Rezension: »Das Kind in mir will achtsam morden« von Karsten Dusse

Hallo ihr Lieben!

Vorgestern habe ich „Das Kind in mir will achtsam morden“ beendet und obwohl ich eine Nacht drüber geschlafen habe, bin ich mir immer noch unsicher, was ich in die Rezension schreiben könnte … aber bevor meine ganzen Erinnerungen sich vermischen, schreibe ich sie lieber trotzdem schon.

Das Buch wurde mir vom Verlag über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.

Zur Rezension von Band 1


Titel: Das Kind in mir will achtsam morden
Autor: Karsten Dusse
Genre: Psychothriller
Format: Paperback
Seiten: 478
ISBN: 978-3-453-42444-9
Verlag: Heyne
Reihe: Achtsam morden / Bd. 2
gelesen: 08.06.20 bis 12.06.20


Inhalt

»Es ist nie zu spät für eine unglückliche Kindheit.«

Joschka Breitner, Das innere Wunschkind

Björn hat das Prinzip der Achtsamkeit erlernt und mit dessen Hilfe sein Leben verbessert. Er hat den stressigen Job gekündigt und sich selbstständig gemacht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter und streitet sich liebevoller mit seiner Frau. Ach ja, und nebenbei führt er noch ganz entspannt zwei Mafia-Clans, weil er den Chef des einen ermordet und den des anderen im Keller seines Kindergartens eingekerkert hat. Warum nur kann Björn das alles nicht genießen? Warum verliert er ständig die Beherrschung? Hat er das Morden einfach satt? Ganz so einfach ist es nicht. Sein Therapeut Joschka Breitner bringt ihn endlich auf die richtige Spur: Es liegt an Björns innerem Kind!

Kindlich. Tödlich. Ganzheitlich. Der achtsame Mörder Björn Diemel optimiert sich weiter.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Hier habe ich nichts auszusetzen. Das Cover mit dem Steinmännchen, das sozusagen das wackelige Lügengerüst, das Björn sich aufstellt, erkennbar macht, passt sehr gut zur Geschichte. Außerdem gibt es am Anfang jedes Kapitels wieder ein Zitat aus dem fiktiven Ratgeber von Björns Achtsamkeits-Therapeuten Joschka Breitner. Also sehr stimmig zu Band 1 gestaltet.


Der Erzählstil

Auch im zweiten Teil überrascht Karsten Dusse den Leser erneut mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor und Sarkasmus. Seine parodierende Art zu erzählen, bringt einem als Leser einfach Spaß, und obwohl ein paar kleine Tippfehler dabei waren, gab es einige Stellen im Buch, die einfach nur zum Lachen waren.

Außerdem werden die Begebenheiten sehr ausführlich und detailreich beschrieben, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte, wenn es beispielsweise um einen Tathergang oder einen bestimmten Ort ging. Zwar kamen mir einige Ausführungen manchmal ein bisschen zu langwierig vor, aber das ist auch nichts allzu Tragisches, weshalb ich da nicht weiter drauf rumhacken will.


Die Handlung

Die Geschichte knüpft direkt an das Ende von Band 1 an, weshalb ich auf jeden Fall empfehlen würde, diesen zuerst zu lesen. Auch, obwohl immer noch extra Beschreibungen der Charaktere dabei waren, um die Hintergründe noch einmal zu erklären, ist das Vorwissen, das man im ersten Teil erlangt, einfach sehr wichtig für das Verständnis dieses Buches.

Der Handlungsverlauf ähnelt in seiner Struktur sehr dem von „Achtsam morden“, sodass es jetzt diesbezüglich keine großartigen Überraschungen gab. Das Grundkonzept war das gleiche, aber natürlich gab es auch ein paar Abweichungen und unerwartete Wendungen, die mich kurz haben innehalten lassen. Dennoch gibt es in „Das Kind in mir will achtsam morden“ deutlich weniger Plot-Twists und Konflikte, die es zu lösen gilt. Dadurch kam es mir besonders in der Mitte so vor, als würde sich die Geschichte unnötig in die Länge ziehen.

Durch die ähnliche Struktur war das Buch auch relativ vorhersehbar für mich. Ich habe wirklich nur an ein oder zwei Stellen wirklich einen Überraschungsmoment gehabt, denn ansonsten hatte ich immer von Anfang an die richtige Vermutung, was genau hinter den ganzen Sachen steckte.

Jetzt aber zu dem, was die Reihe rund um Strafverteidiger Björn Diemel überhaupt ausmacht, nämlich dem Humor. Karsten Dusse parodiert – wie in Band 1 auch schon – sehr gesellschaftsrelevante Themen, unter anderem Political Correctness oder auch den Klimastreit. Zudem ist das Buch kein typischer Psychothriller, da es eher lustig als spannend ist, und das ist auch genau so gewollt. Leider waren mir aber einige Charaktere und Handlungsstränge viel zu überzogen und unrealistisch dargestellt, sodass diese nicht annähernd authentisch auf mich wirkten. Trotzdem war diese alberne Art aber auch das, was für ein sehr amüsantes Lesevergnügen bei mir gesorgt hat.

Besonders gut hat mir die Darstellung der einzigen Sexszene im Buch gefallen, da diese einerseits jugendfrei beschrieben, andererseits aber auch sehr geschickt umgesetzt wurde. Ich kann das jetzt nicht so gut beschreiben, weil das schon sehr viel spoilern würde, aber sagen wir mal so, während des Sexualakts hat Björns inneres Kind danach verlangt, eine Geschichte erzählt zu bekommen …

Insgesamt wird in dem Buch weniger auf Achtsamkeit, sondern vielmehr auf Björns inneres Kind eingegangen, welches der Protagonist in einer seiner Therapiesitzungen mit Joschka Breitner „kennenlernt“. Das Prinzip des inneren Kindes wird sowohl von Björn als auch vom Autor sehr ernst genommen, wobei das ganze Drumherum oft ins Lächerliche gezogen wurde. Das hat aber – wie bereits erwähnt – auch den Charme des Buches ausgemacht. Gleichzeitig habe ich auch viele Erkenntnisse aus der Geschichte mitnehmen können, die sich sicherlich auch im realen Leben anwenden lassen.


Die Charaktere

Der Protagonist des Buches ist immer noch Björn Diemel, bei dem es sich ganz offensichtlich um einen Psychopathen handelt. Dennoch hat Karsten Dusse es irgendwie geschafft, ihn nicht wie den typischen Psychopathen aussehen zu lassen, sondern vielmehr wie ein Mensch wie du und ich, der dem Leser sofort sympathisch vorkommt. Ehrlich gesagt, mich hat Björn immer ein bisschen an meinen Vater erinnert o_o

Die anderen Charaktere wurden teilweise schon sehr übertrieben albern dargestellt. Ich habe einfach viele ihrer Handlungen nicht verstehen können, weil sie sehr unrealistisch waren, und einfach nicht mit dem Bild zusammenpassten, das ich mir über die beiden Bände bisher von den Charakteren gemacht habe.


Fazit

„Das Kind in mir will achtsam morden“ ist ein wieder mal sehr amüsanter Thriller, der erfrischend amüsant und witzig, aber auch eine Spur gesellschaftskritisch geschrieben ist. Dennoch ist er meiner Meinung nach nicht so stark wie sein Vorgänger.


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 4,5/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 2,5/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Lara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s