Rezension: »Wie Schnee so weiß« von Marissa Meyer

Hallo!

Der vierte Teil der Luna-Chroniken hat mir ebenfalls gut gefallen, und ich weiß jetzt, dass die Reihe sich perfekt für meine Facharbeit eignet. Ich hoffe, euch gefällt die Rezension!


Inhalt

Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend versucht Levana, sie umbringen zu lassen. Zum Glück verhilft Winters treuer Wächter Jacin ihr zur Flucht. Die Prinzessin schmiedet einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene und ihre Freunde finden und sich mit ihnen verbünden. Gemeinsam können sie die böse Königin vielleicht stürzen, bevor sie auch noch die Herrschaft über die Erde an sich reißt …

»Ich kann es nicht erwarten, Wie Schnee so weiß in den Händen zu halten!«

hisandherbooks.de

Bibliografie

Titel: Wie Schnee so weiß
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzung: Bettina Arlt
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 848
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58289-8
Reihe: Luna-Chroniken / Bd. 4
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Die junge Prinzessin war so schön wie der klare Tag und schöner als die Königin selbst.

Der Titel sagt im Grunde schon, dass es sich beim vierten und letzten Teil der Luna-Chroniken um eine Adaption des Grimmschen Märchen „Schneewittchen“ handelt. Dennoch eine Schneewittchen-Adaption auf eine ganz andere Art und Weise.

Diese „Andersartigkeit“ fängt schon bei den Charakteren an. Denn das Schneewittchen in dem Buch ist niemand geringeres als Prinzessin Winter, die Stieftochter von Königin Levana. Diese hat sich nach einem im Laufe des Buches näher erklärten Ereignis in ihrer frühen Jugend geschworen, nie wieder ihren Zauber einzusetzen und Menschen damit zu manipulieren – was ihrer Schönheit natürlich keine Abzüge tut. Da jedoch das Verweigern der Manipulation durch Bioelektrizität bei Lunariern zu Geisteskrankheit führt, ist Winter jetzt, mehrere Jahre später, bereits in einem Stadium der sogenannten Luna-Krankheit, in dem sie bei Halluzinationen eine Gefahr für sich und andere darstellt.

Diese „Schwachsinnigkeit“, wie sie oft im Buch betitelt wird, zeigt sich auch durch ihr sinnbefreites Gefasel, das niemand und wirklich niemand als geistreich bezeichnen kann. Sie wird also nicht nur als wunderschön, sondern auch als beschränkt und dumm dargestellt, wobei sie in „Wie Schnee so weiß“ endlich die Chance bekommt, sich und ihre tatsächliche Intelligenz zu beweisen.

Der Jäger hatte Mitleid mit ihr und sprach: »So lauf hin, du armes Kind, und komm nie zurück.«

Auch Jacin, den männlichen Protagonisten, hat man bereits zuvor kennengelernt. Und zwar ist er der lunarische Wächter, der sich erst Cinder und ihren Freunden angeschlossen hat, um diese schließlich wieder zu verraten, weil er im Endeffekt eben nur „seiner Prinzessin“ dient. Und diese ist nicht, wie man zuvor angenommen haben mag, Cinder selbst, sondern Winter.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass man hier endlich mehr über die Hintergründe von Königin Levana erfährt und darüber, weshalb sie sich zu der Person entwickelt hat, die sie geworden ist. So wird sie nicht mehr nur als böse dargestellt, sondern bekommt mehr Facetten, die sie ungemein tiefgründiger und interessanter machen.

»Deine Stiefmutter wird bald wissen, dass du hier bist«, warnten die guten Zwerge sie. »Lass ja niemand herein.«

Ebenfalls gut gefallen hat mir das Setting von Luna. Die Vorstellung, dass sich der Mond später tatsächlich zu einem solchen Ort entwickeln könnte, ist überaus faszinierend und hat mich wirklich in den Bann gezogen.

Zudem hat sich zu meiner Freude herausgestellt, dass nicht alle Lunarier wie Königin Levana und ihre Thaumaturgen sind, sondern die meisten tatsächlich einfach nur Menschen sind, die in Unterdrückung leben. So wurde noch mal der Eindruck über die Lunarier, den man in den vorherigen drei Bänden gewonnen hat, aufgefrischt und der „Realität“ angepasst.

»Fürchtest du dich vor Gift?«, sprach die Alte. »Siehst du, da schneide ich den Apfel in zwei Teile; die rote Backe isst du, die weiße will ich essen.«

Hauptsächlich geht es in dem Buch um die Revolution von Cinder alias Prinzessin Selene und ihren Gefährten. Sie wollen erneut versuchen, Königin Levana zu stürzen, damit Cinder ihre rechtmäßige Stellung als Königin von Luna einnehmen kann, doch das stellt sich als schwieriger heraus als zuvor von der Gruppe erwartet.

So werden die Gefährten also immer wieder voneinander getrennt und wieder zusammengeführt, was ihnen mal mehr, mal weniger Steine in den sowieso schon holprigen Weg legt.

Das Ende ist sehr gut gelungen und besonders toll fand ich, dass es nicht einfach mit dem Ende der Revolution vorbei war, sondern dass man auch noch erfahren hat, wie es mit den Protagonisten weitergeht, die man im Laufe der vier Teile so sehr liebgewonnen hat.

Da antwortete der Spiegel: »Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Aber die junge Königin ist noch tausend Mal schöner als Ihr.«

Ich habe jedoch auch einen Kritikpunkt, der für einige Punktabzüge bei diesem Buch sorgt, denn „Wie Schnee so weiß“ ist leider für mich insgesamt einer der schwächsten Teile der Reihe. Das Buch hat über 800 Seiten – dass es da zu Längen kommt, war vorhersehbar. Dass die Längen jedoch einen so großen Teil der Geschichte ausmachen, damit habe ich nicht gerechnet und das hat mich doch arg enttäuscht. Denn die Storyline hat sich einfach kaum weiterentwickelt – sobald man dachte, es geht vorwärts, ging es wieder zurück zur Ausgangsposition und nichts ist passiert – mit den Charakteren ebenso wenig wie mit der Handlung.


Fazit

Leider konnte „Wie Schnee so weiß“ nicht an die vorherigen Bände der Luna-Chroniken heranreichen, auch wenn es natürlich kein schlechtes Buch ist. Man hätte aber sehr viel mehr aus diesem sehr langen Buch machen können, das insgesamt immer noch abwechslungsreich durch die verschiedenen Perspektiven war.

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