Rezension: »Splitterherz« von Bettina Belitz

Hallo ihr Lieben!

Der Adventurer Readathon 2020 schreitet genau wie der Juli voran, und so habe ich mich mit „Splitterherz“ nach Paris aufgemacht.

Das Buch habe ich 2019 irgendwann beim Einkaufen unter den Mängelexemplaren entdeckt. Ihr müsst wissen, im Gütersloher Edeka-Marktkauf gibt es eine ganze Ecke voller Mängelexemplare – und natürlich auch neue Bücher. Na ja, da habe ich auf jeden Fall „Splitterherz“ entdeckt, und weil mich schon der Klappentext angesprochen hat und ich bereits einige Sachen über das Buch gehört habe, habe ich es mir letztendlich gekauft.


Allgemeine Informationen

Titel: Splitterherz
Autorin: Bettina Belitz
Genre: Urban Fantasy
Format: Hardcover
Seiten: 632
ISBN: 978-3-8390-0105-9
Verlag: Script5
Reihe: Splitterherz / Bd. 1
gelesen: 20.07.20 bis 25.07.20


Inhalt

Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner dunklen Ausstrahlung nicht entziehen.
Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je hätte vorstellen können. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht – und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Schon das Cover ist außergewöhnlich und hat mich sofort angesprochen. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, we es mit der Geschichte zusammenhängt, ohne zu viel zu verraten, weshalb ich das einfach mal lasse – lest die Geschichte, dann wisst ihr, was ich meine.

Auch die Innengestaltung hat mich positiv überrascht. Das Buch ist insgesamt in vier Abschnitte gegliedert: Frühling, Frühsommer, Sommer und Altweibersommer. Die Trennseiten sind schön verziert und sorgen außerdem dafür, dass man als Leser immer den Überblick behält, wie viel Zeit vergeht. Auch die Kapitelanfänge sind schön ausgearbeitet – ohne Nummern, sondern mit individuellen Überschriften.


Der Erzählstil

Bettina Belitz hat mich mit ihrem Schreibstil sofort überzeugt. Er ist irgendwie … anders. Nicht im negativen Sinne, versteht sich. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Ellie geschrieben, wodurch viel von ihrer Persönlichkeit in den Schreibstil mit eingeflossen ist. Somit ist die Stimmung im Buch auch ganz genau an Ellies Stimmung orientiert – ist sie pessimistisch, ist die Stimmung auch pessimistisch, ist sie fröhlich, ist die Stimmung fröhlich.

Die Ortsbeschreibungen waren ebenfalls perfekt. Ich hatte die ganze Zeit ein Bild vor Augen, und die Autorin hat mich so vielen kleinen Details gearbeitet, dass ich beinahe das Gefühl hatte, selbst im Westerwald bei Köln zu sein. Durch die ständigen Wetterumschwünge dort hat das Buch zudem irgendwie eine wechselhafte Atmosphäre, größtenteils jedoch düster und mystisch und irgendwie mysteriös.

Nur die Dialoge wirkten auf mich manchmal irgendwie unrealistisch. Ich meine, auch, wenn ich von einem Geschehnis der Vergangenheit erzähle, spreche ich nicht so, als würde ich aus einem Buch vorlesen.


Die Handlung

Leider hat sich die Geschichte die ersten 120 Seiten sehr gezogen. Es ging nur schleppend voran und es gab keine Erklärungen für Ellies merkwürdiges Verhalten. Beispielsweise ist sie bis zur Hälfte des Buches ständig an den komischsten Orten einfach eingeschlafen – und das hat sie nicht einmal hinterfragt und einfach auf ihre Übermüdung geschoben. Meistens ist sie auch immer dann eingeschlafen, als es langsam spannend wurden, wodurch meine Erwartungen ein ums andere Mal enttäuscht wurden.

Trotzdem gibt es immer wieder Andeutungen und kleine Seitenhiebe, die die Spannung erhöhen und die mich trotzdem dazu gebracht haben, immer wieder weiterzulesen. Ich wollte endlich wissen, was es denn nun mit Colin auf sich hat und wie Ellie mit der ganzen Sache zusammenhängt.

Denn ich habe wirklich kein einziges Mal eine Vermutung gehabt, worum es geht. Götter, Dämonen, Vampire, vielleicht sogar andere Wesen? Ich kann euch nur sagen, dass die Auflösung mich wirklich kalt erwischt hat und ich nie im Leben mit so etwas gerechnet hätte. Die Wahrheit hat mich verblüfft und erstaunt, aber auch begeistert.

Zudem war die Handlung unvorhersehbar. Ich hatte anfangs mit einem typischen Jugendbuch gerechnet, das eben Fantasy-Elemente aufweist, aber nicht mit so etwas.

Und am Ende hat auch alles einen Sinn ergeben, von Ellies plötzlichen Schlafschüben bis hin zu Colins geheimnisumwitterten Wesen. Und im Nachhinein bin ich auch unglaublich froh, dass die Geschichte anfangs nur so langsam in Gang kam, denn sonst hätte einfach etwas gefehlt und es hätte das Buch nicht zu dem gemacht, was es ist. Natürlich hätte die Autorin noch ein bisschen etwas werkeln können, um dem Leser durchgängig ein spannendes Leseerlebnis zu liefern, aber im Endeffekt war der schleppende Anfang gar nicht so schlecht.


Die Charaktere

Ellie war mir schon nach der ersten Seite unendlich sympathisch, obwohl manch ein Leser sie vermutlich als Zicke, Nervensäge und spätpubertierendes Mädchen bezeichnen würden. Mich hat Ellie mit ihrem Verhalten, ihrer Denkweise und vielen anderen Dingen mehr an mich selbst erinnert. Und ich dachte immer, ich bin die einzige, die so tickt.

Ellies Zynismus, ihr Sarkasmus und ihr Humor sind genau mein Fall. Ich schmeiße auch gerne mal mit ironischen Bemerkungen um mich, die vielleicht etwas sehr schwarz sind, aber so ist eben jeder anders. Außerdem habe auch ich Angst vor Spinnen – vor den großen, dicken zumindest, vor den anderen ekel ich mich nur.

Auch alle anderen Charaktere sind sehr facettenreich und tiefgründig ausgearbeitet. Okay, vielleicht füllen Jenny, Nicole und Maikes Clique ein bisschen die Klischees, aber das hat mich nicht gestört, weil ich weiß, dass es solche Mädchen wirklich gibt. Auch Tillmann war ein sehr cooler Charakter, der mich vom Aussehen und Namen her an einen meiner Mitschüler erinnert hat. Nur der Charakter war ein ganz anderer.


Fazit

„Splitterherz“ ist ein ganz anderes Buch, als ich erwartet hätte, aber im positiven Sinne. Ich habe zwar die ersten 120 Seiten vergeblich auf ein bisschen Action gewartet, aber von da an konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Schade, dass es den Verlag nicht mehr gibt und das Buch nicht mehr neu aufgelegt wird.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 4/5 ⭐

Charaktere: 4,5/5 ⭐


Gesamt: 4,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s