Archiv der Kategorie: Fantasy

Fantasy-Literatur. Dazu zählt: Epic/High Fantasy, Hard Fantasy, Historische Fantasy, Lost World, Low Fantasy, Urban Fantasy, Animal Fantasy, Dark Fantasy, Fantasy of manners, Funny Fantasy, Heroische Fantasy, Magic realism, Mythische Fantasy, Paranormale Fantasy, Romantasy, Shenmo Fantasy, Superhelden-Fantasy, Sword and Sorcery und Zeitgenössische Fantasy.

Rezension: »Wolfsblut« von Jack London

»Wolfsblut« ist ein Buch, das ich eigentlich nur deshalb gelesen habe, weil es vorinstalliert auf meinem tolino war und ich im Urlaub keine Lust hatte, mir ein anderes E-Book zum Lesen runterzuladen. Irgendwie hab ich nicht damit gerechnet, dass mir das Buch so gut gefallen würde. Mehr dazu aber in der Rezension.


Inhalt

Als Sohn eines wilden Wolfs und einer den Menschen entlaufenen Wolfshündin kommt Wolfsblut zur Welt. Er wächst zur Zeit des Goldrausches in der rauhen Natur Alaskas auf. Dann aber verschlägt ihn das Schicksal zu den Menschen und eine Zeit des Leidens beginnt – bis Wolfblut einen Menschen als Freund gewinnen kann.

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

(Quelle: dtv)

Titel: Wolfsblut
Originaltitel: Wild Fang
Autor: Jack London
Übersetzung: Lutz-W. Wolff
Genre: Abenteuerroman
Seiten: 304
Verlag: dtv
Erstveröffentlichung: 1906
ISBN: 978-3-423-14239-7
persönliche Altersempfehlung: ab 14
Preis: 10,90 €


Meine Meinung

Vorab möchte ich einmal darauf hinweisen, dass »Wolfsblut« keinesfalls ein Kinderbuch ist, obwohl es häufig als solches bezeichnet wird. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Geschichte aus der Sicht eines Tieres, Wolfsblut, erzählt wird – und da Animal Fantasy häufig als Kinder- und Jugendliteratur abgestempelt wird, geschah dies auch mit diesem Klassiker der Weltliteratur.

Aber lasst mich an anderer Stelle anfangen. Das Buch ist in sich in fünf Teile gegliedert, die einander mit Ausnahme des ersten Teils in nichts nachstehen. Dass mir der erste Teil des Buches nicht so gut gefallen hat, liegt daran, dass er noch nicht aus Wolfsbluts Sicht erzählt wird, wie ich ursprünglich angenommen hatte, sondern aus der Sicht der beiden Männer Bill und Heinrich (im Original und in neueren Übersetzungen Henry). Diese müssen den Leichnam eines Edelmannes in die Stadt transportieren und werden dabei von einem Rudel hungriger Wölfe verfolgt. Im zweiten Teil wechselt dann die Perspektive, allerdings ist Wolfsblut – der eigentliche Protagonist – auch da noch nicht auf der Welt. Stattdessen wird aus Sicht von Wolfsbluts Eltern erzählt. Erst im dritten Teil, als Wolfsblut geboren wurde, geht es tatsächlich um dessen Schicksal und weiteres Leben.

Zugegeben, Jack Londons Schreibstil fand ich von vornherein grandios. Zwar wurde ich im ersten Teil manchmal etwas verwirrt, weil ich Schwierigkeiten hatte, Bill und Heinrich auseinanderzuhalten, aber ansonsten hab ich kaum etwas am gesamten Buch auszusetzen, da es insgesamt extrem einfühlsam, teils nüchtern, aber immer mitreißend erzählt wird.

Trotz all der Grausamkeiten, die Wolfsblut später begeht, war er mir immer ein sehr liebenswürdiger Charakter. Was unter anderem daran liegt, dass ich die Domestizierungsversuche der Menschen nicht gutheißen konnte. Andererseits war vermutlich genau das die Absicht des Autors, denn nur durch dieses Vor-Augen-Führen der menschlichen Gewissenslosigkeit (die dadurch, dass aus Wolfsbluts Perspektive erzählt wurde, stark in Kritik geraten ist) entsteht die Moral der Geschichte: Dass ein respektvoller Umgang mit anderen Lebewesen sich auch auf deren Persönlichkeit auswirkt und am Ende sowohl Mensch als auch Tier mehr davon haben. Gleichzeitig wurde auch die Unerbittlichkeit der Natur und der Kreislauf des Lebens sehr eindrucksvoll beschrieben. Das Buch schafft somit auch ein Bewusstsein in den Leser*innen für den Überlebensinstinkt von Wildtieren.

Da das Buch aus Wolfsbluts Sicht geschildert wird, ist eine gewisse Vermenschlichung von diesem nicht von der Hand zu weisen. Dennoch wirkte diese gar nicht so unrealistisch wie man möglicherweise annehmen könnte. Jack London hat sich scheinbar stark für Wölfe interessiert und zu einer Zeit logische Schlüsse gefasst, als diese Erkenntnisse noch gar nicht belegt waren. Diese Umsetzung ist so eindrucksvoll gelungen, dass ich es gar nicht schaffe, sie in die richtigen Worte zu fassen.

Und auch, wenn ich nicht ganz einverstanden mit den Domestizierungsversuchen an Wolfsblut bin, gab es auf eine gewisse Art auch ein Happy End. Das mag zwar nicht unbedingt realistisch sein, zeigt aber noch mal, dass mit den richtigen Erziehungsmethoden alle Lebewesen später ein glücklicheres Leben führen können.

Fazit

»Wolfsblut« ist ein Roman, der viele Genres miteinander vermischt und deshalb gar nicht so gut zu beschreiben ist. Es ist ein Abenteuerroman, Erziehungsroman und Animal Fantasy gleichzeitig. Diese Genres hat Jack London jedoch gekonnt miteinander kombiniert und ineinander verwoben, sodass ein spannendes, mitreißendes und bis zum Schluss aufwühlendes Ergebnis – »Wolfsblut« – dabei herumkam. Dabei ist das Buch auch nicht nur ein Jugendroman, sondern ebenso faszinierend für andere Generationen.

4 Sterne = Top

Rezension: »Unchained« von Jennifer L. Armentrout

Liebe Jennifer, warum musstest du mich mit diesem Buch so sehr enttäuschen? Ich hatte hohe Erwartungen, wirklich, aber leider konnte die Autorin diese nicht erfüllen. Ich hoffe sehr, dass sich das mit ihren neuen Büchern wieder ändert, denn eigentlich bin ich Besseres von ihr gewohnt.


Inhalt

Das Leben von Dämonenjägerin Lily Marks ist nicht leicht. Obwohl sie weiß, dass der gefallene Engel Julian ihr Todfeind sein sollte, ertappt sie sich dabei, dass sie nicht aufhören kann, an ihn zu denken – genauso wenig wie an die Gefühle, die er in ihr auslöst. Als Lily beschuldigt wird, eine Verräterin zu sein, droht ihr die komplizierte Beziehung zu Julian zum Verhängnis zu werden. Lilys einzige Chance, ihr altes Leben zurückzubekommen, besteht darin, den wahren Verräter unter den Jägern zu enttarnen. Wird der gefallene Engel ihr dabei helfen … oder ihr Leben zerstören?

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Thalia)

Titel: Unchained
Originaltitel: Unchained – Nephilim Rising
Autorin: Jennifer L. Armentrout
Übersetzung: Michaela Link
Genre: Urban Fantasy
Format: Paperback
Seiten: 432
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28246-8
Preis: 15,00€
Deutsche Ersterscheinung: April 2021


Meine Meinung

Es tut echt weh, diese Rezension zu schreiben, weil ich bisher noch kein Buch von Jennifer L. Armentrout so schlecht wie dieses fand. Als Begründung reicht das aber nicht, deshalb werde ich einfach mal versuchen, meine Meinung irgendwie in Worte zu fassen.

Zunächst einmal mag ich Jennifers Schreibstil normalerweise echt gerne. In diesem Buch kam er mir allerdings sehr holprig vor, weniger ausgefeilt als in ihren anderen Büchern. Ich gehe davon aus, das liegt daran, dass »Unchained« eines ihrer ersten Bücher ist, im Original ist es nämlich schon 2013 erschienen. Trotzdem muss ich das mit bewerten, denn ich wurde einfach nicht ganz warm mit dem Schreibstil.

Dann ist mir sofort im ersten Kapitel aufgefallen, dass »Unchained« scheinbar eine Art Vorgänger der »Dark Elements«-Reihe war. Also unabhängig von dieser, aber in einigen Details sehr ähnlich. Schon das erste Kapitel fängt fast genauso an, und auch die Thematik ähnelt sich bis zu einem gewissen Punkt. Mit dem Unterschied, dass »Dark Elements« sehr viel besser ist, von Schreibstil und Handlung her. Aus dem Grund kam es mir ein bisschen so vor, als würde ich einen schlechteren Abklatsch der »Dark Elements«-Reihe lesen, was ziemlich schade war.

Die Handlung an sich war nicht grauenhaft, versteht mich bitte nicht falsch. Aber sie blieb irgendwie zu flach. Es ging einfach nicht in die Tiefe, alles blieb sehr oberflächlich und geradlinig, ohne jeglichen Interpretationsspielraum. Zwar wurde nach und nach etwas Spannung aufgebaut, gerade Julian und dessen Absichten betreffend, aber mehr Thrill gab es leider nicht wirklich. Rechtschreibfehler gab es zum Glück wenn überhaupt nur so kleine, dass ich sie mittlerweile wieder vergessen habe, sonst wäre mein negatives Bild dieses Buches noch negativer gewesen.

Nun aber zu Lily, der Protagonistin. Ich mochte an ihr, dass sie offensichtlich eine starke Frau ist, die sich zu behaupten weiß und nichts einfach so auf sich sitzen lässt. Dass sie zu Beginn des Buches noch Jungfrau ist, setzt zudem ein Zeichen, dass es überhaupt nicht schlimm ist, auch mit 20, 30, 40 oder bis ans Lebensende jungfräulich zu bleiben, weil das jede*r für sich selbst zu entscheiden hat. Womit wir auch schon bei ihren negativen Eigenschaften wären, die vermuglich tough wirken sollten, ihre Wirkung bei mir aber leider verfehlt haben. Denn Lily ist nicht dazu in der Lage, ein normales Gespräch zu führen, ohne jemanden anzuschreien, aggressiv und handgreiflich dabei zu werden oder gleich jemanden ernsthaft zu verletzen. Dies gepaart mit ihrer Unfähigkeit logisch zu denken, wenn es um Julian geht, war nach vier Kapiteln bereits genug für mich; von da an fand ich es einfach nur nervig, weshalb ich teilweise ganze Absätze übersprungen habe.

Ihre Beziehung zu Julian ist noch so eine Sache, die mir negativ aufgestoßen ist. Denn Julian ist seit geschlagenen 11 Jahren ihr persönlicher Schatten und verfolgt sie, wohin sie auch geht, treibt sie damit in den Wahnsinn und versucht, sie zu verführen. Ein richtig mieser Stalker also. Lily fühlt sich aber trotzdem immer direkt zu ihm hingezogen, wenn er ihr so nahe kommt, dass es ihr bereits unangenehm ist. Diese Reaktion vermittelt ein sehr problematisches Selbstbild, zumal die Beziehung, die Julian und Lily entwickeln, der Inbegriff von toxisch ist.

Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem die Tatsache, dass Lily die einzige weibliche Figur in dem Buch ist. Sie ist eine Seltenheit unter den Nephilim (Dämonenjäger*innen) und wickelt ihre männlichen Kollegen mit ihrer geringen Körpergröße und äußerlich anzunehmenden Zerbrechlichkeit ständig um den Finger. Wenn das mal kein veraltetes Frauenbild ist, dann weiß ich auch nicht.


Fazit

»Unchained« kann ich leider nicht weiterempfehlen. Ich frage mich ehrlich gesagt, wie man zu dem Entschluss gekommen ist, dieses Buch auf Deutsch zu veröffentlichen, wo es doch so viele unglaublich gute englische Bücher gibt, die noch nicht übersetzt wurden. Aber das ist auch wieder nur meine subjektive Meinung, es gibt sicherlich auch Menschen, denen das Buch super gut gefallen hat. Nur gehöre ich leider nicht dazu.

Rezension: »Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Schleier aus Schatten« von Erin Hunter

Kurzfristig habe ich in zwei Tagen auch den dritten Teil der siebten Warrior Cats Staffel gelesen. Anfangs war ich nervös, weil ich zwar hohe Erwartungen an die siebte Staffel habe, mir der zweite Teil eben dieser aber leider nicht sonderlich gut gefallen hat.

Da es sich um den dritten Teil der siebten Staffel Warrior Cats handelt, treten in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Teilen und Staffeln auf.


Inhalt

Im Wald herrscht tiefes Misstrauen unter den Clans. Jede Katze hat Angst, gegen das Gesetz der Krieger zu verstoßen und angeklagt zu werden. Allein der SchattenClan-Anführer Tigerstern hat den Mut, sich dem tyrannischen Brombeerstern zu widersetzen und gibt den verstoßenen Katzen eine neue Heimat in seinem Territorium. Doch dann verschwindet sein geliebter Sohn Schattenhelle – wurde er getötet? Es kommt zur Zerreißprobe im Wald. Wer wird gewinnen und die Clans in die Zukunft führen – Brombeerstern oder Tigerstern?

Quelle: Thalia


Bibliographische Daten

Bildquelle: Thalia

Titel: Warrior Cats. Das gebrochene Gesetz – Schleier aus Schatten
Originaltitel: Warriors. The Broken Code – Veil of Shadows
Autorin: Erin Hunter
Übersetzung: Friederike Levin
Genre: Jugendfantasy
Einband: Hardcover
Seiten: 314
Verlag: Beltz & Gelberg
Reihe: Warrior Cats VII. / Bd. 3
Sprache: Deutsch
Preis: 14,95
ISBN: 978-3-407-75853-8


Meine Meinung

Glücklicherweise hat mir der dritte Teil der siebten Staffel wieder besser gefallen als der zweite. Was ich genauso gut fand wie bereits in den vorherigen Bänden ist der Schreibstil der Autorinnen (Erin Hunter ist das Pseudonym mehrerer Autorinnen). Das Buch macht einfach Spaß zu lesen, ist dabei nicht sonderlich anspruchsvoll und einfach schön zum Abschalten.

Ebenfalls gut gefallen hat mir die Handlung an sich. Sie war spannend von der ersten bis zur letzten Seite und ich hatte nie das Gefühl, dass sich etwas zu sehr in die Länge gezogen hätte. Ich konnte endlich mal wieder mit den Charakteren mitfiebern, auch wenn sich mein Verdacht, wer der Betrüger ist, der in Brombeersterns Körper sitzt, bisher weder bestätigt noch als falsch erwiesen hat, denn genau auf der letzten Seite, als es eigentlich zur Auflösung kommt – Cliffhanger. Zwar echt fies an genau dieser Stelle, aber auch ein sehr gutes Mittel, um die Vorfreude auf den nächsten Band zu steigern. Ich kann es kaum erwarten, auch das nächste Buch endlich zu lesen.

Des Weiteren habe ich keinerlei Logikfehler entdecken können, und soweit ich mich jetzt noch richtig erinnere, gab es nur ein einziges Mal eine Verwechslung der Charaktere, also schon sehr viel weniger als in den vorherigen beiden Teilen. Auch die Protagonist*innen konnten mich von sich überzeugen, ich mochte alle sehr gerne. Dennoch fehlt mir dieses mal ein bisschen die Differenzierbarkeit der einzelnen Persönlichkeiten … keine Ahnung, ob ich das jetzt verständlich ausdrücke, aber irgendwie wirkt es so, als hätten die Protagonist*innen alle eine unterschiedliche Vergangenheit, aber komplett die gleichen Ansichten, Werte, Stärken und Schwächen … Da war in den letzten Staffeln noch mehr Abwechslung drin.

Besonders auffällig ist auch Nebelsterns Verhalten in diesem Teil … Sie entwickelt sich immer mehr in die Richtung, die auch Kurzstern vor seinem Tod eingeschlagen hat und benimmt sich meiner Meinung nach einfach unmöglich. Ich würde das aber nicht unbedingt als Kritikpunkt auffassen, weil sie ja auch in der sechsten Staffel schon begonnen hat, sich von ihrer ursprünglichen Art wegzuentwickeln. Ich bin einfach gespannt, ob sie noch zu Verstand kommt oder nicht.

Der einzige Kritikpunkt, den ich sonst noch habe, bezieht sich auf den Kampf, der relativ am Ende des Buches stattfindet. Dieser war zwar eine logische Konsequenz aus dem, was zuvor passiert ist, der Ablauf selbst war aber doch sehr verwirrend. Im Grunde genommen war das einfach nur ein unübersichtliches Chaos, das die Autorinnen sicherlich noch besser hätten schreiben können.


Fazit

Alles in einem fand ich den dritten Teil der siebten Staffel Warrior Cats wieder sehr angenehm und mitreißend zu lesen, ich konnte mitfiebern und habe nur wenige Kritikpunkte.

Top

Rezension: »Dornenkuss« von Bettina Belitz

Mein Vorsatz, dieses Jahr viele angefangene Reihen zu beenden, scheint aufzugehen. Mit Dornenkuss habe ich die Splitterherz-Trilogie beendet und kann im Gegenzug eine neue Reihe anfangen!

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in dieser Rezension zu Spoilern kommen, welche die vorherigen beiden Teile, »Splitterherz« (Band 1) und »Scherbenmond« (Band 2) betreffen.


Inhalt

Achtung, Spoiler zu Teil 1 + 2 der Reihe!

Elisabeth Sturm hat am eigenen Leib erfahren, welche Gier, welche zerstörerische Kraft und welches Grauen in der Welt der Mahre lauern – und doch hält sie an ihrer Liebe zu Colin fest. Erschöpft und bis ins Mark verletzt, fürchtet und ersehnt sie den Tag, an dem er zurückkehrt und sie sich auf die Jagd nach Tessa machen, der uralten Mahrin, die ihr Glück bedroht.

In Italien hoffen sie, Tessa auf die Spur zu kommen und Hinweise auf Ellies verschollenen Vater zu erhalten. Fast gegen ihren Willen findet Ellie in der Hitze, dem Meer und der Kargheit des Landes die Ruhe, nach der sie sich seit Monaten sehnt, und dankbar gibt sie sich diesem neuen, freien Leben hin. Als von unerwarteter Seite ein Verbündeter auftaucht, scheinen die Antworten auf Ellies Fragen plötzlich greifbar. Aber je tiefer sie in das Geheimnis der Mahre eindringt, desto größer werden Ellies Zweifel: Ist selbst ihre Liebe nicht stark genug, um gegen Colins Hunger zu bestehen?


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Dornenkuss
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 813
Verlag: script5
ISBN: 978-3-8390-0161-5
Reihe: Splitterherz / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 12,00 €


Meine Meinung

Mit »Dornenkuss« habe ich endlich auch die Splitterherz-Trilogie von Bettina Belitz beendet und kann sie auf meiner Liste der unbeendeten Reihen abhaken. Nachdem ich von Scherbenmond etwas mehr erwartet hätte (und gleichzeitig weniger problematische Aussagen), hat mir Dornenkuss wieder richtig gut gefallen. Wie gut, versuche ich im Folgenden ein bisschen zu erklären, in der Hoffnung, mit dieser Rezension auch andere (vielleicht ja auch euch?) für die Reihe begeistern zu können.

Wenn ich an das Buch zurückdenke bzw. an meine Lesezeiten damit, dann erinnere ich mich zuallererst daran, dass ich die Geschichte von Ellie, Colin und ihren Freund*innen Tillmann, Gianna und Paul sehr genossen habe und spannend fand. Es ist ein klarer roter Faden erkennbar, ohne dass dadurch Plot-twists und Wendungen vorhersehbar waren. Es kam so oft wieder was dazwischen, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (ein bisschen suboptimal im Urlaub). Ich musste einfach wissen, wie es ausgeht!

Die Charaktere aus der Reihe sind mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Ellie mit ihrem einnehmenden und aufbrausenden Temperament, Colin mit seiner düsteren Ausstrahlung, Gianna mit ihrer aufgeweckten, sturen und lauten Art, Paul mit seiner Gelassenheit und Ruhe, und Tillmann mit seiner Treue und seinem Einfallsreichtum. Bezüglich Ellie habe ich aber trotzdem die einzigen Kritikpunkte am ganzen Buch, denn ich konnte ihre Gefühle oft nicht ganz nachvollziehen, genauso wie ihre emotionalen Ausbrüche. Von einem auf den anderen Moment war sie plötzlich stinksauer und hat einen richtigen Tobsuchtanfall bekommen, das fand ich etwas befremdlich. Hinzu kommt, dass negative Gefühle in dem Buch eine sehr einnehmende Rolle spielen und positive eher nebensächlich abgehandelt wurden. Dadurch war bald die gesamte Atmosphäre in der Geschichte negativ geladen.

Mit Angelo kommt ein weiterer, interessanter Charakter mit ins Spiel. Er war mir von Anfang an suspekt, und Ellies Freundschaft zu ihm fand ich irgendwie merkwürdig. Zudem habe ich schon früh geahnt, was es mit ihm auf sich hat, nur die ganzen Ausmaße waren neu und überraschend für mich.


Fazit

»Dornenkuss« ist das grandios aufgearbeitete Finale der Splitterherz-Trilogie und absolut lesenswert. Ich spreche hiermit auf jeden Fall eine Empfehlung aus!

Rezension: »Scherbenmond« von Bettina Belitz

»Scherbenmond« habe ich im Juni gelesen (ich weiß, ist schon etwas her …), aber da ich Anfang Juli in den Urlaub gefahren bin, hatte ich keine Gelegenheit mehr dazu, die Rezension zu schreiben … also gibt es sie heute, ungefähr einen Monat später. Die anderen Rezensionen folgen dann die Tage noch.

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Splitterherz-Trilogie. Aus dem Grund kann es in der Rezension zu Spoilern kommen, die den ersten Band betreffen. Hier geht es zu Teil 1: Splitterherz


Inhalt

(ACHTUNG, SPOILER ZU TEIL 1 DER REIHE!!)

Längst ist der Sommer vergangen, der Elisabeth Sturm die Augen öffnete für die gefährliche Welt der Mahre, der Sommer, in dem sie sich in einen von ihnen verliebte. Seit Monaten ist Colin nun verschwunden und Ellie quält sich durch einen nicht enden wollenden Winter. Die Tage tröpfeln gleichförmig vor sich hin, in den Nächten dagegen wird Ellie von Albträumen heimgesucht, die sie verstört zurücklassen.

Umauf andere Gedanken zu kommen, quartiert Ellie sich bei ihrem Bruder in Hamburg ein. Doch sie erkennt Paul kaum wieder: Er wirkt erschöpft und gehetzt und scheint etwas vor ihr zu verbergen. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto deutlicher überkommt Ellie ein Gefühl der Bedrohung und plötzlich weiß sie nicht mehr, wem sie noch trauen kann. Sie ahnt nicht, dass ihre Sorge um Paul und ihre Liebe zu Colin sie tiefer verletzen könnten als der abgründigste Traum …

(Quelle: Goodreads)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Scherbenmond
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 688
Verlag: Script 5
ISBN: ‎ 978-3839001226
Reihe: Splitterherz / Bd. 2
Preis (Hardcover): 19,95 €


Inhalt

Zugegeben, nach den ersten Kapiteln war ich recht geschockt und habe erst mal darüber nachdenken müssen, ob ich das Buch weiterlesen möchte. Zum einen gab es im ersten oder zweiten Kapitel einen – für mich eindeutigen – Fall von Fatshaming, also Fettfeindlichkeit. Es ging um einen übergewichtigen Polizisten, über den sich Ellie und ihre Mutter lustig gemacht haben – zwar nicht ihm gegenüber, aber untereinander. Und Ellie hat im Gedanken einige sehr gehässige Dinge von sich gegeben, die meiner Meinung nach schon grenzwertig waren. Dies ist auch ein Kritikpunkt, den ich so stehen lassen möchte. Vielleicht könnt ihr ja in den Kommentaren mal verraten, ob ihr selbst schon Fatshaming in Büchern (oder auch in der Realität) erlebt habt und wie ihr damit umgeht. Ich persönlich ziehe dem Buch allein deshalb schon Punkte von meiner Bewertungsskala ab. Denn in diesem Fall gab es keinen Interpretationsfreiraum diesbezüglich.

Zudem stellt Ellie fest, als sie in Hamburg ankommt, dass ihr Bruder in der Zeit, in der sie ihn nicht gesehen hat, schwul geworden ist. Also. Zum einen wird man nicht mal eben schwul, entweder man ist es oder man ist es nicht. Und nur, weil Paul vorher bereits eine Freundin hatte, heißt das ja nicht automatisch, dass er nicht trotzdem schwul sein kann. Dass er möglicherweise gar bisexuell ist, stand gar nicht zur Debatte, genauso wenig wie es für Ellie zur Debatte stand, dass Paul auf Männer* steht. Auf ihrer Webseite hat die Autorin, Bettina Belitz, einen Post verfasst, in dem es unter anderem genau um diese Kritik geht. Und auch, wenn sie nicht die Absicht hatte, homophobe Äußerungen zu machen (und immer noch nicht erkennen kann, wo genau es der Fall ist in ihrem Buch), kann ich persönlich die Kritikpunkte gut verstehen, denn mir ging es am Anfang genauso. Ich habe mir auch gedacht: Hui, das klingt jetzt aber schon echt homophob.
Pauls Freund, Francois, wird zudem nicht gerade freundlich dargestellt. Ellie kann ihn auf den Tod nicht ausstehen, er sie ebenfalls nicht, er ist besitzergreifend und das, was heutzutage in unserer Gesellschaft leider immer noch häufig als „typisch schwul“ angesehen wird. Also mal ganz von Ellies Reaktion auf den angeblich plötzlichen Wandel von Pauls Sexualität abgesehen, wird nicht gerade das beste und vorurteilsfreiste Bild von Homosexualität dargestellt.
Am Ende klärt sich das meiste auf. Dazu muss ich jetzt aber mal spoilern, weil das ein Kritikpunkt ist, den ich ohne Spoiler nicht beschreiben kann (um den Spoiler zu sehen, einfach den leeren Abschnitt markieren):

Paul ist letztendlich tatsächlich nicht schwul. Er wurde von seinem Freund Francois, einem Mahr, besessen, weshalb er selbst dachte es zu sein, und mit Colins und Ellies Hilfe wird er davon „geheilt“. Ich denke, ihr habt gerade alle die gleichen Gedanken wie ich. Ich bin mir sehr sicher, dass die Autorin nicht beabsichtigt hat, diese Message zu vermitteln, als sie das Buch geschrieben hat. Trotzdem finde ich diesen Punkt schon echt grenzwertig, zumal Francois selbst am Ende ja nicht schwul war, sondern sich nur so ausgegeben hat und stattdessen der Bösewicht der Geschichte war. Ich weiß auch nicht, aber ein paar J. K. Rowling – Vibes kamen da schon rüber bei mir.

Abgesehen von diesen Punkten fand ich das Buch aber wirklich richtig gut. Es war spannend und zutiefst nervenaufreibend, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Außerdem gab es da diese unterschwellig düstere Atmosphäre, die mich total gefesselt hat. Ich kann es nicht gut beschreiben, aber so war es. Auch die Charaktere waren alle – bis auf Francois – sehr authentisch dargestellt und haben mir wirklich gut gefallen. Ellie macht es sich und ihren Mitmenschen echt nicht leicht, weil sie so gerne und viel streitet. Na ja, und Gianna ist einfach nur toll, ich glaube, sie ist mein Lieblingscharakter aus dem Buch. Tillmann ist auch irgendwie cool drauf, auch wenn seine politische Unkorrektheit mich manchmal echt fassungslos gemacht hat. Weil er einfach so gar kein Blatt vor den Mund nimmt und damit häufig mal andere verletzt … Aber das ist eben irgendwie auch sein Charakter. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben kann.


Fazit

»Scherbenmond« ist eine größtenteils echt gelungene Fortsetzung von »Splitterherz«, wenn auch meiner Meinung nach der schwächste Teil der Trilogie. Einige Aussagen darin hätten so nicht sein müssen, und ein bisschen genaueres Hinsehen hätte ich mir da sowohl von Autorinnen- als auch von Verlagsseite gewünscht. Nichtsdestotrotz habe ich das komplette Buch lang mitgefiebert und -gerätselt, was das Zeug hielt. Es war teils wirklich spannend bis zum Gehtnichtmehr, von daher also durchaus kein schlechtes Buch.

Rezension: »Dark Heroine – Autumn Rose« von Abigail Gibbs

Ende Juni habe ich noch mal ordentlich Gas gegeben, um wenigstens die Bücher noch zu beenden, die ich mir für den Monat vorgenommen hatte. Dazu zählte auch »Autumn Rose« von Abigail Gibbs. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der »Dark Heroine«-Reihe handelt, kommt es im Laufe dieses Beitrags zu Spoilern bezüglich des ersten Bandes (»Dark Heroine«).


Bibliographische Daten

Titel: Dark Heroine – Autumn Rose
Autorin: Abigail Gibbs
Übersetzung: Diana Bürgel
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 477
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28083-9
Reihe: Dark Heroine / Bd. 2

Erster Satz: »Ich habe wohl immer gewusst, dass ich anders bin; dass mein Schicksal in Stein geschrieben ist und dass ein kalter, harter Thron einst der meine sein würde.«


Inhalt

Autumn Rose ist anders. Als Kriegerin mit magischen Kräften führt sie ein Leben voller Verpflichtungen. Das macht es nicht gerade einfach, Freundschaften zu schließen. Und dass ausgerechnet der gut aussehende Prinz Fallon ständig ihre Nähe sucht, verstärkt ihre Außenseiterposition nur noch. Doch Autumn bleibt keine Zeit für Grübeleien. Oder für Liebe. Denn finstere Mächte versuchen die Welt ins Chaos zu stürzen. Eine Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen: Neun dunkle Heldinnen sollen das Universum retten. Und die erste ist gerade erwacht …

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Teil der Reihe so unglaublich gut fand, hatte ich sehr hohe Erwartungen an »Autumn Rose« – zumal ich häufig Rezensionen gelesen habe, in denen das Buch als noch besser als Band 1 angepriesen wurde. Leider kann ich diese Einschätzung nicht ganz teilen, was ganz unterschiedliche Gründe hat.

Fangen wir aber erst mal mit dem Schreibstil von Abigail Gibbs an. Die Reihe hat ihren Ursprung tatsächlich auf Wattpad. Dort hat Abigail den ersten Teil komplett geschrieben, wobei natürlich bei der richtigen Veröffentlichung als Print dann noch Sachen geändert wurden, im Lektorat, etc. Das merkt man ihrem Schreibstil finde ich nicht an, wobei sie natürlich mit »Autumn Rose« auch schon ihren zweiten Roman geschrieben hat und somit auf ein bisschen Erfahrung zurückgreifen konnte.

Die Charaktere an sich mag ich auch gerne. Autumn ist eine starke Protagonistin, sie erinnert mich jedoch auch sehr an eine meiner Freundinnen, was ich in einigen Szenen eher als Zumutung empfand. Denn Autumn ist eine unglaublich temperamentvolle, wechselseitige und sprunghafte Persönlichkeit. Außerdem gerät sie schnell mal mit anderen aneinander, ist schnell gereizt und oft impulsiv – denkt gleichzeitig aber auch so viel nach, dass ich mich frage, was für ein riesiges Fassungsvermögen ihr Gehirn haben muss. Leider konnte ich dadurch aber auch nicht ganz warm mit Autumn werden – ich konnte sie einfach nicht einschätzen, weil sie im einen Moment super freundlich war, im nächsten wieder schlecht gelaunt und danach geradezu aggressiv gestimmt. Abgesehen von bereits erwähnter Freundin von mir kenne ich keine Person, die so schnell von einer Stimmung zur nächsten wechselt wie Autumn.

Fallon mochte ich ebenfalls gerne. Er ist einfach das komplette Gegenteil zu Kaspar (der in diesem Buch ZUM GLÜCK auch Auftritte hat, wenn auch erst am Ende). Er ist ruhig, aber nicht introvertiert, in den richtigen Situationen forsch, und dann wieder liebenswürdig-schüchtern. Einzig die Beziehung zwischen Autumn und ihm konnte ich nicht hundertprozentig nachvollziehen. Auf der einen Seite gab es da die Ablehnung, die Autumn gegenüber Fallons Familie allgemein empfand, auf der anderen Seite dann ihre Schwärmerei für ihn. Im einen Moment fand sie ihn nett, im nächsten hat sie ihn wieder von sich geschubst. Somit ging mir alles irgendwie zu sprunghaft von Statten. Ab einem gewissen Punkt hat sich die Beziehung zwischen Autumn und Fallon dann aber auch wieder kaum weiterentwickelt, bis es zum Ende kam. An diesem Punkt konnte ich nicht mal mehr nachvollziehen, wie die beiden so eng miteinander geworden sind, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Also leider ein wenig unauthentisch.

Auch die Handlung konnte mich nicht hundertprozentig von sich überzeugen. Größtenteils mochte ich die Handlung sehr, bloß gab es für meinen Geschmack zu wenig Action. Irgendwie ging es sehr viel um Politik, was so überhaupt nicht meins ist, zumal ich mich ja in dem System von Athenea (der Welt, in der das Buch teilweise spielt) nicht wirklich auskenne. So kam ich einige Male nicht ganz mit, und nicht immer war alles wirklich schlüssig für mich.

Anfangs – und im zweiten Drittel – gefiel mir der Umgang mit Depressionen und Suizidalität auch überhaupt nicht. Und auch zum Ende hin wurde das Thema meiner Meinung nach zu nebensächlich aufgegriffen. Immerhin wurde Psychotherapie als Weg zur Genesung genutzt, aber trotzdem finde ich, dass gerade so ein ernstes Thema nicht verharmlost werden sollte und mehr Aufmerksamkeit bekommen muss.

Fazit

Insgesamt ist »Autumn Rose« für mich zwar kein Highlight, aber an sich trotzdem ein ganz gutes Buch, bei dem der Autorin jedoch einige Fehler unterlaufen sind – bzw. Unzulänglichkeiten -, die in hoffentlich noch erscheinenden Teilen der Reihe besser gemacht werden.

Rezension: »Percy Jackson – Die letzte Göttin« von Rick Riordan

Endlich habe ich die »Percy Jackson«-Reihe beendet! Der letzte Teil hat mir ebenfalls gut gefallen, mehr dazu erfahrt ihr natürlich in dieser Rezension.

Da es sich bei »Percy Jackson – Die letzte Göttin« um den letzten Teil der Reihe handelt, treten in dieser Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auf.

Meine Rezensionen zu den anderen Teilen:
Percy Jackson – Diebe im Olymp (#1)
Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen (#2)
Percy Jackson – Der Fluch des Titanen (#3)
Percy Jackson – Die Schlacht um das Labyrinth (#4)


Bibliographische Daten

Titel: Percy Jackson – Die letzte Göttin
Autor: Rick Riordan
Übersetzung: Gabriele Haefs
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 461
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3551312464
Reihe: Percy Jackson / Bd. 5

Erster Satz: »Das Ende der Welt begann damit, dass ein Pegasus auf der Motorhaube meines Wagens landete.«


Inhalt

Jetzt ist Percy gefragt: Sein Todfeind Kronos holt zum letzten Schlag aus und marschiert auf den Olymp zu, mitten ins Herz von New York. Dabei sind doch die olympischen Götter alle ausgezogen, um gegen das wiedererstandene Monster Typhon zu kämpfen! Und zu allem Unglück haben Percys Freunde einen Spion in den eigenen Reihen …

(Quelle: Carlsen)


Meine Meinung

Da dies ja der fünfte und damit finale Band der Reihe rund um Percy Jackson und die griechischen Göttersagen ist, hatte ich schon recht hohe Erwartungen an das Buch. Glücklicherweise wurden diese fast alle erfüllt, jedoch leider auch nicht übertroffen.

Der Schreibstil von Rick Riordan lässt sich leicht und flüssig lesen, wie es sich für ein Jugendbuch gehört. Ich bin schnell durch die Geschichte gekommen und habe trotzdem nichts verpasst. Auch Riordans Humor kam in diesem Teil der Reihe wieder deutlicher hervor als in Teil 4, wie ich finde. So konnte ich einige Male mitgrinsen und musste in jedem Kapitel mindestens einmal schmunzeln.

Auch von der Spannung her mochte ich das Buch sehr gerne. Im Grunde geht es direkt auf der ersten Seite so richtig los, und das Ganze steigert sich dann bis zum Ende hin. Das Fieber der Schlacht wurde meiner Meinung nach gut dargestellt, wenn auch natürlich mit einer gehörigen Portion Humor und Witz dahinter. Trotzdem ließ sich alles mit der griechischen Mythologie erklären, egal wie merkwürdig die unterschiedlichen Monster auf einen wirkten (besonders die geflügelte Sau fand ich persönlich urkomisch).

Percy und seine Freunde sind jetzt auch um die 16 Jahre alt, was sehr angenehm war, weil ich allgemein lieber Bücher lese, in denen die Protagonsit*innen schon etwas älter als 13 sind. Die Unbeholfenheit von Percy, gleichzeitig aber auch seine Intelligenz und Voraussicht wirkten keinesfalls überzogen und passten meiner Meinung nach perfekt zu einem 15-jährigen Jungen. Auch Rachel, Grover und Tyson haben sich charakterlich weiterentwickelt, wenn auch Grover aus meiner Sicht am stärksten. Bei Annabeth hätte ich mir noch ein wenig mehr Charakterentwicklung gewünscht, im Grunde hat sie sich mit Hinblick auf den ersten Teil der Reihe kaum verändert.

Das ein oder andere Mal gab es auch ein paar kleinere Tippfehler, an einer Stelle fehlte ein Verb, aber ansonsten war auch vom Format her alles gut so, wie es war.


Fazit

»Percy Jackson – Die letzte Göttin« ist auf jeden Fall ein würdiges Finale der Reihe. Zwar gab es ein-zwei kleine Dinge, die meiner Meinung nach ein wenig verbesserungswürdig waren, aber ansonsten kann ich das Buch wirklich nur empfehlen – genau wie die ganze Reihe!