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Rezension: »Silo« von Hugh Howey

Nach drei Monaten bin ich dann auch endlich mal dazu gekommen, »Silo« von Hugh Howey zu beenden. Ich selbst habe das Buch auf Englisch gelesen, wo es »Wool« heißt. »Silo« ist der erste Teil einer gleichnamigen Trilogie und lässt sich als Dystopie einordnen.


Inhalt

In einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Bildquelle: Thalia

Titel: Silo
Originaltitel: Wool
Autor: Hugh Howey
Übersetzung: Gaby Wurster, Johanna Nickel
Genre: Dystopie
Seiten: 560
Verlag: Piper
Reihe: Silo / Bd. 1
Erscheiungsdatum: 10.06.2014
ISBN: 978-3-492-30503-7
Preis: 12,00


Meine Meinung

Natürlich gibt es einen Grund, weshalb ich für das Buch dann doch so lange gebraucht habe. Dieser Grund ist aber keinesfalls, dass mir das Buch nicht gefallen hat, sondern ganz einfach, dass es recht anspruchsvoll geschrieben ist. Auch das würde ich aber nicht wirklich als Kritikpunkt auffassen, weil es in diesem Fall einfach zum Buch passte. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob es im Deutschen ebenfalls recht anspruchsvoll zu lesen ist. Dennoch muss ich dem Buch zugute halten, dass ich trotz des Schreibstils bzw. der vielen Fremdwörter, keine großen Verständnisschwierigkeiten hatte.

Besonders interessant finde ich das Buch vor allem, wenn ich auch die Hintergrundgeschichte mit in den Blick nehme. Und zwar ist das Buch in insgesamt fünf Kurzgeschichten gegliedert, die ursprünglich alle einzeln ausschließlich als E-Book und im Selfpublishing erschienen sind. Da die Kurzgeschichten jedoch auch im direkten Zusammenhang miteinander stehen und aufeinander aufbauen, fand ich die Zusammenführung von diesen zu einem gesamten Buch sehr gut gelungen.

Am beeindruckendsten am ganzen Buch fand ich das Worldbuilding. Die Atmosphäre hat perfekt zu diesem komplex ausgearbeiteten Setting einer dystopischen Zukunft gepasst, war bedrückend, aber nie so richtig düster. Wobei ich auch sagen muss, dass mich gerade die Tatsache, dass die Welt so komplex ist, zwischendurch recht verwirrt hat. Ich habe im Grunde erst mal eine Weile gebraucht, um wirklich alles zu verstehen.

Trotz einiger Längen ab und an wurde das Buch aber tatsächlich auch nie langweilig, weil es aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Da gibt es zum Einen Juliette, die ab der dritten Kurzgeschichte die Protagonistin des Buches ist. Die ersten beiden Kurzgeschichten werden aus der Sicht von ganz anderen Personen erzählt, die danach auch nicht mehr auftauchen, aber trotzdem eine große Rolle für die Entwicklung der Geschichte spielen. Und zwischendurch gibt es dann immer noch ein paar Sichtwechsel, die das Ganze sehr viel facettenreicher gestalten.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass die Protagonist*innen alle ein unterschiedliches Alter hatten. Juliette beispielsweise war mitte dreißig, wenn ich mich nicht irre, Lukas war jünger als sie, und alle anderen älter. So geht das Buch auch gleichzeitig über mehrere Generationen hinweg, was echt gut umgesetzt wurde.

Nun aber zu meinen zwei größten Kritikpunkten. Zum einen war mir Juliette als Protagonistin viel zu perfekt. Sie hat immer das Richtige getan, hatte die richtigen Moralvorstellungen, das richtige Weltbild, war intelligent und begabt, und so weiter und so fort. Schwächen hat sie eigentlich keine gezeigt, wodurch sie für mich nicht sonderlich authentisch rüberkam.

Zum anderen blieben die Charaktere irgendwie sehr oberflächlich. Der Fokus der Geschichte lag eindeutig auf der Welt an sich, die Charaktere waren da nur Mittel zum Zweck, um die Handlung zu erzählen, und das hat man leider sehr stark gemerkt. So konnte ich mich in keine einzige Figur hineinversetzen, musste immer von Neuem raten, wie die jeweilige Person in einer bestimmten Situation handeln würde. Auch war mir nicht ganz klar, wie genau es zu der doch recht engen Beziehung zwischen Juliette und Lukas kam. Am Anfang waren sie flüchtige Bekannte, dann haben sie gefühlt zweimal miteinander geredet, und auf einmal war die Rede von Liebe. Da ging mir einiges zu schnell.


Fazit

Im großen Ganzen kann ich »Silo« allen Dystopie-Fans ans Herz legen. Allein für das Worldbuilding lohnt es sich, das Buch zu lesen. Dennoch konnte es mich aber nicht auf ganzer Linie überzeugen, ich hoffe, das ändert sich mit den zwei darauffolgenden Teilen noch.

Empfehlung

Rezension: »Behind your Scars« von Tanya Bush

Endlich, endlich, endlich gibt es ein neues Buch von der wunderbaren Autorin Tanya Bush! Ich durfte dieses Mal wieder eine ihrer Ninja Readers sein und freue mich so, so sehr, dass ich das Buch gemeinsam mit ein paar anderen Bloggerinnen lesen durfte und jetzt auch rezensieren kann. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich es schon kaum mehr erwarten, bis »Promise you’ll be there« erscheint, Tanyas neuer Urban Fantasy Roman. Ach ja, und auf den zweiten Teil von »Behind your Scars« freue ich mich natürlich ebenfalls!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir kostenlos von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Das ändert nichts an meiner Bewertung.


Inhalt

Ein Neuanfang – das ist es, was Holly sich von ihrem Studium am Winterdale College erhofft, nachdem ein tragischer Unfall ihrem scheinbar perfekten Leben ein Ende gesetzt hat. Als sie dort auf Tyler trifft, der sich mit seiner offenen und warmherzigen Art immer mehr in ihr gebrochenes Herz schleicht, scheinen sich tatsächlich all ihre Hoffnungen zu erfüllen. Wäre da nicht noch Simon, Hollys einstige große Liebe, der in Tylers dunkelster Vergangenheit wühlt, um dieses Glück zu zerstören …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Behind your Scars
Autorin: Tanya Bush
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 392
Verlag: Selbstverlag
ASIN: B098B34L7J
Reihe: Behind your Past / Bd. 1
Preis (E-Book): 3,99 €


Meine Meinung

Also, wo soll ich anfangen? Schreibstil, Handlung, Charaktere? Eigentlich egal, weil es alles aufs gleiche hinausläuft, nämlich dass ich das Buch einfach nur großartig fand! Aber gut, irgendwie muss ich meine Meinung ja begründen, wegen konstruktive Kritik und so. Und natürlich, weil ich möchte, dass ALLE dieses Buch hier lesen!

»Behind your Scars« ist das, was ich selbst als richtig guten New Adult Liebesroman bezeichnen würde. Die Geschichte von Holly und Tyler ist herzzerreißend und fesselnd und auf ihre ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Ich würde sogar sagen, dass sie einzigartig ist – was man von vielen anderen New Adult Romanen nicht gerade behaupten kann (was an sich aber auch nichts Schlimmes ist, sofern man keine andere Ansprüche hat).

Mit Holly hat Tanya eine starke Protagonistin erschaffen, die ich gerne mal im echten Leben treffen würde. Sie hat natürlich an dem zu knabbern, was ihr in der Vergangenheit zugestoßen ist, aber sie lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, bleibt stark und richtet sich nach Tiefschlägen immer wieder auf, und das ist wirklich bewundernswert. Viele von uns können sich an Holly eine Scheibe abschneiden.

Na ja, und Tyler ist eben nicht der Bad Boy, sondern vielmehr ein Good Guy. Und zwar einer von der tollen Seite, überhaupt nicht klischeebehaftet, liebenswert und ebenso wie Holly mit einer Vergangenheit, die ihn stark geprägt hat. Auch er ist ein sehr starker Charakter, und ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht aus seiner Perspektive zu lesen (obwohl ich mich bei manchen Szenen schon gefragt habe, was er so gerade denkt xD).

Kurzum: Von den Charakteren konnte mich Tanya auf jeden Fall überzeugen. Ach ja, Ashley und Jayden sollte ich auch noch kurz erwähnen, damit die beiden sich nicht hinter meinem Rücken zusammentun und einen Eimer Wasser über mir ausleeren. Ashley ist Hollys beste Freundin und ich glaube, als solche macht sie sich auch ziemlich gut. Sie unterstützt Holly auch dann, wenn sie wütend auf sie ist, und sie stupst sie häufig in die richtige Richtung. Genau wie Jayden das bei Tyler macht.

So, jetzt zum Schreibstil. Eigentlich sollte Tanya bereits wissen, wie sehr ich ihren Schreibstil mag, aber ich schreibe das hier ja nicht nur für sie, sondern auch für mich und alle, die diese Rezension lesen. Von daher wiederhole ich mich gerne: Tanya schreibt einfühlsam und super humorvoll, weshalb ich während des Lesens oft lachen, aber auch weinen musste. Ach ja, und verzweifelt bin ich auch das ein oder andere Mal, wie es sich gehört. Nur am Anfang sind mir zwei-drei Tippfehler aufgefallen, die aber überhaupt nicht dramatisch sind.


Fazit

Ich denke, man kann über »Behind your Scars« sagen, dass es eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen ist, authentisch, mit allen Höhen und Tiefen und natürlich auch spannend und emotionsgeladen. Nur wegen der kleinen Tippfehler gibt es einen halben Stern Abzug hier auf meinem Blog, aber da sie für mich nicht so extrem schwer ins Gewicht fallen, werde ich auf Goodreads und Co. aufrunden. (Mehr dazu im Menü unter „Bewertungssystem“).

Rezension: »Die Bestimmung« von Veronica Roth

Hallo ihr Lieben!

Im Februar habe ich als allererstes meine Schullektüre beendet, nämlich „Divergent“ von Veronica Roth. Das ist die englische Ausgabe von der bekannten dystopischen Reihe „Die Bestimmung“. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob der erste Teil einer Reihe sich so gut als Schullektüre eignen würde, aber das war tatsächlich kein Problem. Vielmehr entsprach das Buch nicht ganz meinen Erwartungen …

Die Rezension ist natürlich auf Deutsch geschrieben, auch wenn ich den Klappentext und die allgemeinen Angaben aus dem Englischen übernommen habe. Viel Spaß beim Lesen!


Inhalt

Three flying birds … One for each member of the family I left behind.

Sixteen-year-old Tris is forced to make a terrible choice. In a divided society where everyone must conform, Tris does not fit. So she ventures out alone, determined to discover where she truly belongs. Shocked by her brutal new life, Tris can trust no one. And yet she is drawn to a boy who seems to both threaten and protect her. The hardest choice lies ahead.

»Taut and shiveringly exciting«

MELISSA MARR, bestselling author of WICKED LOVELY

»A heart-pounding debut«

KIERSTEN WHITE, bestselling author of PARANORMALCY

»Haunting vision of the future«

JAMES DASHNER, bestselling author of THE MAZE RUNNER

Bibliografie

Titel: Divergent
Autorin: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Seiten: 487
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0-00-742042-1
Reihe: Divergent / Bd. 1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Um fair zu sein, das Buch ist im Grunde nicht mal schlecht. Vermutlich gefällt es mir nicht so extrem gut, weil ich mich im Unterricht viel damit beschäftigt habe und gefühlt alles durchanalysieren musste, bis es mir nicht mehr gefiel, weil mir mal wieder negative Dinge aufgefallen sind.

Der Anfang fiel mir etwas schwer, weil ich mich erst mit dem Schreibstil von Veronica Roth anfreunden musste. Nach einigen Kapiteln war ich dann aber auch drin in der Geschichte, da der Schreibstil an sich wirklich einfach gehalten ist – trotzdem würde ich jemandem, der noch nicht so viele englische Bücher gelesen hat, nicht raten, zu diesem zu greifen. Bei Dystopien und Fantasy-Büchern tauchen gleichermaßen viele neue Begriffe auf, die meist nicht direkt erklärt werden, sondern die man sich selbst irgendwie anhand des Geschriebenen herleiten muss. Und da es sich bei „Divergent“ um eine Dystopie handelt, waren diese ganzen Begrifflichkeiten am Anfang noch recht verwirrend, und erst ca. ab der Hälfte habe ich komplett verstanden, welche Fraktion für welche Eigenschaften steht, etc.

Damit ihr gleich nicht auch in meiner Rezension verwirrt seid, was denn die ganzen Begriffe bedeuten, möchte ich kurz die dystopische Welt erklären, in der Tris lebt. Und zwar lebt sie im futuristischen Chicago (was man im Buch nicht erfährt – das musste ich googlen). Dort herrscht ein vollkommen anderes Bild der Gesellschaft als noch heute, denn die Bevölkerung ist in sogenannte Fraktionen (engl. Factions) aufgeteilt worden. Jede einzelne Fraktion zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus. Demnach ist Abnegation eine Fraktion, deren Mitglieder selbstlos sind und keinen Gedanken an sich selbst verschwenden. Tris ist in Abnegation aufgewachsen, doch bei einer Zeremonie (engl. Choosing Ceremony) muss jeder Teenager wählen, welcher Fraktion er letztendlich beitreten möchte. In der neuen Fraktion sind die Teenager noch keine offiziellen Mitglieder. Vorher müssen sie die Initiation durchlaufen, was im Grunde so etwas wie ein Aufnahmetest ist.

An sich ist die Idee dieser futuristischen Welt gar nicht so schlecht, nur leider etwas zu schlecht durchleuchtet. So erfährt man kaum etwas darüber, wie genau es zu der Aufteilung in unterschiedliche Fraktionen kam – das wird nur manchmal kurz angerissen, aber nie detailliert erklärt. Somit war diese Gesellschaftsordnung für mich nicht plausibel genug und ich konnte sie nicht mit der heutigen Welt in Verbindung setzen, weil das Zwischenstück gefehlt hat; das zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wie sie in „Divergent“ dargestellt wird.

Zugegeben, die erste Hälfte des Buches war auch ziemlich … nichtssagend. Ich gestehe, dass ich da mehr erwartet habe, aber das ginge vermutlich jedem von uns so. Ich hatte gehofft, dass sich die Geschichte nach den ersten eher langweiligen Kapiteln ein bisschen bessern würde, doch das ist dann eben erst ab der zweiten Hälfte passiert. Vorher war alles irgendwie ein Hin und Her, das keinen Mehrwehrt für den Verlauf der Handlung hatte.

Trotzdem fiel es mir leicht, mich mit Tris als Protagonistin zu identifizeren. Einerseits, weil sie ungefähr in meinem Alter ist (nur ein Jahr jünger), und andererseits, weil ich sie im Grunde recht sympathisch fand. Zumindest anfangs. Hinterher dann nicht mehr, weil sie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl hatte und von sich selbst immer nur schlecht gedacht hat, während gleichzeitig gefühlt alle Jungs um sie herum auf sie standen und sie wirklich gute Fortschritte während der drei Phasen der Initiation gemacht hat.

Doch während Tris recht tiefgründig ausgearbeitet war, genau wie Four, wirkten die Nebencharaktere ziemlich eindimensional. Über sie wurde nicht viel geschrieben, sodass ich auch nicht viel über sie erfahren konnte. Wäre das anders gewesen, dann hätte ich mich vielleicht auch mit Christina, Will oder Al anfreunden können, doch so blieben sie mir zu flach, während sich die Freundschaft zwischen Christina und Tris immer mehr in etwas Toxisches verändert hat.

Dennoch wurde die ganze Geschichte ab der zweiten Hälfte des Buches endlich spannender, was nicht nur daran lag, dass es einige Plot-Twists gab, die ich so nicht erwartet habe. Man hat mehr über Four erfahren (auch wenn ich schon vorhersehen konnte, wie sein richtiger Name lautete und wer er tatsächlich ist), und die Beziehung zwischen ihm und Tris ging tiefer. Und das meiner Meinung nach nicht zu schnell und nicht zu langsam, wobei Tris gerade gegen Ende hin sehr authentisch war, wie ich finde, als sie mit Four über ihre Beziehung gesprochen hat.

Der Showdown wirkte auf mich dann wieder etwas zu gehetzt, als hätte die Autorin keine Lust mehr, dem Buch ein wirklich würdiges Ende zu geben. Im Grunde spielte sich der ganze Krieg an nur einem einzigen Tag ab, was nicht sehr realistisch ist, wie ich finde, da trotzdem so unglaublich viele Dinge passiert sind.

Eines der wichtigsten Merkmale von Dystopien ist, dass sie eine futuristische Welt beschreiben, während gleichzeitig etwas in der Gegenwart kritisiert wird. Diese Kritik an der Gegenwart kam in „Divergent“ leider nicht gut zur Geltung, und war insgesamt auch eher schwach. Ich kann im Nachhinein nur aus dem Plot ableiten, dass wohl die Ständegesellschaften und das Schubladendenken Hauptaugenmerk der Kritik sein sollten, aber wie schon erwähnt, kam das nicht deutlich genug rüber.

Ich weiß natürlich nicht, ob einige der Dinge, die ich hier kritisiert habe, in den nächsten beiden Teilen der Reihe erläutert werden. Ich bin mir aber auch gar nicht so sicher, ob ich das noch erfahren möchte. Vermutlich werde ich einfach nur die Filme schauen, denn weder der zweite noch der dritte Teil der Reihe reizen mich zurzeit. Vielleicht kann mich ja jemand vom Gegenteil überzeugen?


Fazit

Ich glaube, das Hauptproblem, das ich mit „Divergent“ hatte, war, dass es mir insgesamt zu flach für eine richtig gute, mitreißende Dystopie war. Viele hypen das Buch, ich gehöre aber nicht dazu, denn ich habe einfach zu viele Kritikpunkte, und die Hälfte des Buches war ich einfach nur gelangweilt von der Geschichte.

Rezension: »Wie Monde so silbern« von Marissa Meyer

Hallo ihr Lieben!

Endlich komme ich mal wieder dazu, euch mit neuen Rezensionen zu versorgen. Bald steht meine Facharbeit an, und für die habe ich die Luna-Chroniken gelesen, weil ich auf diese zurückgreifen möchte. Es geht um antagonistische Frauenbilder in Märchen früher und heute. Na ja, Anfang Februar hab ich deshalb die vier Bücher der Reihe gelesen, und ich bin mir sicher, dass einige von euch die Rezensionen dazu interessieren werden.


Inhalt

Cinder lebt mit ihren Stiefschwestern bei ihrer schrecklichen Stiefmutter und versucht verzweifelt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Doch als eines Tages niemand anderes als Prinz Kai in ihrer Werkstatt auftaucht, steht Cinders Welt Kopf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie auf dem großen Schlossball ihren Höhepunkt finden. Cinder schmuggelt sich dort ein und verliert mehr als nur ihren Schuh …


Bibliografie

Titel: Wie Monde so silbern
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzung: Astrid Becker
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Seiten: 381
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31528-1
Reihe: Luna-Chroniken / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Für alle, die es nicht wissen: die Luna-Chroniken sind im Grunde Märchenadaptionen von den Kinder- und Hausmärchen „Aschenputtel“, „Rotkäppchen“, „Rapunzel“ und „Schneewittchen“ der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm. Der erste Teil „Wie Monde so silbern“ ist angelehnt an „Aschenputtel“, und zwar an das Original und nicht an „Cinderella“. Letzteres kann ich sowieso nicht leiden, also war ich da schon mal ziemlich froh drüber.

Sie nahmen ihr die schönen Kleider weg, zogen ihr einen alten grauen Mantel an und gaben ihr hölzerne Schuhe.

Das Buch ist aufgeteilt in vier „Bücher“, die jeweils mit einem Zitat aus Aschenputtel beginnen. Die habe ich auch mit hier in die Rezension eingebaut. Im ersten Teil lernt man, wie schon aus dem Zitat herauszuhören ist, die Protagonistin näher kennen. Und das ist auch gut so, denn ich hätte anfangs niemals damit gerechnet, dass Cinder ein Cyborg ist, der zu 36% aus Metall und Elektronik besteht. Die Cyborg-Sache wird von Anfang an thematisiert, deshalb zähle ich das nicht als Spoiler.

Linh Cinder ist jedoch, im Gegensatz zum echten Aschenputtel, eine Vollwaise, die von dem Wissenschaftler Linh Garan adoptiert wurde, nachdem ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Zumindest hat man ihr genau das erzählt, und sie zweifelt auch keinen Augenblick daran, dass diese Geschichte stimmt, denn warum sonst sollte man sie mit elf Jahren operiert und zu einem Cyborg gemacht haben? Am Ende erfährt man jedoch Weiteres über ihre Herkunft, wozu ich deshalb noch nicht allzu viel sagen möchte.

Die Welt, in der Cinder lebt, ist futuristisch und in einige wenige große Zusammenkünfte von Staaten aufgeteilt. Sie selbst lebt im Asiatischen Staatenbund in der Hauptstadt Neu Peking, wo sie schließlich auf den Kronprinzen Kaito, genannt Kai, trifft. Dieser taucht plötzlich in ihrer Werkstatt auf, weil er gehört hat, Cinder sei die beste Mechanikerin der Stadt. Er möchte, dass sie seine bereits veraltete Androidin Nainsi repariert, da diese sehr wichtige Informationen hat, die auf gar keinen Fall in die falschen Hände kommen dürfen.

In der Werkstatt wird Cinder von der Androidin Iko unterstützt, die ich sofort liebgewonnen habe. Sie ist die beste Freundin von Cinder, welche sie gewissermaßen vor ihrer Stiefmutter Adri schützt, weil Ikos Persönlichkeitschip einige Fehler aufweist.

Abends, wenn sie sich müde gearbeitet hatte, kam sie in kein Bett, sondern musste sich neben dem Herd in die Asche legen.

Beim Lesen ist stark aufgefallen, dass es einige Abweichungen vom Märchen über Aschenputtel gibt. Zwar ist Cinder gewissermaßen ein Opfer der Gesellschaft, da Cyborgs auf der Erde kaum Rechte haben, aber auf der anderen Seite ist sie eine starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lässt. Trotzdem wirkt sie durch ihre leichte Naivität nicht unrealistisch, sondern im Gegensatz sehr authentisch, sodass ich mich gut in sie hineinversetzen konnte.

Um weiter mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zu machen: Ja, Cinder hat tatsächlich gewissermaßen eine böse Stiefmutter und zwei Stiefschwestern. Eigentlich ist Adri aber nicht ihre Stiefmutter, sondern ihr Vormund, und Cinder ist als Cyborg ihr Mündel. Mit Pearl, der ältesten Tochter von Adri, versteht sich Cinder nicht gut, dafür aber umso mehr mit Peony.

Das Dreiergespann aus Adri, Pearl und Peony bereitet sich in dem Buch auf den Ball vor, den Prinz Kaito gibt, weil Adri hofft, dass ihre älteste Tochter eine gute Partie machen kann. Peony ist die einzige, die sich für Cinder einsetzt, obwohl diese gar kein großes Verlangen danach hat, mit auf den Ball zu kommen. Außerdem wird Adri nicht als gefühlskalt beschrieben, sondern ist sogar einigermaßen tiefgründig ausgearbeitet, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

Es hilft dir alles nichts: Du kommst nicht mit, denn du hast keine KLeider und kannst nicht tanzen; wir müssten uns deiner schämen.

Eine große Rolle in der Geschichte spielt auch die Blaue Pest, die die Erde heimsucht. Ebenso erfährt man etwas über Levana, die Königin von Luna. Diese ist wie viele Lunarier dazu in der Lage, andere Leute um sich herum das sehen oder fühlen zu lassen, was sie möchte. Das ist jedoch kein Fantasy-Aspekt, sondern wird in der Geschichte durch Bioelektrizität und genetische Veränderungen erklärt.

Ich finde es wirklich gut gelungen, wie am Ende alles zusammenläuft, und auch der Perspektivwechsel zwischen Cinder, Kai und Doktor Erland bringt Abwechslung rein.

Das Ende macht neugierig auf mehr, obwohl der Cliffhanger nicht so extrem ist, wie ich es gerne bei Reihen mag.

Der Königssohn hatte aber eine List gebraucht und die ganze Treppe mit Pech bestreichen lassen: Da war, als sie hinabsprang, der linke Pantoffel des Mädchens hängengeblieben.

Kommen wir nun zu meiner Kritik (die nächste Rezension werde ich kürzer fassen, versprochen!).

Ich fand es anfangs recht schwer, mich in der Geschichte und in der Welt zurechtzufinden. Es wird in den ersten Kapiteln mit Namen um sich geworfen, die mir zu dem Zeitpunkt noch überhaupt nichts gesagt haben, was ich ein bisschen schade fand. Trotzdem hat es sich ja am Ende gelohnt, weiterzulesen.

Auch die Beziehung zwischen Cinder und Kai hat sich meiner Meinung nach etwas zu schnell entwickelt. Die beiden sehen sich nicht häufig, und auf einmal vertrauen sie einander. Dazu kommen unzählige Geheimnisse, die am Ende scheinbar alles zerstören, was zwischen den beiden aufgebaut wurde. Die Tatsache war jedoch auch verantwortlich dafür, dass ich sofort im zweiten Teil weitergelesen habe.

Auch war die Storyline an sich recht vorhersehbar, da sie sich – mal von den paar Unterschieden abgesehen – sehr nah am echten Märchen von Aschenputtel entlanggehangelt hat. So konnte ich das Ende schon vorhersehen, und viele andere Wendungen ind er Geschichte auch.


Fazit

„Wie Monde so silbern“ ist ein toller Auftakt für eine großartige Reihe, auch wenn es ein paar Dinge gab, die mich doch arg gestört haben.

Rezension: »Die Verratenen« von Ursula Poznanski

Hallöle ihr Lieben!

Ich habe ja schon des Öfteren hier erwähnt, dass ich in letzter Zeit sehr gerne Dystopien lese (und auch schaue), weshalb ich auch schon zu einer weiteren gegriffen habe, dieses Mal zum ersten Teil der Eleria-Trilogie von Ursula Poznanski, die ganz nebenbei eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen ist. Bisher hat mir keins ihrer Bücher nicht gefallen (nur Thalamus fand ich eher mittelmäßig, es war aber trotzdem nicht schlecht), also war ich sehr gespannt auf dieses Buch …


Inhalt

Vertraue niemandem. Denn jemand will deinen Tod. Es könnte jeder sein.

Eine Welt, die perfekt und gerecht erscheint. Sechs Studenten, die dachten, sie kennen die Wahrheit. Doch plötzlich sind sie auf der Flucht, verraten, verfolgt und dem Schicksal ausgeliefert.

Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlichen gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Aber sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.


Bibliografie

Titel: Die Verratenen
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 461
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7546-8
Reihe: Eleria-Trilogie / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

„Die Verratenen“ ist der Auftakt der Eleria-Trilogie von Ursula Poznanski, und die Reihe lag schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Unter anderem, weil ich die Bücher von der Autorin so gut finde und mich das Thema sofort angesprochen hat.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist wie immer grandios und einfach sowie flüssig zu lesen. Ihre Wortwahl hat perfekt zur Geschichte sowie dem Setting gepasst, das übrigens richtig gut gewählt wurde. Die futuristische Welt, die Ursula Poznanski geschaffen hat, mit ihrem Sphärenbund und den „Prims“, den Außenbewohnern, ist einfach sehr gut ausgearbeitet, wodurch keine Lücken oder Logikfehler vorhanden sind.

Am Anfang war es allerdings schon ein bisschen verwirrend, weil man sich erst noch in der Welt von Ria, Aureljo, Tomma und Co. zurechtfinden musste. Da wurde man quasi unvorbereitet in die Geschichte geworfen und musste sich alles selbst zusammenreimen, wobei das an sich gar nicht mal soo schlecht war. Ein bisschen das Gehirn anstrengen und so. Na ja, trotzdem wäre es ganz schön gewesen, ein bisschen mehr erklärt zu bekommen – beispielsweise habe ich erst ab der Hälfte verstanden, was genau ein Vitro ist, aber was es mit den Abstammungsklassen auf sich hat, habe ich mir immer noch nicht ganz zusammengereimt. Es blieben also durchaus ein paar offene Fragen, die hoffentlich in den nächsten zwei Teilen beantwortet werden.

Die Charaktere waren bis auf Ria selbst eher oberflächlich ausgearbeitet, was aber gar nicht mal so schlimm war. Schließlich sollte man sich als Leser selbst Gedanken darum machen, wer jetzt der Verräter in der Gruppe bestehend aus Ria, Aureljo, Tomma, Dantorian, Tycho und Fleming ist. Tatsächlich habe ich auch durchgängig damit gerechnet, dass eine bestimmte Person der Verräter ist, aber letztendlich war es dennoch jemand anderes.

Ria selbst war mir sympathisch, auch wenn ich ihr Verhalten gegenüber Tomma oft grenzwertig und nicht sonderlich einfühlsam fand. Aber das lag eben auch an ihrer Erziehung. Tomma war mir eher so semi-sympathisch, während ich Aureljo überhaupt nicht mochte. Tycho fand ich cool, er erinnert mich ein bisschen an Luc aus der Lux-Reihe. Was Dantorian und Fleming angeht, habe ich die beiden nie so richtig durchschauen können, vielleicht erfahren wir ja in den nächsten zwei Teilen noch ein bisschen was über sie.

Die Gefühle von Ria waren sehr bildlich beschrieben und somit auch nachvollziehbar, insbesondere, weil man wusste, wie sie aufgewachsen ist. Die Beziehung zwischen Ria und Aureljo hat wenig Platz eingenommen, obwohl sie auf jeden Fall vorhanden war – allerdings habe ich nicht ganz verstanden, weshalb die beiden ein Paar sind, weil da eben so wenig drüber geschrieben wurde.

Ich würde nicht behaupten, das Buch sei super spannend gewesen, weil das nicht so ganz stimmt. Ich finde, „interessant“ trifft es eher. Oder auch „faszinierend“. Die Spannung selbst war irgendwie unterdrückt, als wolle sie nicht ganz an die Oberfläche treten, und so hat das ganze Drumherum viel mehr ausgemacht als in anderen Büchern. Das fand ich wirklich gut von der Umsetzung her, da mir die Spannung auch gar nicht gefehlt hat. Trotzdem war es auch mal möglich, das Buch ein-zwei Stunden aus der Hand zu legen oder womöglich sogar noch länger.


Fazit

Der Auftakt der Eleria-Trilogie ist wirklich gut, wenn auch nicht überragend. Ich mochte es sehr, in die Geschichte abzutauchen und diese neue Welt zu erkunden, aber komplett packen konnte sie mich nicht. Ich freue mich aber trotzdem sehr auf den zweiten Band, weil am Ende etwas passiert ist, das mich neugierig auf mehr macht.

Rezension: »Vicious – Das Böse in uns« von V. E. Schwab

Hallöchen an alle!

Nachdem ich dieses Hörbuch im September angefangen habe, bin ich endlich durch! Ich habe einige Zeit schlicht nicht weitergehört, weil ich stattdessen mit anderen Dingen beschäftigt war, aber das ändert nichts daran, dass ich „Vicious“ einfach großartig finde!


Inhalt

V. E. Schwabs neue Bestseller-Serie ist ein übernatürlicher Fantasy-Thriller – düster, cool und blutig.

Victor Vale und Eli Ever wollen sterben. Allerdings nicht, um tot zu bleiben, sondern um mit außergewöhnlichen Fähigkeiten wieder aufzuerstehen. Als junge, brillante Medizinstudenten wissen sie genau, was sie tun. Sie planen das Experiment minutiös und haben Erfolg: Beide kommen verwandelt wieder ins Leben zurück. Eli entwickelt eine erstaunliche Regenerationskraft und wird praktisch unsterblich, Victor kann anderen Schmerz zufügen oder nehmen.

Was sie nicht unter Kontrolle haben, ist die Tragödie, die durch ihr Experiment ausgelöst wird. Denn Superkräfte allein machen keine Helden …

»Eine brillante Erkundung des Superheldenmythos und ein fantastischer Rache-Thriller.«

The Guardian

Bibliografie

Titel: Vicious – Das Böse in uns
Autorin: V. E. Schwab
Übersetzung: Petra Huber, Sara Riffel
Sprecher: Jacob Weigert
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 21 Min.
Verlag: Argon Hörbuch
Reihe: Villains / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Zunächst einmal muss ich das Setting loben, das V. E. Schwab hier geschaffen hat. Zwar spielen die Bücher im 21. Jahrhundert, aber irgendwie hat es die Autorin geschafft, die ganze Atmosphäre düster und mysteriös wirken zu lassen. Das liegt mitunter auch an den eigentümlichen Charakteren, die sie hier erschaffen hat.

Jeder einzelne Charakter ist tiefgründig ausgearbeitet. Über jede neu hinzukommende Figur erfährt der Leser irgendwann aus deren Sicht mehr über die Vergangenheit; insbesondere über den Tod, der in einem zweiten Leben mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit resultierte. ExtraOrdniäre (EOs) werden sie dann genannt, und genau zu diesen EOs werden auch Victor und Eli nach einigen Experimenten.

Das Buch ist hauptsächlich aus Victors Sicht erzählt, allerdings nie aus der Ich-Perspektive. Zwischendurch kamen immer mal wieder andere PoVs dazu, aber der Schwerpunkt lag eindeutig auf Vic und Eli. Die beiden haben auf jeden Fall einen gewaltigen Knacks weg, aber ihre so schockierenden Ansichten haben die Geschichte erst noch geheimnisvoller gemacht. So konnte ich nie wirklich die Absichten des jeweils anderen erraten, auch wenn ich mehr auf Vics Seite stand als auf der von Eli. Wer das Buch kennt, weiß, was ich meine.

Durch viele Zeitsprünge und Zeitangaben vor den jeweiligen Kapiteln, die auf den Showdown am Ende hingewiesen haben (beispielsweise hieß es dann „2 Wochen vorher“ oder so), gab es sehr viele verschiedene Handlungsstränge aus der Vergangenheit, die sich aber alle in der Gegenwart zusammengefügt haben. Außerdem gab es einen durchgehenden Spannungsbogen und keine offenen Fragen am Ende.

Der Schreibstil von V. E. Schwab hat mich auf jeden Fall von sich überzeugen können, ebenso wieder der Sprecher des Hörbuchs, Jacob Weigert. Ich werde definitiv noch mehr Hörbücher hören, die er liest.


Fazit

„Vicious – Das Böse in uns“ ist der herausragende erste Teil der „Villains“-Reihe von V. E. Schwab und ist von mir eine absolute Leseempfehlung und ein Highlight!

Rezension: »Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?« von Lina Frisch

Hey-ho alle zusammen!
Die Rezensionen kommen jetzt alle ein bisschen vermischt, weil ich die letzten ausstehenden noch nicht geschrieben habe, aber dieses Buch habe ich zuletzt beendet und ich möchte gerne jetzt schon die Rezi dazu veröffentlichen. Seht es mir nach 😉


Inhalt

Bist du rational oder emotional?

Die Frage, die über dein Leben entscheidet …

Nach einer großen Katastrophe sind die USA zu den Gläsernen Nationen geworden. Endlich ist Schluss mit Diskriminierung, Populismus und impulsiven Entscheidungen! Die Menschen werden in Ratio oder Senso eingeteilt – und zu ihrem eigenen Schutz unterliegen die Emotionalen strengen Auflagen.
Als die 16-jährige Skye zu ihrer Testung einberufen wird, ist sie überzeugt, als mustergültige Rationale erkannt zu werden, der eine glänzende Zukunft bevorsteht.
Doch die Prüfungen sind verstörend, und Skye fragt sich immer häufiger, welchem Zweck sie in Wahrheit dienen. Wer ist der mysteriöse Testleiter, der ihr auf Schritt und Tritt folgt? Und wohin verschwinden die Mädchen, die im täglichen Ranking abfallen? Zu ihrem Entsetzen muss Skye erkennen, wer in den Gläsernen Nationen den Preis für die neue Ordnung zahlen soll: sie selbst …


Bibliografie

Titel: Falling Skye – Kannst du deinem Verstand trauen?
Autorin: Lina Frisch
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63344-0
Reihe: Falling Skye / Bd. 1
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Hält man das Buch das erste Mal in den Händen, fällt sofort dieses wunderschöne Cover auf. Die Farben harmonieren großartig miteinander und der Kristall, der abgebildet ist, passt perfekt zum Hintergrund der Geschichte. Auch die Schrift sieht hervorragend aus und das umgekehrte E verleiht dem ganzen noch einen eigenen Touch. Das einzige, was ich nicht so mag, ist, dass die Person auf dem Kristall uns den Kopf zudreht. Ich bin nur manchmal ein Fan von Gesichtern auf Covern und dieses Mal finde ich es leider ein wenig unpassend.

Lina Frisch ist eine sehr junge Autorin – umso mehr überrascht hat mich ihr großartiger Schreibstil. Zwar hält Lina Frisch sich von ausschweifenden Erklärungen und komplizierten Satzgebilden fern, aber dadurch ist ihr Buch auch sehr flüssig und schnell zu lesen. Man muss sich nicht sonderlich anstrengen, um mitzubekommen, was genau passiert, was ein großer Pluspunkt für das Leseerlebnis ist. Insgesamt sind mir im ganzen Buch nur ein oder zwei kleine Rechtschreib- beziehungsweise Grammatikfehler aufgefallen, die aber auch Tippfehler sein können und nicht allzu dramatisch sind.

Von der Handlung her finde ich „Falling Skye“ wirklich gut gelungen. Unsere Protagonistin Skye Anderson lebt in den Gläsernen Nationen, die ehemals die USA waren. Geführt werden die Nationen von der Kristallisierungspartei; diese hat sich während des sogenannten großen Skandals vor einigen Jahren durchgesetzt und bewegt, dass sich jede/r Jugendliche der Gläsernen Nationen ab einem bestimmten Alter kristallisieren lassen muss. Dazu wird er/sie einen Monat lang in einem bestimmten Zentrum in verschiedenen Kategorien getestet, um festzustellen, ob er/sie entweder rational oder emotional ist. So soll Diskriminierung vermieden werden und ein besseres Zusammenleben und Ergänzen in der Gesellschaft entstehen.

Die Welt, die Lina Frisch erschaffen hat, ist fantastisch und sehr detailreich ausgearbeitet, weshalb es mir großen Spaß gemacht hat, mit Skye mehr über die Geschichte der Gläsernen Nationen zu erfahren. Dabei wurde auch Rücksicht auf die fortgeschrittene Zeit genommen, wobei nie ein bestimmtes Jahr genannt wird, was die Geschichte zu einem zeitlosen Vergnügen macht. Auf der einen Seite gibt es bereits hochintelligente neue Erfindungen wie beispielsweise die Checks, die jede/r Expektant/in im Zentrum erhält, auf der anderen jedoch auch noch Smartphones und Technologien, die wir heute ebenfalls benutzen.

Zwischendurch gab es in der Geschichte jedoch ein paar kleine Ungereimtheiten, die mir aufgefallen sind. Zum einen fand ich es merkwürdig, wie schnell Skye ihr Misstrauen gegenüber dem Testleiter Alexander abgelegt hat, wobei sie vorher doch wirklich nicht wusste, ob er nicht vielleicht auch einfach ein Test für sie sein soll, um sie in ihrem Glauben an die Gläsernen Nationen zu erschüttern. Auch fand ich es sehr merkwürdig, dass sie auf der einen Seite so intelligent dargestellt wurde, auf der anderen Seite aber die ganzen Zusammenhänge erst so viel später als ich als Leserin entdeckt hat. Dadurch war das Ende für mich weniger spannend als vielmehr vorherzusehen.

Dennoch bin ich sehr gespannt, wie es im zweiten Teil weitergeht. Während sich in „Falling Skye“ alles darum dreht, wie Skye die Wahrheit über die Machenschaften der Regierung erfährt, gehe ich mal davon aus, dass der Fokus in „Rising Skye“ eher auf dem Widerstand durch Skye und einige andere Charaktere liegt, die wir im ersten Teil bereits kennenlernen durften.


Fazit

„Falling Skye“ ist eine spannende Dystopie, die mitreißend und detailreich von Lina Frisch erzählt wird. Es gibt ein-zwei kleine Kritikpunkte, die ich an der Geschichte rund um Skye habe, doch diese liegen im Auge des Betrachters und sind für einige wahrscheinlich weniger deutlich als vielleicht für mich. Besonders das Setting konnte mich umhauen und ich freue mich schon, irgendwann einmal den zweiten Teil „Rising Skye“ zu lesen.