Rezension: »Woyzeck« von Georg Büchner

Hallöchen ihr Lieben!

Ich wünsche euch nachträglich einen schönen ersten Advent! Auf Instagram gibt es auf meinem Acc übrigens zurzeit eine SuB-Challenge für den Dezember, vielleicht wollt ihr da ja mal vorbeischauen – alle Infos findet ihr in den Highlights.

Heute gibt es von mir die Rezension zu einer Schullektüre. In meinem Deutsch Leistungskurs haben wir „Woyzeck“ von Georg Büchner gelesen, ein Drama, das ziemlich bekannt ist. Tatsächlich mochte ich „Woyzeck“ im Gegensatz zu anderen Dramen sogar ganz gerne.


Inhalt

Ähnlich wie bei „Dantons Tod“ und „Lenz“ ist es wieder ein historischer Fall, der Büchner im „Woyzeck“ interessiert und ihn, literarisch aufbereitet, Geschichte erzählen lässt. Den 1821 von Johann Christian Woyzeck an seiner Geliebten verübten Mord nimmt Büchner 1836 zum Anlass, die gesellschaftliche Mitverantwortung an der menschlichen Tragödie zu diskutieren. Der Fall erregte seinerzeit großes Interesse, da infolge der Halluzinationen und Depressionen, die der Soldat und Perückenmacher Woyzeck im Vorfeld der Tat hatte, dessen Schuldfähigkeit in Fachkreisen kontrovers diskutiert wurde. Büchners Drama zeigt nun wohl das Verbrechen Woyzecks, aber es zeigt vor allen Dingen, wie dieser von der Gesellschaft zuvor sozial gebrochen wird.

(aus: EinFach Deutsch – Woyzeck, Georg Büchner, Westermann Schroedel Diesterweg Schöningh Winklers GmbH, Seite 43)


Bibliografie

Titel: Woyzeck
Autor: Georg Büchner
Genre: Drama
Format: Taschenbuch
Seiten: 124
Verlag: Schöningh Westermann
ISBN: 978-3-14-022314-0
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Anfangs war ich nicht so überzeugt von dem Drama, obwohl ich zumindest den geschichtlichen Hintergrund – also den historischen Woyzeck, aber auch die Epoche des Vormärzes – ziemlich interessant fand und auch immer noch finde. Aber bevor ich weiter mit meiner eigenen Meinung mache, erzähle ich euch lieber kurz, worum es geht:

Woyzeck ist ein einfacher Soldat, der mit Marie zusammen ist – die beiden sind nicht verheiratet, haben allerdings ein Kind zusammen. Woyzeck selbst verdient als Soldat nicht allzu viel, weshalb er sich ein bisschen was dazu verdient, indem er als Proband an einem Experiment teilnimmt. In diesem Experiment ernähren sich die Probanden ausschließlich von Erbsen und sind vertraglich dazu verpflichtet, dem Doktor (in diesem Fall kein normaler Arzt, sondern eher ein Wissenschaftler mit Doktortitel) Bericht über ihr Wohlergehen zu erstatten sowie Urinproben zukommen zu lassen. Das Experiment hat auf Woyzeck allerdings bisher noch unerforschte Ursachen; er bekommt Halluzinationen und allerlei weitere physische sowie psychische Probleme. Als wäre das noch nicht genug, betrügt Marie ihn auch noch vor aller Augen mit dem Tambourmajor (das ist ein Dienstgrad in der Armee; er steht in der Hierarchie weiter oben als Woyzeck).

So viel also zum Hintergrund, jetzt kommen wir zu meiner eigenen Meinung xD

Ich fand es ziemlich gut, dass wir das Drama im Deutschunterricht so ausführlich analysiert haben, weil ich dadurch die Botschaft dahinter viel besser verstanden habe. Zudem ist erst dann, wenn man sich näher mit dem Werk beschäftigt hat, erkennbar, wie clever Georg Büchner es geschafft hat, in diesem Drama eine Gesellschaftskritik zu äußern, ohne diese direkt anzusprechen. Stattdessen wurden die obersten in der Hierarchie mit ihren Rängen angesprochen (Tambourmajor, Hauptmann, Doktor), wohingegen die unteren richtige Namen bekamen (Woyzeck, Marie, Andres). Außerdem gibt es Unterschiede in der Sprache, die die Charaktere benutzen. So wird die Umgangssprache von den unteren Ständen verwendet, während die oberen eher hochgestochen reden und mit vielen Fachbegriffen um sich werfen.

Zudem wird sehr deutlich, dass die Gesellschaft in der literarischen Epoche des Vormärzes (1830-1848) durch materialistische Zwänge geprägt war. Entgegen Schillers Auffassung beweist Georg Büchner, dass der Mensch nicht über der Natur steht, sondern dass er vielmehr äußeren Sachzwängen (wie beispielsweise Verträgen, wie im Fall des Woyzeck) unterworfen ist.

Der Schreibstil ist auch gar nicht mehr so schwierig zu verstehen, wenn man erst mal in der Geschichte drin ist. Klar, es ist die Umgangssprache um 1836 herum, aber es ist trotzdem Deutsch – etwas komplizierter zu lesen, aber trotzdem ausdrucksstark.


Fazit

„Woyzeck“ ist eine der besseren Schullektüren, die ich bisher gelesen habe. Die Analysen im Deutsch-LK haben zu einem guten Verständnis beigetragen, sodass ich das Drama jedem empfehlen kann, der bereit ist, ein bisschen Zeit dafür zu opfern, hinter das Geschriebene zu blicken.

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