Rezension: »Die Drei« von Sarah Lotz

Hey alle zusammen!

„Die Drei“ habe ich schon Anfang Februar angefangen, aber nicht weitergelesen, weil dann die Facharbeit dazwischenkam, für die ich die Luna-Chroniken lesen musste und außerdem noch ein Rezensionsexemplar. Danach konnte ich aber weiterlesen, und wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr hier.


Inhalt

»Sie sind hier. Der Junge, sieh dir den Jungen an, sieh dir die Toten an, o Gott, es sind so viele … Sie kommen jetzt, mich zu holen. Wir alle müssen jetzt gehen. Wir alle. Pastor Len, sie müssen sie warnen, dieser Junge, dieser Junge … Man darf ihm nicht …«
Letzte Worte von Pamela May Donald (1961 – 2012)

Der Tag, an dem es passiert, geht als »Schwarzer Donnerstag« in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten. Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die Vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist …

»Wundervoll. Man kann gar nicht aufhören zu lesen. Großartige Unterhaltung!«

Stephen King

Bibliografie

Titel: Die Drei
Autorin: Sarah Lotz
Übersetzung: Eva Bonné
Genre: Thriller
Format: Paperback
Seiten: 511
Verlag: Goldmann
Reihe: Die Drei / Bd. 1
ISBN: 978-3-442-31371-6
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Komm schon, komm schon, komm schon …«


Meine Meinung

»Die Drei« ist nicht das Buch, das ich erwartet hatte zu lesen. Es ist kein typischer Thriller, meiner Meinung nach sollte es auch eher als Spannungsroman betitelt werden. Denn so richtig „thrilling“ – woher ja der Begriff Thriller kommt – war es irgendwie nicht.

Aufgebaut ist das Buch aus den Berichten von Augenzeugen und Angehörigen der Opfer, die bei den Flugzeugabstürzen ums Leben gekommen sind. Dadurch fließt natürlich eine ganze Bandbreite an Emotionen mit in die Geschichte ein. Diese Berichte sind im Rahmen von Nachforschungen einer fiktiven Journalistin entstanden, die mehr über die drei überlebenden Kinder erfahren möchte, da diese laut ihren engsten Angehörigen seit dem Unglück verändert seien und teilweise Dinge passieren lassen können.

Das klingt natürlich erst mal abgedreht und ich kann auch sagen: das ist genau das Wort, mit dem ich das Buch beschreiben würde. Und das liegt nicht nur daran, dass besonders Endzeitbewegungen und religöse Fanatiker ihren Auftritt bekommen. Die ganzen Verschwörungstheorien, die nach den Flugzeugabstürzen kursieren, waren teilweise mehr als erschütternd sowie faszinierend zu lesen. Trotzdem war das Lesevergnügen in keinster Weise für mich mit dem Nervenkitzel verbunden, den ich mir bei dieser Geschichte erhofft hatte.

Zumindest hat Sarah Lotz allerdings bewiesen, dass sie sich in andere Menschen hineinversetzen kann, denn auch ihr Schreibstil wurde dementsprechend immer angepasst – also beispielsweise, wenn aus der Sicht unterschiedlicher Personen geschrieben wurde, dann haben diese Personen auch alle ihre Eigenheiten in der Sprache gehabt.

Womit ich aber auch schon zu einem meiner größten Kritikpunkte komme: den Charakteren. In Erinnerung geblieben sind mir kaum welche, und das, obwohl es erst eine Stunde her ist, seit ich das Buch beendet habe. Aber es gab einfach so unglaublich viele Charaktere, die alle aus anderen Teilen der Welt kamen und teilweise nur über so ganz kleine „Fäden“ miteinander in Verbindung standen. Das hat für mich das Lesen teilweise echt zu einer mühseligen Angelegenheit gemacht, weil ich immer wieder überlegen musste, ob dieser oder jener Charakter schon mal vorgekommen war, und wenn ja, wann und in welchem Zusammenhang.

Hinzu kommt, dass am Ende unglaublich viele Fragen offengeblieben sind und ich gerade am Ende komplett den Faden verloren habe, was jetzt genau passiert ist. Da kam so viel auf einmal, so viele Verzwickungen, dass ich einfach nicht hinterhergekommen bin.

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass dem Buch rund 150 Seiten weniger sehr gut getan hätten. So war alles sehr ausführlich und es gab unendlich viele Längen, die die ohnehin kaum aufgekommene Spannung wieder zerstört haben. Nur aus dem Grund habe ich auch so super lange dafür gebraucht, das Buch endlich zu beenden. Jeden Abend musste ich mich regelrecht dazu aufraffen, weiterzulesen, obwohl ich eigentlich schon gar keine Lust mehr auf die Geschichte hatte. Beim Lesen habe ich dann zwar auch einige Seiten geschafft, weil schließlich auch viele sehr interessante Dinge passiert sind, aber die waren eben einfach bloß interessant und nicht fesselnd genug für meinen Geschmack.


Fazit

Leider kann ich »Die Drei« nicht hundertprozentig weiterempfehlen, obwohl ich so ein gutes Gefühl hatte, als ich mit dem Buch anfing. Für Leser*innen, die eher seichtere Spannungsliteratur mögen, mag das Buch perfekt passen, wer jedoch mit der Erwartung eines super spannenden, fesselnden Thrillers ans Lesen geht, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht sein.

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