Rezension: »Das Wunschspiel« von Patrick Redmond

Da ich mal wieder Lust auf einen Psychothriller hatte, habe ich mir einen vorgenommen, der schon eine längere Zeit auf meinem SuB vor sich hin vegetiert hat: »Das Wunschspiel« von Patrick Redmond. Ich bin ohne große Erwartungen an das Buch gekommen – und wurde auf ganzer Linie überrascht!


Inhalt

England 1954: In einem Elite-Internat kommen unter mysteriösen Umständen mehrere Schüler und ein Lehrer ums Leben. Die englische Oberschicht ist geschockt und setzt alles daran, die Vorfälle zu vertuschen. Jahre später stößt ein Journalist auf die alte Geschichte und erfährt von einer gefährlichen Freundschaft zwischen zwei Jungen, die mit dem Feuer spielten …

Jonathan ist ein einsames Kind. In dem englischen Knabeninternat Kirkston Abbey fühlt er sich unglücklich, denn seine Klassenkameraden hänseln ihn wegen seiner einfachen Herkunft. Nur allzu oft ist er Zielscheibe von Spott und Hohn – bis zu jenem Vormittag, als sein Mitschüler Richard ihm in der Lateinstunde aus der Patsche hilft. Richard ist auch ein einsames Kind – doch im Gegensatz zu Jonathan sondert er sich bewusst von den anderen ab. Seine Altersgenossen bewundern ihn dafür, wirkt er doch stark und unabhängig. Nichts scheint ihn anzufechten, auch nicht das Internatssystem, das nach menschenverachtenden Gesetzen funktioniert und für viele die Hölle auf Erden bedeutet.

Jonathan fühlt sich von Richards Interesse geschmeichelt. Die beiden werden unzertrennlich. Jonathan lernt, wie er sich gegen den Psychoterror der anderen wehren kann, und seine Macht über andere wächst. Doch Richard ist das nicht genug. Er überzeugt Jonathan, dass sie ihre geheimnisvollen Kräfte nicht nur gegen jene richten sollen, die einst Jonathan gedemütigt haben, sondern gegen alle, die versuchen, sich ihrer immer enger werdenden Freundschaft in den Weg zu stellen. Ein tödliches Spiel nimmt seinen Lauf …

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

(Quelle: Amazon)

Titel: Das Wunschspiel
Originaltitel: The Wishing Game
Autor: Patrick Redmond
Übersetzung: Birgit Moosmüller
Genre: Horror
Format: Taschenbuch
Seiten: 447
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-45135-3
Preis: 9,00€
Deutsche Ersterscheinung: 2000


Meine Meinung

»Das Wunschspiel« ist ein großartiges Buch, das ich allerdings nicht wirklich als Psychothriller inordnen würde, obwohl es auf dem Klappentext als solcher gekennzeichnet ist. Tatsächlich taucht nämlich ca. ab der zweiten Hälfte eine paranormale Komponente auf, weshalb sich das Buch eher in Richtung Horror bewegt und weg von einem „gewöhnlichen“ Psychothriller. Horror aber auch eher auf eine subtile Art und Weise, also beschreibt Mystery das Ganze vielleicht etwas besser.

Das Buch startet mit einer Art Disclaimer, in dem aus der Sicht des im Klappentext bereits erwähnten Journalisten erzählt wird. Er interviewt einen älteren Mann und fragt diesen nach den Todesfällen an dem Kirkston Abbey Internat aus. Daraufhin beginnt die eigentliche Geschichte von Jonathan und Richard im Jahr 1954. Nach und nach erfährt man mehr über das Leben der Schüler des Internats sowie über die Entstehung dieser besonderen Freundschaft zwischen Jonathan und Richard, der mit seiner düsteren Ausstrahlung selbst den Lehrern Angst einjagt.

Obwohl in der ersten Hälfte des Buches sehr wenig passiert, bleibt es durchweg spannend und ist nie langatmig. Es geht gemächlich zur Sache, plätschert dabei aber nicht einfach so vor sich hin, sondern bleibt trotzdem interessant und auf subtile Art spannend. Am interessantesten dabei ist die Ausarbeitung der Charaktere für mich gewesen, denn genau das ist es, was die Geschichte meiner Meinung nach nie langweilig werden lässt, obwohl es keine richtige Action gibt. Das Drama, das sich sowohl zwischen den Schülern als auch zwischen den Lehrern und deren Frauen aufbaut, lässt immer weitere Handlungsstränge entstehen, die am Ende ineinandergreifen und ein großes Ganzes bilden, das Sinn ergibt, obwohl es am Anfang scheinbar keine Verbindung zwischen den einzelnen Handlungssträngen gibt.

Hinzu kommt, dass das Buch wirklich sehr schnell gelesen ist. Das liegt mitunter am Schreibstil des Autors, der weder zu emotionalisierend noch zu distanziert wirkt. Trotz der verhältnismäßig langen Kapitel habe ich das ganze Buch an nur zwei Nachmittagen durchgelesen. Dennoch muss ich zugeben, dass ein paar Seiten weniger in der ersten Hälfte und ein paar mehr zum Ende hin das Buch noch mal aufgewertet hätten – zumindest meiner Meinung nach. Denn gerade das Ende kam mir zu abrupt und war mir irgendwie zu „einfach“ im Vergleich mit der komplexen Storyline zuvor. Es gab mir von jetzt auf gleich einfach zu viele Tote, was sich für mich nicht ganz mit dem Rest des Buches vereinbaren ließ.


Fazit

»Das Wunschspiel« ist ein Buch, das sich auf jeden Fall lohnt zu lesen! Gerade für Leser*innen, die sich erst mal an das Genre Horror herantasten wollen, würde ich dieses Buch empfehlen, da es wirklich nur auf eine sehr subtile Art horrormäßig, aber trotzdem packend und mitreißend ist.

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