Rezension: »Dark Heroine – Autumn Rose« von Abigail Gibbs

Ende Juni habe ich noch mal ordentlich Gas gegeben, um wenigstens die Bücher noch zu beenden, die ich mir für den Monat vorgenommen hatte. Dazu zählte auch »Autumn Rose« von Abigail Gibbs. Da es sich bei dem Buch um den zweiten Teil der »Dark Heroine«-Reihe handelt, kommt es im Laufe dieses Beitrags zu Spoilern bezüglich des ersten Bandes (»Dark Heroine«).


Bibliographische Daten

Titel: Dark Heroine – Autumn Rose
Autorin: Abigail Gibbs
Übersetzung: Diana Bürgel
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch
Seiten: 477
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28083-9
Reihe: Dark Heroine / Bd. 2

Erster Satz: »Ich habe wohl immer gewusst, dass ich anders bin; dass mein Schicksal in Stein geschrieben ist und dass ein kalter, harter Thron einst der meine sein würde.«


Inhalt

Autumn Rose ist anders. Als Kriegerin mit magischen Kräften führt sie ein Leben voller Verpflichtungen. Das macht es nicht gerade einfach, Freundschaften zu schließen. Und dass ausgerechnet der gut aussehende Prinz Fallon ständig ihre Nähe sucht, verstärkt ihre Außenseiterposition nur noch. Doch Autumn bleibt keine Zeit für Grübeleien. Oder für Liebe. Denn finstere Mächte versuchen die Welt ins Chaos zu stürzen. Eine Prophezeiung beginnt sich zu erfüllen: Neun dunkle Heldinnen sollen das Universum retten. Und die erste ist gerade erwacht …

Quelle: Goodreads


Meine Meinung

Nachdem ich den ersten Teil der Reihe so unglaublich gut fand, hatte ich sehr hohe Erwartungen an »Autumn Rose« – zumal ich häufig Rezensionen gelesen habe, in denen das Buch als noch besser als Band 1 angepriesen wurde. Leider kann ich diese Einschätzung nicht ganz teilen, was ganz unterschiedliche Gründe hat.

Fangen wir aber erst mal mit dem Schreibstil von Abigail Gibbs an. Die Reihe hat ihren Ursprung tatsächlich auf Wattpad. Dort hat Abigail den ersten Teil komplett geschrieben, wobei natürlich bei der richtigen Veröffentlichung als Print dann noch Sachen geändert wurden, im Lektorat, etc. Das merkt man ihrem Schreibstil finde ich nicht an, wobei sie natürlich mit »Autumn Rose« auch schon ihren zweiten Roman geschrieben hat und somit auf ein bisschen Erfahrung zurückgreifen konnte.

Die Charaktere an sich mag ich auch gerne. Autumn ist eine starke Protagonistin, sie erinnert mich jedoch auch sehr an eine meiner Freundinnen, was ich in einigen Szenen eher als Zumutung empfand. Denn Autumn ist eine unglaublich temperamentvolle, wechselseitige und sprunghafte Persönlichkeit. Außerdem gerät sie schnell mal mit anderen aneinander, ist schnell gereizt und oft impulsiv – denkt gleichzeitig aber auch so viel nach, dass ich mich frage, was für ein riesiges Fassungsvermögen ihr Gehirn haben muss. Leider konnte ich dadurch aber auch nicht ganz warm mit Autumn werden – ich konnte sie einfach nicht einschätzen, weil sie im einen Moment super freundlich war, im nächsten wieder schlecht gelaunt und danach geradezu aggressiv gestimmt. Abgesehen von bereits erwähnter Freundin von mir kenne ich keine Person, die so schnell von einer Stimmung zur nächsten wechselt wie Autumn.

Fallon mochte ich ebenfalls gerne. Er ist einfach das komplette Gegenteil zu Kaspar (der in diesem Buch ZUM GLÜCK auch Auftritte hat, wenn auch erst am Ende). Er ist ruhig, aber nicht introvertiert, in den richtigen Situationen forsch, und dann wieder liebenswürdig-schüchtern. Einzig die Beziehung zwischen Autumn und ihm konnte ich nicht hundertprozentig nachvollziehen. Auf der einen Seite gab es da die Ablehnung, die Autumn gegenüber Fallons Familie allgemein empfand, auf der anderen Seite dann ihre Schwärmerei für ihn. Im einen Moment fand sie ihn nett, im nächsten hat sie ihn wieder von sich geschubst. Somit ging mir alles irgendwie zu sprunghaft von Statten. Ab einem gewissen Punkt hat sich die Beziehung zwischen Autumn und Fallon dann aber auch wieder kaum weiterentwickelt, bis es zum Ende kam. An diesem Punkt konnte ich nicht mal mehr nachvollziehen, wie die beiden so eng miteinander geworden sind, ohne sich gegenseitig zu zerfleischen. Also leider ein wenig unauthentisch.

Auch die Handlung konnte mich nicht hundertprozentig von sich überzeugen. Größtenteils mochte ich die Handlung sehr, bloß gab es für meinen Geschmack zu wenig Action. Irgendwie ging es sehr viel um Politik, was so überhaupt nicht meins ist, zumal ich mich ja in dem System von Athenea (der Welt, in der das Buch teilweise spielt) nicht wirklich auskenne. So kam ich einige Male nicht ganz mit, und nicht immer war alles wirklich schlüssig für mich.

Anfangs – und im zweiten Drittel – gefiel mir der Umgang mit Depressionen und Suizidalität auch überhaupt nicht. Und auch zum Ende hin wurde das Thema meiner Meinung nach zu nebensächlich aufgegriffen. Immerhin wurde Psychotherapie als Weg zur Genesung genutzt, aber trotzdem finde ich, dass gerade so ein ernstes Thema nicht verharmlost werden sollte und mehr Aufmerksamkeit bekommen muss.

Fazit

Insgesamt ist »Autumn Rose« für mich zwar kein Highlight, aber an sich trotzdem ein ganz gutes Buch, bei dem der Autorin jedoch einige Fehler unterlaufen sind – bzw. Unzulänglichkeiten -, die in hoffentlich noch erscheinenden Teilen der Reihe besser gemacht werden.

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