Rezension: »Wie Blut so rot« von Marissa Meyer

Hey!

Natürlich habe ich nach dem ersten Teil auch den zweiten Band der Luna-Chroniken gelesen. Der mir sogar insgesamt besser gefallen hat, aber lest selbst.


Inhalt

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grand-mère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

»Fans von Wie Monde so silbern werden diese absolut gelungene Fortsetzung nur so verschlingen.«

Publishers Weekly

Bibliografie

Titel: Wie Blut so rot
Autorin: Marissa Meyer
Übersetzung: Astrid Becker
Genre: Dystopie
Format: Hardcover
Seiten: 432
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58287-4
Reihe: Luna-Chroniken / Bd. 2
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Wie sie nun in den Wald kam, begegnete ihr der Wolf. Sie aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war, und fürchtete sich nicht vor ihm.

„Wie Blut so rot“ ist der zweite Teil der Luna-Chroniken und eine Adaption des Grimmschen Märchen „Rotkäppchen“. Allein das ist schon eine Erwähnung wert, denn ich finde, das Märchen von Rotkäppchen und dem bösen Wolf wird viel zu selten in Märchenadaptionen thematisiert, dabei ist es eins von den Schönsten der Brüder Grimm.

Tatsächlich ist die Adaption wirklich gut umgesetzt worden. Vor allem, weil die Geschichte in der Zukunft spielt und das Märchen von Rotkäppchen somit auf „neu“ gemacht wurde. Mich fasziniert einfach dieser Einfallsreichtum, wie Marissa Meyer es geschafft hat, verschiedene Elemente aus dem originalen Märchen mit in ihre eigene Geschichte einzubauen.

Das junge, zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte.

Scarlets Charakter unterscheidet sich sehr von Cinders. Letztere hat in dem Buch auch immer noch Auftritte und fungiert sozusagen als zweite Protagonistin. Scarlet Benoit ist etwas älter als Cinder und mir persönlich sehr sympathisch. Sie weiß, was sie will und hat ein unschlagbares Temperament, das auch schon mal für lustige oder gefährliche Situationen verantwortlich ist.

Wolf ist auch ein toller Charakter, den man so nicht aus Büchern kennt. Er hat eine sehr düstere Ausstrahlung, aber man erkennt mit der Zeit, dass er eigentlich einen eher weichen Kern hat. Ob der jedoch gespielt oder echt ist, das kann ich euch nicht verraten, weil ich sonst spoilern würde. Auf jeden Fall bringt Wolf frischen Wind in die Geschichte – und er harmoniert wirklich gut mit Scarlet, finde ich.

Da auch immer noch Kapitel aus Cinders und Kais Sicht erzählt werden, erfährt man auch, wie es mit den beiden weitergeht, nachdem „Wie Monde so silbern“ ein so unschönes Ende für Cinder hatte … An der Stelle muss ich auch noch mal sagen, wie sehr ich Thorne mag, der zu einem von Cinders Komplizen wird.

»Großmutter, was hast du so große Zähne?«

Die Geschichte rund um Scarlet und Wolf spielt größtenteils in dem kleinen französischen Dorf Rieux und der Großstadt Paris, die jedoch im Krieg fast zerstört wurde. Dorthin zieht es das Duo auf der Suche nach Scarlets Großmutter und da nimmt alles sein Ende … Auf jeden Fall wurde das Setting sehr eindrucksvoll dargestellt und ich konnte mir die ganze Zeit über bildlich vorstellen, wie es im zerstörten Paris oder im idyllischen Rieux aussieht.

Der Handlungsstrang selbst wird immer verzwickter. Er bezieht sich häufig auf den ersten Teil, weshalb man den auf jeden Fall vorher gelesen haben sollte, wobei es auch nicht allzu schlimm sein sollte, wenn man es nicht getan hat, weil die Autorin gekonnt den Inhalt zusammengefasst hat, wenn es gerade gepasst hat – und das, ohne dass Längen entstanden sind.

Am Ende fügt sich mal wieder alles zusammen, auch wenn noch einige offene Fragen bleiben, die im nächsten Teil erläutert werden. Das Ende selbst besteht aus einem eher seichten Cliffhanger, da er nicht allzu dramatisch ist, aber trotzdem neugierig auf mehr macht.

»Dass ich dich besser fressen kann.«

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich teilweise schon vorhersehen konnte, wie das Ganze endet und was es tatsächlich mit Wolf auf sich hat. Das lag aber daran, dass ich das Märchen von Rotkäppchen kenne und es sehr offensichtlich ist, dass Wolf an den bösen Wolf im originalen Märchen angelehnt ist.


Fazit

„Wie Blut so rot“ hat mir ungemein besser gefallen als der erste Teil, da es spannend und emotionsgeladen war und ich es zudem sehr schnell weggelesen habe. Den Cliffhanger hätte ich mir trotzdem ein bisschen dramatischer gewünscht, und eine etwas weniger vorhersehbare Storyline wäre auch ganz nett gewesen.

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