Interview mit Tanya Bush

Hallo ihr Lieben!

Es ist schon etwas länger her, seit ich Tanyas Debüt „LightDark – Lichtweg“ gelesen und geliebt habe, aber das Buch wird vermutlich noch lange Zeit einen ganz besonderen Platz in meinem Regal haben. Im Oktober erscheint dann auch endlich der Folgeband der Reihe rund um Sage und Maira und ich bin schon unglaublich gespannt, wie es weitergeht!

Hier geht’s zur Rezension von „LightDark – Lichtweg“

In diesem Interview bekommt ihr einen kleinen Einblick, wer Tanya ist und weshalb sie sich dazu entschieden hat, ihr Debüt im Selfpublishing rauszubringen. Außerdem erfahrt ihr natürlich auch ein bisschen was über das Buch^^


Vorab erstmal: Könntest du dich kurz für diejenigen vorstellen, die dich vielleicht (noch) nicht kennen?

Gerne. Mein Name ist Tanya Bush, ich wurde 1984 in einem kleinen Städtchen mitten im Münsterland geboren und lebe heute mit meinem Mann, unserer Tochter und einem Hund in einer noch kleineren Stadt in der (relativen) Nähe von Paderborn. Nach dem Abitur habe ich nach und nach in unterschiedliche Berufe hineingeschnuppert und mir im November 2019 den Traum von der Selbstständigkeit als freiberufliche Autorin erfüllt. Und diesen spannenden Weg möchte ich natürlich so schnell nicht wieder verlassen.

Wie lange hast du gebraucht, bis dein Debüt soweit war, dass es veröffentlicht werden konnte?

Die reine Schreibzeit hat ca. 1 Jahr gedauert. Allerdings gab es in dieser Zeit auch mehrere Monate, in denen ich aus beruflichen Gründen kaum etwas bis gar nichts aufs Papier gebracht habe. Die Überarbeitung der Rohfassung inklusive Lektorat hat dann noch einmal etwa 2,5 Monate in Anspruch genommen.

Was war zuerst da, der Anfang oder das Ende?

Definitiv das Ende. Die allerletzte Szene war der Teil der Geschichte, den ich von Anfang an im Kopf hatte. Mit dem Anfang habe ich mich dann tatsächlich sogar etwas schwer getan.

Würdest du lieber mit Maira oder mit Sage auf einer einsamen Insel stranden, und warum?

Hmmm … eigentlich liebe ich sie ja beide. Aber ich denke, in dieser Situation würde ich doch Sage vorziehen. Im Gegensatz zu Maira würde er einem in so einer verfahrenen Situation wohl eher in den Hintern treten, damit man wieder herauskommt. Maira und ich wären uns wahrscheinlich zu ähnlich und würden eher alles bis aufs Letzte zerdenken und erst einmal verzweifeln. Und ich glaube, ich würde in diesem Fall auf jeden Fall Sages nicht abzustreitenden Beschützerinstinkt zu schätzen wissen. Auch, wenn ich, genauso wie Maira, eigentlich nicht der Typ „hilfloses Mädchen“ bin.

Hast du irgendwelche Tipps für andere angehende Autoren, wie man aus seinen Charakteren „echte“ Persönlichkeiten macht, die authentisch wirken?

Ich denke, das Wichtigste bei der Entwicklung authentischer Charaktere ist, dass sie in einem selbst Emotionen auslösen. Dabei ist es egal, ob diese positiv oder negativ sind. Wenn es mir als Autor selbst egal ist, was meinen Protagonisten zustößt, wenn ich nicht mit ihnen mitfühlen oder mich über sie ärgern kann, dann wird es schwer werden, diese Gefühle bei einem Leser hervorzurufen oder ihn für die Figur zu begeistern. In gewisser Weise sind die Charaktere ja wie die eigenen Kinder. Wenn man dreimal überlegen muss, ob man seinem Protagonisten jetzt dies oder jenes wirklich „antut“ und dann im Zweifel beim Schreiben der entsprechenden Szene selbst einige Male schlucken muss, dann ist man auf dem richtigen Weg. Außerdem finde ich es wichtig, dass die Charaktere sowohl Stärken als auch Schwächen habe. Ich glaube, niemand mag 100 % perfekte Personen, weil es vollkommen unmöglich ist, sich mit ihnen zu identifizieren.

Hast du je überlegt, dein Buch über einen Verlag zu veröffentlichen?

Ich muss zugeben, dass der Gedanke, dass sich irgendwann auch mal ein Verlag für meine Geschichten interessiert, immer noch irgendwo in meinem Hinterkopf herumgeistert. Natürlich hat man hierdurch eine wesentlich größere Reichweite, was es einem gerade als Neuling sehr viel einfacher macht, bekannter zu werden. Allerdings würde ich mir u.a. ungern vorschreiben lassen, wie das Cover zu meiner Geschichte auszusehen hat. Auch, wenn da vermutlich ein gewisses Mitspracherecht besteht. Deswegen würde ich, zumindest momentan, behaupten, dass ich die Freiheit des Selfpublishings vorziehe. Ob sich das ändern würde, wenn tatsächlich einmal ein Verlag anfragt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Gehörst du eher zu den Autoren, die planen oder zu denen, die einfach drauf los schreiben?

Die Idee zu „Lichtweg“ spukte mir schon eine ganze Weile im Kopf herum, so dass die Geschichte eigentlich schon komplett stand, bevor ich angefangen habe, zu schreiben. Allerdings arbeite ich nicht mit einem Plot. Ich habe es für „Schattenpfad“, die Fortsetzung von „Lichtweg“, mit dem Plotten versucht, aber im Endeffekt kamen mir so viele Gedanken dazwischen, dass ich jetzt doch wieder einfach drauflosschreibe. Der Rest wird sich bei der Überarbeitung ergeben.

Schreibst du lieber per Hand oder auf dem Computer?

Das ist eine wirklich interessante Frage. Die Anfänge meiner Geschichten schreibe ich grundsätzlich per Hand. Das mache ich auch, wenn ich an irgendeinem Punkt nicht weiterkomme, weil ich das Gefühl habe, dass die Gedanken einfach besser „fließen“, wenn ich einen Stift in der Hand habe, anstatt auf dieses schreckliche weiße Blatt auf dem Bildschirm zu starren. Ab einer gewissen Wortzahl wird es dann natürlich schwierig und ich muss doch auf den Computer umsteigen.

Hast du persönlich ein besonderes Lieblingsbuch?

Eindeutig „Falling fast“ von Bianca Iosivoni. Das liebe ich heiß und innig.

Mal angenommen, du könntest nicht schreiben, womit würdest du dich stattdessen beschäftigen?

Vermutlich würde ich viel mehr Zeit mit unserem Hund draußen verbringen. Vielleicht würde er dann auch hören 😉

Welche Eigenschaften kannst du bei anderen Menschen oder Buchcharakteren überhaupt nicht leiden?

Mit Intoleranz und Überheblichkeit kann ich überhaupt nichts anfangen. Ich kann es absolut nicht leiden, wenn jemand meint, er wäre etwas Besseres als andere, aus welchen Gründen auch immer. Und bei fehlendem Mitgefühl könnte ich an die Decke gehen.

In welchem Buch würdest du selbst gern als Figur auftreten?

Auch ziemlich eindeutig: „Falling fast“. Ich liebe das Setting dieser kleinen Stadt, in der praktisch jeder jeden kennt. Und auch die Charaktere, die Bianca Iosivoni in diesem Buch erschaffen hat. Auch, wenn sie teilweise sehr unterschiedlich und oft nicht derselben Meinung sind, halten sie immer zusammen und sind füreinander da. Und nehmen trotzdem andere in ihren Kreis auf.

Gibt es etwas, worin du richtig schlecht bist?

Vielleicht ist das ein typisches Problem von Autoren, aber ich war in Mathe in der Schule eine absolute Niete. Zum Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung konnte ich in der Oberstufe nur sagen „Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich das niemals verstehen werde? – 100 %“. Außerdem ist meine Orientierung praktisch nicht vorhanden. Da ich in einer Kleinstadt aufgewachsen bin, wäre ich vollkommen verloren, wenn man mich in einer Großstadt einfach in einem Kaufhaus (möglichst noch mit mehreren Eingängen) zurücklassen würde. Ich wüsste nicht einmal, aus welcher Richtung ich ursprünglich gekommen bin.

Möchtest du sonst noch irgendwas loswerden?

Erst einmal möchte ich mich dafür bedanken, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast, mich vorzustellen. Und natürlich für die tolle Rezension von „LightDark – Lichtweg“. Ein großes DANKE geht auch an die lieben Leute, die „Lichtweg“ schon kennengelernt haben. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich mit einer Rezension bei Amazon, LovelyBooks oder einer anderen Plattform unterstützt. Egal, ob Lob oder Kritik, jede einzelne Meinung hilft mir dabei, mich als Autorin weiterzuentwickeln. Und natürlich möchte ich euch auch den zweiten Teil der Reihe, „LightDark – Schattenpfad“, ans Herz legen. 😉


Ganz lieben Dank, liebe Tanya, für dieses Interview! Ich freue mich immer wieder, wenn ich etwas Neues von „Schattenpfad“ höre und bin schon unglaublich gespannt, wie es mit Maira und Sage weitergeht. Ich kann es kaum erwarten!

An alle, die das Interview gelesen haben: Vielen Dank dafür und ich hoffe, es hat euch genauso sehr gefallen wie mir! Auf Tanyas Homepage (https://www.tanyabush.com/) findet ihr weitere Informationen über ihre Projekte sowie eine Leseprobe zu ihrem Debütroman. Viel Spaß beim Lesen!


Liebe Grüße,

Lara

2 Gedanken zu “Interview mit Tanya Bush

  1. Hey Lara,

    mir hat das Interview auch sehr, sehr viel Spaß gemacht.

    Vielen, vielen Dank für deinen tollen Support hier und auch auf Instagram. Ich freue mich sehr, dass du auch bei „Schattenpfad“ wieder dabei bist, und es wäre suuuuuper-schön, wenn das noch bei ganz, ganz vielen weiteren Büchern nach der „LightDark“-Dilogie so bleibt.

    Viele liebe Grüße,

    Tanya

    Gefällt 1 Person

    1. Hi^^

      Da gibt es nichts zu danken – es macht mir Spaß und ich freue mich immer so sehr, wenn ich tatsächlich unterstützen kann! Ich wiederhole mich, wenn ich jetzt wieder sage, dass ich das Erscheinen von „Schattenpfad“ kaum noch erwarten kann, also lasse ich das an dieser Stelle mal – aber ich werde ganz bestimmt auch weiterhin die Augen nach weiteren Büchern Ausschau halten 😉

      Liebe Grüße,
      Lara

      Liken

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