Archiv der Kategorie: Liebesromane

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Rezension: »Mein fast perfekter Sommer« von Sophie Gonzales

Eine kurze Rezension zu einer kurzen Vorgeschichte…


Inhalt

Der 17-jährige Ollie Di Fiore verbringt die Sommerferien mit seinen Eltern in North Carolina, um seiner kranken Tante unter die Arme zu greifen. Doch schon sein erster Einsatz als Babysitter für seinen kleinen Cousin und seine Cousine droht in einer Katastrophe zu enden. Rettung naht in Form von Will Tavares – gutaussehend, charmant und ein wahres Wunder im Umgang mit kleinen Kindern. Ollie ist sofort hin und weg … Aber geht es Will genauso?


Bibliographische Angaben

Titel: Mein fast perfekter Sommer
Autorin: Sophie Gonzales
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: E-Book
Seiten: 101
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-641-28610-1
Reihe: Nur fast am Boden zerstört / Prequel


Meine Meinung

Endlich mal eine Vorgeschichte, die man sowohl vor als auch nach dem eigentlichen Buch lesen kann, ohne dass Verständnisprobleme auftauchen.

Schon »Nur fast am Boden zerstört« hat mir extrem gut gefallen, weshalb ich auch unbedingt »Mein fast perfekter Sommer« lesen musste, um ein paar mehr Seiten Will und Ollie zu bekommen.

Der Humor ist mal wieder auf den Punkt gebracht, es gab viele Szenen, in denen ich schmunzeln musste. Zudem wirkten die Dialoge und alles drum herum zutiefst authentisch und gar nicht überspitzt.

Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass sich die meisten Szenen doppeln, da es auch in »Nur fast am Boden zerstört« Rückblicke gibt. Ein paar mehr exklusive Einsichten in den Sommer von Will und Ollie hätten nicht geschadet, insbesondere zum Ende hin, wo dann aber doch recht viel übersprungen wurde.

Fazit

Zusammenfassend lohnt es sich aber auf jeden Fall, die Vorgeschichte zu lesen, egal ob vor oder nach »Nur fast am Boden zerstört«!

Rezension: »Nur fast am Boden zerstört« von Sophie Gonzales

Vielen Dank an das Bloggerportal und die Verlagsgruppe Random House für dieses Rezensionsexemplar! Und ein noch größeres Danke, weil es kein Problem dargestellt hat, dass ich die Rezension erst jetzt hochladen konnte.


Inhalt

Will Tavares ist der perfekte Sommerflirt – witzig, attraktiv und liebevoll – aber gerade als Ollie denkt, er hätte sein Happy End gefunden, enden die Sommerferien und Will antwortet nicht mehr auf seine Nachrichten. Um die Sache noch schwieriger zu machen, muss Ollie wegen eines Familiennotfalls ans andere Ende der USA ziehen. Was ihm deutlich weniger ausmacht, als er herausfindet, dass er von jetzt an auf dieselbe Schule wie Will geht – nur dass dieser Will nichts mit dem Jungen zu tun hat, mit dem Ollie seinen Sommer verbracht hat. Dieser Will ist ein Basketball-Crack, bekennt sich nicht zu seiner Sexualität und ist obendrein ein ziemlicher Idiot. Ollie denkt nicht daran, Will hinterherzutrauern. Doch dann taucht Will „zufällig“ ständig in Ollies Nähe auf: vom Cafeteria-Tisch bis hin zu Ollies Musikkurs. Und Ollies Entschluss gerät gehörig ins Wanken …

(Quelle: Amazon)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Nur fast am Boden zerstört
Originaltitel: Only Mostly Devastated
Autorin: Sophie Gonzales
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: Paperback
Seiten: 336
Verlag. cbj
ISBN: ‎ 978-3570166086
Deutsche Ersterscheinung: 26. Juli 2021


Meine Meinung

Schon nach der ersten Seite war ich völlig gefesselt vom Schreibstil der Autorin. Er ist an genau den richtigen Stellen mal witzig, mal emotionsgeladen und mal ernsthaftig. Allein dadurch hat mich das Buch schon komplett in seinen Bann gerissen.

Hinzu kommt dann noch der Humor, der unbedingt eine Erwähnung finden muss in dieser Rezension. Denn der ist einfach grandios! So oft musste ich über Ollies Gedanken und Worte schmunzeln oder sogar lachen, weil sie mir so sehr aus der Seele gesprochen haben, gleichzeitig aber einfach lustig waren.

Zudem ist die ganze Geschichte sehr tiefgründig ausgearbeitet. Immer mal wieder erfährt man als Leser*in in kleinen Rückblicken mehr über den vorangegangenen Sommer – was, nebenbei bemerkt, auch die Neugierde auf das Prequel steigert. Die detailreich ausgearbeiteten Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen haben ihr Übriges dazu getan. Allgemein hat mir die Zusammenstellung der Charaktere super gut gefallen, es gab viel Diversity und Freundschaften, die sich wunderbar ergänzt haben, auch wenn das die Charaktere selbst vielleicht nicht sofort erkannt haben.

Außerdem sind sowohl der Plot an sich, als auch auch die Liebesgeschichte zwischen Ollie und Will – und alle anderen Liebesgeschichten – sehr glaubhaft und realistisch dargestellt. Ich habe den Charakteren alles abgekauft, was sie gesagt oder getan haben, und war komplett in der Welt von Ollie und Will versunken.

Es spielt aber nicht „nur“ das Thema Sexualität eine große Rolle in dem Buch. Auch Trauer, Verlust, Freundschaft und natürlich Liebe sind Themen, die einen Platz finden, der nicht zu knapp kommt. Das macht das Buch für mich zu einem absoluten Wohlfühlbuch, das ich ohne Zweifel an alle weiterempfehlen werde!


Fazit

»Nur fast am Boden zerstört« von Sophie Gonzales ist eine absolute Empfehlung, ein Highlight und ein Pageturner für mich. Wer auf der Suche nach einer zuckersüßen, gleichzeitig aber auch emotional geladenen und humorvollen Story ist, der muss dieses Buch unbedingt lesen!

Rezension: »Unter der Drachenwand« von Arno Geiger

Dieses Buch musste ich für den Deutschunterricht über die Ferien lesen. Jetzt habe ich es beendet, bevor morgen die Schule wieder beginnt, und habe ein Highlight gefunden, womit ich vorher nie gerechnet hätte. Also, wer das Buch noch nicht gelesen hat: Lest es! Und falls ihr noch Überzeugungsarbeit braucht, könnt ihr euch ja meine nachfolgende Rezension durchlesen.


Inhalt

Wie lebt sich das Leben – nach fünf Jahren Krieg?

Drei junge Leute wissen nicht mehr, wie es weitergeht. Der Soldat Veit, ausgelaugt vom Krieg. Die Lehrerin Margarete mit ihren aus Wien verschickten Mädchen. Und die junge Margot mit ihrem Baby. Sie treffen am Mondsee, in der Nähe von Salzburg, unter der Drachenwand aufeinander. Was sie teilen, ist die Hoffnung, dass irgendwann wieder das Leben beginnt. Es ist 1944, der Weltkrieg fast sicher verloren, doch wie lang dauert er noch?

Ein Roman des Jahres 1944, über den einzelnen Menschen und die Macht der Geschichte, über die Toten und über die Lebenden.


Bibliographische Daten

Titel: Unter der Drachenwand
Autor: Arno Geiger
Genre: Historischer Roman
Format: Taschenbuch
Verlag: dtv
Seiten: 479
ISBN: 978-3-423-14701-9
Preis: 12,90 € [D]

Erster Satz: »Im Himmel, ganz oben, konnte ich einige ziehende Wolken erkennen, und da begriff ich, ich hatte überlebt.«


Meine Meinung

Hauptsächlich wird das Buch aus der Sicht von Veit erzählt, zwischendurch gibt es aber auch Briefe von anderen Personen; Briefe von der Mutter der Darmstädterin Margot an eben diese, Briefe zwischen Kurt und seiner Cousine Nanni, die eine verbotene Liebesbeziehung führen, und zu guter Letzt Briefe des sich auf der Flucht befindenden Juden Oskar Meyer an seine Cousine Jeannette, die in Südafrika lebt. All diese zunächst scheinbar willkürlich ausgewählten Schriftstücke binden sich zum Ende hin immer mehr in den eigentlichen Handlungsstrang ein, was im Rückblick eine sehr facettenreich ausgearbeitete, berührende und ehrliche Erzählung erzeugt. Somit wirkt die Geschichte wie aus dem Leben damals gegriffen, super realistisch und irgendwie echt.

Einige Charaktere wirkten teils naiv, aber immer sehr glaubhaft, nie wirkte etwas überspitzt oder überromantisiert. Man konnte gut erkennen, wie die einzelnen Figuren zum Krieg stehen, was sie sich von ihm erhofften, wie ihre Erwartungen an die Kriegsführung der Deutschen lauten und wie diese zum Ende hin immer schwieriger aufrecht zu erhalten sind.

Der Schreibstil ist sicherlich nicht für jeden etwas, ich fand ihn aber einfach großartig! Er hat auf jeden Fall großen Wiedererkennungswert und bietet einen tieferen Einblick in Veits Persönlichkeit, seine Gedanken und Gefühle.

Eine ganz eigene Atmosphäre beherrscht das Buch, immer etwas zwischen Hoffnungslosigkeit und purem Glück, mal düsterer, mal fröhlicher, aber immer ein stimmiges Zusammenspiel, das mich selbst die zeitliche Distanz zum zweiten Weltkrieg manches Mal hat vergessen lassen.

Dabei ist der Roman aber ganz und gar nicht belehrend, es gibt keine Wertung im eigentlichen Sinne. Stattdessen wird dem Leser selbst überlassen, was er aus der Geschichte mitnehmen möchte.

Allerdings muss auch gesagt werden, dass das Buch keinesfalls etwas für schwache Nerven ist! Anfangs geht Veit noch sehr distanziert durch die Geschichte, ist sich nicht sicher, ob das, was in Deutschland gerade passiert, richtig oder falsch ist. Nach und nach und mit zunehmenden Panikattacken nach seiner Zeit im Krieg beginnt jedoch auch er, sich eine Meinung zu bilden, anfangs noch zögerlich, am Ende immer unausweichlicher wird ihm bewusst, wie falsch dieser Krieg eigentlich ist.


Fazit

Für mich ist »Unter der Drachenwand« eines der besten Bücher, die in der NS-Zeit spielen, das ich je gelesen habe. Wer sich für das Thema interessiert, sollte diesen Roman auf jeden Fall lesen!

Highlight

Rezension: »Behind your Scars« von Tanya Bush

Endlich, endlich, endlich gibt es ein neues Buch von der wunderbaren Autorin Tanya Bush! Ich durfte dieses Mal wieder eine ihrer Ninja Readers sein und freue mich so, so sehr, dass ich das Buch gemeinsam mit ein paar anderen Bloggerinnen lesen durfte und jetzt auch rezensieren kann. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich es schon kaum mehr erwarten, bis »Promise you’ll be there« erscheint, Tanyas neuer Urban Fantasy Roman. Ach ja, und auf den zweiten Teil von »Behind your Scars« freue ich mich natürlich ebenfalls!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir kostenlos von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Das ändert nichts an meiner Bewertung.


Inhalt

Ein Neuanfang – das ist es, was Holly sich von ihrem Studium am Winterdale College erhofft, nachdem ein tragischer Unfall ihrem scheinbar perfekten Leben ein Ende gesetzt hat. Als sie dort auf Tyler trifft, der sich mit seiner offenen und warmherzigen Art immer mehr in ihr gebrochenes Herz schleicht, scheinen sich tatsächlich all ihre Hoffnungen zu erfüllen. Wäre da nicht noch Simon, Hollys einstige große Liebe, der in Tylers dunkelster Vergangenheit wühlt, um dieses Glück zu zerstören …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Behind your Scars
Autorin: Tanya Bush
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 392
Verlag: Selbstverlag
ASIN: B098B34L7J
Reihe: Behind your Past / Bd. 1
Preis (E-Book): 3,99 €


Meine Meinung

Also, wo soll ich anfangen? Schreibstil, Handlung, Charaktere? Eigentlich egal, weil es alles aufs gleiche hinausläuft, nämlich dass ich das Buch einfach nur großartig fand! Aber gut, irgendwie muss ich meine Meinung ja begründen, wegen konstruktive Kritik und so. Und natürlich, weil ich möchte, dass ALLE dieses Buch hier lesen!

»Behind your Scars« ist das, was ich selbst als richtig guten New Adult Liebesroman bezeichnen würde. Die Geschichte von Holly und Tyler ist herzzerreißend und fesselnd und auf ihre ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Ich würde sogar sagen, dass sie einzigartig ist – was man von vielen anderen New Adult Romanen nicht gerade behaupten kann (was an sich aber auch nichts Schlimmes ist, sofern man keine andere Ansprüche hat).

Mit Holly hat Tanya eine starke Protagonistin erschaffen, die ich gerne mal im echten Leben treffen würde. Sie hat natürlich an dem zu knabbern, was ihr in der Vergangenheit zugestoßen ist, aber sie lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, bleibt stark und richtet sich nach Tiefschlägen immer wieder auf, und das ist wirklich bewundernswert. Viele von uns können sich an Holly eine Scheibe abschneiden.

Na ja, und Tyler ist eben nicht der Bad Boy, sondern vielmehr ein Good Guy. Und zwar einer von der tollen Seite, überhaupt nicht klischeebehaftet, liebenswert und ebenso wie Holly mit einer Vergangenheit, die ihn stark geprägt hat. Auch er ist ein sehr starker Charakter, und ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht aus seiner Perspektive zu lesen (obwohl ich mich bei manchen Szenen schon gefragt habe, was er so gerade denkt xD).

Kurzum: Von den Charakteren konnte mich Tanya auf jeden Fall überzeugen. Ach ja, Ashley und Jayden sollte ich auch noch kurz erwähnen, damit die beiden sich nicht hinter meinem Rücken zusammentun und einen Eimer Wasser über mir ausleeren. Ashley ist Hollys beste Freundin und ich glaube, als solche macht sie sich auch ziemlich gut. Sie unterstützt Holly auch dann, wenn sie wütend auf sie ist, und sie stupst sie häufig in die richtige Richtung. Genau wie Jayden das bei Tyler macht.

So, jetzt zum Schreibstil. Eigentlich sollte Tanya bereits wissen, wie sehr ich ihren Schreibstil mag, aber ich schreibe das hier ja nicht nur für sie, sondern auch für mich und alle, die diese Rezension lesen. Von daher wiederhole ich mich gerne: Tanya schreibt einfühlsam und super humorvoll, weshalb ich während des Lesens oft lachen, aber auch weinen musste. Ach ja, und verzweifelt bin ich auch das ein oder andere Mal, wie es sich gehört. Nur am Anfang sind mir zwei-drei Tippfehler aufgefallen, die aber überhaupt nicht dramatisch sind.


Fazit

Ich denke, man kann über »Behind your Scars« sagen, dass es eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen ist, authentisch, mit allen Höhen und Tiefen und natürlich auch spannend und emotionsgeladen. Nur wegen der kleinen Tippfehler gibt es einen halben Stern Abzug hier auf meinem Blog, aber da sie für mich nicht so extrem schwer ins Gewicht fallen, werde ich auf Goodreads und Co. aufrunden. (Mehr dazu im Menü unter „Bewertungssystem“).

Rezension: »Madly« von Ava Reed

Ebenso wie »Truly«, habe ich auch »Madly« im Urlaub gelesen. Nachdem ich den ersten Teil der »In Love«-Reihe von Ava Reed so gut fand, habe ich etwas Ähnliches von »Madly« erwartet … und wurde maßlos enttäuscht.


Inhalt

June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht – aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quellle: Thalia

Titel: Madly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 414
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1297-5
Reihe: In Love / Bd. 2
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Fangen wir zunächst mit etwas Positivem an, nämlich Avas Schreibstil. Er ist flüssig zu lesen und vor allem humorvoll, was eine gewisse Leichtigkeit mitbringt, gleichzeitig kann er aber auch mal ernst sein. So kamen Emotionen gut rüber und ich konnte wenigstens größtenteils mit June und Mason mitfühlen. Dennoch bin ich der Meinung, dass »Madly« mit dem ersten Teil nicht mithalten kann, und das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, denn es geht um Selbstzweifel und Bodyshaming. Zwei Themen, die eigentlich in so gut wie jedem NA-Roman auftauchen sollten, weil es die Zielgruppe einfach stark betrifft.

June war mir bereits in »Truly« sympathisch, zumindest als Andies beste Freundin. In »Madly« stehe ich ihr jetzt eher zwiegespalten gegenüber. Einerseits kann ich ihre Selbstzweifel sehr gut verstehen, da ich selbst einige Probleme mit meiner Haut habe (wenn auch in anderem Sinne, denn ich habe Akne). Diese Probleme, die June mit sich selbst hat, wurden – zumindest meiner Ansicht nach – realitätsnah, aber zu nebensächlich abgehandelt. Insbesondere, wenn ich bedenke, dass es ein so emotionales Vorwort gibt, in welchem eine Triggerwarnung steht, etc.

Auf der anderen Seite ist June aufmüpfig, respektlos, in den unpassendsten Situationen unfreundlich und macht sich nichts daraus, ob sie mit ihren Worten andere Menschen verletzen könnte. Diese Eigenschaften kann ich an Menschen überhaupt nicht leiden, und genauso wenig an Buchfiguren. Zwar ist die positive Lebenseinstellung, die sie äußerlich zu haben scheint, sehr bewundernswert, und auch ihre Freundschaft zu Andie finde ich klasse. Trotzdem kann ich genau die Charakterzüge an ihr nicht leiden, die in diesem Buch so extrem hervorgetreten sind.

Zudem ist ihre Entwicklung für mich nicht ganz greifbar. Nach ihrer heftigen Kindheit, in der sie immer das Gefühl vermittelt bekommen hat, nicht gut genug zu sein, wäre es glaube ich realistischer gewesen, wenn sie sich zu einer schüchternen, zurückhaltenden Person entwickelt hätte, die nicht groß aus der Masse hervorstechen will. Möglicherweise fehlte aber an der Stelle auch einfach ein bisschen die Tiefe, die mir geholfen hätte, ihre Persönlichkeitsentwicklung nachzuvollziehen.

Na ja, Mason konnte ich in »Truly« schon nicht leiden, und das hat sich auch leider nicht geändert. Er ist zwar zu seinen Freund*innen ein echt guter Kumpel, auf den sie sich immer verlassen können, aber er akzeptiert einfach kein Nein. Er bedrängt June, belästigt sie in ihrer Freizeit und lässt dabei einfach nicht locker, dabei gibt sie ihm immer wieder deutlich zu verstehen, dass sie nicht mit ihm ausgehen möchte. Aber nein, ihr Körper scheint eine andere Sprache zu sprechen als ihr Mund, und an dem Glitzern in ihren Augen kann Mason natürlich sofort verstehen, dass sie ihn eigentlich doch ganz anziehend finde. Tut mir leid, wenn ich ein bisschen ausfallend wirke, aber so etwas geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. Nein heißt Nein. Da gibt es keinen Handlungs- oder Diskussionsspielraum. Wieso und weshalb June Nein sagt, spielt dabei auch keine Rolle. Sie ist nicht bereit dazu, in Mason mehr zu sehen als einen Freund, also sollte er das auch akzeptieren. Ehrlich gesagt verstehe ich ja schon nicht, warum sie ihn nach alldem noch als Freund sehen kann.

Aber noch einmal zu June zurück. Gerade, wo sie so große Probleme mit ihrem Aussehen hat, kann ich einfach nicht verstehen, wie sich trotzdem teilweise über Äußerlichkeiten geäußert wird, in einem Buch, dessen Message doch eigentlich lauten sollte: Du bist schön, so wie du bist und nicht anders. Beispielsweise wünscht June sich einmal, Mason würden Monobrauen wachsen, um ihm seine Attraktivität zu nehmen. I mean, dann berühren sich eben die Brauen in der Mitte, na und? Das macht einen Menschen doch nicht gleich hässlich! Oder auch zum Thema Akne: Es wird über die richtige Wahl des Make-ups geschrieben, damit man nicht durch die Verwendung des falschen eine „zweite Pubertät“ durchlaufen muss. Klar, ich kann verstehen, weshalb Akne nicht wünschenswert erscheint, aber dennoch ist es eine Hautkrankheit, die nicht nur Teenager betrifft und die sich oft nicht leicht behandeln lässt. Wenn man als Autor*in schon ein Buch schreibt, in dem es um Selbstakzeptanz geht, dann sollten solche Dinge einfach nicht darin auftauchen.

Ach ja, und was ich an June noch nicht leiden kann, ist, dass sie Mason mehrfach eine Geschlechtskrankheit wünscht. Das ist genauso ein No-Go wie jemandem den Tod zu wünschen. Egal, wie sehr ich bestimmte Personen nicht leiden kann, wünsche ich ihnen doch keine Geschlechtskrankheit oder den Tod!

Auch bei der Schlussszene, die genau wie in »Truly« wieder eine Sexszene ist (Warum muss es immer gleich Versöhnungssex sein, warum nicht einfach ein klärendes Gespräch am Ende? Meinetwegen auch danach!), habe ich den Kopf schütteln müssen, denn Mason sagt einmal eindeutig, dass June aufhören soll – und auch hier gilt: Nein heißt Nein. Allerdings scheinbar nicht für June, denn Masons Körper spricht ja eine andere Sprache. Danach ist zwar keine Rede mehr davon, dass June aufhören soll, aber dennoch ist es in dem Moment eine Vergewaltigung gewesen, weil Mason June gesagt hat, dass sie aufhören soll. Ob nur, weil er es anders möchte oder überhaupt nicht, ist in diesem Augenblick vollkommen egal – sollte es zumindest sein.

Ich hoffe, ich konnte euch verständlich machen, weshalb ich das Buch trotz der schönen Stellen, des Schreibstils, etc. nicht mochte.


Fazit

Von mir gibt es für »Madly« keine Leseempfehlung. Ich selbst habe es nur zu Ende gelesen, weil ich doch noch Hoffnung hatte, zumal es so hoch gelobt wurde überall. Vielleicht hätte ich es doch einfach abbrechen sollen.

Rezension: »Truly« von Ava Reed

Während ich im Urlaub war, habe ich »Truly« von Ava Reed gelesen und damit den ersten Teil der »In Love«-Reihe, die so groß gehyped wird in den Medien. Sei es auf Booktube, Bookstagram oder anderswo. Ob ich den Hype rund um »Truly« gerechtfertigt finde, erfahrt ihr in der Rezension hier.


Inhalt

Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Thalia

Titel: Truly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 383
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1296-8
Reihe: In Love / Bd. 1
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Tatsächlich konnte ich mich schon nach den ersten Seiten für »Truly« begeistern. Es ist einfach eine richtig tolle, gefühlvolle NA-Liebesgeschichte, die ein bisschen frischen Wind bringt – genau wie das Cover.

Die Geschichte von Andie und Cooper war mitreißend und authentisch. Ich konnte Andie völlig nachvollziehen, habe mit ihr gefühlt und sie als Protagonistin echt liebgewonnen. Ihre tollpatschige und humorvolle Art fand ich sehr erfrischend – sie und Cooper gleichen sich wirklich perfekt aus zusammen.

Auch June, Andies beste Freundin, mochte ich ganz gerne. Sie war viel lauter und aufgeweckter und hat mich mit ihrer Art manchmal ein bisschen an Gianna aus der Splitterherz-Trilogie erinnert. Auf jeden Fall hat sie mich auf ihre eigene Liebesgeschichte neugierig gemacht, um die es im zweiten Teil der Reihe, »Madly«, geht.

Doch so toll ich auch Andie, Cooper und June fand, konnte mich Mason nicht von sich überzeugen. Er ist Coopers bester Freund und Mitbewohner und gleichzeitig Andies Chef. Ich weiß, dass viele Leser*innen gerade von ihm so begeistert waren, ich konnte aber irgendwie nicht so richtig was mit ihm anstellen, auch wenn er eigentlich wirkte wie ein ganz netter Kerl. Dennoch fand ich seine Haltung Frauen gegenüber gerade am Anfang mehr als fragwürdig. Als es darum geht, ob Andie den Job in seinem Club bekommt, sagt er zu June, ohne Andie auch nur zu beachten: »Lernfähig, hübsch […] Und freundlich. […] Sie hat den Job.« (S. 46). Zudem nennt er sie, scheinbar aufgrund ihrer geringen Körpergröße, ständig »Kleines«. Ich weiß nicht, aber irgendwie klingt das für mich ziemlich herabwürdigend. Mal sehen, ob er mich in »Madly« von sich begeistern kann oder nicht.

Jetzt aber zu der Schlussszene, welche leider dann auch direkt eine Sexszene ist. Ich habe an sich nichts dagegen, es handelt sich schließlich um New Adult und da gehört das einfach irgendwie mit dazu. Dass diese Szene aber tatsächlich die Schlussszene ist, wirkt so, als seien alle Probleme zwischen Andie und Cooper dadurch gelöst. Danach kommt zwar noch ein Epilog, aber ich finde, ein Kapitel danach hätte dem Buch so gut getan! Ein klärendes Gespräch, etc. noch drangehängt, und dieser Kritikpunkt wäre für mich weggefallen. So aber leider nicht. Trotzdem muss ich noch erwähnen, dass ich es toll finde, wie Ava es schafft, Äußerlichkeiten, die viele Frauen* an sich zweifeln lassen, in dieser Szene als total normal darzustellen und nicht groß hervorzuheben. Das ist für mich auf jeden Fall noch ein großer Pluspunkt!


Fazit

»Truly« ist eine schöne New Adult Liebesgeschichte, voller Emotionen und Witz. An ein paar wenigen Stellen konnte sie mich nicht ganz von sich überzeugen, insgesamt kann ich das Buch aber nur empfehlen.

Rezension: »Dornenkuss« von Bettina Belitz

Mein Vorsatz, dieses Jahr viele angefangene Reihen zu beenden, scheint aufzugehen. Mit Dornenkuss habe ich die Splitterherz-Trilogie beendet und kann im Gegenzug eine neue Reihe anfangen!

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in dieser Rezension zu Spoilern kommen, welche die vorherigen beiden Teile, »Splitterherz« (Band 1) und »Scherbenmond« (Band 2) betreffen.


Inhalt

Achtung, Spoiler zu Teil 1 + 2 der Reihe!

Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern – und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht.

In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Dornenkuss
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 813
Verlag: script5
ISBN: 978-3-8390-0161-5
Reihe: Splitterherz / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 12,00 €


Meine Meinung

Mit »Dornenkuss« habe ich endlich auch die Splitterherz-Trilogie von Bettina Belitz beendet und kann sie auf meiner Liste der unbeendeten Reihen abhaken. Nachdem ich von Scherbenmond etwas mehr erwartet hätte (und gleichzeitig weniger problematische Aussagen), hat mir Dornenkuss wieder richtig gut gefallen. Wie gut, versuche ich im Folgenden ein bisschen zu erklären, in der Hoffnung, mit dieser Rezension auch andere (vielleicht ja auch euch?) für die Reihe begeistern zu können.

Wenn ich an das Buch zurückdenke bzw. an meine Lesezeiten damit, dann erinnere ich mich zuallererst daran, dass ich die Geschichte von Ellie, Colin und ihren Freund*innen Tillmann, Gianna und Paul sehr genossen habe und spannend fand. Es ist ein klarer roter Faden erkennbar, ohne dass dadurch Plot-twists und Wendungen vorhersehbar waren. Es kam so oft wieder was dazwischen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (ein bisschen suboptimal im Urlaub). Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht!

Die Charaktere aus der Reihe sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Ellie mit ihrem einnehmenden und aufbrausenden Temperament, Colin mit seiner düsteren Ausstrahlung, Gianna mit ihrer aufgeweckten, sturen und lauten Art, Paul mit seiner Gelassenheit und Ruhe, und Tillmann mit seiner Treue und seinem Einfallsreichtum. Bezüglich Ellie habe ich aber trotzdem die einzigen Kritikpunkte am ganzen Buch, denn ich konnte ihre Gefühle oft nicht ganz nachvollziehen, genauso wie ihre emotionalen Ausbrüche. Von einem auf den anderen Moment war sie plötzlich stinksauer und hat einen richtigen Tobsuchtanfall bekommen, das fand ich etwas befremdlich. Hinzu kommt, dass negative Gefühle in dem Buch eine sehr einnehmende Rolle spielen und positive eher nebensächlich abgehandelt wurden. Dadurch war bald die gesamte Atmosphäre in der Geschichte negativ geladen.

Mit Angelo kommt ein weiterer, interessanter Charakter mit ins Spiel. Er war mir von Anfang an suspekt, und Ellies Freundschaft zu ihm fand ich irgendwie merkwürdig. Zudem habe ich schon früh geahnt, was es mit ihm auf sich hat, nur die ganzen Ausmaße waren neu und überraschend für mich.


Fazit

»Dornenkuss« ist das grandios aufgearbeitete Finale der Splitterherz-Trilogie und absolut lesenswert. Ich spreche hiermit auf jeden Fall eine Empfehlung aus!