Rezension: »Pretty Dead« von Stefanie Hasse

Nach längerer Zeit bin ich endlich zum Bloggen zurückgekommen. Die zwei Monate Pause haben mir gut getan und ich habe für mich beschlossen, dass ich ab jetzt ein bisschen mehr auf mich selbst achte und vor allem meine Aktivität auf Instagram ein bisschen verringere. Aus dem Grund gibt es ab jetzt auf meinem Instagram-Account vorerst nur Rezensionen, was aber nicht heißt, dass ich euch in den Stories nicht ab und zu mal ein paar Updates gebe.

In den letzten zwei Monaten habe ich nicht nur wenig gebloggt, sondern auch so gut wie gar nicht gelesen. Gestern habe ich allerdings »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« von Stefanie Hasse beendet und freue mich, euch endlich mal wieder eine Rezension liefern zu können!


Inhalt

Wer hat die Ballkönigin ermordet?

Die noble Fairchild-Academy wird von einem Skandal erschüttert: die Schülerin Sarah Matthews – wunderschön, geliebt, beneidet – ist auf einem Schulball in den Armen ihres Freundes Chase zusammengebrochen und gestorben. War es ein schrecklicher Unfall – oder Mord? Als die Polizei die Ermittlungen aufnimmt, ändert sich für fünf Jugendliche aus Sarahs Umfeld alles. Denn schnell ist klar, dass jeder von ihnen ein Motiv hatte. Allen voran Chase, Sarahs Freund, und Brooke, ihre beste Freundin …

Für Fans von Secret Game und Beautiful Liars: der neue Highschool-Thriller von Stefanie Hasse

(Quelle: Klappentext)


Bibliographische Daten

Titel: Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte
Autorin: Stefanie Hasse
Genre: Jugendthriller
Format: Hardcover
Seiten: 371
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-40195-6
Sprache: Deutsch

Erster Satz: »Bald.«


Meine Meinung

Der erste Eindruck des Buches ist auf jeden Fall schon mal gelungen. Das Cover passt perfekt zu den zurzeit so beliebten Highschool-Thrillern; schlicht und eher clean gehalten, dafür werden mit wenigen Farben Akzente gesetzt. So auch hier, wo das Buch an sich eher weiß ist, jedoch durch die dicken schwarzen Titel und die pinken Merkmale aufgepeppt wird. Durch die Fotos der Personen bekommt das Ganze sofort einen »Pretty little liars«-Touch. Auch der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte, die sich womöglich auch mit »One of us is lying« vergleichen lässt.

Nun zum Inhalt selbst. Die Idee ist nichts Neues und obwohl ich recht hohe Erwartungen hatte, auch leider nichts Besonderes. Das größte Manko für mich ist, dass der Klappentext falsche Hoffnungen an das Buch weckt, denn dort wird von Sarahs mysteriösem Tod gesprochen. Es wird jedoch relativ schnell klar, dass der Fokus der Geschichte auf den beiden Protagonisten Chase und Brooke liegt, die – was man bereits im ersten Kapitel erfährt – eine Liebesbeziehung zueinander haben.

Tatsächlich erinnert das Ganze ziemlich an »Pretty little liars«, denn die vier Protagonisten Chase, Brooke, Jam und Devin finden schnell heraus, dass Sarah nicht die gute Freundin war, die sie gekannt haben, sondern stattdessen eine intrigante und ich-bezogene Person. Klingt zumindest nach einer Menge Potenzial, das jedoch leider meiner Meinung nach nicht ausgeschöpft wurde.

Mein erster Kritikpunkt sind die ersten beiden Kapitel. In diesen bekommt man schon mal einen kleinen Einblick in die Hauptcharaktere, da aus jeder Sicht ein paar Seiten geschrieben wurden. Leider kam dadurch aber auch ziemlich viel auf einmal. Beispielsweise wurden mir als Leserin im ersten Kapitel so viele Namen um die Ohren geworfen, dass ich diese erst einmal alle auf die Reihe kriegen musste und dachte, im zweiten Kapitel würde das ja dann gehen. Da kamen dann aber wieder neue Namen dazu, weshalb ich mir da auf jeden Fall ein etwas behutsameres Vorgehen gewünscht hätte. Nach diesen beiden Kapiteln fand ich jedoch das Gesamtbild recht stimmig, zumal ich es auch wirklich gut fand, dass man durch die Perspektivwechsel auch mal gut mitten in einem Kapitel aufhören konnte zu lesen.

Im ersten Kapitel ist mir außerdem aufgefallen, dass die Autorin sich erst noch ein an die Geschichte herantasten musste. Ich weiß selbst, dass es häufig sehr schwierig ist, das erste Kapitel genauso gut zu schreiben wie die darauffolgenden. Hier wäre vielleicht aber eine nochmalige Korrektur schön gewesen, denn so wirkte vieles sehr gestellt und es fehlte teilweise der Zusammenhang zu weiteren Geschehnissen. Auch bin ich der Meinung, dass es nicht schadet, einfach mal einen Punkt zu setzen, bevor die von vermutlich allen Deutschlehrer*innen gehassten Bandwurmsätze entstehen.

Ansonsten fand ich den Schreibstil von Stefanie Hasse sehr angenehm zu lesen. Ich bin flüssig und schnell durch das Buch gekommen, was mitunter auch daran lag, dass vieles eher in Umgangssprache geschrieben wurde, anstatt in akademischem Hochdeutsch. Das hat auch das Setting der Geschichte in einer Highschool sehr gut widergespiegelt und somit für ein stimmiges Gesamtbild gesorgt. Ein oder zwei kleine Fehler sind mir beim Lesen aufgefallen, die sind aber nicht weiter tragisch gewesen.

»Komplexe waren wie ein in geringen Dosen verabreichtes Gift. Man konnte damit leben, aber irgendwann war der kritische Punkt erreicht und der Körper brach zusammen.« – Seite 174 f.

Tatsächlich kam bei mir jedoch trotz des Potenzials zu wenig Spannung auf. Ein Grund dafür ist, dass gerade die erste Hälfte des Buches eher nüchtern erzählt wird und die dort vorherrschenden negativen Gefühle in den Charakteren zu wenig zum Ausdruck gebracht wurden. Gerade nach Sarahs Tod hätte ich mir mehr Emotionen gewünscht, um die Personen und ihre Gefühle besser nachvollziehen zu können. Somit plätscherte die Geschichte so vor sich hin und die Twists wurden immer vorhersehbarer, da ich mir durch die kleinen Hinweise schon recht früh das Ganze zusammenreimen konnte.

Da ab der zweiten Hälfte größtenteils nur noch aus Brookes oder Chase‘ Sicht erzählt wurde, ist die Aufklärung von Sarahs Todesfall immer weiter in den Hintergrund gerückt. Es kam mir ein bisschen so vor wie eine ganz normale Highschool-Romanze mit ein paar Mystery-Elementen.

Womit wir jetzt auch schon bei den Charakteren wären. Ich muss sagen, dass mir die Ausarbeitung von vielen Nebencharakteren, wie beispielsweise Sarah, Nate, Piper, Nolan und Emily, ziemlich gut gefallen hat. Sie waren alle unterschiedlich und hatten ihre eigene Persönlichkeit. Bei den Hauptcharakteren war das aber eher nicht der Fall. Brooke, die beste Freundin von Sarah, blieb mir ein bisschen zu oberflächlich, da gerade ihre Trauer total überspielt wurde und kaum Aufmerksamkeit bekommen hat. Einzig ihre Beziehung zu Chase wurde meiner Meinung nach glaubwürdig und gefühlvoller dargestellt, denn in den Szenen zwischen den beiden konnte ich tatsächlich auch mal mitfühlen. Chase, Jam und Devin haben sich von der Persönlichkeit her einfach zu wenig voneinander unterschieden. Klar, jeder von den Dreien hatte eine eigene Geschichte, aber sie hatten alle irgendwie die gleichen Ansichten und Vorstellungen. Trotzdem waren sie mir sympathisch, was immerhin ein positiver Punkt ist.

Was ich mitunter am meisten mochte an dem Buch, sind die verstrickten Handlungen. Auch, wenn ich das Ende und die vorherigen Wendungen schon in etwa so vorhersehen konnte, habe ich doch mit den Charakteren mitgerätselt, was es mit Sarahs Todesfall sowie den Drohnachrichten auf sich hatte, die irgendwann aufgetaucht sind.

Fazit

Alles in allem würde ich sagen, dass »Pretty Dead – Wenn zwei sich lieben, stirbt die Dritte« zwar ein ganz gutes Buch ist, jedoch meiner Meinung nach nicht als Highschool-Thriller bezeichnet werden sollte, da es größtenteils um die Liebesbeziehung zwischen zwei der Hauptcharaktere geht. Aufgrund dessen kam auch nicht so viel Spannung auf, wie ich mir erhofft hätte. Alles in allem ist das Buch mal ganz schön für zwischendurch, jedoch nicht optimal nach einer längeren Leseflaute.

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