Rezension: »Fürchtet euch« von Wiley Cash

Mein erstes Buch im Oktober ist wieder eins gewesen, das schon lange auf meinem SuB lag…


Inhalt

In Marshall, einem abgeschiedenen Ort in den Bergen North Carolinas, geschieht an einem heißen Sommertag das Unfassbare. Der dreizehnjährige Christopher Hall kommt während der Abendmesse ums Leben. Der Junge hat noch nie ein Wort gesprochen. Deshalb sollte er an diesem Sonntag in der Kirche »geheilt« werden.
Niemand aus der Gemeinde will sich zum Tod des Jungen äußern. Auch der charismatische Prediger Carson Chambliss, der selbsternannte Erlöser im Ort, schweigt zu dem Vorfall.
Was jedoch keiner in Marshall ahnt: Christophers jüngerer Bruder Jess hat das Geschehen in der Kirche an dem Tag, als sein Bruder starb, von außen beobachtet. Und Jess weiß, was er gesehen hat. Er weiß auch, was Christopher und er nur wenige Tage zuvor in ihrem Elternhaus gesehen haben. Als Jess sein Wissen teilt, spitzt sich die Situation zu, und es kommt zur Katastrophe.


Bibliographische Daten

Titel: Fürchtet euch
Autor: Wiley Cash
Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Genre: Thriller
Format: Taschenbuch
Seiten: 348
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-596-19443-8


Meine Meinung

Ich bin mir nicht sicher, was genau ich von dem Buch erwartet habe, möglicherweise sogar gar nichts. Ich glaube, ich bin relativ unvoreingenommen in die Geschichte gestartet, weil ich bisher keine anderen Meinungen zu dem Buch gehört habe.

»Fürchtet euch« ist auf seine Art ein sehr einzigartiges Buch mit einer einzigartigen Atmosphäre und einer ebenso einzigartigen Erzählweise. Ich hätte tatsächlich nicht angenommen, dass dies Cashs Debüt ist. Das Mysteriöse, das sofort im ersten Kapitel Einzug in die Geschichte erhält, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Der Anfang war aber auch allgemein sehr vielversprechend.

Erzählt wird das Buch aus drei Sichtweisen. Zum einen wäre da Jess Hall, der 9-jährige Bruder des verstorbenen Stump. Leider war Jess nicht wirklich altersgerecht dargestellt. Er wirkte zu abgeklärt, geradezu weitsichtig. Er wusste für einen 9-Jährigen einfach Dinge, die fie meisten erst sehr viel später begreifen können.

Außerdem wurde das Buch auch aus der Sicht von Adelaide Lyle erzählt, einer über 90-jährigen ehemaligen Hebamme, die für ihr Alter noch sehr fit ist – sowohl körperlich als auch geistig. Ihr wurde bei der Ausarbeitung der Charaktere scheinbar sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, was sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Und zuletzt wäre da noch der Sheriff des Dorfes. Dieser blieb mir charakterlich ein bisschen zu eintönig und flach, die Emotionen spielten bei ihm in den Kapiteln eine eher untergeordnete Rolle.

Doch auch, wenn es an manchen Stellen der Charakterausarbeitung ein wenig gehakt hat, kann ich nicht leugnen, dass das Buch trotz seiner Vorhersehbarkeit und des Fehlens von Nervenkitzel und Spannung dennoch sehr intensiv erzählt wurde und somit einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Zudem hat diese Intensität auch dafür gesorgt, dass ich immer weiterlesen musste.

Am Ende hat es sich Cash meiner Meinung nach dann aber doch ein bisschen sehr einfach gemacht; er hat sich im Grunde davor gedrückt, die Frage nach der Schuld, die am Ende offen bleibt, zu beantworten. Gerade das hätte ich aber in dem Zusammenhang noch besonders interessant gefunden.

Fazit

Da ich relativ ohne Erwartungen angefangen habe das Buch zu lesen, kann ich nicht behaupten, ich wäre sonderlich enttäuscht worden. Überrascht aber auch nicht, leider. Alles in einem ist »Fürchtet euch« eine sehr intensive, einfühlsame Geschichte, die man lesen kann, aber nicht unbedingt muss.

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