Archiv der Kategorie: Entwicklungsromane

(Anti-)Bildungsromane / Coming of Age und Erziehungsromane

Rezension: »Wolfsblut« von Jack London

»Wolfsblut« ist ein Buch, das ich eigentlich nur deshalb gelesen habe, weil es vorinstalliert auf meinem tolino war und ich im Urlaub keine Lust hatte, mir ein anderes E-Book zum Lesen runterzuladen. Irgendwie hab ich nicht damit gerechnet, dass mir das Buch so gut gefallen würde. Mehr dazu aber in der Rezension.


Inhalt

Als Sohn eines wilden Wolfs und einer den Menschen entlaufenen Wolfshündin kommt Wolfsblut zur Welt. Er wächst zur Zeit des Goldrausches in der rauhen Natur Alaskas auf. Dann aber verschlägt ihn das Schicksal zu den Menschen und eine Zeit des Leidens beginnt – bis Wolfblut einen Menschen als Freund gewinnen kann.

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

(Quelle: dtv)

Titel: Wolfsblut
Originaltitel: Wild Fang
Autor: Jack London
Übersetzung: Lutz-W. Wolff
Genre: Abenteuerroman
Seiten: 304
Verlag: dtv
Erstveröffentlichung: 1906
ISBN: 978-3-423-14239-7
persönliche Altersempfehlung: ab 14
Preis: 10,90 €


Meine Meinung

Vorab möchte ich einmal darauf hinweisen, dass »Wolfsblut« keinesfalls ein Kinderbuch ist, obwohl es häufig als solches bezeichnet wird. Das mag unter anderem daran liegen, dass die Geschichte aus der Sicht eines Tieres, Wolfsblut, erzählt wird – und da Animal Fantasy häufig als Kinder- und Jugendliteratur abgestempelt wird, geschah dies auch mit diesem Klassiker der Weltliteratur.

Aber lasst mich an anderer Stelle anfangen. Das Buch ist in sich in fünf Teile gegliedert, die einander mit Ausnahme des ersten Teils in nichts nachstehen. Dass mir der erste Teil des Buches nicht so gut gefallen hat, liegt daran, dass er noch nicht aus Wolfsbluts Sicht erzählt wird, wie ich ursprünglich angenommen hatte, sondern aus der Sicht der beiden Männer Bill und Heinrich (im Original und in neueren Übersetzungen Henry). Diese müssen den Leichnam eines Edelmannes in die Stadt transportieren und werden dabei von einem Rudel hungriger Wölfe verfolgt. Im zweiten Teil wechselt dann die Perspektive, allerdings ist Wolfsblut – der eigentliche Protagonist – auch da noch nicht auf der Welt. Stattdessen wird aus Sicht von Wolfsbluts Eltern erzählt. Erst im dritten Teil, als Wolfsblut geboren wurde, geht es tatsächlich um dessen Schicksal und weiteres Leben.

Zugegeben, Jack Londons Schreibstil fand ich von vornherein grandios. Zwar wurde ich im ersten Teil manchmal etwas verwirrt, weil ich Schwierigkeiten hatte, Bill und Heinrich auseinanderzuhalten, aber ansonsten hab ich kaum etwas am gesamten Buch auszusetzen, da es insgesamt extrem einfühlsam, teils nüchtern, aber immer mitreißend erzählt wird.

Trotz all der Grausamkeiten, die Wolfsblut später begeht, war er mir immer ein sehr liebenswürdiger Charakter. Was unter anderem daran liegt, dass ich die Domestizierungsversuche der Menschen nicht gutheißen konnte. Andererseits war vermutlich genau das die Absicht des Autors, denn nur durch dieses Vor-Augen-Führen der menschlichen Gewissenslosigkeit (die dadurch, dass aus Wolfsbluts Perspektive erzählt wurde, stark in Kritik geraten ist) entsteht die Moral der Geschichte: Dass ein respektvoller Umgang mit anderen Lebewesen sich auch auf deren Persönlichkeit auswirkt und am Ende sowohl Mensch als auch Tier mehr davon haben. Gleichzeitig wurde auch die Unerbittlichkeit der Natur und der Kreislauf des Lebens sehr eindrucksvoll beschrieben. Das Buch schafft somit auch ein Bewusstsein in den Leser*innen für den Überlebensinstinkt von Wildtieren.

Da das Buch aus Wolfsbluts Sicht geschildert wird, ist eine gewisse Vermenschlichung von diesem nicht von der Hand zu weisen. Dennoch wirkte diese gar nicht so unrealistisch wie man möglicherweise annehmen könnte. Jack London hat sich scheinbar stark für Wölfe interessiert und zu einer Zeit logische Schlüsse gefasst, als diese Erkenntnisse noch gar nicht belegt waren. Diese Umsetzung ist so eindrucksvoll gelungen, dass ich es gar nicht schaffe, sie in die richtigen Worte zu fassen.

Und auch, wenn ich nicht ganz einverstanden mit den Domestizierungsversuchen an Wolfsblut bin, gab es auf eine gewisse Art auch ein Happy End. Das mag zwar nicht unbedingt realistisch sein, zeigt aber noch mal, dass mit den richtigen Erziehungsmethoden alle Lebewesen später ein glücklicheres Leben führen können.

Fazit

»Wolfsblut« ist ein Roman, der viele Genres miteinander vermischt und deshalb gar nicht so gut zu beschreiben ist. Es ist ein Abenteuerroman, Erziehungsroman und Animal Fantasy gleichzeitig. Diese Genres hat Jack London jedoch gekonnt miteinander kombiniert und ineinander verwoben, sodass ein spannendes, mitreißendes und bis zum Schluss aufwühlendes Ergebnis – »Wolfsblut« – dabei herumkam. Dabei ist das Buch auch nicht nur ein Jugendroman, sondern ebenso faszinierend für andere Generationen.

4 Sterne = Top

Rezension: »Mein fast perfekter Sommer« von Sophie Gonzales

Eine kurze Rezension zu einer kurzen Vorgeschichte…


Inhalt

Der 17-jährige Ollie Di Fiore verbringt die Sommerferien mit seinen Eltern in North Carolina, um seiner kranken Tante unter die Arme zu greifen. Doch schon sein erster Einsatz als Babysitter für seinen kleinen Cousin und seine Cousine droht in einer Katastrophe zu enden. Rettung naht in Form von Will Tavares – gutaussehend, charmant und ein wahres Wunder im Umgang mit kleinen Kindern. Ollie ist sofort hin und weg … Aber geht es Will genauso?


Bibliographische Angaben

Titel: Mein fast perfekter Sommer
Autorin: Sophie Gonzales
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: E-Book
Seiten: 101
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-641-28610-1
Reihe: Nur fast am Boden zerstört / Prequel


Meine Meinung

Endlich mal eine Vorgeschichte, die man sowohl vor als auch nach dem eigentlichen Buch lesen kann, ohne dass Verständnisprobleme auftauchen.

Schon »Nur fast am Boden zerstört« hat mir extrem gut gefallen, weshalb ich auch unbedingt »Mein fast perfekter Sommer« lesen musste, um ein paar mehr Seiten Will und Ollie zu bekommen.

Der Humor ist mal wieder auf den Punkt gebracht, es gab viele Szenen, in denen ich schmunzeln musste. Zudem wirkten die Dialoge und alles drum herum zutiefst authentisch und gar nicht überspitzt.

Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass sich die meisten Szenen doppeln, da es auch in »Nur fast am Boden zerstört« Rückblicke gibt. Ein paar mehr exklusive Einsichten in den Sommer von Will und Ollie hätten nicht geschadet, insbesondere zum Ende hin, wo dann aber doch recht viel übersprungen wurde.

Fazit

Zusammenfassend lohnt es sich aber auf jeden Fall, die Vorgeschichte zu lesen, egal ob vor oder nach »Nur fast am Boden zerstört«!

Rezension: »The Upper World – Ein Hauch Zukunft« von Femi Fadugba

»The Upper World – Ein Hauch Zukunft« ist das Debüt des Autors Femi Fadugba und wurde mir vom Bloggerportal als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.


Inhalt

Esso, ein schwarzer Teenager aus der Londoner Südstadt, verliert bei einem Autounfall das Bewusstsein und sieht plötzlich Szenen aus der Zukunft. Darin ist sein Leben in Gefahr, das seiner Freunde – und das Leben seiner großen Liebe Nadia. Das will er um jeden Preis verhindern. Doch dazu braucht er die Hilfe eines Mädchens aus der Zukunft…

Femi Fadugbas spektakuläres Debüt: ein hoch spannender Zeitreise-Thriller mit politischer Botschaft, der alle Genregrenzen sprengt.


Bibliographische Daten

Titel: The Upper World – Ein Hauch Zukunft
Autor: Femi Fadugba
Übersetzung: Alexandra Ernst
Genre: Science Fiction
Format: Hardcover
Seiten: 414
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-16622-2


Meine Meinung

Wer das Bloggerportal kennt, weiß, dass Blogger*innen dort Bücher, die innerhalb der Verlagsgruppe Random House erschienen sind oder noch erscheinen, als Rezensionsexemplar anfragen können. Meine Anfrage für »The Upper World« rührt daher, dass mich Cover und Klappentext des Buches sofort angesprochen haben. Sofort habe ich auf eine vielversprechende Geschichte gehofft, wobei ich eigentlich dachte, dass sie eher in die Fantasy-Richtung geht.

Letztendlich wurde mir aber etwas ganz anderes aufgetischt als ich erwartet hatte, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Tatsächlich würde ich das Buch im Bereich Science Fiction einordnen, denn Wissenschaften – insbesondere Physik und Philosophie – spielen eine sehr große Rolle in dem Buch.

Da ich auf so gut wie allen Gebieten der Physik unzureichend bewandert bin, um es mal vorsichtig auszudrücken, war das Buch dann schon anspruchsvoll für mich. Ab der zweiten Hälfte dann in Teilen auch schon wieder zu anspruchsvoll. Zwar wurden alle physikalischen Erklärungen durch Skizzen sowohl mitten im Buch als auch im Anhang – und in letzterem Fall durch Fußnoten gekennzeichnet – veranschaulicht und zudem auch vereinfacht dargestellt, aber gegen Ende des Buches hin nahm der physikalische Aspekt der Geschichte dann die Überhand, sodass ich mehrfach Verständnisprobleme hatte und der Storyline nicht mehr 100%ig folgen konnte.

Genau deshalb kam die Spannung teilweise nicht ganz bei mir an, obwohl sie mit jedem Kapitel gesteigert wurde. Sobald ich dann aber wieder durch irgendwelche Formeln aus dem Konzept gekommen bin, war auch die Spannung wieder dahin.

Was mich allerdings immer hat weiterlesen lassen, waren die Charaktere. Obwohl die Nebencharaktere etwas zu flach geblieben sind, konnte mich die Ausarbeitung der beiden Protagonist*innen Esso und Rhia überzeugen. Esso mit seinem selbstironischen Humor war sehr erfrischend und hat zudem einen sehr realitätsnahen Einblick in die Welt (und die Schwierigkeiten) der heutigen Jugend geboten. Rhia auf der anderen Seite steht stellvertretend für die Generation Jugendlicher in 15 Jahren. Auch wenn sie mir zum Ende hin etwas zu schnell Zusammenhänge begreift, die mir nicht mal in den Sinn gekommen wären, war sie mir sogar ein klitzekleines Bisschen sympathischer als Esso.

Fazit

Alles in einem würde ich das Buch zwar weiterempfehlen, aber mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass zumindest physikalische Grundlagen da sein sollten sowie ein Vermögen von abstraktem Denken, da es sonst schnell – wie bei mir – zu Verständnisschwierigkeiten kommen könnte.

Rezension: »Als die Stadt in Flammen stand« von Kimberly Jones und Gilly Segal

Herzlichen Dank an das Team vom Bloggerportal und der Verlangsgruppe Random House für dieses Rezensionsexemplar!


Inhalt

Ein schwarzes und ein weißes Mädchen. Eine Stadt in Flammen. Nur gemeinsam können sie überleben.

Lena hat Stil, einen coolen Freund und einen Plan. Campbell dagegen will einfach nur das Jahr an der neuen Schule schaffen. Als die Mädchen ein Footballmatch besuchen, geraten sie plötzlich in eine Auseinandersetzung der Zuschauer. Eine Eskalation, die von Hass und Gewalt getragen ist und bei der sich beide unverhofft Seite an Seite wiederfinden.

Lena und Campbell sind nicht befreundet. Doch das ist unwichtig, wenn die Stadt in Flammen steht und sie aufeinander angewiesen sind, wollen sie die Nacht überleben …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Als die Stadt in Flammen stand
Originaltitel: I’m Not Dying with You Tonight
Autorinnen: Kimberly Jones, Gilly Segal
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: Taschenbuch
Seiten: 271
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-31463-0
Deutsche Ersterscheinung: 13. September 2021


Meine Meinung

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen, weshalb ich es auch sofort beim Bloggerportal anfragen musste. Nach den ersten zwei Kapiteln war ich mir dann aber doch nicht mehr so sicher, ob mich dieses Buch würde begeistern können. Mit Campbell konnte ich sofort relaten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, aber Lena fand ich sehr schwierig. Besonders Lenas Beziehung zu ihrem Freund Black, die so offensichtlich toxisch war, dass ich es schon als Qual empfand, aus ihrer Sicht über ihn zu lesen.

Ich habe mich aber aufgerafft und weitergelesen – und das hat sich aber sowas von gelohnt! Ich hatte keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde und wurde diesbezüglich auf ganzer Linie überrascht. Mit der Zeit habe ich Lena besser kennengelernt und mittlerweile ist sie mir sogar richtig ans Herz gewachsen – auch wenn ihre Beziehung zu Black immer noch toxisch ist. Und das ist auch ein Kritikpunkt meinerseits, denn das Thema wurde zwar zwischendurch via Campbell oder Lenas besten Freundin LaShunda angesprochen, jedoch nie abgehakt. So blieb also auch zuletzt offen, ob Lena Black sein Verhalten während dieser einen katastrophalen Nacht wie all die Male zuvor wieder verzeihen würde oder nicht.

Dennoch fand ich Black am Ende auch gar nicht mehr so schrecklich als Charakter. Bloß seine und Lenas Beziehung zueinander. Black selbst hat in den letzten paar Kapiteln noch mal bewiesen, dass er eigentlich ein ganz guter Kerl ist, aber das entschuldigt noch lange nicht sein Verhalten Lena gegenüber.

Besonders gut jedoch fand ich die Darstellung von (Alltags-)Rassismus und Vorurteilen im Allgemeinen. Campbell und Lena sind beide im Laufe der Geschichte über sich hinausgewachsen, haben Dinge an den Kopf geworfen bekommen und erkannt und sind – zumindest würde ich es so sagen – dadurch ein Stückweit zu reflektierteren, besseren Menschen geworden.

Auch den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Zwar kann ich mir vorstellen, dass Lenas Slang im Englischen noch besser rüberkommt, aber auch in der deutschen Übersetzung wurde das sehr gut gelöst, indem aus Lenas Sicht tatsächlich fast komplett in realistischer Jugendsprache geschrieben wurde. Dadurch wurde der Kontrast zu Campbell wieder deutlicher, der in dem Buch eine große Rolle spielt, damit beide zum Schluss ihre Differenzen überwinden können.


Fazit

Mich hat »Als die Stadt in Flammen stand« nach anfänglichen Startschwierigkeiten komplett mitgerissen und in seinen Bann gezogen, weshalb ich es auf jeden Fall als Empfehlung einstufen würde!

Rezension: »Nur fast am Boden zerstört« von Sophie Gonzales

Vielen Dank an das Bloggerportal und die Verlagsgruppe Random House für dieses Rezensionsexemplar! Und ein noch größeres Danke, weil es kein Problem dargestellt hat, dass ich die Rezension erst jetzt hochladen konnte.


Inhalt

Will Tavares ist der perfekte Sommerflirt – witzig, attraktiv und liebevoll – aber gerade als Ollie denkt, er hätte sein Happy End gefunden, enden die Sommerferien und Will antwortet nicht mehr auf seine Nachrichten. Um die Sache noch schwieriger zu machen, muss Ollie wegen eines Familiennotfalls ans andere Ende der USA ziehen. Was ihm deutlich weniger ausmacht, als er herausfindet, dass er von jetzt an auf dieselbe Schule wie Will geht – nur dass dieser Will nichts mit dem Jungen zu tun hat, mit dem Ollie seinen Sommer verbracht hat. Dieser Will ist ein Basketball-Crack, bekennt sich nicht zu seiner Sexualität und ist obendrein ein ziemlicher Idiot. Ollie denkt nicht daran, Will hinterherzutrauern. Doch dann taucht Will „zufällig“ ständig in Ollies Nähe auf: vom Cafeteria-Tisch bis hin zu Ollies Musikkurs. Und Ollies Entschluss gerät gehörig ins Wanken …

(Quelle: Amazon)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Nur fast am Boden zerstört
Originaltitel: Only Mostly Devastated
Autorin: Sophie Gonzales
Übersetzung: Doris Atwood
Genre: Young Adult
Format: Paperback
Seiten: 336
Verlag. cbj
ISBN: ‎ 978-3570166086
Deutsche Ersterscheinung: 26. Juli 2021


Meine Meinung

Schon nach der ersten Seite war ich völlig gefesselt vom Schreibstil der Autorin. Er ist an genau den richtigen Stellen mal witzig, mal emotionsgeladen und mal ernsthaftig. Allein dadurch hat mich das Buch schon komplett in seinen Bann gerissen.

Hinzu kommt dann noch der Humor, der unbedingt eine Erwähnung finden muss in dieser Rezension. Denn der ist einfach grandios! So oft musste ich über Ollies Gedanken und Worte schmunzeln oder sogar lachen, weil sie mir so sehr aus der Seele gesprochen haben, gleichzeitig aber einfach lustig waren.

Zudem ist die ganze Geschichte sehr tiefgründig ausgearbeitet. Immer mal wieder erfährt man als Leser*in in kleinen Rückblicken mehr über den vorangegangenen Sommer – was, nebenbei bemerkt, auch die Neugierde auf das Prequel steigert. Die detailreich ausgearbeiteten Charaktere mit ihren Stärken und Schwächen haben ihr Übriges dazu getan. Allgemein hat mir die Zusammenstellung der Charaktere super gut gefallen, es gab viel Diversity und Freundschaften, die sich wunderbar ergänzt haben, auch wenn das die Charaktere selbst vielleicht nicht sofort erkannt haben.

Außerdem sind sowohl der Plot an sich, als auch auch die Liebesgeschichte zwischen Ollie und Will – und alle anderen Liebesgeschichten – sehr glaubhaft und realistisch dargestellt. Ich habe den Charakteren alles abgekauft, was sie gesagt oder getan haben, und war komplett in der Welt von Ollie und Will versunken.

Es spielt aber nicht „nur“ das Thema Sexualität eine große Rolle in dem Buch. Auch Trauer, Verlust, Freundschaft und natürlich Liebe sind Themen, die einen Platz finden, der nicht zu knapp kommt. Das macht das Buch für mich zu einem absoluten Wohlfühlbuch, das ich ohne Zweifel an alle weiterempfehlen werde!


Fazit

»Nur fast am Boden zerstört« von Sophie Gonzales ist eine absolute Empfehlung, ein Highlight und ein Pageturner für mich. Wer auf der Suche nach einer zuckersüßen, gleichzeitig aber auch emotional geladenen und humorvollen Story ist, der muss dieses Buch unbedingt lesen!

Rezension: »Behind your Scars« von Tanya Bush

Endlich, endlich, endlich gibt es ein neues Buch von der wunderbaren Autorin Tanya Bush! Ich durfte dieses Mal wieder eine ihrer Ninja Readers sein und freue mich so, so sehr, dass ich das Buch gemeinsam mit ein paar anderen Bloggerinnen lesen durfte und jetzt auch rezensieren kann. Jetzt, nach dem Lesen, kann ich es schon kaum mehr erwarten, bis »Promise you’ll be there« erscheint, Tanyas neuer Urban Fantasy Roman. Ach ja, und auf den zweiten Teil von »Behind your Scars« freue ich mich natürlich ebenfalls!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, das mir kostenlos von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Das ändert nichts an meiner Bewertung.


Inhalt

Ein Neuanfang – das ist es, was Holly sich von ihrem Studium am Winterdale College erhofft, nachdem ein tragischer Unfall ihrem scheinbar perfekten Leben ein Ende gesetzt hat. Als sie dort auf Tyler trifft, der sich mit seiner offenen und warmherzigen Art immer mehr in ihr gebrochenes Herz schleicht, scheinen sich tatsächlich all ihre Hoffnungen zu erfüllen. Wäre da nicht noch Simon, Hollys einstige große Liebe, der in Tylers dunkelster Vergangenheit wühlt, um dieses Glück zu zerstören …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quelle: Amazon

Titel: Behind your Scars
Autorin: Tanya Bush
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Taschenbuch
Seiten: 392
Verlag: Selbstverlag
ASIN: B098B34L7J
Reihe: Behind your Past / Bd. 1
Preis (E-Book): 3,99 €


Meine Meinung

Also, wo soll ich anfangen? Schreibstil, Handlung, Charaktere? Eigentlich egal, weil es alles aufs gleiche hinausläuft, nämlich dass ich das Buch einfach nur großartig fand! Aber gut, irgendwie muss ich meine Meinung ja begründen, wegen konstruktive Kritik und so. Und natürlich, weil ich möchte, dass ALLE dieses Buch hier lesen!

»Behind your Scars« ist das, was ich selbst als richtig guten New Adult Liebesroman bezeichnen würde. Die Geschichte von Holly und Tyler ist herzzerreißend und fesselnd und auf ihre ganz eigene Art etwas ganz Besonderes. Ich würde sogar sagen, dass sie einzigartig ist – was man von vielen anderen New Adult Romanen nicht gerade behaupten kann (was an sich aber auch nichts Schlimmes ist, sofern man keine andere Ansprüche hat).

Mit Holly hat Tanya eine starke Protagonistin erschaffen, die ich gerne mal im echten Leben treffen würde. Sie hat natürlich an dem zu knabbern, was ihr in der Vergangenheit zugestoßen ist, aber sie lässt sich trotzdem nicht unterkriegen, bleibt stark und richtet sich nach Tiefschlägen immer wieder auf, und das ist wirklich bewundernswert. Viele von uns können sich an Holly eine Scheibe abschneiden.

Na ja, und Tyler ist eben nicht der Bad Boy, sondern vielmehr ein Good Guy. Und zwar einer von der tollen Seite, überhaupt nicht klischeebehaftet, liebenswert und ebenso wie Holly mit einer Vergangenheit, die ihn stark geprägt hat. Auch er ist ein sehr starker Charakter, und ich fand es überhaupt nicht schlimm, nicht aus seiner Perspektive zu lesen (obwohl ich mich bei manchen Szenen schon gefragt habe, was er so gerade denkt xD).

Kurzum: Von den Charakteren konnte mich Tanya auf jeden Fall überzeugen. Ach ja, Ashley und Jayden sollte ich auch noch kurz erwähnen, damit die beiden sich nicht hinter meinem Rücken zusammentun und einen Eimer Wasser über mir ausleeren. Ashley ist Hollys beste Freundin und ich glaube, als solche macht sie sich auch ziemlich gut. Sie unterstützt Holly auch dann, wenn sie wütend auf sie ist, und sie stupst sie häufig in die richtige Richtung. Genau wie Jayden das bei Tyler macht.

So, jetzt zum Schreibstil. Eigentlich sollte Tanya bereits wissen, wie sehr ich ihren Schreibstil mag, aber ich schreibe das hier ja nicht nur für sie, sondern auch für mich und alle, die diese Rezension lesen. Von daher wiederhole ich mich gerne: Tanya schreibt einfühlsam und super humorvoll, weshalb ich während des Lesens oft lachen, aber auch weinen musste. Ach ja, und verzweifelt bin ich auch das ein oder andere Mal, wie es sich gehört. Nur am Anfang sind mir zwei-drei Tippfehler aufgefallen, die aber überhaupt nicht dramatisch sind.


Fazit

Ich denke, man kann über »Behind your Scars« sagen, dass es eine Geschichte wie aus dem Leben gegriffen ist, authentisch, mit allen Höhen und Tiefen und natürlich auch spannend und emotionsgeladen. Nur wegen der kleinen Tippfehler gibt es einen halben Stern Abzug hier auf meinem Blog, aber da sie für mich nicht so extrem schwer ins Gewicht fallen, werde ich auf Goodreads und Co. aufrunden. (Mehr dazu im Menü unter „Bewertungssystem“).

Rezension: »Madly« von Ava Reed

Ebenso wie »Truly«, habe ich auch »Madly« im Urlaub gelesen. Nachdem ich den ersten Teil der »In Love«-Reihe von Ava Reed so gut fand, habe ich etwas Ähnliches von »Madly« erwartet … und wurde maßlos enttäuscht.


Inhalt

June hat ein Geheimnis. Eines, das sie mit aller Macht bewahren will. Deshalb hält sie jeden Mann, der an mehr als einem One-Night-Stand interessiert ist, auf Abstand. Beziehungen machen verwundbar, genauso wie die Liebe. Doch June hat nicht mit Mason gerechnet. Er ist witzig, reich und absolut planlos, was seine Zukunft angeht – aber vor allem kann er nicht genug von der temperamentvollen Studentin bekommen. Mason will weitaus mehr als nur eine Nacht mit ihr. Und June fragt sich das erste Mal, was passieren würde, wenn sie ihre Mauern einreißt …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Quellle: Thalia

Titel: Madly
Autorin: Ava Reed
Genre: New Adult Liebesroman
Format: Paperback
Seiten: 414
Verlag: LYX
ISBN: 978-3-7363-1297-5
Reihe: In Love / Bd. 2
Preis (Paperback): 12,90 €


Meine Meinung

Fangen wir zunächst mit etwas Positivem an, nämlich Avas Schreibstil. Er ist flüssig zu lesen und vor allem humorvoll, was eine gewisse Leichtigkeit mitbringt, gleichzeitig kann er aber auch mal ernst sein. So kamen Emotionen gut rüber und ich konnte wenigstens größtenteils mit June und Mason mitfühlen. Dennoch bin ich der Meinung, dass »Madly« mit dem ersten Teil nicht mithalten kann, und das hat überhaupt nichts mit dem Thema zu tun, denn es geht um Selbstzweifel und Bodyshaming. Zwei Themen, die eigentlich in so gut wie jedem NA-Roman auftauchen sollten, weil es die Zielgruppe einfach stark betrifft.

June war mir bereits in »Truly« sympathisch, zumindest als Andies beste Freundin. In »Madly« stehe ich ihr jetzt eher zwiegespalten gegenüber. Einerseits kann ich ihre Selbstzweifel sehr gut verstehen, da ich selbst einige Probleme mit meiner Haut habe (wenn auch in anderem Sinne, denn ich habe Akne). Diese Probleme, die June mit sich selbst hat, wurden – zumindest meiner Ansicht nach – realitätsnah, aber zu nebensächlich abgehandelt. Insbesondere, wenn ich bedenke, dass es ein so emotionales Vorwort gibt, in welchem eine Triggerwarnung steht, etc.

Auf der anderen Seite ist June aufmüpfig, respektlos, in den unpassendsten Situationen unfreundlich und macht sich nichts daraus, ob sie mit ihren Worten andere Menschen verletzen könnte. Diese Eigenschaften kann ich an Menschen überhaupt nicht leiden, und genauso wenig an Buchfiguren. Zwar ist die positive Lebenseinstellung, die sie äußerlich zu haben scheint, sehr bewundernswert, und auch ihre Freundschaft zu Andie finde ich klasse. Trotzdem kann ich genau die Charakterzüge an ihr nicht leiden, die in diesem Buch so extrem hervorgetreten sind.

Zudem ist ihre Entwicklung für mich nicht ganz greifbar. Nach ihrer heftigen Kindheit, in der sie immer das Gefühl vermittelt bekommen hat, nicht gut genug zu sein, wäre es glaube ich realistischer gewesen, wenn sie sich zu einer schüchternen, zurückhaltenden Person entwickelt hätte, die nicht groß aus der Masse hervorstechen will. Möglicherweise fehlte aber an der Stelle auch einfach ein bisschen die Tiefe, die mir geholfen hätte, ihre Persönlichkeitsentwicklung nachzuvollziehen.

Na ja, Mason konnte ich in »Truly« schon nicht leiden, und das hat sich auch leider nicht geändert. Er ist zwar zu seinen Freund*innen ein echt guter Kumpel, auf den sie sich immer verlassen können, aber er akzeptiert einfach kein Nein. Er bedrängt June, belästigt sie in ihrer Freizeit und lässt dabei einfach nicht locker, dabei gibt sie ihm immer wieder deutlich zu verstehen, dass sie nicht mit ihm ausgehen möchte. Aber nein, ihr Körper scheint eine andere Sprache zu sprechen als ihr Mund, und an dem Glitzern in ihren Augen kann Mason natürlich sofort verstehen, dass sie ihn eigentlich doch ganz anziehend finde. Tut mir leid, wenn ich ein bisschen ausfallend wirke, aber so etwas geht meiner Meinung nach überhaupt nicht. Nein heißt Nein. Da gibt es keinen Handlungs- oder Diskussionsspielraum. Wieso und weshalb June Nein sagt, spielt dabei auch keine Rolle. Sie ist nicht bereit dazu, in Mason mehr zu sehen als einen Freund, also sollte er das auch akzeptieren. Ehrlich gesagt verstehe ich ja schon nicht, warum sie ihn nach alldem noch als Freund sehen kann.

Aber noch einmal zu June zurück. Gerade, wo sie so große Probleme mit ihrem Aussehen hat, kann ich einfach nicht verstehen, wie sich trotzdem teilweise über Äußerlichkeiten geäußert wird, in einem Buch, dessen Message doch eigentlich lauten sollte: Du bist schön, so wie du bist und nicht anders. Beispielsweise wünscht June sich einmal, Mason würden Monobrauen wachsen, um ihm seine Attraktivität zu nehmen. I mean, dann berühren sich eben die Brauen in der Mitte, na und? Das macht einen Menschen doch nicht gleich hässlich! Oder auch zum Thema Akne: Es wird über die richtige Wahl des Make-ups geschrieben, damit man nicht durch die Verwendung des falschen eine „zweite Pubertät“ durchlaufen muss. Klar, ich kann verstehen, weshalb Akne nicht wünschenswert erscheint, aber dennoch ist es eine Hautkrankheit, die nicht nur Teenager betrifft und die sich oft nicht leicht behandeln lässt. Wenn man als Autor*in schon ein Buch schreibt, in dem es um Selbstakzeptanz geht, dann sollten solche Dinge einfach nicht darin auftauchen.

Ach ja, und was ich an June noch nicht leiden kann, ist, dass sie Mason mehrfach eine Geschlechtskrankheit wünscht. Das ist genauso ein No-Go wie jemandem den Tod zu wünschen. Egal, wie sehr ich bestimmte Personen nicht leiden kann, wünsche ich ihnen doch keine Geschlechtskrankheit oder den Tod!

Auch bei der Schlussszene, die genau wie in »Truly« wieder eine Sexszene ist (Warum muss es immer gleich Versöhnungssex sein, warum nicht einfach ein klärendes Gespräch am Ende? Meinetwegen auch danach!), habe ich den Kopf schütteln müssen, denn Mason sagt einmal eindeutig, dass June aufhören soll – und auch hier gilt: Nein heißt Nein. Allerdings scheinbar nicht für June, denn Masons Körper spricht ja eine andere Sprache. Danach ist zwar keine Rede mehr davon, dass June aufhören soll, aber dennoch ist es in dem Moment eine Vergewaltigung gewesen, weil Mason June gesagt hat, dass sie aufhören soll. Ob nur, weil er es anders möchte oder überhaupt nicht, ist in diesem Augenblick vollkommen egal – sollte es zumindest sein.

Ich hoffe, ich konnte euch verständlich machen, weshalb ich das Buch trotz der schönen Stellen, des Schreibstils, etc. nicht mochte.


Fazit

Von mir gibt es für »Madly« keine Leseempfehlung. Ich selbst habe es nur zu Ende gelesen, weil ich doch noch Hoffnung hatte, zumal es so hoch gelobt wurde überall. Vielleicht hätte ich es doch einfach abbrechen sollen.