Rezension: »Leichenblässe« von Simon Beckett

Teil 3 der Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter ist somit auch beendet. Und er war meines Erachtens mal wieder richtig gut!!

Da es sich bei dem Buch um den dritten Teil der »David Hunter«-Reihe handelt, können in dieser Rezension Spoiler zu den vorherigen beiden Bänden, »Die Chemie des Todes« (Teil 1) und »Kalte Asche« (Teil 2), auftreten.


Inhalt

Bei seinem letzten Einsatz ist der Forensiker David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Von einer vollständigen Genesung weit entfernt, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Hunter sagt alle neuen Aufträge ab und kommt dennoch nicht zur Ruhe. Er beschließt daher, die Body Farm in Tennessee aufzusuchen – eine bekannte Akademie, an der er sein Handwerk erlernte. Dort trifft Hunter einen alten Freund, den er bei den Ermittlungen im Fall eines sadistischen Mordes unterstützen soll. Das Opfer wurde gefoltert, die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt – weit mehr, als es unter diesen Umständen der Fall sein dürfte. Am Tatort finden sich Fingerabdrücke, mit deren Hilfe der Täter identifiziert werden kann. Doch schon bald stellt sich heraus, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint. Und dass David Hunter im Begriff ist, einen folgenschweren Fehler zu begehen …


Bibliographische Daten

(Quelle: Weltbild)

Titel: Leichenblässe
Originaltitel: Whispers of the Dead
Autor: David Hunter
Übersetzung: Andree Hesse
Erzähler: Johannes Steck
Genre: Thriller
Format: Hörbuch
Dauer: 10 Std. 46 Min.
Verlag: argon Hörbuch
ASIN: B00DL7ITWU
Reihe: David Hunter / Bd. 3
Preis (Taschenbuch): 7,99 €


Inhalt

Die einzelnen Teile der Reihe bauen chronologisch aufeinander auf und greifen nur in einigen Kleinigkeiten das Privatleben des Protagonisten David Hunter betreffend ineinander. Dementsprechend lassen sich die einzelnen Bücher auch unabhängig voneinander lesen, auch wenn es sein kann, dass dadurch einige Anekdoten nicht ihren eigentlichen Sinn entfalten.

David selbst ist mir mittlerweile ein liebgewonnener Charakter geworden, auch wenn ich einige seiner Gedanken nicht teilen kann und er im Grunde genommen keine großartige Entwicklung durchmacht. Er hat einige Schicksalsschläge erlitten, die insbesondere in Band 1 »Die Chemie des Todes« tiefgründiger behandelt werden.

Zu Beginn des Buches hat David gerade erst die Trennung von seiner Freundin Jenny hinter sich, die er in »Die Chemie des Todes« kennengelernt hat. David selbst hadert deshalb noch mit sich, einerseits ist da seine Liebe zu Jenny, andererseits sein Beruf, welcher der Grund für die Trennung ist. Leider kam mir in diesem Teil aber sein Privatleben irgendwie zu kurz, der Trennungsschmerz wurde nur kurz mal erwähnt, ansonsten wurde nicht näher darauf eingegangen, wo doch die ersten zwei Teile schon recht tiefgründig für Thriller waren.

Besonders gut gefallen hat mir an dem Buch zum Einen der Schreibstil von Simon Beckett bzw. allgemein die Art, wie er die Geschichte übermittelt. Er schafft eine einzigartige, beklemmende Atmosphäre mit Charakteren, bei denen ich mich sofort wohlgefühlt habe. Außerdem werden durch Davids Spezialgebiet der forensischen Anthropologie immer wieder Fakten und Informationen geliefert, die meist den Tod selbst betreffen, aber natürlich den Umständen geschuldet auch den Verwesungsprozess des Menschen. Das hatte auf der einen Seite einen bitteren Beigeschmack, weil ich als Leserin immer wieder mit dem konfrontiert wurde, das die Menschen seit jeher am meisten fürchten, nämlich dem Tod. Andererseits fand ich diese nüchternen Informationen in ihrer morbiden Art schon wieder faszinierend.

Ein scheinbar wiederkehrendes Muster in den Büchern der Reihe ist der eine Polizist, der die Ermittlungen führt und sich durch Davids Anwesenheit in seiner Machtposition angegriffen fühlt, weil er plötzlich nicht mehr derjenige ist, der die Kontrolle über die Situation hat und sich auf die Ratschläge eines anderen verlassen muss. Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob sich dieses Muster auch in den weiteren Teilen noch fortführt.

Die Handlung selbst konnte mich sehr von sich überzeugen. Ich habe keine der Wendungen erahnen können, und das, obwohl ich im Gegensatz zu David bereits wusste, welches Ziel und welche Gedanken der Mörder die ganze Zeit über verfolgt hat, weil es zwischendurch immer mal wieder kurze Kapitel gab, in denen der Mörder der Erzähler war. Besonders an diesen Kapiteln war, dass ich als Leserin direkt angesprochen wurde, als stecke ich selbst in der Haut des Täters, was sofort für Gänsehauteffekte gesorgt hat.

Die letzte Wendung zum Schluss hat mich noch mal völlig umgehauen, auch wenn ich sagen muss, dass das Ende insgesamt runder abgeschlossen war als das der vorherigen zwei Teile, bei denen es schon eher mehr oder weniger fiese Cliffhanger waren.

Das einzige, was ich so richtig kritisieren kann, ist die Art, mit der von einigen Menschen gesprochen wird – gerade bezüglich Äußerlichkeiten -, sowie die Verwirrung meinerseits im Mittelteil, als so viele unterschiedliche Charaktere vorkamen, dass ich ein- oder zweimal den Überblick verloren habe.


Fazit

Ich mochte den dritten Teil der Reihe rund um Dr. David Hunter wirklich sehr gerne. »Leichenblässe« ist eine gelungene Fortsetzung mit einem weiteren mysteriösen und gleichzeitig faszinierenden Mordfall, dessen Auflösung mich von Anfang an gefesselt hat.

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