Rezension: »Agaporniden – Mutationen, Farbschläge, Ausstellungen« von Dirk Van den Abeele

Wer neben meinem Blog auch meinem zweiten Instagram-Account @milara_lovebirds folgt oder mich persönlich kennt, weiß, dass ich selbst Zwergpapageien halte – genauer gesagt Agaporniden. Agapornis ist der Name der Gattung, in die man insgesamt acht Vogelarten einteilt. Da ich mich für die Mutationen sowie für die Zucht von Agaporniden interessiere und mich ein bisschen weiterbilden wollte, habe ich mir dieses Buch besorgt.


Inhalt

Dieses zur Zeit wohl ausführlichste Buch über die Agaporniden stellt Ihnen im zweiten Band die Mutationeformen der Agaporniden-Arten mit Beschreibung der Vererbung und Vorgehensweise bei der Zucht ausführlich vor. Grundlegende Kapitel behandeln die Genetik, Mutationszucht und die Arten der Vererbung. Erstmals wird ein Standard für die Bezeichnungen der Mutationen vorgestellt, der auch von den Züchterverbänden übernommen wurde. Neben ausnahmslos allen Mutationsformen werden Transmutationen, Modifikationen, Standard-Vögel und das Ausstellungswesen behandelt. Zusätzlich kann der Leser die internationalen Musterbeschreibungen der Arten nachlesen. Nahezu alle Mutationsformen werden auch abgebildet, und kein anderes Buch zeigt auch nur annähernd so viele Fotos der diversen Mutationen.

Der Autor ist ein international anerkannter Experte für die Mutationen der Unzertrennlichen. Er geht besonders auf die Kombinationen bei der Zucht der Vögel ein und lässt dabei keine Fragen offen. Das Buch ist mit rund 300 Fotos einmalig illustriert, und auch die seltensten Mutationsformen sind zu sehen.

(Quelle: Amazon)


Bibliographische Daten

Titel: Agaporniden – Mutationen, Farbschläge, Ausstellungen
Autor: Dirk Van den Abeele
Übersetzer: Heinz Schnitker
Genre: Sachbuch
Format: Hardcover
Seiten: 271
Verlag: Arndt-Verlag
Reihe: Agaporniden / Bd. 2
ISBN: 978-3-9813383-3-1
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Genetik ist für manche ein völlig unverständliches Teilgebiet der Biologie mit vielen schwierigen Wörtern, für andere dagegen eine interessante Beschäftigung.«


Meine Meinung

Tatsächlich bin ich mit sehr hohen Erwartungen an das Buch gegangen, da es auch unter Züchtern immer in hohen Tönen angepriesen wird. Und zwar zurecht, wie ich finde.

Zunächst einmal wird die Genetik von Agaporniden, also die Grundlagen sowie die genetischen Aspekte zu den einzelnen Mutationen, sehr anschaulich und vor allem einfach erklärt, sodass auch Leute was daraus mitnehmen, die bisher noch nicht so viel über Genetik wussten. Ein Highlight ist für mich der Genetik-Rechner für die Mutationen der Agaporniden, der tatsächlich in der Praxis so angewandt werden kann. Dadurch wird die Theorie auch gleich mit der Praxis verwoben.

Außerdem werden sehr viele Mutationen genannt. Nicht alle, die mittlerweile entdeckt wurden, weil das Buch 2014 veröffentlicht wurde, aber trotzdem ist es noch auf einem recht aktuellen Stand. Die vielen Bilder dienen sehr gut zur Veranschaulichung und machen das Buch zu einem perfekten Nachschlagewerk für alle Agaporniden-Liebhaber.

Allerdings habe ich auch ein bisschen Kritik, und zwar überwiegen meiner Meinung nach die eher unbekannten Mutationen sehr. Die Farbschläge, die am häufigsten vorkommen, wurden teilweise nur in Kombination mit anderen oder aber gar nicht auf Fotos gezeigt, was ich als störend empfunden habe.

Mir war schon vorher klar, dass am meisten über die Rosen- und Pfirsichköpfchen im Buch stehen wird, da diese beiden die bekanntesten Agapornis-Arten sind und außerdem am häufigsten gehalten werden. Trotzdem fehlten mir ein paar mehr Informationen zu den eher unbekannten Arten, wie beispielsweise Orangeköpfchen oder auch Tarantapapagei. Wobei ich auch sagen muss, dass auch ein paar der wenigen bisher bei Tarantapapageien entdeckten Mutationen mit Bildern veranschaulicht wurden.

Um jedoch mit einem positiven Punkt abzuschließen, erwähne ich noch den Schreibstil sowie die Zusatzinformationen, die vom Verlag hinzugefügt wurden. Das Buch war trotz einiger Fachbegriffe sehr flüssig zu lesen und somit auch verständlich. Da der Autor aus Belgien kommt, wurden einige Informationen zu belgischen und holländischen Ausstellungen überarbeitet und so angepasst, dass auch die deutschen Richtlinien ihren Platz im jeweiligen Kapitel bekommen haben.


Fazit

Das Sachbuch »Agaporniden – Mutationen, Farbschläge, Ausstellungen« eignet sich vor allem für diejenigen, die tatsächlich beabsichtigen, Agaporniden zu züchten oder sich für die Zucht interessieren. Nicht so wichtig ist das Buch hingegen für die privaten Halter – diesen lege ich aber vor allem den ersten Band ans Herz.

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