Rezension: »Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes« von Tim J. Radde

Hey ihr Lieben!

Jetzt mal wieder zu einem Rezensionsexemplar, das mich sehr angesprochen hat, nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte. Umso mehr hat es mich gefreut, es endlich zu lesen!

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Zur Rezension der Gesamtausgabe

Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Dies ändert nichts an meiner ehrlichen Meinung oder dem Inhalt der Rezension.


Allgemeine Informationen

Titel: Die rogodanischen Schriften – Dämmerung des Widerstandes
Autor: Tim J. Radde (https://www.timjradde.de/)
Genre: High Fantasy
Format: E-Book
Seiten: 340 (auf meinem E-Reader)
ISBN: 978-3741842726
Reihe: Die rogodanischen Schriften / Bd. 1
gelesen: 08.05.20 bis 14.05.20


Inhalt

Der junge Krieger Endrael gerät durch die Vergangenheit seiner ihm unbekannten Eltern und die Verbundenheit zu seinem Lehrmeister in einen aufkommenden Krieg zwischen den herrschenden Mächten und einem wachsenden Widerstand. Er muss sich bewusst werden, ob er sich dem Kampf nach Gerechtigkeit widmen will oder den Pfad der Rache einschlägt.


Meine Meinung

Die Gestaltung

Ich finde, das Cover passt sehr gut zur Geschichte, obwohl ich auf den ersten Blick vermutlich eine Dystopie erwartet hätte und kein High Fantasy Buch. Aber Tim hat mich ja in seiner Anfrage bereits aufgeklärt, weshalb das kein Problem für mich war.

Man sieht auf dem Cover die grüne Iris eines Auges, was ebenfalls einen engen Bezug zur Geschichte hat. Ich werde nicht spoilern, aber wer das Buch kennt, wird wissen, wovon ich rede. Der Bogen in der Mitte passt ebenfalls perfekt. Er verdeutlicht sowohl den Widerstand, von dem ja bereits im Titel die Rede ist, als auch die Kampfkunst unseres Protagonisten Endrael, der von seinem Mentor Calansir als Krieger ausgebildet wurde.

Demnach finde ich das Cover also wirklich nicht schlecht, um im Inneren gibt es jetzt auch nicht wirklich etwas, das ich anzumerken hätte.


Der Erzählstil

Anfangs fiel es mir ein bisschen schwer, in die Geschichte und den Schreibstil reinzukommen. Die Sätze sind oft sehr lang und verschachtelt, woran ich mich erst gewöhnen musste. Außerdem hätte zwischendurch auch der ein oder andere Punkt nicht geschadet.

„Die Menschen haben verdient, dass man gut zu ihnen ist. Wer wenig hat und davon noch etwas abgibt, ist großzügiger als ein reicher Mann, der von viel nur wenig verschenkt.“

Seite 99

Ansonsten habe ich hier eigentlich kaum etwas anzumerken. Tim hat einen sehr ausführlichen und detailreichen Schreibstil, obwohl er auch an einigen Stellen das ein oder andere Detail auslässt, um den Leser dann an anderer Stelle damit zu überraschen. Schon im Prolog wird Spannung aufgebaut, was überhaupt erst der Grund war, weshalb ich der Rezensionsanfrage zugestimmt habe – ich mag es nicht, unvorbereitet in ein Rezensionsexemplar einzusteigen und dann zu erkennen, dass mir das Buch schon am Anfang eher nicht so zusagt. Dem war hier zum Glück nicht so.

Der ausführliche Schreibstil hat jedoch an einigen Stellen auch dafür gesorgt, dass sich die Geschichte ein bisschen gezogen hat. Gerade der Hauptteil zog sich sehr in die Länge, wobei auch das irgendwie zu dem Buch dazugehört. Ich bin mir gar nicht sicher, wie ich das jetzt beschreiben soll, aber ohne diese Ausführlichkeit wäre das Buch eben nicht das, was es ist.


Die Handlung

Zuallererst einmal will ich hier das für das Buch gewählte Setting loben. Ich liebe Geschichten, die in einer mitteralterlich angehauchten Welt leben, wobei mich diese hier auch ein bisschen an das antike Rom erinnert hat, mit den Soldaten, die überall herumlaufen. Die düstere Atmosphäre hatte etwas an sich, das mich gefesselt und neugierig auf mehr gemacht hat.

„Nur, weil wir etwas nicht verstehen, bedeutet das nicht, dass wir es fürchten müssten.“

Seite 164

Gerade am Anfang war ich aber ein bisschen überfordert mit den Sichtwechseln. Der Prolog ist sehr geheimnisvoll und aus der Sicht eines gewissen Lukrim geschrieben, weshalb ich dachte, dass dieser im Laufe des Buches noch ein wichtiger Charakter wird. Doch im Buch an sich ist nie die Rede von irgendeinem Lukrim, und erst im Epilog erfährt man mehr darüber, und jetzt habe ich auch so langsam eine Idee, wer dieser Lukrim sein könnte. Vielleicht erfahre ich ja im zweiten Band mehr darüber, und wenn nicht, dann sicherlich im dritten. Na ja, nach dem Prolog ging es auf jeden Fall erst mal aus der Perspektive der Diebin Pensa weiter, die auch ein etwas wichtigerer Charakter der Geschichte ist. Das wusste ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht, weshalb ich sehr verwirrt war, weil im Klappentext ganz klar von einem Endrael die Rede ist. Erst in den weiterfolgenden Kapiteln erfährt man dann mehr von Endrael und wie sein Schicksal und das aller anderen Personen, die zwischendurch noch ein paar Kapitel bekommen, miteinander verbunden ist.

„Wir dürfen nicht vergessen, dass nicht alles nur schwarz und weiß ist.“

Seite 236

Zwischendurch gab es immer wieder Rückblicke in Endraels Vergangenheit und das, was er erlebt hat. Diese waren jedoch oft sehr ausschweifend und haben mich von der restlichen Geschichte abgelenkt, sodass ich danach manchmal ein bisschen verwirrt war, wo sich die Charaktere in der Gegenwart noch mal befinden und was geschehen ist, bevor dieser sehr lange Rückblick kam. Danach brauchte ich dann wieder ein bisschen, um in den Haupthandlungsstrang reinzukommen, und ich bin mir sicher, dass man da ein bisschen was hätte kürzen können, um es dem Leser ein bisschen einfacher zu machen.

Ansonsten war die Handlung spannend und machte neugierig auf mehr. Einzig das Ende ging mir ein bisschen schnell.

/leichter SPOILER für das Ende/
Ich fand es sehr verwirrend, dass Endrael und Vandrato im einen Moment noch auf dem Schlachtfeld stehen und Vandrato versucht, Endrael wegzubringen, und gefühlt ohne Vorwarnung wacht Endrael plötzlich an einem fremden Ort auf. Es wurde nicht gesagt, ob er nun verblutet ist oder einfach in Ohnmacht gefallen und das Bewusstsein verloren hat. Ich bin mir bewusst, dass das Ende einen spannenden Cliffhanger darstellen sollte, aber an dieser Stelle war gar keiner nötig.
/Spoiler ENDE/


Die Charaktere

Die Charaktere sind alle sehr faccettenreich ausgearbeitet und ich mochte die Freundschaft zwischen Endrael, Vandrato, Pensa und Calansir sehr, obwohl sie sehr ungewöhnlich war.

„Endrael, mein Junge, Furcht ist nur ein anderes Wort für Grenzen. Sie zeigt dir deine Einschränkungen. Besiege deine Furcht und du gehst über deine Grenzen.“

Seite 294

Ich werde hier nicht allzu viel über die Charaktere verraten, weil ich nicht spoilern möchte. Eines kann ich jedoch anmerken, und zwar wirkte es auf mich irgendwie, als seien die Charaktere allesamt nicht allzu tiefgründig ausgearbeitet worden. Das könnte daran liegen, dass das Augenmerk in der Geschichte mehr auf der Handlung als auf den Emotionen und Gefühlen der Charaktere lag.


Fazit

Der erste Teil der rogodanischen Schriften hat mir trotz ein paar Schwächen gut gefallen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil, um zu erfahren, wie es mit Endrael und seiner Gruppe weitergeht. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mal etwas Neues ausprobieren möchte und eine Mischung aus High Fantasy und „Die Tribute von Panem“ mag.


Meine Bewertung

Gestaltung: 4,5/5 ⭐

Erzählstil: 3,5/5 ⭐

Handlung: 3,5/5 ⭐

Charaktere: 4/5 ⭐


Gesamt: 4/5 ⭐


An dieser Stelle bedanke ich mich noch mal herzlich bei Tim für das Rezensionsexemplar!


Liebe Grüße,

Lara

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