Rezension: »Woyzeck« von Georg Büchner

Ähnlich wie bei "Dantons Tod" und "Lenz" ist es wieder ein historischer Fall, der Büchner im "Woyzeck" interessiert und ihn, literarisch aufbereitet, Geschichte erzählen lässt. Den 1821 von Johann Christian Woyzeck an seiner Geliebten verübten Mord nimmt Büchner 1836 zum Anlass, die gesellschaftliche Mitverantwortung an der menschlichen Tragödie zu diskutieren. Der Fall erregte seinerzeit großes Interesse, da infolge der Halluzinationen und Depressionen, die der Soldat und Perückenmacher Woyzeck im Vorfeld der Tat hatte, dessen Schuldfähigkeit in Fachkreisen kontrovers diskutiert wurde. Büchners Drama zeigt nun wohl das Verbrechen Woyzecks, aber es zeigt vor allen Dingen, wie dieser von der Gesellschaft zuvor sozial gebrochen wird.

Rezension: »Das Mädchen im blauen Mantel« von Monica Hesse

Amsterdam ist von den Nazis besetzt. Hanneke trauert dort um ihren Freund, der an der Front gefallen ist. Als kleinen Akt der Rebellion gegen die Deutschen beschafft sie Schwarzmarktgüter. So hält sie sich und ihre Eltern über Wasser. Doch eines Tages erhält sie einen sehr ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll ein jüdisches Mädchen finden, das aus einem Geheimversteck verschwunden ist. Auf der Suche nach diesem Mädchen gerät Hanneke in ein Netz aus Lügen, Rätseln und Geheimnissen.

Rezension: »Leben des Galilei« von Bertolt Brecht

Das Schauspiel "Leben des Galilei" wurde 1938/39 im Exil in Dänemark geschrieben. Die Zeitungen hatten die Nachricht von der Spaltung des Uran-Atoms durch den Physiker Otto Hahn und seine Mitarbeiter gebracht. Die Uraufführung der ersten Fassung des Stückes erfolgte 1943 am Schauspielhaus Zürich, die der zweiten Fassung 1947 in Beverly Hills (Coronet Theatre).

Rezension: »Emma« von Jane Austen

Emma Woodhouse ist die einflussreichste junge Frau im beschaulichen Dorf Highbury, wo sie mit ihrem Vater lebt. Als reiche Erbin ist sie zwar selbst fest entschlossen, niemals zu heiraten, unterhält sich aber mit allerlei Verkupplungsversuchen im Freundes- und Bekanntenkreis. Dabei entstehen eine Reihe von Missverständnissen und Peinlichkeiten, so dass Mr. Knightley, der engste Freund der Familie, einschreitet und Emma scharf kritisiert. Während Emma ihre Fehler einsieht und sich nach und nach um Schadensbegrenzung bemüht, verliebt sie sich doch noch ...

Rezension: »Sturmhöhe« von Emily Brontë

In der rauen Moorlandschaft Westyorkshires liegt "Wutherin Heights", das Anwesen der Earnshaws. Als der Gutsherr gegen den Willen aller den Waisenjungen Heathcliff aufnimmt, weiß noch keiner, welches Schicksal die Familie ereilen wird. Nach dem Tod des Vaters verprasst der spiel- und trunksüchtige Sohn Hindley das Erbe innerhalb weniger Jahre. Obwohl Heathcliff die große Liebe der Tochter Catherine ist, mit dem sie eine tiefe Seelenverwandtschaft verbindet, sieht sie sich gezwungen, den Heiratsantrag des wohlhabenden Nachbarn Edgar anzunehmen. Der zutiefst gekränkte Heathcliff beschließt daraufhin, sich bitter an beiden Familien zu rächen. Für seine leidenschaftliche Liebe riskiert er alles, und weder Zeit noch Raum, ja nicht einmal der Tod halten ihn dabei auf.