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Rezension: »Sakrileg« von Dan Brown

Endlich mal wieder ein Buch von Dan Brown. Ich habe ja »Illuminati« ziemlich geliebt, weshalb ich sehr froh war, als meine Freundin mir den zweiten Teil der Reihe rund um Symbolologe und Harvardprofessor Robert Langdon ausgeliehen hat.


Inhalt

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte – Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Sakrileg
Autor: Dan Brown
Übersetzung: Piet van Poll
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 618
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-15485-2
Reihe: Robert Langdon / Bd. 2

Erster Satz: »In der Grande Galerie stürzte Jacques Saunière, der Museumsdirektor, zu einem der kostbaren alten Meister, einem Caravaggio, klammerte sich an den schweren Goldrahmen und hängte sich mit seinem ganzen Gewicht daran, bis das Gemälde sich von seiner Aufhängung löste.«


Meine Meinung

Zwar kannte ich den Film zum Buch schon, bevor ich das Buch gelesen habe, aber ich muss sagen, dass sich das Lesen trotzdem sehr gelohnt hat. Zunächst einmal ist Dan Browns Schreibstil das, was ich besonders an seinen Büchern schätze. Man erfährt ziemlich viel über Kunst, Architektur, Geschichte und Religion, während man gleichzeitig aufgefordert wird, mitzurätseln und mit Robert Langdon mitzufiebern.

Dadurch, dass Gemälde und Orte so detailliert, aber nicht allzu ausschweifend beschrieben wurden, hatte ich immer ein klares Bild vor Augen und habe mich gefühlt, als sei ich selbst in Paris. Gefallen hat mir auch, dass man nicht nur den historischen Bezug zu vielen Dingen mitbekommt, sondern dass auch die Gegenwart nicht aus dem Blick verloren wird – so werden aktuelle Geschehnisse mit denen aus der Vergangenheit verknüpft und in Verbindung gebracht.

Robert Langdon ist auch ein ziemlich toller Protagonist, auch wenn ich eine seiner Aussage Homosexuelle betreffend schon bedenklich fand. Es ging darum, dass seine Komplizin Sophie Neveu gesagt hat, dass Leonardo da Vinci schwul gewesen sei, und Robert daraufhin meinte, dass man es so »drastisch« nicht ausdrücken müsse, aber ja, der Maler sei homosexuell gewesen. Da frage ich mich, was denn so »drastisch« daran ist, wenn man sagt, jemand sei schwul … ?

Tatsächlich konnte ich aber durchgängig mit Robert und Sophie mitfiebern, habe mich mit ihnen gemeinsam auf der Flucht vor der französischen Polizei befunden und versucht, das Rätsel von Jacques Saunière zu lösen. Einige Wendungen waren da schon relativ vorhersehbar, andere wiederum kamen völlig aus dem Nichts.

Das Ende selbst habe ich so schon vorhersehen können, auch wenn es sich deutlich von dem aus dem Film unterscheidet. Es war einfach schon ab der Hälfte offensichtlich, worauf diese Schnitzeljagd hinauslaufen würde.

Fazit

»Sakrileg« ist auf jeden Fall eine würdige Fortsetzung von »Illuminati«, auch wenn es seinem Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann. Trotzdem eine große Leseempfehlung von mir!

Rezension: »Follow me back« von A. V. Geiger

Hallo ihr Lieben!

Und nun ein weiteres Buch für den Adventurer Readathon 2020. Und zwar dieses Mal für die Stadt Wien, die man bereisen kann, indem man ein Buch über Musik liest – und dies ist in „Follow me back“ der Fall.


Allgemeine Informationen

Titel: Follow me back
Autorin: A. V. Geiger
Übersetzung: Katrin Reichardt
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 358
ISBN: 978-3-7363-0997-5
Verlag: LYX
Reihe: Follow me back / Bd. 1
gelesen: 26.07.20 bis 31.07.20


Inhalt

BIST DU EIN HATER ODER EIN FAN?

Tessa Hart fürchtet sich davor, ihr Zimmer zu verlassen. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ihr Twitter-Account @TessaHeartsEric, auf dem sie sich mit anderen Fans über ihre Liebe zu dem Popstar Eric Thorn austauscht. Was sie nicht ahnt: Der Sänger ist eine der Personen, mit denen sie sich regelmäßig Privatnachrichten schreibt! Eric weiß, dass er Tessa die Wahrheit sagen muss, zumal die junge Frau mit jedem Tag tiefere Gefühle in ihm weckt. Doch als die beiden sich für ihr erstes Treffen verabreden, nimmt plötzlich alles eine gefährliche Wendung …

»Von Anfang bis Ende ein fesselnder Pageturner!«

Anna Todd

Meine Meinung

Die Gestaltung

Wie fast jedes Cover aus dem LYX-Verlag ist auch das von „Follow me back“ ein echter Hingucker. Die Farben harmonieren wunderschön zusammen und sind ein richtiger Blickfang. Als ich mir das Buch bestellt habe, hätte ich anhand der ganzen Bilder im Internet allerdings damit gerechnet, dass es glitzert, wie beispielsweise auch „Bring down the stars“ aus dem LYX-Verlag. Stattdessen ist das Cover glatt mit Folie gestaltet, was zwar auch schon aussieht, aber meiner Meinung nach trotzdem nicht so ganz passt – mit Glitzer hätte es noch besser ausgesehen!

Im Inneren ist das Buch sehr schlicht gehalten. Die Kapitel sind durchnummeriert, haben aber jeweils noch eine eigene Überschrift, wie beispielsweise „Projektion“ im ersten Kapitel. Zudem sind die Vernehmungsprotokolle, die den ganzen Text immer ein bisschen auflockern, in einer anderen Schriftart geschrieben.


Der Erzählstil

Mit ihrem Erzählstil hat mich A. V. Geiger sofort überzeugt. Sie hat nämlich einen locker leichten Schreibstil, den man flüssig weglesen kann, ohne groß über unbekannte Wörter oder Metaphern nachdenken zu müssen. Zwischendurch tauchen allerdings auch die typischen Tippfehler auf, wobei mir da auch nur 3-5 im ganzen Buch aufgefallen sind.

Das Buch ist außerdem in der dritten Person geschrieben, also aus der personalen Erzählperspektive (meine bisherigen Deutschlehrer wären stolz auf mich). Das hat mich doch eher verwundert, weil ich es bei New Adult immer ganz gerne habe, aus der Ich-Perspektive zu lesen. Durch den personalen Erzähler fiel es mir nicht ganz einfach, mich auf Tessa und Eric als Protagonisten einzulassen und ich habe einige ihrer Gedanken und Handlungen nicht ganz nachvollziehen können.

Wie bereits erwähnt, wird also aus der Sicht von Tessa und Eric geschrieben, was auch im Klappentext schon angedeutet wird. An sich eine gute Idee, weil der Leser so die Möglichkeit bekommt, alles noch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, aber es hat mich auch oft zum Verzweifeln gebracht. Zudem wäre es ganz nett gewesen, wenn die Sichtwechsel irgendwie gekennzeichnet gewesen wären, weil so im einen Absatz noch aus Erics Sicht erzählt wurde, und im nächsten dann schon aus Tessas.


Die Handlung

Leider konnte mich die Handlung und ihr Verlauf nicht so ganz überzeugen. Wer mich kennt, weiß, dass ich wirklich gerne New Adult lese, und deshalb weiß ich auch, dass es ein paar Klischees in diesem Genre gibt, die sich manchmal einfach nicht vermeiden lassen. In „Follow me back“ war es mir dann aber doch ein bisschen zu viel des Guten, zumal ich mich nur für dieses Buch entschieden habe, weil mir gesagt wurde, es sei anders als andere New Adult Bücher. Dem kann ich so leider nicht zustimmen.

Die Geschichte fängt allerdings sofort spannend mit einem Vernehmungsprotokoll an, in dem die Polizei Eric vernimmt. Man weiß also sofort, dass am Ende irgendwas Schlimmes passieren wird, aber es wird auch in den Vernehmungsprotokollen immer ein bisschen um den heißen Brei herumgeredet. Solche Protokolle tauchen immer wieder zwischen einzelnen Kapiteln auf und steigern die Spannung.

Der Mittelteil zieht sich jedoch trotzdem sehr in die Länge. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass nichts passiert, denn erst ganz am Ende kommt es zu der Auflösung, auf die ich hingefiebert hatte und von der ich gehofft hatte, sie würde mich noch mal positiv überraschen. Na ja, leider waren meine Hoffnungen diesbezüglich unberechtigt, denn ich habe das Ende in etwa genau so schon vorhergesehen. Die ganzen Klischees, die aufgegriffen werden, haben es mir sehr einfach gemacht, die ganze Geschichte in meinem Kopf zu Ende zu stricken.

Zwischendurch gab es für mich auch ein paar Unstimmigkeiten. Beispielsweise kann ich immer noch nicht so ganz verstehen, warum Tessa und Eric überhaupt miteinander in Kontakt getreten sind – okay, Erics Perspektive kann ich da schon verstehen, aber warum chattet Tessa als offensichtliches Fangirl mit einer Person, die sich hinter dem Account @EricThornIstScheisse versteckt?

Für New Adult gibt es auch sehr wenig Romantik in dem Buch. Große Zeitsprünge haben dafür gesorgt, dass ich die Entwicklung von Tessas und Erics Beziehung nicht ganz nachvollziehen konnte. Am Ende gibt es im ganzen Buch nur eine einzige romantische Szene, und die ist ganz am Ende und esteht aus zwei Küssen. Wow.

Am Ende besticht das Buch aber dann noch mal mit einem fiesen Cliffhanger, der mich dazu antreibt, auch den zweiten Teil noch lesen zu wollen. In der Hoffnung, dass der mir etwas besser gefällt.


Die Charaktere

Mit Tessa und Eric hat A. V. Geiger zwei interessante, aber auch klischeebeladene Charaktere geschaffen. Tessas Agoraphobie wurde gut beschrieben, genau wie ihre Verdrängungstaktiken und ihre Therapiestunden. Manchmal kam es mir aber doch ein bisschen sehr übertrieben vor, wenn sie ihre Zähltechnik angewandt hat. Aber ich will nicht zu viel verraten.

Leider kratzt man bei Eric und Tessa aber trotz ihrer Ängste und Leidenschaften nur an der Oberfläche. Die beiden sind nicht sehr tiefgründig ausgearbeitet, da man als Leser nichts über ihr früheres Leben erfährt.


Fazit

„Follow me back“ ist ein schönes Buch für Zwischendurch, aber kein besonderer New Adult Roman. Es wird mit ein paar ernsten Themen gespielt, ansonsten ist die Story aber sehr klischeebeladen und vorhersehbar.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 3/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »King’s Legacy – Alles für dich« von Amy Baxter

Hey ihr Lieben!

Tja, gegen Ende Mai wurde mir bewusst, dass ich mein Monatsziel von 9 Büchern wohl nicht mehr erreichen werde. Außerdem hatte ich mir ursprünglich vorgenommen, auch die „His Dark Materials“-Trilogie von Philip Pullman abzuschließen. Was leider auch nicht geklappt hat, dafür nehme ich es mir aber für den Juni vor – mal schauen, ob das so klappt.

Auf jeden Fall habe ich dann, nachdem ich mein letztes Buch beendet hatte, überlegt, was ich denn noch innerhalb eines Tages schaffen könnte, denn dann hätte ich wenigstens 8 Bücher in diesem Monat geschafft. Bei meinem Vater war das dünnste Buch, das ich gefunden habe, der erste Teil der „King’s Legacy“-Reihe, und tatsächlich bin ich nur so durch die Seiten geflogen!


Inhalt

WIE BLITZ UND DONNER

Jaxon King kann nichts mehr überraschen. Der Besitzer des angesagten New Yorker Clubs King’s Legacy hat schon viel gesehen. Die große Liebe? So etwas gibt es nicht. Dann trifft er auf Hope, die neue Kellnerin, und auf einmal ist alles anders.

Hope Vanderwall ist durch die Hölle gegangen. Jetzt will sie in New York neu anfangen. Ein eigenes Leben, nach all den Jahren. Das ist ihr fester Entschluss. Aber Jaxon ist nicht bereit, sich damit abzufinden, dass ihre Liebe unmöglich sein soll.

Jaxon und Hope:
eine Geschichte,
die unter die Haut geht.


Bibliografie

Titel: King’s Legacy – Alles für dich
Autorin: Amy Baxter
Genre: Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 300
ISBN: 978-3-404-17954-1
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: King’s Legacy / Bd. 1
gelesen: 30.05.20 bis 01.06.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Hier habe ich eigentlich überhaupt nichts auszusetzen. Das Cover sieht richtig gut aus und spiegelt das Flair in Jaxons Club perfekt wider. Auch, dass der Mann auf dem Cover (von dem ich jetzt einfach mal ausgehe, dass es sich um Jaxon handelt) nicht vollständig zu sehen ist, gefällt mir gut, da mir so noch genügend Freiheiten in meiner Fantasie geblieben sind, ihn mir vorzustellen.

Auch im Inneren gibt es nichts, das mir irgendwie negativ aufgefallen ist. Ich mag es, dass die Schriftart bei den Kapitelanfängen anders war als im Rest des Buches, und auch, dass vor jedem Kapitel stand, aus wessen Sicht es erzählt wird.


Der Erzählstil

Amy Baxters Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Es fiel mir nicht schwer, in die Geschichte reinzukommen, wodurch ich mich auch sofort auf Hope und Jaxon einlassen konnte. Ihre Ausdrucksweise war größtenteils sehr umgangssprachlich, was auch gut zu den beiden Hauptcharakteren gepasst hat.

Nur zwischendurch gab es mal ein oder zwei Tippfehler, und manchmal fand ich die Wortwahl einfach nicht passend zur Situation. Ich stehe generell nicht sonderlich auf vulgäre Ausdrucksweisen, und das ist selbst bei Sex-Szenen nicht anders. Klar, das mögen viele anders sehen, aber mich stört das immer ein bisschen und lässt mich im ersten Moment ein wenig stutzen. Außerdem fand ich die Art, wie Hope und Jaxon hinterher die Geschichte über ihre Vergangenheit erzählt haben, nicht sehr passend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der so etwas erzählt, diese Ausdrucksweise verwendet, es sei denn, er legt einen riesigen Wert darauf, es wie eine fiktive Geschichte klingen zu lassen.

Ansonsten habe ich hier keine Kritikpunkte, denn wie bereits gesagt, konnte ich sehr schnell in das Buch einsteigen und hatte keinerlei Schwierigkeiten, dem Schreibstil zu folgen.


Die Handlung

Die ganze Geschichte über war dieser rote Faden erkennbar gewesen, den die Autorin beim Schreiben verfolgt hat. Die Beziehung zwischen Hope und Jaxon hat sich nicht sonderlich langsam entwickelt, aber es kam mir jetzt auch nicht übermäßig schnell vor. Vielleicht wäre zwischendrin noch ein bisschen Platz für mehr ganz schön gewesen, aber das ist jetzt wirklich Meckern auf höchstem Niveau und ich will mich ja auch nicht reinsteigern.

An sich mochte ich den Handlungsverlauf sehr gerne. Klar, solche Geschichten sind oft vorhersehbar, aber da ich eben wusste, dass es noch zwei weitere Teile in der Reihe gibt, war ich nicht so vorherschauend wie ich es sonst vielleicht bei Romance-Geschichten bin. Allerdings wusste ich eben nicht, dass die anderen beiden Bände von anderen Charakteren erzählen, weshalb ich mir vom Ende auch ein bisschen mehr Drama erhofft habe … ja, obwohl es eigentlich schon ziemlich viel Drama gab. An sich hatte die Story aber einen runden Abschluss.

Das einzige, was mich hier gestört hat, war, dass Jaxon und Hope sehr lange Zeit nichts als Geheimnisse voreinander hatten. Keiner von beiden packt auf den ersten 200 Seiten mit seiner Vergangenheit aus, wodurch immer etwas zwischen ihnen stand, aber keiner von beiden hat auch nur die Idee bekommen, dass es dem jeweils anderen wirklich ernst ist. Dadurch kam es mir vor, als wäre für Hope und Jaxon die Lösung auf all ihre unausgesprochenen Worte und Probleme Sex gewesen. Ehrlich, die beiden waren ständig damit beschäftigt, und das hat mich schon ein wenig gestört.

Trotzdem gab es ein paar überraschende Wendungen und Plot-Twists, die mich dazu gebracht haben, die Luft anzuhalten, und gerade auf den letzten fünfzig Seiten musste ich das Buch immer wieder kurz zur Seite legen, bevor ich es dann doch nicht mehr ausgehalten habe und weiterlesen musste.


Die Charaktere

Mir waren Hope und Jaxon beide von Anfang an sympathisch. Jeder Charakter hatte seine Stärken und Schwächen, und dabei wirkte nichts übertrieben oder weit hergeholt. Am Anfang des Buches hat man erfahren, dass Hope früher mal den Wunsch hatte, Künstlerin zu werden, aber leider wurde nicht näher darauf eingegangen, was ich sehr schade fand. Vielleicht erfährt man in den Folgebänden ja noch etwas davon, auch wenn diese nicht aus der Sicht von den beiden erzählt werden.

Leider wusste ich jedoch lange Zeit überhaupt nicht, was in der Vergangenheit der beiden Protagonisten passiert ist. Dadurch konnte ich ihre Reaktionen manchmal nicht ganz nachvollziehen, obwohl ich im Nachhinein feststellen musste, dass sie mit dem Hintergrund schon verständlich waren. Das kam aber eben während der Geschichte nicht ganz so gut rüber.


Fazit

Mir hat „King’s Legacy – Alles für dich“ sehr gut gefallen, auch wenn ich ein paar Kritikpunkte hatte. Ich freue mich aber auf jeden Fall auf den Rest der Reihe und bin gespannt, was ich noch so über den Freundeskreis von Hope und Jaxon erfahren werde.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 3/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐



Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Flying high« von Bianca Iosivoni

Hey ihr Lieben!

Ich muss zugeben, dass ich mir meinen Lesemonat ursprünglich ein bisschen anders vorgestellt habe, aber ich hoffe trotzdem, dass ich noch mit jedem Buch fertig werde, das ich im April lesen will. Flying high habe ich nun beendet – schaut doch, wie es mir gefallen hat!

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der „Hailee & Chase“-Reihe, weshalb in der Rezension Spoiler auftreten können.

Zur Rezension von Band 1


Allgemeine Informationen

Titel: Flying high
Autorin: Bianca Iosivoni
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 412
ISBN: 978-3-7363-0989-0
Verlag: LYX
Reihe: Hailee & Chase / Bd. 2
gelesen: 23.04.20 bis 25.04.20


Inhalt

Mutig zu sein – das war Hailee DeLucas Plan für diesen Sommer. Sie wollte einen Roadtrip durch die USA machen und all die Dinge tun, vor denen sie sich bislang immer viel zu sehr gefürchtet hat. Niemals hätte sie erwartet, dass sie sich auf ihrer Reise verlieben würde – bis sie in der kleinen Stadt Fairwood mitten im Nirgendwo auf Chase Whittaker traf. Mit seinem Lächeln, seinem Humor und der Art, wie er sie besser als jeder andere Mensch auf dieser Welt zu verstehen schien, hat Chase ihr Herz im Sturm erobert. Dabei wusste Hailee vom ersten Moment an, dass es für sie beide keine Zukunft geben würde. Der Sommer war beinahe vorbei und Hailee fest entschlossen, ihren Plan bis zum Ende durchzuziehen. Doch je mehr Zeit sie in Fairwood verbrachte und je näher sie und Chase sich kamen, desto größer wurde ihr Wunsch, Chase nicht verlassen zu müssen. Mutig genug zu sein, nicht zu gehen. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder haben Hailee und Chase keine andere Wahl, als einsehen zu müssen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?


Meine Meinung

Die Gestaltung

Es gibt kaum LYX-Bücher, die nicht schön aussehen. Und so verhält es sich auch bei den beiden Büchern der „Hailee & Chase“-Dilogie von Bianca Iosivoni. Ich kann mich kaum entscheiden, ob ich Falling fast oder Flying high schöner finde … ich glaube aber, ich tendiere zu Flying high, weil die Farben so wunderschön sind.

An der Innengestaltung habe ich hier genauso wenig auszusetzen wie im ersten Teil schon. Die Kapitelanfänge sind schlicht gehalten, wobei die Schriftart, in der geschrieben steht, ob das Kapitel aus Hailees oder Chase‘ Sicht erzählt wird, der des Titels auf dem Cover angepasst wurde.


Der Erzählstil

Biancas Schreibstil ist wie immer locker leicht und angenehm sowie flüssig zu lesen. Ihre Wortwahl ist in diesem Teil noch um einiges sensibler, und ich liebe sowohl die vielen Passagen, in denen sich Chase und Hailee Gedanken machen, als auch die ausdrucksstarken Dialoge.

Es ist so leicht, anderen Menschen Vorwürfe zu machen. Sich über sie aufzuregen. Sich mit ihnen zu streiten. Aber wir denken nie daran, dass es das letzte Mal sein könnte. Die letzte Umarmung. Das letzte Wort. Der letzte Blick.

Seite 87

Die Geschichte wird aus der Sicht von Hailee und Chase erzählt – nicht immer abwechselnd, aber dennoch so, dass es nicht langweilig wird. Zudem sind die Beschreibungen von Emotionen und Orten sehr detailreich, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte.


Die Handlung

„Flying high“ schließt direkt an das Ende von Band 1 an. Obwohl ich zwischendurch noch zwei andere Bücher gelesen bzw. gehört habe, bin ich unfassbar schnell wieder in die Geschichte von Hailee und Chase eingestiegen, wodurch ich sofort gefangen war.

Bianca zeigt hier mal wieder einen sehr sensiblen Umgang mit ernsten Themen wie Depression, Suizidalität, Angststörung, Tod, Verlust und Trauerbewältigung. Dadurch war die Story hoch emotional und hat mich sehr berühren können. Und auch, wenn die angesprochenen Themen vielleicht das Bild einer traurigen, nachdenklichen Geschichte im Kopf entstehen lassen, waren die Szenen auch unheimlich schön, manchmal witzig und zutiefst rührend. Trotzdem regen die Themen, die angesprochen werden und sehr im Hauptaugenmerk der Geschichte stehen, zum Nachdenken an und so konnte mich das Buch nachhaltig beeindrucken.

Wie macht man weiter, wenn man die letzten drei Monate so gelebt hat, als gäbe es kein Morgen? Wie macht man weiter, wenn man den wichtigsten Menschen in seinem Leben verloren hat?

Seite 178

Das Leseerlebnis an sich war also sehr … intensiv. Ich hatte fast durchgängig Tränen in den Augen und die ein oder andere ist auch mal meine Wange runtergelaufen, in meiner Brust war ein Engegefühl vorhanden, ich hatte Gänsehaut, und zwischendurch musste ich auch ein kleines Schmunzeln oder Kichern unterdrücken.

Und ganz ehrlich? Wie beschissen wäre es von mir, diesem vorgefertigten Plan zu folgen, statt das zu tun, was ich wirklich will, wenn mein bester Freund es gerne getan hätte, aber nicht konnte?

Seite 319

Obwohl das Buch nicht von Spannung geprägt ist, handelt es sich bei „Flying high“ um einen absoluten Pageturner. Action ist hier völlig unnötig, denn die Botschaft, die die Geschichte von Hailee und Chase ausdrücken soll, ist auch so vollkommen verständlich: Sei mutig. Nicht durch waghalsige Aktionen, sondern durch die Entscheidungen, die zu treffen einem manchmal Angst einjagen können. Das lernt auch Chase nach und nach und schneidet sich so eine Scheibe von Hailee ab. Und trotz der Tatsache, dass es keine Action gab, waren auch einige Plot-Twists vorhanden; es hat mich hier einfach nicht gestört, dass einige Dinge vorhersehbar waren, denn dadurch wirkte alles noch viel authentischer und realistischer.

„Du kannst alles fühlen, was du willst, Schatz. Auch Freude und Trauer gleichzeitig. Nichts davon ist richtig oder falsch. Es sind deine Gefühle.“

Seite 342

Außerdem fand ich es sehr passend, dass sich einige Gedanken von Hailee immer wiederholt haben – wie in einem Gedankenkarussell -, weil damit auch ihre Depressionen und Gefühle und ihr tiefstes Innerstes deutlicher wurden. Und obwohl das der Kritikpunkt von vielen Lesern ist, kann ich von mir selbst ehrlich behaupten, dass ich keine einzige Stelle langweilig oder zu langgezogen fand.

Mit dem Epilog hat das Buch noch einen sehr gelungenen Abschluss bekommen. Natürlich sind mit ein paar Gesprächen nicht alle Probleme wie weggefegt, aber es geht eben darum, sich nicht einfach unterkriegen zu lassen, und das wird sehr deutlich.


Die Charaktere

Jeder einzelne Charakter im Buch wurde sehr authentisch, liebevoll und tiefgründig ausgearbeitet. Die Handlungen und Reaktionen waren nachvollziehbar, ebenso wie die Gefühle.

Der nach außen hin glücklichste Mensch kann die meisten Träume vergossen haben. Die unbeschwerteste Person kann die schlimmsten Verluste erlitten haben. Und das Mädchen mit dem strahlendsten Lächeln kann jeden Lebenswillen verloren haben. Jeder von uns hat innere Kämpfe auszufechten, von denen andere vielleicht nie etwas erfahren.

Seite 405

Hailee und Chase sind mir unheimlich sympathisch. Man leidet mit ihnen mit, und ihre Freundschaft zu Lexi, Clayton, Eric, Charlotte und sogar Shaine (!) hat mich oft zu Tränen gerührt. Das sind wahre Freunde! Sogar Hailees Eltern konnte ich verstehen und ich glaube, dass ihre Handlungsweisen unglaublich authentisch, wenn auch nicht immer richtig waren. Jeder Mensch hat Fehler und ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, wieso sie so und nicht anders gehandelt haben.


Fazit

„Flying high“ konnte mich noch mehr von sich überzeugen als „Falling fast“. Obwohl insgesamt weniger im Buch passiert, hat es mich zu Tränen gerührt wie sonst kaum ein Buch zuvor, weshalb es für mich ein absolutes Jahreshighlight ist!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Rezension: »Inferno« von Dan Brown

Hey meine Lieben!

Weil mein Vater mit mir unbedingt am Wochenende den Film zu „Inferno“ gucken will, musste ich schnell handeln und habe mir das E-Book in meiner Onleihe ausgeliehen.

Bei dem Buch handelt es sich um den vierten Teil der Reihe rund um Robert Langdon, weshalb es sein kann, dass unbeabsichtigt ein paar kleinere Spoiler zu den vorherigen Teilen auftreten.


Inhalt

Mein Geschenk ist die Zukunft. Mein Geschenk ist die Erlösung. Mein Geschenk ist … Inferno

Robert Langdon, Harvard-Professor für Symbolologie, erwacht mit einer Schusswunde in einem Krankenhaus in Florenz und kann sich nicht an die letzten Tage erinnern. Doch viel Zeit zur Erholung bleibt ihm nicht, denn nach einem Anschlag muss er mit der jungen Ärztin Sienna Brooks in deren Wohnung flüchten. Dort stellt sich heraus, dass Langdon dabei war, die versteckte Botschaft hinter einem jahrhundertealten Gemälde zu Dantes „Inferno“ zu entschlüsseln. Die Spur führt sie in den Palazzio Vecchio, wo sie sich von Dantes Totenmaske konkretere Hinweise erhoffen, doch diese ist gestohlen worden. Nun beginnt eine Jagd durch halb Europa, bei der Langdon die Maske wiederfinden und einen perfiden Plan vereiteln muss.


Allgemeine Informationen

Titel: Inferno

Autor: Dan Brown

Genre: Thriller

Format: E-Book

Seiten: 552 (auf meinem E-Reader)

Verlag: Bastei Lübbe

Reihe / Band: Robert Langdon / Band 4

gelesen: 01.04.20 bis 07.04.20


Meine Meinung

Die Gestaltung

Das Cover des E-Books entspricht der Aufmachung des Filmes, was mich schon ein wenig gestört hat. Ich finde die Print-Ausgaben viel schöner, da sie alle einheitlich zueinander passen. Aber wie sagt man doch: Don’t judge a book by its cover.

„Manchmal fehlt es dem außergewöhnlichen Geist an emotionaler Reife.“

Seite 261

Die Gestaltung im Inneren ist aber dafür umso besser. Die Kapitel an sich sind sehr schlicht gehalten, aber wie auch in den anderen Büchern der Reihe rund um den Symbolologen Robert Langdon finden sich zwischendurch ein paar Grafiken und auch Diagramme, sowie zum Inhalt passende Gedichtverse, die beispielsweise in Spiralenform abgedruckt wurden. Auch wurde die Schriftart bei den Worten, die in einem Film gesprochen wurden, der im Laufe von Langdons „Ermittlungen“ eine sehr zentrale Rolle einnimmt, abgeändert, sodass ein klarer Kontrast erkennbar war.

Auch Wörter und Phrasen in anderen Sprachen sowie Fachbegriffe wurden in kursiv gedrucktem Text dargestellt, wodurch das Gesamtbild einheitlich und doch sehr clever durchdacht wirkte.


Der Erzählstil

Dan Brown ist bekannt für seinen einerseits sehr spannungsgeladenen Schreibstil durch seine feinfühlige Wortwahl, und andererseits besonders auffälligen Hang zu ausführlichen Erklärungen. Hier das richtige Maß zu finden, ist nicht immer einfach, und das hat Dan Brown in diesem Buch (leider) deutlich gezeigt.

Auf der einen Seite hat sich Dan Brown wunderbar darauf verstanden, mich als Leserin mitzureißen und Spannung aufzubauen, wo eigentlich kaum Spannung war. Dadurch bin ich geradezu durch die Seiten geflogen, und besonders gestern habe ich deshalb mehr als 30 Kapitel am Stück gelesen, was schon eine beträchtliche Leistung ist. Gleichzeitig war seine Art zu Schreiben sehr intellektuell angehaucht, passend also zu Robert Langdons Hintergrund als Harvard-Professor für den fiktiven Beruf Symbolologie. Ja, richtig gehört, den Beruf als Symbolologe hat sich Brown frei ausgedacht und gibt es nicht in der Realität. Zwar habe ich anfangs auch geglaubt, dass einfach Symbologe falsch geschrieben wurde, bis ich die Wahrheit erkannt habe – und leider wird dieser Irrtum, der sicherlich vielen Lesern von Dan Browns Thrillern gar nicht erst auffällt, nur durch den Verlag unterstützt, da in den Klappentexten immer von Symbologie statt von Symbolologie gesprochen wird. So viel aber nur als Anmerkung, falls ihr verwirrt sein solltet.

„Die Entscheidungen, die wir in unserer Vergangenheit gefällt haben, sind die Architekten der Gegenwart.“

Seite 26

Also, da ich ein wenig abgeschweift bin, noch mal zurück zu dem Punkt, den ich hatte ansprechen wollen: Der Schreibstil wirkt sehr intellektuell, da man von Dan Brown durch die Kunstgeschichte Italiens geführt wird, ohne dass es merklich langweilig wird. Die Verbindung von Mystik, Action und Historie ist Brown hier fantastisch gelungen, da alles sehr spannend ineinander verzweigt war, sodass man keine imaginären Trennwände dazwischen ziehen konnte. Außerdem kann man das Buch somit in keine der typischen Schubladen stecken. Trotzdem waren die Ausführungen teilweise zu langatmig, da einige Absätze geradezu überquellen mit Daten, Namen und Fachwörtern, die man sich einzig aus dem Kontext erschließen kann – oder eben auch nicht.

„Niemand ist stolzer als der, der sich für immun hält gegenüber den Gefahren der Welt.“

Seite 258

Und an dieser Stelle schließe ich mich jetzt einfach mal den vielen anderen Rezensenten des Buches an, die diesen Punkt ebenfalls mit in ihre Bewertung haben einfließen lassen, denn die Recherchearbeit, die Dan Brown hier und in jedem anderen seiner Bücher geleistet hat, ist wirklich beeindruckend. Er hat sich umfassend über Architektur, Kunst, Literatur, Geschichte und Kultur informiert und dieses Wissen an den Leser weitergegeben, der nach dem Lesen des Buches auf jeden Fall ein Stückchen schlauer ist als vorher – anders geht es gar nicht. Zudem sind im Laufe der Story keinerlei Logikfehler aufgetreten, und selbst die zuvor erwähnten langwierigen Beschreibungen wurden sehr spannend rübergebracht, sodass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass das Buch ohne diese nicht so gut wäre wie ohne.


Die Handlung

Wahrscheinlich habt ihr jetzt schon gemerkt, dass ich über „Inferno“ einiges zu sagen habe – und ich bin noch lange nicht fertig damit, meine Gedanken hier aufzuschreiben.

„Wenn nicht wir, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann sonst?“

Seite 196

Obwohl das Buch sehr historisch geprägt ist und auf viele Ereignisse und Persönlichkeiten der Historie anspielt, umfasst es doch auch eine sehr aktuelle Thematik, die zudem sehr sozialkritisch ist. Überbevölkerung und Bioterror sind hier nur zwei Beispiele, die in der Geschichte behandelt werden, und das auch sehr ausführlich, auch wenn man bis zur Hälfte noch lange nicht das ganze Ausmaß davon erahnt. Besonders in Zeiten der Corona-Krise ist das Thema von „Inferno“ sehr interessant, aber weiter will ich nicht darauf eingehen, weil ich nicht vorweggreifen will. Auch die philosophische Richtung des Transhumanismus wird angesprochen. Ich bin mir sicher, dass viele von euch jetzt große Fragezeichen über ihren Köpfen schweben haben und sich denken „hä?“, weshalb ich mal kurz erklären will, worum es beim Transhumanismus geht. Der Transhumanismus ist eine moderne Philosophie, die die Beschleunigung der Evolution thematisiert. Okay, Beschleunigung ist wahrscheinlich nicht die richtige Bezeichnung, da die Anhänger des Transhumanismus, der mit dem Symbol H+ abgekürzt wird, fest davon überzeugt sind, die Menschheit habe die Pflicht, ihre Evolution durch Gentechnik und Genmanipulation (also durch Abänderung des Genmaterials im menschlichen Körper) fortzuführen. Ihr merkt also schon an meiner Erklärung, dass das Thema ziemlich komplex ist, und trotzdem hat Dan Brown es geschafft, dieses und gleichzeitig noch viele dazugehörige Themen, wie eben die Überbevölkerung und der Bioterrorismus, in sein Buch einzubringen, ohne dass es langweilig wird.

Hierbei greift Dan Brown aber nicht vor und sagt mit seiner Beschreibung, was der Leser von den Themen zu denken hat. Nein, stattdessen werden die Leser selbst zum Nachdenken über Ethik und Moral aufgefordert und angeregt, wodurch das Buch auch nachhaltig schwer beeindruckt. Das heißt also, Dan Brown hat es geschafft, Unterhaltungsliteratur und Wissenschaft in seinem Buch zu vereinen und dadurch einen sozialkritischen Hintergrund zu schaffen, der viel zu wenig in der Welt und besonders der Politik besprochen wird.

„Ich bin euer Erlöser.
Ich bin der Schatten.
Ich bin das Tor zum Posthumanen Menschen.“

Seite 176

So, nun möchte ich aber mal das Gerede über die wissenschaftlichen und sozialkritischen Aspekte so stehenlassen und mehr auf die actionreiche Handlung eingehen.

Sehr auffällig ist gleich zu Beginn, dass das Buch keinen chronologischen 3-Akt-Aufbau (Anfang, Hauptteil, Schluss) besitzt, sondern mitten in der Geschichte anfängt. Dies ist eine willkommene Abwechslung, da der Leser durch Robert Langdons Amnesie keinerlei Ahnung hat, worauf die Geschichte letztendlich herausläuft. Trotzdem weiß der Leser zwischendurch mehr als der Protagonist, da nicht jedes Kapitel aus dessen Sicht erzählt wird.

„Mitgefühl ist eine universale Sprache.“

Seite 180

An dieser Stelle möchte ich einmal vorweggreifen und direkt zu meinen Gedanken über das Ende des Buches kommen (ohne zu spoilern, versteht sich!): Im Grunde genommen habe ich kein Problem mit offenen Enden, aber in diesem Fall hat es mich irgendwie gestört, weil es so rüberkam, als wären letztendlich alle Bemühungen, die die Charaktere auf sich genommen haben, um das Rätsel zu lösen, komplett umsonst gewesen. Außerdem wird die Geschichte auf den letzten hundert Seiten immer vorhersehbarer, wodurch die Story selbst ein bisschen schwächelt.

Vorher gibt es jedoch immer wieder unerwartete Plot-Twists, die die Spannung ins Unermessliche steigern, aber leider ist das Grundgerüst mal wieder genau das gleiche wie in jedem anderer Robert-Langdon-Bücher von Dan Brown. Dadurch wirkte das Buch auf der einen Seite recht eintönig und auf der anderen sehr interessant, weil man unbedingt wissen will, was anders ist.

„Ich fürchte den Tod nicht, denn der Tod verwandelt Visionäre in Märtyrer und noble Ideen in machtvolle Bewegungen.“

Seite 335

Die Charaktere

Hier will ich direkt an den vorherigen Absatz anschließen, denn ich komme sofort zu meinem nächsten Kritikpunkt. Leider scheint es nämlich, als hätte sich kaum etwas geändert in Langdons Verhalten seit er in „Illuminati“ seinen ersten Fall abgeschlossen hat. Damit meine ich genauer gesagt: Es wirkt, als hätte er sich überhaupt nicht weiterentwickelt. Seine Reaktionen erwecken den Anschein, als sei dies das erste Rätsel, das Langdon je aufbekommen hat, da überhaupt keine Verweise auf die vorherigen Bücher vorhanden sind. Dadurch fehlt es besonders ihm als Protagonist ein wenig an Tiefe. Außerdem waren seine Fähigkeiten und Kenntnisse trotz seines fiktiven Berufs als Professor für Symbolologie oft sehr weit hergeholt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er trotz seines akademischen Grades über jede einzelne Person und jede einzelne Dichtung und jedes einzelne Kunstwerk der italienischen Kultur und Geschichte Bescheid weiß.

„Die Wahrheit offenbart sich nur durch die Augen des Todes.“

Seite 186

Die restlichen Charaktere sind sehr vielschichtig gestaltet. Besonders Sienna, der Provost und selbst Bertrand Zobrist überraschen immer wieder auf ganzer Ebene. Es ist nie ganz sicher, wer in diesem Fall eigentlich wirklich der Böse ist, und ich glaube, einige Charaktere wissen selbst nicht, welche Seite die richtige und welche die falsche ist. Aber noch mal zu Sienna, die eine meiner Lieblingscharaktere in dem Buch geworden ist: Ich fand ihre Persönlichkeit wirklich faszinierend und sehr sympathisch, aber leider blieb ein kleines Extra unbeachtet: sie hat einen IQ von 208 und trotz ihrer Schauspiel-Fähigkeiten, die sie bereits als Kind unter Beweis gestellt hat, wie man sehr früh in der Geschichte erfährt, sind die Erklärungen über ihr Verhalten teilweise ziemlich lahm. Ich meine, natürlich liegt ein IQ von 208 noch im Bereich des Möglichen, aber dass sie dadurch kaum Verhaltensauffälligkeiten bei der Interaktion mit anderen Menschen aufweist, ist schon ein Aspekt, der mich trotz ihrer zugegebenermaßen traumatischen Vergangenheit sehr gestört hat.


Fazit

„Inferno“ ist ein Pageturner, der Wissenschaft und Unterhaltungsliteratur miteinander vereint und gleichzeitig sehr sozialkritische und actionreiche Handlungen beinhaltet. Das Buch regt zum Nachdenken an und trotz einiger Kritikpunkte hat mir das Lesen sehr viel Spaß gemacht. Und ganz zum Schluss noch mal ein Zitat, das absolut wahr ist:

„Wenn es um den Zustand der Welt ging, dann war Verleugnung zu einer Pandemie geworden.“

Seite 548

Meine Bewertung

Gestaltung: 4/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Nach dem Buch freue ich mich sehr auf den Film, den ich morgen mit meiner Familie schauen werde, und vielleicht werde ich dazu auch noch eine kurze Kritik hier auf dem Blog verfassen – aber lasst euch einfach überraschen.


Liebe Grüße,

Rezension: »Das Böse in deinen Augen« von Jenny Blackhurst

Ich habe diesen Psychothriller irgendwann mal bei den Mängelexemplaren gesehen, und weil mich das Cover sofort angesprochen hat, hab ich mir auch gleich den Klappentext durchgelesen, und als meine Mutter dann noch gesagt hat, dass Jenny Blackhurst eine ihrer Lieblingsautorinnen ist, war es um mich geschehen. Tja, also mal wieder so was ähnliches wie Liebe auf den ersten Blick, was? xD


Inhalt

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen.

Wirklich?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das ihre Hilfe benötigt, nachdem es seine Familie bei einem Brand verloren hat. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann ereignet sich ein mysteriöser Todesfall – und Imogen fürchtet, dass es ein großer Fehler war, Ellie zu vertrauen …


Bibliografie

Titel: Das Böse in deinen Augen
Autorin: Jenny Blackhurst
Genre: Psychothriller
Format: Paperback
Seiten: 428
Verlag: Bastei Lübbe
gelesen: 26.02.20 bis 29.02.20


Über die Autorin

Jenny Blackhurst ist seit frühester Jugend ein großer Fan von Spannungsliteratur. Die Idee für einen eigenen Roman entwickelte sie nach der Geburt ihres ersten Kindes; inzwischen ist sie eine erfolgreiche Autorin, deren Romane in verschiedenen Sprachen erscheinen. Ihre ersten beiden Thriller „Die stille Kammer“ und „Das Mädchen im Dunkeln“ standen wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Shropshire, England.


Meine Meinung

Das Cover

Wie bereits erwähnt, war das Buch beinahe so etwas wie ein Coverkauf. Aber es sieht doch auch wunderschön aus, oder nicht? Auf Fotos ist es schwierig rüberzubringen, aber die Schrift glänzt silbern und ist deshalb nicht aus jedem Blickwinkel gut zu erkennen, was den Special Effect noch mal deutlich hervortreten lässt.

Der Käfig mit der Motte, von deren Flügeln Blut tropft, passt perfekt zur Handlung, wenn man mal ein bisschen zwischen den Zeilen liest. Der Käfig hat sich mir zu Anfang noch nicht so ganz erschlossen, das mit der Motte war schon etwas offensichtlicher, aber dennoch passt das Cover wirklich großartig und sieht dabei auch noch wirklich toll aus.


Der Erzählstil

Ich wusste anfangs nicht, was ich von dem Schreibstil zu erwarten hatte. Das Buch war das erste, das ich von Jenny Blackhurst gelesen habe, also hatte ich noch keinerlei Erfahrungen die Autorin betreffend. Und ich weiß auch nicht, was ich erwartet habe, aber ich war wirklich überrascht, dass die Kapitel aus der Sicht von Imogen aus der Ich-Perspektive geschrieben wurden und die Kapitel aus Hannahs und Ellies Sicht in der dritten Person.

„Schlimme Dinge passieren schlechten Menschen, Ellie, und du sollst wissen, dass du mir nichts vormachst. Ich weiß nicht, wie du das mit den Spinnen abgezogen hast, aber ich werde dich von jetzt an auf Schritt und Tritt beobachten, solange du hier bist. Und ich werde dafür sorgen, dass es nur noch kurze Zeit ist.“

Seite 123

Trotzdem war meine Überraschung positiver Art. Tatsächlich war ich beeindruckt, wie lebhaft und überzeugend der Erzählstil war, da ich von Thrillern meist etwas anderes, distanzierteres gewohnt bin. Die Wortwahl war wirklich feinfühlig, die Autorin hat sich wunderbar darauf verstanden, Gefühle auszudrücken und Dinge zu offenbaren, ohne jedoch diesen Hauch des Unnatürlichen, des beinahe schon Paranormalen, zu verlieren, der in dem Buch besonders die Charaktere prägt.


Die Handlung

Ich muss zugeben, dass ich schon zu Anfang wirklich gespannt war, was es mit Ellie auf sich hat. Das Mädchen hat mir zwischendurch tatsächlich Angst eingejagt und einige Dinge, die sie getan oder vielmehr gesagt hat, waren ziemlich gruselig. Die Gänshaut war an einigen Stellen also wirklich vorprogrammiert.

Es ist wirklich erstaunlich, wie die Autorin es geschafft hat, mich mithilfe ganz einfacher Spannungselemente immer wieder auf eine andere Fährte zu locken. Ellie hatte wirklich einige sehr traumatische Ereignisse in der Vergangenheit und anfangs war ich der gleichen Meinung wie die Protagonistin Imogen. Diese musste ihren alten Job kündigen, bevor sie gefeuert wurde, woraufhin sie zurück in ihren Geburtsort zieht, an den sie fast ausschließlich schlechte Erinnerungen hat. In ihrem neuen Job bekommt sie dann den Fall von Ellie – und eigentlich soll sie das Mädchen nur an einen passenden Psychologen empfehlen. Doch Ellie erinnert sie an sich selbst als Kind und sie gräbt tiefer, als es ihr in ihrer Stelle erlaubt ist … sie setzt also schon wieder ihren Beruf aufs Spiel, um einem Kind zu helfen.

„Manchmal ist es einfach schön, jemanden zu haben, dem man Sachen erzählen kann, selbst wenn es nicht sofort irgendwas ändert.“

Seite 136

Im Dorf munkelt man über Ellie, sie sei eine Hexe und könne Dinge tun, die sie nicht tun dürfte und dass sie Sachen wisse, die sie nicht wissen dürfte. Denn immer, wenn Ellie wütend auf jemanden ist, passieren schreckliche Dinge mit den Menschen, die sie gegen sich aufgebracht haben …

Wie bereits erwähnt, war ich anfangs der Meinung von Imogen – dass Ellie einfach ein traumatisiertes Mädchen ist, das Beständigkeit und Liebe braucht. Irgendwann hat Ellie sogar selbst angefangen zu glauben, dass sie diejenige ist, die diese schrecklichen Dinge geschehen lässt, die um sie herum passieren. Daraufhin zog sich die Handlung leider etwas in die Länge, aber während dieser Zeit hatte ich eine Vermutung, wer hinter dieser ganzen Geschichte stecken könnte. Und leider hat sich diese Vermutung am Ende auch bewahrheitet.

„Sie müssen gut aufpassen, und vor allem, legen Sie sich nicht mit Ellie Atkinson an.“

Seite 186

Zwischendurch gab es aber noch mal eine sehr unerwartete Wendung, als Imogen etwas passiert ist, das augenscheinlich mit ihrem vorherigen Streit mit Ellie zusammenhing … und in dieser Zeit habe selbst ich daran gezweifelt, ob es wirklich eine „natürliche“ Erklärung für die ganzen Geschehnisse in dem Dorf gab, oder ob das Buch vielleicht doch ein paar Fantasyelemente aufweist.

Hinterher hat sich alles aber ganz „normal“ aufgelöst, nur hatte ich eben schon recht früh geahnt, was passieren würde.


Die Charaktere

Imogen war eine sehr vorbelastete Protagonistin, da sie in ihrer eigenen Kindheit wirklich viel durchmachen musste, und es hat mich wirklich überrascht, wie nach und nach mehr über sie und ihren Charakter sowie ihre Vergangenheit ans Licht kam. Ich wurde einige Male von ihr überrascht, konnte sie aber auch sofort verstehen, wenn sie mal Wutausbrüche hatte. Außerdem glaube ich, dass es auf der Welt mehr Frauen wie sie braucht, die für das kämpfen, an das sie glauben, und die nicht einfach so aufgeben, weil ihr Chef ihnen sagt, dass sie das tun sollen. Sicher kann es sein, dass sie einige Male nicht ihrem Beruf und ihrer Qualifikation nach gehandelt hat, aber das hat sich am Ende ja doch ausgezahlt.

„Manchmal muss man einfach sich selbst retten.“

Seite 371

Ellie war mir anfangs ein wenig unheimlich, aber trotzdem sympathisch. Wie bereits erwähnt, hatte ich am Anfang gar nicht das Gefühl, dass sie irgendwas mit den Dingen zu tun haben könnte, die im Dorf passiert sind. Die Autorin hat Ellie wirklich gut rübergebracht, besonders dafür, dass sie ja noch ein elfjähriges Mädchen ist und es einigen Autoren sicherlich schwerfällt, aus der Sicht eines so jungen Charakters zu schreiben. Bei so jungen Charakteren in Büchern finde ich es aber insgesamt immer ein bisschen schwierig, weil sie selten ihrem Alter entsprechend handeln. Ich meine, wenn ich an ein elfjähriges Mädchen denke, dann habe ich immer die Assoziation eines Kindes, das noch nicht so viel versteht, aber wenn ich mir einige gleichaltrige Kinder vor Augen führe, die ich persönlich kenne (wie bspw. meine Cousine), dann wird mir erst bewusst, dass auch Kinder im Alter von elf Jahren schon sehr viel verstehen, und genau das hat Jenny Blackhurst wirklich gut rübergebracht.


Fazit

„Das Böse in deinen Augen“ ist ein recht seichter Thriller, der jedoch viel mit Psychologie zu tun hat und wirklich an den Grundsätzen der Gesellschaft rüttelt, da einige wirklich problematische Dinge angesprochen werden, über die man vielleicht gar nicht so nachdenkt, wenn man nicht darauf hingewiesen wird. Zwischendurch hat sich das Buch jedoch etwas in die Länge gezogen und die ganze Sache mit der Hexerei fand ich teilweise ziemlich komisch. Außerdem war das Ende so, wie ich es mir bereits gedacht habe, was den Spannungseffekt leider etwas gemindert hat, aber ansonsten hat mir das Buch ganz gut gefallen.


Meine Bewertung

Cover: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐



Kauft ihr euch manchmal Bücher einfach, weil ihr das Cover so schön findet?

Viele Grüße,

Rezension: »Noah« von Sebastian Fitzek

Eine weitere Rezension zu einem Buch, das ich bereits im November 2019 beendet habe. Dieses Mal handelt es sich um ein Hörbuch; eines meiner ersten Hörbücher überhaupt.


Inhalt

Er kennt seinen Namen nicht. Er hat keine Ahnung, woher er kommt. Er kann sich nicht erinnern, warum er in Berlin ist, seit wann er hier auf der Straße lebt. Die Obdachlosen, mit denen er umherzieht, nennen ihn Noah: Dieser Name ist in seinen rechten Handballen tätowiert. Für Noah wird die Suche nach seiner Identität zu einem Alptraum. Denn wie es scheint, ist er das wesentliche Schlüsselelement in einer globalen Verschwörung, die bereits zehntausende Opfer gefordert hat und nun die gesamte Menschheit bedroht …


Bibliographische Daten

Titel: Noah
Autor: Sebastian Fitzek
Sprecher: Simon Jäger
Genre: Psychothriller
Format: Hörbuch
Verlag: Lübbe Audio
Sprache: Deutsch
gehört: 14.10.19 bis 24.11.19

Erster Satz: »Zur Geburt Jesu Christi lebten dreihundert Millionen Menschen auf unserem Planeten.«


Meine Meinung

Wie das Cover eines guten Thrillers ist auch »Noah« sehr geheimnisvoll und mysteriös gestaltet, mit einem Gruselfaktor, der eindeutig in die Geschichte passt. Zwar wirkt die Aufmachung eher wie die für einen Horrorthriller, was »Noah« eigentlich nicht ist, aber doch macht sie neugierig und zieht mit Sicherheit viele Menschen in ihren Bann – so war es schließlich auch bei mir.

Da ich das Buch gehört und nicht gelesen habe, kann ich schlecht sagen, ob es irgendwelche Rechtschreib- oder Tippfehler gab. Allerdings kann ich sagen, dass mir die Art, wie das Buch geschrieben ist, sehr gut gefallen hat. Ich kenne Fitzeks Schreibstil schon ganz gut und war sofort mitgerissen von der Raffinesse, mit der er die Sprache bei Charakteren aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ändert. Das ist mir auch in einigen anderen seiner Bücher bereits aufgefallen, beispielsweise »Amokspiel«.

Die Idee des Buches gefällt mir auch sehr gut, vor allem, weil sie eine sehr aktuelle Thematik beinhaltet, und zwar die Überbevölkerung der Erde ebenso wie die Leiden der Menschen in Entwicklungsländern – und das, während die Staaten, die über eine gute Wirtschaft verfügen, viel zu verschwenderisch mit dem, was sie haben, umgehen. So gesehen hat mich also allein schon die Grundidee des Thrillers überzeugt, aber auch alles andere, was dazugehört, konnte mich mitreißen.

Noah war ein sehr interessanter Protagonist, da ich als Zuhörerin nie mehr über ihn wusste als er über sich. Ich habe mit ihm zusammen nach seiner Identität gesucht, als wären wir eine Person gewesen, obwohl er ja eigentlich „nur“ eine fiktive Figur ist. Auch Oskar war mir von vornherein sympathisch, auch wenn er mir zum Ende hin auch ein bisschen zwiegesichtig vorkam. Dies hat sich jedoch mit der einen Szene geändert, die ich nicht näher hier erläutern werde, weil ich sonst einen der größten Spoiler überhaupt raushauen würde. Es sei nur so viel gesagt: In dieser einen Szene habe ich tatsächlich ein paar Tränen vergossen, weil sie mich so sehr berührt hat.

Die Handlungsstränge waren sehr ineinander verzwickt. Ich habe genauso wie Noah und Oskar darüber nachgegrübelt, wo die Zusammenhänge zwischen den ganzen Geschehnisse liegen, und nach und nach hat sich in meinem Kopf ein Bild manifestiert. Doch sobald Noah die nächste Entdeckung gemacht hat, wurde diese Vorstellung wieder bis in ihre Grundfesten erschüttert und ich musste von Neuem anfangen, bis irgendwann gar nichts mehr Sinn ergeben hat.

Die letztliche Auflösung der ganzen Geschichte war dann wieder eine komplette Kehrtwende, die mich völlig fassungslos zurückgelassen hat. Ich wäre niemals darauf gekommen, dass DAS die Lösung des Rätsels war! Deshalb zählt die Schlüsselszene auch zu denen, die ich am meisten mochte, weil sie mich am meisten aus der Bahn geworfen hat und definitiv den Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatte.

Fazit

Bisher war »Noah« einer der besten Fitzeks, die ich je gelesen bzw. in diesem Fall gehört habe. Das Leseerlebnis war nicht nur nervenaufreibend, sondern auch emotional uhd mitreißend, sodass bei mir das erste Mal die Tränen geflossen sind, obwohl es sich bei dem Buch um einen Psychothriller handelt.