogen und war in sich nicht sehr stimmig.

Der Klappentext hat mich zunächst wirklich in die Irre geführt, denn schon im ersten Kapitel erfährt man, wo Eric Thorn sich aufhält. Das war eine Enttäuschung, weil ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass man genau das erst im Laufe der Story herausfindet. Auch der Grund für sein angebliches Verschwinden wirkte auf mich einfach unrealistisch und nicht nachvollziehbar. Beide Protagonisten haben unglaublich naiv gehandelt und sich keine Gedanken darum gemacht, was ihre Entscheidungen für Folgen mit sich bringen könnten.

Dann hat sich die Geschichte gefühlt unendlich in die Länge gezogen. Es ist nichts passiert, außer dass Erics und Tessas Romanze immer wieder am gleichen Punkt zum Stillstehen kam.

Am meisten gestört hat mich jedoch der Umgang mit Tessas psychischen Erkrankungen. Im ersten Band wurde ganz gut mit ihrer Agoraphobie umgegangen, doch hier wirkt es, als wäre diese nur ein Hirngespinst und nichts Ernstes. Sie wird als unwichtig abgetan und verharmlost dargestellt. Auch wundert es mich sehr, dass Tessa ihre Agoraphobie auf einmal komplett überwunden hat. Die Heilung von psychischen Krankheiten erfolgt langsam und nicht von heute auf morgen, was in dem Buch ganz falsch dargstellt wurde.

Am Ende nahm die Geschichte dann noch mal ein bisschen an Fahrt auf. Allerdings gab es dann auch immer wieder Hinweise darauf, wer der Bösewicht ist, die so offensichtlich waren, dass mich die Auflösung am Ende nicht mehr überraschen konnte. Zwar ist mir klar, dass die Autorin eigentlich beabsichtigt hatte, den Spieß einmal komplett umzudrehen, aber genau das war es, das nicht hätte passieren dürfen.

Die letzten dreißig Seiten waren dann auch nur noch dazu da, dass die Leser wussten, was später mit Eric und Tessa passiert. Also war auch das ziemlich langweilig und nicht relevant für die Geschichte – da hätte man einiges kürzerfassen können, zumal sich Erics Gedanken durchgängig wiederholt haben und er keine neuen Erkenntnisse gewonnen hat.


Die Charaktere

In „Tell me no lies“ ist Tessa ein ganzes Stück über sich hinaus gewachsen. Sie hat einiges dazugelernt und gewöhnt sich schnell an die neue Situation, in die sie hereingeworfen wird. Leider aber auch zu schnell in Anbetracht ihrer Angststörungen und ihrer Paranoia. Ihre Handlungen wirken sehr unbedacht und sie reagiert unglaublich naiv. Ständig regt sie sich darüber auf, dass die ganze Welt sie wie eine Mörderin sieht, obwohl es doch ihre Idee war, Erics Tod vorzutäuschen und mit ihm durchzubrennen.

Auch Eric ist mir hier unsympathischer. Zwar wird langsam deutlich, dass auch an ihm nicht alles spurlos vorbeigeht, aber erst gegen Ende hin. Er ist noch naiver als Tessa und nicht mehr die Person, die ich im ersten Band so gemocht habe. Im Grunde genommen ist alles Schlimme, was im zweiten Teil passiert, nur seine Schuld, weil er so ein eingeschränktes Denkvermögen hat. Sorry für die Ausdrucksweise, anders kann und will ich es nicht beschreiben.

(Um den Spoiler anzeigen zu lassen, markiere den nächsten Abschnitt)

Auch ist für mich unverständlich, warum Eric erst ganz zum Schluss auf die Idee kommt, aus seinem Vertrag mit der Plattenfirma auszusteigen, wo doch er und Tessa beide so extrem unglücklich mit ihrer Situation sind. Aber wie gesagt: ich konnte die Aktionen der beiden sowieso nicht nachvollziehen.

(Spoiler Ende)


Fazit

„Tell me no lies“ konnte nicht ganz an den ersten Teil reichen, obwohl selbst der mir schon nicht extrem gut gefallen hat. Diese beiden Bücher hätte ich mir getrost ersparen können, auch wenn ich sie nicht wirklich schlecht fand.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 3/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Vanitas – Grau wie Asche« von Ursula Poznanski

Helloo zusammen!

Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass ich während der Schulzeit sehr gut mit Hörbüchern zurechtkomme, besser als mit Prints oder E-Books. Deshalb habe ich mir gleich nach „Cryptos“ ein weiteres Buch von Ursula Poznanski vorgenommen, und zwar den zweiten Teil von „Vanitas“, das ich ebenfalls dieses Jahr gehört habe.


Allgemeine Informationen

Titel: Vanitas – Grau wie Asche
Autorin: Ursula Poznanski
Sprecherin: Luise Helm
Genre: Psychothriller
Format: Hörbuch (Audio)
Dauer: ca. 10 Std, 33 Min
EAN: 978-3-839817223
Verlag: Argon Hörbuch
Reihe: Vanitas / Bd. 2
gehört: 09.09.20 bis 23.09.20


Inhalt

Seit wann muss man auf dem Friedhof um sein Leben fürchten?

Carolin ist zurück in der Blumenhandlung am Wiener Zentralfriedhof. Ihre Verfolger wissen: Sie ist am Leben. Nichts wünscht sie sich jetzt so sehr wie etwas Langeweile – da wird der Friedhof von Grabschändern heimgesucht. Nachts werden Gräber geöffnet, die Überreste der Toten herausgeholt und die Grabsteine mit satanistischen Symbolen beschmiert. Nicht lange, und auf einem der Gräber liegt eine frische Leiche. Doch fast noch irritierender ist ein junger Mann, der täglich den Blumenladen besucht und sich seltsam verhält, wenn er sich unbeobachtet glaubt. In Carolin wächst die Angst. Sie entschließt sich zu einem folgenreichen Schritt …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover vom ersten Teil hat mir bereits gut gefallen, das vom zweiten Band finde ich sogar noch ein bisschen besser. Einfach, weil es so gut das ganze Gefühl von der Geschichte widerspiegelt. Düster, trostlos, gleichzeitig aber sehr mysteriös. Und der Tod spielt natürlich auch eine große Rolle.

Die Farben harmonieren sehr gut miteinander, nur meiner Meinung nach hätte schon beim ersten Band eher ein Cover mit Blumen darauf gepasst. Einfach wegen der Blumennachrichten, die Carolin so manches Mal schon von Robert zugeschickt worden sind und die in der Reihe eine wichtige Rolle spielen. Im ersten Band mehr als im zweiten, aber trotzdem.


Der Erzählstil

Wer die Bücher von Ursula Poznanski kennt, weiß mittlerweile vermutlich, weshalb sie eine so bekannte Autorin ist. Ich selbst kann kaum an einem ihrer Bücher vorbeigehen, ohne vorher mindestens die ersten fünf Seiten zu lesen und es dann zu kaufen.

Ihr Schreibstil ist auch in „Vanitas – Grau wie Asche“ wieder sehr locker, leicht und vor allem flüssig. Zudem ist es mal wieder aus Carolins Sicht erzählt, was den Leser tiefer in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen lässt. Dazu aber mehr unter „Charaktere“.

Luise Helm ist eine tolle Sprecherin, die ich sofort mit Carolin identifizieren konnte. Ihre Stimme passt so gut zu ihr und ich finde es wirklich bemerkenswert, wie sie es schafft, die richtigen Wörter zu betonen und zudem die Stimmlage anzupassen, wenn eine andere Person spricht.


Die Handlung

Zuerst einmal sei gesagt: Ich finde „Vanitas – Grau wie Asche“ wirklich nicht schlecht, sondern relativ gut. Besonders dafür, dass mir die Protagonistin und einige Teile der Handlung eher suspekt vorkamen. Es war wirklich unterhaltend zu hören und an einigen Stellen auch amüsant und zudem gab es zwischendurch immer mal wieder ein bisschen Spannung.

Der Einstieg war auch sehr gut, aber von da an ging die Geschichte eher schleppend voran. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass sie sich nur noch um sich selbst gedreht hat, bis es am Ende dann wieder etwas zügiger ging.

Die Thematik an sich, die erst am Ende ernsthaftig aufgegriffen wird, ist an sich wirklich interessant und für einen Thriller sehr gut ausgewählt, weil sie wirklich viel Stoff bietet. Leider hat Ursula Poznanski dieses Potenzial nicht ganz umgesetzt.

(Um den Spoiler zu lesen, den folgenden Abschnitt bitte markieren)

Das Thema war mir einfach nicht feinfühlig genug ausgearbeitet, insbesondere, weil Kinderpornographie noch heute sehr aktuell und leider nicht sonderlich selten ist.

Außerdem waren die Wendungen sehr vorhersehbar. Schon als Carolin Alex entführt hat, war mir klar, wie alles enden würde. Da wäre sicherlich noch ein bisschen Einfallsreichtum gut für die Geschichte gewesen!

(Spoiler Ende)


Die Charaktere

Tja. Nun zu Carolin selbst. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sie schon im ersten Teil nicht sonderlich gern hatte. Sie hätte sich so viele Dinge ersparen können, und auch hier, im zweiten Teil, war sie an ihren Problemen ausnahmslos immer selbst Schuld.

Einerseits beschwert sie sich darüber, dass der Polizist Tassani ihr so viel Aufmerksamkeit schenkt und sie als Verdächtige behandelt, andererseits beginnt sie aber gleichzeitig damit, selbst zu ermitteln und der Polizei damit ins Handwerk zu pfuschen. Zudem wurden ihre Aktionen äußerst unverständlich und unrealistisch dargestellt. Zwar hat sie Panikattacken und nachvollziehbare Ängste, weil sie ein Trauma hat, aber sie fordert ihr Schicksal auch immer wieder heraus, indem sie sich in ausweglose Situationen begibt. Und das, obwohl sie weiß, dass sie sich damit noch mehr in ihr Lügennetz verstrickt!


Fazit

Ich bin zwiegespalten, was dieses Buch angeht. Einerseits hat es mir einige sehr unterhaltende und amüsante Stunden bereitet, andererseits waren mir Carolins Charakter und ihre damit einhergehenden Reaktionen nicht plausibel genug. Es fehlte der Geschichte einfach an Glaubwürdigkeit.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Die Flüsse von London« von Ben Aaronovitch

Hey ihr Lieben!

Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt habe ich endlich „Die Flüsse von London“ beendet, das ich zusammen mit Daniel von Lesemagie gelesen habe. Beziehungsweise, wir haben es teilweise gemeinsam gelesen, denn als bei mir die Schule wieder angefangen hat, bin ich nicht mehr hinterhergekommen. Na ja, so was kann passieren und ich bin froh, dass niemand mir das übel nimmt.


Inhalt

Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?

Peter Grant ist frischgebackener Police Constable, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben … Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!

»Ich liebe dieses Buch!«

Charlaine Harris

»So stellt man es sich vor, wenn Harry Potter erwachsen geworden und zu den Bobbies gegangen wäre. Eine einzige große, witzige, phantasievolle Kapriole.«

Diana Gabaldon

Bibliografie

Titel: Die Flüsse von London
Autor: Ben Aaronovitch
Übersetzung: Karlheinz Dürr
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 480
ISBN: 978-3423213417
Verlag: dtv
Reihe: Peter Grant / Bd. 1
gelesen: 12.08.20 bis 09.09.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Die Cover der Reihe haben noch nie meinem Geschmack entsprochen. Angesichts des Inhalts muss ich aber zugeben, dass die Außengestaltung perfekt passt. Das auf alt gemachte Cover harmoniert sehr gut mit der Geschichte an sich. Auch, wenn ich kein Fan von der Aufmachung bin, kann ich diesbezüglich nicht viel entgegensetzen.

Von Innen wurde die Gestaltung dem Äußeren angepasst. Die Kapitelanfänge haben alle eine Überschrift, die weder zu viel noch zu wenig über das Kapitel verrät, und sie sind in derselben altmodischen Schrift geschrieben wie der Titel.


Der Erzählstil

Schon auf den ersten Seiten konnte mich Ben Aaronovitch mit seinem Schreibstil teils begeistern, teils abschrecken. Das Buch ist sehr humorvoll und ironisch geschrieben, es gibt viele kleine Anekdoten, die ich mal mehr mal weniger verstanden habe, und so einige Male musste ich mir ein Schmunzeln verkneifen.

Trotzdem hat der Schreibstil auch eine Sache an sich, die ich bei vielen Büchern nicht so gern mag, denn er ist sehr ausführlich. Bei den Büchern von Dan Brown hat mich das bisher nicht gestört, hier fand ich es teilweise eher nervig und langweilig. Der Protagonist ist noch sehr jung und scheint sich mit gefühlt jeder Sache auszukennen – die Architektur wurde detailreich beschrieben, ebenso wie die Umstände in anderen Jahrhunderten und physikalische Gesetze. Und das, obwohl Peter sein Abitur nicht geschafft hat.

Durch die sehr ausschweifenden Beschreibungen hat sich das Buch oft gezogen und konnte mich nach der Hälfte einfach nicht mehr richtig fesseln. Auch, wenn ich so oder so nicht zum Lesen gekommen bin, hatte ich jetzt auch nicht das Bedürfnis, unbedingt weiterlesen zu müssen.


Die Handlung

Die Grundidee mag ich sehr gerne, wirklich. Die Umsetzung … Naja. Hat mich manchmal etwas enttäuscht beziehungsweise vielmehr überfordert. Im Klappentext kommt nicht so gut rüber, dass all die Dinge, die er erledigen muss, größtenteils zu ein und demselben Kriminalfall gehören, den Peter und sein Mentor Nightingale aufdröseln müssen. Aber dazu später.

Zuerst einmal frage ich mich nämlich, wie das mit Mama und Papa Themse genau abläuft, beziehungsweise mit deren Kindern. Irgendwelche Kinder fallen in einen Fluss und sind daraufhin der Fluss selbst, oder wie? Da wurde mir eindeutig zu wenig erklärt, auch wenn der Hexenmeister selbst keinen Plan hat, was es mit den Themsegöttern auf sich hat.

Die ganzen unterschiedlichen Handlungsstränge haben mich zusätzlich etwas überfordert, mal ganz davon abgesehen, dass die einzelnen Kapitel insgesamt vieeel zu lang für meinen Geschmack waren. Die neuen Absätze waren manchmal komplett aus dem Zusammenhang gerissen und haben für mich einfach nichts mehr mit dem vorherigen Kapitel zu tun gehabt.

Sowohl Daniel aus auch mir ist außerdem aufgefallen, dass die Nationalitäten der einzelnen Charaktere eine unbegründet große Rolle in der Geschichte spielen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob eindeutig diskriminierende Andeutungen gegenüber Menschen, die anderer Ethnizität sind, noch als Humor aufgefasst werden können. Da frage ich mich, warum der Verlag da nicht ein zweites Mal drübergeguckt hat.

Die ganzen Anspielungen auf physikalische Regeln fand ich zudem nicht sehr verständlich erklärt. Der Autor ist teilweise davon ausgegangen, dass man sich mit Physik auskennt, wenn man sein Buch liest, aber es hat schon seinen Grund, weshalb ich Physik nach der neunten Klasse ohne Zögern abgewählt habe. Dafür habe ich die ganzen Anspielungen auf die lateinische Sprache verstanden – und habe mich auch manchmal darüber aufgeregt, dass Peter einfache, aus vier Wörtern bestehende Sätze, nicht übersetzen konnte, obwohl die Bedeutungen der Wörter abzuleiten gewesen sind. Ich meine, er kennt alle unwichtigen, schwierigen Wörter auswendig, aber die ganzen einfachen, die in der lateinischen Sprache in fast jedem Satz mindestens einmal verwendet wird, nicht?

Das Setting konnte für mich aber noch vieles rausholen. Zwar wurde davon ausgegangen, dass man sich in London überall auskennt, aber ich habe so viele Ortsbeschreibungen wiedererkannt von meiner Greater-London-Fahrt letzten Herbst. Ich habe mich teilweise wieder an den Picadilly Circus, den Null-Meridian, die Victoria Station oder Covent Garden zurückversetzt gefühlt, was wirklich ein schönes Erlebnis war.

Was mich am meisten gestört hat, war das Ende. Die letzten drei Kapitel waren komplett aus dem Kontext gerissen und es gab überhaupt keine Erklärungen. Wie macht Peter auf einmal eine Zeitreise, und weshalb muss er dafür von einem Vampir ausgesaugt werden? Warum hat er den Wiedergänger in der Vergangenheit getötet, aber nicht in der Gegenwart? Wieso verhält sich der Wiedergänger plötzlich so friedfertig?


Die Charaktere

Okay, nachdem ich bei der Handlung so sehr ausgeschweift bin, fasse ich mich hier ein bisschen kürzer xD

Ich mochte Peter als Protagonisten sehr gerne, da er ein wirklich sympathischer junger Constable ist, dem man einen Kriminalfall ohne zu Zögern anvertrauen kann, da er aufs Ganze geht und nicht aufgibt, bevor er das Rätsel gelöst hat. Zudem ist er ein sehr guter Freund gegenüber Lesley und unterstützt sie selbst dann noch, als es mit ihr den Bach runter geht (ich will nicht spoilern, deshalb geht es nicht genauer).

Auch Nightingale fand ich von Anfang an ziemlich cool, genau wie Beverley, Lesley und Molly. Bei letzterer fand ich es jedoch ein bisschen komisch, warum nie mit einem einzigen Wort erwähnt wurde, was sie ist – selbst, als es zum Endspurt kam und sie eine größere Rolle gespielt hat.


Fazit

Ich hatte hohe Erwartungen an „Die Flüsse von London“, die leider nicht komplett erfüllt wurden. Ich fand das Buch nicht schlecht, aber auch nicht wirklich überragend. Die positiven Aspekte überwiegen zwar nicht, machen für mich aber noch einen Tacken mehr aus als die negativen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 2,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐



Alles Liebe,

Lara

Rezension: »Cryptos« von Ursula Poznanski

Hallo ihr Lieben!

Kommen wir nun zur ersten Rezension diesen Monat! Es handelt sich um die Hörbuchfassung von „Cryptos“, dem neuesten Werk von Ursula Poznanski. Vielen Dank an das Bloggerportal für das Bereitstellen dieses tollen Rezensionsexemplares!


Allgemeine Informationen

Werbung | Rezensionsexemplar

Titel: Cryptos
Autorin: Ursula Poznanski
Specherin: Laura Maire
Genre: Dystopie
Format: Hörbuch (MP3-CDs)
Länge: 12h 53min
ISBN: 978-3-8445-3939-4
Verlag: der Hörverlag (als Print: Loewe)
gehört: 12.08.20 bis 08.09.20


Inhalt

Kerrybrook ist Janas Lieblingswelt: ein idyllisches Fischerdorf mit viel Grün, geduckten Häuschen und einer Burgruine. Es gibt Schafe, gemütliche Pubs und vom Meer her weht ein kühler Wind. Manchmal lässt Jana es regnen. Meistens dann, wenn an ihrem Arbeitsplatz mal wieder die Kühlung ausfällt und es schon vor elf Uhr so heiß ist, dass man kaum mehr atmen kann.

Jana ist Weltendesignerin. Auf ihrem Desktopf entstehen die alternativen Realitäten, in denen jeder spannende Abenteuer erleben kann, w#hrend er sich eigentlich in einer Art VR-Kapsel befindet. Denn in einer Wirklichkeit, in der das Klimasystem bereits gekippt ist, bleibt für die meisten Menschen nur die Flucht ins Virtuelle …


Meine Meinung

Die Gestaltung

Genau wie auch in der gesamten Geschichte, findet sich im Cover die Liebe zum Detail wieder, die das Buch unter anderem so besonders macht. Das Motiv passt haargenau zum Inhalt.

Auch im Inneren kann das Hörbuch von der Gestaltung her punkten. Ein besonderes Highlight ist für mich das Kapitelregister – dort steht, welche Tracks zu welchem Kapitel gehören, was einen besseren Überblick ermöglicht.


Der Erzählstil

Wie immer kann ich vom Schreibstil der Autorin nur schwärmen. Ursula Poznanski hat es geschafft, alles so detailreich und gleichzeitig nie zu ausschweifend auszubauen. Es baut sich schon von Anfang an Spannung auf und ich wollte kaum mehr aufhören zu hören – leider hat mir die Zeit einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht xD.

Die Sprecherin ist perfekt gewählt. Laura Maires Ausdrucksweise passte perfekt zur Protagonistin Jana und ich habe sofort rausgehört, wenn sich etwas um Gesagtes oder um Gedachtes handelte. Nur, dass die Anfänge jedes Tracks ein bisschen mit rausgeschnitten wurden, hat leicht gestört – nichts Dramatisches, meist wurde ein Wort oder so rausgeschnitten.


Die Handlung

Ursula Poznanski hat mit „Cryptos“ mal wieder großen Einfallsreichtum bewiesen. Allein schon die Idee, dass das Buch mit topaktuellen Themen wie Klimawandel und virtuellen Realitäten spielt, hat mich neugierig gemacht.

Vielleicht fragt man sich nun, ob denn alles wirklich realistisch dargestellt wurde. Das ist dann eine wirklich unbegründete Sorge. Poznanski hat sich sehr viele Gedanken gemacht und es letztlich hinbekommen, alles so realitätsnah wie möglich zu gestalten. Es wurde auf so viele kleine Details geachtet, es wurde so vieles verständlich erklärt. Und trotz der Tatsache, dass ich ein Großteil des Buches in der virtuellen Realität abspielt, blieb der Bezug zur Wirklichkeit vorhanden.

Mit der Gestaltung der unterschiedlichen Welten wurde eine sehr behagliche und gleichzeitig ein bisschen faszinierende Atmosphäre geschaffen – auch wenn nicht alle Welten so angenehm zum Leben sind wie Janas Kerrybrook.

Zudem gab es immer mal wieder gleichermaßen schockierende wie glaubwürdige Wendungen, die nicht vorhersehbar waren und das Lese- bzw. Hörerlebnis spannender gemacht haben. Die abwechslungsreiche Storyline hat dies noch einmal unterstrichen, sodass ich nie das Gefühl hatte, irgendwas an der Geschichte hätte noch ausgebessert werden können.

Das Ende war für mich noch ein kleines Highlight. Anders als erwartet ist es eher offen und lässt einen als Leser noch eine Weile grübelnd zurück. Man weiß nicht, ob Jana und ihre Komplizen es hinterher schaffen, die Drahtzieher zu stoppen, aber gerade das machte das Ende so realistisch für mich. Es hat noch weitere zwei Stunden gebraucht, bis ich mich getraut habe, diese Rezension zu schreiben, weil ich noch so lange über die Geschichte nachgedacht habe.


Die Charaktere

Ich hatte Jana als Protagonistin sofort liebgewonnen. Ihr Charakter wurde durch ihre Taten und Aussagen sehr hervorgehoben, und dadurch, dass das ganze Buch aus ihrer Perspektive geschrieben ist, habe ich einen sehr deutlichen Einblick in ihre Gedanken bekommen. Obwohl sie vielleicht für einige etwas naiv scheinen könnte, fand ich gerade das so sympathisch an ihr – ich kenne keine Person, die nicht ein kleines Bisschen blauäugig ist, und so wirkte Jana auf mich noch viel authentischer. Sie hat einen sehr ausgeprägten, starken Charakter, der mich sofort von sich überzeugt hat.

Auch die anderen Charaktere in dem Buch klingen noch lange nach. Jeder hatte eine eigene Persönlichkeit, die genau zu ihm passte, und ich liebe einfach diese facettenreiche Ansammlung von Menschen, die Ursula Poznanski da geschaffen hat.


Fazit

Für mich ist „Cryptos“ sehr nahe an einem Highlight dran. Einzig, dass die Anfangsworte in der Hörbuchfassung rausgeschnitten wurden, fand ich ein bisschen lästig, ansonsten gibt es von mir keine Kritikpunkte!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Paper Princess« von Erin Watt

Hey ihr Lieben!

Endlich traue ich mich auch mal an die Rezension zu diesem ungewöhnlichen Buch. Ich habe es zusammen mit Luca (Instagram-Account: @marlukarts) gelesen und fand den Austausch sehr schön!


Allgemeine Informationen

Titel: Paper Princess
Autorin: Erin Watt
Übersetzung: Lene Kubis
Genre: Young Adult
Format: Taschenbuch
Seiten: 381
ISBN: 978-3-492-31646-0
Verlag: Piper
Reihe: Paper-Reihe / Bd. 1
gelesen: 07.08.20 bis 10.08.20


Inhalt

DIESE ROYALS WERDEN DICH RUINIEREN …

Nie hätte Ella Harper gedacht, dass sie eines Tages wie eine Prinzessin leben würde. Seit dem Tod ihrer Mutter schlägt sie sich alleine durch und kommt gerade so über die Runden. Dann steht plötzlich der Multimillionär Callum Royal vor ihr und behauptet, ihr Vormund zu sein. Kurzerhand nimmt er Ella aus ihrem ärmlichen Leben mit in eine Welt voller Luxus – doch Callums fünf Söhne begegnen ihr mit Feindseligkeit, besonders der verschlossene Reed. Und trotzdem knistert es gewaltig zwischen ihnen. Ob aus Hass Liebe werden kann?


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover wurde aus dem Englischen übernommen, was meiner Meinung nach auch eine gute Entscheidung war. Ich finde die Aufmachung einfach schön, die Farben passen zueinander, das Diadem passt zur Geschichte. Na ja, und der Titel auch. Zwar bin ich mir nicht so ganz sicher, weshalb es noch einen Untertitel gibt, aber ich will mal nicht so sein.

Im Inneren ist die Gestaltung nichts Besonderes. Die Schrift ist eng gedruckt, wodurch relativ viel auf eine Seite passt, was mich aber auch ein bisschen stört, weil ich es lieber ein bisschen aufgelockerter habe. Dafür sind die Kapitelanfänge schön gestaltet, mit einem Diadem und anderer Schrift, was perfekt zum Cover passt.


Der Erzählstil

Anfangs musste ich mich ein wenig an den Schreibstil von Erin Watt gewöhnen. Nach dem ersten Kapitel war ich jedoch direkt drin, was vor allem daran liegt, dass es wenig Ausschweifungen gibt und alles sehr einfach gehalten ist. Dadurch konnte ich die Leseabschnitte (immer zehn Kapitel) in etwas weniger als einer Stunde durchlesen.

Die Geschichte wird einzig aus der Sicht von Ella erzählt, wodurch man als Leser immer ihren eigenen Gedanken folgt. Was mich daran jedoch gestört hat ist, dass Ella relativ voreingenommen ist und wenig Gefühle zulässt. Es gab kaum eine Seite ohne wörtliche Rede, wodurch ich das Gefühl hatte, Ella nie wirklich kennenzulernen.


Die Handlung

Hier wird es jetzt problematisch, weil ich immer noch nicht so ganz weiß, wie ich es beschreiben soll. Aber fangen wir mal ganz vorne an, denn da habe ich schon die ersten Kritikpunkte. Die Story startet, als Ellas Vormund Callum Royal an ihrer Highschool auftaucht und sie mitnehmen will. Es wird oft zwischendrin angeschnitten, dass sie keinen leichten Alltag hatte, zumal sie ihre Mutter bis vor ihrem Tod immer mit Medikamenten versorgen musste, die sie allerdings auch nur bekommen konnte, indem sie mit Strippen Geld verdient hat. Sie war also sehr arm, konnte sich irgendwie aber trotzdem einen gefälschten Ausweis kaufen, auf dem steht, dass sie über dreißig ist. Das ist schon das erste, was mir irgendwie aufgestoßen ist, denn wer bitteschön würde einer siebzehnjährigen abkaufen, dass sie dreißig ist?

Man erfährt kaum etwas über das, was Ella gerne macht oder was sie früher gerne gemacht hat, da die Geschichte größtenteils in der Gegenwart spielt und es nicht oft dazu kommt, dass sich Ella an etwas weiter zurückliegende Ereignisse erinnert.

Zudem konnte ich Ellas Handlungen oft einfach nicht nachvollziehen. Sie hat sehr impulsiv gehandelt, nicht viel nachgedacht (was man als Leser durch die fehlenden inneren Monologe gemerkt hat), und dadurch kam es oft zu Überraschungen in Situationen, die Ella nicht unbedingt gefallen haben.

Insgesamt war die Geschichte auch sehr unrealistisch. Reed beleidigt sie und ihre Mutter immer wieder, benimmt sich wie ein Arschloch, belästigt sie sexuell und psychisch, und trotzdem steht sie auf ihn, weil er gut aussieht. Ach so, und auf seine Brüder steht sie auch irgendwie, weil die ja GENAUSO aussehen wie Reed. Logisch, oder nicht?

Aber auch, wenn die gesamte Geschichte unrealistisch war und Dinge normalisiert wurden, die eigentlich nicht normalisiert werden DÜRFEN, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich meine, es werden viele Dinge angesprochen, die sehr ernst sind, aber trotzdem als unwichtig abgetan werden (beispielsweise die verschiedensten Arten von Sucht sowie sexuelle Belästigung und Sexismus), wodurch sie eben auch verharmlost werden. Die Plot-Twists wirkten auch sehr gewollt und nicht ganz stimmig für mich, waren aber nach der zweiten Wendung auch allesamt vorherzusehen, weil sie alle einem bestimmten Muster gefolgt sind. Demnach kam auch das Ende nicht sehr überraschend für mich, auch wenn ich trotzdem gespannt auf Band zwei bin.

Die ganze Zeit über hat sich eine merkwürdige Neugier in mir entwickelt, wie die Sache mit Reed ausgeht, was noch passiert, wann endlich der Wendepunkt kommt, und so weiter und so weiter. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, mein Herz hat geklopft wie sonst was, aber irgendwie … na ja. Mich konnte das Buch ansonsten einfach nicht so richtig überzeugen.

Einer der größten Pluspunkte ist für mich jedoch der Humor. Ich musste so oft laut auflachen und grinsen, wie lange nicht mehr bei einem Buch. Unterhaltung ist also auf jeden Fall vorprogrammiert, und auch wenn die Handlung an sich nicht so meins war, der Humor war es.


Die Charaktere

Wie bereits erwähnt, bin ich mit Ella nicht so richtig warmgeworden. Ich habe noch immer keine Ahnung, wie ich sie einschätzen soll, sie ist immer noch eine Fremde für mich, die ich ein paar Tage lang begleitet habe, in denen zwar viel passiert ist, aber auch nicht so viel, als dass ich gelernt hätte, wie Ella so drauf ist. Ihre Handlungen waren mir einfach zu impulsiv und ihre Reaktionen kamen oft aus dem Nichts, ohne, dass sie vorher einen Gedanken daran verschwendet hätte. Außerdem kam sie mir oft sehr gefühlskalt vor, da ich nicht wirklich bemerkt habe, dass sie noch um ihre Mutter trauert, die noch gar nicht so lange tot ist.

Die anderen Charaktere waren auch nicht so unbedingt mein Fall. Klar, sie waren alle recht unterschiedlich, und besonders bei den Royal-Brüdern haben sich die Autorinnen Mühe gegeben, sie so unterschiedlich wie möglich zu machen. Zwar bleiben diesbezüglich noch viele offene Fragen, aber ich freue mich schon auf den nächsten Streich, den die Zwillinge Sawyer und Sebastian irgendwem anders spielen.


Fazit

Ich bin sehr zwiegespalten, was „Paper Princess“ angeht. Einerseits wurde ich weder mit der Protagonistin noch der Storyline warm, andererseits war es unglaublich amüsant und spannend und hat meine Neugierde geweckt. Ich werde dem zweiten und dritten Teil auf jeden Fall noch eine Chance geben und freue mich schon darauf, sie ebenfalls zu lesen.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 2/5 ⭐

Charaktere: 2/5 ⭐


Gesamt: 2,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Harry Potter und der Gefangene von Askaban« von J. K. Rowling

Hey ihr Lieben!

Im Rahmen meiner selbst ausgedachten SuB-Abbau-Challenge (Infos dazu auf meinem Insta-Acc @acourtofbooksandmore) habe ich nun endlich auch mal „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ gelesen!


Allgemeine Informationen

Titel: Harry Potter und der Gefangene von Askaban
Autorin: J. K. Rowling
Übersetzung: Klaus Fritz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 446
ISBN: 978-3-551-35403-7
Verlag: Carlsen
Reihe: Harry Potter / Bd. 3
gelesen: 04.08.20 bis 08.08.20


Inhalt

Harry hob den Zauberstab. Die Zeit war gekommen. Dies war der Augenblick, Vater und Mutter zu rächen. Er würde Black töten. Er musste Black töten. Dies war seine Chance …

Natürlich weiß Harry, dass das Zaubern in den Ferien strengstens verboten ist, und trotzdem befördert er seine schreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke. Die Konsequenz ist normalerweise: Schulverweis! Nicht so bei Harry; im Gegenteil, man behandelt ihn wie ein rohes Ei. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher in die Schule eingedrungen ist und es auf Harry abgesehen hat? Mit seinen Freunden Ron und Hermine versucht Harry ein Geflecht aus Verrat, Rache, Feigheit und Verleumdung aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Bei den Covern der Harry Potter Bücher bin ich immer etwas zwiegespalten. Einerseits finde ich die Gestaltung irgendwie cool, denn sie hat auf jeden Fall was, andererseits bin ich nicht so ein Fan von der Art, wie Harry und seine Umgebung darauf gezeichnet wurden. Versteht ihr, was ich meine?

Das Cover von Band 3 ist etwas unspektakulärer als die anderen, und mir gefällt die Abbildung nicht so ganz so gut. Aber das ist ja schließlich Geschmackssache und ich will hier wirklich niemandem mit meiner Meinung auf den Schlips treten.


Der Erzählstil

Am Anfang musste ich mich wieder ein bisschen an den Schreibstil von J. K. Rowling gewöhnen – schließlich habe ich den zweiten HP-Teil ungefähr vor einem Jahr gelesen.

Nach leichten Startschwierigkeiten habe ich mich aber wieder daran gewöhnt und der Schreibstil konnte mich wirklich überzeugen, denn das Buch ist unglaublich packend geschrieben! Wenn Rowling auch äußerst kritische Bemerkungen macht, das Schreiben hat sie drauf.

Orte und Charaktere werden sehr bildlich beschrieben, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte, obwohl ich die Filme nie gesehen habe. Es bleibt wirklich spannend von der ersten bis zur letzten Seite und es tat mir teilweise wirklich leid, wenn ich das Buch zur Seite legen musste, weil ich einfach noch andere Dinge zu tun hatte.


Die Handlung

Rowling hat mit dem dritten Teil der Harry Potter Reihe noch mal etwas ganz Anderes auf die Beine gestellt, das sich nicht so einfach mit den vorherigen Bänden vergleichen lässt. Es wird Spannung auf- und abgebaut, Rätsel kommen auf und werden gelöst, und die ganze Zeit über gibt es da dieses eine Etwas, das man als Leser nicht ganz fassen kann, von dem man aber weiß, dass es da ist und etwas zu bedeuten hat.

Leider wird man heutzutage oft versehentlich gespoilert, sei es durch Freunde, die denken, dass jeder Harry Potter schon gelesen hat, oder durch die Medien, wo ebenfalls ganz automatisch davon ausgegangen wird, dass jeder die Reihe kennt. Aus dem Grund wusste ich schon von Anfang an, was es mit Rons immer kränklicher werdenden Ratte Krätze sowie mit dem neuen Professor Lupin auf sich hat. Glücklicherweise wusste ich aber auch nur das Offensichtliche und nicht die ganze Hintergrundgeschichte, denn dann wäre das Buch wirklich langweilig für mich geworden.

Stattdessen hat J. K. Rowling mich aber über die ganzen 446 Seiten in die Irre geführt. Es gab viele Plot-Twists und Wendungen, die mich immer wieder fassungslos und irgendwie fasziniert zurückgelassen haben. Ich hatte ständig neue Ideen, was die Lösung des Rätsels ist, und immer lag ich falsch.

Zudem wurde die Freundschaft von Harry, Ron und Hermine hier noch mal in ein leicht anderes Licht gerückt und man hat mehr über Harrys Eltern erfahren. Hermine ist durch ihren sehr vollen und unmöglich erscheinenden Stundenplan durchgängig gestresst und gerät dank ihres neuen Katers Krummbein ständig mit Ron aneinander, dessen Ratte Krätze Angst vor der Katze hat, die sich wiederum ständig auf Krätze wirft. Harry ist durch diesen Zwist irgendeine Art Vermittler zwischen die beiden, stellt sich dann aber doch eher auf Rons Seite, weil er Hermines Verhalten nicht verstehen kann.

Die Auflösung ganz am Ende, mit all ihren Facetten, war dann sehr überwältigend. Teilweise ging mir die Szene, wo das Geheimnis rund um Sirius, Krätze und Lupin gelüftet wird, etwas zu schnell und irgendwie chaotisch, da ich oft den Faden verloren habe und nicht mehr so ganz wusste, was wirklich die Wahrheit war. Am Ende hat sich aber alles, einschließlich Hermines merkwürdigen Verhaltens, logisch aufgeklärt, sodass ich jetzt schon sehr gespannt auf den vierten Band bin.


Die Charaktere

Harry, Ron und Hermine haben sich in diesem Buch sehr viel altersgerechter verhalten als in den vorherigen Bänden. Sie wirkten erwachsener (mal ganz ehrlich, mit 13 kann man schon ernsthafte Gespräche miteinander führen, auch wenn viele Erwachsene so was immer wieder vergessen!!!), und trotzdem hatten sie noch das Unerfahrene an sich, was sie sehr authentisch gemacht hat.

Zudem mochte ich vor allem, wie sich alle drei im Laufe des dritten Teils weiterentwickelt haben. Besonders Hermine hat einen großen Schritt getan, und auch Ron und Harrys Entwicklung ist nicht unbeträchtlich.


Fazit

Für mich ist „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ bisher einer der besten Bände der Reihe. Wem die ersten beiden Bände noch nicht so zugesagt haben, sollte sich davon nicht abschrecken lassen, denn spätestens mit diesem Buch wird (fast) jeder ein Fan der Reihe sein!


Meine Bewertung

Gestaltung: 3,5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara