Rezension: »Divergent« von Veronica Roth

Hallo ihr Lieben!

Im Februar habe ich als allererstes meine Schullektüre beendet, nämlich „Divergent“ von Veronica Roth. Das ist die englische Ausgabe von der bekannten dystopischen Reihe „Die Bestimmung“. Ich war anfangs etwas skeptisch, ob der erste Teil einer Reihe sich so gut als Schullektüre eignen würde, aber das war tatsächlich kein Problem. Vielmehr entsprach das Buch nicht ganz meinen Erwartungen …

Die Rezension ist natürlich auf Deutsch geschrieben, auch wenn ich den Klappentext aus dem Englischen übernommen habe. Viel Spaß beim Lesen!


Inhalt

Three flying birds … One for each member of the family I left behind.

Sixteen-year-old Tris is forced to make a terrible choice. In a divided society where everyone must conform, Tris does not fit. So she ventures out alone, determined to discover where she truly belongs. Shocked by her brutal new life, Tris can trust no one. And yet she is drawn to a boy who seems to both threaten and protect her. The hardest choice lies ahead.

»Taut and shiveringly exciting«

MELISSA MARR, bestselling author of WICKED LOVELY

»A heart-pounding debut«

KIERSTEN WHITE, bestselling author of PARANORMALCY

»Haunting vision of the future«

JAMES DASHNER, bestselling author of THE MAZE RUNNER

Bibliografie

Titel: Divergent
Autorin: Veronica Roth
Genre: Dystopie
Format: Taschenbuch
Seiten: 487
Verlag: Harper Collins
ISBN: 978-0-00-742042-1
Reihe: Divergent / Bd. 1
Sprache: Englisch


Meine Meinung

Um fair zu sein, das Buch ist im Grunde nicht mal schlecht. Vermutlich gefällt es mir nicht so extrem gut, weil ich mich im Unterricht viel damit beschäftigt habe und gefühlt alles durchanalysieren musste, bis es mir nicht mehr gefiel, weil mir mal wieder negative Dinge aufgefallen sind.

Der Anfang fiel mir etwas schwer, weil ich mich erst mit dem Schreibstil von Veronica Roth anfreunden musste. Nach einigen Kapiteln war ich dann aber auch drin in der Geschichte, da der Schreibstil an sich wirklich einfach gehalten ist – trotzdem würde ich jemandem, der noch nicht so viele englische Bücher gelesen hat, nicht raten, zu diesem zu greifen. Bei Dystopien und Fantasy-Büchern tauchen gleichermaßen viele neue Begriffe auf, die meist nicht direkt erklärt werden, sondern die man sich selbst irgendwie anhand des Geschriebenen herleiten muss. Und da es sich bei „Divergent“ um eine Dystopie handelt, waren diese ganzen Begrifflichkeiten am Anfang noch recht verwirrend, und erst ca. ab der Hälfte habe ich komplett verstanden, welche Fraktion für welche Eigenschaften steht, etc.

Damit ihr gleich nicht auch in meiner Rezension verwirrt seid, was denn die ganzen Begriffe bedeuten, möchte ich kurz die dystopische Welt erklären, in der Tris lebt. Und zwar lebt sie im futuristischen Chicago (was man im Buch nicht erfährt – das musste ich googlen). Dort herrscht ein vollkommen anderes Bild der Gesellschaft als noch heute, denn die Bevölkerung ist in sogenannte Fraktionen (engl. Factions) aufgeteilt worden. Jede einzelne Fraktion zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus. Demnach ist Abnegation eine Fraktion, deren Mitglieder selbstlos sind und keinen Gedanken an sich selbst verschwenden. Tris ist in Abnegation aufgewachsen, doch bei einer Zeremonie (engl. Choosing Ceremony) muss jeder Teenager wählen, welcher Fraktion er letztendlich beitreten möchte. In der neuen Fraktion sind die Teenager noch keine offiziellen Mitglieder. Vorher müssen sie die Initiation durchlaufen, was im Grunde so etwas wie ein Aufnahmetest ist.

An sich ist die Idee dieser futuristischen Welt gar nicht so schlecht, nur leider etwas zu schlecht durchleuchtet. So erfährt man kaum etwas darüber, wie genau es zu der Aufteilung in unterschiedliche Fraktionen kam – das wird nur manchmal kurz angerissen, aber nie detailliert erklärt. Somit war diese Gesellschaftsordnung für mich nicht plausibel genug und ich konnte sie nicht mit der heutigen Welt in Verbindung setzen, weil das Zwischenstück gefehlt hat; das zwischen der Gegenwart und der Zukunft, wie sie in „Divergent“ dargestellt wird.

Zugegeben, die erste Hälfte des Buches war auch ziemlich … nichtssagend. Ich gestehe, dass ich da mehr erwartet habe, aber das ginge vermutlich jedem von uns so. Ich hatte gehofft, dass sich die Geschichte nach den ersten eher langweiligen Kapiteln ein bisschen bessern würde, doch das ist dann eben erst ab der zweiten Hälfte passiert. Vorher war alles irgendwie ein Hin und Her, das keinen Mehrwehrt für den Verlauf der Handlung hatte.

Trotzdem fiel es mir leicht, mich mit Tris als Protagonistin zu identifizeren. Einerseits, weil sie ungefähr in meinem Alter ist (nur ein Jahr jünger), und andererseits, weil ich sie im Grunde recht sympathisch fand. Zumindest anfangs. Hinterher dann nicht mehr, weil sie ein sehr niedriges Selbstwertgefühl hatte und von sich selbst immer nur schlecht gedacht hat, während gleichzeitig gefühlt alle Jungs um sie herum auf sie standen und sie wirklich gute Fortschritte während der drei Phasen der Initiation gemacht hat.

Doch während Tris recht tiefgründig ausgearbeitet war, genau wie Four, wirkten die Nebencharaktere ziemlich eindimensional. Über sie wurde nicht viel geschrieben, sodass ich auch nicht viel über sie erfahren konnte. Wäre das anders gewesen, dann hätte ich mich vielleicht auch mit Christina, Will oder Al anfreunden können, doch so blieben sie mir zu flach, während sich die Freundschaft zwischen Christina und Tris immer mehr in etwas Toxisches verändert hat.

Dennoch wurde die ganze Geschichte ab der zweiten Hälfte des Buches endlich spannender, was nicht nur daran lag, dass es einige Plot-Twists gab, die ich so nicht erwartet habe. Man hat mehr über Four erfahren (auch wenn ich schon vorhersehen konnte, wie sein richtiger Name lautete und wer er tatsächlich ist), und die Beziehung zwischen ihm und Tris ging tiefer. Und das meiner Meinung nach nicht zu schnell und nicht zu langsam, wobei Tris gerade gegen Ende hin sehr authentisch war, wie ich finde, als sie mit Four über ihre Beziehung gesprochen hat.

Der Showdown wirkte auf mich dann wieder etwas zu gehetzt, als hätte die Autorin keine Lust mehr, dem Buch ein wirklich würdiges Ende zu geben. Im Grunde spielte sich der ganze Krieg an nur einem einzigen Tag ab, was nicht sehr realistisch ist, wie ich finde, da trotzdem so unglaublich viele Dinge passiert sind.

Eines der wichtigsten Merkmale von Dystopien ist, dass sie eine futuristische Welt beschreiben, während gleichzeitig etwas in der Gegenwart kritisiert wird. Diese Kritik an der Gegenwart kam in „Divergent“ leider nicht gut zur Geltung, und war insgesamt auch eher schwach. Ich kann im Nachhinein nur aus dem Plot ableiten, dass wohl die Ständegesellschaften und das Schubladendenken Hauptaugenmerk der Kritik sein sollten, aber wie schon erwähnt, kam das nicht deutlich genug rüber.

Ich weiß natürlich nicht, ob einige der Dinge, die ich hier kritisiert habe, in den nächsten beiden Teilen der Reihe erläutert werden. Ich bin mir aber auch gar nicht so sicher, ob ich das noch erfahren möchte. Vermutlich werde ich einfach nur die Filme schauen, denn weder der zweite noch der dritte Teil der Reihe reizen mich zurzeit. Vielleicht kann mich ja jemand vom Gegenteil überzeugen?


Fazit

Ich glaube, das Hauptproblem, das ich mit „Divergent“ hatte, war, dass es mir insgesamt zu flach für eine richtig gute, mitreißende Dystopie war. Viele hypen das Buch, ich gehöre aber nicht dazu, denn ich habe einfach zu viele Kritikpunkte, und die Hälfte des Buches war ich einfach nur gelangweilt von der Geschichte.

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