Rezension: »Dry« von Neal & Jarrod Shusterman

Vor kurzem habe ich überraschenderweise noch »Dry« von Neal und Jarrod Shusterman beenden können. Neal Shusterman hat schon einige sehr erfolgreiche Romane geschrieben, unter anderem auch die »Scythe«-Reihe, die ja sehr hoch gelobt wird. Jarrod ist sein Sohn und hat mit »Dry« seinen ersten Roman veröffentlicht.


Inhalt

Die Vorzeichen waren da. Zuerst durften Pools nicht mehr befüllt werden. Dann wurde es unter Strafe gestellt, den Rasen zu bewässern. Doch niemand hatte ernsthaft damit gerechnet, dass es so weiß kommen würde.

Als Alyssa an einem heißen Junitag den Wasserhahn aufdreht, passiert gar nichts. Kein einziger Tropfen kommt aus der Leitung. Und nicht nur ihr Haus und ihre Straße sind betroffen, halb Kalifornien sitzt auf dem Trockenen. Die Bevölkerung wird gebeten, Ruhe zu bewahren, die Situation sei bald wieder unter Kontrolle. Doch das stimmt nicht. Und aus einem ungewöhnlich heißen, trockenen Sommer wird plötzlich der Sommer, in dem Alyssa um ihr Leben kämpfen muss.


Bibliographische Daten

Titel: Dry
Autoren: Neal & Jarrod Shusterman
Übersetzung: Pauline Kurbasik, Kristian Lutze
Genre: Dystopie
Format: Paperback
Seiten: 448
Verlag: Fischer Sauerländer
ISBN: 978-3-7373-5638-1

Erster Satz: »Der Wasserhahn in der Küche gibt sehr bizarre Geräusche von sich.«


Meine Meinung

Eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, das mir so gut gefallen hat, dass ich es schlecht in Worte fassen kann, ist für mich schwieriger als eine negative Rezension zu verfassen. Trotzdem möchte ich es versuchen und hoffe, dass ihr ein bisschen versteht, was ich ausdrücken möchte.

Zunächst einmal zur Handlung allgemein, die ja schon mal sehr aktuell und auch gesellschaftskritisch ist, wie ich es von guten Dystopien immer erwarte. Die Klimapolitik auf der ganzen Welt wird hier infrage gestellt und unterschwellig kritisiert. Die Geschichte zeigt im Grunde nur eine von vielen möglichen Zukunftsszenarien im Sinne von Klimakatastrophen, was an sich schon erschreckend genug ist. Neal und Jarrod Shusterman haben zudem bewiesen, dass sie mit der Thematik einerseits sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch umso erbarmungsloser umgehen können, was das Ganze noch viel eindrucksvoller gemacht hat.

Außerdem fand ich es sehr faszinierend, dass das Buch um Grunde genommen genau heute, morgen oder aber auch erst in 50 Jahren spielen könnte. Es ist einfach zeitlos – zumindest zu diesem Zeitpunkt, man weiß ja nicht, wie das später noch so aussieht, aber angesichts der Tatsache, dass das Buch vor der Corona-Pandemie geschrieben wurde, ist schon erstaunlich, wie realistisch ein Krisenfall hier dargestellt wurde. Von einer plötzlich überforderten Regierung bis zu verzweifelten Hamsterkäufen, etc. war wirklich alles dabei, was dabei sein musste, um das Szenario realistisch wirken zu lassen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich das Setting bzw. die Ausarbeitung von eben diesem. Während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl, etwas trinken zu müssen, mein Mund wurde trocken, ich habe richtig Durst bekommen. Das zu schaffen, finde ich einfach nur beeindruckend – allein dafür haben also die beiden Autoren schon meinen allergrößten Respekt verdient. Des Weiteren haben die Charaktere für ordentlich frischen Wind gesorgt. Alle hatten eine eigene Persönlichkeit, wirkten mit all ihren Macken und Stärken aber sehr authentisch. Dadurch, dass mit der Zeit mehr Sichtweisen dazugekommen sind, kann man als Leser*in die Geschichte aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten und gleichzeitig überlegen, ob der jeweilige Charakter wirklich so ist, wie vorgegeben wird.

Auch, dass die beiden Shustermans die dunkelsten Seiten der Menschheit ans Licht gekehrt haben, hat der Geschichte Schwung gegeben und für ordentlich Spannung gesorgt. Das Ende war zudem nicht vorhersehbar, von Anfang an war ich mir nicht sicher, ob es ein Happy End wird oder wohl doch eher nicht.

Fazit

Wahrscheinlich habe ich sowieso die Hälfte von dem vergessen, was ich alles in diese Rezension packen wollte, aber was soll’s. Ich denke, es ist klar geworden, dass ich »Dry« großartig fand und nur empfehlen kann.

3 Gedanken zu “Rezension: »Dry« von Neal & Jarrod Shusterman

  1. Aleshanee

    Schönen guten Morgen!

    Freut mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat!
    Ich kenne ja seine Vollendet und Scythe Reihe auch schon und die Themen sind immer sehr gesellschaftskritisch, aber eben für Jugendbücher großartig verpackt und immer spannend!

    Hier hat er ein klimabezogenes Thema gewählt, die Wasserknappheit in Kalifornien ist ja tatsächlich aktuell, also gar nicht so weit hergeholt.
    Außerdem: Lass mal den Strom 3 Tage ausfallen, dann haben wir auch kein Wasser und das wird echt übel… ich hab immer einen kleinen Wasservorrat zuhause 😉

    Manche fanden ja das Szenario zu übertrieben und die Protagonisten zu überzogen. Aber es ist ein Jugendbuch und dafür war das genau richtig, fand ich.
    Und wenn man zwei Tage nichts trinkt, dann kann man schon mal rebellisch werden, das unterschätzen anscheinend sehr viele, wie schnell das geht.

    Ich hatte jedenfalls während dem Lesen auch immer wieder das Bedürfnis, etwas trinken zu müssen 😀

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Aleshanee,

      Tatsächlich fand ich auch die Thematik gar nicht sooo übertrieben. Es heißt ja nicht umsonst, dass man nur 3 Tage ganz ohne Wasser überleben kann. Wenn man dann noch bedenkt, dass mir schon schummrig wird, wenn ich mal einen Tag nicht genug getrunken habe, also weniger als 2 Liter, dann wirkt das Ganze doch ziemlich realistisch, finde ich.
      Der Wasservorrat zu Hause ist auf jeden Fall auch bei uns im Haus ein Muss, gerade im Sommer^^

      Liebe Grüße,
      Lara

      Gefällt mir

      1. aleshanee75

        So hab ich das auch gesehen. Nach zwei Tagen ohne Wasser kann man schonmal ausflippen, vor allem wenn es heiß ist. Das ist eh ganz übel wenn man verdurstet, das war schon sehr gut dargestellt.
        Viele mochten das Ende auch nicht so, aber auch das fand ich gut gemacht. Ist halt eben auch ein Jugendbuch, das sollte man dabei nicht vergessen 🙂

        Gefällt 1 Person

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