Archiv der Kategorie: Fantasy

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Rezension: »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« von Rick Riordan

Vor kurzem habe ich »Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth« beendet. Ob und wie es mir gefiel, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Da es sich bei dem Buch um den vierten Teil der »Percy Jackson«-Reihe handelt, treten höchstwahrscheinlich ein paar Spoiler zu vorherigen Bänden auf.


Inhalt

Die Armee des Titanen Kronos wird immer stärker! Nun ist auch Camp Half-Blood nicht mehr vor ihr sicher, denn das magische Labyrinth des Dädalus hat einen geheimen Ausgang mitten im Camp. Nicht auszudenken, was passiert, wenn Kronos und seine Verbündeten den Weg dorthin finden! Das müssen Percy und seine Freunde unbedingt verhindern. Unerschrocken treten sie eine Reise ins Unbekannte an, hinunter in das unterirdische Labyrinth, das ständig seine Form verändert. Und hinter jeder Biegung lauern neue Gefahren …

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 432
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-31156-6
Reihe: Percy Jackson / Bd. 4

Erster Satz: »Das Letzte, was ich in meinen Sommerferien wollte, war, noch eine Schule in die Luft fliegen zu lassen.«


Meine Meinung

Der Schreibstil von Rick Riordan war mal wieder sehr schön zu lesen. Durch den darin mitschwingenden Humor und die für ein Jugendbuch angemessene Wortwahl bin ich sehr schnell durch die Geschichte zu kommen, ohne irgendwas zu verpassen. Im Vergleich mit den vorherigen Teilen muss ich allerdings sagen, dass »Die Schlacht um das Labyrinth« weniger lustig war. In den ersten drei Bänden musste ich oft schmunzeln, an den unmöglichsten Stellen, was hier leider nur gegen Ende hin der Fall war.

Auch das Setting hat mir sehr gut gefallen. Durch die Ortsbeschreibungen konnte ich immer sofort ein Bild vor meinem inneren Auge entstehen lassen, was dafür gesorgt hat, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt komplett in der Geschichte rund um Percy und seine Freunde vertieft war.

Apropos Percy und seine Freunde: Die Charaktere waren ebenfalls richtig toll ausgearbeitet. Ich konnte mich sowohl in Percy, als auch in Annabeth, Nico, Rachel, Grover oder sogar Tyson hineinversetzen, da die Emotionen ziemlich gut rüberkamen. Nur manchmal – gerade zum Ende hin oder wenn er mit Nico gesprochen hat – hat Percy Sprüche rausgehauen, die nicht so klangen, als würde ein 14-Jähriger sie sagen, sondern eher ein weiser alter Mann.

Mein größter Kritikpunkt ist aber die Spannung. Leider konnte mich die Geschichte nämlich erst nach Seite 200 so richtig packen, und auch da war der Nervenkitzel jetzt nicht sooo riesig wie erhofft. Das Ende war dann wieder etwas vorhersehbar, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auskennt.

Fazit

Bisher war »Die Schlacht um das Labyrinth« der für mich schwächste Teil der Reihe. Es gab mir zu wenig Witz, Spannung und Wendungen, weshalb das Buch leider nicht mit seinen drei Vorgängern mithalten kann.

Rezension: »The School for Good and Evil – Wer ist der Stärkste im ganzen Land?« von Soman Chainani

Mein zweites Buch im Mai 2021 war fast doppelt so dick wie mein erstes (bei ungefähr 100 Seiten mehr), und trotzdem habe ich weniger als die Hälfte der Zeit zum Lesen gebraucht. Und das fand ich an sich schon sehr überraschend, weil ich vorher schon mit dem Gedanken gespielt hatte, die Reihe »The School for Good and Evil« abzubrechen. Nach dem fünften Teil hier werde ich den letzten Band aber auf jetzten Fall auch noch lesen!

Da es sich bei dem Buch um den fünften Teil einer Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auftauchen.


Inhalt

Das Böse hat die Herrschaft über Camelot an sich gerissen und den wahren König zum Tode verurteilt. Während Sophie und ihre Klassenkameraden gefangen genommen werden, gelingt Agatha nur knapp die Flucht. Gemeinsam mit den Schülern der Schule für Gut und Böse sucht Agatha nach einem Weg, Sophie und ihre Freunde zu befreien und den falschen König zu stürzen – bevor es zu spät ist.


Bibliographische Daten

Titel: The School for Good and Evil – Wer ist der Stärkste im ganzen Land?
Autor: Soman Chainani
Übersetzung: Ilse Rothfuss
Genre: High Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 607
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40188-8
Reihe: The School for Good and Evil / Bd. 5

Erster Satz: »Agatha rannte.«


Meine Meinung

Ich muss schon sagen, ich hätte nicht damit gerechnet, dass mir noch mal ein Buch aus dieser Reihe so gut gefallen würde. Erst habe ich sogar überlegt, ganze fünf Sterne zu geben, allerdings ist mir dann mein kleiner Struggle am Anfang des Buches wieder eingefallen, weshalb ich doch einen halben Stern abgezogen habe.

Und zwar fand ich es am Anfang ein bisschen sehr verwirrend, dass Agatha gefühlt um die halbe Welt gerannt ist, ohne eine Pause zu machen. Klar, sie hat Magie, aber die hat sie nicht angewendet. Und sie war komischerweise auch gar nicht so außer Puste, nachdem sie dreimal am selben Königreich vorbeigelaufen ist. Also ja, der Anfang war meiner Meinung nach nicht ganz stimmig, zumal man nicht sofort wieder zurück in die Geschichte kam, wenn man den vierten Teil schon vor einiger Zeit gelesen hat.

Im zweiten Kapitel kamen dann langsam ein paar Erinnerungen an den vierten Teil hoch, da die Geschehnisse noch mal ein wenig aufgearbeitet wurden. Das zweite Kapitel hätte meiner Meinung nach also eigentlich am Anfang stehen müssen, danach wäre das erste Kapitel in Ordnung gewesen – mit ein paar kleinen Änderungen, Agathas Ausdauer betreffend.

Ich fand es in den anderen Büchern schwer nachzuvollziehen, dass Agatha, Sophie und die anderen Charaktere im Buch schon siebzehn Jahre alt sein sollten. Es war erstens verwirrend für mich, dass sie Erstklässler an der Schule für Gut und Böse waren, und zweitens, dass sie sich auch eher wie 6-Jährige verhalten haben anstatt wie 17-Jährige. Aber genau dieses Problem hatte ich in diesem Buch auf einmal nicht mehr, die Charaktere wirkten irgendwie reifer und erwachsener auf mich.

Natürlich waren viele Dinge recht überzogen dargestellt, aber genau das macht die Reihe auch irgendwie aus. Sie ist dazu da, dass man mit den Charakteren mitfiebert und gleichzeitig einiges zu Grinsen hat. Da das in diesem Teil der Reihe super gut rübergekommen ist, habe ich das Buch auch in so kurzer Zeit, an nur drei Tagen (an denen ich lang Schule hatte!) verschlungen.

Der Schreibstil von Soman Chainani ist sehr schlicht gehalten, wenn nicht sogar einfach. Das passt irgendwie richtig gut zur Geschichte selbst, weshalb es auch so viel Spaß macht, beim Lesen nur so von einer Seite zur nächsten zu blättern und den Inhalt zu verschlingen. Es war aber auch allgemein ziemlich spannend, wie ich finde. Tatsächlich finde ich, dass man das Buch noch in zwei einzelne Bücher hätte teilen können, aber das wäre dann nicht auf dasselbe hinausgelaufen. Wobei, doch, schon irgendwie, denn dem zweiten Teil hätte ich dann komplette 5 Sterne gegeben. Aber gut, wie dem auch sei. Es gab im Grunde genommen zwei Höhepunkte, einen ca. bei der Hälfte, und einen am Ende. Und beide hatten einen Cliffhanger, wenn man so will. Also muss ich schleunigst den sechsten Band bestellen und ebenfalls verschlingen!


Fazit

Überraschenderweise hat der fünfte Teil meiner Meinung nach noch mal richtig das Potenzial der Reihe genutzt, anders als die vorherigen Teile. Genau das ist auch der Grund, weshalb ich Reihen so ungerne abbreche, weil es immer mal sein kann, dass ein richtig guter Band dazwischen ist, der von mir gelesen werden will.

Rezension: »Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen« von Rick Riordan

Endlich mal wieder ein Buddy-read! Zum neuen Jahr 2021 hatte ich mir vorgenommen, mehr Buddy-reads zu machen, und das klappt bisher ganz gut, nachdem ich im Januar schon einen zu „Two can keep a secret“ hatte. Jetzt habe ich zusammen mit @an_world_na und @nifflers_books den zweiten Teil von Percy Jackson gelesen – und geliebt.


Inhalt

Auch Percys siebtes Schuljahr verläuft alles andere als ruhig: Erst gerät sein bester Freund Grover in die Gewalt eines Zyklopen und dann vergiftet auch noch jemand den Baum der Thalia im Camp der Halbgötter und hebt so dessen magische Kräfte auf. Jetzt kann nur noch das goldene Vlies helfen! Wird es Percy gelingen, Grover und das Camp zu retten?


Bibliografie

Titel: Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 336
Verlag: Carlsen
Reihe: Percy Jackson / Bd. 2
ISBN: 978-3-551-31369-0
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Leider habe ich viel zu lange darauf gewartet, diese Reihe endlich weiterzulesen. Der Schreibstil von Rick Riordan zählt zu meinen allerliebsten, denn er ist humorvoll, witzig und vor allem authentisch. So ließ sich das Buch schnell und flüssig lesen, und an einigen Stellen musste ich mir auch ein Schmunzeln verkneifen – was nicht immer möglich war.

Obwohl es jetzt schon etwas länger her ist, seit ich den ersten Teil der Reihe gelesen habe, bin ich schnell wieder in die Geschichte reingekommen. Unter anderem lag das daran, dass mir die Ereignisse aus dem Vorgänger noch relativ gut in Erinnerung waren, auf der anderen Seite aber auch, weil man zwar im zweiten Teil ein bisschen ins kalte Wasser geworfen wird, jedoch auch in Erinnerungen von Percy einige Fragen noch mal beantwortet wurden.

Womit wir bereits bei Percy als Protagonist der Reihe wären. Im letzten Teil war einer meiner Hauptkritikpunkte, dass Percy sich nicht so recht wie ein Junge seines Alters verhalten hat. Das kam mir hier nicht mehr so vor. Er wirkte insgesamt realistischer, und gerade seine Leichtgläubigkeit hat meiner Meinung nach sehr gut zu seinem Alter gepasst – was jetzt nichts Beleidigendes sein soll, aber ich weiß selbst, dass ich in der achten Klasse rückblickend auch so war.

Auch die anderen Charaktere, etwa Annabeth, Grover, Clarisse und Tyson haben mir sehr gut gefallen. Jeder war unterschiedlich von der Persönlichkeit her, was immer wieder frischen Wind in die Geschichte gebracht hat, wenn ein neuer Charakter aufgetaucht ist. Dennoch muss ich leider auch anmerken, dass einige Dinge doch arg ins Lächerliche gezogen wurden. So waren einige Szenen nicht wirklich wichtig für den Handlungsverlauf und wurden einfach nur mit eingefügt, weil … ja, weil eben.

Trotzdem hat es sich an keiner Stelle gezogen, was mir wieder sehr positiv aufgefallen ist. Allerdings muss ich schon zugeben, dass ein paar mehr Seiten dem Buch nicht geschadet hätten; einige Ausführungen und Erklärungen mehr an den richtigen Stellen, dann wäre wirklich fast alles perfekt gewesen.

Die Atmosphäre war einfach klasse. Sie wurde bildgewaltig dargestellt, weshalb ich sofort mitgerissen wurde und das Gefühl hatte, genau wie Percy, Annabeth, Tyson und Clarisse auf dem Meer unterwegs zu sein.

Teilweise war die Handlung aber schon recht vorhersehbar. Ich kenne mich recht gut mit der griechischen Mythologie aus, weshalb ich viele Zusammenhänge schon früh erkannt habe – und dann hat es einfach zu lange gedauert, bis diese auch Percy eingefallen waren.


Fazit

Mir hat „Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen“ wirklich gut gefallen und ich werde auf jeden Fall sofort im dritten Teil weiterlesen. Zwar gab es einige Punkte, die mir nicht so zugesagt haben, aber das Buch ist auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung von mir.

Rezension: »Percy Jackson – Der Fluch des Titanen« von Rick Riordan

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »Percy Jackson«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auftauchen.


Inhalt

Bei den Göttern des Olymp herrscht Untergangsstimmung, denn die Titanen rüsten zum Krieg! Percy muss unbedingt bis zur Sonnenwende die Göttin Artemis befreien, die in die Klauen der finsteren Mächte geraten ist. Ein Abenteuer, das ihn und seine Freunde den gefährlichsten Kreaturen der griechischen Mythologie gegenübertreten lässt – und tödliche Gefahren birgt. Aber die Titanen haben offensichtlich vergessen, dass Percy mit allen Wassern gewaschen ist. Schließlich ist er der Sohn des Poseidon!


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Der Fluch des Titanen
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 368
Verlag: Carlsen
ISBN (Schuber): 978-3-551313690
Reihe: Percy Jackson / Bd. 5


Meine Meinung

Die »Percy Jackson«-Bücher von Rick Riordan zu lesen, macht einfach Spaß und ist zusätzlich noch mit unglaublich viel Spannung verbunden. Riordans Schreibstil finde ich nach wie vor einfach toll, allein schon deshalb lohnt es sich, die Reihe zu lesen. Ich finde, dieser Mix aus Humor und unterschwelliger Ernsthaftigkeit in einigen Situationen kam sehr gut rüber und hat das Ganze irgendwie zu etwas Besonderem gemacht.

Allerdings, wie man es vielleicht schon von mir erwartet, habe ich auch ein-zwei kleine Kritikpunkte zum dritten Teil dieser weltberühmten Reihe. Und zwar fand ich die Handlung ein wenig zu vorhersehbar, wenn man sich mit der griechischen Mythologie auskennt. Ich würde mich selbst jetzt nicht als Profi in dem Thema ansehen, aber ein bisschen was weiß ich doch, teils einfach durch andere Bücher mit griechischer Mythologie als Fantasy-Element, teils aus dem Lateinunterricht. Ja, in Latein lernt man tatsächlich auch etwas Spannendes! Aber nur manchmal.

Außerdem wirkte die Geschichte auf mich an manchen Stellen einfach zu gestellt. Quasi, als müsste jetzt unbedingt diese eine Reaktion erfolgen, damit die Story ihren Verlauf nehmen kann. Teilweise passte das meiner Meinung nach nicht hundertprozentig zu den Charakteren, wobei das auch wirklich nur an seltenen Stellen im Buch der Fall war.

Ansonsten haben die Charaktere auch in diesem Teil wieder weitestgehend altersgerecht gehandelt, was ich ziemlich gut finde. Mir ist sowohl im ersten »Percy Jackson«-Band als auch in den ersten drei »Harry Potter«-Büchern aufgefallen, dass die Charaktere, insbesondere die Protagonist*innen, oft nicht ihrem Alter entsprechend handeln, reden, etc. Das war im dritten Teil der Reihe rund um Percy Jackson zum Glück nicht der Fall, so konnte ich mich sehr gut auf die Geschichte einlassen und immer wieder ein paar Parallelen zum „echten“ Leben ziehen.


Fazit

Alles in einem würde ich sagen, dass »Percy Jackson – Der Fluch des Titanen« zwar noch Luft nach oben hat, an sich aber auf jeden Fall ein richtig gutes Buch ist, das man auf jeden Fall – genau wie den Rest der Reihe – lesen sollte. Shame on me, dass ich das noch nicht gemacht habe, aber die beiden letzten Teile werden auf jeden Fall bald folgen!

Rezension: »Das Bernstein-Teleskop« von Philip Pullman

Hey ihr Lieben!

Ich wünsche euch allen ein Frohes Neues und hoffe, dass ihr das letzte Jahr gut überstanden habt. Ich starte sofort wieder mit einer neuen Rezension, wie sollte es anders sein?

Da es sich bei „Das Bernstein-Teleskop“ um den dritten Teil der „His Dark Materials“-Trilogie handelt, kann es sein, dass in der Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auftauchen.


Inhalt

Wenn es unzählige Welten gab, warum öffnete das Messer dann nur Fenster zwischen dieser und seiner Welt?

Atemberaubende Abenteuer haben Lyra und Will schon bestanden, seit der Goldene Kompass sie zusammenbrachte. Aber ihre gemeinsame Reise ist noch lange nicht zu Ende. Immer deutlicher spürt Lyra, dass eine Antwort auf ihre Fragen nur im Reich der Toten zu finden ist. Gegen alle Widerstände steigen Will und sie in diese schrecklichste aller Welten hinab, fest entschlossen, eine alte Schuld zu sühnen und eine Prophezeiung zu erfüllen, von der sie nur eine vage Ahnung haben. Und sie wissen, dass am Ende dieses Weges noch größere Gefahren auf sie warten, denn die Allermächtigsten rüsten sich zur entscheidenden Schlacht zwischen Gut und Böse …


Bibliografie

Titel: Das Bernstein-Teleskop
Autor: Philip Pullman
Übersetzung: Wolfram Ströle, Reinhard Tiffert
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch (Schuber-Ausgabe)
Seiten: 605
Verlag: Carlsen
ISBN (Schuber): 978-3551357205
Reihe: His Dark Materials / Bd. 3
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Leider habe ich viel zu lange gezögert, „Das Bernstein-Teleskop“ zu lesen. Vor allem deshalb, weil ich die ersten beiden Teile eher mittelmäßig fand. Aber es ist gut, dass ich das Buch jetzt endlich gelesen habe, denn es hat mir so viel besser gefallen als ich erwartet hätte!

Wenn man das Buch liest, fällt sofort der außergewöhnliche Schreibstil auf, mit dem Philip Pullman die Welt rund um Lyra und Will in aller Ausführlichkeit und mit unfassbar viel Liebe zum Detail beschreibt. So scheint es beispielsweise, dass Pullmans eigene Erfahrungen in die Geschichte eingeflossen sind, da das Buch von Weisheiten und Beobachtungen nur so strotzt. In den ersten beiden Teilen war ich nicht so überzeugt von Pullmans Schreibstil, weil es durch die vielen Beschreibungen oft Längen gab, die die Freude am Lesen verdorben haben. Hier war das nicht so, denn trotz der Ausführlichkeit gab es nur wenige langatmige Stellen.

Unter anderem könnte das auch damit zu tun haben, dass es in „Das Bernstein-Teleskop“ endlich mal so richtig zur Sache ging. Es wurde gekämpft, es gab unglaubliche Spannungsmomente, und man hatte als Leser gar keine andere Wahl, als mit Lyra und Will mitzufiebern. Am Anfang, als Lyra noch tief geschlafen hat, war es außerdem richtig gut gelöst, wie ihre Träume immer am Ende eines Kapitels mitten im Satz abgebrochen wurden. Danach kam dann ein neues Kapitel aus einer anderen Sichtweise, teilweise auch aus einer anderen Welt, und am Ende ging es mit Lyras Traum genau an der Stelle weiter, an der er aufgehört hat. Das machte überhaupt erst deutlich, was sich alles währenddessen und danach abspielte.

Zudem ist auf den ersten Blick gar nicht zu erfassen, wie genau alles miteinander zusammenhängt. Denn am Ende fügen sich Handlungsstränge zusammen, von denen man nie gedacht hätte, dass sie etwas miteiannder zu tun haben könnten. So entsteht dann am Ende ein konkretes, aber auch kompliziertes Konstrukt aus vielen verschiedenen Ereignissen, das man ohne die Geschichte dazu gar nicht verstehen kann.

Zwischendurch fehlten mir allerdings ein paar Szenen. Beispielsweise war mir an zwei Stellen nicht klar, ob sich Mrs Coulter und Lord Asriel einfach bei bestimmten Dingen abgesprochen haben (wenn ja, wann?) oder ob sich das alles eher zufällig ereignete. Vielleicht weiß ja jemand von denen, die das Buch schon gelesen haben, was ich meine.

Will und Lyra haben sich natürlich auch weiterentwickelt, und zwar auf jeden Fall zum Besseren! Ich weiß noch, dass ich Lyra im ersten Teil eher nervig und erst später dann sympathisch fand, aber mittlerweile ist sie mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. Auch Will ist ein toller Charakter, weshalb ich es schade finde, dass ich die Reihe jetzt beendet habe. Das einzige, was mir nicht so gepasst hat zwischen den beiden, war, wie sich ihre Beziehung zueinander gegen Ende hin verändert hat. Auf einmal benahmen sie sich wie Erwachsene, obwohl sie doch erst 12 waren. Ich persönlich glaube nicht, dass irgendjemand in dem Alter schon so handeln könnte wie die beiden.

Am Ende folgten natürlich, wie auch schon in Band 1 und Band 2, die „Laternenbilder“. Diese waren noch mal ein kleines Highlight zum Ende hin, weil man so die Gelegenheit hatte, sich noch ein kleines Bisschen von den Charakteren zu verabschieden.


Fazit

„Das Bernstein-Teleskop“ übertrifft die beiden vorherigen Teile um ein Vielfaches. Es gab Spannung, wo vorher langatmige Stellen waren, und das Buch kam einem gar nicht so dick vor wie es eigentlich ist – dabei habe ich mich teilweise bei den ersten beiden Teilen durch die Seiten quälen müssen, wenn mal nichts passiert ist.

Rezension: »Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Eisiges Schweigen« von Erin Hunter

Hallöle ihr Lieben!

Das 100. Buch im Jahr 2020 ist gelesen und damit habe ich meine Goodreads Challenge geschafft!!! Ich kann es selbst gar nicht glauben, dass ich dieses Jahr so unglaublich viel gelesen habe – die Corona-Pandemie hatte da mit Sicherheit auch ein bisschen Schuld dran. Jetzt aber zur Rezension, ich hoffe, sie gefällt euch!


Inhalt

»Als er ein Leben verlor, hat der Geist einer anderen Katze seinen Körper gestohlen. Brombeerstern kann nicht mehr zurück.«

Endlich ist der Mondsee aufgetaut – der SternenClan jedoch hüllt sich weiterhin in eisiges Schweigen. Und der einst so gütige DonnerClan-Anführer Brombeerstern verhält sich merkwürdig: Streng kontrolliert er seinen Clan und die junge Kriegerin Stachelfrost soll ihm als seine Spionin Gesetzesverstöße melden. Es kommt zu einem Eklat unter den Clans. Nur der WolkenClan-Schüler Wurzelpfote ahnt, dass sich ein Betrüger eingeschlichen hat, während Brombeersterns Geist verzweifelt im Wald umherwandelt.


Bibliografie

Titel: Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Eisiges Schweigen
Autorinnen: Erin Hunter
Übersetzung: Anja Hansen-Schmidt
Genre: Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 377
Verlag: Beltz & Gelberg
ISBN: 978-3-407-75582-7
Reihe: Warrior Cats / St. 7 / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Ich finde es schwierig, meine Meinung zu diesem Buch hier aufzuschreiben, weil ich doch arg enttäuscht wurde. Normalerweise macht es mir Spaß, mal so richtig Dampf abzulassen, wenn ich ein Buch gelesen habe, das mir nicht so gefallen hat (kritisiert mich nicht dafür, manchmal braucht man sowas eben), aber hier tut es mir beinahe in der Seele weh. Womit ich nicht behaupten will, dass das Buch schlecht ist! Am besten lest ihr euch die Rezension komplett durch um zu verstehen, was genau ich meine.

Also, zuerst einmal spoilert der Klappentext im Grunde genommen schon die gesamte Story. Hätte der Verlag das anders gemacht und nicht erwähnt, dass in Brombeersterns Körper ein Betrüger steckt, hätte das eine Menge Frustration beim Lesen erspart. Wobei, das stimmt nicht. Auch die Autorinnen hätten den Prolog anders gestalten müssen, denn auch darin wird sofort erklärt, dass Brombeerstern einem Betrüger zum Opfer gefallen ist. Das hat leider die Spannung für beinahe das gesamte Buch zerstört.

Trotzdem finde ich das Buch nicht schlecht. Klar, die ersten zwei Drittel waren teilweise recht langatmig und nicht sonderlich spannend zu lesen, aber die Geschichte ist wirklich locker-flockig wegzulesen und der Schreibstil macht auch einfach Spaß.

Dennoch passiert insgesamt seeehr wenig während der knapp 380 Seiten. Erst im letzten Drittel, als Schattenpfote (später Schattenhelle) endlich erkennt, was es mit seinen Visionen auf sich hat, nimmt die ganze Geschichte an Fahrt auf. Auf einmal rebellieren Katzen, es kommt zu geheimen Plänen, und so weiter und so fort. In diesem letzten Teil konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Die Gefühle der Charaktere wurden ebenfalls sehr gut und anschaulich rübergebracht, wenn auch nicht immer hundertprozentig nachvollziehbar. So hätte ich beispielsweise in vielen Situationen komplett anders gehandelt, was mich wieder ein bisschen frustriert hat, aber das hat sicherlich auch mit den Persönlichkeiten der Charaktere zu tun.

Schattenhelle, Wurzelpfote und Stachelfrost sind nämlich ziemlich coole Protagonisten und ich habe sie schon tausendmal lieber gewonnen als Zweigast in der letzten Staffel. Aber das heißt nicht viel, denn Zweigast mochte ich nie so richtig. Nun gut, auf jeden Fall sind sie ziemlich gut ausgearbeitet, ihre Handlungen werden größtenteils begründet erklärt, und sie handeln auch ihrem Alter entsprechend, denn alle drei sind noch sehr jung und damit auch eher unerfahren.

Ach ja, das hätte ich eigentlich schon eher schreiben wollen, aber egal, dann schließe ich eben mit etwas Negativem ab. Ihr wisst ja jetzt zumindest, dass das Buch an sich nicht schlecht ist, ich nur ein paar Probleme damit hatte. Also, die Geschichte war für mich schon recht vorhersehbar. Und das bedeutet nicht, dass sie für jede Person vorhersehbar ist, denn ich habe von mehreren gehört, die überhaupt keine Ahnung hatten, was da so abgeht. Ich aber leider schon. Na gut, die Sache mit Schattenhelles Visionen hat wohl so gut wie jeder recht früh durchschaut, und dafür hat es doch arg lange gebraucht, bis er selbst auch mal dahinter gekommen ist. Aber das meine ich gar nicht, denn ich bin mir zu 90% sicher, wer der Betrüger ist, der Brombeersterns Körper gestohlen hat. Wenn das am Ende tatsächlich stimmen sollte, verliere ich die Hoffnung an die Erins – ihre Bücher würde ich aber trotzdem noch weiterhin kaufen und durchsuchten, egal wie schlecht.

Okay, genug ausgeschweift. An sich gab es in der Geschichte keine Logikfehler. Nur, wenn sich mein Verdacht, was den Betrüger angeht, bewahrheitet, hätte ich einen gefunden. Aber das kann ich natürlich erst dann beurteilen, wenn aufgelöst wird, wer der Betrüger ist. Und das wird hoffentlich nicht mehr die gesamte Staffel dauern. Statt Logikfehlern gab es allerdings wieder ein paar Vertauschungen von Charakteren und teilweise wurden die Namen verwechselt – so wurde aus Tigerstern plötzlich Tigerherz, was sein Kriegername gewesen ist. Wenigstens hielten sich diese Fehler aber noch in Grenzen, nicht so wie in der sechsten Staffel.

Das Ende hat mich leider recht enttäuscht zurückgelassen, obwohl es zugegeben ein richtig, richtig fieser Cliffhanger war. Im Grunde genommen ein klarer Schnitt mitten an einem Punkt, an dem sich die Spannung gerade zum Höhepunkt zugespitzt hat. Tja. Ich hätte aber wenigstens erwartet, dass man erfährt, wie die anderen Clans so reagieren – und DANN den Cliffhanger. Aber ich bin schließlich nicht die Autorin der Bücher (schade, eigentlich), weshalb ich nicht weiß, was sie sich dabei gedacht haben.


Fazit

Der zweite Teil der siebten „Warrior Cats“-Staffel ist keinesfalls schlecht, aber auch nicht so gut wie der vorherige Band. Eigentlich wäre er gar nicht zwingend für die Reihe notwendig gewesen, das hätte vermutlich auch gut noch in den vorherigen und den danachfolgenden Teil aufgeteilt werden können. Aber ich will nicht zu lange herumphilosophieren, was ich als Autorin anders gemacht hätte, weil es das Buch ja schon gibt, wie es eben ist. Aus dem Grund liegt meine Bewertung in der goldenen Mitte:

Rezension: »Märchenfluch – Der Kuss der Wahrheit« von Claudia Siegmann

Hallöchen ihr Lieben!

Tja, und schon habe ich auch den dritten und letzten Teil der Märchenfluch-Reihe von Claudia Siegmann beendet. Um ganz ehrlich zu sein, hab ich mir allerdings etwas mehr davon erhofft … Aber lest selbst, wie es mir gefallen hat.


Inhalt

Eigentlich könnten Flo und die anderen Märchennachfahren aufatmen: Schließlich haben sie ihre gefährlichste Feindin besiegt, die böse Fee Invidia. Doch die Herrscher über die Märchengemeinschaft haben große Pläne für Flo, die ihr Leben ins Chaos stürzen: Ausgerechnet sie soll die neue dreizehnte Fee werden und damit Unsterblichkeit erlangen. Ein Schicksal, das sie unwiederbringlich von allen Sterblichen trennen würde – nicht zuletzt von ihrem Freund Hektor und ihrer Schwester Vicky. Zu allem Überfluss scheint jemand den Märchenagenten Fallen zu stellen. Jemand, dem Flo mehr als jedem anderen vertraut hat …


Bibliografie

Titel: Märchenfluch – Der Kuss der Wahrheit
Autorin: Claudia Siegmann
Sprecherin: Katja Sallay
Genre: Fantasy
Format: Hörbuch
Dauer: 8 Std. 34 Min.
Verlag: Wunderkind Audiobooks
Reihe: Märchenfluch / Bd. 3
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Nach dem grandiosen zweiten Band hätte ich eigentlich erwartet, dass das Finale noch mal mit einigen Überraschungen auf mich wartet. Leider war dies nicht der Fall, aber dazu später mehr.

Die Sprecherin Katja Sallay hat ihren Job dieses Mal meiner Meinung nach nicht ganz so gut gemacht wie im zweiten Teil. Unter anderem, weil einige Charaktere plötzlich eine ganz andere Stimme bekommen haben als zuvor – so zum Beispiel Carlos, dessen zuvor dunkle Stimme in diesem Band ziemlich piepsig klang, als hätte er sich an einem Wollknäuel verschluckt – was ja wegen seiner katzenhaften Vorfahren auch kein Wunder gewesen wäre. Da hätte ich mir wirklich gerne einheitliche Stimmen gewünscht, da es in sich dann einfach stimmiger gewesen wäre.

Der Schreibstil von Claudia Siegmann ist nach wie vor flüssig, sodass man gut durch die Geschichte durchgekommen ist. Auch die Charaktere haben mir an sich wieder ganz gut gefallen, nur leider war Flora diejenige, die mindestens drei Viertel der Aufmerksamkeit bekommen haben, während sich die anderen das restliche Viertel untereinander aufteilen mussten. Dadurch war das Verhältnis ziemlich unausgeglichen und mir fehlte es generell, wie auch schon im letzten Teil, an Tiefe. Flora war mir in diesem Teil auch ein bisschen zu naiv. Im letzten hat sie noch so viel hinterfragt und immer wieder bewiesen, dass sie eine gute Auffassungsgabe hat (auch wenn Scitus immer etwas anderes behauptet), hier kam sie mir aber häufig seeehr schwer von Begriff vor. Auch hätte ich mir gewünscht, dass ihre Aktionen genauer erklärt werden. So gab es immer wieder Hinweise von Scitus, dann dachte Flora: „Scitus, du bist ein Genie!“, und es folgten Zeitsprünge, in denen wenig Inhalt vermittelt wurde, bis am Ende das Rätsel gelöst wurde. Da war ich manchmal wirklich aufgeschmissen, wie genau sie jetzt einige Dinge angestellt hatte.

Dieses Geflecht von Jonathan, Goldhaar und der bis zum Ende unbekannten Person, die Flo verrät, wurde auch nicht so stark beachtet wie wünschenswert gewesen wäre. Stattdessen war die ganze Sache, wer jetzt für was verantwortlich ist und warum einfach nur verwirrend und wurde auch nicht näher erklärt, da Flo diese Gedanken nie wirklich zu Ende geführt hat, bevor sie von irgendwas Wichtigem unterbrochen wurde.

Ich wusste eigentlich auch schon seit Scitus Offenbarung, dass Flo Gefahr läuft, einem Verräter in die Hände zu fallen, der aus ihrem engsten Umfeld kommt, wer damit gemeint ist. Die auffällige Verhaltensweise dieser Person war einfach zu offensichtlich und Flo war diesbezüglich extrem naiv. Ich könnte jetzt auch noch begründen, weshalb ich so empfinde, aber damit würde ich ziemlich krass spoilern, und das möchte ich lieber vermeiden. Ihr müsst euch also so mit meiner Einschätzung zufriedengeben.

Dennoch fand ich es ganz gut, wie mit den Märchen-Elementen gespielt und getrickst wurde, um immer wieder neue Ideen mit in die Geschichte einzubringen, die mal mehr, mal weniger Sinn ergeben haben, aber trotzdem immer faszinierend waren. Dadurch flachte die Spannung nicht noch weiter ab.

Das Ende ging mir einfach vieeel zu schnell. Alles kam mir extrem gewollt vor, und es gab keinen wirklichen Showdown wie im ersten und zweiten Teil, was mich ziemlich enttäuscht hat. Stattdessen gab es wie immer ein Happy End, woraufhin alles Friede-Freude-Eierkuchen war – so ganz märchenmäßig: Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Das kam mir dann doch ein bisschen übertrieben vor, gerade weil die meisten der Charaktere ja noch zur Schule gingen. Und dann wurde da teilweise schon übers Kinderkriegen gesprochen! Also bitte, mag zwar für manche realistisch sein, aber das ist doch eher unwahrscheinlich, würde ich mal sagen.


Fazit

Leider konnte mich der dritte Teil der Märchenfluch-Reihe nicht so richtig überzeugen. An sich hätte die Reihe gar keinen dritten Teil gebraucht, da in diesem viel geredet wurde, ohne irgendwelchen nennenswerten Inhalt zu vermitteln, wie es in den vorigen beiden Bänden der Fall gewesen ist.