Rezension: »Der Heimweg« von Sebastian Fitzek

Hallo an alle!

Puh, meine Leseflaute ist wie man merkt vorbei und ich starte wieder voll durch beim Lesen und Rezensieren! Es war eigentlich gar nicht geplant von mir, „Der Heimweg“ anzufangen, weil ich vorher noch ein anderes Buch lesen wollte … Aber mein Vater hat es gekauft und ich habe mir gedacht, ich kann ja zumindest schon mal kurz reinlesen. Daraus wurde dann innerhalb von zwei Tagen das ganze Buch. Passiert.

Zuerst einmal möchte ich aber eins klarstellen, wobei ich es eigentlich schon traurig finde, dass man das mittlerweile wirklich klarstellen muss, wenn man nicht angefeindet werden möchte: Nur, weil ich „Der Heimweg“ als Buch wirklich grandios fand, heißt das AUF GAR KEINEN FALL, dass ich mit dem Thema häuslicher Gewalt einverstanden bin oder es womöglich sogar gutheiße. Das ist nicht so. In meiner Rezension beziehe ich mich auf das Kunstwerk, das hier geschaffen wurde, nicht auf das, was dort behandelt wird.


Inhalt

Wer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen …

Samstag, kurz vor Mitternacht. Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon, ein Service für Frauen, die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen und eine beruhigende Stimme brauchen. So wie Klara. Die junge Frau glaubt, von einem Psychopathen verfolgt zu werden, der vor Wochen mit Blut ein Datum auf ihre Schlafzimmerwand malte. Klaras Todestag! Und dieser Tag bricht gerade an …


Bibliografie

Titel: Der Heimweg
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Hardcover
Seiten: 400
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3426281550
Sprache: Deutsch


Meine Meinung

Das Buch ist auf den ersten Blick eher unauffällig, einfach weil keiner vermuten würde, dass es wirklich ein Buch ist. Ich meine, auf den ersten Blick kein Titel, keine Seiten (der Buchschnitt ist schwarz gefärbt), nur ein Viereck mit dem Bild einer Frau darin. Es mutet erst mal an wie ein Kästchen. Im Licht kann man dann jedoch sehen, dass die schwarze Schrift erhabener ist und im Gegensatz zum Rest des Buches glänzt, sodass man Titel und Klappentext ganz gut lesen kann. Natürlich etwas schwierig zu fotografieren, aber wenn man es erst mal entdeckt hat, auf jeden Fall ein Blickfang!

Wer schon mal ein Buch von Sebastian Fitzek gelesen hat, kann sagen, was er will, der Schreibstil ist immer genauso großartig. Er schreibt nicht allzu ausschweifend, lässt manchmal einen Tacken Humor bei rumschwingen und kommt scheinbar direkt auf den Punkt. Was wiederum in krassem Gegensatz zu der Handlung steht, denn dort nimmt der Leser bloß an, der Autor käme auf den Punkt, bis am Ende einmal alles durcheinandergeworfen wurde und dann tatsächlich klipp und klar gesagt wird, was Sache ist. Aber genau das machen ja schließlich die Bücher des Königs der Psychothriller aus.

Vermutlich ahnt ihr jetzt schon, was ich noch sagen werde, aber ich will es trotzdem einmal versuchen, in Worte zu fassen. Fitzek hat es nämlich mal wieder geschafft, einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich immer weiter aufbaut, bis man glaubt „mehr geht doch gar nicht“ und dann eines Besseren belehrt wird. Mein Herzschlag war während des Lesens durchgängig auf Höchsttempo und auch, wenn ich das Buch aus der Hand gelegt habe, brauchte ich erst mal eine Verschnaufpause.

Ich muss allerdings auch sagen, dass „Der Heimweg“ keinesfalls etwas für schwache Nerven ist. Zwar werden Gewalttaten nicht explizit und detailgenau beschrieben, aber eben doch angerissen. Das macht die Story brutal und teilweise echt krank. Aber das gehört zu Psychothrillern schließlich dazu 😉

Tja, was gibt es ansonsten noch zu sagen? Das Thema ist finde ich ziemlich authentisch und somit auch sehr schockierend dargestellt. Die Handlung an sich ist natürlich nicht realistisch und das ist auch wirklich gut so, aber trotzdem finde ich, dass die Thematik der Häuslichen Gewalt nicht verherrlichend o.Ä. rüberkommt. Stattdessen bekommt man als Leser sofort die Wahrheit in all ihrer Brutalität und Grausamkeit geschluckt, und wenn die einen nicht schockiert, dann läuft irgendwas falsch mit einem.


Fazit

Für mich ist „Der Heimweg“ ein absolutes Jahreshighlight. Fitzek hat es mal wieder geschafft, einen großartigen Psychothriller mit Gänsehauteffekt und einer ordentlichen Portion an Spannung zu schaffen, der sich zusätzlich mit einer sehr aktuellen und wichtigen Thematik beschäftigt, die in der Gesellschaft leider noch immer als Tabuthema gilt.

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