Archiv der Kategorie: Science Fiction

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Rezension: »The Upper World – Ein Hauch Zukunft« von Femi Fadugba

»The Upper World – Ein Hauch Zukunft« ist das Debüt des Autors Femi Fadugba und wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Inhalt

Esso, ein schwarzer Teenager aus der Londoner Südstadt, verliert bei einem Autounfall das Bewusstsein und sieht plötzlich Szenen aus der Zukunft. Darin ist sein Leben in Gefahr, das seiner Freunde – und das Leben seiner großen Liebe Nadia. Das will er um jeden Preis verhindern. Doch dazu braucht er die Hilfe eines Mädchens aus der Zukunft…

Femi Fadugbas spektakuläres Debüt: ein hoch spannender Zeitreise-Thriller mit politischer Botschaft, der alle Genregrenzen sprengt.


Bibliographische Daten

Titel: The Upper World – Ein Hauch Zukunft
Autor: Femi Fadugba
Übersetzung: Alexandra Ernst
Genre: Science Fiction
Format: Hardcover
Seiten: 414
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16622-2


Meine Meinung

Wer das Bloggerportal kennt, weiß, dass Blogger*innen dort Bücher, die innerhalb der Verlagsgruppe Random House erschienen sind oder noch erscheinen, als Rezensionsexemplar anfragen können. Meine Anfrage für »The Upper World« rührt daher, dass mich Cover und Klappentext des Buches sofort angesprochen haben. Sofort habe ich auf eine vielversprechende Geschichte gehofft, wobei ich eigentlich dachte, dass sie eher in die Fantasy-Richtung geht.

Letztendlich wurde mir aber etwas ganz anderes aufgetischt als ich erwartet hatte, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Tatsächlich würde ich das Buch im Bereich Science Fiction einordnen, denn Wissenschaften – insbesondere Physik und Philosophie – spielen eine sehr große Rolle in dem Buch.

Da ich auf so gut wie allen Gebieten der Physik unzureichend bewandert bin, um es mal vorsichtig auszudrücken, war das Buch dann schon anspruchsvoll für mich. Ab der zweiten Hälfte dann in Teilen auch schon wieder zu anspruchsvoll. Zwar wurden alle physikalischen Erklärungen durch Skizzen sowohl mitten im Buch als auch im Anhang – und in letzterem Fall durch Fußnoten gekennzeichnet – veranschaulicht und zudem auch vereinfacht dargestellt, aber gegen Ende des Buches hin nahm der physikalische Aspekt der Geschichte dann die Überhand, sodass ich mehrfach Verständnisprobleme hatte und der Storyline nicht mehr 100%ig folgen konnte.

Genau deshalb kam die Spannung teilweise nicht ganz bei mir an, obwohl sie mit jedem Kapitel gesteigert wurde. Sobald ich dann aber wieder durch irgendwelche Formeln aus dem Konzept gekommen bin, war auch die Spannung wieder dahin.

Was mich allerdings immer hat weiterlesen lassen, waren die Charaktere. Obwohl die Nebencharaktere etwas zu flach geblieben sind, konnte mich die Ausarbeitung der beiden Protagonist*innen Esso und Rhia überzeugen. Esso mit seinem selbstironischen Humor war sehr erfrischend und hat zudem einen sehr realitätsnahen Einblick in die Welt (und die Schwierigkeiten) der heutigen Jugend geboten. Rhia auf der anderen Seite steht stellvertretend für die Generation Jugendlicher in 15 Jahren. Auch wenn sie mir zum Ende hin etwas zu schnell Zusammenhänge begreift, die mir nicht mal in den Sinn gekommen wären, war sie mir sogar ein klitzekleines Bisschen sympathischer als Esso.

Fazit

Alles in einem würde ich das Buch zwar weiterempfehlen, aber mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass zumindest physikalische Grundlagen da sein sollten sowie ein Vermögen von abstraktem Denken, da es sonst schnell – wie bei mir – zu Verständnisschwierigkeiten kommen könnte.

Rezension: »Silo« von Hugh Howey

Nach drei Monaten bin ich dann auch endlich mal dazu gekommen, »Silo« von Hugh Howey zu beenden. Ich selbst habe das Buch auf Englisch gelesen, wo es »Wool« heißt. »Silo« ist der erste Teil einer gleichnamigen Trilogie und lässt sich als Dystopie einordnen.


Inhalt

In einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Bildquelle: Thalia

Titel: Silo
Originaltitel: Wool
Autor: Hugh Howey
Übersetzung: Gaby Wurster, Johanna Nickel
Genre: Dystopie
Seiten: 560
Verlag: Piper
Reihe: Silo / Bd. 1
Erscheiungsdatum: 10.06.2014
ISBN: 978-3-492-30503-7
Preis: 12,00


Meine Meinung

Natürlich gibt es einen Grund, weshalb ich für das Buch dann doch so lange gebraucht habe. Dieser Grund ist aber keinesfalls, dass mir das Buch nicht gefallen hat, sondern ganz einfach, dass es recht anspruchsvoll geschrieben ist. Auch das würde ich aber nicht wirklich als Kritikpunkt auffassen, weil es in diesem Fall einfach zum Buch passte. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob es im Deutschen ebenfalls recht anspruchsvoll zu lesen ist. Dennoch muss ich dem Buch zugute halten, dass ich trotz des Schreibstils bzw. der vielen Fremdwörter, keine großen Verständnisschwierigkeiten hatte.

Besonders interessant finde ich das Buch vor allem, wenn ich auch die Hintergrundgeschichte mit in den Blick nehme. Und zwar ist das Buch in insgesamt fünf Kurzgeschichten gegliedert, die ursprünglich alle einzeln ausschließlich als E-Book und im Selfpublishing erschienen sind. Da die Kurzgeschichten jedoch auch im direkten Zusammenhang miteinander stehen und aufeinander aufbauen, fand ich die Zusammenführung von diesen zu einem gesamten Buch sehr gut gelungen.

Am beeindruckendsten am ganzen Buch fand ich das Worldbuilding. Die Atmosphäre hat perfekt zu diesem komplex ausgearbeiteten Setting einer dystopischen Zukunft gepasst, war bedrückend, aber nie so richtig düster. Wobei ich auch sagen muss, dass mich gerade die Tatsache, dass die Welt so komplex ist, zwischendurch recht verwirrt hat. Ich habe im Grunde erst mal eine Weile gebraucht, um wirklich alles zu verstehen.

Trotz einiger Längen ab und an wurde das Buch aber tatsächlich auch nie langweilig, weil es aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Da gibt es zum Einen Juliette, die ab der dritten Kurzgeschichte die Protagonistin des Buches ist. Die ersten beiden Kurzgeschichten werden aus der Sicht von ganz anderen Personen erzählt, die danach auch nicht mehr auftauchen, aber trotzdem eine große Rolle für die Entwicklung der Geschichte spielen. Und zwischendurch gibt es dann immer noch ein paar Sichtwechsel, die das Ganze sehr viel facettenreicher gestalten.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass die Protagonist*innen alle ein unterschiedliches Alter hatten. Juliette beispielsweise war mitte dreißig, wenn ich mich nicht irre, Lukas war jünger als sie, und alle anderen älter. So geht das Buch auch gleichzeitig über mehrere Generationen hinweg, was echt gut umgesetzt wurde.

Nun aber zu meinen zwei größten Kritikpunkten. Zum einen war mir Juliette als Protagonistin viel zu perfekt. Sie hat immer das Richtige getan, hatte die richtigen Moralvorstellungen, das richtige Weltbild, war intelligent und begabt, und so weiter und so fort. Schwächen hat sie eigentlich keine gezeigt, wodurch sie für mich nicht sonderlich authentisch rüberkam.

Zum anderen blieben die Charaktere irgendwie sehr oberflächlich. Der Fokus der Geschichte lag eindeutig auf der Welt an sich, die Charaktere waren da nur Mittel zum Zweck, um die Handlung zu erzählen, und das hat man leider sehr stark gemerkt. So konnte ich mich in keine einzige Figur hineinversetzen, musste immer von Neuem raten, wie die jeweilige Person in einer bestimmten Situation handeln würde. Auch war mir nicht ganz klar, wie genau es zu der doch recht engen Beziehung zwischen Juliette und Lukas kam. Am Anfang waren sie flüchtige Bekannte, dann haben sie gefühlt zweimal miteinander geredet, und auf einmal war die Rede von Liebe. Da ging mir einiges zu schnell.


Fazit

Im großen Ganzen kann ich »Silo« allen Dystopie-Fans ans Herz legen. Allein für das Worldbuilding lohnt es sich, das Buch zu lesen. Dennoch konnte es mich aber nicht auf ganzer Linie überzeugen, ich hoffe, das ändert sich mit den zwei darauffolgenden Teilen noch.

Empfehlung

Rezension: »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski

Etwas verspätet kommt heute die Rezension zu »Die Verschworenen« von Ursula Poznanski. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der Eleria-Trilogie handelt, kommen Spoiler zu Band 1 (»Die Verratenen«) vor.


Bibliographische Daten

Titel: Die Verschworenen
Autorin: Ursula Poznanski
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 464
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7547-5
Reihe: Eleria-Trilogie / Bd. 2

Erster Satz: »Die Kinder sind ein bebender Schatten im ersten Licht der Morgendämmerung.«


Inhalt

In der Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist. Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit Aureljo in die Sphären zurückzugehen.

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Schon der erste Teil der Trilogie hat mir recht gut gefallen, weshalb ich auch nicht unbedingt niedrige Erwartungen an dieses Buch hatte. Diese wurden auch größtenteils erfüllt, und der Schreibstil von Ursula Poznanski hat sein Übriges dazu getan, denn der ist einfach nur großartig. Jedes ihrer Bücher lässt sich wunderbar schnell und flüssig lesen, ohne dass ich jemals das Gefühl hatte, über bestimmte Formulierungen zu stolpern, etc.

Hinzu kommt, dass ich recht schnell wieder in die Geschichte reingekommen bin, da das Buch direkt an den Vorgänger anschließt. Dadurch konnte ich mir die letzten Geschehnisse aus Band 1 sofort wieder ins Gedächtnis rufen und hatte keine Schwierigkeiten, mit Teil 2 zu starten. Des Weiteren gab es in diesem Buch viel mehr unerwartete Wendungen und Plot-Twists, wodurch es insgesamt auch spannender war. Einzig einen Cliffhanger am Ende hätte ich mir gewünscht, um noch ein bisschen die Spannung auf den nächsten Teil zu erhöhen. Ich meine, das Buch hat zwar an sich so eine Art Cliffhanger, aber eben doch nicht ganz, weil danach noch eine kurze Szene kam, die das Ende ein bisschen »lasch« hat werden lassen.

Ansonsten kann ich nur den Mittelteil kritisieren, weil es sich dort dann doch ein bisschen gezogen hat. Beziehungsweise, nicht richtig gezogen, aber da ist die Geschichte dann eher so dahin geplätschert. Was natürlich dazu geführt hat, dass ein Großteil der zuvor aufgebauten Spannung wieder zunichte gemacht wurde. Einige Dinge waren aber auch im MIttelteil anders als erwartet, weshalb ich nicht das Gefühl hatte, dass ich langsamer mit dem Lesen vorankomme als vorher.

Fazit

Alles in allem ist »Die Verschworenen« trotzdem ein sehr gutes Buch, das mich auf jeden Fall auf den dritten Teil der Eleria-Trilogie hoffen lässt. Jetzt muss der nur noch in mein Regal einziehen, auch wenn ich ja eigentlich ein Kaufverbot habe … selbstauferlegt, versteht sich, wegen SuB-Abbau und so. Ihr wisst, was ich meine

Rezension: »Dry« von Neal & Jarrod Shusterman

Vor kurzem habe ich überraschenderweise noch »Dry« von Neal und Jarrod Shusterman beenden können. Neal Shusterman hat schon einige sehr erfolgreiche Romane geschrieben, unter anderem auch die »Scythe«-Reihe, die ja sehr hoch gelobt wird. Jarrod ist sein Sohn und hat mit »Dry« seinen ersten Roman veröffentlicht.


Inhalt

Die Vorzeichen waren da. Zuerst durften Pools nicht mehr befüllt werden. Dann wurde es unter Strafe gestellt, den Rasen zu bewässern. Doch niemand hatte ernsthaft damit gerechnet, dass es so weiß kommen würde.

Als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert gar nichts. Kein einziger Tropfen kommt aus der Leitung. Und nicht nur ihr Haus und ihre Straße sind betroffen, halb Kalifornien sitzt auf dem Trockenen. Die Bevölkerung wird gebeten, Ruhe zu bewahren, die Situation sei bald wieder unter Kontrolle. Doch das stimmt nicht. Und aus einem ungewöhnlich heißen, trockenen Sommer wird plötzlich der Sommer, in dem Alyssa um ihr Leben kämpfen muss.


Bibliographische Daten

Titel: Dry
Autoren: Neal & Jarrod Shusterman
Übersetzung: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Genre: Dystopie
Format: Paperback
Seiten: 448
Verlag: Fischer Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-5638-1

Erster Satz: »Der Wasserhahn in der Küche gibt sehr bizarre Geräusche von sich.«


Meine Meinung

Eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, das mir so gut gefallen hat, dass ich es schlecht in Worte fassen kann, ist für mich schwieriger als eine negative Rezension zu verfassen. Trotzdem möchte ich es versuchen und hoffe, dass ihr ein bisschen versteht, was ich ausdrücken möchte.

Zunächst einmal zur Handlung allgemein, die ja schon mal sehr aktuell und auch gesellschaftskritisch ist, wie ich es von guten Dystopien immer erwarte. Die Klimapolitik auf der ganzen Welt wird hier infrage gestellt und unterschwellig kritisiert. Die Geschichte zeigt im Grunde nur eine von vielen möglichen Zukunftsszenarien im Sinne von Klimakatastrophen, was an sich schon erschreckend genug ist. Neal und Jarrod Shusterman haben zudem bewiesen, dass sie mit der Thematik einerseits sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch umso erbarmungsloser umgehen können, was das Ganze noch viel eindrucksvoller gemacht hat.

Außerdem fand ich es sehr faszinierend, dass das Buch um Grunde genommen genau heute, morgen oder aber auch erst in 50 Jahren spielen könnte. Es ist einfach zeitlos – zumindest zu diesem Zeitpunkt, man weiß ja nicht, wie das später noch so aussieht, aber angesichts der Tatsache, dass das Buch vor der Corona-Pandemie geschrieben wurde, ist schon erstaunlich, wie realistisch ein Krisenfall hier dargestellt wurde. Von einer plötzlich überforderten Regierung bis zu verzweifelten Hamsterkäufen, etc. war wirklich alles dabei, was dabei sein musste, um das Szenario realistisch wirken zu lassen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich das Setting bzw. die Ausarbeitung von eben diesem. Während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl, etwas trinken zu müssen, mein Mund wurde trocken, ich habe richtig Durst bekommen. Das zu schaffen, finde ich einfach nur beeindruckend – allein dafür haben also die beiden Autoren schon meinen allergrößten Respekt verdient. Des Weiteren haben die Charaktere für ordentlich frischen Wind gesorgt. Alle hatten eine eigene Persönlichkeit, wirkten mit all ihren Macken und Stärken aber sehr authentisch. Dadurch, dass mit der Zeit mehr Sichtweisen dazugekommen sind, kann man als Leser*in die Geschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und gleichzeitig überlegen, ob der jeweilige Charakter wirklich so ist, wie vorgegeben wird.

Auch, dass die beiden Shustermans die dunkelsten Seiten der Menschheit ans Licht gekehrt haben, hat der Geschichte Schwung gegeben und für ordentlich Spannung gesorgt. Das Ende war zudem nicht vorhersehbar, von Anfang an war ich mir nicht sicher, ob es ein Happy End wird oder wohl doch eher nicht.

Fazit

Wahrscheinlich habe ich sowieso die Hälfte von dem vergessen, was ich alles in diese Rezension packen wollte, aber was soll’s. Ich denke, es ist klar geworden, dass ich »Dry« großartig fand und nur empfehlen kann.

Rezension: »Redemption – Nachtsturm« von Jennifer L. Armentrout

Und endlich mal wieder ein Buch von JLA! Wobei ich mir im Nachhinein nicht sicher bin, ob es so schlau war, »Redemption« jetzt schon zu lesen, weil ich jetzt noch ewig und drei Tage bis zum vierten Teil der Reihe warten muss … Aber gut, ich hab es ja jetzt gelesen und werde die Wartezeit schon irgendwie überstehen – mit viel Glück^^

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »Revenge«-Reihe handelt und diese ein Sequel zur »Obsidian«- bzw. »Lux«-Reihe darstellt, treten in dieser Rezension Spoiler zu beiden Reihen auf – über den dritten Teil explizit schreibe ich aber ganz ohne Spoiler.


Inhalt

Einst war Evie ein normales Mädchen mit einem normalen Leben – dachte sie. Doch jetzt kennt sie die Wahrheit. Und sie weiß, dass sie es schaffen muss, ihre Fähigkeiten zu kontrollieren. Denn sonst wird sie zum Risiko für alle, die sich in Zone 3 verstecken, nicht zuletzt für Luc, den gefährlichen – und gefährlich attraktiven – Origin an ihrer Seite. Luc würde alles tun, um Evie zu schützen. Lügen. Verhandeln. Betteln. Töten. Aber es gibt Umstände, die selbst er nicht absehen kann, und so führt der Weg Evie und ihn mitten hinein in die Schatten einer stürmischen Nacht.

Heiß, heißer, Luc! Auch in Band 3 der Spin-off-Serie »Revenge« lässt Jennifer L. Armentrout die Funken sprühen in der faszinierenden Welt von »Obsidian«.

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Redemption – Nachtsturm
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzung: Anja Malich
Genre: Urban Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 607
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58403-8
Preis: 23,99 €
Reihe: Revenge / Bd. 3

Erster Satz: »Jason Dasher.«


Meine Meinung

Es ist schon über ein Jahr her, seit ich »Rebellion – Schattensturm«, den zweiten Teil der »Revenge«-Reihe, gelesen habe. Umso erfreulicher fand ich es, dass in den ersten Kapiteln die Geschehnisse aus den vorherigen Teilen zusammengefasst wurden, da ich so einen einfacheren Start in die Geschichte selbst hatte. An die grundlegenden Dinge konnte ich mich zwar noch erinnern, aber einiges war mir dann eben doch nicht mehr so ganz präsent. Beispielsweise, dass Evie und Luc in »Rebellion – Schattensturm« zusammen mit einigen anderen Lux, Hybriden, Origins und Menschen in Zone 3, der abgeriegelten Stadt Columbia, untergekommen sind, um sich vor Daedalus zu verstecken. Diesbezüglich wurde mir der Start in das Buch also auf jeden Fall schon mal erleichtert.

Nach dieser kleinen Einführung hat sich die Geschichte dann aber doch ein klein wenig gezogen, was ich irgendwie schade fand. Danach ging es aber schnell bergauf, es gab Twists und Höhepunkte, und dabei immer Spannung und Nervenkitzel. Klar, nicht in jedem einzelnen Kapitel gab es richtige Action, aber ich konnte trotzdem deutlich spüren, wie sich die Lage immer weiter zugespitzt hat. Na ja, und das Ende war ja mal oberfies. Wäre doch bloß der vierte Teil schon erschienen, dann könnte ich direkt darin weiterlesen und erfahren, wie es denn jetzt mit Luc und Evie weitergeht!

Ab der zweiten Hälfte gab es immer öfter kleine Tippfehler, und das bei steigender Spannung, was mich ein bisschen aus dem Lesefluss gebracht hat. Zwar waren das alles keine allzu dramatischen Fehler, aber sie waren trotzdem da, leider. Ansonsten fand ich einige Formulierungen manchmal ein bisschen merkwürdig, aus denen bin ich teilweise einfach nicht schlau geworden … Genau wie ich es einfach nicht mag, wenn anstelle eines Fragezeichens ein Punkt gesetzt wird.

Die Charaktere waren aber einfach nur toll! Evie und Luc sind wirklich toll zusammen, beide haben ihre Macken, aber zusammen bilden sie einfach ein unglaubliches Team. Na ja, und die Auftritte von einigen altbekannten Personen fand ich auch toll, beispielsweise Daemon und Kat, Dee und Archer, Dawson und Bethany, usw. Sogar Serena und Hunter sind irgendwann aufgekreuzt, aus deren Sicht ja »Dunkelglanz – Obsession« geschrieben ist. Tja, und zum Ende hin kamen dann noch zwei ganz überraschende Neuankömmlinge in die Zone, womit ich keinesfalls gerechnet hätte – und auf deren Schicksal ich schon sehr gespannt bin!

Zum Schreibstil muss ich aber natürlich auch noch ein paar lobende Worte loswerden. Ich bin – wie einige von euch sicherlich bereits mitbekommen haben – großer Fan von Jennifer L. Armentrout und würde jedes ihrer Bücher kaufen, ohne vorher auf den Klappentext geguckt zu haben. Mitschuld an dieser Obsession ist mitunter dieser ganz eigene Humor, der in jedem ihrer Bücher Platz bekommt. Und auch in »Redemption – Nachtsturm« gab es wieder ganz tolle Dialoge, Gedankengänge, Vergleiche, Schlagabtäusche, Streitereien und Kommentare, die mich teilweise haben auflachen lassen – was ein bisschen komisch war, wenn ich nicht allein im Zimmer war. Gleichzeitig sind aber natürlich auch Emotionen wie Trauer, Wut, Schmerz, Hass, Liebe und Freundschaft super rübergekommen, es war wirklich eine Achterbahnfahrt der Gefühle!

Fazit

»Redemption – Nachtsturm« ist meiner Meinung nach ein mehr als würdiger Nachfolger von »Rebellion – Schattensturm« (Band 2) und »Revenge – Sternensturm« (Band 1). Ich habe mitgefiebert und -gefühlt und wurde mehr als nur einmal überrascht!

Rezension: »Der Zwillingscode« von Margit Ruile

Hallo ihr Lieben!

Etwas verspätet kam mein Rezensionsexemplar von „Der Zwillingscode“ bei mir an. Ich habe es dann sofort angefangen zu lesen, um den Loewe-Verlag nicht noch länger auf meine Rezension warten zu lassen. Das Buch ist eine Dystopie, die im Januar 2021 erschienen ist, also noch ganz neu. Zugegeben lese ich ja eher selten Neuerscheinungen, aber da ich zurzeit so im Dystopien-Fieber bin, hat sich das hier ganz gut angeboten.

Das Buch ist ein Rezensionsexemplar, das mir vom Loewe-Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Das beeinflusst weder meine Meinung noch den Inhalt der Rezension.


Inhalt

Was passiert, wenn die Dinge, die wir erschaffen, uns gar nicht mehr brauchen?

Vincent ist siebzehn und eine Doppel-C-Seele. Sein Sozialpunktestand ist so niedrig, dass an ein Studium nicht zu denken ist. Stattdessen repariert er heimlich die mechanischen Haustiere der Firma Copypet. Eines Tages bringt eine alte Frau eine Katze zur Reparatur. Und die führt Vincent geradewegs in die Simulation – eine virtuelle Welt, in der alle unsere Gegenstände ihr digitales Leben führen. Verborgen in dieser Zwillingswelt aber liegt ein Code. Vincent muss ihn finden, denn davon hängt die Zukunft der Menschheit ab.

Ein außergewöhnliches Zukunftsszenario im Stil von Black Mirror.


Bibliografie

Titel: Der Zwillingscode
Autorin: Margit Ruile
Genre: Dystopie
Format: Paperback
Seiten: 315
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7432-0324-2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Dieses Buch ist eine seltene Enttäuschung für mich gewesen. Der Inhalt klingt wirklich interessant, und auch das Cover hat mich sofort angesprochen. Die Umsetzung konnte mich aber leider auf keiner Ebene überzeugen …

Die Welt aus dem Buch ist im Grunde genommen unsere, aber im Jahr 2057. Die Digitalisierung hat ganz andere Ausmaße angenommen – alles ist vernetzt, jeder hat ein Handy, echte Tiere sind teils schon komplett ausgestorben und werden durch künstliche Tiere der Firma Copypet ersetzt. Das alles ist in der Gesellschaft völlig normal. Genau wie der Sozialpunktestand, den jeder Mensch besitzt. Je besser der Sozialpunktestand, desto mehr Privilegien und Rechte hat man. Das Buch beschäftigt sich mit einer sehr aktuellen Thematik, nämlich der Künstlichen Intelligenz. In der Geschichte hat sich eine K.I. nun weiterentwickelt, ohne dass die Menschen davon wissen.

Wie gesagt: Gute Idee, aber die Umsetzung leider nicht mein Fall. Die Storyline an sich ist ganz in Ordnung. Es gibt einen roten Faden und am Ende einen halbwegs überraschenden Showdown. Allerdings gab es auch keine anderen Handlungsstränge, was das ganze sehr einfach und irgendwie eindimensional hat wirken lassen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schlicht und einfach und dadurch angenehm und schnell zu lesen. Trotzdem war er nicht sonderlich aussagekräftig oder gar bildgewaltig. Es haben auch viele Beschreibungen und Erklärungen gefehlt, wodurch vieles ein Rätsel für mich blieb und ich auch jetzt noch eine ganze Menge offener Fragen habe. Zudem gab es eine Menge Logikfehler, was ich persönlich ziemlich schade finde, weil zumindest im Lektorat genau auf solche Dinge noch mal geachtet werden sollte. So frage ich mich jetzt aber zum Beispiel, wie es sein kann, dass sich Vincent in seinen Erinnerungen selbst sieht. Oder dass ein Programm, dass durch Lippenlesen Töne in Stummfilme spielt, Windgeräusche einblenden kann.

Außerdem konnte ich weder zu Vincent noch zu irgendeinem anderen Charakter eine Bindung aufbauen. Zwar war zumindest Vincent in der Theorie recht tiefgründig ausgearbeitet, aber da seine Emotionen und Gedanken so extrem auf der Strecke geblieben sind, konnte ich mich einfach nicht in ihn hineinversetzen.

Stattdessen kam es mir so vor, als wäre ich eine Zuschauerin in einem Kinofilm. Tatsächlich stelle ich mir die Geschichte als Film auch besser vor als als Buch. Da merkt man meiner Meinung nach auch deutlich, dass die Autorin vorher in der Filmbranche tätig war und Drehbücher geschrieben hat.

Die ganze Handlung spielte sich sehr temporeich ab, und irgendwie wirkte das Buch extrem komprimiert, weil viele Informationen fehlten, die das Verständnis einfacher gemacht hätten. So blieb alles irgendwie oberflächlich und ich konnte nie in die Geschichte abtauchen. Einige Seiten mehr, vielleicht sogar um die 100, hätten dem Buch sicher nicht geschadet.

Obwohl ich auf den ersten hundert Seiten das Gefühl hatte, es könnte endlich mal was passieren, muss ich jetzt im Nachhinein zugeben, dass die ersten hundert Seiten weitaus weniger temporeich waren als der Rest. Dort hat sich nichts zu schnell entwickelt, was ich jetzt mal als Pluspunkt zähle.

Das offene Ende ist hier ausnahmsweise ebenfalls mal ein Pluspunkt. Zwar bin ich ein großer Fan von Happy Ends, aber hier hätte das gar nicht gepasst und wäre viel zu vorhersehbar gekommen. Stattdessen wurde alles irgendwie noch realistischer und hat zumindest noch ein bisschen was aus der Geschichte rausgeholt.


Fazit

Leider war dieses Buch der erste richtige Flop in diesem Jahr. Ich hatte so große Hoffnungen und vor allem hohe Erwartungen, aber keine einzige wurde erfüllt. Stattdessen muss ich eingestehen, dass es dem Buch nicht geschadet hätte, noch ein paar Mal überarbeitet zu werden, sodass noch mindestens 100 Seiten an Ausführungen hinzugekommen wären.

Rezension: »Die Bestimmung« von Veronica Roth

Hallo ihr Lieben!

Im Februar habe ich als allererstes meine Schullektüre beendet, nämlich „Divergent“ von Veronica Roth. Das ist die englische Ausgabe von der bekannten dystopischen Reihe „Die Bestimmung“. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob der erste Teil einer Reihe sich so gut als Schullektüre eignen würde, aber das war tatsächlich kein Problem. Vielmehr entsprach das Buch nicht ganz meinen Erwartungen …

Die Rezension ist natürlich auf Deutsch geschrieben, auch wenn ich den Klappentext und die allgemeinen Angaben aus dem Englischen übernommen habe. Viel Spaß beim Lesen!


Inhalt

Three flying birds … One for each member of the family I left behind.

Sixteen-year-old Tris is forced to make a terrible choice. In a divided society where everyone must conform, Tris does not fit. So she ventures out alone, determined to discover where she truly belongs. Shocked by her brutal new life, Tris can trust no one. And yet she is drawn to a boy who seems to both threaten and protect her. The hardest choice lies ahead.

»Taut and shiveringly exciting«

MELISSA MARR, bestselling author of WICKED LOVELY

»A heart-pounding debut«

KIERSTEN WHITE, bestselling author of PARANORMALCY

»Haunting vision of the future«

JAMES DASHNER, bestselling author of THE MAZE RUNNER

Bibliografie

Titel: Divergent
Autorin: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Seiten: 487
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0-00-742042-1
Reihe: Divergent / Bd. 1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Um fair zu sein, das Buch ist im Grunde nicht mal schlecht. Vermutlich gefällt es mir nicht so extrem gut, weil ich mich im Unterricht viel damit beschäftigt habe und gefühlt alles durchanalysieren musste, bis es mir nicht mehr gefiel, weil mir mal wieder negative Dinge aufgefallen sind.

Der Anfang fiel mir etwas schwer, weil ich mich erst mit dem Schreibstil von Veronica Roth anfreunden musste. Nach einigen Kapiteln war ich dann aber auch drin in der Geschichte, da der Schreibstil an sich wirklich einfach gehalten ist – trotzdem würde ich jemandem, der noch nicht so viele englische Bücher gelesen hat, nicht raten, zu diesem zu greifen. Bei Dystopien und Fantasy-Büchern tauchen gleichermaßen viele neue Begriffe auf, die meist nicht direkt erklärt werden, sondern die man sich selbst irgendwie anhand des Geschriebenen herleiten muss. Und da es sich bei „Divergent“ um eine Dystopie handelt, waren diese ganzen Begrifflichkeiten am Anfang noch recht verwirrend, und erst ca. ab der Hälfte habe ich komplett verstanden, welche Fraktion für welche Eigenschaften steht, etc.

Damit ihr gleich nicht auch in meiner Rezension verwirrt seid, was denn die ganzen Begriffe bedeuten, möchte ich kurz die dystopische Welt erklären, in der Tris lebt. Und zwar lebt sie im futuristischen Chicago (was man im Buch nicht erfährt – das musste ich googlen). Dort herrscht ein vollkommen anderes Bild der Gesellschaft als noch heute, denn die Bevölkerung ist in sogenannte Fraktionen (engl. Factions) aufgeteilt worden. Jede einzelne Fraktion zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus. Demnach ist Abnegation eine Fraktion, deren Mitglieder selbstlos sind und keinen Gedanken an sich selbst verschwenden. Tris ist in Abnegation aufgewachsen, doch bei einer Zeremonie (engl. Choosing Ceremony) muss jeder Teenager wählen, welcher Fraktion er letztendlich beitreten möchte. In der neuen Fraktion sind die Teenager noch keine offiziellen Mitglieder. Vorher müssen sie die Initiation durchlaufen, was im Grunde so etwas wie ein Aufnahmetest ist.

An sich ist die Idee dieser futuristischen Welt gar nicht so schlecht, nur leider etwas zu schlecht durchleuchtet. So erfährt man kaum etwas darüber, wie genau es zu der Aufteilung in unterschiedliche Fraktionen kam – das wird nur manchmal kurz angerissen, aber nie detailliert erklärt. Somit war diese Gesellschaftsordnung für mich nicht plausibel genug und ich konnte sie nicht mit der heutigen Welt in Verbindung setzen, weil das Zwischenstück gefehlt hat; das zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wie sie in „Divergent“ dargestellt wird.

Zugegeben, die erste Hälfte des Buches war auch ziemlich … nichtssagend. Ich gestehe, dass ich da mehr erwartet habe, aber das ginge vermutlich jedem von uns so. Ich hatte gehofft, dass sich die Geschichte nach den ersten eher langweiligen Kapiteln ein bisschen bessern würde, doch das ist dann eben erst ab der zweiten Hälfte passiert. Vorher war alles irgendwie ein Hin und Her, das keinen Mehrwehrt für den Verlauf der Handlung hatte.

Trotzdem fiel es mir leicht, mich mit Tris als Protagonistin zu identifizeren. Einerseits, weil sie ungefähr in meinem Alter ist (nur ein Jahr jünger), und andererseits, weil ich sie im Grunde recht sympathisch fand. Zumindest anfangs. Hinterher dann nicht mehr, weil sie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl hatte und von sich selbst immer nur schlecht gedacht hat, während gleichzeitig gefühlt alle Jungs um sie herum auf sie standen und sie wirklich gute Fortschritte während der drei Phasen der Initiation gemacht hat.

Doch während Tris recht tiefgründig ausgearbeitet war, genau wie Four, wirkten die Nebencharaktere ziemlich eindimensional. Über sie wurde nicht viel geschrieben, sodass ich auch nicht viel über sie erfahren konnte. Wäre das anders gewesen, dann hätte ich mich vielleicht auch mit Christina, Will oder Al anfreunden können, doch so blieben sie mir zu flach, während sich die Freundschaft zwischen Christina und Tris immer mehr in etwas Toxisches verändert hat.

Dennoch wurde die ganze Geschichte ab der zweiten Hälfte des Buches endlich spannender, was nicht nur daran lag, dass es einige Plot-Twists gab, die ich so nicht erwartet habe. Man hat mehr über Four erfahren (auch wenn ich schon vorhersehen konnte, wie sein richtiger Name lautete und wer er tatsächlich ist), und die Beziehung zwischen ihm und Tris ging tiefer. Und das meiner Meinung nach nicht zu schnell und nicht zu langsam, wobei Tris gerade gegen Ende hin sehr authentisch war, wie ich finde, als sie mit Four über ihre Beziehung gesprochen hat.

Der Showdown wirkte auf mich dann wieder etwas zu gehetzt, als hätte die Autorin keine Lust mehr, dem Buch ein wirklich würdiges Ende zu geben. Im Grunde spielte sich der ganze Krieg an nur einem einzigen Tag ab, was nicht sehr realistisch ist, wie ich finde, da trotzdem so unglaublich viele Dinge passiert sind.

Eines der wichtigsten Merkmale von Dystopien ist, dass sie eine futuristische Welt beschreiben, während gleichzeitig etwas in der Gegenwart kritisiert wird. Diese Kritik an der Gegenwart kam in „Divergent“ leider nicht gut zur Geltung, und war insgesamt auch eher schwach. Ich kann im Nachhinein nur aus dem Plot ableiten, dass wohl die Ständegesellschaften und das Schubladendenken Hauptaugenmerk der Kritik sein sollten, aber wie schon erwähnt, kam das nicht deutlich genug rüber.

Ich weiß natürlich nicht, ob einige der Dinge, die ich hier kritisiert habe, in den nächsten beiden Teilen der Reihe erläutert werden. Ich bin mir aber auch gar nicht so sicher, ob ich das noch erfahren möchte. Vermutlich werde ich einfach nur die Filme schauen, denn weder der zweite noch der dritte Teil der Reihe reizen mich zurzeit. Vielleicht kann mich ja jemand vom Gegenteil überzeugen?


Fazit

Ich glaube, das Hauptproblem, das ich mit „Divergent“ hatte, war, dass es mir insgesamt zu flach für eine richtig gute, mitreißende Dystopie war. Viele hypen das Buch, ich gehöre aber nicht dazu, denn ich habe einfach zu viele Kritikpunkte, und die Hälfte des Buches war ich einfach nur gelangweilt von der Geschichte.