Rezension: »Das Bernstein-Teleskop« von Philip Pullman

Hey ihr Lieben!

Ich wünsche euch allen ein Frohes Neues und hoffe, dass ihr das letzte Jahr gut überstanden habt. Ich starte sofort wieder mit einer neuen Rezension, wie sollte es anders sein?

Da es sich bei „Das Bernstein-Teleskop“ um den dritten Teil der „His Dark Materials“-Trilogie handelt, kann es sein, dass in der Rezension Spoiler zu vorherigen Bänden auftauchen.


Inhalt

Wenn es unzählige Welten gab, warum öffnete das Messer dann nur Fenster zwischen dieser und seiner Welt?

Atemberaubende Abenteuer haben Lyra und Will schon bestanden, seit der Goldene Kompass sie zusammenbrachte. Aber ihre gemeinsame Reise ist noch lange nicht zu Ende. Immer deutlicher spürt Lyra, dass eine Antwort auf ihre Fragen nur im Reich der Toten zu finden ist. Gegen alle Widerstände steigen Will und sie in diese schrecklichste aller Welten hinab, fest entschlossen, eine alte Schuld zu sühnen und eine Prophezeiung zu erfüllen, von der sie nur eine vage Ahnung haben. Und sie wissen, dass am Ende dieses Weges noch größere Gefahren auf sie warten, denn die Allermächtigsten rüsten sich zur entscheidenden Schlacht zwischen Gut und Böse …


Bibliografie

Titel: Das Bernstein-Teleskop
Autor: Philip Pullman
Übersetzung: Wolfram Ströle, Reinhard Tiffert
Genre: Urban Fantasy
Format: Taschenbuch (Schuber-Ausgabe)
Seiten: 605
Verlag: Carlsen
ISBN (Schuber): 978-3551357205
Reihe: His Dark Materials / Bd. 3
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Leider habe ich viel zu lange gezögert, „Das Bernstein-Teleskop“ zu lesen. Vor allem deshalb, weil ich die ersten beiden Teile eher mittelmäßig fand. Aber es ist gut, dass ich das Buch jetzt endlich gelesen habe, denn es hat mir so viel besser gefallen als ich erwartet hätte!

Wenn man das Buch liest, fällt sofort der außergewöhnliche Schreibstil auf, mit dem Philip Pullman die Welt rund um Lyra und Will in aller Ausführlichkeit und mit unfassbar viel Liebe zum Detail beschreibt. So scheint es beispielsweise, dass Pullmans eigene Erfahrungen in die Geschichte eingeflossen sind, da das Buch von Weisheiten und Beobachtungen nur so strotzt. In den ersten beiden Teilen war ich nicht so überzeugt von Pullmans Schreibstil, weil es durch die vielen Beschreibungen oft Längen gab, die die Freude am Lesen verdorben haben. Hier war das nicht so, denn trotz der Ausführlichkeit gab es nur wenige langatmige Stellen.

Unter anderem könnte das auch damit zu tun haben, dass es in „Das Bernstein-Teleskop“ endlich mal so richtig zur Sache ging. Es wurde gekämpft, es gab unglaubliche Spannungsmomente, und man hatte als Leser gar keine andere Wahl, als mit Lyra und Will mitzufiebern. Am Anfang, als Lyra noch tief geschlafen hat, war es außerdem richtig gut gelöst, wie ihre Träume immer am Ende eines Kapitels mitten im Satz abgebrochen wurden. Danach kam dann ein neues Kapitel aus einer anderen Sichtweise, teilweise auch aus einer anderen Welt, und am Ende ging es mit Lyras Traum genau an der Stelle weiter, an der er aufgehört hat. Das machte überhaupt erst deutlich, was sich alles währenddessen und danach abspielte.

Zudem ist auf den ersten Blick gar nicht zu erfassen, wie genau alles miteinander zusammenhängt. Denn am Ende fügen sich Handlungsstränge zusammen, von denen man nie gedacht hätte, dass sie etwas miteiannder zu tun haben könnten. So entsteht dann am Ende ein konkretes, aber auch kompliziertes Konstrukt aus vielen verschiedenen Ereignissen, das man ohne die Geschichte dazu gar nicht verstehen kann.

Zwischendurch fehlten mir allerdings ein paar Szenen. Beispielsweise war mir an zwei Stellen nicht klar, ob sich Mrs Coulter und Lord Asriel einfach bei bestimmten Dingen abgesprochen haben (wenn ja, wann?) oder ob sich das alles eher zufällig ereignete. Vielleicht weiß ja jemand von denen, die das Buch schon gelesen haben, was ich meine.

Will und Lyra haben sich natürlich auch weiterentwickelt, und zwar auf jeden Fall zum Besseren! Ich weiß noch, dass ich Lyra im ersten Teil eher nervig und erst später dann sympathisch fand, aber mittlerweile ist sie mir wirklich sehr ans Herz gewachsen. Auch Will ist ein toller Charakter, weshalb ich es schade finde, dass ich die Reihe jetzt beendet habe. Das einzige, was mir nicht so gepasst hat zwischen den beiden, war, wie sich ihre Beziehung zueinander gegen Ende hin verändert hat. Auf einmal benahmen sie sich wie Erwachsene, obwohl sie doch erst 12 waren. Ich persönlich glaube nicht, dass irgendjemand in dem Alter schon so handeln könnte wie die beiden.

Am Ende folgten natürlich, wie auch schon in Band 1 und Band 2, die „Laternenbilder“. Diese waren noch mal ein kleines Highlight zum Ende hin, weil man so die Gelegenheit hatte, sich noch ein kleines Bisschen von den Charakteren zu verabschieden.


Fazit

„Das Bernstein-Teleskop“ übertrifft die beiden vorherigen Teile um ein Vielfaches. Es gab Spannung, wo vorher langatmige Stellen waren, und das Buch kam einem gar nicht so dick vor wie es eigentlich ist – dabei habe ich mich teilweise bei den ersten beiden Teilen durch die Seiten quälen müssen, wenn mal nichts passiert ist.

4 Gedanken zu “Rezension: »Das Bernstein-Teleskop« von Philip Pullman

  1. aleshanee75

    Hallöchen und ein Frohes Neues Jahr!

    Wie schön, dass dich wenigstens der dritte Band überzeugen konnte – ich finde ja alle drei Bände sehr genial, sie zählt zu meinen Lieblingsreihen!
    Wirst du denn die neue Trilogie dazu auch noch lesen?
    Und die Serie schauen? Der Film damals war ja leider nicht so gelungen, aber die neue Serie ist richtig gut! 😀

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

    1. Hey, dir auch ein Frohes Neues!

      Es gibt eine neue Trilogie? Da muss ich mich jetzt erst mal ein bisschen informieren, aber auf jeden Fall werde ich die Zusatzbände lesen, ich weiß nur nicht, wann ich das schaffen soll^^
      Die Serie werde ich auf jeden Fall schauen, falls sie irgendwann auch auf Netflix gestreamt wird. Ansonsten wohl eher nicht. Den Film habe ich vor Jahren mal gesehen, aber er ist mir auch nicht großartig im Gedächtnis geblieben.

      Liebe Grüße,
      Lara

      Gefällt mir

      1. aleshanee75

        Ja, zwei Bände sind schon erschienen, der dritte soll noch folgen 😉
        Nennt sich The book of dust

        Der erste Band spielt vor dem Goldenen Kompass, als Lyra noch ein Baby war, die beiden anderen Bände spielen später, als Lyra erwachsen ist.

        Zeitlich gehört es dann so zusammen

        0 – Über den wilden Fluss – The Book of Dust #1
        1 – Der goldene Kompass – His Dark Materials #1
        2 – Das magische Messer – His Dark Materials #2
        3 – Das Bernsteinteleskop – His Dark Materials #3
        4 – Ans andere Ende der Welt – The Book of Dust #2
        5 – noch nicht erschienen – The Book of Dust #3

        Die Serie kann ich auf jeden Fall sehr empfehlen!

        Gefällt 1 Person

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