Rezension: »Flying high« von Bianca Iosivoni

Hey ihr Lieben!

Ich muss zugeben, dass ich mir meinen Lesemonat ursprünglich ein bisschen anders vorgestellt habe, aber ich hoffe trotzdem, dass ich noch mit jedem Buch fertig werde, das ich im April lesen will. Flying high habe ich nun beendet – schaut doch, wie es mir gefallen hat!

Bei dem Buch handelt es sich um den zweiten Teil der „Hailee & Chase“-Reihe, weshalb in der Rezension Spoiler auftreten können.

Zur Rezension von Band 1


Allgemeine Informationen

Titel: Flying high
Autorin: Bianca Iosivoni
Genre: New Adult
Format: Paperback
Seiten: 412
ISBN: 978-3-7363-0989-0
Verlag: LYX
Reihe: Hailee & Chase / Bd. 2
gelesen: 23.04.20 bis 25.04.20


Inhalt

Mutig zu sein – das war Hailee DeLucas Plan für diesen Sommer. Sie wollte einen Roadtrip durch die USA machen und all die Dinge tun, vor denen sie sich bislang immer viel zu sehr gefürchtet hat. Niemals hätte sie erwartet, dass sie sich auf ihrer Reise verlieben würde – bis sie in der kleinen Stadt Fairwood mitten im Nirgendwo auf Chase Whittaker traf. Mit seinem Lächeln, seinem Humor und der Art, wie er sie besser als jeder andere Mensch auf dieser Welt zu verstehen schien, hat Chase ihr Herz im Sturm erobert. Dabei wusste Hailee vom ersten Moment an, dass es für sie beide keine Zukunft geben würde. Der Sommer war beinahe vorbei und Hailee fest entschlossen, ihren Plan bis zum Ende durchzuziehen. Doch je mehr Zeit sie in Fairwood verbrachte und je näher sie und Chase sich kamen, desto größer wurde ihr Wunsch, Chase nicht verlassen zu müssen. Mutig genug zu sein, nicht zu gehen. Aber gibt es für sie beide überhaupt eine Chance? Oder haben Hailee und Chase keine andere Wahl, als einsehen zu müssen, dass manchmal nicht einmal die Liebe ausreicht, um zwei Menschen zusammenzuhalten?


Meine Meinung

Die Gestaltung

Es gibt kaum LYX-Bücher, die nicht schön aussehen. Und so verhält es sich auch bei den beiden Büchern der „Hailee & Chase“-Dilogie von Bianca Iosivoni. Ich kann mich kaum entscheiden, ob ich Falling fast oder Flying high schöner finde … ich glaube aber, ich tendiere zu Flying high, weil die Farben so wunderschön sind.

An der Innengestaltung habe ich hier genauso wenig auszusetzen wie im ersten Teil schon. Die Kapitelanfänge sind schlicht gehalten, wobei die Schriftart, in der geschrieben steht, ob das Kapitel aus Hailees oder Chase‘ Sicht erzählt wird, der des Titels auf dem Cover angepasst wurde.


Der Erzählstil

Biancas Schreibstil ist wie immer locker leicht und angenehm sowie flüssig zu lesen. Ihre Wortwahl ist in diesem Teil noch um einiges sensibler, und ich liebe sowohl die vielen Passagen, in denen sich Chase und Hailee Gedanken machen, als auch die ausdrucksstarken Dialoge.

Es ist so leicht, anderen Menschen Vorwürfe zu machen. Sich über sie aufzuregen. Sich mit ihnen zu streiten. Aber wir denken nie daran, dass es das letzte Mal sein könnte. Die letzte Umarmung. Das letzte Wort. Der letzte Blick.

Seite 87

Die Geschichte wird aus der Sicht von Hailee und Chase erzählt – nicht immer abwechselnd, aber dennoch so, dass es nicht langweilig wird. Zudem sind die Beschreibungen von Emotionen und Orten sehr detailreich, sodass ich immer sofort ein Bild vor Augen hatte.


Die Handlung

„Flying high“ schließt direkt an das Ende von Band 1 an. Obwohl ich zwischendurch noch zwei andere Bücher gelesen bzw. gehört habe, bin ich unfassbar schnell wieder in die Geschichte von Hailee und Chase eingestiegen, wodurch ich sofort gefangen war.

Bianca zeigt hier mal wieder einen sehr sensiblen Umgang mit ernsten Themen wie Depression, Suizidalität, Angststörung, Tod, Verlust und Trauerbewältigung. Dadurch war die Story hoch emotional und hat mich sehr berühren können. Und auch, wenn die angesprochenen Themen vielleicht das Bild einer traurigen, nachdenklichen Geschichte im Kopf entstehen lassen, waren die Szenen auch unheimlich schön, manchmal witzig und zutiefst rührend. Trotzdem regen die Themen, die angesprochen werden und sehr im Hauptaugenmerk der Geschichte stehen, zum Nachdenken an und so konnte mich das Buch nachhaltig beeindrucken.

Wie macht man weiter, wenn man die letzten drei Monate so gelebt hat, als gäbe es kein Morgen? Wie macht man weiter, wenn man den wichtigsten Menschen in seinem Leben verloren hat?

Seite 178

Das Leseerlebnis an sich war also sehr … intensiv. Ich hatte fast durchgängig Tränen in den Augen und die ein oder andere ist auch mal meine Wange runtergelaufen, in meiner Brust war ein Engegefühl vorhanden, ich hatte Gänsehaut, und zwischendurch musste ich auch ein kleines Schmunzeln oder Kichern unterdrücken.

Und ganz ehrlich? Wie beschissen wäre es von mir, diesem vorgefertigten Plan zu folgen, statt das zu tun, was ich wirklich will, wenn mein bester Freund es gerne getan hätte, aber nicht konnte?

Seite 319

Obwohl das Buch nicht von Spannung geprägt ist, handelt es sich bei „Flying high“ um einen absoluten Pageturner. Action ist hier völlig unnötig, denn die Botschaft, die die Geschichte von Hailee und Chase ausdrücken soll, ist auch so vollkommen verständlich: Sei mutig. Nicht durch waghalsige Aktionen, sondern durch die Entscheidungen, die zu treffen einem manchmal Angst einjagen können. Das lernt auch Chase nach und nach und schneidet sich so eine Scheibe von Hailee ab. Und trotz der Tatsache, dass es keine Action gab, waren auch einige Plot-Twists vorhanden; es hat mich hier einfach nicht gestört, dass einige Dinge vorhersehbar waren, denn dadurch wirkte alles noch viel authentischer und realistischer.

„Du kannst alles fühlen, was du willst, Schatz. Auch Freude und Trauer gleichzeitig. Nichts davon ist richtig oder falsch. Es sind deine Gefühle.“

Seite 342

Außerdem fand ich es sehr passend, dass sich einige Gedanken von Hailee immer wiederholt haben – wie in einem Gedankenkarussell -, weil damit auch ihre Depressionen und Gefühle und ihr tiefstes Innerstes deutlicher wurden. Und obwohl das der Kritikpunkt von vielen Lesern ist, kann ich von mir selbst ehrlich behaupten, dass ich keine einzige Stelle langweilig oder zu langgezogen fand.

Mit dem Epilog hat das Buch noch einen sehr gelungenen Abschluss bekommen. Natürlich sind mit ein paar Gesprächen nicht alle Probleme wie weggefegt, aber es geht eben darum, sich nicht einfach unterkriegen zu lassen, und das wird sehr deutlich.


Die Charaktere

Jeder einzelne Charakter im Buch wurde sehr authentisch, liebevoll und tiefgründig ausgearbeitet. Die Handlungen und Reaktionen waren nachvollziehbar, ebenso wie die Gefühle.

Der nach außen hin glücklichste Mensch kann die meisten Träume vergossen haben. Die unbeschwerteste Person kann die schlimmsten Verluste erlitten haben. Und das Mädchen mit dem strahlendsten Lächeln kann jeden Lebenswillen verloren haben. Jeder von uns hat innere Kämpfe auszufechten, von denen andere vielleicht nie etwas erfahren.

Seite 405

Hailee und Chase sind mir unheimlich sympathisch. Man leidet mit ihnen mit, und ihre Freundschaft zu Lexi, Clayton, Eric, Charlotte und sogar Shaine (!) hat mich oft zu Tränen gerührt. Das sind wahre Freunde! Sogar Hailees Eltern konnte ich verstehen und ich glaube, dass ihre Handlungsweisen unglaublich authentisch, wenn auch nicht immer richtig waren. Jeder Mensch hat Fehler und ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, wieso sie so und nicht anders gehandelt haben.


Fazit

„Flying high“ konnte mich noch mehr von sich überzeugen als „Falling fast“. Obwohl insgesamt weniger im Buch passiert, hat es mich zu Tränen gerührt wie sonst kaum ein Buch zuvor, weshalb es für mich ein absolutes Jahreshighlight ist!


Meine Bewertung

Gestaltung: 5/5 ⭐

Erzählstil: 5/5 ⭐

Handlung: 5/5 ⭐

Charaktere: 5/5 ⭐


Gesamt: 5/5 ⭐


Liebe Grüße,

Lara

4 Gedanken zu “Rezension: »Flying high« von Bianca Iosivoni

    1. Freut mich, dass sie dir gefällt! Ich hätte erst wirklich nicht erwartet, dass mir Flying high soo gut gefallen würde, weil viele der Meinung sind, dass der zweite Teil etwas schwächer ist. Zum Glück konnte ich mich vom Gegenteil überzeugen 😉

      Liebe Grüße,
      Lara

      Liken

  1. Ich finde, bei den beiden kann man gar nicht so richtig sagen, dass einer jetzt deutlich besser als der andere ist, weil ich sie so vollkommen unterschiedlich finde. „Falling Fast“ finde ich wirklich wundervoll unbeschwert und leicht (im Sinne von Lebensfreude), „Flying High“ ist meiner Meinung nach dagegen doch schon etwas schwerere Kost. Und trotzdem denke ich, kommen bei Teil 2 die Gefühle nicht zu kurz.

    Liebe Grüße,

    Tanya

    Gefällt 1 Person

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