Rezension: »Das Geschenk« von Sebastian Fitzek

Hallo ihr Lieben!

Es wurde mal wieder Zeit für einen Buddy-read. Und da meine Freundin Alina „Das Geschenk“ ebenfalls auf ihrem SuB liegen hatte, haben wir uns entschlossen, es gemeinsam zu lesen – eine wirklich gute Idee, denn so konnten wir uns nach jedem Leseabschnitt immer so richtig über das Buch auslassen. So, jetzt aber zur Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Das Geschenk
Autor: Sebastian Fitzek
Genre: Psychothriller
Format: Hardcover
Seiten: 367
ISBN: 978-3-426-28154-3
Verlag: Droemer Knaur
gelesen: 06.06.20 bis 17.06.20


Inhalt

Alles wirklich Böse beginnt in Unschuld

Ernest Hemingway

Milan Berg steht an einer Ampel, als ein Wagen neben ihm hält. Auf dem Rücksitz ein völlig verängstigtes Mädchen. Verzweifelt presst sie einen Zettel gegen die Scheibe. Ein Hilferuf? Milan kann es nicht lesen – denn er ist Analphabet! Einer von über sechs Millionen in Deutschland. Doch er spürt: Das Mädchen ist in tödlicher Gefahr.

Als er die Suche nach ihr aufnimmt, beginnt für ihn eine albtraumhafte Irrfahrt, an deren Ende eine grausame Erkenntnis steht: Manchmal ist die Wahrheit zu entsetzlich, um mit ihr weiterzuleben – und Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Was das Cover und die Gestaltung betrifft, kann ich von dem Buch nur schwärmen. Der Droemer Knaur Verlag hat sich selbst übertroffen mit der Idee, das Buch wirklich als eine Art Geschenk zu verpacken … Zumindest die Limitierte Hardcover-Ausgabe, die ich besitze. Und selbst, wenn man die Hülle „abstreift“, macht das Buch etwas her. Auf jeden Fall fällt es durch die rote Farbe auf!

Am Anfang stehen noch Zitate zum Thema Psychopathie, die im Laufe der Geschichte auch noch eine große Rolle spielen werden. Und auch, dass die Worte, die Milan als Analphabet nicht entschlüsseln kann, in irgendwelchen Hyroglyphen dargestellt wurden – trotzdem ist an der Form der Nachrichten nach einigem Grübeln zu erkennen, was dort steht – war für mich ein großes Highlight.


Der Erzählstil

Fitzeks Art zu schreiben ist wie keine andere. Das sagen viele seiner Leser, und das sage auch ich, denn auch, wenn mir „Das Geschenk“ insgesamt nicht so gut gefallen hat wie andere Fitzek-Bücher, bin ich trotzdem noch großer Fan von dem Autor.

Das liegt größtenteils an seinem Schreibstil. Ich weiß nicht, wie ich ihn beschreiben kann, aber irgendwie findet Fitzek immer die richtigen Worte für den jeweiligen Charakter. So kann man sehr gut zwischen Gesellschaftsschichten und Persönlichkeiten unterscheiden, selbst wenn man das Buch nur liest. Auch seine detaillierten Beschreibungen lassen wenig Platz für Fantasie, wodurch ich immer sofort ein klares Bild vor Augen hatte. Dabei waren die Beschreibungen des Settings gar nicht so ellenlang, dass es irgendwie langweilig wurde.

Bereits nach den ersten fünf Kapiteln nimmt das Buch ordentlich an Spannung auf, aber das hatte ich auch schon erwartet – schließlich handelt es sich bei dem Buch um einen Fitzek. Dennoch gab es an ein paar wenigen Stellen auch Längen, die mich sehnsüchtig auf die nächste Wendung warten ließen, die mich dann häufig wie kaltes Wasser erwischt hat.


Die Handlung

Das Buch fängt an, als Milan im Gefängnis sitzt. Die Leser erfahren sozusagen nach und nach, wie es bis dahin kommen konnte, was natürlich schon mal für ordentlich Neugierde gesorgt hat. Leider waren gerade die Rückblicke für mich eher verwirrend als aufschlussreich. Ich habe einfach das „System“ nicht so ganz verstanden ,wobei im Nachhinein alles etwas klarer geworden ist. Dadurch fiel mir jedoch der Start in die Geschichte schwerer, als ich es von Fitzek-Büchern gewöhnt bin.

Meine Hoffnungen wurden also gleich zu Beginn zumindest teilweise kaputt gemacht, wobei sie auch gleich darauf wieder zurückgekommen sind, weil die Geschichte an Fahrt aufgenommen hat. Es wurde spannender und sowohl Alina als auch ich waren sehr gehypt auf das Buch, weshalb wir auch beständig weitergelesen haben.

Ab der Hälfte hatte ich dann irgendwie das Gefühl, dass sich die Geschichte unnötig in die Länge zieht. Klar, es gab immer wieder neue Entdeckungen, aber irgendwann kam ich einfach nicht mehr klar mit den ganzen Rätseln. Alina und ich haben über WhatsApp und beim Telefonieren beide unsere Vermutungen geäußert, aber keine war wirklich schlüssig, sodass wir fast am Verzweifeln waren. Natürlich war das so von Fitzek gewollt, aber vielleicht hätte er doch schon die ein oder andere Kleinigkeit vorher auflösen können, einfach, um die Story ein bisschen aufzulockern.

Dafür gab es dann am Ende sehr viele Informationen auf einmal. Zugegeben, diesen Abschluss hätte ich nicht erwartet und ich war auch ein wenig geflasht, aber irgendwie war das Ende trotzdem nicht so meins. Es war einfach nicht so ganz schlüssig für mich, da es nicht mit dem zusammenpassen wollte, was bereits geschehen war, und da hätte man sicherlich einiges noch ein wenig verständlicher erklären können.

Stattdessen wurde ich quasi umgehauen von dieser Welle an Informationen, was mich einfach überfordert hat. Einige Dinge waren für mich einfach unrealistisch und nicht wirklich logisch bzw. authentisch erklärt …


Die Charaktere

Milan war mir wirklich sympathisch, wie bei größtenteils allen Protagonisten. Trotzdem konnte ich einige seiner Handlungen nicht ganz nachvollziehen und auch seine Vergangenheit wirkte auf mich nicht sonderlich authentisch, weshalb ich oft Schwierigkeiten hatte, mich mit ihm zu identifizieren. Allerdings ist mir schon aufgefallen, dass er weitaus tiefgründiger gestaltet wurde als viele andere Protagonisten in Thrillern.

Auch Andra war mir unglaublich sympathisch, aber ich finde, die Erklärung, warum sie tut was sie tut, wirkte irgendwie, als hätte man sie an den Haaren herbeigezogen, einfach, damit die Story schlüssig wird. Demnach bin ich mit ihrer Ausarbeitung nicht ganz so zufrieden.

Die anderen Charaktere waren jedoch gut nachzuvollziehen – obwohl ich bei einigen Kandidaten zugegeben Schwierigkeiten hatte – und sie waren auch allesamt möglichst tiefgründig ausgearbeitet, sodass ihre Handlungen und Aktionen auf ihre Vergangenheit abgestimmt waren.


Fazit

„Das Geschenk“ hat mir gut gefallen, aber es kommt bei Weitem nicht an die anderen Fitzeks dran, die ich bereits gelesen bzw. gehört habe. Es ist eine Erfahrung gewesen, und ich bereue auch nicht, das Buch gelesen zu haben, aber es wird kein Highlight werden.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 2,5/5 ⭐

Charaktere: 3/5 ⭐


Gesamt: 3,5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

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