Archiv der Kategorie: Thriller

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Rezension: »Fürchtet euch« von Wiley Cash

Mein erstes Buch im Oktober ist wieder eins gewesen, das schon lange auf meinem SuB lag…


Inhalt

In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche »geheilt« werden.
Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall.
Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe.


Bibliographische Daten

Titel: Fürchtet euch
Autor: Wiley Cash
Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 348
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-19443-8


Meine Meinung

Ich bin mir nicht sicher, was genau ich von dem Buch erwartet habe, möglicherweise sogar gar nichts. Ich glaube, ich bin relativ unvoreingenommen in die Geschichte gestartet, weil ich bisher keine anderen Meinungen zu dem Buch gehört habe.

»Fürchtet euch« ist auf seine Art ein sehr einzigartiges Buch mit einer einzigartigen Atmosphäre und einer ebenso einzigartigen Erzählweise. Ich hätte tatsächlich nicht angenommen, dass dies Cashs Debüt ist. Das Mysteriöse, das sofort im ersten Kapitel Einzug in die Geschichte erhält, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Anfang war aber auch allgemein sehr vielversprechend.

Erzählt wird das Buch aus drei Sichtweisen. Zum einen wäre da Jess Hall, der 9-jährige Bruder des verstorbenen Stump. Leider war Jess nicht wirklich altersgerecht dargestellt. Er wirkte zu abgeklärt, geradezu weitsichtig. Er wusste für einen 9-Jährigen einfach Dinge, die fie meisten erst sehr viel später begreifen können.

Außerdem wurde das Buch auch aus der Sicht von Adelaide Lyle erzählt, einer über 90-jährigen ehemaligen Hebamme, die für ihr Alter noch sehr fit ist – sowohl körperlich als auch geistig. Ihr wurde bei der Ausarbeitung der Charaktere scheinbar sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, was sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Und zuletzt wäre da noch der Sheriff des Dorfes. Dieser blieb mir charakterlich ein bisschen zu eintönig und flach, die Emotionen spielten bei ihm in den Kapiteln eine eher untergeordnete Rolle.

Doch auch, wenn es an manchen Stellen der Charakterausarbeitung ein wenig gehakt hat, kann ich nicht leugnen, dass das Buch trotz seiner Vorhersehbarkeit und des Fehlens von Nervenkitzel und Spannung dennoch sehr intensiv erzählt wurde und somit einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zudem hat diese Intensität auch dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen musste.

Am Ende hat es sich Cash meiner Meinung nach dann aber doch ein bisschen sehr einfach gemacht; er hat sich im Grunde davor gedrückt, die Frage nach der Schuld, die am Ende offen bleibt, zu beantworten. Gerade das hätte ich aber in dem Zusammenhang noch besonders interessant gefunden.

Fazit

Da ich relativ ohne Erwartungen angefangen habe das Buch zu lesen, kann ich nicht behaupten, ich wäre sonderlich enttäuscht worden. Überrascht aber auch nicht, leider. Alles in einem ist »Fürchtet euch« eine sehr intensive, einfühlsame Geschichte, die man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.

Rezension: »Leichenblässe« von Simon Beckett

Teil 3 der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter ist somit auch beendet. Und er war meines Erachtens mal wieder richtig gut!!

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »David Hunter«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen beiden Bänden, »Die Chemie des Todes« (Teil 1) und »Kalte Asche« (Teil 2), auftreten.


Inhalt

Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …


Bibliographische Daten

(Quelle: Weltbild)

Titel: Leichenblässe
Originaltitel: Whispers of the Dead
Autor: David Hunter
Übersetzung: Andree Hesse
Erzähler: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 46 Min.
Verlag: argon Hörbuch
ASIN: B00DL7ITWU
Reihe: David Hunter / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 7,99 €


Inhalt

Die einzelnen Teile der Reihe bauen chronologisch aufeinander auf und greifen nur in einigen Kleinigkeiten das Privatleben des Protagonisten David Hunter betreffend ineinander. Dementsprechend lassen sich die einzelnen Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es sein kann, dass dadurch einige Anekdoten nicht ihren eigentlichen Sinn entfalten.

David selbst ist mir mittlerweile ein liebgewonnener Charakter geworden, auch wenn ich einige seiner Gedanken nicht teilen kann und er im Grunde genommen keine großartige Entwicklung durchmacht. Er hat einige Schicksalsschläge erlitten, die insbesondere in Band 1 »Die Chemie des Todes« tiefgründiger behandelt werden.

Zu Beginn des Buches hat David gerade erst die Trennung von seiner Freundin Jenny hinter sich, die er in »Die Chemie des Todes« kennengelernt hat. David selbst hadert deshalb noch mit sich, einerseits ist da seine Liebe zu Jenny, andererseits sein Beruf, welcher der Grund für die Trennung ist. Leider kam mir in diesem Teil aber sein Privatleben irgendwie zu kurz, der Trennungsschmerz wurde nur kurz mal erwähnt, ansonsten wurde nicht näher darauf eingegangen, wo doch die ersten zwei Teile schon recht tiefgründig für Thriller waren.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch zum Einen der Schreibstil von Simon Beckett bzw. allgemein die Art, wie er die Geschichte übermittelt. Er schafft eine einzigartige, beklemmende Atmosphäre mit Charakteren, bei denen ich mich sofort wohlgefühlt habe. Außerdem werden durch Davids Spezialgebiet der forensischen Anthropologie immer wieder Fakten und Informationen geliefert, die meist den Tod selbst betreffen, aber natürlich den Umständen geschuldet auch den Verwesungsprozess des Menschen. Das hatte auf der einen Seite einen bitteren Beigeschmack, weil ich als Leserin immer wieder mit dem konfrontiert wurde, das die Menschen seit jeher am meisten fürchten, nämlich dem Tod. Andererseits fand ich diese nüchternen Informationen in ihrer morbiden Art schon wieder faszinierend.

Ein scheinbar wiederkehrendes Muster in den Büchern der Reihe ist der eine Polizist, der die Ermittlungen führt und sich durch Davids Anwesenheit in seiner Machtposition angegriffen fühlt, weil er plötzlich nicht mehr derjenige ist, der die Kontrolle über die Situation hat und sich auf die Ratschläge eines anderen verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich dieses Muster auch in den weiteren Teilen noch fortführt.

Die Handlung selbst konnte mich sehr von sich überzeugen. Ich habe keine der Wendungen erahnen können, und das, obwohl ich im Gegensatz zu David bereits wusste, welches Ziel und welche Gedanken der Mörder die ganze Zeit über verfolgt hat, weil es zwischendurch immer mal wieder kurze Kapitel gab, in denen der Mörder der Erzähler war. Besonders an diesen Kapiteln war, dass ich als Leserin direkt angesprochen wurde, als stecke ich selbst in der Haut des Täters, was sofort für Gänsehauteffekte gesorgt hat.

Die letzte Wendung zum Schluss hat mich noch mal völlig umgehauen, auch wenn ich sagen muss, dass das Ende insgesamt runder abgeschlossen war als das der vorherigen zwei Teile, bei denen es schon eher mehr oder weniger fiese Cliffhanger waren.

Das einzige, was ich so richtig kritisieren kann, ist die Art, mit der von einigen Menschen gesprochen wird – gerade bezüglich Äußerlichkeiten -, sowie die Verwirrung meinerseits im Mittelteil, als so viele unterschiedliche Charaktere vorkamen, dass ich ein- oder zweimal den Überblick verloren habe.


Fazit

Ich mochte den dritten Teil der Reihe rund um Dr. David Hunter wirklich sehr gerne. »Leichenblässe« ist eine gelungene Fortsetzung mit einem weiteren mysteriösen und gleichzeitig faszinierenden Mordfall, dessen Auflösung mich von Anfang an gefesselt hat.

Rezension: »Kalte Asche« von Simon Beckett

Tatsächlich habe ich es am 31. Mai 2021 noch geschafft, um 20:00 Uhr das neunte Buch für den Monat zu beenden! Und zwar mit einem ganz einfachen Trick, ich habe nämlich einfach das Hörbuch in doppelter Geschwindigkeit gehört, und ganz ehrlich? Ich hätte es mir schlimmer vorgestellt, ich habe trotzdem alles noch verstanden, Gefühle kamen rüber, etc. Werde ich ab jetzt also öfter so mit Hörbüchern machen.

»Kalte Asche« ist der zweite Teil der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter, kann aber auch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Trotzdem würde ich raten, zuerst »Die Chemie des Todes« zu lesen bzw. hören, weil in diesem Buch doch einige Anekdoten gemacht wurden, die im ersten Band erklärt werden. In dieser Rezension kommen jedoch keine Spoiler zu Band 1 vor.


Inhalt

Asche zu Asche, Staub zu Staub, Leben zu Tod

Asche ist alles, was von ihr übrig geblieben ist. Fast alles. Als der Rechtsmediziner David Hunter die Überreste der Frau in einem verfallenen Cottage auf der schottischen Insel Runa zum ersten Mal erblickt, weiß er sofort: Dieser Tod war kein Unfall. Er will seine Erkenntnisse dem Superintendent mitteilen, doch die Leitung bleibt tot. Ein Sturm hat die Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Da geschieht ein weiterer Mord …

»Gruseliger geht’s kaum.«

BILD

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Kalte Asche
Autor: Simon Beckett
Übersetzung: Andree Hesse
Sprecher: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: ca. 10 Std. 44 Min.
Verlag: argon Hörbuch
EAN: 978-3-839-89136-0
Reihe: David Hunter / Bd. 2

Erster Satz: »Bei entsprechender Temperatur brennt alles.«


Meine Meinung

Obwohl ich bei weitem lieber selbst lese, ist es zwischendurch doch mal ganz angenehm, ein Hörbuch zu hören. Dafür habe ich die App Audiobooks by Deezer, was sich anbietet, weil ich sowieso ein Deezer-Konto habe und die Audiobooks-App für mich somit kostenlos ist. Ein großer Vorteil der App ist auf jeden Fall, dass man die Geschwindigkeit einstellen kann, weshalb ich das Hörbuch zu »Kalte Asche« in höherer Geschwindigkeit hören konnte und es somit auch geschafft habe, es noch im Mai zu beenden.

Na ja, soviel also dazu. »Kalte Asche« musste ich einfach auch hören, weil ich den ersten Teil der Reihe, »Die Chemie des Todes«, schon so sehr mochte. Der zweite Teil hat mir zwar auch ziemlich gut gefallen und ist eindeutig eine klare Empfehlung von mir, allerdings kommt er meiner Meinung nach trotzdem nicht ganz an seinen Vorgänger ran.

Da ich zwischendurch einige Passagen des Hörbuchs in meiner Taschenbuch-Ausgabe mitgelesen habe, kann ich auch ein bisschen was zum Schreibstil sagen. Mir ist dabei aufgefallen, dass im Hörbuch einige Sätze nicht so vorgelesen wurden, wie sie im Buch stehen, zumindest nicht in meiner Ausgabe. Da die aber auch schon einige Jahre alt ist, kann es gut sein, dass es in neueren Auflagen der Wortlaut genauso ist wie der im Hörbuch. Also werde ich das nicht allzu streng bewerten.

Ansonsten gefällt mir sowohl die Art, wie Simon Beckett schreibt, als auch die Erzählweise von Johannes Steck. Die einzelnen Charaktere haben unterschiedliche Stimmlagen bekommen, die alle fast eindeutig einzuordnen waren. Nur manchmal konnte man bei den Stimmen durcheinandergeraten, insbesondere dann, wenn nicht dabeistand, wer was gesagt hat und beide Charaktere eine ähnliche Stimme hatten.

Natürlich kam auch hier wieder Spannung auf, und gerade zum Ende hin konnte mich kaum stoppen, weiterzuhören. Auch die Handlung war gut durchdacht, es war ein roter Faden erkennbar und es gab einige Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Genauso wenig wie ich diesen krassen Cliffhanger am Ende erwartet hätte, aaah. Jetzt bin ich auch noch gezwungen, den dritten Teil direkt im Anschluss zu hören, um herauszufinden, was mit David passiert!

Insgesamt gab es mir aber trotzdem ein bisschen viele Parallelen zur Handlung des ersten Teils. Mein größter Kritikpunkt allerdings ist der Umgang im Buch mit Akne. Ja, Akne ist vielleicht nicht so schön, aber es ist eine Hautkrankheit, für die niemand etwas kann. Wer Akne hat, ist nicht automatisch ungepflegt. Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich selbst von Akne betroffen bin und extrem auf Hygiene achten muss, damit es nicht noch schlimmer wird, als ohnehin schon. Ich trau mich schon kaum ohne Schminke aus dem Haus, auch wenn ich daran arbeite. Fotos ohne Schminke, die möglichst jeden Pickel und jede Unreinheit überdeckt, gehen überhaupt nicht, vielleicht später mal, aber so weit bin ich noch nicht. Und jemanden zu beschreiben, der bzw. die Akne hat, muss auch nicht gleich so sein, dass man sein bzw. ihr Gesicht mit einer „grässlichen Kraterlandschaft“ vergleicht. Und wer glaubt, Akne sei ja gar nicht so schlimm: Nein, im Vergleich zu manch anderen Hautkrankheiten vielleicht nicht, aber auch von Akne gibt es unterschiedliche Stadien, die mehr oder weniger schlimm sind. Und egal, welches Stadium man hat: Akne tut häufig weh, auch wenn das Menschen, die nicht betroffen sind, vielleicht nicht wissen oder wahrhaben wollen. Das musste jetzt einfach mal gesagt werden, tut mir leid für den Ausbruch.

Fazit

Ich will meine Bewertung nicht allein von meinem letzten Punkt abhängig machen, obwohl der für mich schon recht schwer wiegt, weil es nicht nur an einer, sondern an mindestens drei Stellen im Buch vorkam, dass Leute mit Akne als hässlich und unhygienisch dargestellt wurden. Trotzdem ist das Buch ansonsten absolut lesenswert und eine Empfehlung von mir, insbesondere als Hörbuch, da ich es sehr angenehm fand, Johannes Steck zuzuhören.

Rezension: »Sakrileg« von Dan Brown

Endlich mal wieder ein Buch von Dan Brown. Ich habe ja »Illuminati« ziemlich geliebt, weshalb ich sehr froh war, als meine Freundin mir den zweiten Teil der Reihe rund um Symbolologe und Harvardprofessor Robert Langdon ausgeliehen hat.


Inhalt

Robert Langdon, Symbolologe aus Harvard, befindet sich aus beruflichen Gründen in Paris, als er einen merkwürdigen Anruf erhält: Der Chefkurator des Louvre wurde mitten in der Nacht vor dem Gemälde der Mona Lisa ermordet aufgefunden. Langdon begibt sich zum Tatort und erkennt schon bald, dass der Tote durch eine Reihe von versteckten Hinweisen auf die Werke Leonardo da Vincis aufmerksam machen wollte – Hinweise, die seinen gewaltsamen Tod erklären und auf eine finstere Verschwörung deuten. Bei seiner Suche nach den Hintergründen der Tat wird Robert Langdon von Sophie Neveu unterstützt, einer Kryptologin der Pariser Polizei und Enkeltochter des ermordeten Kurators. Eine aufregende Jagd beginnt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Sakrileg
Autor: Dan Brown
Übersetzung: Piet van Poll
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 618
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-15485-2
Reihe: Robert Langdon / Bd. 2

Erster Satz: »In der Grande Galerie stürzte Jacques Saunière, der Museumsdirektor, zu einem der kostbaren alten Meister, einem Caravaggio, klammerte sich an den schweren Goldrahmen und hängte sich mit seinem ganzen Gewicht daran, bis das Gemälde sich von seiner Aufhängung löste.«


Meine Meinung

Zwar kannte ich den Film zum Buch schon, bevor ich das Buch gelesen habe, aber ich muss sagen, dass sich das Lesen trotzdem sehr gelohnt hat. Zunächst einmal ist Dan Browns Schreibstil das, was ich besonders an seinen Büchern schätze. Man erfährt ziemlich viel über Kunst, Architektur, Geschichte und Religion, während man gleichzeitig aufgefordert wird, mitzurätseln und mit Robert Langdon mitzufiebern.

Dadurch, dass Gemälde und Orte so detailliert, aber nicht allzu ausschweifend beschrieben wurden, hatte ich immer ein klares Bild vor Augen und habe mich gefühlt, als sei ich selbst in Paris. Gefallen hat mir auch, dass man nicht nur den historischen Bezug zu vielen Dingen mitbekommt, sondern dass auch die Gegenwart nicht aus dem Blick verloren wird – so werden aktuelle Geschehnisse mit denen aus der Vergangenheit verknüpft und in Verbindung gebracht.

Robert Langdon ist auch ein ziemlich toller Protagonist, auch wenn ich eine seiner Aussage Homosexuelle betreffend schon bedenklich fand. Es ging darum, dass seine Komplizin Sophie Neveu gesagt hat, dass Leonardo da Vinci schwul gewesen sei, und Robert daraufhin meinte, dass man es so »drastisch« nicht ausdrücken müsse, aber ja, der Maler sei homosexuell gewesen. Da frage ich mich, was denn so »drastisch« daran ist, wenn man sagt, jemand sei schwul … ?

Tatsächlich konnte ich aber durchgängig mit Robert und Sophie mitfiebern, habe mich mit ihnen gemeinsam auf der Flucht vor der französischen Polizei befunden und versucht, das Rätsel von Jacques Saunière zu lösen. Einige Wendungen waren da schon relativ vorhersehbar, andere wiederum kamen völlig aus dem Nichts.

Das Ende selbst habe ich so schon vorhersehen können, auch wenn es sich deutlich von dem aus dem Film unterscheidet. Es war einfach schon ab der Hälfte offensichtlich, worauf diese Schnitzeljagd hinauslaufen würde.

Fazit

»Sakrileg« ist auf jeden Fall eine würdige Fortsetzung von »Illuminati«, auch wenn es seinem Vorgänger nicht ganz das Wasser reichen kann. Trotzdem eine große Leseempfehlung von mir!

Rezension: »Die Drei« von Sarah Lotz

Hey alle zusammen!

„Die Drei“ habe ich schon Anfang Februar angefangen, aber nicht weitergelesen, weil dann die Facharbeit dazwischenkam, für die ich die Luna-Chroniken lesen musste und außerdem noch ein Rezensionsexemplar. Danach konnte ich aber weiterlesen, und wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr hier.


Inhalt

»Sie sind hier. Der Junge, sieh dir den Jungen an, sieh dir die Toten an, o Gott, es sind so viele … Sie kommen jetzt, mich zu holen. Wir alle müssen jetzt gehen. Wir alle. Pastor Len, sie müssen sie warnen, dieser Junge, dieser Junge … Man darf ihm nicht …«
Letzte Worte von Pamela May Donald (1961 – 2012)

Der Tag, an dem es passiert, geht als »Schwarzer Donnerstag« in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten. Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die Vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist …

»Wundervoll. Man kann gar nicht aufhören zu lesen. Großartige Unterhaltung!«

Stephen King

Bibliografie

Titel: Die Drei
Autorin: Sarah Lotz
Übersetzung: Eva Bonné
Genre: Thriller
Format: Paperback
Seiten: 511
Verlag: Goldmann
Reihe: Die Drei / Bd. 1
ISBN: 978-3-442-31371-6
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Komm schon, komm schon, komm schon …«


Meine Meinung

»Die Drei« ist nicht das Buch, das ich erwartet hatte zu lesen. Es ist kein typischer Thriller, meiner Meinung nach sollte es auch eher als Spannungsroman betitelt werden. Denn so richtig „thrilling“ – woher ja der Begriff Thriller kommt – war es irgendwie nicht.

Aufgebaut ist das Buch aus den Berichten von Augenzeugen und Angehörigen der Opfer, die bei den Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen sind. Dadurch fließt natürlich eine ganze Bandbreite an Emotionen mit in die Geschichte ein. Diese Berichte sind im Rahmen von Nachforschungen einer fiktiven Journalistin entstanden, die mehr über die drei überlebenden Kinder erfahren möchte, da diese laut ihren engsten Angehörigen seit dem Unglück verändert seien und teilweise Dinge passieren lassen können.

Das klingt natürlich erst mal abgedreht und ich kann auch sagen: das ist genau das Wort, mit dem ich das Buch beschreiben würde. Und das liegt nicht nur daran, dass besonders Endzeitbewegungen und religöse Fanatiker ihren Auftritt bekommen. Die ganzen Verschwörungstheorien, die nach den Flugzeugabstürzen kursieren, waren teilweise mehr als erschütternd sowie faszinierend zu lesen. Trotzdem war das Lesevergnügen in keinster Weise für mich mit dem Nervenkitzel verbunden, den ich mir bei dieser Geschichte erhofft hatte.

Zumindest hat Sarah Lotz allerdings bewiesen, dass sie sich in andere Menschen hineinversetzen kann, denn auch ihr Schreibstil wurde dementsprechend immer angepasst – also beispielsweise, wenn aus der Sicht unterschiedlicher Personen geschrieben wurde, dann haben diese Personen auch alle ihre Eigenheiten in der Sprache gehabt.

Womit ich aber auch schon zu einem meiner größten Kritikpunkte komme: den Charakteren. In Erinnerung geblieben sind mir kaum welche, und das, obwohl es erst eine Stunde her ist, seit ich das Buch beendet habe. Aber es gab einfach so unglaublich viele Charaktere, die alle aus anderen Teilen der Welt kamen und teilweise nur über so ganz kleine „Fäden“ miteinander in Verbindung standen. Das hat für mich das Lesen teilweise echt zu einer mühseligen Angelegenheit gemacht, weil ich immer wieder überlegen musste, ob dieser oder jener Charakter schon mal vorgekommen war, und wenn ja, wann und in welchem Zusammenhang.

Hinzu kommt, dass am Ende unglaublich viele Fragen offengeblieben sind und ich gerade am Ende komplett den Faden verloren habe, was jetzt genau passiert ist. Da kam so viel auf einmal, so viele Verzwickungen, dass ich einfach nicht hinterhergekommen bin.

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass dem Buch rund 150 Seiten weniger sehr gut getan hätten. So war alles sehr ausführlich und es gab unendlich viele Längen, die die ohnehin kaum aufgekommene Spannung wieder zerstört haben. Nur aus dem Grund habe ich auch so super lange dafür gebraucht, das Buch endlich zu beenden. Jeden Abend musste ich mich regelrecht dazu aufraffen, weiterzulesen, obwohl ich eigentlich schon gar keine Lust mehr auf die Geschichte hatte. Beim Lesen habe ich dann zwar auch einige Seiten geschafft, weil schließlich auch viele sehr interessante Dinge passiert sind, aber die waren eben einfach bloß interessant und nicht fesselnd genug für meinen Geschmack.


Fazit

Leider kann ich »Die Drei« nicht hundertprozentig weiterempfehlen, obwohl ich so ein gutes Gefühl hatte, als ich mit dem Buch anfing. Für Leser*innen, die eher seichtere Spannungsliteratur mögen, mag das Buch perfekt passen, wer jedoch mit der Erwartung eines super spannenden, fesselnden Thrillers ans Lesen geht, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht sein.

Rezension: »Pretty Dead« von Stefanie Hasse

Nach längerer Zeit bin ich endlich zum Bloggen zurückgekommen. Die zwei Monate Pause haben mir gut getan und ich habe für mich beschlossen, dass ich ab jetzt ein bisschen mehr auf mich selbst achte und vor allem meine Aktivität auf Instagram ein bisschen verringere. Aus dem Grund gibt es ab jetzt auf meinem Instagram-Account vorerst nur Rezensionen, was aber nicht heißt, dass ich euch in den Stories nicht ab und zu mal ein paar Updates gebe.

In den letzten zwei Monaten habe ich nicht nur wenig gebloggt, sondern auch so gut wie gar nicht gelesen. Gestern habe ich allerdings »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« von Stefanie Hasse beendet und freue mich, euch endlich mal wieder eine Rezension liefern zu können!


Inhalt

Wer hat die Ballkönigin ermordet?

Die noble Fairchild-Academy wird von einem Skandal erschüttert: die Schülerin Sarah Matthews – wunderschön, geliebt, beneidet – ist auf einem Schulball in den Armen ihres Freundes Chase zusammengebrochen und gestorben. War es ein schrecklicher Unfall – oder Mord? Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ändert sich für fünf Jugendliche aus Sarahs Umfeld alles. Denn schnell ist klar, dass jeder von ihnen ein Motiv hatte. Allen voran Chase, Sarahs Freund, und Brooke, ihre beste Freundin …

Für Fans von Secret Game und Beautiful Liars: der neue Highschool-Thriller von Stefanie Hasse

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte
Autorin: Stefanie Hasse
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 371
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40195-6
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Bald.«


Meine Meinung

Der erste Eindruck des Buches ist auf jeden Fall schon mal gelungen. Das Cover passt perfekt zu den zurzeit so beliebten Highschool-Thrillern; schlicht und eher clean gehalten, dafür werden mit wenigen Farben Akzente gesetzt. So auch hier, wo das Buch an sich eher weiß ist, jedoch durch die dicken schwarzen Titel und die pinken Merkmale aufgepeppt wird. Durch die Fotos der Personen bekommt das Ganze sofort einen »Pretty little liars«-Touch. Auch der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte, die sich womöglich auch mit »One of us is lying« vergleichen lässt.

Nun zum Inhalt selbst. Die Idee ist nichts Neues und obwohl ich recht hohe Erwartungen hatte, auch leider nichts Besonderes. Das größte Manko für mich ist, dass der Klappentext falsche Hoffnungen an das Buch weckt, denn dort wird von Sarahs mysteriösem Tod gesprochen. Es wird jedoch relativ schnell klar, dass der Fokus der Geschichte auf den beiden Protagonisten Chase und Brooke liegt, die – was man bereits im ersten Kapitel erfährt – eine Liebesbeziehung zueinander haben.

Tatsächlich erinnert das Ganze ziemlich an »Pretty little liars«, denn die vier Protagonisten Chase, Brooke, Jam und Devin finden schnell heraus, dass Sarah nicht die gute Freundin war, die sie gekannt haben, sondern stattdessen eine intrigante und ich-bezogene Person. Klingt zumindest nach einer Menge Potenzial, das jedoch leider meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde.

Mein erster Kritikpunkt sind die ersten beiden Kapitel. In diesen bekommt man schon mal einen kleinen Einblick in die Hauptcharaktere, da aus jeder Sicht ein paar Seiten geschrieben wurden. Leider kam dadurch aber auch ziemlich viel auf einmal. Beispielsweise wurden mir als Leserin im ersten Kapitel so viele Namen um die Ohren geworfen, dass ich diese erst einmal alle auf die Reihe kriegen musste und dachte, im zweiten Kapitel würde das ja dann gehen. Da kamen dann aber wieder neue Namen dazu, weshalb ich mir da auf jeden Fall ein etwas behutsameres Vorgehen gewünscht hätte. Nach diesen beiden Kapiteln fand ich jedoch das Gesamtbild recht stimmig, zumal ich es auch wirklich gut fand, dass man durch die Perspektivwechsel auch mal gut mitten in einem Kapitel aufhören konnte zu lesen.

Im ersten Kapitel ist mir außerdem aufgefallen, dass die Autorin sich erst noch ein an die Geschichte herantasten musste. Ich weiß selbst, dass es häufig sehr schwierig ist, das erste Kapitel genauso gut zu schreiben wie die darauffolgenden. Hier wäre vielleicht aber eine nochmalige Korrektur schön gewesen, denn so wirkte vieles sehr gestellt und es fehlte teilweise der Zusammenhang zu weiteren Geschehnissen. Auch bin ich der Meinung, dass es nicht schadet, einfach mal einen Punkt zu setzen, bevor die von vermutlich allen Deutschlehrer*innen gehassten Bandwurmsätze entstehen.

Ansonsten fand ich den Schreibstil von Stefanie Hasse sehr angenehm zu lesen. Ich bin flüssig und schnell durch das Buch gekommen, was mitunter auch daran lag, dass vieles eher in Umgangssprache geschrieben wurde, anstatt in akademischem Hochdeutsch. Das hat auch das Setting der Geschichte in einer Highschool sehr gut widergespiegelt und somit für ein stimmiges Gesamtbild gesorgt. Ein oder zwei kleine Fehler sind mir beim Lesen aufgefallen, die sind aber nicht weiter tragisch gewesen.

»Komplexe waren wie ein in geringen Dosen verabreichtes Gift. Man konnte damit leben, aber irgendwann war der kritische Punkt erreicht und der Körper brach zusammen.« – Seite 174 f.

Tatsächlich kam bei mir jedoch trotz des Potenzials zu wenig Spannung auf. Ein Grund dafür ist, dass gerade die erste Hälfte des Buches eher nüchtern erzählt wird und die dort vorherrschenden negativen Gefühle in den Charakteren zu wenig zum Ausdruck gebracht wurden. Gerade nach Sarahs Tod hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht, um die Personen und ihre Gefühle besser nachvollziehen zu können. Somit plätscherte die Geschichte so vor sich hin und die Twists wurden immer vorhersehbarer, da ich mir durch die kleinen Hinweise schon recht früh das Ganze zusammenreimen konnte.

Da ab der zweiten Hälfte größtenteils nur noch aus Brookes oder Chase‘ Sicht erzählt wurde, ist die Aufklärung von Sarahs Todesfall immer weiter in den Hintergrund gerückt. Es kam mir ein bisschen so vor wie eine ganz normale Highschool-Romanze mit ein paar Mystery-Elementen.

Womit wir jetzt auch schon bei den Charakteren wären. Ich muss sagen, dass mir die Ausarbeitung von vielen Nebencharakteren, wie beispielsweise Sarah, Nate, Piper, Nolan und Emily, ziemlich gut gefallen hat. Sie waren alle unterschiedlich und hatten ihre eigene Persönlichkeit. Bei den Hauptcharakteren war das aber eher nicht der Fall. Brooke, die beste Freundin von Sarah, blieb mir ein bisschen zu oberflächlich, da gerade ihre Trauer total überspielt wurde und kaum Aufmerksamkeit bekommen hat. Einzig ihre Beziehung zu Chase wurde meiner Meinung nach glaubwürdig und gefühlvoller dargestellt, denn in den Szenen zwischen den beiden konnte ich tatsächlich auch mal mitfühlen. Chase, Jam und Devin haben sich von der Persönlichkeit her einfach zu wenig voneinander unterschieden. Klar, jeder von den Dreien hatte eine eigene Geschichte, aber sie hatten alle irgendwie die gleichen Ansichten und Vorstellungen. Trotzdem waren sie mir sympathisch, was immerhin ein positiver Punkt ist.

Was ich mitunter am meisten mochte an dem Buch, sind die verstrickten Handlungen. Auch, wenn ich das Ende und die vorherigen Wendungen schon in etwa so vorhersehen konnte, habe ich doch mit den Charakteren mitgerätselt, was es mit Sarahs Todesfall sowie den Drohnachrichten auf sich hatte, die irgendwann aufgetaucht sind.

Fazit

Alles in allem würde ich sagen, dass »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« zwar ein ganz gutes Buch ist, jedoch meiner Meinung nach nicht als Highschool-Thriller bezeichnet werden sollte, da es größtenteils um die Liebesbeziehung zwischen zwei der Hauptcharaktere geht. Aufgrund dessen kam auch nicht so viel Spannung auf, wie ich mir erhofft hätte. Alles in allem ist das Buch mal ganz schön für zwischendurch, jedoch nicht optimal nach einer längeren Leseflaute.

Rezension: »Two can keep a secret« von Karen M. McManus

Hey alle zusammen!

Mitunter habe ich mir für 2021 auch vorgenommen, mehr Buddy-reads zu machen, und einer davon ist jetzt auch schon geschafft. Zusammen mit Daniel von Lesemagie habe ich „Two can keep a secret“ gelesen – in der Rezension erfahrt ihr, wie es mir gefallen hat.


Inhalt

Eine Kleinstadt. Eine Mordserie. Und der Killer ist zurück.

Ellery kennt die dunkle Vergangenheit von Echo Ridge nur allzu gut. Dort verschwand ihre Tante spurlos und vor fünf Jahren wurde die Homecoming Queen der Highschool ermordet. Der »Murderland-Killer« machte landesweit Schlagzeilen. Ausgerechnet dorthin zieht Ellery nun, zu einer Großmutter, die fast eine Fremde für sie ist. Als aus dem Nichts Morddrohungen gegen die zukünftige Homecoming Queen zirkulieren, ermittelt Ellery auf eigene Faust. Dabei lernt sie Malcolm kennen, den jüngeren Bruder des Hauptverdächtigen. Dann verschwindet wieder ein Mädchen und plötzlich steht jeder unter Verdacht …


Bibliografie

Titel: Two can keep a secret
Autorin: Karen M. McManus
Übersetzung: Anja Galić
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 413
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16538-6
Reihe: Der Murderland-Killer / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Wie bereits in der Bibliografie erwähnt, ist „Two can keep a secret“ der zweite Teil der Murderland-Reihe, obwohl er nicht mit dem ersten Teil „One of us is lying“ in Verbindung steht. Sie haben nichts miteinander zu tun und können daher sehr gut unabhängig voneinander gelesen werden.

Der Schreibstil von Karen M. McManus ist schlicht und dadurch flüssig zu lesen. So konnten auch kleinere Längen gut überbrückt werden, ohne dass man sich durch die Geschichte quälen musste. Auffallend ist besonders, dass es in dem Buch sehr viele Dialoge gibt, allerdings eher wenige und dann eher kurzgefasste Monologe. Trotzdem kommen die Gedanken und Gefühle von Ellery und Malcolm nicht zu kurz. Dennoch hätte ich mir zwischendurch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Ellery und Malcolm waren sehr sympathische Protagonisten, die gut miteinander harmonieren. Aber auch Ellerys Zwillingsbruder Ezra und Malcolms beste Freundin Mia sind gut ausgearbeitet und haben die Geschichte auf jeden Fall aufgefrischt. Zudem wird kein großes Ding daraus gemacht, dass Ezra schwul und Mia bisexuell ist. Das ist ein weiterer Pluspunkt, weil ich es einfach lästig finde, wenn immer wieder darauf herumgeritten wird.

Es gab aber auch ein paar Passagen, die ich ein wenig grenzwertig fand, da man sie leicht missverstehen konnte. Beispielsweise bei diesem Zitat:

»Außerdem gehört sie zu den vier Quotenschülern hier, die eine andere Hautfarbe haben. Wer für sie stimmt, kann sich also besonders progressiv fühlen.«

Seite 117-118

Wer da nicht genau liest und erkennt, dass Mia diesen Satz gesagt hat, die selbst zu den „Quotenschülern“ gehört, ist das sehr leicht misszuverstehen und kann durchaus rassistisch betitelt werden. Weiß man jedoch, dass Mia das gesagt hat, ist auch zu erkennen, dass da ihre eigene Verbitterung rausspricht. Deutlicher wäre das noch durch beschreibende Adjektive geworden, also „verbittert“. Doch wenn es um die Sprache ging, musste man sich häufig selbst Schlüsse ziehen, wie die Charaktere was ausgedrückt haben.

Vom Plot her hat mir das Buch allerdings ganz gut gefallen. Zwar gab es zwischendurch immer mal ein paar Längen, aber die wurden schnell überbrückt. Die Spannung war eher unterschwellig, aber vorhanden und ich habe die ganze Zeit über mitgefiebert und -gerätselt, wer denn jetzt der Mörder ist. Mit der Auflösung am Ende hätte ich nicht gerechnet, das habe ich erst verstanden, als auch Ellery und Malcolm mit der Nase draufgefallen sind. Und auch, was das Verschwinden von Ellerys Tante Sarah mit der ganzen Sache zu tun hatte, blieb lange ein Rätsel, bis es im allerletzten Satz endlich verraten wurde. Und dieser Satz hat noch mal einiges aus der Geschichte rausgeholt und ließ mich mit klopfendem Herzen zurück.


Fazit

„Two can keep a secret“ hat mir insgesamt ein wenig besser gefallen als „One of us is lying“, wo ich das Ende so oder in der Art schon vorhersehen konnte. Hier kam das Ende jedoch völlig überraschend und hat mich wirklich von den Socken geholt. Trotzdem habe ich einige Kritikpunkte, die ich unter gar keinen Umständen missachten kann.