Rezension: »Silo« von Hugh Howey

Nach drei Monaten bin ich dann auch endlich mal dazu gekommen, »Silo« von Hugh Howey zu beenden. Ich selbst habe das Buch auf Englisch gelesen, wo es »Wool« heißt. »Silo« ist der erste Teil einer gleichnamigen Trilogie und lässt sich als Dystopie einordnen.


Inhalt

In einer feindlichen, zerstörten Umwelt gibt es nicht mehr viele Menschen. Sie haben sich in ein riesiges Silo unter der Erde geflüchtet. Um zu überleben, müssen sie die strengen Regeln des Silos befolgen. Aber einige Wenige tun das nicht. Sie sind gefährlich. Sie wagen es zu hoffen und zu träumen und stecken andere mit ihrer Hoffnung an. Ihre Strafe ist einfach und tödlich. Sie müssen nach draußen. Raus aus dem Silo. Juliette ist eine von ihnen. Vielleicht ist sie die Letzte.

(Quelle: Thalia)


Bibliographische Daten

Bildquelle: Thalia

Titel: Silo
Originaltitel: Wool
Autor: Hugh Howey
Übersetzung: Gaby Wurster, Johanna Nickel
Genre: Dystopie
Seiten: 560
Verlag: Piper
Reihe: Silo / Bd. 1
Erscheiungsdatum: 10.06.2014
ISBN: 978-3-492-30503-7
Preis: 12,00


Meine Meinung

Natürlich gibt es einen Grund, weshalb ich für das Buch dann doch so lange gebraucht habe. Dieser Grund ist aber keinesfalls, dass mir das Buch nicht gefallen hat, sondern ganz einfach, dass es recht anspruchsvoll geschrieben ist. Auch das würde ich aber nicht wirklich als Kritikpunkt auffassen, weil es in diesem Fall einfach zum Buch passte. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob es im Deutschen ebenfalls recht anspruchsvoll zu lesen ist. Dennoch muss ich dem Buch zugute halten, dass ich trotz des Schreibstils bzw. der vielen Fremdwörter, keine großen Verständnisschwierigkeiten hatte.

Besonders interessant finde ich das Buch vor allem, wenn ich auch die Hintergrundgeschichte mit in den Blick nehme. Und zwar ist das Buch in insgesamt fünf Kurzgeschichten gegliedert, die ursprünglich alle einzeln ausschließlich als E-Book und im Selfpublishing erschienen sind. Da die Kurzgeschichten jedoch auch im direkten Zusammenhang miteinander stehen und aufeinander aufbauen, fand ich die Zusammenführung von diesen zu einem gesamten Buch sehr gut gelungen.

Am beeindruckendsten am ganzen Buch fand ich das Worldbuilding. Die Atmosphäre hat perfekt zu diesem komplex ausgearbeiteten Setting einer dystopischen Zukunft gepasst, war bedrückend, aber nie so richtig düster. Wobei ich auch sagen muss, dass mich gerade die Tatsache, dass die Welt so komplex ist, zwischendurch recht verwirrt hat. Ich habe im Grunde erst mal eine Weile gebraucht, um wirklich alles zu verstehen.

Trotz einiger Längen ab und an wurde das Buch aber tatsächlich auch nie langweilig, weil es aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Da gibt es zum Einen Juliette, die ab der dritten Kurzgeschichte die Protagonistin des Buches ist. Die ersten beiden Kurzgeschichten werden aus der Sicht von ganz anderen Personen erzählt, die danach auch nicht mehr auftauchen, aber trotzdem eine große Rolle für die Entwicklung der Geschichte spielen. Und zwischendurch gibt es dann immer noch ein paar Sichtwechsel, die das Ganze sehr viel facettenreicher gestalten.

Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass die Protagonist*innen alle ein unterschiedliches Alter hatten. Juliette beispielsweise war mitte dreißig, wenn ich mich nicht irre, Lukas war jünger als sie, und alle anderen älter. So geht das Buch auch gleichzeitig über mehrere Generationen hinweg, was echt gut umgesetzt wurde.

Nun aber zu meinen zwei größten Kritikpunkten. Zum einen war mir Juliette als Protagonistin viel zu perfekt. Sie hat immer das Richtige getan, hatte die richtigen Moralvorstellungen, das richtige Weltbild, war intelligent und begabt, und so weiter und so fort. Schwächen hat sie eigentlich keine gezeigt, wodurch sie für mich nicht sonderlich authentisch rüberkam.

Zum anderen blieben die Charaktere irgendwie sehr oberflächlich. Der Fokus der Geschichte lag eindeutig auf der Welt an sich, die Charaktere waren da nur Mittel zum Zweck, um die Handlung zu erzählen, und das hat man leider sehr stark gemerkt. So konnte ich mich in keine einzige Figur hineinversetzen, musste immer von Neuem raten, wie die jeweilige Person in einer bestimmten Situation handeln würde. Auch war mir nicht ganz klar, wie genau es zu der doch recht engen Beziehung zwischen Juliette und Lukas kam. Am Anfang waren sie flüchtige Bekannte, dann haben sie gefühlt zweimal miteinander geredet, und auf einmal war die Rede von Liebe. Da ging mir einiges zu schnell.


Fazit

Im großen Ganzen kann ich »Silo« allen Dystopie-Fans ans Herz legen. Allein für das Worldbuilding lohnt es sich, das Buch zu lesen. Dennoch konnte es mich aber nicht auf ganzer Linie überzeugen, ich hoffe, das ändert sich mit den zwei darauffolgenden Teilen noch.

Empfehlung

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